Die letzte Königin

GeschichteDrama / P16
01.09.2015
11.07.2017
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01.09.2015 1.063
 
Tretet näher, werte Leser!
Es freut mich, dass ihr den Weg zu meiner zweiten Fanfiction gefunden habt und hoffe, dass sie euch gefallen wird.
Im Verlauf der Geschichte würde ich mich über Reviews freuen, damit ich weiß, was euch an der Geschichte gefällt oder auch nicht gefällt. Ich würde mich nämlich gerne weiterhin verbessern. :)
Nun viel Spaß beim Lesen!




Prolog

1896 D.Z.


Wir schreiben das Jahr 1896 des Dritten Zeitalters von Mittelerde. Vor fast zweitausend Jahren hat ein Bündnis aus Elben und Menschen den dunklen Sauron zurück gedrängt. Und noch mehr als tausend weitere Jahre würden vergehen, bis ein unscheinbarer Halbling einen geheimnisvollen Ring in einer dunklen Höhle finden würde.
Zu dieser Zeit herrschte das mächtige Gondor im Süden Mittelerdes. Unangefochten war es das größte und mächtigste Königreich der Menschen. Seine Könige waren Nachkommen der Numenorer. Doch auch wenn der Schatten vertrieben worden war, der vor langer Zeit seine Finger erneut nach den freien Völkern Mittelerdes ausgestreckt hatte, so war dennoch kein Frieden. Zwielichtige Gestalten trieben ihr Unwesen in Mittelerde. Die Anzahl der Orks stieg erneut und hoch im Norden erhob sich ein neuer Schatten und bedrohte Arthedain, das Schwesterreich Gondors. Nur mit Mühe hielt der König von Gondor, Ondoher, Sohn Calimethars, die Sicherheit in seinem Land aufrecht.
Mit gerunzelter Stirn stand Ondoher an einem Fenster und sah über die Stadt hinweg. Unter ihm erstreckte sich Minas Arnor, das in späterer Zeit den Namen Minas Tirith erhalten sollte. Voller Zuneigung betrachtete er seine Stadt. Noch nie hatte er eine schöner Stadt gesehen, wie diese weiße Stadt, die sich in ihren Felsenterassen von der Ebene des Anduin bis hoch zum Turm der Könige erstreckte.
Kinderlachen weckte die Aufmerksamkeit des Königs von Gondor. Er neigte sich ein Stück vor und sah auf den Vorplatz des Palastes hinab. Im Schatten eines großen weißen Baumes spielten zwei Knaben. Lachend und feixend rannten sie um die Wachen herum, die seit Generationen schon den weißen Baum beschützten. Stolz betrachtete Ondoher seine Söhne. Er beobachtete, wie der Wind durch ihre braunen Locken fuhr und sie mit ihren Holzschwertern nacheinander schlugen. Der 10 jährige Faramir drehte sich lachend zu seinem Bruder um und rief: „Du kriegst mich nie, Artamir!“
Mit einem übermütigen Lachen stürmte er davon. Der jüngere Artamir setzte auf seinen kurzen Kinderbeinen seinem Bruder nach. Doch seine Füße blieben an einer Stufe hängen und er fiel hin. Laut klappernd schlug das Holzschwert auf dem Boden auf und Artamir lag auf dem Steinboden. Sofort wurde aus dem tapferen Krieger wieder ein Junge von sechs Jahren, der schniefend sich aufrappelte. Faramir drehte auf dem Absatz um und stürzte zu dem Jüngeren. „Artamir!“, rief er und ließ sich neben seinem Bruder auf die Knie hinab. Ondoher konnte nicht hören, was seine Söhne miteinander sprachen, doch bald rannten beide wieder über den Hof. Nachdenklich sah der König auf seine Söhne.
Seine Gedanken wanderten zu seiner Frau. Auriel, die Königin Gondors, hatte ihn spät am vorigen Abend rufen lassen, weil die Wehen eingesetzt hatten. Besorgt runzelte er die Stirn. Nachdem er dafür gesorgt hatte, dass die Hebamme und mehrere Dienerinnen sich um seine Frau sorgten, hatte man ihn aus dem Gemach der Königin geschickt. Die ganze Nacht über hatte er im Flur gewacht. Als es dann Morgen geworden war, hatte er seine Söhne geweckt und ihnen eingeschärft, dass ihre Mutter heute Ruhe brauchte. Glücklicherweise hatten Faramir und Artamir gehorcht. Und sie hatten ihn den bisherigen Vormittag über glücklicherweise abgelenkt. So kam er weniger dazu, sich Sorgen zu machen. Die zwei Knaben hatte er nach draußen zum Spielen geschickt, damit sie die Schmerzensschreie nicht hörten, die mittlerweile vom Königinnengemach her durch die Flure drangen.
Warum dauerte das so lange? Es musste mittlerweile Mittag sein! Die Sonne stand hoch. Hunger verspürte der besorgte König jedoch nicht. Nach einem kurzen, liebevollen Blick auf seine Söhne drehte er sich um und ging mit geballten Fäusten zu den Gemächern seiner Frau. Kaum, dass er sich den Räumlichkeiten näherte, drangen die Schreie Auriels zu ihm durch. Auch wenn seine Frau ihm bereits zwei gesunde Söhne geboren hatte, so hatte er sich immer noch nicht an ihre Schreie gewöhnt. Voller Sorge und Mitleid verzog er das Gesicht. Jeder Schrei seiner Frau drang ihm durch Mark und Bein. Schließlich kam er an ihren Gemächern an. Ondoher hob bereits die Hand, um anzuklopfen, doch dann verließ ihn der Mut. Gebären war Sache der Frauen. Er hatte dort nichts zu suchen.
Resigniert ließ er die Faust sinken und setzte sich auf den Stuhl, den er schon die ganze Nacht hindurch besetzt gehalten hatte. Erschöpft stützte er den Kopf in den Händen auf. Wie lange wartete er nun schon? Der König Gondors verlor jedes Zeitgefühl. Es erschien ihm wie eine Ewigkeit, als sich plötzlich die Tür neben ihm öffnete. Er hob den Kopf. Eine alte Dienerin stand da und trocknete sich eben die Hände. Als sie den Blick des Königs bemerkte, knickste sie und trat beiseite.
So schnell er konnte stand Ondoher auf. Wie ging es seiner Frau? Und was war mit dem Kind? Eiligen Schrittes durchmaß er den Flur, den Vorraum des Gemaches und betrat das Schlafzimmer der Königin. Da lag Auriel auf ihrem Bett. Sie lächelte, als sie ihn sah. Erleichterung durchflutete Ondoher. Es ging ihr gut. Sicher war sie erschöpft, aber sie hatte die Geburt gut überstanden. Schnell trat er an ihr Bett. „Meine Königin!“, flüsterte er und nahm ihre Hand. Lächelnd drückte sie seine Hand. Ondoher küsste sie kurz auf die Stirn, dann sah er sich fragend um. Ein leises Weinen ließ ihn aufhorchen.
Die Hebamme trat vor. In ihren Armen lag ein kleines Bündel, das sich bewegte. „Meinen Glückwunsch, eure Majestäten!“, sagte sie. Mit einem kurzen Knicks überreichte sie Auriel das Kind. „Eine gesunde Tochter.“, verkündete sie. „Eine Tochter!“, murmelte Auriel bewegt. Sie zog die Decke ein wenig zurück, damit sie das Gesicht besser sehen konnte. Ondoher beugte sich vor. In den Decken und Windeln lag ein winziges Geschöpf. Seine Tochter war so unglaublich klein. Sie wirkte so zerbrechlich, dass Ondoher sofort fürchtete, etwas könnte ihr zustoßen. Und dabei war sie so schön.... Er schwor sich innerlich, die Kleine vor allem zu schützen, was ihr jemals schaden könnte. Der König spürte, wie Tränen in seinen Augen aufstiegen. Zögernd hob er die Hand und berührte das Gesichtchen des Kindes.
An diesem Abend erhellte ein Feuerwerk den Himmel über Minas Arnor, um die Geburt Firiels, Prinzessin von Gondor, zu feiern.
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