Der Fluch des Pharaos

KurzgeschichteHumor / P6
Ahkmenrah Larry Daley Sacagawea
31.08.2015
31.08.2015
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Larry war sich sicher, dass etwas mit Ahkmenrah nicht stimmte. Seit drei Nächten durchstreifte er unruhig das Museum, sprach mit kaum einem der anderen lebendig gewordenen Exponate und auch wenn er immer einen höflich – freundlichen Gesichtsausdruck trug, so konnte man seine Gereiztheit deutlich spüren. Die anderen Museumsbewohner versuchten gar nicht erst, ihn anzusprechen; niemand wollte derjenige sein, der die Bombe zum platzen brachte. Keiner hatte den Pharao jemals wütend gesehen und wenn sie ehrlich waren, wollten sie das auch ganz gerne beibehalten, es gab schließlich genug andere Ausstellungstücke mit heftigen Gefühlsausbrüchen, um die sich Larry kümmern musste.
Sacagawea war auch aufgefallen, wie sich Ahkmenrah in letzter Zeit benahm und machte sich zunehmend Sorgen. Schließlich entschloss sie sich dazu, den Nachtwächter darauf anzusprechen.

„Larry, wir müssen etwas tun, wir können ihn doch nicht sich selbst überlassen“, erklärte die Indianerin gerade, als sie den jungen König höchstpersönlich an sich vorbei stolzieren sah.
Larry nahm die Gelegenheit war und hielt den ehemaligen Monarchen an.
„Hey – hey Ahk, warte mal kurz. Wir, äh, also wir wollten wissen, wie's dir so geht“, begann er vorsichtig.
„Mir geht es gut, danke, Wächter von Brooklyn.“, antwortete der Regent mit verschlossenem Gesicht und einer ich-bin-nur-höflich-weil-ich-ein-Pharao-bin-Stimme. Zumindest interpretierte Larry den Tonfall so, und er gefiel ihm nicht.
Sacagawea trat vor und begegnete Ahkmenrah mit besorgt-freundlicher aber auch entschlossener Miene, die dem König deutlich zu verstehen gab, dass sie ihn nicht ohne weiteres ziehen lassen würde.
„Wir haben dich die letzten Nächte beobachtet. Du bist ungeduldig durch das Gebäude gestreift und hast jeden angesehen, als würdest du ihn vergiften wollen. Wir kennen dich, Ahk, das bist nicht du.
Sag uns, was dich bekümmert, dann können wir dir helfen.“

Ahkmenrah starrte sie eine Weile abweisend an, dann wurde sein Gesichtsausdruck zunehmend unsicherer und er wandte sich kurz ab, bevor er sich dazu entschloss die Fellstiefel der Schwarzhaarigen Frau zu inspizieren, während er antwortete.
„Wenn ihr es unbedingt wissen müsst... Ich kann seit ein paar Tagen meinen Kajal nicht finden. Er ist aus dem Ausstellungkasten verschwunden.“
Es kostete Larry alle Selbstbeherrschung, die er aufbringen konnte, um nicht laut loszuprusten.
Sacagawea jedoch blickte plötzlich sehr schuldbewusst rein.
„Das war deiner? Oh, tut mir leid, ich wusste nicht, dass du ihn benutzt! Ich hab ihn mir genommen, weil ich doch mit Teddy verabredet war.“
Der Pharao blickte sie ungläubig an und der Nachtwächter konnte inzwischen nicht mehr an sich halten und musste sich am Info-Tisch festklammern, während er schallend lachte.
Ahkmenrah bedachte ihn mit einem bitterbösen Blick, der seinem Bruder Kahmunrah alle Ehre gemacht hätte und machte sich beleidigt hoch erhobenen Hauptes auf den Weg zurück in seine Ausstellung. Sacagawea war sich sicher gehört zu haben, wie der junge Herrscher etwas über „in Skarabäen verwandeln“ murmelte.
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