Lolths Glorie

GeschichteAllgemein / P18
30.08.2015
22.04.2016
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Die nächsten fünf Jahre verliefen so wie man es erwarten würde. Die Erziehung der männlichen Erben, Fürstenprinzen genannt, war bei jedem Haus der Drow anders. Manche erzogen sie bis zum sechsten Lebensjahr von den anderen Kindern getrennt um sie dann in die häusliche Gemeinschaft als Diener zu entlassen bis sie sechzehn waren, ab da wurden sie von einem Mentor unterrichtet. Andere Häuser erzogen sie zusammen mit den anderen Kindern des Hauses und wiesen sie erst später einem Mentor zu. Haus Geledres gehörte zu jenen die letzteren Erziehungsweg einschlugen auch wenn sie natürlich die Fortschritte des zukünftigen Fürstenprinzen genau im Auge behielten.

Muttermatrone Aklida Geledres lehnte sich mit einem Kristallglas grünen gewürzten Weines zurück und sah ihre Tochter Lualyrr an die neben den ausgewählten Dienern für die Kindererziehung zuständig war. ,,Und wie macht sich unser zukünftiger Fürstenprinz so?" Die Angesprochene schmunzelte. ,,Er stellt sich nicht ungeschickt an. Für sein Alter hinkt er den Anderen bei der Sprache etwas hinterher, ist ihnen aber bei der Zeichensprache überlegen." ,,Wie das?", fragte Baltana ein wenig erstaunt während sie an ihrem Wein nippte. Lualyrr grinste. ,,Er weigert sich manche Wörter zu benutzen und ersetzt sie durch das entsprechende Äquivalent der Zeichensprache, wenn wir ihn Hochdrow lehren würden würde er sich dem Niederdrow wohl ganz verweigern." Irael zog die Augenbrauen hoch. ,,Gab er einen Grund an?" Ihre Schwester grinste breit. ,,Er sagte er wäre zwar nur ein Mann aber trotzdem wäre es ungehörig die Worte niederer Sklavenrassen zu gebrauchen. Auch ist er sehr eigen was die Spinnenkönigin angeht, wann immer er sie erwähnt nennt er sie in der Zeichensprache Die-deren-Namen-und-Titel-ich-auszusprechen-unwürdig-bin." Alle lachten.

Aklida schüttelte den Kopf. ,,Heilige Spinne, was für einen Fingerverknoter. Und das macht er wirklich jedes Mal?" Lualyrr nickte. ,,Wirklich. Ich ließ ihn probehalber eines der Gebete vortragen lassen und er tat es jedes Mal auch wenn er sich beinahe die Finger brach." Baltana nahm einen Schluck Wein. ,,Hast du ihn für seine Weigerung ausgepeitscht?" Ein Kopfschütteln. ,,Ach nein, dann würde er es ja lassen und ich könnte mich nicht mehr darüber amüsieren wie er mit hochkonzentriertem Gesicht versucht ja keines der ungehörigen Wörter zu verwenden und die restlichen Kinder total verwirrt dreinsehen weil sie ihn nicht ganz verstehen." Wieder lachten alle als sie sich die Situation bildlich vorstellten. Schließlich zwang Aklida das Grinsen von ihrem Gesicht. ,,Nun gut ich hätte ihn zwar ausgepeitscht aber lassen wir ihm diese Eigenheit." Sie erhob sich und trat auf den Balkon. ,,Zehn Jahre ist Lolths Stille jetzt her und der unsichere Waffenstillstand zwischen uns Lolthiten und den Anderen ist wieder hergestellt. Auch wenn noch nicht alle Verluste ausgeglichen sind so haben wir uns sehr gut erholt." Sie sah zum Zentrum der Stadt.
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