OS: Bitte geh nicht!

KurzgeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Ellen Bannenberg Nikolas Heldt
29.08.2015
29.08.2015
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Einmal vorweg, das ist meine erste Fanfiction, also seid bitte nicht zu streng. Trotzdem bin ich natürlich offen für jede Kritik. Der OS ist aus der Sicht von Heldt verfasst, ich hoffe, er gefällt euch :)




"Tu's nicht", sagte Carlo und schüttelte eindringlich seinen Kopf. Doch ich musste es tun und hielt ihm den Zettel hin, den ich für Ellen geschrieben hatte. Carlo schüttelte erneut den Kopf:"Wenn du schon unbedingt abhauen musst, sag's ihr selbst. Ich mach' das nicht." "Bitte!" Meine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. "Nein." Er blickte mich ernst an und blieb standhaft. Ich stand auf, wandte mich von ihm ab und ging. Den Zettel zerknüllte ich in meiner Hand zu einem winzigen Ball.

Eine Stunde später stand ich vor Ellens Tür. In Windeseile hatte ich alles zusammengepackt, Herrn Grün meine Dienstwaffe und meinen Ausweis auf den Schreibtisch gelegt und nun stand ich vor ihrer Tür und traute mich nicht, zu klingeln. Ich rang mit mir selbst. Sollte ich oder sollte ich nicht? Ich hatte Angst. Ich hatte Angst, Ellen zu verletzen. Schon wieder. Aber dieses Mal würde es anders sein, noch tiefer. Theoretisch könnte ich jetzt einen Zettel schreiben und ihn in den Briefkasten werfen. Aber war das nicht feige? Obwohl, in letzter Zeit war ich oft feige gewesen, immer wenn es ernst wurde, hatte ich einen Rückzieher gemacht. Da kam es jetzt auch nicht mehr darauf an. Ich drehte mich um und wollte die Treppe hinunter gehen,als mich wieder Zweifel überkamen. Ich blieb stehen. "Das ist nicht fair ihr gegenüber! Du, du allein wolltest die Verabredung unbedingt aufrecht erhalten!", schimpfte ich leise vor mich hin und war wütend auf mich selbst. Entschlossen ging ich zur Tür und klingelte. Wischte mir noch einmal mit dem Jackenärmel über's Gesicht und dann hörte ich Ihre Schritte auf der anderen Seite der Tür. Diese öffnete sich fast im gleichen Augenblick und vor mir stand eine strahlende, fantastisch aussehende Ellen. Mir blieb fast die Spucke weg. "Und so eine Frau willst du sitzenlassen?!", schoss es mir durch den Kopf. Sie hatte inzwischen bemerkt, dass etwas nicht stimmte, denn ihr Lächeln war verschwunden. Sie merkte so etwas immer unglaublich schnell, das war eins der Dinge, die ich so an ihr liebte. Aber dieses Mal war es kein Wunder, bei meinem Gesichtsausdruck. "Was ist?", fragte sie mich mit zittriger Stimme, "hast du es dir anders überlegt?" In ihren Augen erkannte ich Unsicherheit und Angst. Verflixt, ich konnte das nicht. Aber sie hatte ein Recht darauf, es von mir zu erfahren. "Ellen...", flüsterte ich. "Nein Nikolas, lass mich jetzt nicht sitzen!" In ihren Augen schimmerten Tränen und ich merkte, wie meine Augen ebenfalls feucht wurden. "Ich muss!", hauchte ich eigentlich nur, mehr gab meine Stimme im Moment nicht her. So kannte ich mich eigentlich gar nicht. Ich sammelte mich etwas:"Frau Holle hat eine E-Mail-Adresse gefunden, die nach Mallorca führt. Anne Lerch war dort, bevor sie hierher kam." Ich sah Ellen an und sie wusste, was ich vorhatte. "Nikolas, ich verspreche dir, dass ich mich darum kümmern werde. Anne Lerch wird nicht einfach so davon kommen. Aber bitte geh nicht! Bitte!" Ich wollte doch auch nicht gehen. Aber ich wollte, nein ich musste heraus finden, wer hinter dem Mord an meinen Eltern steckte. Sonst würde ich nie meine Ruhe finden. Ellen versuchte es noch einmal:"Ich werde alles tun! Alles! Aber dort kannst du auch nichts machen. Diese Typen sind eiskalt. Die machen dich platt, bevor du auch nur 'Mord sagen kannst. Von hier aus haben wir mehr Chancen. Ich werde mich mit den Kollegen auf Mallorca in Verbindung setzen. Aber bitte geh nicht! Das ist zu gefährlich und wenn dir etwas zustößt, würde es mir das Herz brechen. Bitte bleib!" Während ihrer kleinen Rede waren ihr die Tränen nur so über's Gesicht gelaufen. Und auch ich heulte jetzt so richtig. Nein, dieser Frau konnte ich nicht das Herz brechen. Zu stark waren meine Gefühle für sie. Wir sahen uns einfach nur an und in ihren Augen erkannte ich ein Versprechen. Das Versprechen, dass alles gut werden würde. Ich machte einen Schritt auf sie zu, schubste mit dem Fuß die Tür zu und zog sie in meine Arme. Es ging nicht. Ich konnte nicht gehen. "Danke", murmelte sie dicht an meinem Ohr. Ellen hob den Kopf und ich wischte ihr vorsichtig die Tränen aus dem Gesicht. Dann näherten sich unsere Gesichter und endlich, endlich trafen sich unsere Lippen.

Nach einem langen, intensiven Kuss zog sie mich hinter sich her ins Wohnzimmer. Ellen hatte alles wunderschön hergerichtet, Kerzen angezündet und Blumen in eine Vase gestellt, dazu Gläser und Champagner bereitgestellt. Beinahe wäre alles umsonst gewesen. Sie wollte die Flasche nehmen und aufmachen, doch ich kam ihr zuvor. Dann füllte ich unsere Gläser, wir setzten uns auf die Couch und stießen an. "Auf uns", sagte ich leise und lächelte sie an. "Auf uns", antwortete sie und die Gläser klirrten sanft aneinander. Dann tranken wir beide einen Schluck. Sie blickte mich vorsichtig an und meinte:"Ich weiß nicht, was das zwischen uns ist und was das wird, aber ich würde es gerne herausfinden." Ich erwiderte nichts, sondern beugte mich nur zu ihr und gab ihr einen Kuss. "Ich glaube, ich weiß schon, was das ist." Sie schaute nicht allzu erstaunt, so als wüsste sie es auch schon. Ich schaute ihr tief in die Augen:"Ich liebe dich, Ellen!" Sie fing an zu lächeln und antwortete:" Ich dich auch, Heldt!"




Ich hoffe, es war nicht allzu kitschig ;)
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