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Time after Time

GeschichteHumor, Romanze / P16
Florian David Fitz OC (Own Character)
29.08.2015
21.11.2016
45
33.215
3
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17.09.2015 713
 
Bereits als wir den Raum betraten, ging ein Pfeifen durch die Runde. Genervt schüttelte ich den Kopf und verdrehte die Augen, musste aber dennoch grinsen. Kurz stellten wir uns vor, dann begannen wir zu Spielen.
Und der Auftritt war einfach nur genial.
Wir alle gingen deutlich mehr aus uns heraus, tobten zur Musik und versanken im Applaus. Überraschenderweise wurde sogar eine Zugabe gefordert, die wir nur zu gerne gaben.
Dann jedoch geschah es.
Übermütig ging ich nach vorne durch die Menge, als ich mit einem Mal eine Hand auf meinem Hintern spürte. Empört drehte ich mich um und wollte dem Kerl eine knallen, als ich erkannte, wer hinter mir stand. Chris. Bandmitglied.
Warum zur Hölle machte er das?
Als wenn nichts geschehen war, sang ich weiter und beendete den Song professionell. Auch wenn meine Gedanken dennoch kein bisschen bei der Sache waren.
Wir verließen die Bühne und stolperten in Richtung Van. Dabei versuchte ich möglichst viel Abstand zu Chris zu nehmen, klappte aber nicht gut. Chris war urplötzlich neben mir und legte mir seinen Arm um die Taille.
„Lass den Mist...“, knurrte ich und schälte mich aus seinem Griff. Jedoch dachte Chris keineswegs an Aufgeben, nein, er grapschte erneut nach mir.
„Hör auf damit!“, wurde ich nun lauter und schlug seine Hand weg.
„Was zickst du denn jetzt so rum? Vorhin auf der Bühne warst du doch so anhänglich...“, zischte er beleidigt.
Ich roch seine Alkoholfahne.

Und das erste Mal hatte ich ernsthafte Zweifel, ob ich hier wirklich hin gehörte. Hatte Florian womöglich Recht gehabt und die Kerle wollten alles andere als eine Sängerin in ihrer Band? Eher ein Betthäschen?
Ich fühlte mich eklig. Wollte plötzlich einfach nur weg. Zurück nach Deutschland in Florians sichere Arme. Florian. Wenn er wüsste, wie ich sehr ich gerade kämpfen musste, würde er nur den Kopf schütteln. Er würde mir vor Augen halten, dass ich von nun an nie wieder als Erzieherin arbeiten konnte – da mich niemand mehr ernst nehmen würde.
„Chris jetzt behalt verdammt nochmal deine Griffel bei dir oder ich binde sie dir fest“, hörte ich Andy von der Seite sprechen. Er war anscheinend der erste, der Chris' Attacke mitbekommen hatte.

„Sorry, der kennt einfach keine Grenzen mehr, wenn er mal zum Alkohol gegriffen hat“, versuchte er Chris' unmögliches Verhalten zu entschuldigen.
Ich jedoch schüttelte nur den Kopf und ging schneller zum Wagen.
Im Hotel angekommen, ließ ich mich unmittelbar auf mein Bett fallen. Ich wollte den Abend einfach nur aus meinen Gedanken werfen und endlich wieder entspannen.
Ich griff in meinen Koffer und zog einige DVDs heraus. Eine pinke Hülle fiel mir dabei direkt ins Auge. Ich betrachtete genauer das Cover. 'Doctor's Diary' stand in roten Lettern darauf. Darunter waren eine blonde Ärztin, sowie zwei dunkelhaarige Ärzte zu sehen. Wovon der eine... Florian war.
Automatisch kribbelte es wieder in meiner Magengegend. Ich erinnerte mich an unser Gespräch über diese Sendung, durch die er seinen großen Erfolg erlangt hatte.
Ohne groß zu überlegen legte ich sie in das CD-Fach meines Laptops und startete die Videowiedergabe.

Als er das erste mal auf dem Bildschirm erschien, musste ich kurz stoppen und innehalten. Die DVD war 6 Jahre alt, dennoch hatte sich Florian in den Jahren kaum verändert. Lediglich kleine graue Haare machten sich in seinem Bart bemerkbar.
Ich lächelte sanft, dann ließ ich die Serie weiter spielen. Entspannt lehnte ich mich zurück und genoss die Serie. Sie war lustig, ließ mich öfters laut auflachen. Dennoch musste ich mir eingestehen, dass fast 70 % meiner Aufmerksamkeit einzig und allein einem ganz bestimmten Schauspieler galt. Völlig unterbewusst, griff ich irgendwann nach meinem Handy und wählte seine Nummer.
Ich pausierte die Serie und konzentrierte mich voll und ganz auf das Tuten an meinem Ohr. So sehr sehnte ich mich danach, einfach seine wundervolle unverwechselbare Stimme zu hören. Es knackte in der Leitung, dann war ein schnelles Tuten zu vernehmen. Er hatte mich weggedrückt? Meine Hände wurden nervös. Wieso hatte er das getan? Wieso hatte er einfach aufgelegt?
Mit zitternden Händen wählte ich erneut seine Nummer. Mailbox.
Er hatte sein Handy ausgemacht, unmittelbar nachdem ich angerufen hatte.

Ich schmiss das Handy in die hinterste Ecke meines Zimmers. Es überkam mich das ungute Gefühl, dass irgendwas hier ganz gehörig falsch lief. Sollte ich recht behalten?
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