Time after Time

GeschichteHumor, Romanze / P16
Florian David Fitz OC (Own Character)
29.08.2015
21.11.2016
45
33.215
3
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04.09.2015 754
 
„Check it out, going out on the late night
Looking tight, feeling nice, it's a cock fight
I can tell I just know that it's going down tonight
At the door we don't wait cause we know them
At the bar, six shots, just beginning
That's when dickhead put his hands on me
But you see... “

(P!ink – U + Ur Hand)

Noch etwas zögerlich sang ich die erste Strophe, blickte in jedes einzelne Gesicht, um die Reaktionen zu erahnen. Manche blickten von ihrem Bierglas auf und lächelten leicht, wippten den Kopf zu Musik. Die meisten jedoch starrten weiterhin vor sich auf das braune Holz der Tische.
Ich legte etwas Mut in meine Stimme, als ich den Refrain begann. Die zweite Strophe folgte, erneut Refrain. Dann die Bridge, und zuletzt wieder der Refrain.
Etwas enttäuscht blickte ich in die Menge, die immer noch relativ unbeteiligt da saß. Nur wenig Applaus war zu hören, was mich das Mikrophon fester umgreifen ließ. Ich war angespannt. Sehr sogar.
Zaghaft drehte ich mich zu den Jungs um. Alle schauten professionell, doch allein an Chris' Augen konnte ich erkennen, wie enttäuscht auch er war.

Als wir nach dem 7. Song den Auftritt beendet hatten, war die Begeisterung noch lange nicht beim ganzen Publikum angekommen. Klar, einige waren aufgestanden und bewegten sich zur Musik, doch es war bei ihnen ein hoher Alkoholpegel zu verspüren.

Ob es an meinen Outfit lag, dass es wenig Enthusiasmus gab? Ich trug eine Lederjacke, darunter ein weißes Top, dunkle Jeans und Biker-Boots. Die Jungs waren nicht anders gekleidet – alle relativ lässig.
Oder lag es an meinem Gesang? An meiner Körperhaltung? An meinem kompletten Auftritt? Ich hatte keine Ahnung. Das einzige, was ich wusste, war, dass ich mir das alles einfacher vorgestellt hatte.
„Für den ersten Auftritt war es doch ganz okay.“
Andy war neben mir erschienen und hatte seinen Arm um meine Schulter gelegt.
„Ganz okay? Es war schrecklich“, zischte ich, ging dabei schnellen Schrittes weiter Richtung Auto.
„Ach komm. Du musst halt noch etwas aus dir raus kommen. Das wird schon noch“, versuchte er mich zu ermutigen, stoß jedoch auf nicht sehr große Begeisterung.

Gegen Mitternacht betrat ich mein kleines Hotelzimmer . Müde und ausgelaugt ließ ich mich aufs Bett fallen. Ich schloss die Augen, da mir schwindelig wurde von all den neuen Erkenntnissen. Ich dachte an Florian. Was er wohl gerade machte? Bei ihm musste es Tag sein, so viel wusste ich. Genauere Zeitunterschiede hatte ich jedoch nicht im Kopf.
Sollte ich ihn mal anrufen? Oder war das zu aufdringlich? Vielleicht war er ja auch gerade beschäftigt.. Am Drehset, auf einer Premiere oder sonst wo.
Im empfand es immer noch als großen Glücksfall, dass wir uns gefunden hatten. Nach all den großen Strapazen. Es grenzte schon fast an ein Wunder.
Kurzentschlossen warf ich mein Handy wieder zur Seite: Ich würde ihn heute nicht anrufen, frühestens am nächsten Morgen. Müde schlurfte ich ins Bad, machte mich bettfertig und ließ mich wenige Augenblicke in mein Bett fallen.

Am nächsten Morgen verließen wir bereits sehr früh das Hotel und machten uns auf in das nächste Hotel, welches sich am äußeren Rand von Los Angeles befand. Als wir alle unsere Sachen ausgepackt hatten, machten wir eine kleine Sightseeingtour durch die Millionenmetropole. Wir hatten viel Spaß, sodass wir alle gen Abend müde in unserem Hotel ankamen. An Schlaf war jedoch noch nicht zu denken, da wir noch einen Auftritt hatten.
Im Gegensatz zum Tag davor, trug ich heute kurze Ledershorts, ein weißes Top, eine schwarze Weste und hohe Stiefel. Ich wollte testen, ob meine Vermutung wirklich richtig war: dass es beim ersten Eindruck von einer Band hauptsächlich um das Auftreten ging.

Chris pfiff anerkennend, als ich das Hotelzimmer verließ und auf den Flur trat.
„Na wenn wir damit nicht gewinnen weiß ich auch nicht mehr“, meinte er lachend.
„Jaja“, paffte ich nur und lief neben ihm her.
„Willst du einen Schluck? Das vertreibt das Lampenfieber“, fragte er und hielt mir seine Flasche Bier hin.
„Nein danke...“, nuschelte ich, verdrehte die Augen und ging weiter. So eine wollte ich absolut nicht werden.
Mit dem Blick auf die Flasche Alkohol musste ich an meinen letzten Abend mit zu hohem Alkoholpegel denken. Zwei grüne Augen erschienen vor meinem inneren Auge. Florian.

Wie gut, dass er heute nicht hier war, nicht mein Auftreten sehen konnte. Ich konnte sein Kopfschütteln förmlich spüren. Er spielte immer den Moralapostel... dennoch hatte ich mich in ihn verliebt. Verträumt lächelnd folgte ich Chris' schnellem Schritt.
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