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L, warum stellst du mir solche Fragen?

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
L Light Yagami Mello Near OC (Own Character) Watari
27.08.2015
04.08.2017
58
200.043
47
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
25.05.2017 4.491
 
Hallo meine Lieben!
Ja, ich weiß, es ist NICHT Freitag :-)
Da ich morgen leider keine Zeit habe, lade ich das neue Kapitel jetzt schon hoch^^
Ich hoffe ihr habt Verständnis dafür, dass ich kaum noch zum Schreiben komme, im Moment habe ich sehr viel zu tun und auch etwas Stress was Schule und Arbeit angeht.
Ich wünsche euch trotzdem viel Spaß beim Lesen :-)
Lasst mir doch bitte eure Meinung da :-) Es ist wirkt motivierend, wenn ich erfahre wie es euch gefällt *--*

Liebe Grüße, Shinra :-)
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Vor sich hin grübelnd hockte L Lawliet auf seinem angestammten Platz in der Zentrale und kaute auf seinem Daumen herum. Die Ereignisse der vergangenen Wochen brachten ihn wie so oft zum Nachdenken. Doch es war nicht Kira der ihn Sorge bereitete, sondern die jüngsten Geschehnisse. Die Sondereinheit war der Yotsuba-Group auf der Spur, seine Verlobte trug ein Kind unter ihrem Herzen, sein Kind und noch dazu schwebte sie jederzeit in Lebensgefahr.
L wusste was er zu tun hatte.
Doch Etwas in ihm hielt ihn davon ab. Er befürchtete das Falsche zu tun, auch wenn er wusste, dass dies nicht der Fall sein würde.
Dennoch, er wurde das Gefühl nicht los Kiara Yoshida zu hintergehen.
Und wenn der Detektiv eines wusste dann, dass man Kiara Yoshida niemals ungeschoren hinterging. Solch ein Verrat wurde immer bestraft, auf irgendeine Weise.
Seine dunklen Augen huschten einen Moment durch die Zentrale bis sie bei der jungen Schwarzhaarigen verweilten. Analysierend glitt Ls Blick über ihren Körper.
Die junge, schwarzhaarige Frau wirkte erschöpft, hatte leichte, dunkle Ringe unter den Augen und ihre Haut war blasser als sonst. Dazu kam ihr müder Gesichtsausdruck und das ständig unterdrückte Gähnen. L hatte dies in den letzten Tagen nur als zu oft beobachten können. Ihr Zustand gefiel ihm nicht.
Und die kleine, kaum sichtbare Wölbung ihres Bauches war ihm ebenfalls nicht entgangen. Dies bereitete dem schwarzhaarigen Detektiv Sorge.
Seine zukünftige Frau war angreifbar, sein Kind demnach schutzlos.
Er musste für ihre Sicherheit sorge tragen.
>Das wird ihr nicht gefallen.<, sein Ausdruck verfinsterte sich einen Moment. Nicht einmal ihm gefiel sein Vorhaben. Es verstimmte L regelrecht.
Doch die Ereignisse rund um Yotsuba bestätigten dem Detektiv eines. Er musste sich auf Kira konzentrieren, sich nicht mehr ablenken lassen, Kiara Yoshida und sein Ungeborenes mussten in Sicherheit gebracht werden. Erst dann konnte er, L Lawliet, wie eh und je seine Arbeit verrichten, erst dann konnte er so vorgehen wie er es für richtig hielt.

Für einige Augenblicke war es mucksmäuschen still in der Zentrale der Sonderkommission. L Lawliet, Light Yagami, der ehemalige Oberinspektor, Mogi und Matsuda blickten erwartungsvoll auf den riesigen Monitor.
Key hatte es ihnen ermöglicht den Führungskräften der Yotsuba-Group bei ihren geheimen Treffen beizuwohnen. Weddy hatte in aller Stille Wanzen und Kameras insterlliert, ganz nach Keys Vorgaben.
Und wieder einmal war er, L Lawliet, Zeuge der hervorragenden Arbeit des weiblichen Pseudonyms geworden.
"Gut, die Sitzung kann beginnen!", drang es laut verkündent durch die Lautsprecher.
Seine dunklen, von Augenringen gezeichneten, Augen richteten sich umgehend auf den Sprecher. Einer der Yotsuba-Männer.
Wer auch sonst.
"Es sind gar nicht Acht, es sind nur Sieben. Das bedeutet...", die aufgeregte Stimme Light Yagamis drang an seine empfindlichen Ohren.
"Das es den Achten vermutlich erwischt hat.", beendete L den Satz des Jungen, der noch immer an ihn gekettet war.
Es war eine Tatsache, einer dieser Männer musste Kira sein. Und dieser Mann hatte seinen Kollegen ermordet.
"Meine Herren, es geht einmal wieder darum, festzulegen wer zum Wohle unseres Konzerns als nächstes umgebracht wird.", drang es erneut aus den Lautsprechern des Monitors. Die Stimme klang sachlich, ruhig und äußerst geschäftlich.
Für Yotsuba war es auch nicht mehr. Nur ein Geschäft.
Um ihn herum vernahm L die überraschten und durchaus verblüfften Laute der Sonderermittler.
Dies war zu erwarten gewesen, er gab dem keinerlei Beachtung.
"Hören SIE?! Es ist wie ichs gesagt habe!", die laute, aufgebrachte Stimme Matsudas ertönte in der Zentrale.
Der junge Polizist behielt Recht. Er hatte es gesagt. Doch nun hatte L auch den Beweis, doch dies genügte nicht. Nicht um Kira dingfest zu machen.
>Verdammt. Wenn das so weiter geht...<

Weiterhin tief vor sich hin grübelnd hockte L Lawliet weiterhin in der Zentrale.
Es war finster.
Nur der seichte Schein der Monitore sorgte für ein wenig Licht, welches auf die reglose Gestalt des Detektives fiel. Beinahe machte es den Anschein als würde er schlafen, doch seine starr auf den Boden gerichteten Augen sprachen dagegen.
Von seiner rechten Seite ertönte das Geräusch regelmäßiger Atemzüge.
Light Yagami war auf seinem Stuhl eingeschlafen, mit verschränkten Armen und friedlichen Gesichtsausdruck.
L beachtete den Jungen nicht weiter.
Seine Gedanken hatten sich stattdessen auf die neueste und durchaus plausible These Lights fokussiert.
>Mit seiner Theorie könnte Light tatsächlich richtig liegen. Kiara Yoshida und Kira, ein und dieselbe Person... zu Anfang hielt ich es für unmöglich, doch mittlerweile...<, sein Daumen lag wie so oft an seinen Lippen.
>Sie war von Anfang an am Kira-Fall beteiligt. Hat einen bemerkenswerten Verstand und große Einsicht in die Psyche Kiras. Key besitzt Zugriff auf sämtliche Straftakten der Welt, an Namen und Fotos der Opfer konnte sie spielend einfach herankommen.<
Ls dunkle, von Augenringen geprägten, Augen huschten einen Moment umher, dann fixierten sie sich wieder auf einen unsichtbaren Punkt auf dem Boden.
>Ihre Fähigkeiten sich zu verstellen, ihre Gefühle zu verbergen oder aber offen zur Schau zu tragen, helfen ihr dabei den Verdacht von sich zu weisen. Ihr Umgang mit Menschen und die Manipulation derer ist ein weiteres Indiz für Lights Theorie. Desweiteren hat sie sich so sehr auf Light als Kira versteift, das es beinahe so wirkt, als wolle sie ihm all diese Morde anlasten.<
Der ruhige Atem des jungen Yagamis war zu einem Hintergrundgeräusch der Zentrale geworden. Der schwarzhaarige Detektiv beachtete es nicht.
>Dennoch... ich bin mir nicht sicher, ob Kiara Yoshida zu solch einer Tat fähig wäre. Wozu würde sie jahrelang ausgewählten Kriminellen das Leben retten? Nur um sie anschließend zu ermorden? Nein, das ergibt keinen Sinn. Es ist zu viel Arbeit und das Risiko gefasst zu werden stieg in jedem Jahr ihrer Machenschaften an. Dies allein ist Beweis genug um sie von dem Verdacht Kira zu sein freizusprechen.<
L blickte auf.
Nur einen Moment.
War dies tatsächlich ein Beweis?
Oder hinderten ihn seine Gefühle daran die Wahrheit zu erkennen?
Der Detektiv konnte dies nicht mit Gewissheit bestimmen und so verfestigte sein Beschluss sich.
Er konnte nicht klar denken, wenn Kiara Yoshida auch nur in unmittelbarer Reichweite zu ihm war. Dies musste sich ändern.
So schnell wie möglich.

Einige wenige Tage später hatte L Lawliet es sich in seiner eigenen Suite bequem gemacht. Nur mit einem Stück Kuchen und mit einer Gabel bewaffnet, wartete er auf das weitere Geschehen. Light Yagami wurde währenddessen, wie schon einige Male zuvor, von Kanzo Mogi überwacht.
Dieser Umstand machte L nichts aus. Er genoss die Ruhe, die damit einherging. Die Einsamkeit.
Und so wartete er.
Auf einem bequemen, ledernen Sessel sitzend.
"L, es ist an der Zeit.", mit ruhiger Stimme und scheinbar entspannt schritt Quillsh Wammy auf ihn zu. Doch der Schein konnte trügen. Der schwarzhaarige Detektiv wusste dies. Hinter Wataris gefasster Fassade versteckte sich eine Anspannung, wie er sie selten erlebt hatte.
Sowohl ihm, als auch dem älteren Herren hatten Light Yagamis neueste These, bezüglich Kira und Kiara Yoshida nicht gefallen.
L wollte nicht weiter darüber nachdenken. Das hatte er zu genüge getan. Und so entschied er sich einfach, dass Thema vorerst zu beenden. Er hatte ohnehin anderes im Sinn.
Es blieb einige Minuten still, der Schwarzhaarige ließ seinen Blick kurz durch seine Suite wandern, bis seine Augen wieder Quillsh Wammy taxierten.
Der ältere Mann lächelte den Detektiv an.
"Hast du es?", durchbrach dann endlich L die Stille.
Er war neugierig, ob sein Mentor tatsächlich erfolgreich gewesen war.
Dieser steckte seine rechte Hand nur einen Augenblick in seine Jackettasche und beförderte dann eine samtene Schachtel hervor.
Fordernd streckte der Detektiv seine Hand aus, er wollte selbst begutachten, was darin war.
Und so öffneten seine blassen Finger den Deckel und hoben das kleine Schmuckstück heraus.
Es war ein Ring aus reinem Silber, der einzig und allein von einem einzelnen, weißen Diamanten geschmückt wurde. Er war schlicht und einfach. Genau passend für seine zukünftige Trägerin.
Mit spitzen Fingern untersuchte der Detektiv das Schmuckstück weiter. Er erblickte Das, was er gesucht hatte. Eine Gravur.
L Lawliet
Es war sein Name. Mehr nicht. Nur sein Name.
Doch dies sollte seiner zukünftigen Frau genügen. Dieser eine Ring war nicht einfach nur ein Schmuckstück. Es war ein Verlobungsring, ein Versprechen, sein Vertrauen und im gleichen Zuge ein Beweis. Nur zwei Menschen wussten um seine wahre Identiät. Quillsh Wammy und Kiara Yoshida.
Und nun war die Zeit gekommen seinen Plan in die Tat umzusetzen.

Angespannt abwartend beobachtete L Lawliet seine Verlobte dabei, wie sie mit ruhigen Schritten und einer neugierigen Miene, seine Suite betrat.
Seine dunklen, von starken Augenringen geschmückten, Seelenspiegel glitten einmal analysierend über ihren schlanken Körper. Die leichte Wölbung ihres Bauches war kaum zu sehen, unter dem weiten, lässingen, schwarzen Shirt mit weißen Aufdruck. Die Beine der Schwangeren steckten in einer dunklen Jeggings, in dessen Taschen das weibliche Pseudonym wohl Bonbons versteckt hielt.
L konnte das leise Knistern des Papiers, durch ihre Bewegungen verursacht, sehr wohl hören.
Ihre blassen Füße steckten wie gewohnt in Sneakern, sodass die junge Frau einen bequemen Gang hatte. Ihre Haare hatte sie sich ganz einfach zu einem Zopf gebunden, damit diese sie nicht störten.
An ihrer Mimik konnte der Detektiv eines ganz eindeutig ablesen.
Kiara Yoshida wusste nicht weshalb er sie zu sich bestellt hatte. Es schien ihr ein Rätsel zu sein.
Doch ihm genügte es, dass er es wusste.
"Du wolltest mich sprechen, L?", ihre ruhige, dennoch neugierig klingende Stimme, riss ihn aus seiner Analyse.
Seine dunklen Iriden fixierten ihre grünen.
L unterdrückte den Impuls seine Hand in seine Tasche wandern zu lassen, in der die Schachtel mit dem Ring steckte. Er wollte zunächst mit ihr in aller Ruhe sprechen und sein nächstes Vorhaben nicht Ankündigen, in dem er eine samtene Schachtel hervorzog.
Der Schwarzhaarige wusste, eine verräterische Bewegung seinerseits und das weibliche Pseudonym wusste bescheid. Sie analysierte ihn, so wie er sie ständig analysierte.
Es war einer ihrer "Marotten", wie es ein gewöhnlicher Mensch formulieren würde.
"Ja...", kam ihm endlich eine Antwort über die blassen Lippen.
Seine wage Aussage schien der jungen Frau nicht zu genügen, denn sie zog nur fragend eine ihrer Augenbrauen in die Höhe.
Sie wartete offensichtlich darauf, dass er weitersprach, denn Kiara schwieg.
Ebenso L.
Er hielt sie nur mit seinem Blick gefangen.
Minuten vergingen, in denen keiner ein Wort sagte.
Sie blickten sich einfach an, jeder auf der Suche nach Antworten.
Dann seufzte die Schwangere kaum merklich auf. Sie schien die Geduld zu verlieren.
"Und?..."
"Und, was?...",seine monotone Stimme schien den imaginären Faden ihrer Geduld zu zerschneiden, denn keinen Augenblick später nahm das Gesicht seiner Verlobten einen dunklen, roten Ton an.
"Wie, und was?! Du wolltest mich doch sprechen! Nicht umgekehrt!"
"Warum so gereizt?"
L wollte testen wie weit er in ihrem Zustand gehen konnte. Wann hatte er schon einmal die Gelegenheit Kiara Yoshida in Schwangerschaft zu analysieren?
"ICH BIN NICHT GEREIZT!"
Trotz der Lautstärke, die von der jungen Frau ausging, blieb sein neutraler Gesichtsausdruck bestehen.
>Faszinierend.<, mit einem schiefen und durchaus skuril anmutenden Lächeln legte der Detektiv seinen Kopf schief.
Keine Sekunde später vernahm er, wie Kiara tief durchatmete und die Augen schloss. Sie begann sich zu beruhigen.
"Watari sagte mir, du wolltest mich sprechen. Unter vier Augen und ohne mögliche Zuhörer... Hier bin ich... Also, worum geht es?"




Unfassbar, wie schnell sie aus der Fassung zu bekommen war.
L Lawliet hatte keine drei Minuten dafür benötigt.
Doch darüber sollte Kiara sich nun tatsächlich keine Gedanken machen. Der schwarzhaarige Detektiv wollte etwas mit ihr besprechen, etwas wichtiges, wie es ihr schien.
Der jungen Schwangeren war aufgefallen, dass ihr Gegenüber sich viel Mühe gab, sich nicht durch Mimik oder Gestik zu verraten.
L Lawliet wirkte wie eine Statue.
Und diese Tatsache beunruhigte sie zutiefst.
Die junge Frau wartete auf eine Antwort seitens L, dieser musterte sie weiterhin still. Doch Kiara ließ es über sich ergehen, sie geduldete sich. Auch wenn ihr dies überaus schwer viel.
Nach einigen, weiteren stillen Minuten kam Bewegung in den Mann.
Der Jahrhundertdetektiv verlagerte sein Gewicht.
"Ich habe dich hierher bestellt, um ein wichtiges Thema zu besprechen. Aber ich bin mir sicher, dass du dies bereits schon aus meiner Gestik und Mimik entnommen hast.", seine monotone, geschäftige Stimme gefiel der jungen Frau überhaupt nicht. L Lawliet verschloss sich vor ihr, zeigte keinerlei Gefühle und anderweitige Regungen. In Anbetracht ihrer Beziehung erschien ihr dies als überaus seltsam.
Was war geschehen?
Gab es neue Hinweise auf Kira?
Aber dies hätte man ihr mitgeteilt, oder?
Kiara Yoshida begann mit ihren Grübeleien. Sie wusste einfach, dass etwas nicht stimmte. Sie zwang sich dazu, sich auf L zu konzentrieren.
"Natürlich...", sie verfiel wieder in Schweigen. Der Detektiv legte einmal mehr seinen Kopf schief.
Er wartete offensichtlich auf weitere Worte ihrerseits.
"... allerdings stört mich dein Verhalten mir gegenüber. Dafür, dass ich deine Frau werden soll vehälst du dich merkwürdig distanziert."
"Auf Grund einer neuen These im Fall Kira, bleibt mir keine andere Wahl, als mich dir gegenüber so zu verhalten, wie ich es eben tue...", der schwarzhaarige Detektiv legte eine Pause ein, biss sich auf den Daumen und blickte die junge Frau mit stechendem Blick an.
>Eine neue These im Kira Fall? Was hat das mit seinem Verhalten mir gegenüber zu tun?<
Grübelnd runzelte Kiara die Stirn.
"Ich denke, du wirst es verstehen, wenn ich es dir erläutert habe.", seine monotone Stimme ließ das weibliche Pseudonym erneut aufseufzen.
>Dann hat es also etwas mit mir zu tun... Mir gefällt diese Entwicklung nicht. Irgendetwas muss geschehen sein. Irgendetwas, von dem ich keine Kenntniss besitze.<
Kiara Yoshida zwang sich erneut dazu ihre Konzentration auf L zu richten. Er würde ihr schon alles erklären, da war sie sich sicher.
"Welche These?", ihre Stimme klang hohl, weit entfernt. Ein mulmiges Gefühl machte sich in ihr breit.
"Es kam der Verdacht auf, dass..."
Ls Augen durchbohrten ihre, fesselten sie und studierten ihre Reaktionen. Sein Blick gefiel ihr ganz und gar nicht.
"Dass?", sie war angespannt.
"...dass du Kira bist. Daf..."
"WAS?!", ihre donnernde Stimme hallte durch die geräumige Suite.
Ihr Verlobter blickte ihr nur entgegen, ohne das Gesicht auch nur einen Millimeter zu verziehen.
"Für diese These gibt es durchaus Indizien die dafür sprechen..."
"Natürlich gibt es die! Wie sollte es die auch nicht geben!!! Verdammt! L! ICH BIN NICHT KIRA!", unterbrach Kiara den Detektiv erneut.
Es war untypisch für die junge Frau jemanden nicht aussprechen zu lassen. Doch sie war fassungslos. Wütend auf diese lächerliche Annahme.
Wie konnte dieser Mann nur, nach all dem was er über sie wusste, annehmen, dass sie Kira war? L Lawliet kannte sie doch! Er hatte sie gebeten ihn zu heiraten! Sie erwartete ein Kind von ihm! Wie kam dieser überaus intelligente Mann nur auf diese Idee?
Ihr Atem beschleunigte sich, ihre Gedanken rasten.
Sie suchte nach Antworten und die junge Frau glaubte schon zu wissen, wer diesen Gedanken in L Lawliet gesät hatte.
"Light Yagami...", es war nur ein Flüstern, welches über ihre Lippen kam. Es konnte nur so sein, nur dieser junge Mann konnte sich solch eine These GEGEN sie zusammen spinnen.
"Von wem diese These schlussendlich ausging ist nicht wichtig, Kiara. Wichtig ist nur, dass sie handfeste Indizien hat."
"Handfeste Indizien. Die gibt es auch in der Theorie, dass Light Yagami Kira ist."
"Das ist korrekt. Aus diesem Grund habe ich ein Auge auf euch beide..."
"Wie?... Wie kannst du nur nach all dem denken, ich sei Kira? Du kennst mich... Du hast mich gebeten dich zu heiraten... Ich trage dein Kind unter meinem Herzen... Also... wie?", ihre Stimme wurde brüchig, Tränen stiegen der jungen Frau in die Augen.
Kiara Yoshida drehte ihm den Rücken zu, sie wollte nicht, dass er sie weinen sah. Sie konnte seinen Anblick nicht mehr ertragen. Zu groß saß der Schmerz.
L Lawliet hatte sie verletzt. Auch wenn das weibliche Pseudonym der These, sie sei Kira, folgen konnte. Sie sogar nachvollziehen konnte. Doch wie konnte er ihr nur so etwas antun? Ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen, einen Schluchzer unterdrückend presste sie ihre Hand auf den Mund. Der Schwangeren wurde übel.
"Ich traue dir diese Mordserie nicht zu, Kiara...", Ls Stimme hatte einen sanften, beruhigenden, aber dennoch aufklärenden Ton angenommen.
Verwirrt drehte sich die junger Frau herum und zwang sich dazu in seine dunklen Seelenspiegel zu blicken.
"Wieso sagst du dann solch furchtbare Dinge?"
Der Detektiv legte erneut den Kopf schief.
Noch immer konnte Kiara keine Regung erkennen, noch immer versteckte L seine Gefühle und Ansichten vor ihr. Er wirkte vollkommen emotionslos.
"Betrachtet man den Mord an Paolo Peres, den du begannen hast, und deine anschließende Reaktion auf das Wissen, dass du ein Leben bereitwillig genommen hast, dann ist es auszuschließen, dass du Kira bist..."
Nach seinen Worten blieb es einige Zeit lang still.
Kiara wusste, L war noch nicht fertig.
"Aber?"
Was vermutete der Detektiv?
Was ging in seinem Kopf vor, dass er sie nur eine Weile lang schweigend musterte.
"Es gibt eine zweite, durchaus plausible Erklärung."
Wieder wurde es still. Die Schwarzhaarige wusste nicht, ob sie die folgenden Wörter hören wollte. Doch wie sonst sollte sie erfahren, worum es ging?
Wie sonst hätte sie ihr Ungeborenes schützen sollen?
Es gab nur diesen einen Weg.
Sie musste erfahren, was L Lawliet dachte.
Was er über sie dachte.
"Sprich weiter.", erneut flüsterte sie. Zu mehr war sie nicht mehr im Stande.
"Du bist eine gute Schauspielerin. Planst deine Züge vorausschauend und ins kleinste Detail. Niemanden gelang es, das Pseudonym Key an die Oberfläche zu zerren und die Maske herunter zu reißen. Du verfügst über großes Wissen und bist dazu im Stande auf Beziehungen einzugehen und sie zu halten. Du wirkst normal. Wie ein gewöhnlicher Mensch. Dennoch fiel es dir nicht schwer einen Mann zu töten, der dich hinterging. Du schienst es sogar vergessen zu haben, nur um dann im richtigen Moment tiefe Reue zu zeigen. Doch war diese Reue echt? War dein Schmerz tatsächlich real? Oder spieltest du nur eine Rolle, die du schon lange zuvor plantest?", seine monotonen Worte drangen zu ihr durch, sackten ab und erreichten ihre tiefsten Gehirnwindungen.
Kiara Yoshidas Gehirn arbeitete auf Houchtouren.
Es dauerte keine Minute, da schien es "klick" zu machen.
Fassungslos starrte die junge Frau den Boden an. Erneut entwichen Tränen ihren Augen, die voller Schmerz zu sein schienen.
"Du denkst, ich sei eine...", sie brachte es nicht fertig. Dieses eine Wort wollte ihr nicht über die Lippen kommen.
"Psychopathin?", erklang seine Stimme.
Geschockt fiel ihr Blick erneut auf L.
Noch immer wirkte er wie die Ruhe selbst.
"Es liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Ja.", seine nächsten Worte versetzten ihr einen Stich.
Sie spürte wie er ihre Regungen und Empfindungen studierte, doch Kiara wusste: Sollte L tatsächlich von dieser Annahme, sie sei eine Psychopathin, ausgehen, dann würde er ihre Gestik und Mimik kaum glauben schenken.
>Psychopathen sind Meister darin Gefühle zu schauspielern. Also wie? Wie kann ich ihn davon überzeugen, dass er falsch liegt? Wie kann ich ihn nur von der Echtheit meiner Gefühle, besonders für ihn, überzeugen?<, fieberhaft dachte die Schwangere nach, doch ihr wollte keine Lösung einfallen.
"Das kann nur die Zeit.", als ob er ihre Gedanken gelesen hätte, beantwortete der Detektiv ihre unausgesprochenen Fragen.
"Und was nun?"
Ob sie seine Antwort tatsächlich hören wollte, wusste die Schwarzhaarige erneut nicht. Ihr war übel, ihr Herz schmerzte und sie war müde. Das war alles, was die junge Frau wusste.
Kiara Yoshida beobachtete L dabei, wie er etwas aus seiner Hosentasche zog. Nach genauerem Betrachten erkannte sie eine, in Samt eingeschlagene, quadratische Schachtel.
Sie begriff nicht.
Auffordernd wurde ihr die kleine Schachtel entgegen gehalten, in Ls dunklen Iriden lag eine gewisse Neugier, die auch sie neugierig werden ließ. Und so streckte die junge Schwangere zitternd ihre Rechte aus und umschloss mit kühlen Fingern das Kästchen.
Ohne ihren Blick von L zu nehmen öffnete sie dieses.
Seine Augen bohrten sich in ihre. Schienen auf den Grund ihrer Seele zu blicken.
"Gefällt er dir?", seine ruhige Stimme schwenkte ihre Aufmerksamkeit endlich um. Ihre grünen Augen erblickten reines Silber, welches zu einem schmalen Ring geformt worden war. Eingefasst in der Mitte funkelte ihr ein weißer, kleiner Diamant entgegen.
Ihr stockte der Atem.
War es etwa das, wofür sie es hielt?
"Ein Verlobungsring?"
"Offensichtlich. Es ist immer noch Brauch der Braut einen Ring zur Vermählung zu schenken. Ganz gleich, ob ich vermute, dass sie Kira ist oder nicht.", der Klang seiner Worte ließ sie erneut aufsehen. Der Detektiv und Vater ihres Kindes lächelte sie seicht an. Versteckte nicht länger seine Gefühle für sie vor ihr.
Erneut an diesem Tag suchten sich Tränen ihren Weg hinab.
Obwohl Kiara Yoshida verletzt und gekränkt war, ob der Worte Ls, so war sie auch glücklich. Diese Geste, diese eine kleine Aufmerksamkeit, bedeutete ihr so viel mehr als alles andere.
"Er ist wunderschön.", mit diesen Worten hob sie das Schmuckstück vor ihr Gesicht und betrachtete es eingehender. Dabei fiel der jungen Frau dann auch die Gravur auf der Innenseite auf.
>L Lawliet<
Sie lächelte seicht und steckte sich den Ring an ihren Finger. Er passte perfekt, saß nicht zu locker, nicht zu eng. Er fühlte sich richtig an.
Warme Hände ergriffen ihre Kühle, an der nun das silberne Geschmied steckte.
Kiara blickte erneut auf, in dunkle Seelenspiegel, die sie voller Liebe anzusehen schienen.
Es dauerte keine Sekunde und sie begriff, dass L Lawliet noch nicht alles gesagt hatte.
"Deine nächsten Worte werden mir ebenso wenig gefallen. Habe ich Recht?", erneut wagte sie es nur zu flüstern. Ihr Verlobter trat einen weiteren Schritt auf sie zu, der Geruch von Zucker und Süßigkeiten stieg ihr in die Nase.
"Nein. Werden sie nicht."
Ergeben schloss sie die Augen.
>Sehr viel schlimmer kann es ohnehin nicht mehr kommen.<
"Dann sprich sie nicht aus.", es war nur eine Bitte, doch Kiara wusste auch so, dass L dieser nicht nachkommen würde. Entweder weil er nicht konnte oder wollte.
"Du weißt, dass mir keine andere Möglichkeit bleibt. Ich würde sie nicht einmal in Erwägung ziehen, wenn es nicht von solcher Dringlichkeit wäre.", seine Stimme hatte einen ernsten Ton angenommen. Jede Distanz zu ihr war gewichen, wie die Schwangere erleichtert feststellte. Seine These, Lights These, bezüglich ihr und Kira, hatte nichts an seinen Gefühlen für sie verändert.
Darüber konnte sie nichts weiter als Glück empfinden.
"Ich muss dich darum bitten, obwohl..."
"Es keine Bitte an mich ist, sondern eher ein Befehl.", vollendente sie den Satz des Detektives.
L Lawliet schwieg.
"Was soll ich tun, L?"
Sie wollte nicht fragen, doch sie musste es tun. Denn Kiara spürte, dass es dem Mann den sie liebte nicht leicht fiel, seine nächsten Worte auszusprechen.
"Verlasse die Sondereinheit. Ziehe dich zurück und tauche unter. Verrate niemanden wohin du gehst. Nicht einmal mir.", wieder erklang Monotonie in seiner Stimme.
>Was sagt er da?!<, fassungslos wollte die junge Frau einen Schritt zurück setzen, doch der Jahrhundertdetektiv verhinderte dies.
"Wieso?!"
Sie war wütend. Wieso wollte er nur, dass sie ihn verließ?! Dass sie die Ermittlungen verließ?!
"Nicht mich sollst du verlassen, das würde nicht einmal ich zulassen...", fing der Schwarzhaarige an zu erklären. Doch Kiara unterbrach ihn sogleich.
"Und wieso sollte ich dann die Ermittlungen verlassen?! Was hast du vor? Wenn ich Kira sein sollte, so wie du es vermutest, dann solltest du mich doch im Auge behalten! Oder etwa nicht?!"
Das ergab doch alles überhaupt keinen Sinn!
Was ging nur im Kopf des Detektives vor?
Ihr Herz begann zu rasen, erneut fing Kiara an zu zittern. Sie war wütend.
Doch ein Kuss auf ihre Stirn besann sie zur Besinnung.
Es war eine höchst ungewöhnliche Geste, die der Detektiv ihr schenkte.
"Wenn du nicht Kira bist, dann gibt es auch keinen Grund dich im Auge zu behalten. Mein Hauptaugenmerk liegt noch immer auf Light. Doch es fällt mir schwer mich zu konzentrieren, wenn du in Gefahr bist getötet zu werden. Kiara, du darfst jetzt nicht mehr nur alleine an dich denken. Du trägst ein Kind unter deinem Herzen. Es braucht deinen Schutz. Es braucht eine Mutter. Es braucht dich."
"Aber..."
"Verlasse die Sondereinheit. Halte dich aus den Ermittlungen raus. Wenn Kira gefasst ist, werde ich dich finden. Ich verspreche es."
"Es braucht doch aber auch einen Vater...", einen letzten Versuch war es wert, den Detektiv umzustimmen, ihre Stimme erklang leise in der großen Suite.
"Ich weiß zwar nicht wie man als Vater zu sein hat, doch ich bin mir sicher, dass ich es lernen kann. Mit etwas Unterstützung versteht sich. Bis dahin wirst du es auch alleine schaffen, Kiara."
Sanft schlossen sich seine Arme um sie und gaben ihr den Halt, den die junge Frau in diesem Moment so dringend benötigte.
"In Ordnung... Aber bitte... Bitte lass mich nicht allein...", ihre Tränen benetzten sein weißes Shirt. Kiara Yoshida fürchtete sich, sie fürchtete sich vor der Zukunft.
Was, wenn L Kira nicht schlagen konnte, nicht würde?
Was, wenn er niemals zu ihr zurück kehrte?
Was, wenn sie sich das letzte Mal sahen? Wenn sie sich das letzte Mal in den Armen hielten? Wenn sie das letzte Mal miteinander sprachen? Was, wenn das ihr letzter Streit gewesen war?
"Ich halte mein Wort. Wir werden uns nicht das letzte Mal sehen. Das Verspreche ich dir.", seine sanften Worte überzeugten die junge Frau. Sie glaubte ihm, schenkte ihm all ihr Vertrauen.
"Ich liebe dich, L Lawliet. Auf ewig."
Was, wenn sie ihm damit das letzte Mal sagte, dass sie ihn liebte?
Was, wenn sie ihm diese Worte nie wieder sagen konnte?
"Ich liebe dich, Kiara Yoshida.", seine liebevoll gesprochenen Worte ließen sie weinen. Schluchzer entrangen ihrer Kehle.
Niemals zuvor hatte L Lawliet diese Worte in den Mund genommen. Niemals zuvor hatte er ihr so mitgeteilt, dass er sie liebte.
Was, wenn er das nie wieder tun würde?
Was, wenn sie es nur dieses eine Mal von ihm hören würde?
Was würde geschehen, wenn sie auseinander gerissen würden?
Was würde geschehen?
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