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L, warum stellst du mir solche Fragen?

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
L Light Yagami Mello Near OC (Own Character) Watari
27.08.2015
04.08.2017
58
200.043
47
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
07.04.2017 3.205
 
Hallo meine Lieben!
entschuldigt die lange Wartezeit, aber ich stecke mitten in meiner Ausbildung. Das heißt ich bin arbeiten und habe gleichzeitig noch Berufsschule ._.
Ich gebe mir Mühe mit dem Schreiben und hoffe ihr nehmt es mir nicht übel, wenn es mal länger dauert :-)
Viel Spaß und liebe Grüße,
Shinra ^^
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Zähneknirschend tat Kiara Yoshida das Einzige, was ihr in diesem Moment als richtig erschien.
Sie hackte sich einmal mehr in fremde Computersysteme ein.
Das Netzwerk der japanischen Polizeibehörde war ein besonders einfaches Ziel. Es kostete der jungen Schwarzhaarigen keine Anstrengung.
Dem weiblichen Pseudonym war es schnell gelungen entsprechende Überwachungssyteme einzuschleusen.
Alles was die Polizeibehörde tat, alles was sich auf den Revieren abspielte, konnte sie beobachten.
Es war lächerlich.
Ihre grünen Seelenspiegel ruhten auf dem Desktop. Vor ihr spielte sich nicht besonders viel ab.
Das Polizeipräsidium lag ruhig vor ihr, viele der Computer waren einfach ausgeschaltet, staubten vor sich hin. Einige wiederrum waren eingeschaltet, auf diesen wurde meistens gespielt, doch keiner der dort Anwesenden schien zu arbeiten.
>Das ist also aus der japanischen Polizei geworden. Gelangweilte Männer und Frauen denen die Hände gebunden sind. Menschen die zu Kiras Fußmatten abkommandiert wurden.<, fassungslos schüttelte sie ihren Kopf.
"Calypso. Statusbericht.", ihre ruhige Stimme drang durch die Stille ihres Zimmers.
"Fünfundachtzig Prozent der vorhandenen Computer sind ausgeschaltet. Fünfzehn Prozent laufen mit minimaler Leistung. Es sind keine Aktivitäten bezüglich des Kira-Falles festzustellen.", die synthetische Stimme ihrer VI antwortete ihr.
Kiara seufzte.
Das durfte doch alles nicht wahr sein!
"Key, das Netzwerk des Polizeipräsidenten Kitamura ist gerade online gekommen. Eine direkte Kontaktaufnahme ist nun möglich."




Wie gebannt starrte L auf die vielen Monitore in der Zentrale.
So wie es der Rest ebenfalls tat.
Vollkommene Stille herrschte.
Die Polizisten der Sondereinheit, Watari, Light und L konnten gar nicht anders. Mit angehaltenem Atem verfolgten sie das Schauspiel.
Seine Verlobte, Kiara Yoshida, Key, hatte sich ohne sichtliche Mühe in die Systeme der japanischen Polizeibehörde gehackt. Sie überwachte sie. Jeden Schritt den die Polizei unternahm, jeder Satz wurde von ihr überwacht.
Einmal mehr konnte der Detektiv Keys Arbeit bewundern.
Sie hatte sich über die Jahre hinweg ein Netzwerk aufgebaut, ein vielschichtiges und unüberschaubares Netzwerk. Nicht einmal er wusste, wie umfangreich dieses Netz war.
>Unfassbar.<
"Key, das Netzwerk des Polizeipräsidenten Kitamura ist gerade online gekommen. Eine direkte Kontaktaufnahme ist nun möglich.", die synthetische Stimme der VI Calypso tönte aus den Boxen.
Dass Key solch eine VI besaß, wusste L Lawliet bis dahin noch nicht einmal.
Er wusste was nun unweigerlich kommen würde. Er hatte es bereits gewusst, als Kiara aus der Zentrale gestürmt war.
Die junge Frau war wütend gewesen, aufgebracht.
"Was hat sie vor?", Lights leise, fragende Stimme drang in seine Ohren. Der schwarzhaarige Detektiv wusste, diese Frage war an niemanden gerichtet, Light Yagami stellte sie sich selbst. Doch für L war es offensichtlich was Key vor hatte.
"Stelle die Verbindung her, Calypso.", die ruhige, kühle Stimme seiner Verlobten jagte dem Detektiv einen kalten Schauer über den Rücken.
"Verbindung wird hergestellt. Kontaktaufnahme erfolgt in zwanzig Sekunden."
Die Zeit bis zur besagten Kontaktaufnahme mit Kitamura zog sich wie zäher Kaugummi dahin.
Jeder der Anwesenden schien die Luft anzuhalten.
10.
>Kiara, tue nichts was du hinterher bereust.<
9.
>Tue nichts, dass mich dazu zwingt einzuschreiten.<
8.
>Mache keinen Fehler.<
7.
>Lasse nicht zu, dass Key erneut eine Chance erhält.<
6.
>Dieses Mal könntest du sie nicht besiegen.<
5.
>Nicht, ohne ein Opfer zu bringen.<
4.
>Beherrsche dich.<
3.
>Denke über deine Worte nach.<
2.
>Bedrohe Kitamura nicht.<
1.
>Bedrohe nicht sein Leben.<
Die zwanzig Sekunden waren abgelaufen, Ls Gedanken überschlugen sich. Seine dunklen Augen lagen auf den unzähligen Monitoren. Er sah, wie eine Verbindung aufgebaut wurde. Er sah den schwarzen, altmodischen Schlüssel.
L sah, wie Kitamura der Kontaktaufnahme zustimmte. Gezwungen war dieser Verbindung zu zustimmen.
Die Zeit war gekommen.
Der Schwarzhaarige wusste, Kiara würde explodieren.
"Koreyoshi Kitamura, hier spricht Key... Wir sollten uns einmal unterhalten.", die Stimme des weiblichen Pseudonyms erklang ruhig. Schon allein diese Tatsache verursachte L Schmerzen.
"Key, was verschafft mir die Ehre?", der Polizeipräsident klang verärgert.
"Das wissen Sie nicht? Ich dachte, dass sei offensichtlich... Aber gut, nicht jeder Mensch kann sein Gehirn benutzen, Sie sind gewiss nicht der Erste.", voller Spot kamen diese Worte über Kiaras Lippen, L hörte es genau heraus.
Sie war tatsächlich sehr verärgert.
"WAS TUT SIE DENN DA?!", keinen Moment später erreichte die aufgebrachte, fassungslose Stimme Soichiro Yagamis seine Ohren.
"Sie tritt für Sie ein, meine Herren."
"WIE KÖNNEN SIE ES WAGEN, KEY?! SO MIT MIR ZU SPRECHEN?! ICH BIN DER PRÄSIDENT DER JAPANISCHEN POLIZEI!!!", donnernt dröhnte die Stimme Kitamuras durch die Zentrale.
Wieder einmal wurde die Luft angehalten.
"Ach? Tatsächlich? Gehört es jetzt zu Ihren Aufgaben den Schwanz einzuziehen?"
"WIE BITTE?! WAS ERLAUBEN SIE SICH EIGENTLICH?!!!"
"WAS ICH MIR ERLAUBE?! KITAMURA!!! WAS DENKEN SIE, MIT WEM SIE HIER SPRECHEN?! MIT EINEM IHRER KLEINEN HELFER?! ICH BIN KEY! ICH SPRECHE MIT IHNEN, WIE ICH ES FÜR RICHTIG HALTE!!! SIE RÜCKRATLOSES SCHWEIN!"
Es war also soweit. Kiara explodierte.
Sie ließ sich nicht beleidigen, in keiner erdenklichen Form. Diese Frau ließ sich nicht auf eine Stufe hinabsetzen, auf die sie nicht gehörte.
Sie war Key.
Sie war weltweit bekannt für ihrer Fähigkeiten und Taten.
"SIE SIND DUMM, KITAMURA! WIE KANN MAN NUR SO UNFÄHIG SEIN? WIE KÖNNEN SIE NUR DEN SCHWANZ VOR KIRA EINZIEHEN?! SIND SIE DENN TATSÄCHLICH SO FEIGE?!!! KITAMURA! SIE SOLLTEN SICH GLÜCKLICH SCHÄTZEN MITARBEITER ZU HABEN, DIE IHR LEBEN BEREITWILLIG OPFERN, UM DIESEN BASTARD ZUR STRECKE ZU BRINGEN! UND WAS MACHEN SIE?!!! SIE STELLEN EBEN DIESE MENSCHEN VOR DIE WAHL, DIE IM GRUNDE GAR KEINE IST! ENTWEDER DIESE POLIZISTEN ERMITTELN WEITER GEGEN KIRA ODER SIE WERDEN GEFEUERT?!... SIE SIND KEIN DEUT BESSER ALS KIRA!"
"Wie können Sie...", Kitamura setzte geschockt zu einem Satz an, doch weit kam er mit diesem nicht.
"WIE ICH ES WAGEN KANN?! DIESE FRAGE SOLLTEN SIE SICH EINMAL STELLEN!... Ich verspreche Ihnen eines, Kitamura. Wenn Kira tot ist, dann werde ich erst einmal in den Reihen der Polizei für Ordnung sorgen. Verlassen Sie sich darauf."
Die Verbindung brach ab, zurück blieben schwarze Monitore.
Ls Daumen war wie von alleine an seine Lippen gewandert.
Er dachte nach.




Kiara Yoshida war noch immer wütend. Wie konnte dieser alte Sack von Polizist es nur wagen?
Mit einem tiefen Knurren wandte sie sich ab. Diese Welt machte sie noch wahnsinnig!
Kopfschüttelnd und mit festen Schritten verließ die junge Frau ihre kleine Suite, sie benötigte Bewegung, etwas, dass sie von ihrer Wut ablenkte.
Ihre Beine führten sie zu aller Erst in die Hauptzentrale des Gebäudes, dort angekommen wurde sie von der versammelten Mannschaft angestarrt.
"Ist irgendetwas?!", ihre laute, fauchende Stimme erklang in jedem Winkel des Raumes.
Diese Blicke, diese unfassbar dämlichen Blicke machten Kiara ganz verrückt.
L Lawliet war der Erste der sich regte. Seine starren Augen lagen forschend auf ihr, sein Daumen an den Lippen offenbarte ihr, dass er nachdachte.
"In Zukunft wirst du solche Aktionen unterlassen, Key. Ein solcher Ausbruch an Emotionen kann unzählige Menschenopfer fordern. Wenn Kira dieses "Gespräch" mit angehört hätte, welches du mit Herrn Kitamura geführt hast, dann wäre er vermutlich ziemlich wütend geworden."
Das weibliche Pseudonym funkelte ihren Verlobten wütend an.
"Das sagst gerade du, L. Hast du nicht Kira in aller Öffentlichkeit vorgeführt? Hast du ihn nicht unterschwellig in aller Öffentlichkeit beleidigt? Ich weiß was ich tue. So habe ich schon immer gearbeitet und so werde ich auch weiterhin arbeiten."
Ihr herausfordernder Blick lag unablässig auf dem Detektiv.
"Solltest du auf diese Art und Weise weitermachen, Key, geraten wir beide schon sehr bald aneinander. Entweder du passt dich der Herangehensweise der Sondereinheit an oder du wirst in Verwahrung genommen.", die ruhige Stimme des Schwarzhaarigen drang in ihren Kopf ein.
>Was hat er da gerade gesagt?!<
Erneut drang ein tiefes Knurren aus ihrer Kehle.
Er stellte IHR tatsächlich ein Ultimatum?
Wie konnte dieser Mann es nur wagen?
"Das wirst du noch bereuen.", mit diesen letzten Worten verließ Kiara Yoshida die Hauptzentrale. Sie benötigte Ruhe und Zeit zum Nachdenken.




>"Das wirst du noch bereuen."<, ihre letzten Worte hallten noch immer in L Lawliets Gedanken nach. Der Detektiv wusste, er würde bereuen. Kiara Yoshida würde dafür schon sorgen.
>Was hast du vor?...<, auf seinen Daumen kauend starrte der Schwarzhaarige noch immer auf die Stelle, an der seine Verlobte gestanden hatte.
"Ryusaki...", die drängende Stimme Lights zog seine Aufmerksamkeit ab.
"Was gibts?"
"Ich weiß, du kennst Key schon einige Zeit länger, aber... war das tatsächlich nötig?
"Natürlich war es das, Light. Nur so kann man diese Frau zu Ergebnissen treiben. Man muss sie herausfordern, koste es was es wolle."
"Was heißt denn hier "koste es was es wolle"?! Das ist doch kein Spiel, diese Frau kann gefährlich werden!"




Kiara Yoshidas Finger trommelten unablässig auf der Tischplatte.
Es war keine Ungeduld, sondern bloße Wut.
L Lawliet hatte sie wieder einmal wütend gemacht. Auf Dauer konnte dieser Zustand doch nicht gesund sein!
Die Menschen um Kiara herum waren nur gesichtslose Phantome die Geräusche verursachten, mehr aber auch nicht.
Die junge, schwangere Frau hatte sich in ein kleines Café gesetzt. Sie war der einzige Gast.
Der kleine Laden hatte eine düstere Ausstrahlung, mit seinen dunklen, roten und schwarzen Tönen, den bleichen Porzellanpuppen im Fenster und der Bedienung, die ein kurzes, schwarz-rotes Corsettkleid trug.
Kiara war zufällig an dem Café vorbeigekommen und da es weitesgehend unbesucht schien, hatte sich die junge Frau kurzerhand dazu entschlossen dort ihren Mittag zu verbringen.
Ein Stück Erdbeertorte und zwei Tassen Tee hatte das weibliche Pseudonym schon zu sich genommen und nun verlor sie sich allmählich in ihren wütenden Gedanken.
>Wie kann er es nur wagen so mit mir umzuspringen?! Wie kommt er nur darauf, dass ich solch ein Verhalten durchgehen lasse?! Hat dieser Detektiv denn nichts besseres zu tun?! Ich trage zwar SEIN Kind unter MEINEM Herzen, doch das befugt ihn nicht dazu mich herum zu kommandieren! Dieser Arsch, dieser... ARGH!<, ein leises Knurren drang aus ihrer Kehle.
Kiara war so wütend! Und hungrig war sie auch noch!
Dieser Mann, L, trieb sie noch in den Wahnsinn.
"Darf ich Ihnen noch Etwas bringen?", die sanfte, leise Stimme der Bedienung in dem Corsettkleid drang zu ihr durch. Umgehend richtete Kiara ihre Aufmerksamkeit der jungen Frau zu.
"Ein Stück Torte und eine Tasse Tee, bitte."
"Wieder das Gleiche, oder möchten Sie etwas Anderes ausprobieren?"
"Das Gleiche. Danke."
Ihre Finger trommelten weiter unablässig auf der dunklen Tischplatte.
Wie?
Wie konnte sie nur neue Ergebnisse liefern?
Der Kira-Fall ging schleppend voran, es geschah kaum Etwas nennenswertes.
Einige Momente dachte die junge Frau noch nach. Dass dabei ihr Mobiltelefon in ihre Linke gewandert war, bekam sie gar nicht mit.
Erst als ihr Blick auf eben dieses fiel, trat Entschlossenheit in ihre grünen Augen.
>Es ist an der Zeit zu handeln... Wenn sich Kira nicht von selbst zeigen möchte, dann muss ich ihn hervor locken. Ich werde dieses Schwein so lange provozieren, bis er zum Handeln gezwungen ist. Seine Selbstbeherrschung war noch nie sonderlich ausgeprägt und er wird wohl kaum ein neuer Mensch geworden sein.<
Auch wenn sich Alles in ihr sträubte diesen Anruf zu tätigen, so wusste Kiara zumindest, dass ihr Opfer nicht umsonst sein würde.
Die Nummer war schnell gewählt. Der Anruf musste schnell erfolgen, um das Risiko einer Rückverfolgung zu minimieren.
Es läutete.
Einige Sekunden lang.
Dann wurde endlich abgehoben.
"Was gibt es, Mauerblümchen? Scheint die Sonne etwa nicht?", Janett Portmans Stimme verursachte bei Kiara umgehend Übelkeit.
"Tzzz... Ich habe nicht viel Zeit, also höre zu und rede nicht..."
Am anderen Ende der Leitung ertönte ein hohes Lachen. Die Stalkerin Ls schien wahrhaftig verrückt geworden zu sein.
"Du bist immer so verspannt, kleine, unscheinbare Kiara. Du solltest dir einmal mehr Zeit nehmen und die Qualen deiner Opfer genießen. Glaube mir, das macht Spaß."
"Sagte ich nicht, du sollst zuhören?! Jetzt konzentrier dich und spitz die Lauscher... Ab heute Abend, dreiundzwanzig Uhr dreißig, wirst du alle drei Tage eine neue Akte erhalten. Töte die darin aufgeführten Personen. Es ist mir egal wie, doch tue es. Ich möchte, dass du Kira zeigst, dass DU all jene Menschen aufspüren und töten kannst, die ER nicht bekommen kann! Zeige ihm, dass es da draußen einen Verbrecher gibt, den er unmöglich richten kann.", ihre leise, ruhige Stimme zog keinerlei Aufmerksamkeit auf sich. Nicht einmal die Bedienung in dem kleinen Café schien von diesem Telefonat Kenntnis zu nehmen.
"Tzzz! Mit anderen Worten: Du schickst mich auf ein Himmelfahrtskommando."
"Sieh es wie du willst. Aber vergiss nicht, wir haben eine Abmachung "Nachtfalter". Solltest du gegen diese Verstoßen, werde ich umgehend dafür sorgen, dass du nie wieder das Tageslicht erblickst.", mit diesen Worten beendete Kiara ihr Telefonat.
Nun war es endlich an der Zeit, zur Hauptzentrale zurück zu kehren.

Gähnend betrat Kiara Yoshida das Gebäude der Sonderkommission.
Es zog sie förmlich in die Hauptzentrale.
Die junge Frau wusste nicht weshalb, doch sie verspürte, dass Etwas im Gange war. Ob gut oder schlecht vermochte sie nicht zu sagen.
Es war einfach ein Gefühl.
Wartete L mit Handschellen auf sie?
Hatte er beschlossen sie in "Gewahrsam" zu nehmen?
Sie wusste es nicht.
Unbemerkt von Allen betrat die junge Schwangere die Zentrale. Einen kurzen Moment war sie überrascht. L und die Polizisten waren nicht alleine. Es waren Besucher im Gebäude.
>Ein Mann und eine Frau... Wer zum Teufel sind die?<
Ihre innerlich gestellte Frage wurde schnell beantwortet, denn Ls ruhige Stimme ertönte keine zwei Sekunden später:
"Diese Herrschaften dort werden uns ab jetzt unterstützen."
Kiara blinzelte ob der Worte.
Unterstützung?
Hatte sie das richtig verstanden?
Ihre Beine trugen sie näher an das Geschehen.
"Hallo, ich bin Aiber, Trickbetrüger. Freut mich sehr."
Kiara wurde hellhörig.
>Aiber und Trickbetrüger in einem Satz? Dann kann es tatsächlich nur...<, ihr Gedankengang wurde unterbrochen, als Kiara die weiche, aber dennoch feste Stimme der Frau vernahm.
"Ich bin Weddy, von Beruf Einbrecherin."
>Verdammt. Ich hatte also Recht. Wie lange habe ich diese Beiden schon nicht mehr geseh...<, wieder wurden ihre Gedanken unterbrochen. Allmählich begann sich Kiara zu ärgern.
"Ein Betrüger und eine Einbrecherin?", die fragende, fassungslose Stimme Soichiro Yagamis erklang.
"Ganz genau... Aiber ist schon sein ganzes Leben Trickbetrüger. Er verfügt über einige Tricks mit denen er in handumdrehen das Vertrauen jeder Zielperson gewinnt. Er wird Yotsuba für uns infiltrieren... Weddy kann jedes Schloss und jeden Tresor knacken. Sie überwindet alle Sicherheitssysteme. Um ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, ist sie eben, von uns unbemerkt, hier eingedrungen.", Ls ruhige, ausführliche Beschreibung bestätigte Kiaras Verdacht. Es konnte sich nur um DIESE zwei Personen handeln.
Ein kleines Lächeln stahl sich eine Sekunde auf ihre Züge. Endlich ging es vorwärts.
"Wir sollen mit Verbrechern zusammen arbeiten?!"
Soichiro Yagami war tatsächlich überrascht. Er klang sogar ein klein wenig besorgt, wie Kiara feststellen musste.
War sie denn nicht auch eine Verbrecherin?
"Ja, aber keine Sorge. Sie werden nicht als solche in Erscheinung treten und laufen keinerlei Gefahr von Kira umgebracht zu werden. Diese Leute sind sowas wie Profis der Unterwelt."
"Ja, schon klar. Um Yotsuba auszuspionieren kommen wir ohne solche Fähigkeiten nicht aus. Arbeiten wir also mit vereinten Kräften daran."
>Light Yagami. Dein Optimismus kotzt mich an. Spiele dein Spiel ruhig weiter, ich lasse mich nicht täuschen.<
Die Reaktionen der übrigen Mitglieder der Sondereinheit fielen eher knapp aus. Herr Matsuda schien das Alles noch nicht gänzlich begriffen zu haben.
"Aha.", kam es geistreich von dem jungen Polizisten.
"Ähm, ja.", der ältere Yagami machte auf Kiara einen ganz verstörten Eindruck, als sie seine "Worte" vernahm.
Sie schüttelte den Kopf.
"Es ist lange her, Aiber, Weddy... Ich habe nicht damit gerechnet euch an solch einem Ort, unter solchen Umständen, wieder zu begegnen.", ihre ruhige, gelassene Stimme veranlasste die beiden "Unterweltler" dazu, sich herum zu drehen.
Auf dem Gesicht Aibers konnte Kiara ein verschmitztes Lächeln ausmachen. Sein Dreitagebart war unverändert und wie die junge Frau feststellen musste, hatte der Mann sich seine Haare noch länger wachsen lassen. Sein Look gefiel ihr, es passte zu dem Trickbetrüger.
Auch Weddy hatte sich nicht viel verändert. Sie machte immer noch einen seriösen Eindruck, für eine Verbrecherin.
"L hat also tatsächlich die Wahrheit gesprochen, als er sagte, dass du ebenfalls mit ihm zusammen arbeitest... Und ich dachte, dass sei ein Trick... Aber es ist schön dich wiederzusehen, Key.", die Begrüßung Weddys fiel kurz aus, dennoch entging ihr der erfreute Unterton der Einbrecherin nicht.
"Freut mich auch, Weddy. Es hat Spaß gemacht, in Kanada."
Auf Kiaras Antwort hin lachte die andere Frau.
"Für dich mag es ein Spaß gewesen sein, doch für mich nicht. Du warst ja schon gar nicht mehr da, als ich eingebrochen bin. Aber die Flasche Wein habe ich sehr genossen."
"Das dachte ich mir."
"Seit ihr Beiden endlich einmal fertig? Lass mich auch mal ein paar Worte mit meiner Arbeitgeberin wechseln, Weddy.", schaltete sich Aiber der Trickbetrüger lächelnd ein.
"Es freut mich auch dich wieder zu sehen, Aiber. Mich interessiert immer noch brennend wie du es geschafft hast Klient zweihundertneunundvierzig davon zu überzeugen zu zahlen und dass auch noch mit Zinsen."
"Berufsgeheimnis, Key. Ich habe nur meinen Job gemacht und von dem Geld, welches du mir dafür gezahlt hast, konnte ich mir einen schönen Urlaub leisten."
Auf dem Gesicht des blonden Trickbetrügers erschien ein Lächeln.
"Waaa-was? Ihr kennt euch?", die überraschte und völlig überfordert klingende Stimme Matsudas erklang mit einem Mal.
Kiara blickte einen Moment in die Runde.
Nicht nur der junge Polizist wirkte überrascht, auch die anderen Herren von der Polizei wirkten verwundert und auf Ls Gesicht hatte sich ein neugieriger Ausdruck eingefunden.
Sie seufzte.
Kiara Yoshida wusste, sie würde eine Antwort liefern müssen.
"Natürlich kennen wir uns, Matsuda. Sie wissen, ich bin Key. Mein Netz ist vielschichtig, groß und weit gespannt. Ich habe Leute die Alles für mich regeln, wenn ich mit der Wimper zucke. Ich organisiere und lasse dann die Arbeit verrichten. Dachten Sie etwa ich arbeite vollkommen allein?"
"Äh...hehehehe...", ein nervöses Lachen entfloh dem jungen, schwarzhaarigen Polizisten, der sich am Hinterkopf krazte.
"Aiber ist mein Schuldeneintreiber... und ein verdammt Guter, muss ich dazu sagen. Und Weddy... nun ja, sie testet meine Sicherheitssysteme, die ich den Regierungen der ganzen Welt verkaufe. Sie bricht überall ein, berichtet mir und macht sich gerne einen Spaß daraus, bei mir einzubrechen."
Einen Moment blickte Kiara gezielt zu L.
Mit dieser Information hatte er nicht gerechnet, dass sah sie ihm an.
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