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L, warum stellst du mir solche Fragen?

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
L Light Yagami Mello Near OC (Own Character) Watari
27.08.2015
04.08.2017
58
200.043
47
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
24.02.2017 3.017
 
Hallo meine Lieben^^
hier das neue Kapitel.
Die Reviews vom Letzten beantworte ich am Wochenende :-)
Habe im Moment sehr viel zu tun ._.
Liebe Grüße und viel Spaß^^
Shinra
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Abwartend saß Light Yagami an einem der vielen Computer in der Zentrale und grübelte über das weibliche Pseudonym nach. Er versuchte dabei nicht einmal zu zeigen, dass er tief in Gedanken versunken war.
Sein rechter Zeigefinger trommelte unablässig auf der Tischplatte.
Ryuzaki und Key waren die ganze Nacht verschollen geblieben, es gab keinerlei Informationen zu den Beiden.
Doch Light vermutete, dass ihre Auseinandersetzung Zeit in Anspruch nehmen würde. Denn Key wirkte auf Light so, als sei sie eine verbissene, hinterhältige Frau die Alles dafür tat um ihre Ziele zu erreichen.
Der Jahrhundertdetektiv L schien in ihren Bann gefangen zu sein, er schien tatsächlich nach ihrer Pfeife zu tanzen, ganz unbewusst.
Den Studenten machte das misstrauisch. Denn Key schien Menschen in ihrer unmittelbaren Nähe manipulieren zu können, ohne dass diese auch nur den Hauch Misstrauen verspürten. Es konnte unmöglich sein, dass diese Frau so war, wie sie sich gab. Light Yagami vertraute ihr nicht, dazu würde es niemals kommen. Denn Key, das weibliche Pseudonym, war eine Kriminelle der besonderen Art. Sie war intelligent, gerissen und furchteregend.
>Und wenn sich meine These als wahr herausstellt, dann haben wir ein großes Problem. Wenn ich mit meiner Vermutung richtig liege, wenn Key Kira ist, dann sitzen wir tief in der Scheiße. Diese Frau scheint Alles zu wissen, sie kennt unsere Namen, unsere Gesichter. Sollte dem so sein, dann sind wir so gut wie tot. Ob L diese Möglichkeit in Betracht gezogen hat? Wahrscheinlich nicht, er kennt Key nur als Key, nicht als Kira. <




L Lawliet betrat mit langsamen Schritten die Zentrale. Er musste zugeben, dass ihm die vergangene Nacht gut getan hatte. Den Streit mit seiner Verlobten hatte er schnell beiseite legen können. Er hatte nicht einmal sehr lange gedauert. Doch nun musste er sich wieder an Light ketten lassen, ob L dies wollte oder nicht, es war notwendig.
Der schwarzhaarige Detektiv bekam nicht einmal mit, wie Watari die Fessel erneut um sein Handgelenk legte.
"Ryuzaki, wir müssen uns unterhalten...", die Dringlichkeit in Light Yagamis Aussage ließ den Schwarzhaarigen endlich aufblicken. L erwachte aus seinem Zustand. Umgehend wanderten seine dunklen Augen zu dem jungen Mann, welcher ihn angesprochen hatte.
L erwiderte nichts, legte nur seinen Kopf schief.
"Unter vier Augen.", setzte der Student nach und zog den Detektiv bereits aus der Zentrale.
Es war offensichtlich, dass Light etwas loswerden wollte, etwas Wichtiges. Etwas, dass wohl nicht für jedermanns Ohren bestimmt war. Diese Tatsache weckte die Neugier Ls.
Als die beiden, jungen Männer endlich alleine und ungestört waren, analysierte L Light ein wenig genauer.
Sein Gegenüber wirkte angespannt, aufgeregt. Die Atmung Yagamis hatte sich kaum merklich verschnellert, seine Pupillen ein wenig erweitert.
"Was gibt es, Light? Du wirkst angespannt.", Ls Stimme klang ruhig, gelassen, trocken. So wie sie es immer tat.
"Es geht um eine neue Theorie bezüglich Kira. Ich wollte das nicht vor versammelter Mannschaft besprechen, entschuldige bitte diese Geheimnistuerei. Ich denke es ist besser, wenn dies erst einmal unter uns beiden bleibt."
"Du machst mich neugierig. Also?"
L Lawliet war tatsächlich neugierig.
Was an dieser Theorie war so wichtig, so entsetzlich, dass Light es nicht vor Watari, Key und den Polizisten besprechen wollte?
Der Detektiv musste zugeben, er wusste es nicht.
"Es geht um Key, Ryuzaki."
"Key?", unterbrach der schwarzhaarige Jahrhundertdetektiv seinen Gesprächspartner.
"Ja, jetzt lass mich doch erst einmal sprechen, bevor du Fragen stellst. Wie gesagt, es geht um Key... Beziehungsweise geht es um eine These bezüglich dieses Pseudonyms."
Der junge Student legte eine kleine Pause ein, atmete tief durch und schien seine Worte noch einmal zu überdenken. Seine Hand hatte er dabei an seinen Kiefer gelegt, er schien nachdenklicher als zuvor.
In dieser kurzen Zeit ließ L den Jungen nicht aus den Augen.
>Eine These über Key? Worauf möchtest du hinaus, Light?<
"Höre dir erst einmal meine Erläuterungen an, bevor du dazu Stellung nimmst, Ryuzaki."
"In Ordnung."
"Ich habe die Vermutung, dass Key Kira sein könnte...", nach dieser Aussage wurde es ruhig. Light Yagami wirkte noch angespannter als zuvor und L war von dieser These, von dieser Theorie so überrumpelt, dass er sogar vergaß zu atmen.
Key, Kiara Yoshida sollte Kira sein? Seine Verlobte sollte gegen IHN agieren? Sein Leben, seine Existenz bedrohen?
Das war vollkommen unmöglich und es gab keine Beweise, keine Hinweise die auch nur ansatzweise in diese Richtung deuteten.
"Ich weiß, es scheint vollkommen verrückt zu klingen, aber es würde passen... Nach meiner Inhaftierung haben die Morde Kiras aufgehört, so wurde der Verdacht gegen mich verstärkt. Du, Key, die Polizisten und Watari seid die Einzigen, die von meiner Haft wussten. Als Verdächtiger Kira zu sein fällst du aus, Ryuzaki. Watari wird es ebenfalls nicht möglich gewesen sein, diesen Mörder zu verkörpern, er steht im direkten Kontakt zu dir. Bleiben also nur noch Key und die Herren von der Polizei. Weder mein Vater noch die anderen Polizisten verfügen über die nötigen Fähigkeiten solch eine Mordserie unerkannt begannen zu haben... Es bleibt also nur Key, sie ist intelligent genug und ist dir bereits in der Vergangenheit durch die Finger geschlüpft. Dazu kommt noch die unbestreitbare Tatsache, dass sie sich anscheinend sehr gut in Kiras Psyche auskennt, damit steht sie ebenfalls alleine. Du vertraust ihr, da du sie nur als Key kennst, nicht als Kira. Und diese Frau wurde sehr früh in die Ermittlungen miteinbezogen, dadurch erhält sie die perfekte Gelegenheit nicht nur dich, sondern auch die anderen Ermittler an der Nase herum zu führen. Durch ihre Arbeit als Key kommt sie ohne Probleme an die Namen und Gesichter der Opfer... Du siehst, es passt perfekt. Niemand würde diese Frau als Kira verdächtigen, immerhin wird sie selbst von diesem Mörder gejagt und bedroht. Doch dieses Pseudonym scheint Kira immer wieder zu entkommen, sie scheint ihm immer wieder einen Schritt voraus zu sein. Wie ist das möglich?"




Kiara Yoshida wurde allmählich verrückt, zumindest hatte sie das Gefühl verrückt zu werden.
Die Tagen schwanden dahin, ohne dass Etwas geschah.
Diese Tatsache zerrte an ihren Nerven.
Die trügerische Ruhe die sich über die Ermittlungen gelegt hatte schien nur sie zu verunsichern.
Es war dasselbe, Tag ein, Tag aus.
Die Schwarzhaarige musste nicht einmal hinsehen, um festzustellen was die anderen Ermittler taten. Sie musste noch nicht einmal auf die Monitore sehen, um zu schauen, was Misa Amane so trieb.
Angespannt saß Kiara an ihrem Laptop, nicht dazu fähig etwas zu unternehmen. Ihr Blick ging ins Leere.
In der Kommandozentrale war es auffällig still. Niemand schien auch nur zu atmen, geschweige denn zu arbeiten. Nur das leise Summen der Computer, die Wärme der Monitore, das Geräusch einer betätigten Tatstatur und Ls ständiges herumwerkeln mit den Süßigkeiten verursachten Geräusche. Doch dies waren nur Hintergrundgeräusche.
Kiara Yoshida wusste, dass L Lawliet nicht bei der Sache war. Dies war ihr bereits vor einigen Tagen aufgefallen.
Der Detektiv verhielt sich ruhig, zu ruhig.
Hin und wieder erwischte die Schwarzhaarige ihn dabei, wie er sie prüfend musterte, nach Etwas suchte. Sie verstand es nicht. Sein Verhalten verwirrte Kiara zutiefst.
Hinzu kam, dass Misa Amane gerne nach ihr verlangte, da Kiara die einzige Frau in dieser Ermittlung war. Doch ihre Bitten, ihr Flehen nach weiblicher Unterhaltung wurde von der Schwarzhaarigen weitesgehend ignoriert. Für solche Dinge hatte sie nun wirklich keine Zeit.
Und da der Kira-Fall keine nennenswerten Fortschritte erzielte, tat das weibliche Pseudonym das einzig Richtige. Sie beschäftigte Icebrandy.
Für Kiara war es verwunderlich, dass Kira auf die Stalkerin noch nicht aufmerksam geworden war. Doch es konnte nicht mehr lange dauern. Kira musste einfach bald antworten.
Für Kiara Yoshida war eine nervenaufreibende Zeit angebrochen und das, obwohl nichts nennenswertes geschah.




Allmählich verärgert legte Quillsh Wammy den Hörer beiseite.
Über seine Lippen kam ein kaum vernehmbares Seufzen. Er wusste ja, dass liebevolle Strenge bei L Lawliet selten funktionierte, doch musste es bei Kiara genau das Selbe sein? Dabei war der ältere Herr sich sicher, dass das weibliche Pseudonym einsichtiger als der Detektiv war.
Doch seit Tagen wurde die junge Frau nicht mehr gesehen oder gehört, sie war wie vom Erdboden verschluckt. Watari begann sich Sorgen zu machen. Er wusste, dass die junge Frau das Gebäude nicht verlassen hatte und für gewöhnlich war Kiara Yoshida immer zu erreichen. Auch wenn es sich dabei um ein kurzes Telefonat handelte, Quillsh Wammy erreichte seine Tochter in neunzig Prozent der Fälle. Doch nun war es still geworden um das weibliche Pseudonym.
Alles in dem Älteren schrie danach, nach ihr zu sehen, doch L hatte ihn darum gebeten es zu unterlassen. Er hatte es regelrecht verboten.
Diese Tatsache alleine bereitete Watari mehr Sorge denn je, denn dieses Verhalten, dieses Verbot passte zu dem schwarzhaarigen Detektiv nicht.

Mit gerunzelter Stirn betrat Quillsh Wammy die Kommandozentrale des Kira-Falles.Obwohl sich Light Yagami und die Polizisten ebenfalls in diesem Raum aufhielten, stach L Lawliet sofort heraus. Watari musste sich erst gar nicht umsehen um ihn zu finden.
Der Detektiv saß auf seinem Drehstuhl und stieß sich immer wieder mit dem Fuß vom Boden ab, um genug Schwung für eine volle Drehung zu bekommen. Der Schwarzhaarige wirkte dabei so gelangweilt, dass Watari beinahe auflachen musste. Doch diese Geste verkniff er sich.
Ls Verhalten überraschte den älteren Herren nicht sonderlich. Obwohl dem Älteren aufgefallen war, dass sich eben dieses Verhalten verändert hatte. Zumindest wenn man die letzten Tage bedachte.
L Lawliet schien in einer Minute deprimiert zu sein und in der Nächsten war er gut gelaunt. Entweder redete er mit niemanden und hing still seinen komplizierten Gedanken nach oder aber der Detektiv verlangte nach Süßigkeiten und verschlang diese in Rekordzeit.
Nicht einmal Watari verstand was in dem jungen, intelligenten Mann vor sich ging.
Er hoffte nur, dass Ls gute Laune ihm dabei half, ein wenig mehr über Kiara herauszufinden. Die junge Frau schien wie vom Erdboden verschluckt. Doch Quillsh bezweifelte, dass L Lawliet ihm half, der Detektiv war unkooperativ, wenn es um das weibliche Pseudonym ging.
Mit ruhigen Schritten und undurchschaubarer Miene schritt der ältere Herr auf den sich immer noch drehenden L zu.
"Watari. Ist dir eine Laus über die Leber gelaufen, dass du so gequält aussiehst?"
Mit einem Ruck kam der Stuhl zum Stillstand und L Lawliet blickte Watari geradewegs ins Gesicht.
Der Detektiv schien bereits zu wissen worum es ging, denn seine Mimik verriet nicht das Geringste. Wenn L wollte, dann konnte er über seine Gesichtszüge herrschen, wie Sauron über Mordor.
Doch davon ließ der Ältere sich nicht einschüchtern oder gar vertreiben. Er kannte den Schwarzhaarigen, er hatte ihn aufgezogen und er kannte Kiara. Eine Auseinandersetzung war sie ihm allemal wert.
"Ich mache mir allmählich Sorgen um...", setzte Quillsh Wammy zum Sprechen an, doch er kam nicht sonderlich weit.
"Key kommt zurecht, Watari.", bei seiner harschen Unterbrechung war ein gefährliches Funkeln in Ls Augen getreten. Seine gute Laune war dahin, dass konnte der Ältere eindeutig sehen. Doch er blieb ruhig, beobachtete den Detektiv dabei wie er erneut Schwung aufnahm und sich wieder zu drehen begann.
Watari verbarg seinen aufkommenden Ärger hinter einer Mauer aus Geduld.
"Ryuzaki."
"Watari."
Wieder stoppte der Stuhl.
"Key wird hervor kommen, wenn sie Gesellschaft benötigt."
Wieder nahm L Schwung auf und begann sich erneut zu drehen.
"Nun, das weiß ich. Doch für gewöhnlich erreiche ich sie telefonisch. Doch es herrscht absolute Funkstille."
Zum letzten Mal kam der Drehstuhl zum Stehen. Das Funkeln in Ls Augen nahm zu. Er war wütend, zeigte es ansonsten aber nicht.
"Zu einer Wahrscheinlichkeit von fünfundsiebzig Prozent arbeitet sie wie der Rest am Kira-Fall. Wenn du möchtest das wieder Etwas gegen die Wand fliegt, dann störe sie bitte in ihrer Arbeit.", mit dieser Aussage schien für den Schwarzhaarigen das Thema beendet, doch nicht für Quillsh Wammy. Er bewegte sich nicht von der Stelle.
"Und die restlichen fünfzehn Prozent?"

Ob Watari Kiara stören durfte oder nicht, er missachtete Ls Befehl und begab sich sicheren Schrittes in die Kommandozentrale. Es war an der Zeit zu handeln.
Der ältere Herr hatte auch nicht direkt vor, sich dem Detektiv zu wiedersetzen, doch daran halten konnte und wollte er sich auch nicht.
In der Zentrale fehlte jede Spur des Schwarzhaarigen und somit auch von Light Yagami. Nur die Herren von der Polizei arbeiteten konzentriert an ihren Computern, Akten und Fallaufstellungen. Der junge Herr Matsuda wirkte auf Quillsh Wammy ein wenig verloren und desorientiert. Seine Entscheidung war schon gefallen, bevor Watari überhaupt darüber nachdenken konnte.
"Herr Matsuda."
"H-Herr Watari?! Nahahahahaha... ä-ähm, Verzeihung, was kann ich für Sie tun?"
Mit einem verlegenen Grinsen im Gesicht und offensichtlich überfordert wurde der ältere Herr angesehen.
"Nun, ich wollte Sie bitten einmal nach Key zu sehen. Wir haben seit einigen Tagen keinen Kontakt mehr zu ihr.", Wataris Stimme blieb ruhig. Er verstieß nicht gegen Ls Verbot, er stiftete Matsuda dazu an.
Mit einem verlegenen Lächeln kratzte der junge Polizist sich am Hinterkopf, er schien nicht zu wissen was er antworten sollte.
Die anderen Herren von der Polizei verfolgten interessiert das Schauspiel.
"G-ganz alleine?", der schwarzhaarige, junge Mann klang verunsichert.
In der Zentrale war mit einem Mal ein Lachen zu hören, der Afrotragende Aizawa krümmte sich einen Moment und hielt sich den Bauch.
"Jetzt sagen Sie bloß nicht, dass Sie Angst vor Key haben, Matsuda?!", das Lachen in der Stimme Aizawas war kaum zu überhören.
"Nein! Ich habe keine Angst vor ihr! Nur... nur sehr großen Respekt."
Der Assistent Ls wusste, dass der junge Polizist seiner Bitte nachkommen würde, auch wenn er sich einige Zeit vor diesem "Besuch" drücken würde.
"Kommen Sie dann bitte zu mir, um mir zu berichten was Sie in Erfahrung bringen konnten.", mit diesen Worten verließ Quillsh Wammy die kleine Runde der Polizisten.




Mit blassem Gesicht, welches eine erschreckende Ähnlichkeit zu einer Leiche aufwies, ungekämmten Haaren, die zu einem einfachen Knoten gebunden waren und Schlafsachen, die Kiara bereits seit Tagen trug hing sie hustend über der Toilettenschüssel und ergab sich zum gefühlsten hundersten Mal.
Nach Luft schnappend ließ sie sich auf den kühlen Badezimmerboden fallen. Ihr Hals kratzte unangenehm und ihr Magen wollte erneut rebellieren, doch das junge, weibliche Pseudonym kämpfte dagegen an.
Müde schloss Kiara ihre Augen, atmete tief durch und hoffte auf eine Besserung ihres Zustandes. Dabei fühlte die junge Frau sich nicht einmal krank, ihr war einfach nicht wohl. Sie hatte auch keine anderen Symptome, nur die Übelkeit und das Erbrechen machten ihr zu schaffen.
"Nur gut, dass L mich nicht so sieht. So behalte ich wenigstens meine Würde."
Allmählich begann die Schwarzhaarige weg zu dämmern.
Sie war so müde, ausgelaugt, erschöpft.
Als ein plötzliches Klopfen ertönte schreckte das Pseudonym auf. Mit einem Mal saß sie gerade wie eine Kerze, ihr Magen wollte sich erneut entleeren. Mit ein wenig Glück schaffte Kiara es gerade noch so zur Toilette.
"Jetzt reichts mir...Wo ist Quillshs Überfürsorge, wenn man sie einmal braucht?"
Das Klopfen hatte Kiara schon wieder vollkommen vergessen, bis es ein weiteres Mal ertönte.
"K-Key?! Sind Sie da drin?", die gedämpfte Stimme Matsudas drang durch die geschlossene Tür.
Der junge Polizist klang unsicher, beinahe ängstlich.
>Was habe ich denn an mir, dass er Angst vor mir hat?<, unter großer Anstrengung und überaus vorsichtig erhob sich das weibliche Pseudonym. Die Badezimmertür wurde von ihr ein wenig zu heftig aufgerissen, sodass der Polizist zurück schreckte.
"Herr Matsuda."
Die Schwarzhaarige sah den jungen Mann einige Sekunden an, ihr wurde klar, dass ihm nicht wohl bei seinem Besuch war. Er schwitzte leicht, hatte ein nervöses Lächeln aufgesetzt und zitterte ein wenig.
"Wen haben Sie erwartet? Sollte etwa Batman im Badezimmer sein? Oder der Grinch? Santa Claus? Der Osterhase?"
Mit einem spöttischem Blick an den Polizisten gewandt begab Kiara sich zu ihrem Bett, legte sich ruhig atmend darauf und schloss die Augen erneut.
Wieso wurden ihr immer wieder solche dummen Fragen gestellt? Sie beantworteten sich doch von selbst! Und seit wann regte sie dies überhaupt auf?
Für gewöhnlich ignorierte Kiara solche Dinge.
"Ähm?... Nun ja, a-also... I-ich...", kein vernünftiger Satz kam über die Lippen Matsudas. Langsam wurde Kiara wütend, obwohl es keinen Grund dafür gab. Sie wurde es einfach.
"Sätze! Herr Matsuda! Sätze!"
"W-was?"
"Sie sollen Sätze verwenden! Irgendetwas womit ich arbeiten kann! Mit ihrem Gestammel kann ich nichts anfangen!"
Erschöpft rieb die Schwarzhaarige ihre Stirn und setzte sich auf. Ihr Blick richtete sich umgehend auf den jungen Polizisten. Er schien nach Worten zu suchen, kratzte sich dabei am Hinterkopf und lächelte verlegen.
"N-natürlich. Herr Watari schickt mich, ich sollte mich nach Ihnen erkundigen. Also... soll... soll ich ihm ausrichten, dass Sie krank sind? Sie sehen nicht gut aus."
Die junge Frau blinzelte einige Augenblicke.
Sie schwieg.
Der junge Mann schien ihr Schweigen als Gefahr zu deuten, denn nur wenige Augenblicke später platzte es aus ihm heraus:
"Ich?! Nein! Nein, Key! Also... ähm... Ich meinte Sie sehen krank aus! Nicht gesund!... Natürlich sehen Sie gut aus! Wenn Sie gesund sind... d-das soll aber nicht heißen, dass Sie schlecht aussehen, wenn Sie krank sind. Ich wollte doch nur..."
"Matsuda.", mit ruhiger Stimme versuchte Kiara den Redeschwall des jungen Mannes zu unterbrechen. Doch er hörte sie nicht.
"N-natürlich sind Sie eine wunderschöne Frau, keine Frage..."
"Matsuda."
Es gab noch immer keine Reaktion von ihm, L Lawliet hätte dem Polizisten wahrscheinlich einen Schuh an den Kopf geworfen.
"Ich wollte Sie nicht beleidigen. Das auf gar keinen Fall!"
"Herr Matsuda!", ihre Stimme erhob sich um einige Oktaven. Der junge Schwarzhaarige blickte sie sprachlos an, traute sich nicht zu sprechen oder sich zu bewegen.
"Richten Sie Watari aus, dass er zu mir kommen soll. So schnell wie möglich."
"J-ja. Sofort."

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