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L, warum stellst du mir solche Fragen?

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
L Light Yagami Mello Near OC (Own Character) Watari
27.08.2015
04.08.2017
58
200.043
47
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
05.08.2016 4.359
 
Hallöchen meine Lieben, treuen Leser!
Hier eine kleine Info bevor es los geht: Flashbacks werden ab jetzt mit einem Absatz und kursiv dargestellt, damit es keine Verwirrung gibt :-)
Viel Spaß!!!
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Ungewollt reagierte Kiaras Körper von ganz alleine auf Ls offensichtliche Annäherung. Was er mit dieser bezweckte, konnte die junge Frau nicht sagen, ihr Kopf war wie leergefegt.
Auf ihrem Rücken und ihren Armen bildete sich eine schaurige Gänsehaut, sie drang in jede Pore ein. Ihre Nackenhaare stellten sich auf, ihr wurde kalt.
Sie sah nichts außer seinen dunklen Augen, unter denen tiefe Augenringe lagen.
Im Normalfall hätte Kiara Yoshida folgend reagiert: Sie wäre auf Abstand gegangen, hätte diesen Mann in seine Schranken gewiesen und hätte vielleicht die Hand erhoben. Sie wäre womöglich geflohen.
Dass sie ruhig blieb, war kein gutes Zeichen, etwas lief ganz und gar schief. Empfand sie diese Nähe etwa als angenehm? Wenn ja, dann geriet diese Situation aus den Fugen.
Kiara konnte spüren, wie ihr Herz immer heftiger schlug, sie begann sich unweigerlich zu fragen, ob L es vernahm.
>Was ist sein Plan? Tut er das mit Absicht?<
War dies so eine Situation wie in einem romantischen Film? War dies so eine Situation, in der sich der Junge, beziehungsweise der Mann vorlehnte, um das Mädchen, beziehungsweise die Frau zu küssen?
Wie oft hatte Kiara solche Filme gesehen oder Bücher gelesen und dann gedacht:>dummes Mädchen.<
Sie konnte sich einfach nicht vorstellen, dass dies so eine Situation war, das ergab keinen Sinn. Ratlosigkeit machte sich in ihr breit, sie fühlte sich hilflos. Es gab kein Entkommen. Im Zimmer war Ruhe eingekehrt, Watari war verschwunden und hatte anscheinend nicht vor, wieder zu kommen. Nicht einmal das Summen einer Fliege war zu vernehmen.
Es herrschte keine geladene Stimmung, die Luft knisterte nicht zwischen L und Kiara. Es war einfach still. Die junge Schwarzhaarige sehnte sich nach der dunklen Gewitterwolke, die stets über ihr und dem Detektiv schwebte.
Aber all dies spielte keine Rolle, denn Kiara wollte nichts weiter, als sich umzubringen! Sie kam L sogar noch entgegen, wie töricht von ihr.
Und ehe sie sich versah, so lagen ihre Lippen bereits auf seinen. Sie schmeckten süß, wie erwartet.
Als sie die Augen schloss, umfing sie ein Gefühl der inneren Ruhe und Geborgenheit, Kiara genoss es. Noch nie zuvor hatte sie solch ein Gefühl verspürt, alles um sie herum existierte nicht mehr, alles war vergessen. Kira, Key, es gab nichts außer L und sie. Doch obwohl sich die junge Frau wohl fühlte, gab es eine Sache, die sie ganz gewaltig störte. Was hatte dieser Kuss nur zu bedeuten?
Die Beiden rührten sich nicht einen Millimeter, auch nicht, als das störende Gepiepe ihres Laptops in ihre Ohren drang.
Keiner der Beiden dachte auch nur daran, den Kuss zu unterbrechen, wieso und weshalb blieb ein Rätsel. Ohne ihr direktes Zutun hatte Kiaras rechte Hand einen Weg in Ls Haaren gefunden, die andere verweilte auf seiner Brust. Er machte jedoch keinerlei Anstalten, diese von sich zu schieben, unerwarteter Weise. Kiara hatte gedacht, er würde dies unterbinden.
Sie spürte seinen ausgesprochen ruhigen Herzschlag unter ihrer Hand.
>Kein Takt schneller als es sollte, er zeigt keinerlei Reaktion. Mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine Emotionen. Was hat das nur zu bedeuten? Was gedenkst du, durch diesen Kuss in Erfahrung zu bringen, L?...Du tust das nicht, weil du mich magst, nein, ganz im Gegenteil. Möchtest du mich testen? Aber worauf? Was könntest du schon herausfinden? Verdammt, ich weiß es nicht.<
Ihre Gedanken fingen an, sich im Kreise zu drehen, es musste doch eine Lösung geben! Das stete Gepiepe ihres Laptops war ebenfalls keine Hilfe, es schmerzte beinahe, es zu hören. L schien es ähnlich zu ergehen, denn er schob Kiara von sich, sah sie nicht an, als er sich ihrem Laptop zuwandte und ihn vor ihr abstellte.
Nachdenkend starrte sie das männliche Pseudonym an, das Gepiepe ignorierte sie stetig weiter. L hockte geduldig auf einem Sessel, er ließ es über sich ergehen.
Ihr Herz hatte sich umgehend beruhigt, die Gänsehaut war verschwunden.
>Nein. Das hatte keinerlei Bedeutung. Weder für ihn, noch für mich. Ich weiß nicht, was es war, dies werde ich zu gegebener Zeit herausfinden. Aber es war richtig, ich musste ihm entgegenkommen. Meine Intuition riet mir, es zu machen, für gewöhnlich handle ich somit richtig. Aber was? Was hat dieser Mann nur vor?<



Es war reine Spekulation gewesen, die ihn dazu getrieben hatte, mehr nicht. Er war sich nicht zu einhundert Prozent sicher gewesen, er wusste, Key war böse, doch es konnte nicht alles schlecht an ihr sein. Diese Frau, Kiara Yoshida, sie konnte nicht von Grund auf kalt, distanziert und verdorben sein. L konnte es sich nicht vorstellen, also hatte er gehandelt und er behielt Recht.

Er war zusammen mit Watari nach Los Angeles gereist, um besser im Fall von BB zu ermitteln. Niemals hatte L damit gerechnet, dass SIE ebenfalls vor Ort war.
Key, sie kam ihm in die Quere. Wegen ihr drohte vieles schief zu laufen.
Wie hoch war schon die Wahrscheinlichkeit, dass sie ebenfalls am selben Ort verweilte wie er? Drei Prozent? Eine optimistische Berechnung. Und wie hoch war die Wahrscheinlichkeit, dass Key Beyond Birthday zur Seite stand? Neunzig, vielleicht aber auch fünfundneunzig Prozent.
>Wenn dieses Pseudonym BB hilft unterzutauchen, dann ist der Fall so gut wie verloren. Dieser Mörder stellt schon eine Herausforderung dar, aber in Zusammenarbeit mit Key? Unvorstellbar, was dieser Mann alles anstellen könnte. Wie weit willst du es noch treiben, Key? Was veranlasst dich zu deinem Handeln?<
Entspannt hockte der schwarzhaarige Detektiv vor seinem Computer und ging sämtliche Berichte durch, die ihm zur Verfügung standen. Seine Finger schnellten über die Tastatur, ein Vertippen gab es nicht. Nebenbei griff L sich immer mal wieder ein Stück weiße Schokolade, er aß sie nicht gerne und trotz dieser Tatsache hatte er Hunger darauf bekommen.
Watari, der stillschweigend in seiner Nähe ausharrte und ihn beobachtete, hatte er noch nicht bemerkt. Seit Keys Auftauchen in LA verhielt L sich ein wenig anders, stiller, seltsam still. Es nagte an ihm, dass er diesem Pseudonym kein Gesicht geben konnte, dass er nicht wusste, wie er es einzuordnen hatte.
>Was möchtest du nur in LA?<
L war nicht nur versessen darauf, Key zu entlarven und zu schnappen, nein, er war darauf versessen, Key zu studieren! Seine Neugier gegenüber diesem Pseudonym konnte er kaum verstecken.
Vor dem BB-Fall, als es kaum etwas Interessantes zu tun gab, war er gelangweilt genug gewesen, um dieses mysteriöse Pseudonym beinahe in aller Öffentlichkeit herauszufordern. Watari, sein Mentor, hatte es gerade im letzten Moment noch verhindern können. Beinahe hätte der Schwarzhaarige eine Dummheit begannen, nur weil seine Besessenheit von Key über seine Intelligenz gesiegt hatte.
>Key, wenn du es tatsächlich wagen solltest, Beyond zu helfen, ihm deine Dienste anzubieten, dann garantiere ich für Nichts mehr. Mag sein, dass ich weder deine Identität, noch deinen Aufenthaltsort kenne, aber du lebst auf der Flucht. Nicht nur ich, nein, auch sämtliche Staatsorganisationen wie die CIA oder das FBI sind dir auf der Spur. Du bist Staatsfeind Nummer eins, nicht nur in den Vereinigten Staaten von Amerika. Tot oder lebendig, ganz egal, du wirst gesucht. Von jedem Staat, in dem du verweilst und verweilt hast.<
Zielsicher ergriffen seine Finger ein Stück Schokolade, es wurde zunächst eingehend begutachtet, bevor L es sich einfach in den Mund fallen ließ.

"Ich lasse nicht zu, dass sie dich töten, bevor wir einander kennen gelernt haben. Du sollst begreifen, was du angerichtet hast. Du sollst mit eigenen Augen sehen, wem du geschadet hast."

"L, der Bericht vom letzten Mord ist eingetroffen."
Der ältere Mann kam auf den hockenden L zu, dieser drehte sich begierig um und nahm besagten Bericht entgegen. Seine dunklen Augen huschten über die sorgfältig geschriebenen Seiten. Schon beim ersten Satz verfinsterte sich seine Miene.

"04. August 2002: Quarter Queen, dreizehn Jahre, wurde ermordet und entstellt aufgefunden. Dem Autopsiebericht zufolge wurde sie vor ihrem Tod betäubt. Das Mädchen starb durch stumpfe Gewalteinwirkung am Schädel. Nachdem sie verstarb, wurden ihr die Augen zerdrückt. Bei ihrer Leiche fand man eine Brille, die sie trug. Des Weiteren wurden am Tatort drei weitere Wara Ningyo sichergestellt."
In all den Jahren, in denen L schon ermittelte, war ihm vieles untergekommen, aber zerdrückte Augen? Er war grausame Taten gewohnt, hatte vieles gesehen und gelesen.
"Was haben die zerdrückten Augen zu bedeuten? Und die Brille? Dass wir blind sind? Beim letzten Opfer wurden römische Ziffern hinterlassen, es war ein Code, der uns zum zweiten Opfer führte. Anstatt vier, wurden nur noch drei Wara Ningyo aufgefunden, bedeutet dies, dass es noch drei weitere Opfer geben wird?"
Achtlos wurde der Bericht fallen gelassen, L drehte sich erneut zu seinem Computer und durchforstete die Akten. Wenn es einen Bericht zu Quarter Queens Tod gab, dann auch Tatortfotos. Der schwarzhaarige Detektiv besah sie sich genau. Diese Brille passte einfach nicht ins Bild. Sie wirkte fehl am Platz.
>Warum die Augen zerdrücken und dem Opfer dann eine Brille aufsetzen? Beyond, du wolltest, dass man dein Werk sieht, aber warum dies durch eine Sehhilfe erschweren? Diese Brille hat eine Bedeutung, du tust nichts ohne Grund.<
"L. Der Direktor des FBI möchte mit dir sprechen, es soll sehr wichtig sein."
Der Schwarzhaarige schreckte auf, er war in Gedanken gewesen.
"Stell ihn durch, Watari."
Keine zehn Sekunden später ertönte die Stimme eines Mannes durch die Lautsprecher. Er klang aufgebracht, fassungslos.
"L. Es gibt ein Problem. Einer unserer Hauptrechner wurde soeben gehackt, wir vermuten, dass es..."

"Key? Mit hoher Wahrscheinlichkeit, Herr Direktor. Wurden bestimmte Daten entfernt?"
War es Key gewesen? L wusste, dieses Pseudonym war einer der herausragensten Hacker, für ihn war dies keine große Überraschung. Key war intelligent. Arbeitete dieses Pseudonym bereits für Beyond? Oder hatte sie oder er diesen Auftrag einfach nur schon in Aussicht?
Wut machte sich in dem Detektiv breit, schon wieder war es Key. Wenn er diesen Fall lösen wollte, musste er schneller sein als dieses Geheimnis in Person.
"Nein, nicht entwendet..."
"Nicht? Wurden Akten, irgendwelche Daten verändert? Es sieht diesem Pseudonym nicht ähnlich." Er war unzufrieden, dass er den Direktor des FBI unterbrochen hatte, war Anzeichen genug.
"Weder entwendet noch verändert, L. Allerdings wurde eine Datei hinzugefügt. Wir haben noch nicht versucht, darauf zu zugreifen, diese Datei ist für Sie bestimmt. Ich schicke sie Ihnen."
Auf seinem Desktop erschien ein Ordner, benannt mit dem Buchstaben L.
"Auf Wiederhören, L."
Der Anruf wurde beendet.

Von Watari war ihm in der Zwischenzeit ein Stück Kuchen vor die Nase gestellt worden, die Gabel dafür hielt L bereits mit zwei Fingern fest.
"Watari, öffne die Datei."
Er war nicht selbst dazu fähig. L war zu angespannt. In ihm regte sich eine Neugierde, wie er sie selten verspürte. Wachsendes Interesse und zugleich Beklommenheit wuchsen in ihm an. Was verbarg sich hinter dieser unscheinbaren Datei?

Nachdem Watari seinem Wunsch nachgekommen war, stellte dieser sich hinter ihn.
"L. Gedenkst du zu scherzen? Glaubst du tatsächlich, dass DU gegen MICH ankommst?"

Vor lauter Überraschung fiel seine Gabel zu Boden. Er glaubte nicht daran, dass Key ihm tatsächlich eine Sprachdatei zukommen ließ. Für den ersten Moment war er unfähig etwas zu tun, dann keine zwei Sekunden später legte sich ein Schalter in ihm um. L analysierte das Gesagte. Die Stimme klang eindeutig weiblich, trotz der Verzerrung konnte er dies mit Sicherheit sagen. Es handelte sich also um eine Frau. Für ihn war das ein sehr wertvoller Hinweis. Dennoch konnte er dem Ganzen nicht ganz trauen, L konnte nicht zu einhundert Prozent sicher sein, dass es sich dabei tatsächlich um Key handelte.
Sie hatte niemals zuvor mit ihm Kontakt aufgenommen. Warum jetzt?
"Verlasse LA, L. Auf der Stelle. Ich weiß, wo du dich aufhältst, es wäre so einfach, dich beiseite zu räumen. Aber ich bin gnädig. Du hast einen Tag, maximal zwei. Beyond Birthday ist eine Nummer zu groß für dich, ich bin eine Nummer zu groß für dich.", ihre Stimme, ihre Worte, sie klangen überheblich, selbst überschätzt. Für ihn klang das nicht nach Key, auch wenn er sie persönlich nicht kannte, einen solchen Tonfall traute er ihr nicht zu, es wollte nicht zu diesem Pseudonym passen. Für L lag nahe, dass es sich hierbei um einen Nachahmer handelte.
Der Detektiv konnte nicht anders, immer und immer wieder hörte er sich diese Nachricht an.
>Key, du weißt, wo ich bin? Du weißt, wer ich bin? ... Nein, ausgeschlossen! Diesen Fall werde ich gewiss nicht abgeben. Spiele nur deine Spielchen, mir soll es recht sein.<
"Empfindest du es nicht auch als untypisch, L?"
Watari riss ihn wieder in die Wirklichkeit. Er hatte Recht, es sah Key nicht ähnlich. Der Ältere im Raum schien zu genau der gleichen Schlussfolgerung gekommen zu sein, wie er selbst. Dennoch, er musste jedem einzelnen Hinweis nachgehen.
"Ganz gleich, ich werde jeden Hinweis, jeden Wink mit dem Zaunpfahl, untersuchen."


Jetzt, wo er Key, Kiara Yoshida, vor sich hatte, konnte L es sich nicht erklären. Diese Frau war nicht böse, nicht von Grund auf. Irgendwo tief in ihr drin hatte sie ein gutes Herz.
Trotzdem hatte er keine Erklärung für das Geschehen von vor zwei Jahren. War es etwa nicht Key gewesen, die ihm diese Nachricht zugeschickt hatte?
Die Wahrscheinlichkeit lag bei neunundvierzig Prozent. Es gab Unterschiede.
Für ihn war es wichtig herauszufinden, wie Key noch so tickte. Dieser Kuss hatte dazu beigetragen, als sich ihre Lippen trafen, da hatte er festgestellt, dass etwas, das L nicht ganz genau bestimmen konnte, in ihr war, tief verborgen und kaum zu erreichen.
L konnte nicht sagen, was es war, aber es war durchaus etwas Gutes gewesen. Er würde dieses noch hervorholen, dessen war er sich sicher.
Das stete Gepiepe ihres Laptops nahm er allmählich als sehr nerventötendes Geräusch wahr.
"Du kannst die Nachricht entgegennehmen. Bei einem Anruf wäre das Piepen eine Oktave höher." An seinem Daumen kauend blickte der Detektiv überrascht auf. Key hatte sich an ein Fenster gestellt, eine ihrer Hände war in ihren Hosentaschen verschwunden, die andere verweilte an ihrem Kinn. Sie überlegte.
Auf dem Desktop des Laptops war eine Datei erschienen. Er zögerte nicht, diese zu öffnen. Sie enthielt eine Nachricht.
"Key, es ist eine Nachricht. Soll ich sie vorlesen?"
Von ihr kam nur ein Schulterzucken. Als Antwort genügte ihm diese Geste.
"Listig warst du ja schon immer, Key.
Warum solltest du auch Kira deine Dienste anbieten?
Ist dir L dazwischen gekommen?
Raffiniert ist und war er ja schon immer.
Sicher hat er dich aus der Bahn geworfen mit seinen Worten!
Obwohl es schwer vorstellbar ist.
Lange genug verfolgt er dich nun, studiert dich und...
lernt dich kennen, nicht so wie ich. Ich kann es nicht.
Trachtet er dir nach dem Leben? Möglich wäre es doch.
Ein Spiel spielt er mit dir!
Nur ein Spiel, für ihn ist es nicht mehr!
Es muss furchtbar sein.
Ich bin besorgt um dich, Key!!!
Natürlich, du bist stark, deine Persönlichkeit ist stark.
Sollte L zu gefährlich werden, bin ich da,
pass auf dich auf!
Ich werde nicht zulassen, dass er dir etwas tut!
Eingebildet ist er, eingebildet auf seine Fähigkeiten.
LA, es war in LA.
Spiel nicht mit dem Feuer, wenn etwas...
passieren sollte, wenn er dir zu nahe kommen sollte, dann bin...
ich für dich da. Halte dich fest, in dieser schweren Zeit.
Erledige du nur deinen Job, als Key, Key, wie wir sie alle kennen.
Lass Kira in Ruhe, sonst wird er noch...
erheblichen Schaden anrichten.
Noch mehr Menschen werden sterben!
Lebe!
Erfahre, wie es ist, zu lieben!!!

Nachtfalter werden über dich wachen."

Diese Nachricht, dieser Brief, er fand keine Worte dafür. Es klang merkwürdig, diese Nachricht war merkwürdig. Er war seltsam geschrieben, wirr und durcheinander. Seine Stirn hatte sich in Falten gelegt, er dachte nach.
"L, Sie können diese Nachricht löschen. Ich erhalte des Öfteren solche. Dies war nun die sechste von Nachtfalter.", die Worte der jungen Frau erklangen nüchtern, gelangweilt und desinteressiert durch den Raum. Der Detektiv kam nicht umhin festzustellen, dass sie wieder die höfliche Anrede nutzte.
Er war drauf und dran, diese Datei zu löschen, als ihm etwas ins Auge sprang. Es waren die Zeilenanfänge. Jeder Buchstabe der zu Anfang stand, stand sauber unter dem des vorherigen Satzes. Im Stillen las er die Nachricht noch einmal durch. Es war eine Botschaft an ihn.
>L, wir sollten ein Spiel spielen.<, der Text war nur Ablenkung, aber wie konnte sich Nachtfalter sicher sein, dass er diese Botschaft erhielt?
>Ein Spiel? Wer bist du, Nachtfalter, und was möchtest du? Du klingst nach einem Stalker und Keys Bemerkung lässt diesen Schluss ebenfalls zu.<
Er hörte, wie Key näher kam, sie blieb hinter ihm stehen.
"Diese Nachricht ist harmlos. Löschen Sie sie. Abgesehen davon möchte ich noch duschen, bevor ich zu Bett gehe. Also wenn Sie so nett wären, die Fesseln zu lösen."
Ihr Arm tauchte vor seinem Gesicht auf. Ohne Zögern entfernte er ihr die Fessel und ließ sie ziehen. Unauffällig schickte er Nachtfalters Datei an sich selber, dann löschte er diese.
Nachdem er gehört hatte, wie die Badezimmertür ins Schloss gefallen war, schaltete er Keys Laptop aus und setzte sich an seinen eigenen.
Ein Anruf ging ein.
"Hallo L. Erinnerst du dich an mich?"
Beinahe wäre er überrascht vom Sessel gefallen, als er ihre Stimme vernahm. Er hatte sie schon einmal vernommen, vor zwei Jahren. Es war zwar verzerrt gewesen, aber L war sich sicher! Es war dieselbe Frau.
"Ich muss dir noch gratulieren, L. Applaus an dich, du hast Beyond Birthday hinter Schloss und Riegel gebracht."
>Der BB-Fall. Es war nicht Kiara, die mir damals diese Nachricht zukommen ließ, nein es war...< Der Meisterdetektiv wurde aus seinen Gedanken gerissen, als er einen ganz bestimmten Namen vernahm.
"Ich bin Nachtfalter."
Eine Frau, eine Frau, die Key Nachrichten zukommen ließ. Eine Frau, die mit ihm spielen wollte.
"Ich sagte ja, ich möchte ein Spiel spielen. Es sieht wie folgt aus, L. Ich gebe dir ein Rätsel, du löst es. Das ist alles."
Diese Frau war gefährlich, dessen war er sich bewusst. Was passierte, wenn er nicht mitspielte?
"Und wenn ich nicht mitspiele? Was passiert dann, Nachtfalter?"
Er hatte sich versteift, wartete auf ihre Antwort, obwohl er sie schon kannte.
"Wie gesagt. Noch mehr Menschen werden sterben. Und?"
"Fangen Sie an."
Noch verstand der schwarzhaarige Detektiv ihr Handeln nicht. Es ergab keinen Sinn. Nachtfalter hatte jahrelang Nachrichten an Key verschickt, nur um dann in ihrer Letzten eine Botschaft für ihn zu verstecken? Was hatte das zu bedeuten? Wusste diese Verrückte um die Identität der Beiden? Beobachtete sie sie? Vielleicht wusste sie ganz genau, dass Key und er zusammenarbeiteten, um Kira zur Strecke zu bringen. Aber warum? Warum machte sie es sich selbst so schwer. Diese geheimnisvolle Frau konnte doch nicht wissen, dass er ihre Botschaft erhalten würde. Es sei denn, sie beobachtete sie.
Aber warum hatte sie ihn dann nicht direkt kontaktiert? Die Antwort war offensichtlich. Nachtfalter wollte spielen und sie setzte alles daran, sich einen Vorteil zu verschaffen.
Es war ihr egal, ob er mitspielte oder nicht, so oder so würden Menschen Gefahr laufen, getötet zu werden.
"Nun gut, L. Möge das Spiel beginnen, denke nicht zu viel über andere Dinge nach, ansonsten unterhält es mich nicht."
Ein Kichern drang an seine Ohren.
"Machen Sie sich darüber keine Gedanken, Nachtfalter. Meine Aufmerksamkeit liegt auf Ihnen."
"Gut so. Nun denn, hier kommt mein Rätsel für dich.", die weibliche Stimme am anderen Ende der Leitung klang erfreut, wie lange hatte sie diese Unterhaltung geplant oder viel mehr herbeigesehnt?
"Hat einst getragen graue Schuh,
lässt dich einfach nicht in ruh!
Ermittelst um die Welt,
verfolgst es, wie es dir gefällt."
Eine Pause erfolgte, sie ließ ihm Zeit, um nachdenken zu können. Sein Daumen hatte wie selbstverständlich seinen Platz an seinen Lippen gefunden.
>Es geht um eine Person, jemand der graue Schuhe getragen hat. Wahrscheinlich geht es um einen Menschen, den ich während meiner Ermittlungen gestellt habe. Ich verfolge etwas um die Welt? Ich verfolge interessante Fälle. Geht es darum?<
"Ist wie ein Eisberg, kalt und fern,
unnahbar wie ein Stern.
Dir entgegenblickt das Espenlaub,
kommt dir vor, wie lästiger Staub."
Verwirrt zog der Meisterdetektiv die Stirn kraus.
>Ein Eisberg? Kalt und fern? Unnahbar wie ein Stern...Gefühle? Nein, Charaktereigenschaften. Espenlaub? Espenlaub, das mir entgegenblickt...die Farbe von Augen? Meint sie das damit? Etwas das mir vorkommt wie lästiger Staub? Geht sie davon aus, dass besagte Person mir lästig war oder ist?<
Der Detektiv wurde erneut aus seinen Überlegungen gerissen.
"Hinfort spült Wasser all den Dreck,
taucht plötzlich auf, ein roter Fleck.
Zu Boden fällt der Körper,
so werde ich zu ihrem Mörder.", die nächste Strophe wurde gesungen, die Laune Nachtfalters schien ihren Höhepunkt zu erreichen. Im Hintergrund hörte L das Laden einer Waffe.
>Wasser. Wasser das Dreck hinfort spült. Keine Wolke ist am Himmel zu sehen, also kein Regen. Ein roter Fleck? Dieser muss für Blut stehen. Ein Körper der zu Boden fällt und Nachtfalter somit zu einer Mörderin macht. Jemand stirbt, wird sterben. Gleich.<
L verkrampfte sich. Er wusste, es ging um das Leben eines einzelnen Menschen, einer Frau. Doch er hatte zu wenig Hinweise auf das besagte Opfer. Sie wiederholte ihr Rätsel singend für ihn.
"Hat einst getragen graue Schuh,
lässt dich einfach nicht in ruh!
Ermittelst um die Welt,
verfolgst es, wie es dir gefällt.

Ist wie ein Eisberg, kalt und fern,
unnahbar wie ein Stern.
Dir entgegenblickt das Espenlaub,
kommt dir vor wie lästiger Staub.

Hinfort spült Wasser all den Dreck,
taucht plötzlich auf, ein roter Fleck.
Zu Boden fällt der Körper,
so werde ich zu ihrem Mörder."

Diese Frau hatte eindeutig ihren Spaß, L hingegen verzog nur säuerlich sein Gesicht. Er spitzte die Ohren, im Hintergrund konnte er vereinzelte Geräusche ausmachen. Wind der kräftig blies, Autos in der Ferne. Sie musste von draußen anrufen. Der Schwarzhaarige zog sein Handy aus der Tasche und wählte Wataris Nummer. Dieser erschien umgehend still schweigend in der Tür.
"Bist du noch da, L? Ich höre nichts mehr von dir. Denkst du noch nach?", Nachtfalter trällerte ihm entgegen. Anhand von Wataris Gesichtszügen erkannte er, dass auch der Ältere die Stimme erkannt haben musste. Leise setzte er sich an seinen Laptop und begann mit der Ortung. Es stand für ihn außer Frage dieser Frau länger freie Hand zu lassen.
>" denke nicht zu viel über andere Dinge nach".<, ihre Forderung hallte in seinem Kopf nach, diese war ihm schon zu Anfang seltsam erschienen.
"Weil du es bist, gebe ich dir einen letzten Hinweis.", die Stimme Nachtfalters hatte einen aufgeregten Unterton bekommen, seine Zeit war beinahe um.
"Drum sing ich dieses Lied,
sodass das nun geschieht!
Ein Schlüssel geht verloren,
so werd‘ ich neugeboren!"
>Schlüssel.<, des Rätsels Lösung war nahe, L spürte es. Dennoch, Nachtfalter ließ ihn keine Zeit mehr. Der Meisterdetektiv schaute zu Watari.
"Game over, L."
Sie legte auf, die Verbindung brach ab. Er hatte verloren, war nicht schnell genug gewesen. Seine Gedanken rasten.
"Jemand der graue Schuhe getragen hat, eine Frau. Eine Frau die mich nicht in Ruhe lässt. Ich verfolge diese Frau um die Welt, ermittle gegen sie. Ihr Charakter ist kalt, fern und unnahbar. Grüne Augen, sie sind wie Espenlaub. Wasser das Dreck hinfort spült, roter Fleck, Blut. Ein Körper der zu Boden fällt. Nachtfalter wird zu IHREM Mörder. Ein Schlüssel. Schlüssel, KEY!"
L sprang auf und hetzte so schnell es ihm möglich war in Richtung des Badezimmers. Ohne innezuhalten stürmte er dieses. Vor ihm stand Kiara, gerade frisch geduscht, erschrocken hielt sie sich ein Handtuch vor den nassen Körper. In ihrem Gesicht konnte er sämtlichen Hass ausmachen, die sie ihm gegenüber jemals verspüren musste.
"L! DU VERD..."
Die junge Frau kam nicht viel weiter mit ihrer Beschimpfung. In weniger als fünf Sekunden hatte er Key gepackt, sich mit ihr umgedreht und sich zu Boden geschmissen. Er begrub sie mit seinem Körper. Im selben Moment zersprang das Glas des Fensters, ein Schuss war zu hören.
Um den Schützen keine weitere Gelegenheit auf einen Schuss zu geben, schupste er Kiara vor sich her aus dem Badezimmer hinaus. Die junge Frau vor ihm war zu einer Säule erstarrt, sie bewegte sich nicht von alleine und sprach nicht.
"Watari! War die Ortung erfolgreich?"
Der Detektiv schlang ein Handtuch um Kiaras Körper, für diesen hatte er keinerlei Beachtung übrig.
Auf seine Frage hin erschien Watari, er wirkte erleichtert seine frühere Schutzbefohlene wohlauf zu sehen.
"Ich habe Herrn Yagami und Aizawa verständigt. Sie befanden sich gerade zu diesem Zeitpunkt vor dem Hotel. Ich habe angeordnet, dass Nachtfalter umgehend in unseren Verhörraum gebracht wird." L war zufrieden.
"Sorge dafür, dass sie es so unbequem wie möglich hat und..."
"Moment mal! Nachtfalter?! Es war Nachtfalter, die mich gerade beinahe umgebracht hätte?!"
Die Frau neben ihm schien aus ihrer Starre erwacht zu sein. Verkrampft umklammerte sie ihr Handtuch.
Sie wirkte gefasst und äußerst wütend.
"Das ist korrekt, Key. Vor zwei Jahren nahm ich an, dass du mit BB zusammengearbeitet hast. Damals nahm diese Frau Kontakt mit mir auf, sie stellte sich selber als Key vor. Sie riet mir, mich aus diesem Fall zurück zuziehen, da ich diesem und ihr nicht gewachsen sei. Ich nehme an, sie wollte über dich an mich herankommen. Weiteres werden wir erst durch ein Verhör in Erfahrung bringen."
"Verstehe ich das richtig? Diese blöde Schlampe hat sich als Key ausgegeben? Und sie war der Meinung, besser als du zu sein?!", ihre Stimme klang erbost. Der schwarzhaarige Detektiv unterzog sie einer genaueren Betrachtung. Ihre nassen, schwarzen Haare klebten an ihrer blassen Haut, Wassertropfen liefen an ihr herunter und eine leichte Gänsehaut überkam sie.
"Du solltest dir schnell etwas anziehen, es sei denn, du möchtest dich erkälten."
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