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Kleiner Engel

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 Slash
Akashi Seijūro Kuroko Tetsuya
27.08.2015
24.11.2017
58
95.885
26
Alle Kapitel
146 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
21.11.2017 2.275
 
Heeyy :D
Ihr habt es fast geschafft. Dies hier ist das vorletzte Kapi :D Haach ja~ Schön~

Vielen Dank für die lieben Reviews. Ich hatte Sorge mein Nachwort würde mehr abschrecken als aufrufen. Aber ich freue mich dass es immer noch so wundervolle Menschen gibt wie euch.


Ich werde nach dem nächsten Kapi etwas mehr Vor-/ und Nachwort haben, daher lasse ich euch hier in Ruhe ^^ Viel Spaß beim lesen  ~







Midorima POV

Ich verabschiedete mich von dem in Mitleid gezogenen Kuroko und machte mich auf den Weg zu meinem Auto.
Ich musste etwas unternehmen. Es war klar, dass Akashi ihm das angetan hatte, sonst hätte Kuroko nicht versucht alles abzuschwächen. Ich konnte auch nachvollziehen, warum der Kleine ihn beschützte. Akashi war instabil. Er war eine Gefahr für sich und andere. Doch allein konnte ich nicht viel ausrichten.
Ich fuhr zu dem großen Haus in der gehobenen Siedlung und klingelte. Aomine öffnete mir die Tür. Er schien nicht überrascht zu sein mich hier zu sehen.
„Kuroko?“, fragte er nur.
Ich nickte und er ließ mich eintreten. Kise schien arbeiten zu sein.
Aomine erzählte mir, dass Kuroko bei ihm angerufen habe und sich komisch angehört hatte.
Ich klärte ihn über den Stand der Dinge auf.
Er war geschockt, fing sich aber schnell wieder. „Was können wir tun?“
„Ich befürchte, nicht allzu viel. Es ist eine Sache zwischen Akashi und Kuroko. Aber Kuroko nimmt Akashi zu sehr in Schutz. Er gibt sich selbst die Schuld dafür, was mit ihm passiert ist. Und ich gehe nicht davon aus, dass sie sich damals wirklich ganz ausgesprochen haben. Es schien eine Weile funktioniert zu haben, doch soetwas wie ein psychisches Trauma lässt sich nicht verdrängen. Tatsächlich ist das einzige was wir tun können, die beiden miteinander reden zu lassen. Und wir sollten dabei sein, sodass das gleiche nicht nochmal passiert. Ich vermute, dass Kuroko mit Akashi über ihre Probleme reden wollte, aber... naja du weißt ja wie Akashi tatsächlich reagiert hat. Das darf auf keinen Fall noch mal passieren!“
Aomine stimmte mir zu.
Wir saßen noch bis tief in die Nacht an einem Plan, wie wir Kuroko vor Akashi und Akashi vor sich selbst retten konnten.

Akashi POV

Mein Kopf fühlte sich leer an. Er war erfüllt von Nichts. Ein tiefes Nichts. Wie ein langer Korridor, der nie zu enden scheint. Nur Schwarz, nur Leere, nur... Nichts.
Langsam kamen die Erringungen wieder. Ich erwachte aus einer Art Trance.
Ich hatte noch immer sein Blut an meinen Händen. Kurokos Blut... Ich wusste, was ich getan hatte. Ich hatte mir selbst dabei zugeschaut, wie in einem Traum konnte ich sehen was ich tat, konnte es aber nicht kontrollieren. Mein Innerstes schrie. Und es hörte nicht auf zu schreien. Ein ewig währendes, markerschütterndes Geräusch. Immerwährend. Unaufhörlich.
Ich zog die Beine an meinen Körper und schaukelte hin und her. Mein ganzer Körper zitterte.
Was hatte ich nur getan? Was hatte ich getan? Was? Es war unverzeihlich! Ich spürte nur Verachtung für mich selbst. Purer Hass durchzog meinen ganzen Körper. Purer Selbsthass.
„Was? Was? WAS?“, immer wieder wiederholte ich es. Immer wieder kehrten die Erinnerungen zurück. An ihn, an mich. An... das... „Nein, nein, nein! Hört auf!“ Mein Innerstes hörte nicht auf zu schreien.
Schreie....
Schreie....
Schreie....
Zu viel! Viel zu viel!
Kuroko wird mich nun sicher hassen! Wie sollte er auch nicht, nach dem... was ich ihm angetan hatte? Es war logisch, dass er mich hassen würde. Ich hatte alles zerstört. Ich hatte alles zunichte gemacht. Ich hatte gedacht, dass ich ihn zurückgewinnen konnte und meine Psyche zurückhalten könnte. Das... DAS nicht herauskommt. Doch ich hatte falsch gedacht. Ich hatte gehofft, dass Kuroko mich retten würde, doch je länger ich bei ihm blieb, desto schwieriger war es ihm nicht wehzutun. Ich wollte Kuroko nicht wehtun, aber es war unvermeidlich, wenn ich bei ihm blieb. Ich hatte doch... Ich hatte es doch versucht. 6 Jahre lang hab ich ihn vor mir beschützt! Doch ich hatte alles nur noch schlimmer gemacht. Alles war schlimmer, grausamer, dunkler. Auch Kurokos Licht schien langsam zu erlöschen, seine Flügel waren nun fast ausschließlich schwarz. Ich hatte ihn geschändet... So sehr geschändet. Es war unverzeihlich. Ich... Ich hatte Kuroko darum gebeten, mit mir zusammen zu sein. Ich habe all dies angefangen in dem Moment als ich Kuroko zu mir genommen habe. In dem Moment wo ich ihn auf der Straße sitzend gesehen hatte, in seine Decke gewickelt, frierend. Es war alles meine Schuld, von Anfang an. Ich hatte ihr zerstört.
Alles meine Schuld...
Alles meine Schuld...
Alles meine Schuld...
Hätte ich ihn doch niemals aufgenommen. Würde ich mich dann genauso fühlen? Wahrscheinlich nicht, denn ich hätte niemals die Wärme der Liebe kennengelernt. Doch was war die schon wert wenn auf der anderes Seite eine Trauer herrschte, die ich nie für Möglich gehalten hatte. Ein Abgrund, zu tief um ihn zu überqueren und zu steil um aus  ihm wieder herauszukommen.

Nach einigen Stunden hatte ich mich wieder einigermaßen gefasst. Ich hatte mir in meiner Trance ein Hotelzimmer gemietet in dem ich allein sein konnte. Es war kein Sternehotel, aber es hatte ausgereicht um in Selbsthass und Selbstmitleid zu baden, bis ich mich wieder gefasst hatte. Ich fuhr nicht nach Hause. Ich konnte Kuroko nicht in die Augen sehen. Nicht nach...
Erneut blitzen mir die Bilder von diesem... Ereignis durch den Kopf. Ich musste sie verdrängen, um nicht noch einmal zusammenzubrechen. Also tat ich es. Ich schob sie tief in mein Unterbewusstsein.
Ich fuhr zu einer Bar, die ich früher öfter besucht hatte und bestellte mir einen Whisky. Dann einen zweiten und so weiter...

Nach einer Stunde klingelte mein Handy. Kuroko... Ich war noch nicht betrunken genug um dies jetzt zu verkraften ohne... Aber ich wollte mit Kuroko reden, also bezahlte ich schnell und ging zum Auto. Dann nahm ich den Anruf an.
„Kuroko“, sagte ich sanft.
„Akashi“, erwiderte dieser.
„Wie geht es dir?“, fragte ich vorsichtig. Ich war bestimmt der letzte von dem er das gefragt werden wollt.
„Ganz okay. Wo bist du?“
„Weg, warum?“
„Kommst du wieder?“, seine Stimme klang verletzlich. Als wenn eine falsche Antwort seinen Tod bedeuten würde.
„Wenn du das möchtest. Aber ich kann auch wegbleiben wenn es besser ist“
„Nein“, antwortete er nur.
„Was nein?“, fragte ich behutsam.
„Komm Heim. Wir können das nicht einfach im Raum stehen lassen!“
Ich seufzte leise. Aber ich wusste, dass er Recht hatte. Mein Kopf war jetzt um einiges klarer. Ich konnte wieder einigermaßen normal denken. „Okay, ich bin in 10 Minuten da“
„Bis gleich“, sagte er nur und legte dann auf.
Ich fuhr los und schlängelte mich durch den regen Verkehr in Tokyo. 9 Minuten später war ich angekommen und fuhr hoch zur Wohnung.
Ich war mir unsicher, ob ich anklopfen sollte, aber schließlich war das hier meine Wohnung. Also schloss ich langsam die Tür auf und trat ein.
Kuroko saß, übel zugerichtet, am Esszimmertisch zusammen mit Aomine und Midorima. Ich beachtete die beiden gar nicht, sondern starrte nur Kuroko an. Ich hatte ihm angetan. Ich allein.
Selbsthass bahnte sich wieder einen Weg nach oben und vergiftete meinen Verstand. Meine Miene verfinsterte sich. Ich musste diesen Hass verbergen. Und das ging nur mit meiner Maske. Also setzte ich diese auf. Und meine Miene wandelte sich von Finster zu Emotionslos.
Ich wusste, dass sie mich alle beobachteten. Jede Bewegung studierten.
Ich schaute wieder zu Kuroko. Schuldgefühle versuchten nach außen zu treten, doch die Maske war zu stark.
Ich ging zur Küche und machte mir einen Tee. Auch diese Bewegungen wurden eindringlich studiert. Ich setzte mich mit meiner frisch aufgebrühten Tasse Tee zu ihnen an den Tisch. Weiterhin schaute ich nur Kuroko an und hasste mich mit jeder Sekunde mehr.
„Hallo Kuroko.“ Ich richtete meinen Blick kurz auf die anderen. „Ihr seid natürlich auch Willkommen“ Ich wendete meinen Blick wieder auf Kuroko und nährte den Hass.
„Hallo Akashi“, sagte Kuroko leise.
Ich versuchte ihm einen Blick voller Zuneigung zuzuwerfen, doch meine emotionslose Maske verhinderte dies. Stattdessen schaute ich ihn einfach nur weiter kühl an.
„Akashi... wir sind uns bewusst das du das Kuroko angetan hast“, sagte Midorima ruhig.
Ich wandte meinen Blick zu ihm.
„Und wir wissen auch, was du ihm angetan hast. Kuroko hat es uns erzählt“
Ein Stich zuckte durch mein Herz. Es war aus. Vorbei. Sie würden ihn mir wegnehmen. Dann war alles vorbei. Diese Beziehung, dieses Leben...
„Aber wir wissen auch, dass es nicht der richtige Akashi war, der gehandelt hat.“ Midorima sah zu Aomine rüber, der das Wort übernahm. „Wir wollen verstehen, warum du so... anders bist. Aber wir werden Kuroko unter allen Umständen beschützen“
„Ich... bin euch wirklich dankbar dafür“, sagte ich ehrlich. „Ich wüsste sonst nicht was ich tun würde... Wobei, eigentlich wüsste ich es, und es wäre nicht gut. Also danke, dass ihr auf ihn aufpasst. Mir ist diese Ehre leider nicht mehr vergönnt.“
„Bitte, sprich mit Kuroko darüber. Über alles. Wir sind nur da um im Notfall einzugreifen oder gegebenenfalls noch ein paar Fragen zu stellen“, erklärte Midorima.
Ich nickte. „Okay“
Dann wandte ich mich also zu Kuroko, dankbar, dass Midorima und Aomine da waren. Aus irgendeinem Grund obsiegte die Dankbarkeit über die Scham, dass diese beiden nun etwas sehr persönliches mitbekommen würden. Doch ich wüsste nicht, ob ich es über die Lippen bringen würde, wären sie nicht da.
„Es... tut mir leid, Kuroko. So unglaublich leid!“
Kuroko schloss nur verständnisvoll die Augen. „Ich weiß, Akashi. Ich bin dir nicht böse. Es warst nicht du. Jetzt bist du mehr du. Ich will nur wissen, was mit meinem alten Akashi passiert ist. Abgesehen von der Sache mit deinem Onkel“
Ich nickte und schaute in meine Tasse. „Es... ist schwer zu erklären“
„Liebst du mich noch, Akashi?“, fragte Kuroko abrupt.
„Ja“
Kuroko seufzte erleichtert. „Gut. Versuche einfach zu erklären wie es dir während solcher... Anfälle geht und was der Grund dafür ist. Ich denke, das wird einiges erklären.“
„Nun... währenddessen ist es wie in einer Trance. Ich sehe was passiert, doch ich kann nicht eingreifen. Als würde jemand oder etwas anderes meinen Körper steuern. Es... ich hab mit angesehen, was es mit dir gemacht hat. Und ich hasse mich dafür nicht mehr machen zu können. Ich... die letzten Tage bin ich so erfüllt von Selbsthass und Schuldgefühlen und... vor allem Angst“
„Vor was hast du Angst, Akashi?“, fragte Kuroko leise.
„Vor mir.“, sagte ich kurz.
„Bitte erkläre das weitergehend“, mischte sich Midorima kurz ein.
Ich nickte kurz. „Es... als ich die 6 Jahre weg war, hasste ich mich selbst dafür dich verlassen zu haben und hatte Angst vor deiner Reaktion, wenn ich irgendwann wieder vor dir stehe. Doch als sich dann alles zum Guten gewendet und du auch noch meinen Antrag angenommen hast... Ich war so unglaublich glücklich, dass ich dachte ich könnte... diese eine Sache verdrängen. Ich dachte ich brauchte mich nicht mehr vor mir selbst zu fürchten und was ich dir antun könnte, doch ich lag falsch. Ich... konnte es nicht verhindern... Wie damals...“
„Was ist damals passiert?“, fragte Aomine nun.
Ich senkte den Blick auf die Holzmaserung des Tisches.
„Als ich weg war, hatte ich jemanden der mir sehr Nahe stand. Ich verbrachte viel Zeit freiwillig mit ihr. Sie war zu einer sehr guten Freundin geworden. Sie war noch eine recht junge Frau, wunderschön, freundlich... einfach perfekt. Viel an ihr hat mich an dich erinnert, Kuroko. Vielleicht mochte ich sie deswegen... Auf jeden Fall führte ich meine Geschäfte ja in unter anderem Deutschland. Sie war eine Deutsche. Und, irgendwann, hörte ich ein Gerücht dass eine junge Deutsche ein aufsteigender Stern im Drogen-Milieu war. Ich hatte sie zunächst nicht verdächtigt, doch die Beweise spitzten sich auf sie zu, bis ich mit fast sicher war, dass sie es war. Und ich... hab sie umgebracht. Ich hatte so viel Zeit mit ihr verbracht und mich tatsächlich an ihre Anwesenheit gewöhnt. Und als ich sie umbrachte, ohne mit der Wimper zu zucken und ohne jegliches Gefühl der Reue wurde mir klar, was für ein Monster ich war... Ich immer noch bin. Mir wurde klar, dass Kuroko niemals sicher bei mir wäre, wenn ich zu so etwas war. Und ich erschreckte mich vor mir selbst. Seitdem habe ich ständig Angst, jemanden etwas antun zu können, der mir viel bedeutet. Sogar euch“, ich deutete auf Midorima und Aomine „Ich würde es mir nie verzeihen, euch etwas angetan zu haben. Und bei Kuroko will ich mir das gar nicht vorstellen“ Ich schwieg und versank in meinen eigenen Gedanken.
„Wieso hast du mir das nicht schon viel früher erzählt?“, fragte Kuroko nun.
„Ich hatte Angst, dass du dich von mir entfernst, wenn du erfährst, dass ich die Gedanken dir etwas anzutun bekämpfen muss.“
Kuroko schüttelte sanft den Kopf „Nicht doch! Ich habe dir doch gesagt, dass ich immer bei dir bleiben werde. Ich werde dir helfen. Wir werden das alle“ Kuroko schaute zu den beiden anderen rüber.
Midorima wirkte sehr nachdenklich, während Aomine mich einfach nur entgeistert anschaute.
„Also mich wundert es ja nicht dass du so abgefucked bist nach dem ganzen Scheiß den ich heute über dich gehört hab“, bemerkte Aomine und lehnte sich an seinem Stuhl zurück. „Erst deine Kindheit, dann dein Onkel und jetzt sowas. Kein normaler Mensch würde sowas aushalten. Und von deinem Medikamentenkonsum hatte ich vorher auch nicht gewusst. Du musst ja echt viel davon gefressen haben um mit deinem Leben klarzukommen“
Ich sah ihn an, ohne etwas darauf zu entgegnen. Kuroko hatte ihnen anscheinend alles erzählt. Aber das war mir egal. Ich wollte ein normales Leben in dem ich Kuroko lieben konnte ohne den Gedanken daran zu haben, Gefahr zu laufen ihn jederzeit töten zu können.
„Akashi! Wir schaffen das! Gemeinsam!“, sagte Kuroko aufmunternd und küsste mich sanft.
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