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Kleiner Engel

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 Slash
Akashi Seijūro Kuroko Tetsuya
27.08.2015
24.11.2017
58
95.885
26
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
29.05.2017 1.195
 
Akashi POV

Ich lag in meinem Krankenbett und starrte an die Decke. Mir war langweilig. Mein Leben, mein einst so perfektes Leben, brach zusammen. Es brach zusammen in dem Moment, in dem Kuroko mich verlassen hatte und seit dem bröckelte Stück für Stück alles in sich zusammen. Mein Leben war trostlos, es gab keinen Ausgleich für das Loch, welches Kuroko hinterlassen hatte. Keinen Ausgleich für die Leere die mich erfüllte. Die Leere die die letzten 5 Jahre mein Begleiter war, egal wohin ich auch zu gehen vermochte.

Es klopfte.
„Herein“
Ein Engel betrat mein Zimmer. Seine blauen Haare wippten bei jedem Schritt.
„Guten Morgen, Akashi“
Meine Miene versteinerte. Ich durfte nun keine Gefühle mehr zeigen. Ich durfte alles nur dosiert zulassen, jede Antwort aufs genaueste Abschätzten, sonst würde der Engel vor meinen Augen zerfallen.
„Guten Morgen“, entgegnete ich monoton.
„Gut geschlafen?“, fragte Kuroko und es war ein Anflug eines Lächeln auf seinen Lippen zu vernehmen.
„Ging, du?“
„Ging“, log er. Seine Augenringe verrieten, dass er gar nicht geschlafen hatte, ich ließ es aber darauf beruhen. „Ich hab dir was zum Frühstücken mitgebracht“
„Danke“, sagte ich verwundert.
Er legte die Tüte mit dem Gebäck auf den Tisch, der neben meinem Bett stand.
„Setz dich“, bot ich ihm an.
Er setzte sich nicht auf den Stuhl, den ich ihm anbot, sondern auf die Bettkante. Er schien den Kontakt nicht vermeiden zu wollen. Das erleichterte mich ungemein.
„Was verschafft mir die Ehre?“, fragte ich während ich einen Donut aus der Tüte fischte.
„Ich wollte mit dir reden. Ich will Antworten.“
„Ich befürchte, die kann ich dir nicht geben“, murmelte ich, während ich auf dem Donut rumkaute.
„Warum nicht?“
„Weil sie nicht für deine Ohren bestimmt sind.“
„Wie darf ich das den verstehen?“, fragte er leicht gereizt.
Ich schwieg. Ich WOLLTE ihm schlicht und ergreifend nicht antworten. Ich wollte nicht, dass solch traurigen Worte seine Ohren erreichten.
„Wo warst du? Wo warst du all die Jahre?“, fragte er dennoch.
Das war eine Frage, die ich neutral beantworten konnte. „Mal hier, mal dort. Hauptsächlich in Europa und Amerika.“
„Was wolltest du dort? Was hast du dort gemacht?“
„Ich bin Geschäften nachgegangen.“
„Warum bist du gegangen? Warum hast du mich allein gelassen?“
Diese Frage fürchtete ich. Diese Frage war so gefährlich. Ich konnte jederzeit etwas Falsches sagen. Jedes falsche Wort könnte alles zerstören.
„Kuroko... ich bin gegangen um dich zu retten. Ich bin gegangen, um dir ein gutes und sicheres Leben zu gewährleisten. Ich wusste, dass du niemals ein normales Leben führen könntest wenn ich an deiner Seite bin. Ich musste gehen, ich musste gehen um dich zu retten.“
Stille. „Akashi... Liebst du mich?“
Verdammt. Ich antwortete nicht. Ich konnte ihm die Antwort nicht geben.
„Akashi!“, beharrte er.
Ich seufzte und verputzte den Rest des Donuts. „Finde es doch heraus“, sagte ich schließlich und lächelte leicht.
„Ist es nicht einfacher wenn du mit ja oder nein antwortest?“
„Einfacher ja, aber nicht ansatzweise so interessant.“
Kuroko sah mich lange an, mit leerem Blick, als ob er gerade einen inneren Dialog führen würde.
„Wie soll ich das herausfinden?“, fragte er dann.
„Geh mit mir aus“, sagte ich und sah ihm direkt in die Augen. „Geh mit mir essen“
„Wa-?“, fing er an doch ich legte ihm einen Finger auf die Lippen.
„Wir gehen essen und dann kannst du mich absolut alles fragen, was dir auf dem Herzen liegt“, bot ich an.
Er dachte über diesen Vorschlag nach.
„Und denk gar nicht erst daran mich bei dieser Gelegenheit zu töten“ Ein schelmisches Lächeln legte sich auf meine Gesichtszüge.
„Gut“, stimmte er grummelnd zu. „Wann?“
„Wenn ich hier raus kann. Und bis dahin sortierst du dich und stellst deine Fragen zusammen. Du weißt nicht ob dies unser letztes Treffen sein wird. Ich weiß es auch nicht. Besuche mich nicht, kontaktiere mich nicht. Ich werde dir dann Bescheid sagen.“

Kuroko POV

Es waren einige Wochen vergangen. Akashi schien sich gut zu erholen und würde heute aus dem Krankenhaus entlassen werden. Heute war unser Essen. Unser 1. und vielleicht letztes friedliches Treffen seit über 6 Jahren. Ich musste zugeben, ich war unglaublich aufgeregt. Ich hatte mich an Akashis Bedingungen gehalten und ihn weder kontaktiert noch besucht. Ich hatte mich allerdings regelmäßig über seinen Zustand erkundigt.
Ich stand vor dem Spiegel und sah auf meine Armbanduhr. 17:00 Uhr. In einer Stunde sollte ich Akashi in einem 5-Sterne Restaurant treffen der Extraklasse. Er hatte sich nicht verändert in all den Jahren.
Ich betrachtete mein Spiegelbild. Ich hatte, wie so häufig, starke Augenringe, da ich diese Nacht mal wieder nicht schlafen konnte. Meine blauen Haare standen in alle Richtungen ab und ließen sich kaum bändigen. Ich musste mal wieder zum Frisör fiel mir auf als ich eine Strähne zwischen meinen Fingern drehte.
Ich war so unglaublich aufgeregt. Und ich wusste nun warum. Ich hatte die Wochen genutzt und hatte über alles nachgedacht. Ich hatte alles, was je zwischen mir und Akashi vorgefallen war Revue passieren lassen. Und ich habe einen Entschluss getroffen.
Um 17:30 Uhr stieg ich in mein Auto und fuhr knapp 15 min zu dem Restaurant. Ein Rezeptionist begrüßte.
„Guten Tag“, erwiderte ich höflich. „Ich bin hier verabredet mit Akashi Seijuro“
„Aber sicher Kuroko-sama. Hier entlang bitte.“ Er führte mich zu einem 2-er Tisch der sehr viel Privatsphäre bot. „Ich bin sicher Akashi-sama wird bald hier eintreffen. Darf ich ihr Jacket abnehmen?“
„Nein danke“, lehnte ich mit einem höflichen aber distanziertem Lächeln ab.
Der Mann nickte. „Darf ich ihnen schon einmal ein Getränk bringen solange sie warten? Ich kann ihnen bestens unseren Wein 2001er Jahrgang empfehlen.“
„Gern“, sagte ich und nahm platz.
Der Rezeptionist verschwand und kam nach ein paar Minuten mit einer bereits geöffneten Flasche zurück. „Ich habe mir erlaubt den Wein schon ein mal atmen zu lassen“, erklärte er Fachmännisch, als er meinen skeptischen Blick bemerkte.
Verdammt, ich musste mich beruhigen. Nicht jeder hier wollte mich umbringen. Doch ich war so paranoid, dass ich sogar dachte der Wein wäre vergiftet.
Anscheinend war der Rezeptionist nun unser persönlicher Kellner für diesen Tag. Er schüttete mir einen Schluck des roten Weins in mein Weinglas und entfernte sich dann.
Zögerlich roch ich an dem Wein. Er roch wirklich vorzüglich. Trocken, und dennoch fruchtig und frisch. Ich nippte zaghaft und der angenehme Geschmack des Rieslings breitete sich in meinem Mund aus. Es war ewig her, dass ich so einen teuren Wein getrunken hatte. Ich hatte in den letzten 6 Jahren nie in Gesellschaft getrunken und wenn ich getrunken hatte, tat ich dies allein und mit dem billigsten Fusel den ich gefunden hatte.

Und da sah ich ihn. Rote Haare, perfekt sitzender Anzug, seriöses und absolutes Auftreten. Unser Rezeptionist/ Kellner nahm ihn in Empfang und geleitete ihn zu mir. Sein Blick heftete sich auf mich. Kalt und doch irgendwie warm. Es war beides. Und auf einmal verstand ich. Akashi ging es genau wie mir. Er machte das selbe durch wie ich, wenn nicht sogar schlimmeres.
„Guten Abend, kleiner Engel“




... Hey ^^' Diesmal hab ich glaub ich echt zu lang gebraucht... Naja dafür hab ich euch am Anfang mal in Ruhe gelassen :D Danke fürs lesen und dabeibleiben :D

Bis dann

Sabi-chan :3
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