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Kleiner Engel

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Akashi Seijūro Kuroko Tetsuya
27.08.2015
24.11.2017
58
95.885
27
Alle Kapitel
146 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
11.01.2017 1.541
 
Heyho~ Ich habs mal wieder geschafft :D hier ist ein neues Kapi :3 Viel Spaß beim lesen :D





Kise POV

„Schaaaaaaaaatz~“, trällerte ich und hüpfte zu Aomine, der mich teils skeptisch, teils belustigt musterte. Er kannte meine Kindische und Sprunghafte Art, wusste aber meist nicht damit umzugehen. Ich fiel ihm um den Hals. Mein Ehemann schlang seine starken Arme liebevoll um mich und drückte mich an sich. Ich liebte ihn mit jeder Faser meines Körpers und er liebte mich gleichermaßen.
Ein Lächeln zeichnete sich auf seinen Perfekten Gesichtszügen. „Was ist denn los?“, fragte er.
„Tetsu kommt heute zum Abendessen“, sagte ich und grinste zurück.
„Das freut mich“, entgegnete er.
Ich nickte eifrig und erhaschte einen Kuss von meinem Liebsten.
Es war 6 Jahre her, seit Aomine und ich geheiratet hatten. Und ebenso lange, seit Akashi verschwunden war. Er war gegangen, ohne jemandem Bescheid zu sagen. Von heute auf morgen war seine Wohnung leer geräumt und er spurlos verschwunden. Seine Arbeitsstelle hatte gesagt, dass Akashi schon 3 Wochen bevor er verschwunden war gekündigt hatte. Niemand wusste wie er so schnell und spurlos verschwinden konnte. Und niemand wusste wo er war. Er hatte sich nie gemeldet oder gar angerufen. Es war, als hätte er nie existiert.
Tetsu war kurz danach bei uns aufgetaucht und hatte um Unterkunft gebeten. Er wusste also, dass Akashi weg war. Ich hatte ihn hinein gelassen, ohne mir groß Gedanken darum zu machen. Ich dachte, er wolle nur ein paar Tage hier wohnen. Das tat er auch. Er bat mich um Hilfe einen Job zu finden, damit er auf eigenen Füßen stehen konnte. Ich konnte verstehen, dass er nicht auf ewig auf uns angewiesen sein wollte. Ich half ihm und er fand einen relativ gut bezahlten Job als Putzkraft. Nebenbei hatte er angefangen sein Studium fortzusetzen. Er studierte Jura. Das war ein teures Unterfangen, doch ich und Aomine hatten ihm eine Menge zugesteuert und ihm das Studium bezahlt.
Pünktlich um 6 klingelte es an der Tür. Kuroko stand in gepflegtem Outfit vor der Tür. Sein Haar konnte er aber, wie immer, nicht bändigen und es hing ihm strähnenhaft ins Gesicht. Ich umarmte ihn zur Begrüßung, was er auch erwiderte. Seit Akashis Verschwinden waren wir alle näher zusammen gekommen. Kuroko besuchte uns alle paar Wochen. Doch heute war ein besonderer Tag.
„Herzlichen Glückwunsch!“, gratulierte ich ihm.
Er zeigte keine Regung. „Danke“, antwortete er ruhig. So war Kuroko. Er war ruhig und meist teilnahmslos. Er zeigte nie Gefühle und dachte rational. Wie Akashi damals. Nur, dass Kuroko viel niedlicher war und sich zumindest bemühte so zu tun, als wären wir ihm nicht egal. Tatsache war allerdings, dass Kuroko sich seit damals stark verändert hatte. Das fiel nur niemandem auf, da er eh so eine schwache Präsenz hatte. Er war verschlossen und empathielos.
Ich bat ihn herein, wo er auch von Aomine umarmt und beglückwünscht wurde. Er bedankte sich höflich aber distanziert.
Ich lotste alle ins Esszimmer wo ich das Abendessen auftischte. „Lasst es euch schmecken“, wünschte ich allen.
Grund für dieses Abendessen war Kurokos vollendetes Jurastudium. Er hatte mit einem ausgezeichnetem Abschluss abgeschlossen, was ihn sofort an die besten Positionen katapultierte. Soweit ich mitbekommen hatte, hatte sich Kuroko auf Strafrecht spezialisiert.
Ich hätte ja eine Flasche Sekt aufgemacht, um diesen Tag zu feiern, doch Kuroko trank nicht. Oder zumindest nicht, wenn jemand dabei war. Er aß auch immer wenig, lachte nie und hörte meistens bei Gesprächen eher zu, als dass er sich daran beteiligte. Aber jeder wusste, dass wenn er seinem Job als Anwalt nachging, er steinhart und durchsetzungsfähig war. Alles Eigenschaften, die er nie gehabt hatte, oder die zumindest niemand von uns kannte. Vielleicht kannte Akashi sie, doch über ihn redeten wir nicht. Er war ein verbotenes Thema. Über ihn durfte, vor allem in Kurokos Anwesenheit, niemals ein Wort gewechselt werden. Weder gut noch schlecht. Also wurde dieses Thema tot geschwiegen. Ich wusste, dass Kuroko irgendetwas wusste, was er aber niemals irgendjemandem erzählen würde.
Nach dem essen stand Kuroko entschuldigend auf. „Ich geh kurz eine Rauchen“, kündigte er an und verließ das Haus und ging hinaus um sich eine Zigarette anzuzünden.
Auch einen Eigenschaft, die nicht zu dem Kleinen passte. Oder, besser gesagt, die nicht zu dem damaligen Kuroko gepasst hätte. Der neue Kuroko war komplett anders.
Ich beobachtete ihn, wie er an seiner glühenden Zigarette zog und die Menschen beobachtete, die an ihm vorbeigingen. Er wirkte wie immer desinteressiert aber aufmerksam.
Ich seufzte und blickte zu Aomine hinüber, der mich ebenso hilflos ansah wie ich ihn. Wir waren beide ratlos, was zu tun war. Wir konnten ihn nicht verändern, aber konnten es nicht mit ansehen, wie er sich verändert hatte. Er war nicht mehr Kuroko. Er war... der Neue. Eine Andere Person. Akashi 2.0.
Ich schickte ein Stoßgebet gen Himmel. Irgendetwas sollte kommen, um Kuroko zu retten. Irgendwas! Egal was! Egal was dies für mich bedeuten würde. Ich hoffte einfach inständig, dass der alte Kuroko nicht gestorben war.

Kuroko POV

Ich beobachtete die Menschen um mich herum. Es waren nicht viele Menschen, die hier herumliefen. Es war eine ruhige Gegend und die meisten Leute die sich hier auf der Straße blicken ließen hatten wirklich etwas in der Straße zu tun. Und irgendjemand, irgendjemand von ihnen musste doch Akashi kennen. Wenn auch nur vom sehen und auch, wenn es schon so lange her war.
Der Rothaarige hatte eine Dauerhafte Präsenz in mir. Er begleitete mich. Seit 6 Jahren versuchte ich ihn zu finden, vergebens. Er war nirgendwo aufzuspüren. Er war einfach weg.
Ich seufzte leise und trat meine Zigarette auf dem Asphalt aus. Dann ging ich wieder zu Kise und Aomine. Es war nicht so, als würde ich sie nicht mögen. Ich mochte sie. Aber es fiel mir schwer, Beziehungen aufzubauen. Ich hielt die Menschen soweit von mir fern, dass nie wieder eine Abhängigkeit auftauchen könnte. Und die beiden waren tatsächlich die einzigen, die ich ein wenig an mich ran ließ. Ich wusste, dass sie sich Sorgen um mich machten, aber sie mussten lernen, dass sie nicht alles beeinflussen konnten. Meine Veränderung war zu groß und entzog sich ihrem Einflussgebiets. Sie mussten lernen, es zu akzeptieren. Und ich würde mich nicht ändern. Ich gefiel mir so, wie ich jetzt war. Ich wollte niemanden so nah an mich ran lassen, wie ich es mit Akashi getan hatte. Von ihm war ich Abhängig. Und ich war es schon immer gewesen. Es war mir nur zu spät aufgefallen. Ich bemerkte es erst, als er schon weg war. Ich spürte immer noch den Drang mich zu Rächen, doch ich wusste, dass ich das nicht konnte. Er war nicht mehr in meiner Reichweite. Ich hatte einen Fehler gemacht, als ich ihn aus meinem Leben schreiten ließ. Ich hatte ihn gehen lassen, ohne die Konsequenzen abzuschätzen. Und das war der Fehler. Ich lebte nun mit den Konsequenzen, die ich hätte vermeiden können.
„Und was wirst du nun machen?“, riss mich Aomine aus meinen Gedanken.
„Ich werde mich als Anwalt bewerben. Es gibt hier in der Nähe eine Anwaltskanzlei die einen ziemlich guten Ruf hat. Ich hab mich da mal beworben und warte nun auf eine Antwort“, sagte ich.
„Das hört sich doch gut an!“, rief Kise auf und klatschte freudig in die Hände.
Ich nickte schweigsam und betrachtete die Tischdecke.
„Und wie viel verdient man da?“
„Genug“
Aomine schien diese Antwort nicht zufrieden zu stellen, beließ es aber dabei. Er wusste, dass man mich nicht mit zu vielen Fragen kommen sollte, wenn ich schon einen abwehrende Antwort gegeben hatte.

„Es tut mir leid, aber ich muss nun gehen“, sagte ich und stand vom Sofa auf. Wir hatten das Treffen ins Wohnzimmer verlegt, da es viel gemütlicher war.
„Lass mal wieder was von dir hören“, sagte Kise.
Ich nickte nur. Dann verabschiedete ich mich und trat raus in die kühle Nachtluft. Ich atmete tief ein. Es war Frühling. Es war der Tag, an dem Akashi verschwunden war. Es war wieder dieser Tag...
Ich stieg in meinen Wagen. Ich hatte kurz nach seinem Verschwinden meinen Führerschein gemacht und mir einen Wagen gekauft. Es war kein teurer Wagen, aber es war ein recht gut aussehender Audi. Ich fuhr aber nicht nach Hause. Ich hatte noch etwas zu erledigen.

Als ich um kurz nach 12 vor dem leerstehenden Fabrikgelände vorfuhr, war nicht einen Menschenseele zu sehen. Alles war verlassen. Perfekt!
Ich schlüpfte durch die schwere Eisentür, die schon zu rosten anfing. Im inneren stank es nach Schweiß, Blut, Dreck und Metall. Das war auch nicht weiter verwunderlich.
Ich schaltete die Industrielampe an die sofort Licht ins Dunkel warf.
„Du bist ja noch hier“, sagte ich neckisch. Natürlich war er das. Er konnte ja auch nicht abhauen. Immerhin war er gefesselt und stark misshandelt.
Ich wusste nicht wie er hieß, aber ich vermutete, er könnte Informationen über Akashi haben. Er war schon seit einiger Zeit in meiner Obhut, hat jedoch niemals etwas preisgegeben. Er fing an, mich zu nerven.
„Was hast du mir denn heute zu erzählen?“, fragte ich freundlich und schlenderte zu dem Schrank, in dem ich meine Instrumente aufbewahrte. Ein Lächeln der Vorfreude bildete sich auf meinen sonst steinernen Gesichtszügen.



Was haltet ihr von dem neuen Kuroko? Und von dem enormen Zeitsprung? Danke fürs lesen und lasst eine Review da :D

Bis dann

Sabi-chan :3
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