Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Kleiner Engel

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Akashi Seijūro Kuroko Tetsuya
27.08.2015
24.11.2017
58
95.885
27
Alle Kapitel
146 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
06.11.2015 1.944
 
Es ist Freitag ^^ Und ich schaff es dieses mal wirklich das Kapitel pünktlich hochzuladen :D
Viel Spaß :3





Akashi POV

Als ich den Keller verließ und die Tür sich hinter mir schloss, erstarben die Schreie. Ich stieg die Treppe hoch, die unter meinem Gewicht knarrte. Im Wohnzimmer saß Murasakibara und aß Kartoffelchips. „Und?“, nuschelte er.
Ich schüttelte den Kopf. „Er ist härter als erwartet. Aber nach der Dosis, die ich ihm gegeben habe, sollte er reden.“ Ich ließ mich neben ihn aufs Sofa fallen und seufzte. „Ich kann das hier alles gar nicht genießen, wenn ich daran denke, warum ich das hier alles mache“
Murasakibara grunzte zustimmend.
„Hast du das von Kise und Aomine gehört?“, fragte ich. „Sie wollen heiraten“ Wie lange das zwischen den beiden schon so geht? Ich hatte schon damals etwas zwischen den beiden gespürt. Aber dass es direkt so weit geht... Ich schüttelte den Kopf und begab mich in die Küche. Es war eine Standard IKEA Küche. Ich setzte heißes Wasser an und suchte nach Teebeuteln und einer Tasse. Beides ließ sich schnell finden. Kamillentee. Nicht die beste Wahl, und allemal nicht so gut wie Earl Grey, aber es war Tee und damit gab ich mich zu Frieden.
Ich musste mich beruhigen. Meine Hände zitterten immer noch. Wie jedes mal, nachdem ich jemanden Folterte. Es war wie ein Damm. Weil ich während der Tätigkeit alles andere ausschaltete, brach es danach auf mich zusammen. Es überrumpelte mich. Jedes Mal. Wenn ich da
runter ging, war ich der unerbittliche, gefühllose, psychopathische Folterer, der ohne zu Zögern Menschen Schmerz zufügte. Alles andere war weg. In meinem Kopf war nur Platz für die Instrumente, wie sie im Licht glitzerten, das Blut meiner Opfer, das aus ihren Wunden läuft und ihre Schreie. Mein Verstand wandelte diese Schreie in wunderbare Musik. Je Schmerzvoller die Schreie, desto schöner die Musik. Ich wollte, dass die Musik immer schöner wurde, also bereitete ich meinem Opfer immer mehr Schmerz zu. Aber wenn ich nun aus diesem Raum raus war, die Musik verstummte, prasselte die Realität auf mich ein. Ein unerbittlicher Regen aus Informationen. Mein Körper kollabierte dann immer ein wenig. Zitter-Anfälle und Kopfschmerzen. Bei den ersten Malen waren es auch noch Erbrechen, Schwindel-Anfälle und Muskelversagen gewesen. Doch ich 'trainierte' und  konnte die Symptome minimieren. Normalerweise würde ich dem auch noch mit einer Zigarette entgegenwirken, doch seit Kuroko verschwunden war, hatte ich keine mehr angefasst. Zu intensiv waren die Erinnerungen an meine letzte.
„Booooooooss?“, hörte ich Murasakibara hinter mir.
„Was?“, fuhr ich ihn an.
Ihn ließ das vollkommen kalt und er kam weiter auf mich zu. „Hast du noch was zum knabbern?“, fragte er.
Ich seufzte. Dann gab ich ihm ein paar Yen. „Geh dir was kaufen“
„Danke“, sagte Murasakibara und verschwand durch die Tür.
Ich ging, die Tasse immer noch in der Hand, wieder zum Sofa. Jetzt hieß es warten. Nur Warten.

Nach einer Stunde ging ich wieder zu meinem kleinen Freund im Keller. Er saß nach vorne gebeugt auf dem Stuhl. Schweiß tropfte von seinen Haaren. Seine Augen waren geschlossen. Als ich den Raum betrat, blickte er auf. Seine Augen waren müde und trüb. Er schien um Jahre gealtert.
„Und?“, fragte ich neugierig. Die Tür hinter mir schloss sich.
„Was 'und'?“, fragte er. Jegliche Feinseligkeit war aus seinem Ton gewichen. Sie klang einfach nur erschöpft.
„Wirst du mir sagen, wo er ist?“, fragte ich.
Er schloss die Augen und schluckte. „Ja“, krächzte er. „Ich weiß nur, wer ihn hat. Wo er ist, weiß ich nicht“, murmelte er dann.
„Das wird genügen“, sagte ich.
Kagami sah mich prüfend an. „Lässt du mich dann gehen?“
Ich nickte. Wieder schluckte er. „Alex hat ihn.“
Ich sah ihn kalt an. „War das wirklich so schwer?“, fragte ich. Er sah zur Seite.
Ich seufzte. „Hättest du mir das von Anfang an gesagt, wäre dir viel erspart geblieben.“
Ich zog die Waffe aus meiner Hose und richtete sie auf seinen Kopf.
„ICH DACHTE DU LÄSST MICH GEHEN?“, schrie er und wollte sich losreißen.
Ich lächelte. „Ich entlasse dich in eine bessere Welt“, sagte ich.
Ich entsicherte die Waffe. „Du hast keinen Nutzen mehr“
Ich zielte. „Aber es wird schnell gehen“
Ich schoss. „Und niemand wird deine Leiche finden können“

Ich eilte die Treppe hoch. „MURASAKIBARA“, rief ich. Er war sofort zur Stelle, mit einer neuen Chipstüte in der Hand. „Ja?“, nuschelte er. „Da ist eine Leiche im Keller. Entsorge sie“, befahl ich. Er nickte und machte sich an die Arbeit. Ich holte mein Handy hervor und rief Midorima an.
„Und?“, fragte er sofort.
„Alex. Besitzerin von Alex' Diner“, sagte ich und stieg ins Auto.
Es dauerte ein paar Sekunden. Ich ließ den Motor an.
Er nannte mir die Adresse.
„Sag Murasakibara Bescheid. Ich gehe allein. Bliebt trotzdem bereit“, orderte ich an.
„Gut“, sagte Midorima und legte auf.
Ich gab Gas. Die Reifen quietschten von der plötzlichen Beschleunigung. Ich raste durch die Straßen, die in der Dunkelheit der Nacht verlassen vor mir lagen. Nur noch wenige Straßen!
Ich bremste schlagartig ab. Der Wagen kam einige Meter weiter zum stehen. Schwarze Bremsspuren waren zu sehen, selbst in der Dunkelheit. Der Geruch von verbranntem Gummi.
Ich stieg aus, ließ die Tür einfach offen stehen, und ging auf das Haus zu. Die Lichter waren erloschen. Ich versuchte, durch die Dunkelheit in das innere der Hauses gucken zu können, doch es misslang. Ich kam an der Tür an. Ich holte meine Waffe hervor, atmete tief durch und öffnete sie. Sie war nicht abgeschlossen. Sie schien mich zu erwarten.
Ich stand um Flur. Nur das Lichte der Straßenlaterne warf einen kleinen Lichtschein ins Haus. Ich wartete, bis sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Links vor mir befand sich eine Treppe die ins Obergeschoss führte. Es gab auch eine Treppe die in den Keller führte. Rechts ging es zur Küche. Sie war modern eingerichtet mit einer Küchenzeile. Das Fenster, durch das das spärliche Licht kam, befand sich über der Spüle. Geradeaus konnte man leichtes Flackern sehen. Ganz dezent, leicht zu übersehen. Anscheinend gab es einen offenen Durchgang zur Küche.
Leise schlich ich mich an den Treppen vorbei ins Wohnzimmer. Dann sah ich ihn. Und sie.
Kuroko saß auf einem alten Ohrensessel mit roter Polsterung. Er trug nur noch eine Shorts. Eine, die ich nicht kannte. Er war an den Armen und Beinen gefesselt und Richtung Kamin positioniert. Er konnte mich also nicht sehen.
Alex war hinter ihm und legte ihm die Arme über die Schultern. Sie Flüsterte ihm etwas ins Ohr. Ein Lächeln legte sich auf ihre Lippen.
„Na, schau mal Schatz, wer uns besuchen kommt“, trällerte sie und drehte sich zu mir um.
Ich schwieg und richtete meine Waffe auf sie. „Nenn mir einen Grund, dich nicht sofort zu erschießen“, sagte ich kühl.
Ihr grinsen wurde noch breiter und sie ging gar nicht auf die Frage ein. „Aaaaach, wie Schade, dass es schon vorbei ist, nicht war Schatz?“, fragte sie zu Kuroko. Er rührte sich nicht. Eine entsetzliche Befürchtung stieg in mir auf.
„Aber Gratulation! Du hat es anscheinend geschafft mich zu finden. Du bist wirklich die beste Marionette die ich hatte“, sagte sie.
Ich schwieg und zielte mit der Waffe genau zwischen ihre Augen.
„Du machst es mir echt nicht einfach“, seufzte sie. „Willst du mich nicht fragen, warum ich das alles gemacht habe?“
„Das ist mir relativ egal“, sagte ich nur und ging auf sie zu. Dann schoss ich auf ihr Bein. Sie sackte zusammen. Ein Keuchen entfuhr ihren Lippen.
Ich rannte zu Kuroko. Sein Blick war leer auf die Glut gerichtet. Jeglicher Glanz war aus ihnen gewichen. „Kuroko“, sagte ich erleichtert, als ich das heben und senken seines Brustkorbs bemerkte. Schnell löste ich die Fesseln. „Kuroko?“
Sein Blick war unablässig auf die Glut gerichtet. „Kuroko“, sagte ich nun etwas lauter.
Alex lachte. „Selbst wenn er es wollte, könnte er dir nicht antworten.“, sagte sie. Sie hatte sich auf einen Stuhl gehievt und beobachtete mich.
„Wieso?“, zischte ich.
„Er ist gelähmt“,  antwortete sie. „Und ich habe das Gegengift“
Ich biss die Zähne zusammen. „Um es zu bekommen, will ich nur eins.“ Sie grinste und humpelte zu mir. „Einen Kuss“, hauchte sie. Ich sah sie angewidert an. „Wenn du dich nicht beeilst, ist es zu spät“ Ich warf Kuroko einen Blick zu.
„Ich will es sehen“, forderte ich. Sie zog mit ihrer Blutbeschmierten Hand eine Spritzte hervor. Eine klare Flüssigkeit war in ihr. Mein Hirn raste. „Ist es das richtige?“, fragte ich.
„Tja, dir bleibt nichts weiter, als mir zu vertrauen“, murmelte sie.
Ich zögerte. „Küss mich, wie als würdest du ihn küssen“, verlangte sie.
Ich verengte die Augen. Ich verspürte eine tiefe Abneigung gegenüber dieser Frau. Doch wenn ich es nicht täte, würde Kuroko sterben. „Fuck“, fluchte ich.
Dann zog ich sie zu mir heran und legte meine Lippen auf die ihre. Ich bat mir meiner Zunge um Einlass, den sie gewährte. Während unsere Zungen miteinander kämpften unterdrückte ich den Würgereiz der in mir hochkam.
Ich löste mich von ihr. „Kuroko küsst besser als du“, jammerte sie.
„Du hast Kuroko geküsst?“, fragte ich mir unergründlicher Stimme.
Sie kicherte. „Nur ein paar mal. Mal hier mal da“, säuselte sie.
Das war genug. Ich nahm die Spritze aus ihrer Hand. „Du bist verabscheuungswürdig.“ Ich richtete meine Pistole auf ihren Schädel und drückte ab. Blut spritzte auf und bedeckte mich. Sie lag, seltsam verdreht, vor meinen Füßen. Ich schenkte ihr keine Beachtung und wandte mich Kuroko zu. Ich ließ die Spritze schnell in seine Armbeuge verschwinden und drückte den Kolben durch. Ich schmiss die Spritze beiseite und nahm Kuroko hoch. Wie eine Prinzessin trug ich ihn aus diesem schrecklichen Ort fort. Draußen warteten schon ein paar meiner Untergebenen um den Tatort, der nie einer werden wird, zu säubern. Ich trug Kuroko zum Auto und ließ ihn auf die Rückbank sinken. Ich stieg ein und fuhr gemächlich zurück nach Hause. Dort angekommen brachte ich ihn nach Oben und ins Schlafzimmer. Ich schwieg die ganze Zeit. Erst als ich ihn auf das große Bett legte und mich neben ihn setzte kam ein Laut über meine Lippen. Ein Schluchzen. Ein tiefes und leises Schluchzen. Tränen rollten über meine Wangen. Ich begrub mein Gesicht an seiner Brust und schluchzte bedingungslos. Der ganze Druck, der sich die ganzen letzten Tage angestaut hatte fiel von mir ab. Kuroko war am leben! Er war nicht tot. Und er war bei mir! Mehr zählte für mich nicht. Mehr war nicht wichtig. Denn ich hörte seinen Herzschlag. Ich hörte sein Herz, welches in seiner Brust schlug. Und es veränderte sich nicht. Es blieb nicht stehen. Es schlug unaufhörlich.
„Mach das nie wieder“, schluchzte ich. „Es war schrecklich! Bitte, verlass mich nie wieder!“ Ich zitterte.
„Als du weg warst, war alles so leer“, murmelte ich, als ich wieder einigermaßen gefasst hatte. Ich schniefte. „Mann, du hast mich zum weinen gebracht, Idiot!“ Ich hatte Kuroko in eine dicke Decke gewickelt und mich neben ihn gelegt. Ich beobachtete ihn. Wie sich sein Kehlkopf in regelmäßigen Abständen bewege, seine Brust sich hob und senkte. „Ich hab nichts mehr hinbekommen“ Ich schmunzelte. „Wie hab ich das vorher hinbekommen? Ich weiß nicht“
„Verlass ich ja nie wieder“, murmelte ich und zog ihn an meine Brust. Langsam fielen mir die Augen zu und ich versank in einen tiefen und traumlosen Schlaf.



Tjaa, wer hätte das gedacht? ^^ Alex war die Entführerin! Bis jetzt hat es auch nur eine Person erraten und eine Review geschrieben :D Herzlichen Glückwunsch an Kazumi Megami~
Wie wird Kuroko jedoch auf Akashi reagieren? Was ist mit ihm passiert? Warum wurde er überhaupt entführt? Und was hat das jetzt für Konsequenzen für die Psyche des Kleinen?

Bis dann

Sabi-chan :3
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast