Liebe auf dem Quidditchfeld

GeschichteDrama, Humor / P12
27.08.2015
02.08.2020
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02.08.2020 6.908
 
Huhuuu :3
Da es wahrscheinlich viele neue Leser gibt, gibt es hier eine ganz allgemeine Geschichtserklärung: Hier werden unzusammenhängende, unrealistische, falsche Situationen beschrieben, die so nicht passiert werden würden hätten werden. Dabei ist wichtig zu beachten, dass
1. sich niemand verletzt fühlen soll, weil er entweder selten, gar nicht oder zu oft vorgekommen ist. Es ist schwer, eine Mist-FanFiction mit gefühlt 50 Leuten zu schreiben und jeden vorkommen zu lassen (@Ano ist da viel besser. Vielleicht sollten wir sie zu Mairaki 2.0 zwingen *hust*) - daher ist das hier Situationsabhängig°-°
2. hier reduzierte Persönlichkeiten abgebildet werden. Die Charaktere sind nicht da, um charaktertreu zu sein, sondern um eine (hopefully) lustige Geschichte zu tragen. Oft wird sich auf eine Eigenschaft/Interesse fokussiert und diese/s dann übertrieben ausgearbeitet :) Das ist nicht Böse gemeint und ist zur Belustigung da.
3. es hier seit ein paar Kapiteln eigentlich nicht mehr lustig ist, aber lol.
Viel Spaß beim Lesen°-°
Liebe Grüße
Lea
P.S. Formatierungen kommen, wenn ich das am Laptop nochmal bearbeite xD
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TAG I: Der Anfang des Horrors
„Fünf Lagen, weich wie der Himmel und flauschig wie eine Langhaarkatze“, sagte Key mit stolzem Nicken und ließ Ces einmal über die Klopapierrolle streichen.
„Hast du es jetzt endlich?“ Lea hatte mehrere Minuten auf ihre Uhr getippt, um Key nonverbal dazu aufzufordern, endlich zum Ende ihrer Vorstellungsrunde kommen zu lassen. Sie befanden sich in einem der vielen Häuser von Key, dieses Mal in München und alle Neulinge mussten erst einmal durch die fünf Stockwerke und die Toiletten geführt werden, um auch jedes mal das fünflage Flauscheklopapier bewundern zu können. Allerdings mussten sie endich los, sonst wären sie nicht rechtzeitig in Verona, um sich die Oper Carmen zu Gemüte zu führen, und Lea hatte sich endlich durchgerungen, ihren Mund zu öffnen und Key zum Ende zu fordern. „Wir kommen wirklich zu spät, wir müssen losfahren!!“
Fünf Minuten später standen sie allesamt auf der Straße, jeder einen kleinen Koffer in der Hand. Außer Key. Die hatte mal wieder ein Riesenexemplar, weil jeder andere von ihren Eltern benutzt wurde - außerdem mussten immerhin ihre Laufschuhe mit, falls sie einen Sportanfall bekommen würde, und drei Rollen fünflagiges Klopapier, falls das Hotel dieses nicht zur Verfügung stellte. Saphy war in ein Lateinbuch vertieft, hatte sie ihre wahre Liebe doch wieder gefunden, und rezitierte alle zwei Minuten eine Stelle aus Ovids Metamorphosen. Morevenni beugte sich über ein Handy und starb und Zohan trug wie ein Gentleman Ces Koffer mit sich. Luna futterte eine halbe Banane, während ihr Ano wild gestikulierend klarmachen wollte, dass Bananen mit Kartoffeln vermischt werden mussten - während das Traumpaar der Maximilians abseits stand und Max‘ Schildkröte bewunderte, die in kleineren Wutanfällen gegen die Schuhe von Chester Hill rannte.
Bianca war auf der Treppe schon ausgerutscht.
„Muss es wirklich CARMEN sein?“, fragte Zohan, während er nach zwei Sekunden obligatorischen Schlüsselklimpern den Kleinbus aufschloss und die Koffer allesamt im hohen Bogen in den Kofferraum schmiss. Nur den von Ces legte er vorsichtig und mit einem kurzen Wimperschlag ab.
„Ja. Schneller!“, sagte Lea und vergaß dabei, dass sie eigentlich nichts reden durfte, weil viel zu viele existierende Menschen um das Auto herumstanden.
„Sie hat geredet!“, kicherte Hes erfreut und scheuchte die Leute dann in den Wagen. Gerade, als Key einsteigen wollte, riss Zohan vor ihrem Körper die Hand nach oben. „Du fährst!“
„Was?“ Key, die eigentlich gerechnet hatte, die Fahrt mit Japanoschlampen und der laut geäußerte Feststellung, dass Saph eigentlich einen Kindersitz benutzen sollte, zu verbringen, sah Zohan verwirrt an. „Ich bin erst 17!“
„Ich hab ne Fahrlehrerlizenz. Also, keine Widerrede!“
„Aber...“, wollte Key ansetzen, da sie sich sicher war, dass eine Fahrlehrerlizenz rechtlich keine Begleitperson ersetzte, und sie noch sicherer war, dass Zohan seine Fahrlehrerlizenz in einer seiner Truhen gewonnen hatte - wenn sie denn überhaupt existierte.
„Keine Widerrede!“ Vehement schob Zohan Key auf den Fahrersitz, umrundete den Kleinbus und setzte sich höchst zufrieden mit sich und der Welt auf den Beifahrersitz. „Mach den Motor an und fahr bloß nicht zu langsam. Vorfahrt gewähren ist optional.“
Außer Saph hatte niemand mitbekommen, was für eine Höllenfahrt das werden würde. „Lebensmüde... ich hab noch keinen Sterbewunsch“, murmelte sie vor sich hin, vergaß eine Sekunde später aber auch schon den nahenden Tod, sprach mit Susan kurz über das traurige leben eines Students und widmete sich dann Morevenni, die sich durch BTS-Bilder scrollten und schlichtweg weiterstarben.
Bis der Kleinbus plötzlich eine Kurve ungewohnt scharf nahm und der halbe Businhalt zur Seite kippte.
„Ey, what is“ Max zögerte einen kurzen Moment. „lot?“
„Was geht bei dem ab?“, zischte Luna Ano leise zu und bekam ein parisisches Schulterzucken zurück.
„Keine Ahnung. Ich glaube, er übt Englisch“, sprach sie das Offensichtliche aus. „Wahrscheinlich für...“
„You should drive slowly because you want no crush.“ Max hatte angestrengt die Augen geschlossen und machte dann eine Boom-Geste.
„Armer Kerl“, zischte Luna, meinte es aber offensichtlich nicht sonderlich ernst. Gelangweilt biss sie von ihrem Apfel ab.
„FAHR RECHTS“, schrie Zohan plötzlich und zog am Lenkrad, weil Key sich mit so unwichtigen Dingen wie Schulterblick und Verkehrsbeobachtung beschäftigen wollte.
„Ey!“, fluchte Key. So hatte sie das in der Fahrschule nicht gelernt. „Ich hab doch gar nicht...“
„GAS IST RECHTS!“
„Hier ist 80.“
„RECHTS!“
Key seufzte resigniert und gab etwas Gas. „Du zahlst den Strafzettel.“  
Eli öffnete seine Haustür und gähnte hinter hervorgehaltener Hand. Einkaufen gehen. Gab es etwas nervigeres? Wahrscheinlich... aber im Moment fiel ihm nichts ein. Um seinen rechten Unterarm trug er eine 1a-Umweltfreundliche-Stofftüte, in der sich Geldbeutel und Haustürschlüssel befand, in seiner Linken sein Handy. Er hatte gestern Flappi verschlafen und musste sich unbedingt noch entschuldigen. Arglos sah er kurz nach rechts und links und links und rechts... er hatte das Rudolf-Lied vergessen, das ihm die richtige Reihenfolge vorgegeben hätte... und überquerte die Straße.
Key war überfordert. In der Fahrschule hatte sie die Geschwindigkeitsbegrenzung nur selten überfahren, und so ignorant wie im Moment war sie nie damit umgegangen. Zohan zwang sie zu 80 in der Ortschaft... und es war verdammt schwer, bei dieser Geschwindigkeit auf alle Schilder und Begebenheiten zu achten. Die Fahrapp-Videos waren doch alle auch gemäßigt gewesen!
„Schneller“, zischte Zohan und sah auf die Uhr. Gerade wollte er doch gar nicht rechtzeitig zu Carmen kommen, schoss es Key noch durch den Kopf, da sah sie einen Schlafanzug zwischen den Autos auf die Straße treten.
„Entschu-ahdufi adcadfadsjfö“ kam im Forest an, und der hintere Teil des Buses wunderte sich über Elis Nachricht - mehr noch als über die 1a-Gefahrbremse und Zohans hörbares „WIR BREMSEN NICHT FÜR MENSCHEN, DIE NICHT REICH AUSSCHAUEN!“
„Da muss sein Haustier drüber gelaufen sein!“, mutmaßte Lea, ohne zu wissen, ob Eli ein solches überhaupt besaß.
„Er blutet“, stellte Key fest und wollte schon aus dem Wagen springen, um Erste Hilfe zu leisten.
„Ach echt. Du hast ihn gerade ANGEFAHREN!“, sagte Zohan und verdrehte die Augen.
„Ich? Du hast mich doch gezwungen, so schnell zu fahren!“, rechtfertigte sich Key. „Das ist doch echt ncht normal. Du kannst mich...“ Doch weiter kam sie nicht.
„Ich BLUTEEEE!“, schrie Eli, ignorierte seine Pfannkuchen-Plattheit, erhob sich von der Straße und rannte einmal panisch im Kreis.
„Quatsch. Das ist nur Ketchup“, sagte Zohan mit leicht ironischem Unterton.
„Oh. Okey. Kann ich mitkommen? Ich muss sonst einkaufen gehen.“
„Klar. Steig ein!“
„Hi Eli“, sagte Saph und sah dafür tatsächlich kurz vom Handybildschirm auf.
„Du blutest“, stellte Luna fest und biss in eine Karotte.
„Nein, das ist nur Ketchup“, sagte Eli und grinste breit.
„That‘s only tomato sausage“, übersetzte Max fachmännisch.
„Genau“, sagte Ano und rollte mit den Augen. „That‘s me so sausage, Max. Das musst du lernen.“
Max zuckte mit den Schultern und führte mit Rumgeschwuchtel seines Zauberstabs fort. „Zaubermolch und Kollibrigesumm. Dieses Wasser sei fortan Rum!“
„Was will er machen?“, fragte Eli etwas verwirrt.
„Cola.“
„LEUTEEEE!“, schrie Anni euphorisch auf. Erschrocken fuhren die Mitfahrenden herum; nur Key und Zohan bekamen davon nichts mit, weil sie sich bei der Einstellung der Klimaanlage nicht einig werden konnten.
„Hier. BTS. Nähe. Wir. Kommen. Hin. Müssen. MÜÜÜSSEN!“
„Nein.“ Lea schüttelte den Kopf. Kein BTS. Bloß nicht. Jungspund und X und wer auch immer sollten ihr gestohlen bleiben. „Woher wisst ihr das überhaupt? Die werden ihren Aufenthaltsort doch nicht einfach so auf Insta veröffentlichen oder so.
„Doch“, sagte Mor. „Sie sind in einem Cafe am Marktplatz in Düsseldorf. Maximale Transparenz - maximaler Erfolg“
„maximales Geld“, vervollständigte Lea, auch wenn Mor mit ihrer Aufzählung eigentlich schon fertig war. „Creepy. Was chillen die denn in Düs- WAIT!" Sie hatten in München gestartet. Und wollten nach Verona. Das lag in Italien, auch wenn Rue ihnen per Forest weismachen wollte, dass das in Alaska sei. Das. war. falsch. Sie müssten... Oh Gott! Panisch sah sie auf die Uhr. Sie...
„SOFORT ANHALTEN!“, schrie sie und erreichte damit bei Zohan mehr Erfolg als der Wunsch nach BTS. Auch wenn er eigentlich nur ihr aufgebrachtes Gesicht sehen wollte... das war immerhin alles geplant.
„Key! Bist du von allen guten Geistern verlassen?“, schnauzte Lea Key an und ignorierte Max‘ versuchte Übersetzung („are you left of all good ghosts?“) und Chester Hills Meditations-Versuch („Wir strecken jetzt alle unsere Füße hinter unsere Ohren und atmen dreimal tief durch.“).
„Hör auf, mich zu beschuldigen, das war Zohan.“
„Was machen wir denn jetzt am anderen Ende der Welt, wenn wir nach Verona wollen???“
Lea hatte einen kleinen Drama-Anfall; niemand anderes schien sich wirklich darum zu kümmern. In Verona war es jetzt bestimmt zu heiß, auf dem Weg dorthin gäbe es drei Staus und je weiter man sich den Alpen näherte, desto schlechter wurde die Internetverbindung... zumindest bis zur deutschen Grenze.
„Wir suchen jetzt BTS“, sagte Anni, ohne eine andere Meinung zuzulassen, zog den restlichen Teil Morphevennis und Key mit sich, und weil Lea nicht allein mit Menschen gelassen werden wollte, mit denen sie noch nicht reden konnte, rannte sie schnell hinterher.
„Zooohan?“, fragte Ano mit liebsten Süffeli-Blick. „Wohin fahren wir denn jetzt?“
Der Angesprochene zuckte mit den Schultern. Wenn er ehrlich war, hatte er darüber nicht nachgedacht. Sein einziger Gedanke war, Carmen zu entkommen. Und sein zweiter Gedanke war, dass er zuhause nicht aufgeräumt hatte, und die Wahrscheinlichkeit groß war, dass irgendjemand auf dem Rückweg von Italien verlangte, dass sie doch einen Zwischenstopp bei ihm machen könnten.
„Wir sind ja auf halbem Weg nach Amsterdam“, sagte Ano, obgleich sie nicht wirklich wusste, ob das stimmte.
„Aha. Und du willst nach Amsterdam?“, fragte Zohan unbeeindruckt.
„Was willst du denn da?“ Ces sah hinter Zohan hervor und runzelte die Stirn. Ob es schlau war, mit jungen Menschen nach Amsterdam zu fahren?
„Ehm. Nichts“, sagte Ano und blinzelte unschuldig. Die könnten nicht verstehen, wie schlimm es war, dass man neben dem Studium keine Zeit zum schreiben fand. Und Goethe war bei seinen Werken ja auch total dicht gewesen. Vor allem bei Faust II.
„Oh, ja. Das finde ich gut.“ Hes knuffte Ces in die Seite. „Da kann man bestimmt coole Sachen machen und ist mal spannender als der deutsche Einheitstrott.“
„Nee, das ist zu weit weg.“ Zohan schüttelte genervt den Kopf.
„Komm, bitte, Dharkaaaaaan!“ Ces blinzelte ihn einmal an. Sie hatte auch Gefallen an einer Amsterdam-Reise gefunden; vor allem, weil Hes meistens wusste, was gut war.
„Okey.“
„Also... hier steht, dass sie... hm... oder...“ Ever war sich nicht ganz sicher, was sie von den angegebenen Daten auf ihrem Handy halten sollte.
„Meint ihr nicht, die fühlen sich etwas belästigt, wenn wir sie explizit suchen?“, fragte Key besorgt und bekam ein heftiges Nicken von Lea ab. Es gab durchaus auch klügere Möglichkeiten, die Zeit totzuschlagen, anstatt einer gewiss fehlerhaften App auf der Suche nach Wesen zu suchen, die alle gleich aussahen - zumindest in ihren Augen.
„Hm. Würden sie ihren Aufenthaltsort sonst angeben?“, fragte Saph, doch es war eine rhetorische Frage.
Die menschenrechtliche Privatsphäre-Diskussion hätte Morphevenni wohl bei jedem anderen mit Freuden geführt und durch vernünftige Argumente geglänzt: doch bei BTS? Eine solche Chance durfte man sich nicht entgehen lassen!
Allerdings waren sie von der Frage kurz abgelenkt und bekamen nicht mit, wie sieben bestaussehenden Sänger die Servietten niederlegten und der Bedienung ein großzügiges Trinkgeld gaben. Nur Lea erhaschte aus dem Augenwinkel die Bewegung und... bekam eine wunderbare Idee. Gerade in dem Moment, als BTS in einen großen Waagen stieg, zupfte sie an Saphys Ärmel, hörte das Quietschen von Morphevenni und das aufgeregte Hochschauen Keys noch im selben Augenblick und verschwand dann mit schnellen Schritten.
„Wie süß sie eingestiegen sind. Habt ihr das gesehen?“ Eine Mischung aus Entzückung und Enttäuschung schnitt sich durch die Gruppe. Sie hatten ihre Idole noch kurz gesehen, doch es nicht mehr geschafft, sie vom Einsteigen aufzuhalten.
„Wir hätten ja mal sooo coole Fotos machen können.“ Ever schnüffte einmal kurz, doch ihre Laune schlug direkt wieder um. „RM sah ja soooo mega aus.“
Lea gesellte sich wieder zu ihnen und rollte obligatorisch mit den Augen.
Susan und Eti trommelten alle wieder zusammen, sodass sie weiterfahren konnten. Nach einem Gruppen-Cafe und etwas Kuchen in einem der vielen McDonalds, eröffnete sich aber ein ganz klassisches Problem: wo zum Teufel hatten sie geparkt? Luna, die sich ein paar Muffins mitgenommen hatte, deutete random in eine Richtung. „Da hinten muss es irgendwo sein.“ Und weil sie keinen anderen Anhaltspunkt hatten, versuchten sie tatsächlich, diesem mehr schlecht als rechten Wegweiser zu folgen.
Nach einigen Minuten heillosen Verirrens, meldete sich Chester Hill zu Wort. „Ich hab die Straße aufgeschrieben.“  
„WAS? Und dann lässt du uns hier rumrennen, als wären wir dumm?“ Genervt rollte Saph mit den Augen.
„Naja...“ Hill drückte etwas herum und zog dann einen Zettel aus seiner Hosentasche. Er reichte ihn Saphy und grinste stolz, als deren Augen kurz über das Geschriebene huschten.
„Einbahnstraße. Ist das dein Ernst?“ Sie kickte den Zettel in den nächsten Mülleimer und führte ungeduldig die Gruppe an. Sie hatte wirklich keine Lust mehr und vielleicht würden sie den Wagen aus Zufall entdecken.
„Hey, dahinten ist er doch!“, rief Hes schließlich nach einigen Straßen erleichtert aus.

„Wir hätten fast ein Foto mit BTS bekommen“, erzählte Anni und zeigte das verschwommene Foto des wegfahrenden Wagens stolz herum. „Hach.“
„Ich habe eine sehr interessante Ausstellung gesehen, zum Thema Kühe. Wisst ihr... mir ist aufgefallen, dass Quidditch das Ebenbild ist, um eine Kuh zu rektalisieren... geschickt vortasten, aber auch etwas Kraft gegenüber den Schließmuskeln.“, vermochte Max erstmal jeden zu verstören. Ano musste sich ein Lachen verkneifen, und Saph sah einmal auf, um Max mit einem Todesblick auf den Mars zu schicken.
„Gott, wie vergesse ich das wieder“, jammerte Hes, musste aber gleichzeitig doch kichern.
„Und wenn man eine Frage verkackt, ist es so, als würde der Einweghandschuh reißen.“
„MAX!“
„Und ich hab eine neue Art von PH entdeckt.“ Max Beister sah stolz aus der Wäsche und wandte sich dann mit durchaus anzüglichem Blick Ano zu. „Willst du mir dabei helfen?“
Ano, die nicht wirklich wusste, was Beister mit PH aussagen wollte, musste sich erstmal ein Lachen verkneifen - Ano‘scher zweideutiger mind arbeitete immerhin sofort - und schüttelte sich dann kurz. „Wobei soll ich dir helfen?“
„Na, bei meiner PH.“ Beister beugte sich etwas vor. „Meiner Penishygiene.“
Verstörender geht immer.
Derweil waren Key und Zohan schon wieder heftig am diskutieren.
„Ich kann hier wirklich nicht schneller fahren. Uns schleudert es doch sonst aus der Kurve.“
„Aber so ist es total LANGWEILIG. Wir sind in Deutschland, da kostet Strafzettel fast nichts, also gib Gas!“
Key seufzte und beschleunigte einmal, rein für den Schein, und ließ sich dann von Zohan auf die Autobahn lenken.
„Fahr! Lass den Scheiß.“ Zohan rollte mit den Augen, als Key jeden Spiegel kontrollierte und erst nach einem kurzen Schulterblick auffuhr. Erleichtert seufzte sie auf. Bisher war sie nur mit dem Fahrschulauto auf die Autobahn gefahren, und das war meist ein Freifahrtschein für alles. Sie setzte sich etwas entspannter hin und gab endlich genug Gas, dass ich Zohan zufrieden war... oder zumindest teilweise zufrieden war. Schneller ging in der Schweiz immerhin immer.
Irgendwann streckte er dann die Hand aus, und Key, die schon Angst hatte, dass er ihr ins Lenkrad greifen würde, kontrollierte hinter ihr die Fahrbahnen und hielt das Lenkrad gerade und fest. Vielleicht wollte Zohan sie alle umbringen. Doch die Hand reichte an ihr vorbei, berührte den Rückspiegel und riss diesen dann unsanft zur Seite.
„EY! Ich kann die Menschen hinter mir so nicht mehr sehen.“Key versuchte verzweifelt, den Rückspiegel zurückzudrehen, doch Zohan hatte ihn fest im Griff. Zwar musste er sich etwas drehen, doch schnell pfiff er durch die Zähne.
„Sexä fa-“ „EEEEEY“, keischte Key und war plötzlich verzweifelten Tränen nahe.
„Ja, okey, chill mal.“ Jetzt griff er ihr allerdings ins Lenkrad.
„Ich darf nicht rechts überholen!“
„Kostet doch nichts.“  
Es war schon dunkel, als sie in Amsterdam ankamen - nach bestimmt fünf Strafzetteln und einer übelkeitserregenden Autofahrt. Romantisch funkelten die Lichter der Fenster in der Dunkelheit, und die Stadtlichter spiegelten sich verschwommen auf den leichten Wellen der Amstel, die sich am Fahrbahnrand entlangschlängelte. Gespannt sah Ano aus dem Fenster.
„Ich schlag vor, wir kümmern uns erstmal um ein Hotel, damit wir heute Nacht nicht hier schlafen müssen“, sagte Susan und holte schon ihr Handy heraus, um durch die zahlreichen Angebote zu scrollen.
„Okey. Luna und ich gehen schon mal los... schreibt uns dann die Adresse“, sagte Ano allerdings, sobald sie halbwegs standen, riss die Tür auf und zog ihre Hauskameradin mit sich. Kaum hatten sie die Tür wieder geschlossen und waren einige Schritte gelaufen, beugte sie sich auch schon zu ihrer Freundin runter. „Du weißt, was man hier kaufen kann?“
Luna nickte. „Ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen. Aber du wolltest doch nicht ernsthaft nur deshalb hierher fahren, oder?“
„Naja. Sev fände das sicher nice und dann zwingt er mich vielleicht nicht länger, seinen ganzen Ideen zuzuhören und die dann auch noch in Text zu packen... außerdem... who knows, wie kreativ man damit werden kann.“
„Hm. Wenn du meinst.“
„Dann müssen wir zumindest nicht mehr bei den BTS-Schwärmerein zuhören. Ich muss da immer an „Die vollen Hosen“ denken, die Hill und Beister so abfeiern.“
„Hm.“ Luna, die BTS eigentlich recht gut leiden konnte, zuckte mit den Schultern und folgte Ano, einfach weil sie hoffte, auch etwas zu essen zu bekommen.
Es war nicht schwer, einen passenden Laden zu finden. Er war klein, aber gemütlich und angenehm eingerichtet.
„Hallo. Wir hätten gern ein paar Haschkekse“, sagte Ano mit freundlichem Lächeln.
„Ausweis.“ Luna blinzelte. Bekam man das Zeug in Amsterdam nicht hinterhergeschmissen?
Ano seufzte, verdrehte die Augen und griff in ihre Tasche, um an ihren Geldbeutel zu kommen. Den Geldbeutel in der Handkramte sie nach ihrem Ausweis... und konnte ihn nicht finden!
„Luna. Wo ist mein Ausweis?“ Ihre Stimme hörte sich etwas panisch an.
„Oh... ich glaub, daran hat sich Susan vorher vergriffen.“
„WARUM?“ Natürlich wusste Ano, warum. Susan war vernünftig und wollte auch, dass Ano etwas möglichst vernünftiges tat. Und das war sicher nicht, irgendwelche Drogen zu kaufen.
„Ohne Ausweis, keine Kekse.“ Die Verkäuferin hörte sich gelangweilt an, doch ihre Stimme war ernst und ihre Augen hinter den halbgeschlossenen Lidern aufmerksam... was ein komischer Kontrast darstellte.
„Aber... ich bin 18, sonst hätte man mir den Ausweis ja wohl nicht weggenommen.“
„Das kann jeder behaupten.... genaugenommen behaupten das ziemlich viele. Ihr seid wirklich unkreativ.“
„Ich. Bin. Aber. Volljährig. Ich studiere, und sterbe demnach und habe keine Zeit für nichts mehr und außerdem... Geben Sie mir den Schieß schon.“
„Ich will Sucht nicht unterstützen. Wirklich nicht... oder so.“
„ES IST ABER IHRE PFLICHT; MIR DAS ZU VERKAUFEN:“
„Nope.“
Ano knurrte wie eine verärgerte Katze, fauchte einmal und atmete dann tief durch. Dann zog sie ihren Zauberstab. „Wissen Sie, was das hier ist?“
„Ein Fanartikel von Elbenwald?“ Ano blinzelte einmal und unterdrückte ein panisches Schlucken.
„Ihr Ende.“
„Muss ich etwa ein Testament aufsetzen?“ Die Verkäuferin sah nicht so aus, als hätte sie wirklich Angst.
„Ich stech Ihnen Ihr Auge aus. Wirklich.“ Ano fuchtelte mit einem der Zauberstäbe herum, die sie von Max geklaut hatte. Wenn Max das wüsste, würde er sie umbringen. Und zwar gleich doppelt und dreifach.
„Aha.“
„Sie glauben mir nicht? Ich bin erster Platz im Kinderfechten geworden! Und ich bin mega gut im Melonenzerschneiden und außerdem... bin ich die schnellste Jägerin überhaupt.“
„Aha.“
„Mein Kumpel hat ganz viele Zauberstäbe. Die sind auch noch viel länger als der hier!“, sagte Ano und musste über ihre eigene Zweideutigkeit beinahe lachen. Allerdings erschiene sie dann nicht mehr seriös. „Also. Los. Sonst hol ich die Amsterdam-Polizei... oder...“ Sie zögerte. Mist. Irgendwie war ihr vollkommen toll geplanter mega krasser Auftritt doch viel zu langweilig. Da könnte sie genauso gut...
„Pink Fluffy Unicorns dancing on rainbooooww“, sang sie lauthals und ihr Blick sagte in etwa ‚Ich höre nicht auf, bevor Sie mir nichts geben‘. Auf und ab hüpfte sie durch den Laden, wuschelte mit ihrem Hintern, als wäre daran ein Schwänzchen, wieherte ab und zu und steckte sich den Zauberstab zwischen die Haare. Er kippte zur Seite und symbolisierte damit alles andere als ein Horn, aber der Wille zählte.

„Hab ich etwa ein Einhorn gehört?“, fragte Riki und sah direkt Ano durch den Laden springen. Sie hatte das Mädchen nur ein oder zweimal beim Quidditch gesehen, doch das reichte, um sich einen Lachanfall verkneifen zu müssen.
„Dieses Mädchen hat ihren Ausweis... scheinbar vergessen. Und jetzt macht sie hier voll das Affentheater. Das ist ja mal. so. peinlich.“
„Keine Sorge. Ich kenne sie... gib ihr, was sie will.“
Und so schnell bekommt man Haschkekse. Man muss nur die richtigen Kontakte haben. Ein paar Minuten später liefen sie zu dritt zum Hotel, dessen Adresse sie per WhatsApp zugeschickt bekommen hatten, und unterhielten sich über Rikis Anstellung in Amsterdam, die sich im Großen und Ganzen daraus begründete, dass Riki herausfinden wollte, ob der Drogenkonsum Amsterdam zu einer kreativeren Stadt machte als die öden Deutschen.

„Spielen wir noch Phase 10?“, fragte Key, als Saph, Lea und sie die Letzten waren, die im Hotel verblieben. Der Rest genoss das Nachtleben in vollsten Zügen... nur sie konnte kaum noch stehen, so sehr lag ihr die Autofahrt noch in den Knien. Eine entspannte Runde Phase10 war da durchaus die bessere Variante, um herunterzukommen.
„Nee... ich kann leider nicht, ich muss dringend schlafen.“ Damit verstieß Lea gleich gegen zwei Regeln. Man entbehrte sich nicht Phase 10. Und wenn man es tat, tat man es aus einem wirklich guten Grund und nicht aus einem, der offensichtlich erlogen war. „Ich muss dringend schlafen.“ Was sollte das denn?
„Willst du keine fünf Achterfolgen und drei Drillinge sammeln?“, fragteKey, weil sie dachte, Lea machte einen Scherz. Und auf einen Scherz, der schlecht gewählt war, reagierte ma bestenfalls mit einem zweiten Scherz und nicht mit einem erzwungenen Lachen.
„Nein. Wirklich nicht... morgen dann?“
Lea entfernte sich von ihren Freunden und sperrte sich direkt in das Zimmer ein. Sie brauchte gut zwei Stunden für sich allein... grinsend zog sie eine Serviette aus ihrer Tasche und rollte einige Gläschen, Phiolen und Kolben aus. Das würde ein Spaß werden.
„Ist sie dumm?“
„Schämen soll sie sich!“
„Ehrlich, so ganz richtig kann sie doch nicht im Kopf sein... eidottergelber Mist!“ Saph war genervt, angepisst und orange-rot gestreift vor Ärgernis.
„Komm, lass uns spazieren gehen und uns ganz viele Dinge ausdenken, dir wir ihr morgen auf die Nase binden können, obwohl wir sie nicht wirklich erlebt haben.“
Das stimmte Saph und vor allem ihre Farbe, die jetzt zu einem besänftigten himmeblau mit frechen gelben Punkten wechselte, um.
„Wir haben SunriseAvenue getroffen.“
„Wir haben Snape getroffen.“
„Wir haben Snape als neuen Leader von SunriseAvenue getroffen!“
„Wollen wir durch den schönen Park laufen?“, fragte Hes, die mit Ces, die Zohan am Arm hatte, durch die Stadt lief.
„Das ist ein Friedhof“, stellte Ces fest.
„Hm. Friedhöfe können auch schön sein.“
Sie alle drei schwiegen. Ihnen fehlte der Alkohol, aber sie fanden auch keine Bar, die aussah, als wäre sie ihrem Niveau angepasst... bis... ja! War das etwa eine Bar, in der es Lillet gab? Und... alle anderen alkoholischen Getränken mit komischen Namen? Grinsend und bereit, dort die Nacht zu verbringen, traten sie ein.

Als Key und Saph von ihrem Spaziergang zurückkamen, hatten Ano und Luna schon einen kurzen Zwischenstopp gemacht, damit Luna mit gutem WLAN schauen konnte, wo sie den nächsten Einhorn-Nacht-Freizeitpark finden konnten. Sie hatten den perfekten Plan, wie sie Lea am nächsten Tag unglaublich neidisch auf das machen konnten, was sie eigentlich nicht erlebt hatten. Dennoch waren sie auch etwas pissed.
„Wollen wir einfach zu zweit Phase10 spielen?“, schlug Key vor. Zu zweit war nicht das Gelbe vom Ei. Aber nicht alles konnte dottergelb sein. Nicht einmal Saphy.
„Hm. Okey.“ Deprimiert setzte sich Saph hin, schrieb schwungvoll und mit Schönstschrift die Tabelle und griff zur nächstbesten Schachtel nach Keksen. Wahrscheinlich waren es die von Susan, die sie vor der Reise gebacken hatten. Sie schmeckten außergewöhnlich gut.
Als Ces, Hes und Zohan die Tür zu dem Gemeinschaftszimmer öffneten, die dem Hotel angehörten, mussten sie erstmal blinzeln. Etwas surreales spielte sich vor ihren Augen ab.
„SCHAUT MAL! Ich bin ALLEIN aufs TÖPFCHEN gegangen“, quietschte Saphy vergnügt und sprang lachend auf und ab. Wie ein Hyperaktivling sprach sie durch den Raum .
„ICH AUCH! DAS MACH ICH JETZT SCHON SEIT EINEM HALBEN JAHR!“ Chester Hill grinste stolz und klopfte sich selbst auf die Schulter.
„Alter, er hatte keine Kekse ab“, flüsterte Key Ano zu, die deprimiert Saph hinterhersah. Ihre guten Kekse.
„Schau, Zohanlü! Ich bin allein auf das Töpfchen gegangen!“ Sie stellte sich vor ihn hin. „Ganz allein!“
„Wow. Super. War‘s wenigstens ein großes Geschäft?“ Zohan zog interessiert die Augenbraue hoch... nicht, weil er wirklich interessiert war, sondern einfach nur, weil er es als lustig befand, wie sehr sich Saph morgen schämen würde. Saph riss irritiert die Augen auf.
„Woher...“
„Das ist ja toll, Schätzchen.“ Hes ergriff schnell die Initiative. „Aber wo hast du denn deine Hose hin?“
Saph lächelte leicht traurig. „Die hab ich leider vergessen... ich glaube... vielleicht hat sie jemand geklaut! So... die Antigummibärchenbande oder so!“
„Komm, Saphy. Wir spielen ein Spiel!“  Susan beugte sich zu ihr herunter.
„Ja, spielen spielen spielen!“ Saphs Augen leuchteten entzückt auf.
„Wer am schnellsten in seinem Bett liegt, hat gewonnen!“ Stolz auf ihren Einfall deutete Susan ein Richtung Zimmertüren.
„Nöööö. Ich will Verstecken spielen“, rief Saph und zählte auf drei. „SOOO; ICH KOMME!“ Sie sah sich um. „Ich hab dich!“, lachte sie, als sie Luna sah. Diese ritt auf einem großen Einhorn. „EINHOOOORN!“ Quietschend rannte Saph eben dieses um und kicherte dabei entzückt.
„Einhorn!“, wiederholte Chester Hill, allerdings weniger begeistert. „EINHÖRNER MUSS MAN TÖTEN; EINHÖRNER DURCHSTECHEN MENSCHEN!!!!!"
„Chill your life!“ Luna verdrehte die Augen. Sie wollte doch einfach ihre Ruhe haben.
„your life - hiiieks“ Saph lachte und drehte sich einmal im Kreis. „Booooaaaah, alles so schwindeeeeeellllllliiiiiig. Ceeeeesssiiieee, du hast zwei Köööpfe!“
„Was geht denn bei der ab? Kann man helfen?“ Eine große Gestalt hate den Raum betreten.
„JAAAAAAREEEEED!“, schrie Saph voller Inbrust und stürmte auf ihren großen Helden zu... klatschte aber schlussendlich doch gegen die Wand, weil ihr räumliches Sehen nicht mehr das beste war. Das hielt sie aber nicht davon ab, die Wand zu umarmen, ihr einen sabbernden Kuss zu geben und sich mit der Wange an die schmierige Tapete zu kuscheln.
„Jaaared, ich hab heute ganz allein zum ersten Mal in meinem Leben Pipi gemacht!“ Ihre Augen leuchteten vor Stolz und sie kuschelte sich mehr an die Tapete, bis ihr so schwindelig wurde, dass sie zu Boden glitt.
„Sie hat ausversehen Haschkekse gegessen“, erklärte Key Jared seufzend.
„Oh. Joa... das hat Jensen auch mal...er hat nur etwas anders reagiert.“
Saph hatte mittlerweile angefangen, sich auf dem Boden hin und her zu drehen. „I beliiieve I caaaan flyyyy!“ sang sie und tatschte dann um sich herum. „I believe I can touch the skyyyy“
„Soll ich sie in ihr Zimmer bringen?“, fragte Jared und hob die Gryffindor dann schließlich hob, als Ces ihm bittend zunickte.
„Komm her.“ Seine sanfte Stimme ließ Saph gähnen.
„Jaaaareeeed“, seufzte sie. „Das allein aufs Töpfchen gehen war sooo toll. Also, zuerst muss man merken, dass man aufs Klo muss. Das passiert, indem man schaut, ob man schon etwas nass ist, weil dann kommt meistens noch mehr und so. Oder man hat so ein kribbeln oder es drückt oder ja... man weiß es eben. Und dann geht man auf das Töpfchen und da muss man sich ganz weit runtersetzen und daaaann drückt man so...SO“ Sie verspannte sich etwas. „und dann wartet man, während es läuft und man hört dann so dieses Geräusch, und das ist voll entspannend. Und dann muss man sich abputzen, und dafür..“ Sie erklärte dem Supernatural-Star ihren ersten Klogang noch etwas genauer, bis sie den Höhepunkt erreichte „Mir ist das Töpfchen dann leider umgekippt. Aber das macht nichts... das kann jedem beim ersten Mal passieren.“
„Ist sie wirklich auf ein Töpfchen gegangen?“, fragte Hes.
„Nein. Es war eine Hundeschüssel.“ Susan seufte.
[und weil es naw ist:]
„Und jetzt schlaf gut, Saphyleinchen“, sagte Jared sanft und strich die Decke glatt, in die sich Klein-Saphü gekuschelt hatte.
„Ich wiiill noch nicht schlafen“, sagte diese.
„Doch, Schlafmütz, willst du.“ Tatsächlich fielen ihr schon langsam die Augen zu, und die aufgeregt bunte Farbe entspannte sich zu einem pastellfarbenen rosa. Wenigstens ihr untrüglicher Farbwechselmechanismus hatte erkannt, dass sie von ihrem größten Helden ins Bett gebracht wurde.
„Kein griiiins“, seufzte sie leise. „Depri.“
„Ich bin doch für dich da.“
Langsam legte sich alle zu Bett... es war immerhin ein anstrengender Tag gewesen.
Oder war nicht doch noch jemand wach? Hörte man da nicht eine creepy Lache aus Leas Zimmer und einen Ausschnitt aus einem BTS-Lied?

Tag II: Schlimmer geht immer
„Mag jemand mit mir abkratzen?“, fragte Saph, als sie den Frühstücksaal betrat. „Ich will gar nicht wissen, was ich gestern alles peinliches gemacht habe. Meine Erinnerungen sind nur noch schleierhaft. Habe ich mich wirklich gefreut, dass ich zum ersten Mal einen Schnatz gefangen habe?“
„Ja... so ungefähr.“ Susan nickte mit freundlichem Lächeln und wunderte sich, wie sehr der Geist eines Menschen einem einen Streich spielen und das Schlechte vergessen lassen konnte. „Du wurdest von Jared übrigens in dein Bett getragen.“ Luna leckte sich Marmelade aus dem Mundwinkel. Himbeer.
„WAS? VON JARED? IN DIESEM ZUSTAND?“ Panisch stand Saph auf. „Ich muss ihn suchen! Wo ist er? Ces! Wo ist er?“ Eine Sekunde später war Saph verschwunden. Man hörte nur den Schlag auf den Tisch, wo Hes eine Fliege ermorderte. Kaltblütig und ohne mit der Wimper zu zucken.
„Die arme Fliege hatte safe ne Familie“, sagte Key mit leicht ironischem Tonfall.
„In anderen Ländern wäre das Essensverschwendung. Lost of foot.“ Max nickte wissend, kam aber nicht dazu, sich über Keys Kopfschütteln Gedanken zu machen, denn plötzlich begann Anni zu kreischen.
„DAAAAAAA! JIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN“
„JIN? JIIIIN? WOOOOOOOOOOOOOOOO?“, stimmten Ever und Mor ein.
Und tatsächlich. Ein gutaussehnder Koreaner lief zusammen mit Lea die Treppen hoch.
„Ich hab ihn gefunden. Er war hier spazieren und da meinte ich zu ihm, dass ihr seine größten Fans seid.“ Sie lächelte den drein zu, doch keiner von ihnen reagierte darauf. Sie alle standen direkt auf und wussten nicht recht, was sie jetzt, wo sie einem ihrer Idole gegenüberstanden, tun sollten. Sie könnten ihn einfach BERÜHREN!
„Hallo. Ich bin Jing“, sagte der BTSler etwas mechanisch, lächelte dann aber und verhielt sich normal. Lea zog einmal kurz die Augenbraue hoch, nahm dann aber schlicht Evers Platz ein und stellte sich ein passendes Müsli zusammen.
Nur Key schien sich an dem Jing zu stören.
„WHA. Können wir ein Foto haben?“
„Ein Autogramm?“
„Auf den Arm?“
„Omg!! Du schaust auf dem Foto so guuut aus!“
„Dankeeeeee!“
„ICH WASCH MEINEN ARM NIE WIEDER!“
„AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHH, du bist so CUTE!!“
„ICH LIEBE DICH!“
Während Morevenni nicht mehr auf ihr Leben klar kam, stand Key heimlich auf, zückte ihr Handy und verließ den Saal.
„Das ist ja, als wäre das Kylie Jenner oder so“, meinte Beister und kaute auf seinem Fingernagel rum. Irgendjemand hat gesagt, dass man damit sexy aussah.
„Ne. Kylie Jenner ist für mich nicht mehr als ein Knäckebrot ohne Beilage.“ Max schaufelte sich etwas Cornflakes in den Mund, während Jin für Morevenni posierte. Sie schmissen sich ihm in die Arme, kuschelten ihm durch die Haare und hyperventillierten aufgrund von Schnappatmung beinahe. Aber nur beinahe. Sie durften jetzt nicht sterben... wobei... dann käme er sicher zu ihrer Beerdigung. Ever war schon kurz davor, zum Messer zu greifen... das wäre es doch wert.
„Mit mir will niemand ein Foto machen“, schnüffte Chester Hill traurig. „Oder Ano? Bittee?“ „Ehm... Nein.“ Ano hatte Angst, dass ihre Schriftstellerkarriere im Eimer wäre, wenn im Internet ein Foto von Hill und ihr auftauchen würde. „Aber Luna will bestimmt.“
Eine Sekunde später hatte sie eine leise protestierende Luna an Chesters Seite geschoben.
„WHA! EIN MONSTER!“, schrie dieser, als er die Handykamera öffnete.
„Nein. Die Frontkamera“, seufzte Luna und verdrehte die Augen.. und Klick!
Als Saph ein paar Minuten später - erfolglos, doch Jared hatte ihr eine Nachricht hinterlassen, dass er sie am Abend besuchen kommen würde - den Speisesaal betrat, war die Hölle los. Susan hielt Luna gerade so davon ab, aus dem Fenster zu flattern, weil sie sich schämte, ein so hässliches Bild mit Chester Hill gemacht zu haben; Ano vertickerte ihren angesuffelten Kaffee älteren Frauen („Der hier wurde von Max Raabe höchstpersönlich gemacht. 115 Euro pro Tasse“), weil sie Studentin war und Geld brauchte. Dabei zerstörte ihr Max aber das Geschäft, der („physikalisch unmöglich“ wie Lea genervt kommentierte) einen Besen an der Decke aufgehängt hatte und zum fünfzehnten Mal beim Versuch, die Menschen unter ihm zu überspringen, auf die Nase gefallen war.
Allerdings gab er nicht auf. „Max move rooocks!“, schrie er, als er ein weiteres Mal den Besen bestieg, sich eine ältere Dame mit Sonnenhut als Opfer auskürte, den Besen hin und her schaukelte, mit gekrätschten Beinen absprang und mit einem „WHUUUUU, ICH BIN SLYTHERINBADMANN“ über die Frau sprang... die allerdings im selben Moment den Besenstiel ins Gesicht bekam und aufgrund von Gleichgewichtsstörungen umkippte. Max, dessen Besen aufgrund der Physik natürlich impulsartig zurückgestoßen wurde, landete auf der armen Frau und zerquetschte ihr damit auch noch den Oberkörper. „SHIIIIT. WIR BRAUCHEN EINEN ARZT“, schrie er.
„Arzt? Ich bin Arzt!“, rief Beister und rannte auf die Lady zu.
„Ganz ruhig. Ich werde Sie jetzt zu Mund beatmen.“
„Aber ich kann atmen... aber meine Brust schmerzt so...“
Doch Beister ließ sich davon nicht ablenken, holte einmal tief Luft und pustete ihr diese auf die halbgeöffneten Lippen. Dabei fuhr er vorsichtig mit der Zunge an deren Zähne entlang und wiederholte das fünfmal.
„So. Jetzt kümmer ich mich um Ihre Brust.“
„ALTEEEER!“, rief Ano. „ICH WILL HIER GELD MACHEN, HALTET MAL EURE - uuuh. Bereitet er gerade... Ihr wisst schon was...vor? Arztspiele und so?“
„Ich glaube, er versucht ihr das Leben zu retten“, sagte Lea zweifelnd.
„Ja. Manchmal ist das Leben so deprimierend, da greift man sogar auf Beister zurück.“
„Wollen Sie Bananensaft? Das ist nach neusten ärztlichen Untersuchungen das beste Mittel gegen Schmerzen.“
„Du musst ein gesundes Körperbewusstsein aufbauen. Deine Haltung ist ein bisschen asymmetrisch.“ Eli betrachtete Bianca mit skeptischem Blick. Er fand es interessant, dass sie bei jedem dritten Schritt, den sie tat, auf den Boden fiel, und wollte ihr natürlich helfen. Saph beobachtete ihn einen kurzen Moment, wie er ihr Scheiterhaufenbilder zeigte und das als „beste Therapie“ betrachtete, nachdem er überzeugt war, dass das alles psychisch bedingt war. Doch ihre eigentliche Aufmerksamkeit wurde natürlich auf Jin gezogen, der fröhlich mit Morevenni plauderte. Sie hatten ihre Stimmen mittlerweile etwas beruhigt, vor allem, weil sie ihnen langsam fehlte.
„Jiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin“,quietschte Saphy jetzt aber dafür.
Jin drehte sich zu ihr um und lächelte freundlich. „Nein, ich heiße Jing“, sagte er dennoch.
Saphy war die Erste, die offensichtlich zögerte. Morevenni war vorher sicher gewesen, dass sie sich verhört hatten... ach was, sie hatten nicht zuhören können vor Kreischen.
„Was?“
„Jing. Ich singe bei BTS. Meine Freunde sind VW, X, Jungkoch und Jinin.“
„Was?“
„Mein Lieblingslied ist Summer Day. Da rappe ich besonders oft.“
„WAS?“, ertönte es jetzt vierstimmig.
„Ja, in dem Video kommt auch Omaglas vor. Da laufe ich da rein. Und wir machen eine Tortenschlacht. Das war sehr lustig.“
„WAS?“
„Hört auf zu WAAASen. Er ist halt ein DNA-Unfall“, sagte Lea hörbar pissed, ging auf ihren „Jing“ zu.
„EY; HÖR AUF, BTS IMMER SO ZU BELEIDIGEN!“, schrie Mor sie höchst genervt an.
Lea verdrehte die Augen. „Er ist ernsthaft ein DNA-Unfall.“ Mit diesen Worten nahm sie sich das nächstbeste Küchenmesser und rammte es Jing in den Rücken. Mit funkelnden Augen sah sie dabei zu, wie der Körper zu zucken begann und das Blut in fröhlichen Spritzern aus ihm hinauslief.
„DU HAST GERADE JIN GEKILLT!“, rief Saph, auch wenn die ganze Situation ziemlich verwirrend war. War das wirklich Jin? Jin, der vergessen hatte, dass seine Band aus sieben Mitgliedern bestand und außerdem keinen einzigen Namen richtig nennen konnte. Nicht mal seinen eigenen!
„Hat sie nicht.“ Key betrat den Saal.
„DAS SIND HANNIII UND NANNI AUF AMADEUS UNS SABRINA!!!!“
„DREI SANDMÄNNER MIT DEM KONTRABAAASS“
„Hallo Leuteee, hier bin ich. Waaas, einige von euch wissen nicht, wer ich bin? Na, dann passt mal auf! LITTLE AMADEUS, DIE KLEINE HEXE, kann so manches, wovon ihr träumt. Und sie wird euch immer helfen, weil sie ist euer beister FEEEEEEEEEEEEEIND.“
Sieben BTSler betraten singend den Saal und der wirkliche Jin drehte sich einmal eilig im Kreis, bevor er mit voller Inbrust „Walle Walle, manche Strecke, dass zum Zwecke Wasser fließe, und mit reichem vollen Schwalle, zu dem Bade sich ergieße“ rappte.
„Ich hab ihnen von euch erzählt und da wollten sie sich kulturell anpassen“, sagte Key, als Morphevenni in eine Schockstarre verfallen war.
Zohan verschwand innerhalb von einer Sekunde mit einem „Wow, die laufen wie besoffene Hunde“. Diese komischen Wesen wollte er sich wirklich nicht antun. Auch Lea setzte sich seufzend neben ihren getöteten Jing nieder.
[chrm... zum Ausgleich @Morphevenni <3]
Anni war derweil die Erste, die sich aus der Schockstarre löste. Voller Begeisterung rannte sie auf BTS zu, wusste gar nicht, wem sie zuerst in die Arme fallen sollte. Kookie? Jimin? Allerdings wohl erstmal niemanden von Beiden, denn sie stolperte über prompt über die Tasche der von Max ausgeknockten Frau. Sie schloss die Augen und glaubte schon, den Boden unter ihrer Nase zu spüren, da spürte sie die Arme, die sie kurz zuvor sicher auffingen. Langsam blinzelte sie und sah direkt in Kookies lächelndes Gesicht.
„Hab dich“, lachte er und hielt Anni fest, bis sie wieder von selbst stehen konnte.
„Hey“, sagte Anni vorsichtig.
„Hi.“ Kookie fuhr sich einmal schüchtern durch die Haare und grinste dann leicht. „Key hat gesagt, ihr wärt Fans von uns?“
„JA!“, platzte Ever hervor.
Es umarmten sich alle der Reihenfolge nach. Morphevenni hatten um Jing so sehr herumgefusst, dass sie jetzt beinahe ruhig waren. Dennoch konnten sie ein paar Freudentränchen nicht unterdrücken.
„Naaaw“ V zog ein Taschentuch aus seiner Tasche und reichte es Saph.
„Wollt ihr mit uns essen?“, bot Mor an und zeigte auf den Tisch. Ein Teil des Frühstücks war bei Max‘ move-Übungen noch nicht auf den Boden gekehrt worden.
„Gern!“ RM nickte im Namen der ganzen Gruppe und Saph geleitete sie zum Tisch.
„Sind das etwa Trauben?“ Jimin freute sich wie ein Kind und schnappte sich eine von Mors Teller, die sie sich vorher geholt hatte.
„Jimin! Das war jetzt aber frech.“ Sugar schüttelte anklagend den Kopf und Jimin zog den Kopf ein.
„Tschuldigung. Willst du etwas von meinen Erdbeeren?“, fragte er und bot sie als Entschädigung Mor an.
„Alles gut.“ Mors Hände zitterten ein bisschen, als sie sich eine Erdbeere von JIMIN nahm. Von JIMIN!
„Komm. Du solltest auch ein paar Vitamine essen.“ Sugar schob Jimin eine Paprika zu und fügte, zu Morphevenni gewandt an: „Er war erst krank. Und ich hab gelesen, das hilft, um das Immunsystem wieder in den Schwung zu bekommen.“
J-Hope lachte und V rührte Jimin einen Tee an.
„Geht es euch gut?“, fragte Jin schließlich Morphevenni und lächelte ihnen aufrichtig zu.


Tag III. Die Nachwirkungen
„Wieso bin ich eigentlich hier?“, fluchte Lea Max an, der sie in sein Zimmer beordert hatte.
„Wieso hast du Saphyra und Key dabei?“
„Beachte uns nicht. Ohne uns kann sie nicht atmen. Du musst Verständnis haben.“
„Ich fand das nun echt nicht in Ordnung. Diese ganze MTS Sache“
„BTS“
„Ja, die eben. Das finde ich echt nicht gut, und deshalb...“
„Du hast keine Gewalt mehr über sie, Max.“ Saph schüttelte genervt den Kopf. „Sie hauen dir alle ab.“ Natürlich taten sie das.
„Ich will, dass das Konsequenzen hat. Du solltest sie aus deinem Team schmeißen, Saph.“
„Jaaa, einfach so Menschen klonen ist ethisch vielleicht nicht ganz korrekt, aber...“
„Menschen klonen? Das ist mir doch schnurz. Sie lästert dauernd über meinen Max move. Das geht ja mal gaaaar nicht. Und dann hat sie diesen komischen Typen da eingeschmuggelt, damit meine Zuschauer abgelenkt sind.“
Just wth.
„Rosie und ich müssen euch unbedingt auf unsere Quidditch-Partner-Website setzen“, quietschte Ano, die das Bild von Luna und Hill gerade durch einen Test gelassen hatte. „Wie gut passt ihr zusammen - mit 10&iger Sicherheit kann diese Seite bestimmen, wie gut Sie zusammen passen!“ hieß das gute Stück, das sie dabei bemühte, und die Beiden goalten zu 98%. Luna wäre wohl den Tränen nahe, wäre sie nicht zu beschäftigt, den Rest ihres Apfels zu essen. Nichts wurde verschwendet!
Riki setzte sich im Schneidersitz hin und sah den anderen beim Auto einpacken zu.
„Wollt ihr echt schon nachhause? Ist das nicht voll langweilig?“
„Ja, wo sollten wir denn jetzt sonst hin?“, fragte Susan lachend.
„Ich hab ja noch n Ferienhaus in Las Vegas“, sagte Key und streckte sich, als wäre das das normalste auf der Welt.

[to be continued... vielleicht]
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