Liebe auf dem Quidditchfeld

GeschichteDrama, Humor / P12
27.08.2015
02.08.2020
20
57.043
 
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31.12.2018 6.096
 
Ein Silvester-Kapitel, gewidmet an Key ♥
Schönes Jahr euch! :3

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„Das wäre aber doch eine perfekte Möglichkeit, um Erfahrungen zu sammeln und eine andere Kultur kennenzulernen.“, bestärkte Saphy den Plan und schob Professor Bianca eine Liste von historisch wertvollen Attraktionen über den Eichentisch, die sie zusammen mit Lea erstellt hatte. Natürlich würden sie keine Einzige davon anschauen, aber das könnte doch niemand kontrollieren. Lea, die neben der Gryffindor saß und sich fragte, ob sie die Professorin nicht, ganz Dämonen-like, mit einer Morddrohung erpressen könnten, entfuhr beinahe ein Seufzen, als Professor Bianca wenig begeistert die Liste durchging, auf der ganz oben Gelber Matschkopf, der von belustigten Finnen aufgespießt wurde, weil dieser behauptete, die finnische Waldbrandprävention und die Tätigkeit aller Finnen beschränke sich auf das Rechen des Waldbodens stand. Sie hätten in den Ferien einfach nicht in Hogwarts bleiben dürfen, lag die Möglichkeit, nach Kalifornien reisen zu dürfen, doch jetzt in der Gnade der Lehrer. „Hm. Ich denke nicht, dass das eine gute Idee ist.“, murmelte die Professorin mit zusammengezogenen Augenbrauen. Ein wahrlich tödlicher Blick von Saphy traf sie. Schlimm genug, dass sie ihr schulisches Lateinimperium für die nächsten Jahre einnahm, bis sie ihren rechtsmäßigen Platz einnehmen konnte; nein, jetzt musste sie hier auch noch blöd rumzicken. Professor Bianca fühlte sich von dem Blick eingeschüchtert. „Na gut. Ihr dürft ein paar Menschis mitnehmen, schreibt mir aber einen Bericht, was sie erlebt und gelernt haben.“, lenkte sie deshalb ein. „Und jetzt lassen Sie mir meinen Feierabend, ich tref- das geht sie nichts an.“ Schnell sprang sie vom Stuhl und scheuchte ihre beiden Schülerinnen aus dem Zimmer, nicht ohne kurz vor der Tür nochmals auszurutschen.
„Die hat auch noch nie etwas von Standfestigkeit gehört, oder?“, fragte Lea, als sie hinter der geschlossenen Tür standen, und klatschte derweil bei Saphy ein. „Nein... aber wir haben die Erlaubnis. Genial!“

                                           *~*~*~*~*~*~*~*~*~*
Schon ein paar Tage später standen sie zusammen vor dem Gelände des Flughafens und Saphy, die die Organisation des Trips übernehmen würde, versuchte, einmal ordentlich durchzuzählen. „Jetzt bleibt doch mal stehen, ihr Vollidio-“ So weit kam sie allerdings nicht. „Schaut mal!“, rief Luna begeistert und zeigte auf ein regenbogenfurzendes Einhorn, das von einem kleinen Kind mit schwarzen Locken herumgetragen wurde. Das Stichwort für Chester, hörte sich Luna doch ganz eindeutig so ein, als wäre sie von dem Tier begeistert. „Ich besorge es dir, Süße“, drohte er, drehte sich einmal um sich selbst und warf im Lockhart-Stil seine nicht vorhandenen langen Haare zurück... bevor er sich mit großen Schritten daran machte, dem Kind das Kuscheltier zu entreißen. „Macht er das gerade wirklich? Das ist aber nicht nett.“, schnüffte ein ungewohnt emotionaler Sev, dessen gefühlsvolle Seite von den Übermengen an Whiskey geweckt worden war. „Bist du etwa betrunken?“, fragte Saphy, dabei beinahe hysterisch, und baute sich vor dem Slytherin auf. Dabei verpasste sie, wie Chester von dem Kleinkind verprügelt wurde und nach einem gezielten Tritt kaum noch gerade stehen konnte. Immerhin hatte die Standpauke, die sie Sev halten konnte, durfte und vorallem musste, viel mehr Priorität.
Als sie endlich die Flughalle betraten, Saphy dabei knallpink im Gesicht und mit einem genervten Blick, hatte sich Lea eine Notiz auf ihrem Block gemacht. Sie hatten beschlossen, dass Saphy, Ano und sie die nächsten Tage festhalten und am Ende zusammenschreiben würden, damit Bianca ihren Bericht zu lesen bekam. „Okay, der Plan.“, meinte Saphy und verlangte damit von jedem auf volle Aufmerksamkeit. „Ihr wartet, ich geh aufs Klo. Danach geben Tasha, Lea und ich die Koffer ab und der Rest passt auf Maximilian und Chester auf... danach gehen wir zur Kontrolle.“ Dass nun gerade bei Max und Sev großes Jammern herrschte, hatten sie doch wenig Lust, auf die Deppen der Gruppe aufzupassen, bekam Saphy schon gar nicht mehr mit.
Nachdem sich Saphy wieder zu ihnen gesellt hatte, machten sich die drei auf dem Weg, die Koffer der Gruppe dabei hinter sich ziehend und jedes Kleinkind, das ihnen in den Weg lief, dabei konsequent überfahrend (was eine Notiz wert war). „Man könnte beinahe meinen, die Halle wäre von einem Ausdehnzauber erfasst worden.“, murrte Lea, als sie immer noch mehrere Meter vor sich hatten, bevor die Schlange erreicht war.
Derweil hatten gerade Max und Sev mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Luna und Ano hatten sich zurückgezogen, um die neuen Glitzertüten, die man bei Zohans zauberhafte Zauberscherze (Alliteration!) mitsamt Zitrone bei einem Einkauf im Wert von mehr als 10 Galleonen geschenkt bekam, zu testen. Mit anderen Worten: alte Frauen mit grauen Haaren und strengen Gesichtern die Freude schenken, jung und fancy ausschauen zu können. Damit hatten sie den Rest der Gruppe allerdings allein gelassen, was bedeutete, dass auf Maximilian und Chester zwei Menschen aufpassten, die mehr damit beschäftigt waren, sich selbst zu bekriegen. Das endete, wie war es auch anders zu erwarten, dass Beister jeden zweiten Menschen, der vorbeiging, mit Schokofroschsammelkarten vollzukleben, die logischerweise mit Spucke befestigt worden... und Chester bei einem 1-Euro-Laden zwanzig Mini-Einhörner für 2,99 Euro erwerben wollte, allerdings natürlich kein Muggelgeld dabei hatte. „Damit kannst du hier nicht bezahlen, was auch immer das sein soll.“, meinte der alte Verkäufer, dem man überhaupt nicht anmerkte, dass er mit seinem Doktortitel in Germanistik eigentlich andere Ziele in seinem Leben vorgesehen hatte, als in einem Flughafen 1-Euro-Artikel zu verkaufen, die allerdings nicht einmal 1 Euro kosteten [Anmerkung: Ja, Hogwarts lieg in Schottland und da zahlt man nicht mit Euro, aber das ist mir Schnurz.]. „Wieso denn nicht?“, fragte Chester und schmollte. „Wissen Sie, ich will damit das Herz einer jungen Frau gewinnen.“ „Das wollte ich auch erst.“, begann der Verkäufer und machte dann eine dramatische Pause. „und ich landete in Untersuchungshaft wegen Vergewaltigungsvorwürfen. Anscheinend braucht man ein hübscheres Gesicht, bevor man Frauen anschauen darf, sonst hat man gleich verkackt in dieser verdorbenen Gesellschaft.“ Er seufzte. „Und wissen Sie, das Leben ist einfach scheiße. Der Hund denkt, er sei eine Ente und legt sich zu Weihnachten in den Ofen... meine Schwester meinte, er wolle sich selbst umbringen, aber das ist doch lächerlich... Die Nachbarskinder-“ „Ja, kommen Sie runter.“, stöhnte Chester genervt, hatte die Zeit des Jammerns aber zumindest dazu genutzt, eines der Kuscheleinhörner mitgehen zu lassen. „Wenn Sie sich ausjammern wollen, suchen Sie sich einen Psychopath... ne. Psychologen? Meine Nachbarin, Paula Agard, kennt sich damit aus.“ Im Gesicht des Verkäufers zeichnete sich alles andere als Begeisterung ab. „Ich bekomme gleich das große Kotzen.“, sagte er langsam und Chester zuckte die Schultern. „Naja, macht ja nichts. Dann eben nicht. Schönen Tag noch.“ „Der Tag ist nicht schön.“, kam es murrend hinter der Theke hervor. „Oh, doch.“, dachte sich Chester, das mitgenommene Einhorn in seiner Jacke spürend. Als er sich wieder zu Maximilian gesellte, entfuhr ihm ein böses Lachen. Dann beobachtete er Sev und Max bei ihrem heftigen Hahnenkrieg.
Sonderlich viel Zeit verstrich allerdings auch nicht, da kamen auch die mittlerweile Kofferlosen zu der Gruppe zurück. Das lag bestimmt nicht zuletzt an Tashas Schachskills - *hust* „5 Euro, wenn Sie mich vorbeilassen, Sie Noob“ *hust* - die sie für sich hatte arbeiten lassen. „Dann können wir ja los zur Kontrolle, oder?“, fragte Saphy, erleichtert, dass noch alle zu Leben schienen. Dass sie mittlerweile Diebesgut bei sich hatten, wusste sie glücklicherweise nicht, und dass Beisters DNA unfreiwilligerweise mittlerweile an 30%  der Mitreisenden hing, war zum Glück auch noch kein offenes Geheimnis.
Eigentlich hatten all diejenigen der Gruppe, die Hoffnung besaßen, geglaubt, dass zumindest die Kontrolle reibungslos verlaufen würden: jedes Kind wusste schließlich, dass man kein Metall in jedem Kleidungsstück sammeln sollte, wenn man mit dem Flugzeug verreisen sollte, und dass sowohl Zauberstäbe, die die nicht-volljährigen Menschen sowieso nicht nutzen durften,  als auch Messer zuhause bleiben sollten. Doch da hatten sie die Rechnung ohne Chester und Beister gemacht. Sie alle hatten sich schon problemlos durch die Kontrolle begeben - bis auf Sev, der in seinem halbbetrunkenen Zustand den Kontrolleur angemault hatte, er solle ihm bloß nicht an seinen kleinen Freund langen, sonst würde er sich revanchieren... zum Glück war Tasha, die Retterin in der Not, eingeschritten, und hatte behauptet, dass Sev einfach ein Spaßvogel war, seine Witze zurzeit aber in ihrem Niveau stark abfielen. Dem hatte er Kontrolleur mit einem verstörten Nicken zugestimmt und die Beiden schnell weitergewinkt, um sie loszuwerden. Als dann allerdings Chester durch die Absperrung laufen wollte, piepste es so abartig laut, dass sich ein älterer Herr in blauer Uniform schon dazu animiert fühlte, seine Pistole aus der hinteren Hosentasche zu ziehen („Nicht in die Hosentasche, Junge! Damit knallste dir noch irgendwann deinen Schenkel ab“, hatte ihm sein einäugiger Vater oftmals gepredigt, doch wer hörte schon auf so einen Schwachsinn?). Chester schien allerdings nicht sonderlich gefährlich zu wirken, weshalb er nur aufgefordert wurde, sich bis auf die Unterwäsche auszuziehen, damit man seine gefährlich metallisch wirkende Kleidung genauer unter die Lupe nehme konnte. So stand er also peinlich berührt in Micky Maus Unterhose da, versuchte zu verbergen, dass er ein absolut peinliches Tattoo auf dem rechten Oberschenkel hatte - „Wen du siehst, bin ich nakt“ - doch Lea fühlte sich in ihrem Grammatik-Nazi-Dasein dazu berufen, sich schnell etwas auf ihren Block zu kritzeln. Mit skeptischem Blick wurden ihm seine Klamotten wieder überreicht, das Einhorn blieb aber auf der Seite der Kontrolleure. „Das schlitzen wir kurz auf, um reinzuschauen. Schadensersatz un sowas gibt‘s nich!“, murrte ein Dicker und kratzte sich an der Stirn, bevor er zu einem Messer griff, bereit für einen völlig kaltblütigen Einhornmord. Das konnte Luna allerdings nicht mit ansehen, weshalb sie lebensmüde und absolut mutig dazwischen sprang und die Hand hob, als müsste sie Anna aus Frozen darstellen. Das langgezogene, einer Zeitlupe nachempfundene, „Nein“, das durch ihre Lippen floss und dem brutalen Mörder entgegen geschleudert wurde, erschien beinahe surreal in der Umgebung. „Hö?“, fragte der Dicke und blieb in seiner Bewegung stehen. „Sie können nicht, ich wiederhole: SIE KÖNNEN NICHT diesem armen Einhorn das Leben nehmen, nur weil der zu unfähig ist, sich ordentlich anzuziehen... ich wusste gar nicht, dass man überall so viel Metall haben kann, aber daran ist das arme Einhorn nicht Schuld, sie mieser... Mistkerl!“ Man hörte ein leises, gelangweiltes „Stufe 2 höchstens“ aus dem Hintergrund, doch Luna ließ sich davon nicht beeindrucken und schrie ein paar Schimpfwörter hinterher, die einer Stufe 5 absolut würdig gewesen wären. Während die Beiden in eine Einhorn-dominierte Diskussion verfielen und Luna dabei mehrmals gedroht wurde, Hausverbot zu bekommen (konnte man das bei Flughäfen einfach so tun?), schien allerdings auch Beister seine Probleme zu haben und zwar mit seinem Tascheninhalt. Innerhalb von Sekunden wurde bei der Durchsuchung ein kleines Messer und ein „Stöckchen, nicht zulässig.“ herausgezogen. Saphy stand hinter ihm und gelang an den Rande der Verzweiflung, während sie sich mit dem Hand an den Kopf fasste. Wie bescheuert konnte man denn sein? Alledings verwandelte sich die Fassungslosigkeit zu einem verzweifelten Schlucken, als man schon anfing, von einem schlimmen Verbrechen gegen das Gesetz und der Versuch von Körperverletzung im geschlossenen Raum zu reden. Das hörte sich wirklich nicht gut an. Ano schrieb derweil brav die Situation mit. Professor Bianca wird sich freuen. Beister hatte derweil seinen Zauberstab ergriffen, und weil ihm im letzten Moment eingefallen war, dass es außerhalb von Hogwarts nicht sonderlich intelligent war, einen Todesfluch zu wirken, versuchte er, dem Sicherheitsbeamten die Augen auszustechen. Saphys Gesichtsfarbe wechselte mittlerweile zu einem besorgten grün und innerlich schrieb sie Beisters Mitreise schon ab. Nicht, dass man darüber sonderlich traurig sein musste... genau, wieso machte sie sich denn Sorgen, wenn der Kerl nicht mitflog? Auf den konnte sie doch wirklich verzichten. „Aber nagut. Für Neujahr ist das in Ordnung.“, meinte der Sicherheitsbeamte gerade in diesem Moment. „Sonst is es auch gar so langweilig, wenn auf Flügen niemand erstochen wird. Ihr könnt gehen.“ Schulterzuckend deutete er in die Richtung des Gates. „Immerhin seid ihr schon echt spät dran.“ Zumindest veranlasste er die Gruppe damit, loszurennen, Luna mit dem Einhorn in der Hand, das sie von einer gnadenlosen Liquidierung hatte retten können.

Nur wenige Minuten später hatten sie es alle ins Flugzeug geschafft. „Jetzt werden wir gleich alle sterben.“, sprach Lea schließlich endlich das aus, was sie schon den ganzen Tag gebraucht hatte, um sich in den Nervositätszustand eines Fluges zu bringen. „Ach was, only 99 percent of pippls fleiing wif pleins in year stirb because of that.“, meinte Max mit klugscheißerischem Blick. „Das denke ich nun nicht.“, zweifelte Ano die Aussage an und schob ein: „Wo ist eigentlich Siv?“ hinterher. Immerhin sollte er doch eigentlich neben ihr un Luna sitzen, wenn man Saphys perfekt ausgearbeiteten Sitzplan Glauben schenken durfte. Von der hatte sie auf alle Fälle keine Antwort zu erwarten, fing sie doch schon mit Lea an zu spinnen und eine Uhr vom Abflug auf 40 Minuten zu stellen, weil da irgendwie der Tod oder so da ist. Musste ja niemand verstehen, was die Beiden für Probleme hatten. „Also, bis vorher war er noch bei mir und auch im Flugzeug.“ Luna schaute sich um, als ginge sie nur davon aus, dass Sev sich einmal hinter ihrem Stuhl versteckt hatte. „Was schauen Sie so, freches Gör?“, kam von hinten. „Ich glaub, ich hab ihn gefunden.“, murmelte Luna und verdrehte die Augen. „Nein, ernsthaft. Ich hab keine Ahnung, wo er ist.“
„Max, weißt du, wo Sev ist?“, fragte Ano schon beinahe besorgt. „Ähm. Nein, natürlich nicht. Woher soll ich das wissen? Schau ich aus wie Seneca? Ich denke nicht, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht so ausschaue, ich meine...“ Genervt stöhnte Ano auf: „Wo ist er?“ Mittlerweile merkte man Max ein schlechtes Gewissen an, weshalb er vorsichtig in die Höhe deutete. „Öhm?“, murrte Ano, als hätte Max nicht mehr getan, als sie zum Narren gehalten. Doch bevor sie sich mehr darüber aufregen könnte, hörte sie das leise Klopfen aus der Handgepäckablage. Da sie zu klein war, um ohne Probleme hoch zu kommen, kletterte sie lebensmüde auf die Lehne von Lunas Stuhl und fiel daraufhin doch nur herunter. „Lass mal, ich mach das.“, bot Luna an, nachdem sie Ano stumm ausgelacht hatte. Mit einem schnellen Handgriff war die Sache erledigt und ein ziemlich zerquetscher Sev plumpste auf den Boden. „Ich bin empört“, sagte er mit snobistischem Unterton, griff in seine Jacke und richtete sich auf. „Der Herr, ein Glas Whiskey gefällig?“ Mit einladender Bewegung, zeigte er auf eine Flasche mitsamt Glas und goss dem anzugtragenden Mann schonmal ein Gläschen ein. „Natürlich, sehr gern.“, wurde ihm freudig entgegen geschmettert. Mit Alkohol lief es immer. „Setzen Sie sich nun hin, schnallen Sie sich an und folgen Sie den Sicherheitshinweisen.“ „JO, GLEICH, ICH MUSS NOCH GELD MACHEN!“, schrie Sev nach vorne und überreichte das Glas. „Vielen Dank.“ - „25 Euro.“ Sev hielt dem Mann die offene Hand hin und erfreute sich redlich an dem verstörten Gesichtsausdruck. „Sind Sie bescheuert? Zuerst fallen Sie wie ein behindertes Küken von der Decke und dann verlangen sie Geld für ein halbes Glas Whiskey?“ Was für eine dumme Frage, oder? „Nun, Sie haben es erkannt.“ Sev schenkte dem schwerfälligen Mann einen diplomatischen Gesichtsausdurck. „Dann können Sie es behalten.“, murrte es ihm entgegen. „Nein Nein, Sie haben daraus schon getrunken. Haben Sie das etwa schon vergessen? Nun ja, Alzheimer wird im Alter auch nicht besser, nicht wahr?“ Beinahe mitleidig lächelte Sev. „Ich hab kein.... ach, verziehen Sie sich.“ 25 Euro wechselten ihren Besitzer. „Krass.“, murmelte Luna. „Krass“, wiederholte Ano. Und während endlich die Sicherheitseinweisungen losgingen, lehnte sich Ano leise zu Sev und flüsterte: „Ich will ein Glas.“ 25 Euro in Richtung des Dealers schiebend, nahm sie ein Glas Whiskey entgegen, drehte sich einmal um und bot es mit einem Lächeln einer älteren Frau an. „Wollen Sie? Schmeckt wirklich gut.“ Freudig nahm die Frau das Angebot an, und auch, als Ano das nächste Glas orderte und nach hinten reichte. Bei jedem weiteren Glas wurde Sevs Grinsen breiter, auch, als er eine Flasche Wein stattdessen rausholen musste, und einen Sekt öffnete. „In a rich man‘s world.“, summte er leise vor sich hin, als Ano erneut 25 Euro für das Hochprozentigste, was Sev noch da hatte, rüberschob. Dann schien die offiziell Anonyme zufrieden, drehte sich um und lächelte lieblich. „Miss? Sie müssen natürlich für die Getränke bezahlen.“ „Jaja“, lallte die Dame, kramte einen 200 Euro-Schein aus der Tasche und drückte ihn Ano in die Hand. „Für so eine nette junge Dame doch gern. Warten Sie, Sie bekommen noch Trinkgeld.“ Erneut wanderte ein 200 Euro-Schein weiter. Luna musste ein Kichen unterdrücken. „Reicht das?“, wurde von hinten gelallt. „Ich bedauere, aber leider nicht.“ „Oh, macht nichts, Schätzchen.“ - Ano musste ein Würgen unterdrücken. Schätzchen? - Doch als sie sich mit zwei weiteren 500 Euro Scheinen in der Hand wiederfand, musste sie lächeln. Dafür nahm man das doch in Kauf. In den nächsten paar Minuten wurde die alte Dame aktiv und rannte lachend durch das Flugzeug, lallte und ließ die Scheine nur so über Ano, ihren Engel rieseln. Derweil saß Sev da und wusste nicht recht, was gerade geschah. Tasha übernahm die Aufgabe der hysterischen Zwei von vorne und notierte schnell etwas auf den Block von Saphy.
Nach mehreren Minuten fühlte sich eine Flugbegleiterin dazu berufen, etwas gegen das betrunkene Volk zu unternehmen. „Tut mir Leid, aber Betrunkene sind in diesem Flugzeug nicht erwünscht.“, meinte sie bedauernd und nahm die Alte bei der Hand. „Was machen Sie jetzt mit ihr?“, fragte Tasha und stand schon auf, um die eigentlich recht sympathische Frau zu verteidigen. „Oh. Aus dem Flugzeug schmeißen, was denken Sie denn? Wir müssen unsere Totenquote erhöhen.“ Tasha wollte sich schon empören, obgleich sie diese Einstellung eigentlich erfreulich fand... doch gab es nicht bessere Menschen, die zu töten waren? ...  da kam eine Stimme aus dem Hintergrund: „Sie sind richtig sexä, wenn Sie böse sind.“, sabberte Beister und lehnte sich ein bisschen vor, um eine Fratze ins bessere Licht zu stellen. „Du solltest mal deinen Speichelfluss kontrollieren lassen.“, murrte Max angewiedert und wandte sich von seinem Sitznachbar ab. Leider war die Frau nicht mehr zu retten.

Während die Anderen alkoholisierten Spaß hatten, versuchten Lea und Saphy sich gemeinsam vor dem Tod zu schützen. Zumindest bis er sowieso kam. Doch wer wären sie, wenn sie nicht etwas dagegen hätten? Als die Uhr der Beiden piepste und ansagte, dass sie seit 37 Minuten in der Luft waren, versuchten sie, aus ihrem hysterischen 'Hilfe, wir fliegen‘ (als wäre das für Quidditchspieler etwas besonderes)- Zustand zu geraten. „Bereit?“, fragte Lea und Saphy nickte. Schnell griffen Beide zu einem illegal mitgeschmuggelten Parfüm-Fläschen, das vom Fassvermögen die Anforderungen der Fluggesellschaft bei Weitem überschritt. „Dann...los“ Laut „CHRISTO“ schreiend, standen sie von ihren Sitzplätzen auf und versprühten das geweihte Wasser zuverlässig auf Jedem ihrer Mitreisenden. „EXORCIZAMUS TE“ „OMNIS IMMUNDUS SPIRITUS“... Gerade, als jeder von ihnen am Ende des Flugzeugs angekommen waren, schrien sie versetzt „TE ROGAMUS“ „AUDI NOS!“ und warteten auf den schreienden Dämon, der sich nun aus dem Flugzeug verziehen würde und sie nicht in den Abgrund stürzen würde. Doch nichts passierte. „Ups, dann waren wir wohl von Anfang an sicher.“, meinte Saphy mit einem Schulterzucken. „AHH; WIR FLIEGEN!“, kreischte Lea und verschwand wieder auf ihrem Platz, um zu sterben. „Okeydokey, will noch wer Cola?“, schreit eine der Flugbegleiterinnen von vorne durch, zu faul, ihren Job gut zu erledigen. Zumindest ein Grund, nochmal kurz aus dem eigenen Zustand zu entfliehen. „Die mag ich. Sie sagt okeydokey.“, meinen Saphy und Lea nämlich sofort gleichzeitig. Ano machte sich verstört Notizen.

Der lange Flug wurde doch viel angenehmer, nachdem Tasha Lea und Saphy Schlaftabletten verabreicht hatte, Sev einen Rausch ausschlafen musste und sich Max fragte, warum die arme Frau aus dem Fenster fliegen musste, der dumme Kerl aber nicht, und Beister nach mehreren vergeblichen Versuchen, die blonde Flugbegleiterin anzuschmachten, aufgegeben hatte und darüber nachdachte, tatsächlich einmal seinen Speichelfluss genauer zu untersuchen lassen.

Als sie dann endlich in Sacramento ankamen, waren Lea und Saphy gerade wieder richtig wach geworden und Sev konnte sich endlich problemlos auf den Beinen halten. Eilig holten sie ihre Koffer, um so schnell wie möglich zu Key zu kommen - alle bis auf Max, der seine Nase in einem Buch verborgen alle zwei Meter in jemanden reinlief und jedes Mal ein deutsch klingendes „Entschuse my, plies“ murmelte. Gut, Sevs Begeisterung hielt sich auch in Grenzen, hatte er im Flugzeug doch seinen ganzen Alkohol an Ano verkauft und dabei nicht einmal ein achtel von dem, was Ano gewonnen hatte, erwirtschaftet. Das konnte er sich jetzt nicht einmal mehr schön trinken, hatte er doch seine letzte Flasche Whiskey schon dafür im Flugzeug geopfert. „SAPHY! LEA!“, schrie Key erfreut, weil die Beiden ihr als Erstes ins Sichtfeld traten. Kurz darauf fand man sich in einer allgemeinen Gruppenknuddelei wieder, die ein dramatisches Ende fand, als ein japanischer Touri das Ganze als „amerikanische Attraktion“ einstufte und mehrere Fotos von allen Seiten schoss - dabei auch Beisters „voll sexä“ face ablichtete. „No Geschmack, die Amis!“, lachte er dabei. „Aber es gibt ja Photoshop.“

Zusammen liefen sie schließlich nach draußen, wo ein kleiner Bus auf sie wartete. Doch Saphy schien noch kein großes Bedürfnis zu haben, direkt einzusteigen. Mit einem gewinnenden Lächeln zog sie eine Fahne aus der Tasche und rammte sie in den Boden. „Kalifornien gehört nun zu meinem Lateinimperium!“, rief sie begeistert aus und strich einmal über die Flagge, die ihren Kopf mit einem Lateinischen Spruch zeigte - dass auf der Rückseite ein Zwerg abgebildet war, war ihr noch nicht aufgefallen. Doch wie hätte Lea es ertragen können, die Fahne nicht perfekt abzurunden? Dieser historische Moment wurde natürlich brav von Ano festgehalten.

Die Fahrt wurde wie zu erwarten schrecklich. Auch wenn Key eigentlich den besten Fahrer hatte einstellen lassen - oder zumindest wurde er so im Internet beworben, vielleicht sollte man amerikanischen Seiten einfach nicht vertrauen - war er kein Stückchen besser, als es Zohan immer gewesen war. Nur eben in die gegenteilige Richtung. „HABEN SIE GERADE GEHALTEN?“, schrie Saphy genervt. „Ja, da war ein Fußgänger.“, stotterte der Fahrer überrascht. Hatte er etwas falsch gemacht? „SIE HALTEN WEGEN EINEM FUSSGÄNGER? UND DAFÜR WERDEN SIE BEZAHLT? SOWAS TUT MAN NICHT! DAS NÄCHSTE MAL EINFACH WEITERFAHREN!“, versuchte sie energisch, die wichtigsten Fahrregeln schnell zu vermitteln. Sonst würden sie immerhin nie ankommen.


Schlussendlich schafften sie es doch, noch bei Tageslicht Keys Haus zu erreichen. Es stand abgelegen von der Stadt (zugunsten der Privatsphäre potentieller Bewohner) auf einem kleinen Hügel und wurde von offensichtlich von dem amerikanischen Baustil dominiert. Mit einem Grinsen zog Key die Schlüssel heraus und stocherte damit so lang im Türschloss herum, bis sich Saphy mit einem „Ich denke, das ist der Falsche“ einschaltete. „Ja... kann sein.“, murmelte Key und versuchte es mit einem anderen. Als sie es endlich geschafft hatte, lud sie zur exklusiven house tour ein. Begonnen bei der Küche, die Luna, Ano und Tasha so cool fanden, dass sie sofort anboten, später das Essen zu machen, bis hin zu dem edlen Badezimmer, in dem sich ein Stapel von fünflagigem Klopapier nur so türmte. „Geil!“, meinte Sev begeistert und blieb daraufhin im Badezimmer, um sich dem weichen Etwas hinzugeben. Perfekt. Max atmete erleichtert auf, wo er Sev doch damit losgeworden war. Nur um ein paar Sekunden danach wieder unzufrieden zu werden: „Warum hängt hier denn so viel Bayern-Zeug? Ist ja eklig!“ Damit fing er sich einen Schlag mit le Dämonentafel ein und Saph verdrehte die Augen. „So ein Quatsch. Es ist perfekt!“

Die Tour beendend, schlug Key vor, eine Aufgabenteilung für den Abend zu beginnen. Luna, Ano und Tasha hatten sich schließlich schon zum Kochen gemeldet, dann war es doch nur eine gute Idee, auch den Rest ordentlich aufzuteilen. „Saphy, Lea und ich könnten uns ja um das Feuerwerk kümmern. Max passt auf Beister und Chester auf, das ist doch eine gute Aufgabe für dich, oder? Und wenn Sev endlich aus seinem Klopapierrausch rausgekommen ist, kann er sich ja um die Getränke kümmern. Ich hab nämlich nicht mehr viel da.“ Gesagt, getan. Oder so ähnlich.

[ACHTUNG: Captain Niveau, wir sinken!]
Während sich Luna, Ano und Tasha sich hingebungsvoll um das Essen und Saphy, Key und Lea um das Feuerwerk kümmerten, hatten Chester und Beister unter Aufsicht eines genervten Max‘ eine ganz andere Idee gehabt. Sie befanden sich immerhin in Kalifornien, und wo sonst, als hier, könnte man bestimmte Drogen einfach so anpflanzen? Man wusste nicht recht, woher sie die Samen hatten - was auch vollkommen irrelevant bei einem derartigen tabuisierten Thema ist - doch Fakt war: Sie waren im Besitz von der Möglichkeit, sich später selbst zu bekiffen. Wow. Applaus.

„Hey, du musst das da reinstecken!“, versuchte Chester Beister gerade vollkommen intelligente Anweisungen zu geben und zeigte auf einen Stein. „Wo? Darunter?“ - „Natürlich, was denn sonst?“ „Aber da fällt ja gar kein Licht rein!“ „Muss ja auch nich‘. Pflanzen sind sowas wie Vampire, die vertragen kein Licht.“ Max, der daneben stand und eigentlich nichts mit der ganzen Sache zu tun haben wollte - vielleicht war das ja in Kalifornien legal, doch das änderte nichts daran, dass Drogen jeglicher Art dem Hirn nur schadeten - konnte das Stöhnen, das seine Lippen entließ, nicht aufhalten. Wie bescheuert konnte man denn sein? „Für Pflanzen ist Licht sehr wichtig, sonst können sie keine Photosynthese betreiben.“, meinte er mit herminischem klugscheißerischen Blick. „Photo-was? Du meinst Photoshop. Wie jetzt? Soll ich da jetzt nen Laptop unter die Erde dazu stecken? Wo kommt denn da der Strom her?“, fragte Beister verstört. „Naja, ich hab mal gehört, mit Kartoffeln könnte man...“ „Nein! Photosynthese! Argh, ich pflanz es euch ein, ihr Idioten.“, fauchte Max gereizt, nahm Beister die Samen aus der Hand und steckte den Finger in die Erde. „Zuerst muss man sicher gehen, dass die Erde feucht ist.“ - „Wenn nicht, dann leckt man sie ab, oder?“, ging Beisters Kommentar dazwischen. - „Nein, dann holst du einen Schlauch und spritzt die Erde nass!“ „Und dann?“ „Dann setzt du den Samen sorgfältig ein. Sorgfältig! Sonst verbrauchst du ja die Hälfte.“ Mit vereinten Kräften und unter Max Aufsicht pflanzten sie die Pflanzen ordentlich ein. Zumindest bis Beister auf eine andere Idee kam und den Geschmack davon probieren wollte. „Wow. Hast du den Samen jetzt geschluckt?“, fragte Chester mit großen Augen. Facepalm.

Anders als Max hatte Sev kein großes Bedürfnis danach, anderen wichtige Tipps fürs Leben zu geben. Wobei es vielleicht daran lag, dass er damit einfach noch keine Erfahrung hatte. Stattdessen versuchte er verzweifelt, sich von dem fünflagigen Edelklopapier fern zu reißen, dass in den Toiletten vo Keys kalifornischem Haus überall hing und ihm das Bedürfnis vermittelte, sich damit einzuwickeln. Weich. So weich. „Weich.“, murmelte er vor sich hin und rollte sich ein bisschen ab, um darüber zu streicheln. „WEICH!“ Mit dem Gesichtsausdruck eines typischen Klopapier-Junkies rollte er noch mehr ab. „WEEEEICH!“, schrie er entzückt. Eingerollt mit einer kleinen Klopapierschicht, machte er sich auf in die Stadt, um sich um Getränke zu kümmern. Vielleicht keine so gute Idee, wurde er doch als Mumie betrachtet und mit so wüsten Beschimpfungen wie „Kleopatra!“ - wie konnte man es wagen, war die doch nur eine nichtsnutzige Schlampe im Gegensatz zu der großartigen Sara Dark - beachtet.

In der Küche ging es hingegen alles andere als produktiv zu. Ano und Luna versuchten verzweifelt, die Banenen für den Bananenauflauf zu schneiden, doch nachdem Tasha ohne viel darüber nachzudenken, erwähnt hatte, dass Max ihnen das Obst besorgt hatte, war es um die Beiden geschehen. Und Tasha wusste nicht einmal warum. Da half es auch nicht, dass Key nach wenigen Momenten in die Küche kam und fragte, ob sie helfen könne, wo das Feuerwerk doch schon erledigt war. „Die lachen, weil Max ihnen seine Banane abgeschnitten Hilfe... ach nein.“ Tasha war schon ganz verwirrt bei der ganzen Sache, gerade jetzt, wo Key direkt danach sich mit auf den Boden kugelte. „Was habt ihr denn?“ Tasha verdrehte die Augen und begann dann eben selbst, das Essen zuzubereiten. Mit musikalischer Lachuntermalung.


Am Abend fanden sie dann wieder zusammen, um gemeinsam Tashas gut zubereitetes Essen zu genießen. Also, mit anderen Worten: Nudeln mit Tomatensoße und den darauf folgenden Bananenauflauf,von dem man sich allerdings nicht sicher sein konnte, ob er genießbar war. Vielleicht waren die Bananen eben doch schon zu alt gewesen. Wenigstens hatten sie noch ein Schokofondue vorbereitet, damit konnte man nie etwas falsch machen.

Während sie aßen, hörte man schon das Knallen. „Sind wir zu spät dran?“, fragte Chester mit einem nervösen Blick auf die Uhr. „Nein, es schießen nur ein paar Leute zu früh.“, meinte Max und verdrehte dabei die Augen. „Leute, die schon um neun Uhr abends Raketen loslassen, kommen sonst auch immer zu früh.“, murrte Sev genervt und verdrehte die Augen. „Ich frage mich, wieso du dann nicht gerade draußen stehst und Raketen in die Luft jagst.“, murmelte Max und versuchte, die Banane mit dem Schokoladenfondue einzuschokoladen, dass sie gleichmäßig überzogen war. „Ey!“ Weiterhin genervt schoss Sev zuerst eine Traube und dann eine Erdbeere an Max Hinterkopf. Lea machte sich schleunigst eine Notiz.

„Haben wir jetzt eigentlich etwas zu trinken da?“,kam Key auf das Thema, auf das Sev die ganze Zeit gewartet hatte. Dafür, dass er die Pein der Kleopatra hatte auf sich nehmen müssen, war er auf seine Ausbeute nämlich wirklich stolz. „Klar“ Großspurig grinste er und trampelte heraus, nur um ein paar Sekunden später mit einem Kasten voller Hochprozentigem Alkohol wieder zu kommen. „Oh, und das für die Luschen.“, fügte er bei und stellte zwei Flaschen Sekt daneben. „Nichts alkoholfreies?“ Saphy runzelte die Stirn, trug sie doch die Verantwortung für Minderjährige. Doch wie auch nicht anders zu erwarten, schüttelte Sev mit einem langgezogenen „langweilig“ den Kopf. „Nagut, ich füll ein paar Flaschen Wasser ab.“ Saphy stand auf und verdrehte die Augen. Man konnte sich auch wirklich auf niemanden verlassen.

Von Sevs Ausbeute profitierte vor allem er. Es brauchte nicht lang, und er spielte das typische Silvesterdrama „Dinner for one“ so perfekt nach, dass man sich wundern brauchte, warum nicht er die Hauptrolle in dem schwarz weiß Film übernommen hatte. Abgesehen davon, dass er  zu der Zeit höchstens in den Traumfantasien seiner Eltern hätte entstehen können. Er torkelte umher, schüttete jedem Alkohol ein, nur um das Glas direkt danach umzuwerfen oder es sich selbst zu schnappen. Geräusche wie „JAM JAM JAM“ und „UA UA UA, ICH BIN EIN AFFE“ verließen dabei so selbstverständlich seinen Mund, dass man an seiner allgemeinen Intelligenz höchstens zweifeln könnte. Laut Max‘ klugem „Alkohol tötet Gehirnzellen“, war das sogar sehr berechtigt. Doch es war vorallem amüsant, wie Sev herumtorkelte. Vorallem ab dem Zeitpunkt, an dem sich Luna ein Gläschen Sekt hatte ergattern können, und ihm dabei Gesellschaft leistete.

Dann fing es wirklich an, draußen laut zu knallen. „DIE KOMMEN ALLE ZU FRÜH!“; schrie Chester und lachte. „Nein, wir kommen zu spät!“, meinte Max panisch und sprang auf. „Wir müssen doch die bösen Geister verjagen, jetzt kommt!“


Zehn Minuten zu spät fanden sie sich endlich auf dem Hof ein. „Jetzt werden uns die Geister im nächsten Jahr nicht in Ruhe lassen, wenn man nicht pünktlich anfängt!“, jammerte Max nervös und kramte in seinem Gedächtnis nach all den Büchern, in denen auf Wahrsagerischsten Ebene  Tipps zum Überleben beschrieben waren, wenn man ein Jahr lang von bösen Geistern verfolgt wurde. „Ey, chill dich mal!“, rief Luna ein bisschen beschwippst, „Ist doch alles voll yolo. Isch lübe disch.“ Damit rückte der angesprochene Ravenclaw ein Stückchen ab und versuchte, sein Leben zu überdenken, wenn er schon von einer viel Jüngeren angemacht wurde. Wie sollte das enden? Dass er irgendwann in einer Villa saß, mit fünf jungen Frauen um sich, die ihm Dinge vortanzten? Unwillkürlich müsste er würgen. „BEREIT?“, rief Key und hob ihren Zauberstab in Richtung des Feuerwerks. Ein einziger Funke würde reichen und die großartigsten Raketen der Welt würden in die Luft schießen. „JA!“, schrie Luna begeistert und torkelte dabei ein bisschen zur Seite. „JA!“, wiederholte sie und klatschte schon begeistert. Das Gläschen Sekt war ihr nicht ganz so gut bekommen. „DANN LOS!“, eröffnete Key das Feuer und schon direkt nachdem ein roter Funke ihren Zauberstab verlassen hatte, hörte man das laute Knallen. Saphy sprang schnell vor und zog Key sicherheitshalber ein Stückchen nach hinten.

Man könnte es beinahe als romantisch betiteln, doch wunderschön war es auf alle Fälle. Es wechselte so schnell die Farbe, wie es sonst nur Saphy konnte, und ab und an hatte man das Gefühl, dass man die glücklichen Gesichter der Gruppe im Himmel sehen konnten, wenn die Funken günstig fielen. „Wow.“, meinte Key und umarmte zufrieden diejenigen, die um sie herum standen. Derweil hüstelte Chester einmal und kniete sich hin, direkt neben Luna, die nicht recht wusste, ob sie verzückt in den Himmel oder auf seine fettigen Haare schauen sollte. Sie hickste und wandte sich dann höflicherweise zu ihr. „Machst du mir jetzt einen Heiratsantrag?“, fragte sie lachend. „Luna, mein Stern. Ich hab dich so gern. Und steh zu dir, wie Homer Simpson zu seiner Flasche Bier.“, eröffnete er ihr feierlich und schaute dabei immer wieder auf einen kleinen Zettel. Doch die gespannt erwartete Reaktion blieb aus, den von Himmel schallte es so laut, dass jeder Lärm des Feuerwerks und  des fröhlichen Gelächters übertönt wurde. „WER WAGT ES.“ „Zohan!“, rief Saphy verzückte. „Zitronen Zohan!“ Doch der ließ sich von der Stimme seiner ehemaligen großen Flamme nicht beeindrucken. „WER WAGT ES, MEINEN SPRUCH ALS SEINEN AUSZUGEBEN? DAS VERSTÖSST GEGEN DAS URHEBERRICHT!“ Es war wie ein Donner. „ICH HABE MIR SO LANG MEIN SEXY HIRN ZERMATERT, UM DIESES POETISCHE MEISTERSTÜCK ZU PRÄSENTIEREN UND DANN KOMMT EIN ZWEITKLASSIGER DEPP UND ZERSTÖRT ES! DAS IST NICHT IN ORDNUNG.“ „Ja, du musst aber trotzdem nicht so schreien, Schatz.“, meinte Saphy ernst. „Das tut deinen Stimmbändern nicht gut.“
Am nächsten Morgen schafften sie es alle nicht, wirklich aus ihrem Bett rauszukommen. Key und Lea versuchten allerdings verzweifelt, Saphy dazu zu überreden, mit ihnen Phase 10 zu spielen und sie von einem weiteren Einschlafen abzuhalten. Doch diese begnügte sich lieber damit, auf ihr Handy zu starren und jegliche Beiträge von Padackles-Fanseiten durchzuliken. „Du bist so Instagram süchtig!“ Key verdrehte die Augen und schob sich selbst ein Handy vor die Nase. „Oh, cool, schau mal, Key!“ Begeistert hielt Saph ihr Handy Key vor die Nase, die automatisch danach griff. „Gib schon her, ich schwör, ich mach nichts damit.“
Der gezeigte Insta-Beitrag wurde schnell als lustig befunden. „Gut, dann werf her.“, meinte Saphy, ohne große Bedenken um das Risiko für ihr Handy dabei. „Ich hab Angst, dass ich da dagegen werfe!“ Besorgt zeigte Key auf das Bettgestell und warf daraufhin nach einem beruhigenden „Das wäre auch nicht schlimm.“ zielsicher direkt dagegen.


                            *~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*

Professor Bianca lehnte sich zufrieden in ihrem Stuhl zurück. Vor ein paar Minuten hatte sie einen Zettel von Miss Official in die Hand gedrückt bekommen, der anscheinend den Bericht der Woche in Kalifornien darstellte. Mit einem Lächeln auf den Lippen - immerhin hatten es ihre Schüler endlich einmal geschafft, eine Anweisung zu erfüllen - nahm sie ihn in die Hand und las ihn mit voller Freude... bis sie sich mit der Hand an die Stirn langen musste. Und solche Wesen unterrichtete sie?


Wir haben auf diesem Ausflug viel gelernt. Zum Beispiel, dass Chester wirklich ein Junge ist, nachdem er sich von einem Kind hatte besiegen lassen. Außerdem kommt man mit der Brutalität, Kleinkinder zu ermorden, in seinem Leben weit, und nach unser hochgeschätzten Meinung, sollte Chester, der übrigens ein sehr fragwürdiges Tattoo besitzt, umgehend einen Deutschkurs belegen - Maximilian Black kann er dabei gern mitnehmen, vielleicht wird ja gleichzeitig ein Englischkurs angeboten. Außerdem hat Maximilian Beister Saphy zum Schlucken gebracht und versucht, einen Sicherheitsbeamten mit seinem Stöckchen zu erstechen.
Daraufhin verdiente sich Ano im Flugzeug eine goldene Nase an Sevs Flüssigkeiten und Lea und Saphy brauchen eindeutig einen Termin beim Psychologen. Wir sind für den Tod einer Frau verantwortlich. Key hat sich nicht verändert, zumindest schaut sie noch aus wie sie, und ihr sind nicht einmal zusätzliche Arme gewachsen! Vielleicht lebt sie gar nicht wirklich in Amerika?
Das Highligh war die Flagge, die Zwerg Saphyrah in den Boden rammt und damit Kalifornien im Sturm erobert.
Außerdem wurde Max beim Essen von Sev von hinten befruchtet.
Sev entzückt am Besten, wenn er betrunken ist, Zohans Stimme verlangt sein Urheberrecht, weil Chesters Dichtkünste nicht weit genug reichen, um sich von sich aus einen Heiratsantrag zu überlegen.
Schlussendlich hat Key versucht, Saphy ein Muggelding aus einem halben Meter Entfernung zuzuwerfen und scheiterte dabei am Bettgestell.
Leider stirbt Saphy bei dem Versuch, Jensen und Jared zu finden und wird in Kalifornien beerdigt. Auf ihrem Grabstein steht ‚Death by Padackles‘. Jared hat ihre Grabrede gehalten, Jensen einen letzten Song und Night Moves wird gespielt. Sie hat allerdings angedroht, für die Übernahme des Lateinimperiums zurückzukehren. In your face!
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