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Fate/Aequilibrium

von Veribel
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18
Archer Emiya Shirou Saber Tohsaka Rin
26.08.2015
26.08.2015
41
304.191
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26.08.2015 2.048
 
Der Heilige Gral. Für eine Weltreligion ist er das heiligste Artefakt. Der Kelch, der gereicht wurde beim Abendmahl, der das Blut des Herrn auffing während der Kreuzigung und seit dem verschollen ist. Trinkt man aus ihm, erlangt man angeblich die Unsterblichkeit. Für eine andere Gruppe, die sich Magier nennen, ist er eine große spirituelle Kraft mit der Fähigkeit Wünsche zu erfüllen und eine Verbindung zur Wurzel allen Wissens herzustellen.
So unterschiedlich die Sichtweisen dieser beiden Seiten zum Heiligen Gral aber auch sein mögen, beide haben schon seit langer Zeit Blut vergossen, um in den Besitz ihres Heiligen Grals zu kommen. Während einst tausende Ritter von der Kirche in das Heilige Land geschickt wurden, wo man den Gral vermutete, bekriegten sich seit Jahrhunderten schon immer alle sechzig Jahre, sieben Magier um ihren Heiligen Gral. Was all jene Menschen antrieb, ist so verschieden wie die Menschen selbst.
Die, die nach dem kirchlichen Gral suchten, erhofften sich Erlösung, Befreiung von ihren Sünden. Doch so manch einer suchte auch nach ihm wegen der verheißenden Unsterblichkeit.
Jene, die den Gral der Magier anstrebten, wollten alles Wissen erlangen, manche eine längst verstorbene Liebe zurück ins Leben rufen. Andere, mit einem verdrehten Herz großes Chaos verursachen. Wieder andere wollten die Welt von allem Schändlichen befreien, was unsere Geschichte ausmacht.
Im Jahre 1995 war wieder ein solcher Zyklus vollendet und es entbrannte in der japanischen Stadt Fuyuki ein Krieg um den Heiligen Gral, der alle vorherigen in den Schatten stellen sollte. Man sagt Kriege offenbaren die wahre Natur eines Menschen. Dieser Krieg zeigte die Wahrheit hinter dieser Weisheit.
Einer der Master dieses Krieges war Emiya Kiritsugu. Er begehrte den Gral nur aus einem Grund. Die Welt endlich zu einem friedlichen Ort umzugestalten, in der es keine Kriege, kein Unrecht, kein Leid mehr geben sollte. Um aber dieses Ziel zu erreichen, ging er skrupelloser vor als alle anderen. Er kippte seine Waage nur nach dem relativen Nutzen für die Mehrheit, in dem er die Minderheit und damit die, die ihm im Weg standen beseitigte.
Es war für viele unverständlich, was ihn derart antrieb. Selbst sein eigener Servant Saber verstand nicht, was in diesem Mann vor sich ging. Doch schließlich gewann Kiritsugu den letzten Kampf dieses Krieges und der Heilige Gral war sein. Aber beim Anblick des Grals und des Weges, den dieser für die Erfüllung seines Wunsches nehmen würde, warf Kiritsugu den Gral fort. Es hieß seitdem der Gral wäre durch einen bösen Geist verunreinigt. Er war nicht das, was Kiritsugu sich vorgestellt hatte.
Um aber den Krieg zu beenden und dafür zu sorgen, dass sich so etwas nie wieder ereignen würde, befahl Kiritsugu schließlich Saber, den Gral zu vernichten. Infolgedessen hüllte sich die Stadt in ein Flammenmeer und Saber, die sich von ihrem Master betrogen fühlte, sollte von ihm nicht den Grund erfahren, warum er sie ihn ihren Augen derart hintergangen hatte.
Während sie aber verschwand, jagte Kiritsugu verzweifelt durch das Inferno, welches der Gral verursacht hatte und suchte nach Überlebenden. Als seine Hoffnung fast schon erloschen war, fand er schließlich einen halbtoten Jungen. Das erste Mal verspürte er wahres Glück, Glück jemanden gerettet zu haben. Er adoptierte schließlich diesen Jungen unter dem Namen Emiya Shirou.
Wenig später starb Kiritsugu mit gerade mal fünfunddreißig Jahren, aber mit dem Frieden, den ihm Shirou schenkte und in dem Glauben alles beendet zu haben. Doch er hatte sich geirrt.
Nur zehn Jahre nach dem vierten Krieg von Fuyuki wird Shirou unwissentlich in den nun fünften Krieg um den Heiligen Gral hineingezogen. Der Zyklus hatte sich einfach verkürzt. Da Shirou aber ein Überbleibsel des letzten Krieges in sich trug, Excaliburs Scheide Avalon, war es ihm beschieden, den Servant seines Vaters noch einmal zu beschwören, Saber.
Während Shirou allerdings kämpfte, um diesen in seinen Augen sinnlosen Krieg zu beenden, kämpfte sie noch einmal für ihren Wunsch ihre eigene Vergangenheit zu ändern. Doch die beiden waren sich ähnlich. Sie litt am Trauma ihres Versagens als König, Shirou an dem des großen Feuers vor zehn Jahren, in dem er alle anderen zurücklassen musste. Beiden waren die Fehler des anderen erdenklich, was sie aber auch einander näher brachte, umso länger der Krieg dauerte.
Aus ihrem einfachen Vertrag wurde so eine Freundschaft und aus dieser schließlich Liebe. Und obwohl beide im innersten ihres Herzens zusammen sein wollten, entschieden sie sich letztlich, den Gral zu vernichten, in der Hoffnung diese ganze Sache endgültig zu beenden. Als Sieger dieses Krieges gelang es ihnen schließlich auch und unter einer aufgehenden Sonne trennten sich beide mit dem guten Gewissen, es auch endlich beendet zu haben.
Allerdings waren nur sie der Meinung, dass der Krieg um den Heiligen Gral wirklich beendet sein sollte. Im Hohen Rat der Magier, der letztlich auch die Verantwortung für die Regelungen und den Krieg selbst innehatte, entbrannten nach dem Krieg heftige Diskussionen.
Rin, die als Master selbst im Krieg gekämpft hatte, wurde deshalb sofort, nachdem Shirou und Saber den Gral zerstört hatten, nach London gerufen, wo der Hohe Rat der Magier seinen Sitz hatte. Dort war sie Mitglied der Tagung, die nun alle Angelegenheiten bezüglich des Grals klären sollte.
Diese Tagung fand in einem großen Plenarsaal statt, der auch ein wenig an ein Parlament erinnerte. Um ein Podest in der Mitte waren mehrere, übereinandergelegte aus Holz gefertigte Sitzreihen, die aber kunstvoll verziert waren und mit jeder weiteren Reihe etwas höher gelegen waren. An den Wänden hingen große Gemälde bekannter und verstorbener Magier und genau über dem Podest ein großer prachtvoller Kronleuchter. Allerdings wirkte das alles trotzdem ziemlich geheimnisvoll, denn der Kronleuchter spendete trotz seiner Größe auch nur begrenzt Licht, was alles in einen hellen, teils dunklen Dunst fallen ließ.
Nachdem sich die Reihen mit den verschiedensten Magiern aus allerlei Ländern gefüllt hatten, betrat auch ein Mann das Podest, den Rin allerdings nicht kannte, doch seinem Bart nach zu urteilen schon ein älterer Herr. Vermutlich war er ein Mitglied des Hohen Rates, also des obersten Zirkels der Magier.
''Werter Rat, ich bedanke mich gerade bei unserer Vertretung aus der Stadt Fuyuki, die uns wichtige Informationen hat zukommen lassen.'' mit diesen Worten eröffnete er dann auch die Sitzung. Noch während er das sagte, wandte er seinen Blick aber auch etwas zu Rin, da sie damit offensichtlich gemeint war.
''Der Hohe Rat hat dadurch die Entscheidung getroffen, den Kampf um den Heiligen Gral, diesen Krieg, der nun schon seit Jahrhunderten immer wieder kehrte, offiziell für beendet zu erklären. Der Gral ist vernichtet worden und somit auch der Krieg um seine Macht.''
Kurz wurde es im Saal unruhig. Hier und da hörte man einige kurze Kommentare wie „wirklich?“ oder „stimmt das auch?“. Rin verhielt sich hingegen aber weiterhin unauffällig und wartete, ob das Mitglied des Rates noch etwas sagen wollte, doch kam die nächste Initiative nicht von ihm, sondern von jemandem aus den Reihen.
''Ich würde gerne eine andere Theorie vortragen.'' meldete sich ein anderes Mitglied der Versammlung zu Wort. Eine junge Frau, wenn auch kleiner als Rin aber etwa im selben Alter.
Alle sahen zu ihr und waren gespannt auf ihre Worte. Ihr Gesicht kam Rin auch ein wenig bekannt vor, allerdings wusste sie nicht mehr genau woher, da es unter den Magiern auch ein ständiges Kommen und Gehen war.
Aber diese junge Frau schien auch nicht nervös zu sein oder so, obwohl sie gerade dem Hohen Rat widersprochen hatte. Stattdessen zeigten ihre grünen Augen eine feste Entschlossenheit. Als sie nach vorne ging, richtete sie auch noch kurz in aller Ruhe ihre langen goldblonden Haare und stellte sich ans Rednerpult.
''Dass der Gral im letzten Krieg zerstört wurde, ist bewiesen, daran hege ich keinen Zweifel. Doch es gibt etwas, dass wir beachten sollten. Zehn Jahre zuvor hatten wir dieselbe Diskussion, als der Krieg in Fuyuki ebenfalls mit der Zerstörung des Grals beendet wurde.''
''Etwas genauer bitte. Auf was wollen Sie hinaus?'' fragte der Mann, der davor am Podest stand und die Entscheidung des Rates kundgetan hatte.
''Ich meine damit, dass der Gral durchaus noch existieren könnte, ebenso wie vor zehn Jahren als er schon mal zerstört wurde. Würde man meiner Theorie daher hier glauben schenken, dann wäre eine weitere Existenz des Grals auch der Beweis dafür.''
Allerdings hatte sie ihren Satz noch gar nicht ganz beendet, da schüttelten viele im Saal schon den Kopf. Zu dem wurde es auch noch unruhiger.
''Ich bitte Sie, wir brauchen Fakten, nicht Ihre unbewiesene Theorie, dass der Gral als Kelch existiert und das, um was seit Jahrhunderten gekämpft wird nur eine Projektion des Grals ist, erschaffen von diesem Kelch.'' antwortete darauf aber der Mann neben ihr. Offenbar hatte sie diese Theorie schon öfters vorgetragen mit demselben ablehnenden Ergebnis.
Rin schaute allerdings auch nicht grade begeistert, wartete aber ab, ob noch etwas kam. Die junge Frau lächelte aber stattdessen ziemlich selbstsicher, auch wenn Rin gedacht hätte, dass sie jetzt beleidigt hätte sein sollen. Doch obwohl der ganze Rat einstimmig gegen ihre Theorie zu sein schien, gab es bei ihr nicht einmal ein Anzeichen von Unsicherheit oder Sonstigem. Sie atmete nur einmal tief durch und schien dann gehen zu wollen.
''Nun dann besteht auf eurer sogenannten Wahrheit. Doch ich sage euch, wenn es beschieden sein sollte, dass es wieder einen Krieg gibt, dann werde ich kämpfen.''
Das sagte sie noch, sodass es jeder hören konnte. Allerdings schien ihr niemand mehr großartig Gehör zu schenken, weshalb sie das Podest verließ und darauf auch gleich die Sitzung. Überall in den Reihen wurde aber noch diskutiert, wobei Rin auch nur mit dem Kopf schüttelte, da sie die letzten Worte dieser Frau doch übertrieben fand.
Der Mann, der die Sitzung eröffnet hatte, ging darauf aber auch nur kopfschüttelnd wieder ans Podest und übernahm das Wort.
''Nun werte Ratsmitglieder vergessen wir diese Angelegenheit. Also wie bereits gesagt. Der Krieg um den Heiligen Gral ist beendet, ein für alle Mal.''
Mit diesen Worten war aber die Sitzung ebenfalls beendet. Wobei Rin danach noch mal nach vorne zum Podest ging, wo der Redner stand und sich gerade mit zwei anderen Ratsmitgliedern unterhielt. Als dieses Gespräch dann beendet war, wandte sie sich noch mal an ihn.
''Herr Vorsitzender?''
''Ja? Ah Tohsaka. Was kann ich für Sie tun?''
''Nun diese Theorie ist mir bekannt, auch wenn wir einer Meinung sind, dass sie absurd ist.''
''Ja da haben Sie recht. Diese Meinung existiert zwar schon ewig, aber es gibt wohl einige, die nie daran den Glauben verlieren und dass, obwohl schon vor Jahren ein Untersuchungsausschuss diese These widerlegt hat. Falls Sie jetzt aber Zweifel haben, dann kann ich Ihnen sagen, dass diese völlig unnötig sind. Der Gral ist zerstört und damit die Kriege beendet. Sie können also sorgenfrei nach Fuyuki zurückkehren. Darauf gebe ich Ihnen mein Wort.''
Rin bedankte sich mit einem Nicken und verließ dann ebenfalls den Rat. Wenige Tage später war sie auch schon wieder in Fuyuki. Shirou, der sich an einem Montagmorgen kurz nach dem Krieg auf den Weg zur Schule machte, traf sie dann auch an einer Kreuzung, worauf die beiden zusammen weiter gingen.
''Wie ich hörte, ist ein neuer Priester in die Kotomine Kirche eingezogen.'' erzählte er ihr. Shirou wusste aber auch, dass Rin in London gewesen war. Sie hatte es ihm noch kurz vor ihrer Abreise erzählt.
''Ja und der Aufbau des Ryudouji-Tempels geht voran. Der Rat hat auch alles für beendet erklärt. Fürs Erste ist also alles wieder normal.'' antwortete sie und schien auch vollkommen unbekümmert, während sie lächelnd mit ihrer Tasche hinter ihrem Rücken vorausging. Alles lief also wieder in normalen Bahnen, was die beiden auch erleichtere nach all dem, was sie erlebt hatten.
„Fürs Erste ist also alles wieder normal.“ dieser Satz war allerdings tiefgreifender als sie dachten, so unwissend er von Rin auch benutzt worden war. Es war auch alles wieder normal, aber nur fürs Erste, wie sie es so schön betont hatte. Denn wenig später, etwa ein Jahr nach dem Krieg und dieser Erklärung des Hohen Rates der Magier, sollte sich allen ein anderes Bild zeigen.
Der Heilige Gral, er wurde zweimal zerstört, angeblich für immer. Zumindest glaubten sie dass alle...
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