Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

And Then You Came Along

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway
24.08.2015
28.01.2018
9
22.920
14
Alle Kapitel
26 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
22.09.2015 3.044
 
Hallo ihr lieben,

hier ein neues Kapitel. Hoffe ihr habt Spaß daran.

LG Henni






Rose PoV



Nachdem Professor Meissner die Klasse für beendet erklärt hatte, packte ich meine Sachen zusammen und folgte meinen Klassenkameraden nach draußen. Ein Blick auf meine Uhr verriet mir , dass ich noch etwas Zeit hatte, also konnte ich noch zu meinem Zimmer gehen und dort die Bücher verstauen, ehe ich Liam von der Schule abholen musste.

„Rose!“

Innerlich stöhnte ich als ich seine Stimme hörte. Ich blieb nicht stehen, stattdessen ging ich weiter, durch die Massen an Studenten, aber ich war nicht schnell genug. Adrian holte mich ein und legte seine Hand auf meine Schulter um mich aufzuhalten.

„Hey, warum die Eile?“ sagte er und grinste mich an.

„Ich bin nicht in Eile,“ sagte ich und zuckte so mit der Schulter das seine Hand herunter fiel. „Ich bin nur nicht in der Stimmung, mich mit dir zu Unterhalten.“

Nachdenklich runzelte er seine Stirn. „Warum nicht?“

„Du hast mich gestern Abend total blamiert,“ zische ich.

„Gestern Abend?“ Er schaute verwirrt, aber dann traf ihn die Erkenntnis wie ein Schlag. „Du meinst bei Pizza Hut?“

„Ja! Ehrlich, hast du das absichtlich gemacht?“ fragte ich ihn ärgerlich.
„Da waren Kinder dabei, weißt du das! Die mussten dich nicht flirten sehen. Ich kann von Glück reden, dass ich nicht gefeuert wurde.“ Ich wusste das ich höchstwahrscheinlich überreagierte, aber ich war immer noch der Meinung, dass Adrian ein klein wenig, weniger er selbst hätte sein können. „Wer weiß was Dimitri jetzt von mir denkt.“

„Oh, komm schon, ich hab nicht wirklich geflirtet,“ verteidigte sich Adrian, doch dann breitete sich erneut dieses Grinsen auf seinem Gesicht aus. „Weißt du, ich habe ja nicht realisiert, das du den Papi auch Babysitten musst,“ ärgerte er mich zwinkernd.

Ich verdrehte die Augen. „Ich habe nicht gebabysittet. Wir haben nur zu Abend gegessen.“

„Oh, dann wirst du jetzt Teil der Familie?“ fragte er und hob seine Augenbrauen. „Ich frage mich was die Mami davon hält.“

Ich verzog das Gesicht. „Das ist nicht lustig. Die Mutter ist Tod. Übrigens war sie Christians Tante.“

Sofort verschwand das Grinsen aus seinem Gesicht. „Oh.“

„Yeah,“ sagte ich und starrte ihn an. „Also mach keine Witze darüber, schon gar nicht wenn Christian in der Nähe ist.“

Plötzlich todernst nickte er.

„Ich muss jetzt gehen und Liam von der Schule abholen,“ murrte ich. „Wir sehen uns irgendwann.“

„Ok Rose,“ verabschiedete er sich ebenfalls.

Ich schenkte ihm den Hauch eines lächelns, glücklich, das er jetzt nicht mehr herum alberte, und darüber, das er meinen richtigen Namen benutzte, anstatt dieser dämlichen Kosenamen.

„Bye Adrian,“ sagte ich noch.

Seufzend setzte ich meinen Weg fort. Ich ging gerade um eine Ecke als ich mit etwas, oder besser gesagt jemandem, zusammenstieß. Erschrocken machte ich einen Schritt zurück.

„Oh, es tut mir so leid,“ sagte das Mädchen, mit dem ich kollidiert war. Sie bückte sich und begann ihre Bücher aufzuheben.

„Nein, es war meine Schuld. Ich hab nicht aufgepasst,“ entschuldigte ich mich und half ihr mit ihren Büchern.

Sie sah auf und schenkte mir ein kleines lächeln. In diesem Moment realisierte ich das dies Lissa war, dass Mädchen in das Christian heimlich verknallt war. Oh man, wenn er doch nur jetzt hier wäre.

„Danke,“ sagte Lissa und fügte dann zögerlich hinzu: „Du bist Rose, richtig?“

Überrascht blinzelte ich. Woher kannte sie meinen Namen? „Ähm, ja. Woher weißt du...“

„Ein Freund von dir, Adrian, hat ihn ein paar Mal erwähnt,“ antwortete sie. „Er hat dich, mir ein Mal in der Cafeteria gezeigt, daher weiß ich wer du bist...“

„Oh,“ war meine geistreiche Antwort.

Wir standen wieder auf und sahen uns peinlich berührt um. Bevor ich wusste was ich noch zu ihr sagen konnte, sah sie mich schüchtern an und sagte: „Du bist mit dem schwarzhaarigen befreundet, richtig? Ich kenne seinen Namen nicht, aber...ich sehe euch oft zusammen.“

Das brachte mich dazu ziemlich blöd zu grinsen. Sie hatte ihn bemerkt. Gut. „Du meinst Christian? Ja, er ist ein sehr guter Freund von mir,“ teilte ich ihr nickend mit.

„Nur...Freunde?“ fragte sie schüchtern.

„Definitiv nur Freunde,“ bestätige ich schnell.

Sie lächelt zufrieden. „Oh.“ Sie schaute auf ihre Armbanduhr und ihre Augen weiteten sich ein wenig vor Schreck. „OH! Ich muss gehen,“ sagte sie noch und bog dann auch schon um die Ecke. Ich hörte noch ein entferntes „Bye!“ von ihr.

„Ja, ich auch,“ murmelte ich mehr zu mir selbst, als ich ebenfalls einen Blick auf meine Uhr warf.

Nun war es zu Spät um meine Bücher zurück in mein Zimmer zu bringen, wenn ich pünktlich an Liams Schule sein wollte. Die letzten hundert Meter überbrückte ich halb rennend, halb gehend bis ich schließlich vor dem Tor, seiner Schule zum stehen kam. Er wartete bereits, mit einem Lehrer an seiner Seite,  auf dem Spielplatz. Sobald er mich am Tor stehen sah, rannte er, mit einem breiten Lächeln im Gesicht, auf mich zu.

„Rose!“ rief er freudig aus.

„Hey Kumpel!“ sagte ich und nahm ihm seine kleine Schultasche ab um sie mir selbst über die Schulter zu hängen.

Auf dem Heimweg unterhielten wir uns über dies und das und sobald wir angekommen waren, ging er sofort zum Fernseher und schaute Trickfilme.

Nun da er still vor dem Gerät saß, entschied ich, das es eine gute Zeit wäre um etwas für die Uni zu lernen. Also nahm ich meine Bücher aus meiner Tasche und setzte mich an den Tisch.

Als Alisa und Inna aus der Schule kamen, sprang Liam von seinem Platz auf und schlug vor, Verstecken zu spielen. Alisa stimmte augenblicklich zu, doch Inna brauchte etwas mehr Überzeugungskraft. Sie mochte mich immer noch nicht und ich wusste, dass sie lieber in ihr Zimmer gehen würde, als Zeit mit mir zu verbringen. Aber schließlich ließ sie sich von ihren Geschwistern breit schlagen.

Ich bedeckte meine Augen mit meinen Händen und begann bis fünfzig zu zählen, während sie davon eilten um sich zu verstecken. Ich suchte zuerst den Keller und das Erdgeschoss nach ihnen ab, konnte sie aber dort nirgends finden. Also entschloss ich mich dazu die Treppen nach oben zu gehen.

Bisher war ich hier oben nur in Alisas und Liams Zimmern. Als ich diese abgesucht hatte und niemanden gefunden hatte, ging ich zurück in den Flur. Ich sah zu den anderen beiden Türen, wovon eine zu Dimitris Schlafzimmer führte. Ich wusste nur nicht welche. Ich musste in beide Räume, um nachzusehen, ob sich die Kinder nicht darin versteckten.

Ich öffnete die Tür die mir am nächsten war und ging hinein. Sofort stellte ich fest das es Dimitris Zimmer war. Ein Himmelbett dominierte den Raum. Dann gab es noch einen Kleiderschrank ein Nachtschränkchen und eine Tür die zum angrenzenden Badezimmer führte. Ansonsten war der Raum leer. Er war buchstäblich kahl, es gab keine Bilder und mit Ausnahme, von ein paar Westernromanen auf dem Nachtschrank, gab es nichts persönliches.

Ich empfand es schon die ganze Zeit als befremdlich, dass es im gesamten Haus keine Bilder von ihm und seiner Frau gemeinsam gab, also dachte ich er würde sie in seinem Zimmer aufbewahren, aber hier gab es keine Bilder von Tascha oder von ihnen als Paar. Es gab nur Bilder von den Kindern. Ich fragte mich warum. War der Tod seiner Frau so schmerzhaft für ihn, dass er es noch nicht einmal ertragen konnte, sich Bilder von ihr anzusehen?

„Was machst du hier drin?“

Überrascht drehte ich mich um, um Inna, mit verschränkten Armen und einem kalten Ausdruck im Gesicht, im Türrahmen stehen zu sehen.

„Ich, ähm, Ich dachte ihr versteckt euch hier drin,“ verteidigte ich mich.

„Das ist das Zimmer meiner Eltern,“ sagte sie mürrisch. „Du hast nicht das Recht hier drin zu sein!“

„Es tut mir leid,“ sagte ich und kaute auf meiner Unterlippe, es war nicht meine Absicht sie zu verärgern. „Ich wusste es nicht.“

„Wie auch immer,“ sagte sie schulterzuckend. „Ich will dieses Spiel nicht mehr spielen.“

Damit drehte sie sich herum und stampfte in ihr eigenes Zimmer.

„Inna, warte,“ rief ich ihr hinterher.

Mich ignorierend ging sie einfach weiter und warf die Tür hinter sich zu. Unfreiwillig verzog ich beim Knall mein Gesicht und seufzte während ich mich an die Wand lehnte. Verdammt. Das hatte ich verbockt.

„Was ist passiert?“

Alisa stand plötzlich neben mir und sah mich besorgt an.

„Ich denke ich habe deine Schwester ein wenig sauer gemacht,“ gab ich zu und sah zu ihr hinunter.
Mitfühlend lächelte sie mich an und sagte: „Sie wird drüber hinwegkommen.“
Ich seufzte erneut und nickte hoffnungsvoll. „Nun...magst du mir helfen, Liam zu finden?“

Alisa stimmte nickend zu und zusammen zogen wir los den kleinen zu suchen. Nachdem wir jeden Raum abgesucht hatten und ihn immer noch nicht gefunden hatten, stand ich kurz vor einer Panikattacke. Wohin zur Hölle mag e gegangen sein?

„Vielleicht ist er auf dem Dachboden!“ schlug Alisa vor.

Ich nickte und folgte ihr betend, das er dort sein möge, auf den Speicher. Dimitri würde durchdrehen wenn ich ihn verloren hätte, also sollte r besser auf dem Dachboden sein.

„Liam, bist du hier?“ fragte ich und schaltete die Lichter ein. Der Dachboden war voll mit, von Staub bedeckten, Kartons. Es schien offensichtlich das hier niemand hoch kam. „Liam?“

Alisa zupfte an meinem Ärmel und wies mich auf einen großen Schrank, in der Ecke, hin dessen Türen nur angelehnt waren. Leise schlich ich dort hin, doch bevor ich die Türen öffnen konnte, sprang Liam heraus und ich schrie erschrocken auf. Mein Herz hämmerte wild in meiner Brust, während sich Alisa und Liam vor lachen kaum auf den Beinen halten konnten.

„Gott, Liam, du hast mich zu Tode erschreckt!“ sagte ich, nahm einen tiefen Atemzug um mich und mein rasendes Herz zu beruhigen.

„Hab Dich!“ sagte der kleine kichernd. Ich begann ihn zu kitzeln und er quietschte in meinen Armen. „Nein, nicht!“ sagte er lachend und versuchte meinem Griff zu entkommen.

„Jetzt ist es nicht mehr witzig, gell?“ sagte ich grinsend.

„Neeein!“ sagte er, und lachte dabei wie ein Irrer. „H – Hör auf! Ich muss Pipi.“
Sofort hörte ich auf und ermahnte ihn, „mach dir nicht in die Hose, bitte.“
Er grinste. „Hab dich nur veräppelt.“

Und dann rannte er weg.

Ich stöhnte kurz und rannte ihm dann hinterher. Ich hatte das Gefühl das würde ein langer Nachmittag werden.


Dimitri PoV


„Nun, wie läuft es mit dem Babysitter? Kommen die Kinder mit ihr klar?“

Ich öffnete die Tür und verließ das Fitnessstudio. Ivan folgte mir hinaus und ging anschließend an meiner Seite, sah mich dabei fragend an.

„Bisher läuft es gut, obwohl Inna ein bisschen stur ist,“ sagte ich Stirnrunzelnd. „Aber ich bin mir sicher das legt sich bald.“

„Wie ist sie denn?“ fragte Ivan weiter. „Ist sie heiß?“ Ich sah ihn an und er grinste. „Was? Ich hab doch nur gefragt.“

Ich seufzte und stellte meine Tasche in den Kofferraum meines Wagens, zögerte damit meine Antwort heraus. „Sie ist, äh, okay,“ sagte ich und versuchte so beiläufig wie möglich zu klingen.
Ivan zog fragend eine seiner Brauen nach oben. „Okay?“

Ich zucke mit den Schultern und versuchte ihm nicht in die Augen zu sehen. „Ja, ich meine...sie ist nett, also, sie passt gut auf die Kinder auf wenn ich nicht da bin...“

Ich öffnete die Tür und stieg ins Auto, wartete darauf das Ivan es mir gleich tat.

„Du hast meine letzte Frage nicht beantwortet,“ sagte er nachdem er seine Türe geschlossen hatte.

„Welche Frage?“

„Ist sie heiß?“

Sehr. Aber das würde ich ihm gegenüber niemals zugeben.

„Sie ist hübsch, ja,“ antwortete ich dann doch zögerlich als ich das Auto startete und aus der Parklücke fuhr.

„Wie alt ist sie?“

„Zwanzig,“ antwortete ich.

„Oh,“ sagte er lächelnd. „Meinst du sie steht auf ältere Männer?“

Ich starre ihn an. „Denk nicht mal daran, Ivan,“ warnte ich ihn.

„Was denn?“ dabei versuchte er unschuldig auszusehen.

„Du wirst nicht, den Babysitter meiner Kinder, fragen ob sie mit dir ausgeht,“ sagte ich.
Er runzelt seine Stirn. „Warum nicht?“

„Weil sie zu jung für dich ist.“

„Aber wenn sie doch mit älteren -“

„Ich sagte Nein,“ unterbrach ich ihn.
Überrascht sah er mich an. „Whoa, komm runter, Dimitri.“

„Sorry,“ grummelte ich. „Es ist nur...Ach du weißt wie es bei dir mit Frauen ist, Ivan. Du bist sie schon nach ein paar Tagen leid. Ich möchte nicht dazwischen stehen wenn das nicht funktioniert. Und ganz sicherlich, will ich deswegen keinen neuen Babysitter suchen müssen.“

„In Ordnung. Ich hab‘s kapiert,“ sagte Ivan und hob kapitulierend die Hände. Er seufzte. „Sie ist Tabu. Kann ich sie trotzdem kennenlernen?“

Ich ziehe meine Brauen hoch. „Glaubst du ich wäre blöd? Wenn du vorbei kommst, wirst du dich selbst nicht davon abhalten können, mit ihr zu flirten.“
Erneut seufzte er. „Auch gut.“

Danach sprachen wir den Rest der fahrt nicht mehr, aber als ich ihn an seiner Wohnung aussteigen lies, sagte er, mit einem hinterhältigen Grinsen im Gesicht: „Weißt du, ich wundere mich, ob das der wirkliche und einzige Grund ist warum ich sie nicht kennenlernen darf. Vielleicht willst du sie ja auch für dich erobern.“

Ich starrte ihn sprachlos an und sein grinsen wurde noch breiter. Ich suchte nach passenden Wiederworten doch er erstickte diese bereits im Keim. „Ich sehe dich nächste Woche.“


Als ich, fünfzehn Minuten später, zu Hause ankam, fand ich Inna vor dem Fernseher sitzend. Sie sah auf und lächelte als ich das Wohnzimmer betrat.

„Hey,“ sagte ich, ebenfalls lächelnd. Ich sah mich um um bemerkte das sie die einzige im Raum war. „Wo sind die anderen?“
Ich lächeln verschwand. „Rose bringt Liam ins Bett und Alisa ist duschen.“

„Oh, okay,“ sagte ich und stellte meine Sporttasche auf dem Boden ab. Ich schaute zur Uhr. Ich war etwas später dran als üblich und hoffte es würde Rose nichts ausmachen. „Also -“

„Dad, ich muss dir was erzählen,“ unterbrach mich Inna.
Ich sah sie mit plötzlicher Sorge an. „Was ist denn los, Milaya?“

„Rose ist heute in deinem Schlafzimmer gewesen,“ sagte sie. „Ich hab es gesehen.“
Meine Stirn legte sich in falten. „Warum sollte sie das tun?“

„Ich weiß es nicht. Ich denke sie wollte -“

Jemand räusperte sich. Ich sah auf und Rose stand im Türrahmen. Sie sah genauso hübsch aus wie jeden Tag, selbst in einfachen Jeans und T-Shirts, wie sie es auch jetzt trug, sie schaffte es absolut fantastisch darin auszusehen. Ihre Haare waren offen und ich starrte es an. Ich fragte mich, wie es sich anfühlen würde, wenn es durch meine Finger gleiten würde.

„Hi,“ sagte sie leise und holte mich damit aus meiner Träumerei.

„Hey,“ grüßte ich ebenfalls und wandte schnell meinen Blick von ihr ab.

Inna verließ eilig den Raum, ohne Rose eines Blickes zu würdigen als sie an ihr vorbei ging.

„Ich habe nicht in deinem Zimmer herum geschnüffelt,“ begann Rose sich schnell zu erklären. „Wir haben verstecken gespielt und, nun, ich dachte sie wäre da drinnen – ich wusste ja noch nicht ein Mal das es dein Zimmer ist bis ich die Tür geöffnet hatte,“ schweifte sie ab. „Inna kam genau in dem Augenblick rein und dachte ich würde herum schnüffeln. Aber das habe ich nicht. Ehrlich, ich wollte nicht -“

„Ist in Ordnung, Rose,“ sagte ich und unterbrach sie schonend. „es ist ein Mißverständnis. Mach dir keine Sorgen darüber.“
Sie blies erleichtert die Luft aus. „Oh, Okay.“

„Tut mir leid, dass ich so spät dran bin,“ sagte ich und schenkte ihr ein entschuldigendes lächeln. „Ich denke ich habe die Zeit aus den Augen verloren.“

„Oh, das ist in Ordnung,“ sagte sie und tat es mit einem Schulterzucken ab. „Ich weiß doch das du Donnerstags immer ins Fitnessstudio gehst, es macht mir nichts aus dann länger als üblich zu bleiben.“

Sie begann auf mich zu zu gehen und meine Augen wurden groß als ich versuchte heraus zu finden was ich jetzt tun sollte. Sollte ich einen Schritt zurück weichen? Sollte ich da bleiben wo ich war? Doch dann realisierte ich, das sie nicht auf mich zuging sondern auf die Couch. Ich entspannte mich und sah ihr zu wie sie ihre Jacke anzog.

Ich schaute aus dem Fenster. Es wurde bereits dunkel. Ich mochte die Tatsache nicht, dass sie jetzt im Dunkeln nach Hause laufen musste. Viel lieber würde ich sie fahren, nur um sicher zu gehen, das sie wohlbehalten dort ankommen würde, aber ich konnte die Kinder nicht alleine lassen.

Es hatte den Anschein als wüsste sie was ich denke, denn plötzlich sagte sie: „Das geht klar. Es macht mir nichts aus zum Campus zu laufen.“

„Aber es ist schon dunkel draußen,“ sagte ich und verzog das Gesicht.

Sie zuckte nur mit den Achseln. „Ich bin ein großes Mädchen,“ dabei zwinkerte sie mir zu. „Gute Nacht, Dimitri.“

„Gute Nacht,“ erwiderte ich, als ich ihr zur Tür folgte. „Und sei Vorsichtig.“
Sie lächelte noch mehr. „Natürlich.“

Ich sah ihr noch hinterher wie sie ging und schloss dann, seufzend, die Tür. Ich ging die Treppen nach oben um nach Liam zu sehen, doch der schlief bereits tief und fest. Vorsichtig, um ihn nicht zu wecken, küsste ich ihn auf die Stirn und ging dann aus seinem Zimmer.

Als ich den Flur entlang ging, bemerkte ich, dass bei Inna noch Licht brannte. Ich klopfte an ihre Tür und wartete darauf das sie öffnete. Als sie es nicht tat, klopfte ich nochmals und ging dann hinein. Sie saß auf ihrem Bett und hörte Musik. Als sie mich sah, zog sie ihre Kopfhörer aus und stand auf.

„Hast du sie gefeuert?“ fragte sie ohne Umschweife.

„Nein, natürlich nicht,“ entgegnete ich ihr.
Sie verzog das Gesicht. „Aber sie war in deinem Zimmer!“

„Sie hat nach euch gesucht,“ merkte ich an und lehnte mich an die Wand. „Weil ihr Verstecken gespielt habt. Darum war sie da drin.“

Inna sah schuldig weg.

Ich seufzte. „Hasst du sie wirklich so sehr, dass du unbedingt willst das ich sie, wegen so einer Kleinigkeit, feuere?“

„Ich hasse sie nicht,“ sagte sie, sah mich aber dabei immer noch nicht an.

„Nun, du scheinst sie aber auch nicht zu mögen.“

Sie sagte darauf nichts.

„Rose ist nicht so übel, weißt du.“ sagte ich und ging einen Schritt auf sie zu. „Kannst du ihr nicht wenigstens eine Chance geben und versuchen nett zu ihr zu sein? Für mich?“

„Ich denke,“ murmelte sie dann doch.

Ich lächelte und zog sie in meine Arme. Ich gab ihr einen Kuss auf den Scheitel und murmelte:
„Dankeschön, Milaya.“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast