Wenn die Vergangenheit dich einholt

GeschichteFamilie / P12
Abigail Armstrong Christian Reed Ethan Karamakov Katarina "Kat" Karamakov Tara Webster
23.08.2015
05.09.2015
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Tara Reed

Es ist vier Uhr nachts als mir die Wehen den Schlaf rauben. Ich bin allein. Christian ist gerade in Melbourne bei der Auswahl für den diesjährigen Prix. Natürlich ist er nicht als Schüler da, sondern als Coach. Aber das hilft mir im Moment auch nicht weiter. Er kann da nicht weg, er muss seine Schüler beim Vortanzen morgen unterstützen! Es ist nicht so, dass ich damit gerechnet habe, also mit der Geburt. Das Baby sollte erst in drei Wochen kommen. Christian und ich haben nicht mal daran gedacht, dass es kommen könnte, während er in Melbourne ist.
Ich rufe also Kat an. Sie geht nicht gleich ran. Aber als ich sie zum vierten Mal anrufe, hebt sie ab und stöhnt. „Bist du eigentlich total verrückt, dass du mich nachts um vier anrufst? Ich bin doch nicht nachtaktiv! Nur weil du schwanger bist…“ „Kat!“, rufe ich dazwischen, „ich glaube, es kommt!“
Fünf Minuten später steht Kat panisch vor meiner Haustür. „Sorry, dass ich nicht schneller kommen konnte! Mein neuer Freund wollte mich um die Uhrzeit nicht gehen lassen! Der ist so ein Angsthase, ich glaub, ich trenn mich wieder!“ Ich schaue sie nur verwundert an. Von dem neuen Freund hatte sie mir noch gar nichts erzählt. Thomas hatte sich doch gestern erst von ihr getrennt und sie hatte mir stundenlang vorgeheult, dass sie nie wieder je irgendeinen Mann ansehen werde…
Bei Kat scheinen Wunden anscheinend schneller zu verheilen als bei anderen.
Ich steige in Kats pinkes Cabrio, während sie meine Sachen noch schnell auf die Rückbank schmeißt. Berge von Klamotten, Chipstüten und leeren Bierdosen bevölkern das „Katmobil“ bis in jede kleinste Ritze. Wie Kat sich nur darin wohlfühlen kann?
Wieder zieht es heftig in meinem Bauch und ich verkrampfe mich, sodass Kat mich besorgt anschaut und endlich den Motor anschmeißt. Die Musik, die nun aus den Lautsprechern ertönt ist überirdisch. Nicht überirdisch schlecht, Kats Musikgeschmack ist gar nicht so schlimm, wie man vielleicht vermutet. Sie ist einfach nur überirdisch laut. Ich habe das Gefühl, man könnte sie noch in angenehmer Lautstärke auf dem Mond hören.
Als wir zwei Minuten später von der Polizei angehalten werden, ist sich Kat keines Fehlers bewusst.
„Junge Dame, was denken sie sich eigentlich dabei, um diese Uhrzeit mit dieser Lautstärke die Anwohner zu belästigen. Und dazu noch 30 km/h schneller als erlaubt! Ihren Fahrschein und die Wagenpapiere, bitte!“, grunzt der Uniformierte, der meiner Meinung nach selbst etwas betrunken aussieht.
„Is okay, ich hab`s gleich.“
Langsam wird der Beamte ungeduldig. Ich übrigens auch. Noch eine Wehe.
„Ich find`s nicht!“, zischt Kat mir zu. Verdammt!
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