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Für Immer.

von Laila M
KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P6
Isaac Monica
22.08.2015
22.08.2015
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Ähm ja. Ich hab das Buch gerade fertiggelesen, nachdem ich es gestern (endlich, endlich) in meine Finger bekommen habe, und dann kam diese Idee in meinen Kopf geschossen. Weil ich nicht glauben kann, dass Monica wirklich so herzlos ist, wie sie dargestellt wird.
Viel Spaß beim Lesen!




Es war nicht die Krebs-Sache. Ich schwöre. Es war mir egal, dass er bald gar kein Auge mehr haben würde und dass er blind sein würde und dass das schmerzhaft und schwierig werden würde. Naja, nicht egal natürlich, aber...es änderte nichts. Ich würde ihn trotzdem lieben.

Der Gedanke war schon vorher da, viel früher, hatte mich beharrlich umschlichen, auf leisen und samtweichen Pfoten, wie eine Katze, und ich hatte ihn ein ums andere mal fortgescheucht. Welchen Unterschied machte es auch? Noch war es nicht wichtig. Noch war alles in bester Ordnung. Ich konnte mich immer noch darum kümmern, wenn es so weit wäre. Nicht so lange Alles noch so leicht und glücklich war.

Aber jetzt lief mir die Zeit davon. Ich wusste, ich könnte nie mit einem blinden Jungen Schluss machen. Ich wusste dass er es auch nicht tun würde, weil er zu nett und zu freundlich war, um mit irgendjemandem Schluss zu machen.
Ich wusste mir blieben nur noch ein paar Tage. Ich wusste, dass ich keine andere Wahl hatte, auch wenn es weh tun würde.

Denn am Ende wusste ich, dass ich damit nur Schmerzen vermeiden würde. Für mich und für ihn. Ich wusste, dass es auf diese Art immer noch genug weh tun würde, aber  es wäre erträglicher, die weniger schmerzhafte Alternative. Für uns beide. Und ich will ihm nicht weh tun. Weil ich ihn trotzdem liebe. Und mir selbst will ich auch nicht weh tun.

Ich sah mir die Tatsachen an, die offen vor mir auf dem Tisch lagen. Ich liebte ihn. Ich würde nach der Operation nicht mit ihm Schluss machen. Er würde nicht mit mir Schluss machen. Das hieß, wir würden zusammen bleiben. Für Immer.

Es war nur, er ist nicht mein Für Immer. Und ich bezweifle aufrichtig, dass ich sein Für Immer bin.

Also tat ich, was ich tun musste. Und tat ihm weh. Und tat mir weh. Und kam zwei Wochen lang nur aus meinem Zimmer wenn ich musste. Und bereute es oft.

Ich wurde so gut darin, jede Begegnung mit ihm zu vermeiden, dass es ein Jahr und vier Monate dauerte, bis es unweigerlich passierte.
Und ich sah dass er glücklich war, und dass er jemand neues gefunden hatte, den er lieben konnte.

Und ich wusste, dass ich nichts zu bereuen hatte.
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