Between Two Worlds - A World Within

GeschichteAbenteuer / P6
OC (Own Character) Rainbow Dash Twilight Sparkle
21.08.2015
30.11.2017
8
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A World Within – a short fanfiction by Rainbow Fresh

Abspann, übertönt von Werbung. Die Samstagsfolge My Little Pony war wieder einmal zu Ende und der Morgen damit gelaufen. Die Serie war das einzig Wertvolle, was er in seinem Leben noch hatte. Der Rest der Welt eintönig und grau, es gab nichts Besonderes zu sehen, nichts Spannendes zu machen. Jeden Wochentag derselbe Tagesablauf, dieselbe Arbeitsroutine. Für Abwechslung, zum Beispiel durch eine Urlaubsreise, ist nie die Zeit, die Arbeit braucht ihn und alles in unmittelbarer Nähe kennt er in- und auswendig. Nur der Samstagmorgen, der ist anders. Die einzige Möglichkeit diesem Alltag zu entkommen, das einzig Sehenswerte zwischen dem restlichen modernen Schrott, der im Fernsehen so läuft. Auf der einen Seite wünschte er sich natürlich, dass die Serie öfter ausgestrahlt werden würden, auf der anderen Seite war er jedoch froh genug dass sie überhaupt noch frei zugänglich war. Außerdem sagt er sich immer, dass er so länger etwas davon hat. Warum er ein Brony geworden ist weiß er selbst nicht, aber das ist ihm auch egal: Er liebt die Serie und dazu steht er auch – nicht dass es irgendjemanden geben würde, den es interessiert.

Das Wochenende zog an ihm vorbei und der erste Arbeitstag neigte sich bereits dem Ende entgegen. Es war ein regnerischer Frühlingsabend, die Sonne stand schon tief, was man hin und wieder durch kleinere Lücken in der sonst dichten Wolkendecke erkennen konnte.
Die Kapuze seines Hoodies tief ins Gesicht gezogen, Hände in den Hosentaschen, zog der die Hauptstraße hinunter. Vorbei an den größtenteils grauen Häuserfronten und vereinzelten Menschen, die mal gehetzt durch den Regen rannten, mal gelassen an ihm vorbeischlenderten.
Doch plötzlich blieb er stehen. Kam es ihm nur so vor oder vibrierte der Boden…? Es war keine Illusion, denn das Beben wurde stärker, bis sogar vereinzelte Kieselsteine umherhüpften. Ein Erdbeben? Es war die erste logische Schlussfolgerung der Ereignisse, doch er lebte nicht wirklich in einem Gebiet, in dem sowas häufiger vorkommt. Genaugenommen wäre das das erste Mal seit vier Generationen seiner Familie, dass so etwas passiert.
Dann folgte ein kaum zu überhörender Knall. Verwundert blieb er stehen und schaute sich noch eine Weile um, doch da das Erdbeben zu Ende zu seien schien, der Knall sehr wahrscheinlich von einem Gewitter stammte und es auch sonst keine weiteren Anzeichen für irgendetwas Unauffälliges gab, beließ er es einfach bei der Vorstellung und machte sich keine weiteren Gedanken darüber. Auch komische Dinge passieren.
Gerade als er weitergehen wollte, wurde er von der tiefstehenden Sonne, die ihm durch ein plötzlich auftauchendes Loch in der Wolkendecke mitten ins Gesicht schien, geblendet. Reflexartig hielt er sich die Hand schützend vors Gesicht und kniff die Augen zusammen, um noch etwas erkennen zu können. Nachdem er sich an die plötzliche Helligkeit gewöhnt hatte sah er es: Aus dem so plötzlich erschienenen Loch in den Wolken führt eine – zumindest gegen das Licht dunkel wirkende – Spur heraus, die sich langsam am Horizont weiterzog und gen Boden führt.
Ein Flugzeugabsturz? Könnte den lauten Knall erklären, doch um eine solche Rauchspur erzeugen zu können müsste es lichterloh brennen – und er konnte beim besten Willen kein brennendes Flugzeugwrack an der Spitze der Spur erkennen. Verwundert und ratlos nahm er die Kapuze ab um etwas mehr sehen zu können und ging ein Stück weiter die Straße hinunter, um endlich aus dem Sonnenstrahl rauszukommen, den Blick nie von den Geschehnissen am Himmel lassend.
Als die Wolken weiterzogen und die Sonne somit wieder verdeckten, konnte er seinen Augen nicht trauen – das war keine Rauchspur, es war ein… Regenbogen? Noch verwunderter und misstrauischer als vorher blickte er der mysteriösen Spur am Himmel noch einen Moment hinterher, wie sie sich weiter ihren Weg über den Horizont bahnte und dem Boden immer näher kam. Moment mal… Die Richtung, die Distanz… Was auch immer das da war, es war scheinbar gerade dabei ganz in der Nähe seines Hauses einzuschlagen! Als ihm das bewusst wurde rappelte er sich erschrocken auf und joggte los.

Zuhause angekommen sah er es genau: Ein Regenbogen – kein ‚normaler‘, welcher einfach nur im Regenwasser gebrochenes Licht ist, nein, ein dicker, undurchsichtiger, fast schon greifbarer Regenbogen, der jedoch langsam verblasste – welcher fast direkt neben seinem Haus auf einer kleinen Lichtung vor dem Waldanfang den Boden zu berühren schien. Da diese kleine Lichtung auf der anderen Seite seines Hauses war konnte er es von hier aus nicht ganz sehen, also beschloss er dort rüber zu gehen.
Vorsichtig und vollkommen verwirrt folgte er dem kleinen Trampelpfad, welcher zum Waldanfang führte und näherte sich der vermeidlichen Absturzstelle.
Wieder einmal konnte er seinen Augen nicht trauen und blieb mit offenem Mund stehen, während er den Anblick versuchte zu verarbeiten. Der Pfad des Regenbogens führte teilweise durch die Bäume – und ‚durch‘ ist ein sehr passendes Wort, denn eine Tannenspitze war komplett abgerissen, ein anderer Baum hatte ein relativ großes Loch im Blätterdach, die Äste vieler anderer Bäume waren umgeknickt oder einfach kahl. Und als wäre das noch nicht genug, endete der Regenbogen in einem kleinen Krater, aus welchem eine Spur aufgewühlter Erde hinausführte, so, als wäre etwas Schwereres aufgeschlagen und weitergerutscht.
Nach einem kurzen Augenblick des ungläubig Starrens und des Versuches irgendeine logische Erklärung für das alles hier zu finden nahm die Neugierde jedoch überhand. Genauso vorsichtig wie zuvor näherte er sich dem Krater. Darin lagen zwei einzelne, ziemlich zerzauste, hellblaue Federn. Er blickte noch einmal den inzwischen ziemlich blassen Regenbogen entlang, den ganzen Weg bis zur Wolkendecke zurück, bevor er langsam um den Krater herumging um herauszufinden was genau dort eingeschlagen ist.
In seinem Unterbewusstsein fing ein Gedanke an sich langsam zu bilden, eine Lösung für all das hier, doch er war zu sehr mit der Realität um ihn herum beschäftigt um ihn wahrzunehmen. Am Ende der Spur war eine kleine Senke und je näher er ihr kam desto angespannter wurde er.
Von etwas weiter konnte er schon etwas Hellblaues erkennen, die selbe Farbe wie die Federn, doch als er gut zwei Meter daneben stand konnte er es genau erkennen: Es sah aus wie ein Pony – zumindest hatte es vier Beine, Mähne, Schweif und eine Pony-typische Form – nur war es eben hellblau, die Mähne und der Schweif regenbogenfarben und es hatte Flügel. Ein Teil von ihm wusste was, oder eher wer das war, allerdings weigerte sich sein Verstand es zu akzeptieren.
Doch je länger er das bewusstlose Lebewesen anstarrte, desto weniger konnte er es verleumden. Die Fragen, Gedanken und Ängste in seinem Kopf nahmen überhand und er sank langsam zu Boden, bis er mit angewinkelten Beinen sitzen blieb.
Wie ist es möglich, dass die Charaktere einer Fernsehserie wirklich existieren? Wie ist sie hier hergekommen? Warum ist sie hier? Und viel wichtiger – was soll er jetzt tun? Vor ihm lag ein hellblaues Pony mit regenbogenfarbener Mähne und Flügeln, noch dazu die Verwüstung die sie bei ihrer Ankunft hier hinterlassen hat und vor allem die auffällige, lange Regenbogenspur, die wie ein riesiger Pfeil genau hier hin zeigt, werden wohl kaum allzu lange unbemerkt bleiben.
Verzweifelt raufte er sich die Haare. Er konnte das alles einfach nicht glauben. Das alles passierte viel zu schnell und unerwartet und wirkte viel zu surreal. Moment – vielleicht ist das ja die Lösung, vielleicht ist das alles nicht real! Vielleicht ist das alles nur ein Traum?
Er hob seinen nachdenklich gesenkten Blick ein kleines Stück an und betrachtete nun wieder die vor ihm liegende Rainbow Dash. Wie sie dort lag, auf der Seite liegend, sanft atmend, mit vollkommen zerzaustem Fell und immer noch ausgebreiteten Flügeln. Er wusste sie ist stark und doch wirkte sie so hilflos.
Dieser Anblick berührte ihn und obwohl er ohnehin schon alles für die kleinen Ponys tun würde, so erweckte er noch einmal zusätzliches Mitleid in ihm. Er musste eine Entscheidung treffen – und, Traum oder nicht, er konnte sie nicht einfach so hier liegen lassen!
Langsam erhob er sich wieder, sodass er zumindest kniete, und bewegte sich noch ein Stück auf sie zu, bis er direkt neben ihr hockte. Ist sie verletzt? Zögerlich fuhr er ihr mit der Hand durchs Fell und untersuchte sie auf sichtbare Wunden. Ihr Fell war genauso flauschig wie er es sich immer erträumt hatte und fühlte sich viel zu real an, als dass das hier nur ein Traum sein könnte. Doch sie schien – entgegen aller Wahrscheinlich, bemessen anhand des Kraters den sie zurückgelassen hat – unverletzt zu sein. Und da er sie definitiv nicht hierlassen konnte, beschloss er sie mit nach Hause zu nehmen. Bloß wie?
Er hatte keine Ahnung wie man mit so einem Pony umgehen soll, doch durch die gewisse Ähnlichkeit versuchte er sie einfach wie eine Katze hochzuheben – eine ziemlich große Katze. Mit Flügeln. Er nahm sie auf den Arm, ihre Flügel sanft um ihren eigenen Körper gelegt, mit einem Arm ihren Körper stabilisierend, mit dem Anderen ihren Kopf. So trug er sie das kurze Stück bis zu sich nach Hause, etwas schneller, in der Hoffnung ihn würde niemand sehen. Denn das Letzte was er jetzt wollte waren fremde Leute, die ihn sehen, wie er ein komisch aussehendes Fabelwesen aus einer Fernsehserie mit sich rumschleppt.

Drinnen angekommen legte er sie vorsichtig auf seinem Sofa ab und setzte sich daneben. Nachdem die erste Anspannung vorüber war und er wieder etwas Ruhe hatte schoben sich ihm auch sofort wieder der Berg an Fragen und Gedanken in den Kopf. Was jetzt?
„*verzweifelt* Was soll ich jetzt bitte tun…? Natürlich ist das irgendwo auch ein unglaublicher, vollkommen verrückter, wahrgewordener Traum, aber… Jetzt so plötzlich aus dem Nichts, real, ich weiß nicht was… wie… I-Ich- …“
Weiter kam er nicht, bevor die Gedanken ihn überrumpelten und das Gefühl der Hilflosigkeit Überhand nahm. Die Beine eng zum Körper gezogen und mit seinem Armen festgehalten rollte, fast kauerte er sich auf dem Sofa zusammen und verweilte so eine Weile, die Stille genießend und seine Gedanken ordnend.
Nach einer gefühlten Ewigkeit, als er sich beruhigt hatte und wieder halbwegs in der Realität angekommen war, entspannte er sich und lies sich ins Sofa sinken.
Er schaute rechts neben sich, wo Dash immer noch sanft atmend und schlafend neben ihm lag. Sie strahlte eine gewisse Ruhe aus, die auch auf ihn übersprang. Da es noch relativ früh am Abend war kam ihm eine Idee: Da er wohl die nächsten Tage damit beschäftigt sein wird sich um dieses Pegasus Pony aus einer Fernsehserie zu kümmern, wäre es wohl nicht schlecht wenn er sich ein Bisschen mehr darüber informieren würde – mithilfe von genau dieser Serie.
Langsam stand er auf, drehte sich um und ging die Treppe ins Obergeschoss hinter ihm hinauf. Er nahm sich seinen Laptop vom Schreibtisch im Büro, direkt die erste Tür links, und legte ihn auf den kleinen Tisch vor dem Sofa. Dann lief er noch quer durch das Haus auf der Suche nach einem HDMI Kabel, damit er den Laptop an den etwas größeren Fernseher dahinter anschließen konnte. Dabei ertappte er sich jedes Mal aufs Neue, wie er jedes Mal wenn er am Sofa vorbeikam seinen unerwarteten Gast fast schon anstarrte.
„Dann wollen wir doch mal.“
Nachdem dann endlich alles aufgebaut war durchforstete er das Internet nach den Folgen und schaute noch bis spät in die Nacht. Bis er irgendwann mal einen Blick auf die Uhr warf: 0:11Uhr. Schlagartig fiel ihm wieder ein, dass er trotz all der Aufregung und der ungewöhnlichen Ereignisse des Tages morgen, eigentlich eher heute wieder früh raus und arbeiten muss.
„Verdammt… Und was mache ich jetzt mit ihr?“
Abgelenkt durch so ziemlich alles was gestern passiert war, hat er sich über eine wichtige Frage noch gar keine Gedanken gemacht: Was soll er nachts mit ihr machen? Während er schläft kann er schlecht auf sie aufpassen. Was wenn sie aufwacht? Was wenn sie Hunger oder Durst hat oder sonst etwas braucht? Oder eher, was wenn sie nicht ganz so darüber erfreut ist in einem fremden Haus ‚eingesperrt‘ aufzuwachen…?
Egal wie oder wieso sie hier ist, so hat sie sich das bestimmt nicht vorgestellt. Und wenn er eins aus der Serie gelernt hat, dann, dass man sich ihr lieber nicht in den Weg stellt. Was also, wenn sie mitten in der Nacht aufwacht und bei dem Versuch abzuhauen und ihrem ursprünglichen Weg wieder zu folgen sein halbes Haus abreißt?
Nach kurzen Überlegungen kam er zu einem Entschluss: Vermutlich machte er sich zu viele Sorgen, aber wenn sie wach werden sollte, so wollte er das auf jeden Fall mitbekommen. Also wollte er sie mit ins Schlafzimmer nehmen, damit er auf jeden Fall auch wach wird wenn sie irgendwas macht.
Genauso behutsam wie auf dem Heimweg nahm er sie wieder auf den Arm und trug sie die Treppen hoch bis in sein Schlafzimmer, wo er sie vorerst auf dem Bett ablegte. Dann holte er den Wäschekorb aus dem Badezimmer, legte dort eines der weichen Sofakissen hinein und stellte beides vor seinem Bett ab. Das beste kleine Bett in Ponygröße, das er mal eben so auf die Schnelle herbeizaubern konnte. Fehlte nur noch das Pony.
Da er durch seine Recherchen nun etwas besser verstand wie ihre Flügel aufgebaut sind, legte er ihr diese an, damit sie nicht, empfindlich wie sie sind und komplett ausgebreitet herumliegend, noch irgendwie verletzt werden und legte sie dann sanft in ihr Bett. Danach legte auch er sich in sein Bett und schaute noch ein wenig nachdenklich an die Decke.
„Morgen wir ein sehr interessanter Tag…“
Er atmete einmal tief durch, dann machte er die kleine Nachttisch Lampe aus, drehte sich auf die Seite und machte die Augen zu.
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