Glück in Barcelona ?!

von finchen25
GeschichteDrama, Romanze / P12
Anna Polauke Tom Lanford
19.08.2015
25.01.2016
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19.08.2015 969
 
Neue Charaktere: Raffael: Model und Kreativer bei Lanford und guter Freund von Anna
                            Emilio: Toms Assistent bei Lanford
                            Sara und Caro: Designerinnen bei Lanford

...

„London?“ Anna starrte ihn ungläubig an.
„Nur solange bis es dort wieder läuft! Der Geschäftsführer des neuen Flagshipstores ist total überfordert. Wenn wir nicht handeln scheitert Lanford in Großbritannien! Uns würden Millionen durch die Lappen gehen!“ rechtfertigte sich Tom.
„Aber kannst du nicht jemanden anderen schicken? Ich hab extra Mailand abgesagt, damit wir mal ein paar Wochen für uns haben!“
„Es ist nicht meine Schuld dass wir so wenig zusammen waren! Du musstest ja wochenlang deine neue Kollektion an allen Enden der Welt promoten!“
„Und vorher warst du 2 Monate in New York um die Kooperation mit Twentyshirt zu regeln!“
„Aber dafür...“ setzte Tom an.
„HALT!“ Anna unterbrach ihn. „Gegenseitige Vorwürfe bringen uns jetzt echt nicht weiter.  Gibt es wirklich niemanden, der dich in London vertreten könnte? Dein Assistent zum Beispiel?“
„Er hat zu wenig Erfahrung. Es tut mir leid Anna aber ich muss nach London.“ Tom setzte sich neben ihr aufs Sofa. „In ein paar Wochen bin ich wieder da und dann nehmen wir uns Zeit füreinander, okay?“ Er küsste sie auf die Stirn  und seine Lippen wanderten langsam nach unten...
„Wenn du meinst..“ gab Anna nach und lächelte. „Tom, was hast du vor?“
„Die Zeit mit meiner Frau genießen“  Er küsste sie auf den Mund und die Beiden ließen sich aufs Sofa sinken.
..

„Anna, hab doch einen Flug früher genommen. In London gehts drunter und drüber. Ich meld mich. Liebe dich. Tom“
Ganz unscheinbar lag der kleine Zettel auf dem Küchentisch, aber Anna war diese Art Verständigung inzwischen gewöhnt.
´Na toll, sogar ein gemeinsames Frühstück ist schon zu viel verlangt.´ Anna blickte auf die Uhr.  
´Mist, ich muss in die Firma. Die letzte Anprobe für die neue Luxurykollektion! Ach Tom, wo hast du die Autoschlüssel hin getan? Egal dann nehme ich mir ein Taxi.´ Und Anna eilte aus dem Haus.
„Taxi! TAXI!“  ´Verflucht! Nie sind die da wenn man sie braucht!´ Plötzlich hörte Anna ein Hupen .
Vor ihr hielt ein schwarzer BMW und die Beifahrerscheibe wurde heruntergelassen.
„Braucht die junge Dame zufällig eine Mitfahrgelegenheit?“ Raffael grinste sie an und nahm seine Sonnenbrille ab.
„Du bist meine Rettung! Ich bin schon viel zu spät dran!“ Sie riss die Tür auf und nahm neben ihm Platz.
„Aber kannst du es dir überhaupt leisten meine Dienste in Anspruch zu nehmen? Ich bin teurer als normale Taxis!“
„Witzbold! Jetz fahr los!“ Raffael ließ den Motor aufheulen und fuhr los.  
„Also was verlangst du, edler Retter?“ fragte Anna, jetzt etwas gelassener.
„Du führst die Anprobe bei mir heute höchstpersönlich durch. Wenn mir deine Praktikantin noch einmal eine Stecknadel in den Arm rammt, dann kannst du dir ein neues Gesicht für die Kollektion suchen!“
„Also Ansprüche hat der Herr.“ Anna lachte. „Aber gut, ich denke das lässt sich einrichten.“
„Wo ist eigentlich dein Göttergatte?“ Raffael sah sie fragend an. „Hätte er dich nicht mit in die Firma nehmen können?“
Annas Miene verdüsterte sich. „Tom musste geschäftlich spontan nach London für ein paar Wochen.“
„Oh“ sagte Raffael, wirkte jedoch wenig überrascht. „Tut mir leid. Ist nicht einfach zur Zeit bei euch, oder? Ihr seid ja beide ständig unterwegs.“
„Naja, ich dachte eigentlich dass wir nach den letzten Monaten mal wieder eine Weile zuhause sind. Ich hab extra Sara an meiner Stelle nach Mailand  geschickt, damit wir wieder Zeit haben.“
„Hast du das Tom auch so gesagt?“
„So ähnlich. Aber Entschuldigung. Ich breite hier meine Probleme vor dir aus.“
„Immer wieder gerne.“ Raffael parkte , setzte die Sonnenbrille wieder auf und lächelte Anna an.  „Und jetzt“ sagte er und hielt ihr ihre Mappe hin, die sie vorhin unachtsam auf die Rückbank geworfen hatte, „Auf in den Kampf!“
..

„Auf eine fantastische Kollektion“ Raffael hob das Glas „Und auf seine bezaubernde Schöpferin: Auf Anna Lanford!“ Der Rest des Teams stimmte ein : „Auf Anna“
Anna konnte eine leichte Rotfärbung ihres Gesichtes nicht verbergen. Sie erhob ebenfalls ihr Glas. „ Auf mein fantastisches Team. Salute!“
Sie wandte sich Raffael zu. „Ich glaube, ich muss mich bei dir entschuldigen. Ich fürchte ich habe dir heute doch einige Stecknadeln in die Haut gestochen.“
„Dir verzeih ich das gerne. Wir bezeichnen es einfach als heilende Akupunktur. Oder du hast mich als Voodoopuppe benutzt.“ Er betrachtete Annas Gesicht. „Mal ehrlich, du hättest die Nadeln doch liebend gern jemand anderem ins Fleisch gejagt.“
Sie sah ihn erst zustimmend an, doch dann sagte sie: „Tom kann doch nichts dafür. Wir haben die Firma in Spanien groß gemacht und Tom hat die Expansion nach Großbritannien selbst eingeleitet. Wir haben beide extrem viel zu tun und können uns leider nicht immer aussuchen, wo unser Job uns grad hinschickt.“
„Aber du hättest ihn gerne hier, vor allem zur Präsentation der Kollektion, oder?“
„Tsia, man kann nicht alles haben.“ Anna leerte ihr Glas und sah Raffael an. „Dafür hab ich ja dich.“ Sie versuchte zu grinsen, was ihr allerdings nur sehr gezwungen gelang. Raffael lächelte. „Oh ja, ich spiele sehr gerne den Lückenbüßer für deinen vielbeschäftigten Ehemann.“ „Hey“ jetzt bekam Anna ein echtes Grinsen zustande. Sie boxte ihm leicht in die Seite. „Du weißt, wie ich das meine!“
„Okay, Okay!“ Raffael hob schützend die Arme. „Aber im Ernst, ich bin immer für dich da, wenn du mich brauchst. Ich hoffe das weißt du.“ Anna lachte. „Ja, das weiß ich. Danke. Du bist für mich wirklich der beste Freund seit langem.“ Da Anna sich in diesem Moment umdrehte, um weitere Glückwünsche für ihre Kollektion entgegen zunehmen, merkte sie nicht, wie sich Raffaels Miene bei diesem Satz kurz verfinsterte.