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Cäsar und die Gallierin

von Myrthe
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Julius Cäsar OC (Own Character)
19.08.2015
09.07.2017
23
9.031
9
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Dieses Kapitel
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31.01.2017 549
 
In diesem Kapitel sind beide Sichten vorhanden. Kursiv ist hier die Sicht von Cäsar.


In gewisser Weise fürchtete ich mich davor, meine Aufgabe zu beenden. Denn dann würde ich auch Cäsar aus seiner Erstarrung lösen müssen und dann? Was würde dann geschehen?

"Ich bin fertig" sprach ich aus und ließ meinen Blick kurz zur Tür wandern. Die Wache war verschwunden, ich war fast schon enttäuscht darüber, denn in ihrem Beisein würde Cäsar bestimmt nicht so etwas tun, wie vorhin. Erst kurz nachdem ich gesprochen hatte blickte der Mann auf und sah mich ein wenig verwirrt an.
"Ich bin fertig" wiederholte ich schließlich. Langsam kam er auf den Tisch zu und stellte sich auf die Seite, die mir gegenüberlag.
Auf dem Weg schien er sich erst einmal sammeln zu müssen, so nahm er seine gewohnte kühle Haltung erst wieder ein, als er fast da war.

Für einen Moment musterte er das Ergebnis, dann murmelte er etwas, was ein wenig wie "sehr gut" klang.

Ich wollte sie loben, konnte mich aber im letzten Moment daran hindern, worauf meine Worte in ein murmeln übergingen. Erschrocken biss ich mir auf die Zunge, ließ mir jedoch nichts anmerken.
"Ihr Name?" fragte ich kurz abgehackt, um für einen Moment das Thema zu wechseln.
"Lily" antwortete sie. Ich wollte ihren Nachnamen wissen, immerhin wollte ich sie nicht duzen!
"Das Dorf ist ein unorganisierter Haufen, wo jeder jeden kennt. Da braucht man keine Nachnamen, daher besitzt dort auch niemand einen." erklärte sie, als hätte sie meine Gedanken gelesen. War er wirklich so leicht zu durchschauen?


Er ließ das Thema ruhen und wendete seine Aufmerksamkeit wieder dem Wesentlichen.
"Wo wohnt der Muskulöse?", fragte er emotionslos.
Ich deutete auf eines der Häuser und meinte spöttisch: "Das sind keine Muskeln, das ist fett." Es war klar, dass er Obelix meinte.
Er nickte nur und war anscheinend damit beschäftigt, seine Gefühle zu verbergen.
"Und der Kleine, mit dieser bemerkenswerten Charaktereigenschaft... wie sagt man gleich...", "Arroganz" fiel ich ihm ins Wort, worauf ich ein belustigtes Schnauben seinerseits hörte.
"Mir scheint, ich habe Sie wirklich unterschätzt" sprach der Cäsar und seiner Stimme war anzuhören, dass er diese Worte ernst meinte.

Ich konnte nur knapp unterdrücken, dass sich ein leichtes Lächeln auf mein Gesicht legte.

"Ihr Druide?" fragte er schließlich, nachdem wir noch einige andere Dorfbewohner durchgegangen waren. Flüssig hatte ich immer auf das Haus des Dorfbewohners gezeigt, nach welchem er gefragt hatte. Doch nun stockte ich.
Miraculix hatte so viel für mich getan, ich konnte ihn unmöglich verraten. Er wäre die erste Zielscheibe der Römer, dass war mir klar. Hätten sie ihn beseitigt, könnten sie das ganze Dorf auslöschen.
Bisher hatten die Römer Miraculix nur entführt, doch würden sie ihn auch töten, wenn sie merkten, dass sie es anders nicht schafften?

Das Zögern war nicht zu übersehen und unwillkürlich regte sich ein Gedanke in mir. Er beschäftige mich mehr, als ich mir selbst gestehen würde. Schnell brach ich ihn ab.

"Der Häuptling", fragte ich weiter, ohne auf ihr Zögern einzugehen. Was sonst hätte ich in dieser Situation tun sollen? 'Sie zu der Antwort drängen, sie dazu zwingen.' gab ich mir gewissermaßen selbst die Antwort.
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