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Das Mädchen im Regen

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Kwai Chang Caine Peter Caine
19.08.2015
09.09.2015
10
22.312
2
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Dieses Kapitel
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09.09.2015 1.031
 
Und hier nun das letzte Kapitel. Vorerst. Denn Teil zwei ist noch nicht fertig. Wird also etwas dauern bis der Teil folgt.

Viel Spaß wünsche ich also!

LG Nyra

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KUNG FU

IM ZEICHEN DES DRACHEN



------Zu Hause------


„MAE!“

Sie sah sich suchend um. War sie gemeint? Sie kannte die Stimme doch, oder?

„MAE LIN!“

Da!
Sie winkte und ging langsam zwischen den anderen Schülern hindurch, auf eine Gruppe junger Chinesen zu, bei denen auch ein junger Afroamerikaner stand. „Nǐhǎo Dao Shan.“, sie schaute in die Runde. „Nǐmenhǎo.“, grüßte sie alle anderen. Zwei der Jungen und eines der Mädchen hoben überrascht die Brauen, musterten sie nun eingehender. Zwei aber, begannen zu tuscheln, bis Dao ihnen einen verärgerten Blick zu warf. Er stieß etwas auf chinesisch aus, das wie ein Fluch klang und sie nahm sich vor, später ihren Vater danach zu fragen, als die beiden anderen Dao scheinbar wiedersprachen.
„Es ist unhöflich über jemanden der anwesend ist, in einer Sprache zu sprechen, die diese Person nicht, oder nur unzureichend vertseht.“, stellte Mae Lin fest und musterte die beiden Kontrahenten ihres Nachbarn eingehend. Diesemal sah der größere der beiden sie direkt an und stieß etwas aus, das nach Ärger und Verwünschung klang. „Und jemanden auf die gleiche Art zu verwünschen ist es erst recht.“, erklärte sie ruhig und sachlich. Was ihr gegenüber dazu veranlasste sie überrascht anzustarren und wieder etwas zu Dao zu sagen.
„Sie ist keine verdrehte Weiße!“, rief er aus und schob sich nun neben sie. „Mae Lin, gehört ebenso hier her wie wir. Sie lebt in Chinatown, sie ist eine Nachbarin und...“
„Das macht sie nicht zu jemandem der hier her gehört. Ihre Augen....“
„Sie ist die Tochter von....“

„Meister Caine.“, unterbrach sie Dao einer plötzlichen Eingebung folgend und beobachtete genau welche Wirkung diese Worte auf die Jugendlichen hatten. Alle starrten sie an, aber nur einer von ihnen schüttelte den Kopf und zeigte ihr einen Vogel. „Ja genau und ich sein Sohn.“
„Sie ist... seine Tochter, geh nach Chinatown, frag unsere Nachbarn.“
„Wir werden sehen.“, antwortete der hochgewachsene Asiate und wandte sich ab. Dao Shan seufzte und blickte sie entschuldigend an. „Mach dir nichts drauß, Senshi und ich... Tamoe haben japanisch- chinesische Wurzeln und er ist allen gegenüber skeptisch die sich gleich gut mit einem von uns verstehen.“
„Aber wieso?“
„Weil wir in einer Kleinstadt aufgewachsen sind und wir dort irgendwie nirgendwo dazu gehört haben. Wir waren nicht weiß, aber auch nicht typisch japanisch, oder chinesisch.“, sie zuckte die Achseln. „Wenn du mich fragst, ich bin es immer gewesen und bleibe es auch: Amerikanerin. Also... Willkommen hier.“
„Danke.“
„In welchem Jahr bist du Mae Lin?“
„Acht. Ich habe gleich Kunst. Kann mir jema...“
„Oh, dann kann dich ja Rica mitnehmen.“
„Deine Schwester?“, sie sah Dao verwundert an, er nickte und rief laut nach ihr, suchend sah er sich um. Kurz darauf entdeckte auch Mae Lin die zierliche Chinesin, die bei ihrem Anblick einen Freudenschrei ausstieß. Die anderen grinsten.

„Du bist ja schon hier!“

„Ja und du kannst dich gleich noch mehr freuen, Rica. Mae hat mit dir Kunst.“
„Oh echt? Komm! Ich stell dich den anderen vor!“, die junge Chinesin zog sie so rasch mit sich, das ihr nur noch blieb Dao und seinen Freunden zu zu winken. Lachend winkten und nickten sie zurück. Mae Lin überließ sich die nächste halbe Stunde ganz Daos kleiner Schwester und ihrer Begeisterung sie ihren Freundinnen und später dem Lehrer Mr. Porter vorzustellen.

xXx


Nach der Schule fuhr sie mit Dao Shan und Rica im ersten Bus zurück nach Chinatown und ließ sich dort auf dem Heimweg von den beiden zeigen, wo sie ihre Schulsachen, abgesehen von den Büchern herbekam. Gerade als sie anfing die Kosten zu überschlagen, um ihren Vater um Geld zu bitten, kam der Inhaber heraus. Dao Shan stellte sie einander vor und Mr. Hoàn bestand darauf, dass sie gleich alles mitnahm was sie brauchen würde. Ihr Vater, oder sie könnten doch in den nächsten Tagen die Rechnung bezahlen. Sie wollte ablehnen, doch der ergrauende Mann wuselte schon los und suchte mit wissender Miene alles zusammen, sie sah hilfesuchend die Geschwister an.
Doch während sie nur kicherte erklärte ihr Dao Shan, dass sie Mr Hoàn wohl kaum überzeugen würde, wo er wie alle anderen hier, ihren Vater viel zu sehr respektierte und ihm dankbar war für all die Hilfe die ihr Vater und Großvater den Menschen zuteil werden ließen. Sie seufzte und gab gegen ihre Überzeugung klein bei.

xXx


Peter betrachtete seine schlafende Tochter. Auf dem Schreibtisch türmten sich die Bücher, welche er noch am Mittag besorgt hatte, daneben lagen die Schuluntensilien, die sie von Mr. Hoàn mitbekommen hatte. Er musste noch immer schmunzeln wenn er daran dachte wie unangenehm es ihr gewesen war. Erst seine Bestätigung darüber, dass es hier ganz normal war, wenn man sich kannte und vertraute, hatten sie beschwichtigt und davon absehen lassen, gleich wieder los zu gehen um den Mann zu bezahlen.

Nachdenklich trat er ans Fenster. Neben Michelles Ordnungssinn, hatte sie scheinbar seinen Gerechtigkeitssinn und ihr Gespür für Menschen. Oder war es das Shaolin Erbe das in diesem Punkt durchkam? Er war nicht sicher und zum zweiten mal an diesem Tag dachte er an seinen Vater. Er wandte den Blick wieder seinem schlafenden Mädchen zu.
Zu gerne hätte er seinen Vater nach all dem gefragt, doch er hatte noch immer keine Ahnung wo er war. Nur, das es ihm gut ging. Denn das spürte er genau. Ich wünschte mir, du wärest hier. Du... hast eine Enkelin, alter Mann.

Peter hob den Kopf und lauschte.
Vater?

Hatte er sich getäuscht?
Für einen Moment... da hatte er geglaubt ihn zu spüren.

xXx

Ein alter Mann betrat den Straßenrand und sah auf das Schild, das sich vor ihm in die Stille Dunkelheit erhob:

Chinatown.

Zu Hause, dachte er und wusste doch nicht, was ihn gerade jetzt, nach all der Zeit dazu gedrängt hatte den Heimweg anzutreten. Doch nun war er fast da. Noch eine Straße und er würde sein altes zu Hause sehen können. Ob sein Sohn dort war? Im Moment schien er sich nahezu zu verstecken. Warum wusste der alte Mann nicht und so fragte er sich, ob ihn sein Sohn wohl schon erwarten würde.



THE END
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