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Girl goes nuts ~ Pairing: Oc x Lysander

Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Lysander
17.08.2015
26.09.2015
4
6.796
 
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17.08.2015 660
 
Miss Braun's Stimme war neben dem steten Kratzen von Kullis auf Papier das einzige zu vernehmende Geräusch im Schulzimmer. Nachdem sie ihre furchtbare Idee mit dem spontanen Diktat der Klasse verkündet hatte waren alle Blicke starr auf das Blatt vor einem gerichtet worden, darauf bedacht kein Wort zu verpassen. Leider blieb es mir verwehrt ein wenig Konzentration zu erhaschen.

Mir war heiss als hätte die Schule über Nacht beschlossen sich in eine Sauna für alte Leute zu wandeln. Und wir Schüler durften nun davon "profitieren". Bereits zuhause, bevor ich mich auf meinen Weg gemacht hatte, hatte ich meiner Mutter von der Hitze in meinem Inneren, zu der sich jetzt langsam aber sicher auch eine gewisse Übelkeit gesselte, erzählt, doch sie ist immer ziemlich voreingenommen bei Krankheiten vor Schulbeginn und hatte mich kurzerhand weggeschickt.

Gerade als ich mir mit dem Handrücken etwas Schweiss von der Stirn wischte, begann meine Lehrerin den nächsten Satz zu diktieren, den ich so natürlich gefliesend überhörte. Genervt unterdrückte ich einen Seuftzer, das würde nur auf mich aufmerksam machen. So unauffällig wie es mir in meiner unangenehmen Lage nur möglich war spickte ich zu meiner Sitznachbarin herüber, um den von ihr zuletzt geschriebenen Satz abzuschreiben. Ohne auf mein eigenes Blatt schauen zu müssen kopierte ich jeden Buchstaben meiner sich konzentrierenden Mitschülerin. Erleichtert, dass ich wieder mit ihr gleichauf war, wante ich meinen Blick geradeaus und erschrack. Das Gekritzel auf meinem Zettel könnte niemals ein Mensch entziffern! Ein einfacher Satz wurde von mir so verunstaltet, dass er eher wie altertümliche Runen aussah.

Ich war verwirrt.
Wieso?
Erneut hob ich meine Hand um mir den Schweiss weg zu wischen, da erkannte ich den Grund für die Schnöckelei. Wie besessen zitterten meine Gliedmassen. Kurz fuhr ich zusammen, da diese Bewegung einfach so unnatürlich anzuschauen war. Ich musste furchtbar aussehen, fiel mir ein. Dass meine Lehrerin mich noch nicht bemerkt hatte lag wahrscheinlich nur an der Tatsache, dass meine Klasse so riesig war und ich auf meinem Platz, ganz in der Mitte des Raumes, schon oft zwischen meinen Mitschülern untergegangen schien.

Mühseelig versuchte ich meine Muskeln anzuspannen, um die Bebungen einzustellen, doch das führte wohl zum gegenteiligen Effekt. Mein gesamter rechter Arm, von der Schulter bis zu den Figerspitzen, zuckte zwei, drei Mal, dann liess ich ohne etwas dagegen tun zu können den Stift fallen. Er kam auf dem Tisch auf, rollte über die Kante und später unter den Stuhl meines Vordermannes.

Doch anstatt mir höflich den Füller zurück zu geben, starrte er mich, ähnlich wie die übrigen Zuschauer in diesem Raum, entsetzt, beinahe schokiert an. Beschämt durch die viele Aufmerksamkeit in meiner misslichen Lage wante ich meine Augen dem Boden zu, bevor ich aufstand um mein Schreibwerkzeug wieder zu erlangen.

Ab da ging es ganz schnell. Ich stand bloss da, als mich eine grosse Welle an Hitze beinahe erschlug. Überrumpelt keuchte ich auf, wobei mein Herz, das Mistding, sich dachte ich hätte gerade einen Triatlon hinter mir und zu rasen begann. Ich zitterte noch mehr und wollte einfach nurnoch meinen Stift und dann heim. Doch anstelle meines heiligen Bettes zuhause, durfte ich den dreckigen Boden küssen, da sich auf einmal das selbe Spiel, wie bei meinem Arme zuvor, mit den Beinen die mich eigentlich tragen sollten wiederholte.

Das Zittern setzte für eine Sekunde aus, drei Zukungen durchfuhren mich und kein Muskel wollte mehr arbeiten. Ich lag auf dem Fussboden als es am Rand meines Blickfeldes auf einmal zu flackern begann und schwarze Punkte sich auf die Hornhaut schlichen. Die letzten Dinge die ich noch vernehmen konnte, bevor mein Gehör begann zu streiken und mich in ewiges Rauschen schickte, waren Stühle die auf den Boden flogen, einige Mädchen, die hysterisch kreischten, eine Lehrerin, die nach einem Arzt rief und eine dumpfe Stimme, weit, weit weg, die so etwas sagte wie: "Sie ist verrückt! Bringt sie weg!".
Dann war alles bunt, später weiss und schlussendlich schwarz wie das Gefieder eines Raben.

Der Anfang vom Elend.
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