Traumfrau(?) für Josh

von MelG99
GeschichteRomanze / P12 Slash
Drake Parker Josh Nichols
17.08.2015
05.03.2017
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Josh schmiss seine Tasche auf sein Bett. Er war total wütend. Schon wieder war der Mittag so verlaufen, wie er ihn sich ganz und gar nicht erhofft hatte. Drake hingegen wirkte ziemlich glücklich. Er hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht. „Hach, Bruderherz, wie schön das Leben doch ist. Findest du nicht auch?“ Er klopfte seinem Bruder auf die Schulter und ließ sich auf das Sofa sinken. Lässig legte er seinen rechten Arm auf die Lehne und schaute zu Josh, der noch immer schweigend vor seinem Bett stand und ihn anfunkelte. „Du sagst ja gar nichts. Was ist denn los?“

Josh seufzte. „Das ist schon der vierte Tag in Folge bei dem ich dich auf ein Mädchen aufmerksam mache, das ich haben möchte...“
„Ja und?“ Drake schien nicht ganz zu verstehen auf was das Gespräch hinaus führte.

Josh half ihm auf die Sprünge. „Du hast sie mir schon wieder vor der Nase weggeschnappt!“ Das war präzise genug. „Wird Zeit, dass du wieder mal eine feste Beziehung hast. Dann kann mir das nicht mehr passieren...hoffentlich“
Drake nickte zustimmend. „Und unter deinen Mädels könnte vielleicht die Richtige für mich dabei sein. Immer her damit.“

„Ja, aber es könnte ja auch die Richtige für mich dabei sein.“, konterte Josh. Er hatte einfach keine Nerven mehr dafür, dass sein Bruder immer alle Mädchen bekam. Irgendwann musste er doch auch mal an der Reihe sein. Irgendwann musste doch auch mal ein Mädchen erkennen, dass er weit mehr drauf hatte, als alle von ihm dachten.

Drake zuckte die Schultern und ging zu seinem Bruder. Er legte ihm den Arm um die Schultern. Seine Augen blitzten auf. „Entschuldige. Wir schaffen es bestimmt auch, dass du jemanden findest. Vielleicht sollte ich dir mal jemanden aussuchen. Klingt das nach einem Plan?“

Josh neigte seinen Kopf zur Seite. So schlecht klang die Idee gar nicht. Aber ob er auch zustimmen sollte? Wer weiß, wen Drake ihm am Ende aussuchte. Er überlegte kurz. „Also gut. Wir können es ja mal versuchen.“
„Sehr gut.“ Drake lächelte. „Dann vertrau meinen Fähigkeiten und lass dich verzaubern.“

Josh nickte knapp. „Aber wehe du vergisst das ganze einfach so und ich warte dann wieder eine halbe Ewigkeit auf ein Lebenszeichen von dir oder einem Mädchen. Wir wissen, wie das letztes mal ausgegangen ist.“

„Keinen Stress. Das wird schon.“

Und auf diese Worte baute Josh. Er wartete einen Tag. Er wartete eine Woche. Er wartete einen Monat. Und einfach nichts geschah... Er hatte einfach die Schnauze voll von der Warterei und von den leeren Versprechungen, die ihm sein Bruder gab. Er beschloss die Sache wieder selbst in die Hand zu nehmen und seinem Bruder vor den Koffer zu scheißen.

Eines Dienstages wollte Josh seinen Bruder gerade zur Rede stellen, als dieser direkt im Kino auf ihn zu gerannt kam. Er strahlte bis über beide Ohren. In seinen Augen funkelte pure Freude „Ich hab sie gefunden.“, begrüßte er ihn und ignorierte dabei, wie finster Josh in anblickte. „Du hast jetzt ein Date mit Monika. Sie sitzt in Kino drei und wartet auf einen dunkelhaarigen, netten jungen Kerl mit Popkorn im Schlepptau.“ Er zückte sein Handy und zeigte einige Bilder von einem hübschen Mädchen. „Sie fährt in ihrer Freizeit gerne Fahrrad und liebt Spaziergänge am frühen Morgen. Sie taucht hin und wieder und lernt unglaublich viel, soweit ich weiß. Sie scheint total auf Naturwissenschaften zu stehen. Total verrückt, oder? Da dachte ich mir, das passt. So zwei Verrückte wie ihr verstehen sich bestimmt.“

Josh wollte auf diese Anmerkung etwas erwidern, doch er konnte nicht. Sein Hals war ganz trocken. Er war überwältigt von den Bildern, die er gesehen hatte und auch von der Beschreibung, die ihm zu Ohren gekommen war. „Sie ist süß.“, bemerkte er schließlich, als Drake sein Handy wieder weggesteckt hatte.
„Nicht wahr?“ Sein Bruder grinste. „Ich musste mich echt anstrengen sie nicht anzubaggern. Aber keine Sorge, als ich erfahren habe, dass sie auf Naturwissenschaften steht, dachte ich mir: neee... Sie ist ganz dein.“ Er zwinkerte.

Josh hob seine Augenbrauen. Er ignorierte das Gerede von Drake und schnappte sich eine Tüte Popkorn. „Danke, Drake.“ Er freute sich auf sein erstes Date seit langem. Er freute sich auf ein Mädchen, welches nicht direkt von Drake als seine „Neue“ bezeichnet wurde. Er freute sich einfach auf einen gemütlichen Kinoabend mit Monika.

Im Kinosaal waren die Lichter noch an. Es waren nur wenig Plätze belegt und so war es auch nicht schwer für Josh, das braunhaarige Mädchen von hinten zu erkennen. Er lief geradewegs auf sie zu und setzte sich neben sie. „Hallo, ich bin Josh.“, sagte er nervös und er war erstaunt, wie fest seine Stimme geklungen hatte, so voller Selbstvertrauen.

Monika musterte Josh mit ihren grünen Augen und lächelte dann. Sie hatte ein wunderschönes, ansteckendes Lächeln. „Hallo, Josh. Ich bin Monika.“
„Freut mich dich kennenzulernen.“ Der nervöse junge Mann reichte ihr die Tüte Popkorn. „Ich habe erfahren, dass du gerne Popkorn isst?“

„Ja, furchtbar gerne, danke.“, erwiderte die hübsche Brünette. Sie griff mit ihren kleinen Händen in die Tüte und aß ein Popkorn nach dem anderen aus ihrer Handfläche. Sie sah wirklich niedlich aus, wie sie so zaghaft nach dem Essen griff. Ihre Hände schienen so winzig. Doch sie waren nicht das einzige an ihr, das winzig war. Sie war generell eine etwas kleinere junge Dame. Josh schätzte ihre Schuhgröße auf 36. Sie hatte eine hellblaue Jeans an und ein rotes Shirt. Ihr Gesicht sah etwas erwachsener aus. Trotzdem wurde sie bei Besuchen in der Disko bestimmt schon öfter gefragt, ob sie denn schon alt genug war. Sie hatte das Popkorn aus ihrer Hand mittlerweile leer gegessen und schielte leicht zu dem Jungen neben sich. Sie lächelte. Dann nahm sie sich noch etwas Popkorn.

Nur wenige Sekunden später wurde das Licht gedämmt und die Werbung wurde abgespielt. Es war die gleiche Werbung wie sonst auch immer. Josh hätte jedes Wort auswendig mitreden können, doch das hätte keinen besonders guten ersten Eindruck von ihm hinterlassen. Er musste erst einmal cool wirken, bevor er sich als Nerd preisgab.Erst jetzt wurde Josh bewusst, welch ein blöder Ort ein Kinosaal für ein erstes Date war. Man konnte sich überhaupt nicht richtig unterhalten und kennenlernen. Man saß zwei Stunden lang nur nebeneinander und teilte sich eine Tüte Popkorn. Das einzige, was Josh an diesem Abend in Erfahrung bringen würde, war, an welchen Stellen Monika lachen oder weinen würde. Je nach dem ließ sich ihr Charakter ansatzweise darstellen. Es kam jedoch alles anders, als geplant...
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