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Don - Entzug

von Klajo
Kurzbeschreibung
GeschichteThriller, Angst / P18 / Gen
16.08.2015
02.05.2018
18
30.817
1
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
16.08.2015 2.135
 
Hallo zusammen =) Ich hoffe, die Geschichte gefällt euch. Es ist schon eine Weile her, dass ich sie geschrieben habe, aber ich habe sie noch einmal überarbeitet. Das Ende fehlt allerdings noch, das muss ich noch schreiben. Ich bin also noch für Ideen und Inspirationen offen ;) Habe zwar einen groben Plan, aber über Input freue ich mich immer sehr.
Lasst mir doch eure Meinung da =)
Liebe Grüße

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DON - ENTZUG


Die Uhr tickte. Ansonsten herrschte vollkommene Stille. Er saß an seinem Schreibtisch, den Blick auf sein Handy fixiert, das auf dem Tisch lag. Daneben befand sich ein halbvolles Glas mit Whisky. Ohne den Blick vom Handy zu nehmen, nahm er das Glas und leerte es komplett. Der Stress der letzten Monate zeigte sich langsam in seiner Erscheinung. Er war unrasiert und dunkle Ringe der Müdigkeit hatten sich unter seinen Augen gebildet. Und das obwohl er normalerweise gar nicht schlecht aussah. Er hatte schwarzes dichtes Haar, das ihm leicht über die Stirn hing. Sein Gesicht war markant, doch die rehbraunen Augen und die vollen Lippen ließen es sehr attraktiv aussehen.
Plötzlich schreckte er auf, als das Handy schrill klingelte. Na endlich! Wurde aber auch Zeit, dass Mohan anrief.
„Don“, meldete er sich. Einen Moment lang lauschte er in den Hörer, legte dann auf, bevor sein Kopf auf die Tischplatte sank.
Das konnte doch alles nicht wahr sein! Schon wieder einen Kunden verloren. Das war schon der dritte für diese Woche! Wenn das so weiterging, dann hatte er bald alle seine Kunden an die Konkurrenz verloren. Dabei war er doch der König. Bisher hatten immer alle nach seiner Pfeife getanzt, doch seit einiger Zeit wurden die Konkurrenten immer stärker. Selbst seine treuesten Gefolgsleute, Narang und Mac liebäugelten schon mit einem Seitenwechsel. Er wusste, dass er ihnen nicht mehr vertrauen konnte.
Zaghaft klopfte es an der Tür, doch er antwortete nicht. Dennoch kam Anita herein.
„So spät noch wach? Willst du nicht ins Bett kommen?“, fragte sie. Nein, er wollte jetzt nicht ins Bett kommen, er musste erst noch eine Lösung finden.
„Geh wieder hoch, Anita!“, herrschte ich sie an.
„Was ist denn los? Ich seh doch genau, dass was nicht stimmt“, versuchte sie ihn weich zu klopfen. Er hasste es, wenn sie das tat, denn sie war die einzige Frau, die das auch schaffte. Sie ging zu ihm und legte ihren Arm um seinen Hals. Dabei strich sie sanft über seine Wange. Einen Moment lang gab er sich diesem schönen Gefühl hin, bevor er wieder zu sich kam.
„Es ist nichts, geh jetzt wieder schlafen.“
„Ja, und ich bin der Weihnachtsmann“, antwortete sie nun etwas schnippisch.
Er gab sich geschlagen. Sie würde ihn ja doch nicht in Ruhe lassen, bevor er ihr nicht erzählt hatte, was war.
„Mohan hat angerufen. Der Deal ist geplatzt. Er kauft den Stoff woanders.“
„Das ist ja schon der dritte diese Woche!“
„Ach nein, echt?! Erzähl mir was, was ich nicht weiß!“, sagte er gekränkt.
Sie fuhr wieder damit fort seine Wange zu streicheln.
„Ach, mach dir deswegen keine Sorgen. Du bist und bleibst der unumstrittene König der Unterwelt. Das legt sich schon wieder. In diesem Business gibt es immer Hochs und Tiefs“, tröstete sie ihn, „Und jetzt komm hoch ins Bett, morgen sieht alles anders aus.“
Dann stand sie auf und ging schon mal vor.
Er blieb noch eine Weile dort sitzen und trank noch ein Glas Whisky. Vielleicht hatte sie ja auch Recht. Vielleicht würde sich tatsächlich schon alles regeln. Zumindest redete er sich das ein, stand auf und ging ebenfalls zu Bett.
Doch Schlaf fand er keinen, zumindest keinen ruhigen. Ständig träumte er verwirrende Dinge. Er sah Seifenblasen vor sich, in jeder jeweils ein anderer Kunde von ihm und nach und nach zerplatzten alle Blasen und er war allein. Ganz allein mitten im Nichts. Dann wachte er mit einem Schreck auf.
Nein, das konnte doch alles nicht war sein. Er musste schnellstens wieder sein Gesicht zurückgewinnen oder er würde untergehen. Er musste schnellst möglich eine Lösung finden und in diesem Falle war ihm alles recht.
Anita regte sich neben ihm.
„Was ist denn los, Don? Kannst du nicht schlafen?“, fragte sie und setzte dabei ein verschmitztes Lächeln auf. Don wusste genau, was sie andeuten wollte, doch er war gerade absolut nicht in der Stimmung und das hatte bei ihm schon was zu heißen.
„Jetzt nicht, Anita. Ich habe gerade echt andere Sorgen“, sagte er barsch.
„Ich kann nicht mehr machen, als dir zu versichern, dass schon alles wieder gut werden wird, aber du glaubst mir ja doch nicht“, antwortete sie ein wenig gekränkt. Er hatte sie noch nie abgewiesen.
„Es wird nicht alles gut werden, ich habe bald keine Kunden mehr! Ich muss handeln, und zwar schnell! Und ich weiß auch schon, was ich tun werde!“
Jetzt sah Anita ihn fragend an, doch er drehte sich nur um und schlief tatsächlich wieder ein. Sie bekam keine Antwort mehr.



Es war schon spät, sein Sohn war noch immer nicht zu Hause. Aber er würde schon kommen. Der Junge hatte schließlich auch seinen Spaß verdient.
In dem Moment hörte er die Tür und danach einiges an Gepolter. Schnell stand Vardhan auf und rannte zur Treppe um seinen Sohn zu sehen. Dieser wankte die Treppe hoch und hielt sich genau neben dem richtigen Treppengeländer fest.
„Was hast du denn wieder alles genommen?“, fragte er seinen Sohn. Wie oft hatte er ihm schon gesagt, er solle die Finger von den Drogen lassen. Wenn er sich mit Alkohol oder vielleicht auch noch mit Haschisch wegsprengte, dann war das ja noch okay, aber warum musste er inzwischen auch zur Nadel greifen?
„Papa? Bist du das?“, fragte der Junge völlig verwirrt.
Es hatte keinen Zweck jetzt  mit ihm zu reden. Also packte Vardhan ihn bei den Schultern und bugsierte ihn in sein Zimmer, wo er auf dem Bett auch sofort einschlief.
Dann ging er wieder in sein Arbeitszimmer, wo er schon zuvor gesessen hatte.
Was sollte er mit seinem Sohn bloß anfangen? Wie konnte er ihn aus dieser Drogenhölle wieder herauskriegen? Irgendwie musste er ihm helfen, soviel stand fest.



Don wachte am nächsten Morgen sehr früh auf und leitete sofort alles für seinen Plan in die Wege. Dafür musste er einige Telefonate tätigen.
Anita bekam eines dieser Gespräche mit.
„Hältst du das für klug?“, fragte sie, gegen den Türrahmen seines Büros gelehnt. Don fuhr zusammen. Er hatte sie gar nicht kommen hören.
„Halt dich da raus!“, war seine mehr als barsche Antwort. Drauf konnte Anita nur die Augen verdrehen.
„Ich weiß ja, dass es bei dir bergab geht und du glaubst, keinen anderen Ausweg zu haben. Aber, Don, mit minderwertiger Droge zu handeln ist noch viel gefährlicher als mit normalen Drogen. So wirst du deine Kunden nicht nur verlieren, sondern sie sogar zu Feinden machen.“
Don, der die ganze Zeit mit dem Rücken zu ihr auf seinen Schreibtisch gestützt gestanden hatte, fuhr nun herum und bedachte sie mit einem eiskalten Blick, der ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ.
„Ich hab gesagt, du sollst dich da raushalten!“
Sie kannte ihn lange genug, um zu wissen, dass man ihn besser in Ruhe ließ, wenn er so drauf war. Sein Blick hatte ihr schon alles verraten. Also machte sie Kehrt und ließ ihn allein.
Im Grunde genommen wusste er ja, dass sie Recht hatte, aber drastische Situationen verlangen drastische Maßnahmen und seine momentane Situation war mehr als drastisch. Es war die einzige Möglichkeit, den Deal mit Mohan doch noch steigen zu lassen.
Für 15 Uhr war ein Treffen vereinbart. Don hatte ihm weisgemacht, dass er den Stoff für eine viel geringere Summe haben könnte. Was er verschwiegen hatte, war dass die Drogen dafür auch bei Weitem nicht die übliche Qualität erfüllten. Es konnte durchaus gefährlich für ihn werden.
Doch wie gefährlich es tatsächlich für ihn werden würde, davon wusste Don in diesem Augenblick noch nichts.
Der Morgen verging wie im Flug. Zum Glück war die Lieferung pünktlich eingetroffen, sonst hätte Don den Deal doch platzen lassen müssen. Als es halb drei war schnappte er sich seine Autoschlüssel und den Koffer mit dem „Heroin“, das eigentlich nur noch aus purem Gift bestand, und machte sich dann auf den Weg zu dem vereinbarten Treffpunkt mitten im Wald. Auf der Fahrt dachte er noch einmal gründlich darüber nach, ob er wirklich das Richtige tat, oder ob er nur aus Angst vor Gesichtsverlust handelte. Doch er kam zu dem Schluss, dass es keine andere Möglichkeit gab.
Mohans Wagen stand schon da, als Don ankam. Langsam stieg er aus, den Koffer fest in seiner Hand. Jetzt ging es darum souverän rüberzukommen und sich nicht anmerken zu lassen, dass man gerade etwas sehr Krummes abzog. Glücklicherweise hatte Don darin eine Menge Erfahrung und wusste genau, dass er sich nicht so leicht verraten würde. Wie oft hatte er schon solche Geschäfte gemacht? Und wie oft hatte er dabei sein Gegenüber schon betrogen? Oft genug. Nur mit minderwertiger Ware hatte er nie gehandelt. Aber darüber durfte er jetzt nicht nachdenken.
Mohan war inzwischen auch ausgestiegen, ebenfalls mit einem Koffer in der Hand.
Ganz locker, als wären sie nur zu einem Picknick verabredet, ging Don auf Mohan zu und schüttelte ihm die Hand.
„Ich nehme an, du hast den vereinbarten Preis dabei?“
„Also hör mal, Don, wie lange machen wir schon Geschäfte?“, fragte Mohan lachend. Auch Don lächelte.
„Na, scheinbar nicht lange genug, sonst hättest du dir keinen Ersatz gesucht.“
„Tja, dein Preis hat einfach nicht gestimmt, aber das hast du dann ja ganz schnell wieder gerade gebogen.“
Er gab Don den Koffer und erhielt im Gegenzug den anderen Koffer.
Beide Männer warfen einen Blick hinein, bevor sie zufrieden nickten und sich verabschiedeten.
Besser hätte der ganze Deal gar nicht laufen können! Natürlich war noch nicht alles geschafft. Aber zumindest ein Kunde der ihm noch geblieben war. Also hatte er nur zwei verloren. Jetzt musste er nur noch schauen, dass seine bisherigen Kunden auch glücklich blieben.
Durchaus zufrieden mit sich machte er sich auf den Heimweg.



Es war genau die gleiche Situation wie vor ein paar Tagen. Vardhan saß alleine in seinem Büro, doch dieses Mal wartete er nicht darauf, dass sein Sohn heimkam. Nein, sein Sohn war schon zu Hause und hatte heute noch nichts genommen. Er hoffte nur, dass das die nächsten Wochen auch so blieb und er endlich von den Drogen wegkommen würde.
Ein dumpfes Geräusch von oben ließ Vardhan hochschrecken. Klang als ob etwas Schweres umgefallen wäre. Das klang gar nicht gut!
Sofort sprang er auf und hechtete die Treppen hoch. Im Bad fand er dann die Antwort darauf, woher das Geräusch gekommen war. Er sah seinen Sohn auf den Kacheln liegen, den einen Ärmel hochgekrempelt, mit einer Spritze in der Armbeuge.
Das durfte nicht wahr sein!
„Nein!“, schrie Vardhan und warf sich auf seinen Sohn.
Doch dann bemerkte er etwas. Sein Sohn war gar nicht tot, er atmete. Wenn auch nur ganz schwach.
Ohne groß nachzudenken, was er tat, richtete Vardhan sich auf, zückte sein Handy und hatte in null Komma nichts einen Krankenwagen gerufen.
Innerhalb von zehn Minuten war dieser auch da und brachte den Jungen ins Krankenhaus.
Vardhan fuhr mit und blieb die ganze Zeit bei seinem Sohn. Er wusste, dass er nichts tun konnte um zu helfen, aber er wollte bei allem dabei sein. Seinem geliebten Sohn durfte einfach nichts passieren! So ungerecht konnte die Welt nicht sein!
Und doch konnte man für diesen Jungen nichts mehr tun. Sein Körper war sofort entgiftet worden, doch die Drogen hatten bereits alles zerstört, was zum Leben notwendig war.
„Mr. DeSilva“, sprach der Arzt Vardhan mit seinem Decknamen an.
„Es tut mir sehr leid. Aber wir konnten für ihren Sohn nichts mehr tun. er ist an den Folgen der Droge gestorben. Doch ich muss ihnen sagen, dass dieses Gift, was ihn getötet hat in gewöhnlichen Drogen gar nicht vorkommt. Er muss sich etwas Minderwertiges gespritzt haben.“
Vardhan hatte nur die Hälfte mitbekommen. Im Moment war er für nichts aufnahmefähig. Alles was in seinem Kopf widerhallte waren die ersten Worte des Arztes…“Wir konnten für ihn nichts mehr tun“…Was sollte das heißen? Sein Sohn war tatsächlich………..tot?
„Mr. DeSilva?“, fragte der Arzt, „Haben sie gehört?“
Ganz langsam wurde Vardhan aus seiner Trance wach.     
„Ich sagte, dass ihr Sohn nicht hätte sterben müssen, selbst wenn er Drogen nahm. Diese Drogen bestanden wirklich nur aus Gift und waren kein herkömmliches Heroin.“
Jetzt hatte es bei Vardan doch endlich Klick gemacht.
Kein normales Heroin? Bedeutete das, dass er vergiftet worden war?
In diesem Augenblick war Vardhan alles egal. Er wollte nur eins: dass die Leute die verantwortlich für den Tod seines Jungen waren dafür bezahlten.
Ohne den Arzt auch nur anzusehen stand er auf und verließ das Krankenhaus.
Der Arzt rief ihm noch hinterher, dass es noch Formalitäten zu erledigen gäbe, doch auch das ignorierte Vardhan komplett.
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