A thousand faces

von Shiv
OneshotDrama, Romanze / P18 Slash
14.08.2015
14.08.2015
1
6939
4
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
A thousand faces

Es begann alles mit einem komischen Gefühl, führte später zu Verlangen und endete schließlich mit einer Lüge, die alles zerstörte.


Es war mittlerweile wieder ein Jahr ins Land gezogen, in dem der Blonde nichts von seinem Partner gehört hatte und langsam begann er sich wirklich Vorwürfe zu machen. Für gewöhnlich passierte das eigentlich nicht sonderlich schnell, doch in diesem Fall war es etwas vollkommen anderes. Seit der letzte große Fall erledigt worden war, kamen kaum noch Aufträge rein und zu tun gab es ebenfalls schon lang nichts mehr, oder zumindest nicht sonderlich viel. Ein paar Mal hatte Barnaby Brooks Jr. mit dem Gedanken gespielt seinen Partner anzurufen, doch aus dieser Sache wurde nichts. Entweder kam ihm immer etwas dazwischen, oder er verdrängte es einfach. Das war nicht gerade das Beste, was er in dieser Situation hätte tun können, doch dies war ihm durchaus bewusst. Nach diesem letzten Streit und dieser grauenhaften Wahrheit brauchte er auf jeden Fall nicht mehr darauf zu hoffen, dass Kotetsu sich bei ihm melden würde. Das hatte er ihm laut und deutlich klar gemacht. Noch immer hatte er das Gefühl, das die Worte in seinem Kopf nachschallen würden. Auch wenn das wirklich unmöglich war, immerhin war dieser Streit nun mittlerweile drei Jahre her. Beide waren sie älter geworden, beide hatten sie versucht, die Zeit totzuschlagen. Dass dies irgendwann keine Option mehr sein würde, wussten beide ebenfalls. Erneut schlichen sich die Worte, die Tiger ihm so unverblümt an den Kopf geworfen hatte, in die Gedanken des Brillenträgers.

„Dann geh! Ich habe keine Lust, nur eine verdammte Lüge in deinem Leben zu sein!“


In diesem Moment hatte Barnaby das alles eigentlich erst bemerkt. Zu spät, wie er nur Sekunden später feststellen musste. Für ihn war das alles anfangs nur ein Spiel. Etwas das die Presse in die Welt gesetzt hatte. Wie sollte es auch anders sein? Niemand vermutete, dass irgendwann auch nur ein einzelner Funken Wahrheit bei der ganzen Sache beiwohnen könnte. Dieser eine Fall war eine dieser Situationen, nur das die Betroffen selbst es nicht wussten. Langsam fuhr sich der blonde durch das Haar. Wenn er ehrlich sein sollte, dann hatte sich nichts verändert. Zumindest nichts, das ihn auch nur im Entferntesten betraf. Bunny lehnte sich in seinen Stuhl zurück und schaltete den Fernseher aus. Dort lief sowieso nichts, das ihn interessierte. Sollte ein Auftrag fällig sein, bekam er einen Anruf, demnach waren die Nachrichten für ihn nicht wichtig. Dennoch gab es einen Grund, warum er dieses schlechte Hobby weiterführte. Die Hoffnung, dass er durch Agnes, Blue Rose oder irgendjemand anderes auch nur eine Information über Kotetsu bekommen könnte, war einfach zu groß. Selbst der größte Teil des Kontaktes zu den anderen, hatte sich vollkommen eingestellt. Zwar verkehrte der blonde noch immer hin und wieder mit Ivan oder besser gesagt Origami Cyclone, doch auch dieser konnte ihm nicht sagen, wo Wild Tiger eigentlich abgeblieben war. Tief in seinem Inneren hatte Bunny eine Vermutung, doch er hatte seine Gründe, warum er dieser einfach nicht nachgehen wollte.

Selbst nachdem er mehrmals darauf angesprochen wurde, hatte er sich noch immer davon fern gehalten. Drei Jahre hatte er es nun geschafft, das vierte hatte gestern begonnen und allmählich fragte er sich, ob sie diesen Kindergarten nicht einfach hinter sich lassen sollten. Kotetsu würde den ersten Schritt keinesfalls machen, dafür hatte er zu sauer geklungen. Aber der klügere gibt nach, so hieß es doch immer, dann hatte Bunny wenigstens einen Grund, bei ihm aufzutauchen. Dennoch ließ der blonde sich genügend Zeit um über das alles nach zu denken. Am heutigen Tag würde er das ganz sicher nicht mehr hinter sich bringen. Selbst wenn er genau wusste, dass dies eine weitere Angelegenheit war, die ihn nachts nicht schlafen ließ. Eine Nacht würde bei drei Jahren, die er bisher mit recht wenigem Schlaf auskommen musste, auch nichts mehr zur Sache tun. Vielleicht würde der ältere ihm aber auch die Tür vor der Nase zuschlagen, vorstellen könnte er es sich. Aber wie jedes Mal, kam es auch hier auf den Versuch an. Jedoch wollte Barnaby nicht länger über all das nachdenken. Das einzige, was er in diesem Moment wollte, war Schlaf. Diesen jedoch, würde er nicht bekommen und das wusste er zu diesem Zeitpunkt gut genug. Allerdings änderte das nichts daran, dass er sich dennoch in sein Bett begab. Dass er noch vollkommen bekleidet war, interessierte ihn in diesem Moment auch nicht mehr. Nur seine Brille hatte er abgenommen und auf den kleinen Nachtschrank gelegt. Schlafen konnte er trotzdem nicht.

Am nächsten Morgen war der blonde beinahe genauso erledigt, wie er sich des Abends ins Bett gelegt hatte. Viel Unterschied hatten diese drei Stunden also auch nicht gemacht. Er hätte es wissen müssen. Aber es war ja auch nicht so, als hätte er es nicht wenigstens geahnt. Wenigstens hatte Bunny in dieser Nacht genug Zeit, um sich über einiges Gedanken zu machen. Zum Beispiel hatte er sich überlegt, diese ganze Sache einfach nur so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Mit diesem Gedanken im Kopf stand der blonde schließlich auch auf und stieg als erstes unter die Dusche. Das Wasser auf seinem Körper zu spüren, war in diesem Moment wie ein Geschenk des Himmels. Leider jedoch, machte ihn dies auch nicht wirklich wach. So viele Stunden musste er mittlerweile daran verschwendet haben, an Kotetsu zu denken, doch es hätte ihn auch einmal interessiert, wie es andersherum war. Wenn die Worte wirklich stimmten, die er zu Bunny sagte, bevor er ihn mit den letzten Worten aus der Wohnung geschmissen hatte, dann sollte er wenigstens hin und wieder einmal an ihn gedacht haben. Das jedoch begann der blonde langsam vage zu bezweifeln. Es konnte ihm eigentlich auch alles egal sein, einen Zweck hatte das alles sowieso nicht.

Nach einer knappen halben Stunde, stieg der blonde wieder aus der Dusche, griff sich ein Handtuch und legte sich dieses auch sogleich um die Hüften, bevor er ein weiteres aus dem Schrank holte um sich damit seine Haare abzutrocknen. Sein nächster Weg führte ihn erst einmal in sein Schlafzimmer, damit er sich die Brille aufsetzen konnte. Immerhin sah er nicht sonderlich viel ohne sie und Kontaktlinsen zu tragen, hatte er noch nie gemocht. Noch immer rannen kleine Wasserperlen über seinen Körper, als er sich an sein großes Panoramafenster stellte und den Ausblick auf die Stadt genoss. Hier oben konnte ihn sowieso niemand sehen. Leicht rieb er sich mit dem Handtuch durch die Haare, während er nach unten sah. Wenn es nach ihm ging, dann hätte er dieses Treffen am liebsten noch so lang wie irgendwie möglich herausgezögert, doch dieses eine Mal wollte er eben nicht auf das hören, was sein Herz sagte. Das hatte er nämlich in den vergangenen drei Jahren getan und geendet hatte es dadurch auch nicht besser. Kurz seufzte er noch einmal und drehte sich schließlich von der Scheibe weg. Auch wenn er noch weitere Stunden nach unten starren würde, würde ihm das sehr wahrscheinlich nichts nützen. Fahren musste er dennoch irgendwann selbst, denn das würde sich wohl schlecht von allein erledigen. Zu schön wäre es gewesen.
Gegen seinen Willen entschloss der blonde sich schließlich dazu, sich fertig zu bekleiden und dann auch schon mit dem Fahrstuhl nach unten in die erste Etage zu fahren. Ohne viel Zeit zu verlieren, holte Bunny seine Autoschlüssel aus seiner Hosentasche und drehte sie wartend zwischen den schlanken Fingern. Er musste zugeben, dass er sich nicht genau vorstellen konnte, wie das Gespräch zwischen den beiden denn ablaufen würde, wenn sie sich dann endlich wieder gegenüber standen. Aber vor allem machte er sich in diesem Moment Gedanken darüber, was wohl passieren würde, wenn seine Theorie sich als falsch entpuppen würde. Erneut wollte er die Sache nicht einfach abtun, als wenn nichts gewesen wäre. Das hatte er vor den anderen bereits zu Genüge getan und langsam störte es ihn wirklich. Verdrängend schüttelte er den Kopf und wartete auf das Geräusch, welches ihm sagte, dass er endlich aussteigen könnte. Dieses ertönte auch nur wenige Sekunden später. Wenn doch nur alles so perfekt ablaufen würde, wie diese paar Sekunden. Doch bei diesem Gedanken durfte er nicht außer Acht lassen, dass sich in diesem Moment alles nur um die Mitarbeit der elektrischen Geräte drehte. Mit festen Schritten trat der mittlerweile neunundzwanzigjährige aus dem Fahrstuhl und passierte die Haupthalle des Gebäudes mit einer angenehmen Schnelligkeit. Wie jedes Mal, wenn er das Gebäude verließ, grüßte er die wenigen Leute, die ihm auf dieser Ebene begegneten und schob schließlich eine Hand in seine Hosentasche. Diese bot kaum Platz für seine Hand, doch das war wohl das letzte, was Bunny in diesem Moment störte.

Schnell entriegelte der blonde seinen Wagen und stieg schließlich auf der Fahrerseite ein. Vorsichtig startete er den Wagen und trat nur leicht auf das Gaspedal. Nur zu gut konnte er sich noch an die Straßen erinnern, die er einbiegen musste, um zu Kotetsu zu kommen. Selbst wenn er versucht hatte, das alles zu vergessen, konnte er es nicht. Aber dass bei dieser Sache irgendetwas nicht stimmte, bemerkte er ebenfalls sofort. Dennoch versuchte er sich innerlich gut zu zureden. Was sollte schon passieren? Er könnte spontan zu einer Mission gerufen werden, oder vielleicht würde er auch vor verschlossenen Türen stehen. Schlimmer konnte es wohl kaum werden. Kurz schüttelte der Brillenträger den Kopf und schaltete schließlich einen Gang höher. Auf einer Schnellstraße konnte man immerhin nicht die ganze Zeit nur fünfzig Kilometer pro Stunde fahren. Abgesehen davon, dass er in diesem Tempo nicht vor heute Mittag bei ihm ankommen würde. Die Fahrt verlief eigentlich wirklich ruhig, das war eine ziemliche Abwechslung zu den normalen Situationen. Dennoch versuchte Bunny nicht weiter darüber nachzudenken und einfach weiter zu fahren. Schwer seufzte er. Dass er derjenige sein würde, der das Schweigen schließlich brach, hätte er nicht gedacht, aber es war nun einmal alles so gekommen, wie es eigentlich niemand je erwartet hätte. Fakt war, dass diese kindische Streiterei endlich einmal enden musste.

Nach einer knappen Stunde, plus Interferenzen auf den Straßen, welche Bauarbeiten und kleinere Staus einschlossen, erreichte Barnaby endlich das kleine Haus, in dem Kotetsu zusammen mit seiner Tochter wohnte. Genauso sollte es eigentlich sein. Der blonde wollte, dass Tiger ein bisschen mehr Zeit mit seiner Tochter verbringt. Vor allem, da er sich immer so sehr darüber beschwert hatte. Aber als Hero war das alles nicht so einfach. Nur eines hatte Bunny wirklich nicht gewollt und das war die Tatsache, dass ihre Beziehung unter dieser Entfernung leiden würde. Geschweige denn wollte er, dass alles so kommt, wie es nun gerade scheint. Das alles war zur Hälfte einfach nur ein großes Missverständnis und dieses galt es nun dringlich, aus dem Weg zu räumen. Langsam schaltete der Brillenträger den Motor aus, löste seinen Gurt und stieg schließlich aus. Je näher er der Tür kam, umso unwohler begann er sich zu fühlen. Wenn er ehrlich sein sollte, dann konnte er sich die ganze Sache selbst kaum erklären. Kurz streifte er sich noch einmal über die rot-weiße Lederjacke, bevor er den Kopf schüttelte. Er brauchte sich nicht so anzustellen, das war eigentlich nur ein ganz normales Gespräch, nicht mehr und nicht weniger. Wenn Tiger ihn schließlich abweisen würde, dann war es seine Entscheidung. Doch das würde der blonde nicht zulasse, bevor er nicht das losgeworden war, was er ihm noch zu sagen hatte. Schließlich drückte er einfach auf das Klingelschild. Zu verlieren gab es nun ohnehin nichts mehr.

Kotetsu vernahm das Klingeln bereits beim ersten Mal, doch er wollte sich nicht von seiner Arbeit abhalten lassen. Er dachte, dass es vielleicht die Nachbar sein könnten, oder vielleicht auch seine Mutter, die nun vom Wocheneinkauf zurückgekehrt war. Wobei zweites eher unwahrscheinlich war, denn sie hatte einen Schlüssel. Kurz schüttelte er den Kopf, wollte eigentlich gar nicht weiter darüber nachdenken und widmete sich einfach dem nächsten Karton. Dieser dürfte dann auch endlich der letzte sein. Dann konnte er zusammen mit seiner Mutter und Kaede einen Neuanfang versuchen, weit weg von Sternbild.
„Willst du nicht an die Tür gehen?“, fragte das kleine braunhaarige Mädchen ihren Vater.
Mittlerweile hatte es bereits zum vierten Mal geklingelt, doch Barnaby wollte auch nicht locker lassen. Er sah Tigers Wagen vor der Haustür stehen, also musste er wohl oder übel Zuhause sein. Der blonde vermutete, dass man ihn vielleicht durch das Fenster gesehen haben könnte und der ältere deshalb nicht öffnete. Mit dieser Vermutung sollte er jedoch falsch liegen.
„Dann mache du schnell auf, ja? Wenn es etwas Wichtiges ist, sage mir Bescheid, dann werde ich mich darum kümmern. Aber denk daran, heute Abend fahren wir bereits.“, meinte der braunhaarige und legte die letzten Familienfotos liebevoll in den Umzugskarton, bevor er auch diesen schloss und ihn etwas von sich schob. Langsam ließ er sich auf das Sofa fallen.

Kaede nickte schließlich und machte sich auf den Weg zur Tür. Beinahe die ganze Wohnung war mit Kartons zugestellt und durch den Flur konnte man gerade noch steigen, wenn man im Parcours geübt war. Für eine Eisläuferin war das jedoch nicht unbedingt ein Problem. Nach dem fünften, oder vielleicht sogar sechsten Klingeln, entriegelte das braunhaarige Mädchen die Tür und öffnete sie schließlich. Im ersten Moment war sie unglaublich überrascht, den blonden zu sehen. Barnaby lächelte die Tochter seines besten Freundes einfach nur an. In ihren Augen konnte man jedoch ganz genau die Zweifel erkennen, die ihr in diesem Moment durch den Kopf gingen. Das Mädchen stemmte eine Hand in die Hüfte und die andere legte sie wieder an die Tür.
„Papa möchte dich nicht sehen! Wegen dir war er lange traurig!“, meinte sie und versuchte Bunny die Tür vor der Nase zuzuschlagen.
Dies jedoch, wusste er durch eine gekonnte Handbewegung zu verhindern. Als Kotetsu diese Worte aus dem Mund seiner Tochter hörte, wusste er sofort, wer vor der Tür stand. In diesem Moment wusste er nicht, auf was er mehr hören sollte. Eigentlich war er wirklich in der Versuchung, aufzustehen, dies jedoch ließ er schließlich doch bleiben. Er konnte sich einfach nicht dazu überwinden. Leicht fuhr er sich mit seinen Händen über das Gesicht.
„Lass mich wenigstens kurz mit ihm sprechen, bitte.“, meinte der blonde schließlich.
Mit einer Hand hielt er die Tür noch immer offen.

Die Tochter seines Partners verschränkte die Arme vor der Brust und versuchte weiterhin die Tür zuzudrücken, doch leider kam sie gegen die Kraft des blonden einfach nicht an.
„Und wofür soll das gut sein? Du machst Papa dann doch nur wieder traurig.“, trotzte das Mädchen und Bunny musste erneut leicht lächeln.
Als er bemerkte wie sie dem Druck gegen die Tür leicht nachgab, ließ auch er locker.
„Ich denke einfach nur, das es nicht falsch sein kann, wenn man dieses Missverständnis aus der Welt schafft.“, erwiderte der blonde augenblicklich und richtete sich seine Brille.
Kotetsu seufzte und stand schließlich auf. Einerseits hatte er wirklich keine Lust mehr darauf, mit Bunny zu reden, doch andererseits kannte er seinen Partner gut genug, um zu wissen, dass dieser eben nicht locker lassen würde. Diesem war ebenfalls nicht entgangen, dass überall Umzugskartons standen. Er war anscheinend gerade noch rechtzeitig aufgetaucht.
„Lass ihn bitte rein, Kaede. Ich möchte mir wenigstens anhören, was er zu sagen hat.“, meinte der brünette.
Er ging auf den Hausflur zu und blieb dort stehen, während seine Tochter eher widerwillig die Tür für den blonden öffnete. Dieser trat auch gleich ein, während Tiger ihm ein kurzes Handzeichen gab, das er mit nach oben kommen sollte.

Schnell benickte der Brillenträger diese Worte und bahnte sich einen Weg durch die Umzugskartons. Er wusste schon jetzt, dass er Kotetsu nicht einfach wortlos gehen lassen konnte. Kaede wartete derweilen im Wohnzimmer. Lang würde es wahrscheinlich nicht dauern, oder zumindest dachte das Mädchen das.
„Warum bist du hier?“, fragte Kotetsu ziemlich kalt.
Er wollte eigentlich nicht so sauer klingen, die ganze Sache war doch nun schon mehrmals verjährt. Dennoch konnte er nicht behaupten, dass ihn die Sache jemals losgelassen hatte. All das geschehenen hatte ihn seit diesen drei Jahren ununterbrochen beschäftigt. Hin und wieder fragte er sich sogar, ob er irgendetwas missverstanden haben könnte, doch immer wieder kam er zu dem gleichen Entschluss. All das konnte kein Missverständnis sein. Dafür war es einfach zu eindeutig.
„Weil ich mit dir reden wollte, ist das so falsch?“, fragte der blonde, nachdem sie endlich in dem Schlafzimmer angekommen waren.
Bunny blieb lieber stehen, als das er sich auf das Bett setzte, wo Kotetsu sich nun niedergelassen hatte. Noch wollte er einfach nur den Abstand wahren. Alles andere wäre viel zu überstürzt gewesen.
„Du hast vielleicht Nerven.“, seufzte der brünette und ließ sich rücklings auf sein Bett fallen.
Leicht lehnte Barnaby sich gegen die Wand und schüttelte den Kopf.

Sollte nicht eher er derjenige sein, der nachtragend agieren sollte? Irgendetwas lief in dieser Situation falsch.
„Ich glaube, du hast da einiges falsch verstanden. Vielleicht hättest du mich damals ausreden lassen sollen, bevor du mich rausgeworfen hast.“, erwiderte der blonde mit einem leichten lächeln.
Nichts weiter, als ein leicht verachtender Laut war von seinem Partner zu hören, doch dadurch ließ er sich nun auch nicht aus der Fassung bringen. Wenn, dann brauchte es schon ein wenig mehr, um ihn aufgeben zu lassen und das würde er niemals zulassen.
„Ich denke nicht, das es da noch etwas falsch zu verstehen gab.“, entgegnete der brünette augenblicklich und legte sich seinen Unterarm auf die Augen und seufzte noch einmal.
„Dein Geständnis hat mich überrumpelt und das ich kurz zuvor noch mit Karina weg war... Das alles war doch ausschließlich für die Presse! Ich wollte das sie aufhören diese Dinge über uns zu erzählen, die absolut nicht der Wahrheit entsprachen.“, konterte der Blonde und hielt sich die Stirn.
Bunny wusste genau, das zwischen ihm und Karina niemals das sein würde, was zwischen ihm und Tiger einmal war. Nur wurde ihm das jetzt erst wieder richtig bewusst.
„Für die Presse... Das höre ich ständig von dir. Du hast tausend Gesichter, Bunny! Eins für die Presse, eins für jeden, der dir begegnet. Sag mir endlich, welches dein wahres Gesicht ist!“, meinte Kotetsu so energisch, das er beinahe brüllte.
Noch konnte er sich jedoch zusammenreißen.

Es wäre schrecklich, wenn Kaede das alles mitbekommen hätte, doch diese war glücklicherweise derweil beschäftigt. Vor wenigen Minuten war auch Kotetsus Mutter vom Einkauf zurückgekehrt und kümmerte sich nun wieder um das Mädchen. Gemeinsam standen sie in der Küche und bereitete zusammen das Mittagessen vor.
„Kaede? Wo ist eigentlich dein Vater schon wieder abgeblieben?“, fragte die ältere Frau, welche nun den Reis aufsetzte.
Das Mädchen zuckte einfach nur mit den Schultern, während sie sich bereits daran machte, ihr zu helfen.
„Papa ist mit Barnaby nach oben gegangen. Sie scheinen sich zu unterhalten.“, meinte das Mädchen und begann sich allmählich wirklich Gedanken zu machen.
Die ältere Frau seufzte schwerfällig.
„Dann sollten wir die beiden wohl in Ruhe lassen, bis es Essen gibt. Das Gespräch scheinen sie wirklich gut gebrauchen zu können.“, erwiderte sie und musste leicht lächeln.
Wer hatte ihr auch die ganze Zeit wegen seinem Partner in den Ohren gelegen? So oft hatte sie Kotetsu geraten, das er sich doch bei dem Blonden melden sollte, doch er war einfach stur geblieben, wollte auf ein Zeichen von ihm warten, hatte aber dennoch versucht ihn anzurufen. Nur hatte sein Partner nicht abgenommen und irgendwann hatte Tiger es verständlicherweise aufgegeben. Anju schüttelte leicht den Kopf. Ihr Sohn war einfach nur viel zu stur. Zum Glück hatte er diese Eigenschaft nur zum Teil auf seine Tochter übertragen. Zwei Sturköpfe in einem Haus wären wirklich zu viel gewesen.

Bunny seufzte. Natürlich verstand er das Problem, welches Tiger hatte nur zu gut. Er konnte es nachempfinden, doch für ihn war das alles auch nicht sonderlich leicht. Der blonde brauchte diese Masken in der Öffentlichkeit und hin und wieder wusste er selbst nicht mehr, welches eigentlich sein wahres Gesicht war.
„Kotetsu-san, das ist alles nicht so leicht, wie du denkst.“, meinte er und ging einen Schritt auf den Brünetten zu.
Leicht richtete sich Tiger auf und legte seine Arme locker auf seine Beine. Den Blick konnte er dennoch nicht auf seinen Partner richten. In diesem Moment konnte Kotetsu es einfach nicht.
„Weißt du eigentlich, was ich für eine verdammte Angst hatte, als du nicht an dein verfluchtes Telefon gegangen bist?“, meinte Tiger schließlich und seufzte schwerfällig.
Barnaby hielt sich den Kopf und hockte sich schließlich vor seinen Partner.
„Hör zu, ich wollte nicht, dass all das passiert. Die Worte, die ich damals gewählt hatte, waren vielleicht nicht gerade die richtigen.“, meinte er schließlich, „Mit Karina war alles abgesprochen. Wir haben uns sozusagen gegenseitig als Alibi engagiert.“
Erneut Durchschnitt ein Seufzen seitens Kotetsus die Luft. Dem Brillenträger war bewusst, dass er ihm nicht auf der Stelle glauben würde. Doch bisher hatten sie es wenigstens einigermaßen geschafft, sich nicht gegenseitig anzuschreien.

Schließlich schüttelte der Brünette den Kopf.
„Du warst derjenige, der meinte, dass all das keinen Sinn hätte. Du hast gesagt, es wäre alles eine Lüge und bei diesem Standpunkt bist du auch geblieben, als ich dir sagte, dass ich mich in dich verliebt habe. Geplant war das ganz sicher nicht, glaube mir. Und wahrscheinlich ist es auch besser, wenn du jetzt gehst. Bald werde ich ohnehin wegziehen, dann hast du dieses Problem nicht mehr.“
Da waren sie wieder. Die Worte, die Bunny das erste Mal vollkommen aus der Bahn geworfen hatten. Auch dieses Mal verfehlten sie die Wirkung auf den blonden nicht. So viel stand fest.
„Auch deswegen wollte ich noch einmal mit dir reden. Überlege dir die Sache mit dem Umzug bitte noch einmal.“, meinte der blonde nun.
Er hatte die Verzweiflung während dieser Worte in der Stimme seines Partners viel zu deutlich vernommen. Das erste Mal konnte er sich wirklich in ihn hineinversetzen. Zwar wusste er selbst nicht, wie es war, seinen Partner für immer zu verlieren, doch jetzt konnte er es sich vorstellen. Nun, da er kurz davor war, dieses Gefühl durchleben zu müssen. Zu spät, viel zu spät kam diese Einsicht, das wurde ihm nun bewusst.
„Warum sollte ich? Du hast gesagt, das das alles nur eine Lüge der Medien ist.“, fauchte der brünette beinahe, doch auch noch etwas anderes schwang in seiner Stimme mit.
Anfangs war es das, aber er hatte es noch immer nicht verstanden. Agnes hatte sie zu früh geoutet, der Zeitpunkt war nicht passend.

Aus Reflex legte Barnaby seine Hände an die Wangen seines Partners, zwang ihn somit, ihn endlich einmal anzusehen. Er suchte nach den richtigen Worten, doch fand er sie einfach nicht. Dann schüttelte er einfach nur den Kopf und sah Kotetsu noch einmal direkt in die Augen. Sanftes grün traf auf braun. Schließlich lehnte er sich einfach zu ihm vor und legte seine Lippen auf die seines Partners. Keine Worte, die er in diesem Moment auch noch verstanden hätte, hätten diese Situation besser erklären können.
„Verstehst du es nun endlich?“, fragte er, als Kotetsu den Kuss löste.
Dieser sah Bunny einfach nur verwirrt an. Verstehen konnte er es ohne Zweifel. Leicht lächelte er seinen besten Freund und Partner an, erwidert bekam er jedoch auch nur einen ziemlich verwirrten Blick. Jetzt hatte er es geschafft. Die Gedanken des braunhaarigen spielten vollkommen verrückt.
„Das ist die Wahrheit. Das ist mein wahres Gesicht unter diesen tausend.“, half Barnaby ihm schließlich auf die Sprünge.
In diesem Moment konnte er Tiger nicht einschätzen, selbst wenn er ihn nun schon so unheimlich lang kannte. Ein lautes Klatschen hallte durch den Raum und ein stechender Schmerz durchfuhr die Wange des Blonden, bevor Kotetsu sein Gesicht in seinen Händen vergrub.

Der Grünäugige fuhr sich leicht mit seiner Hand über die schmerzende Stelle. Es gab keinen Zweifel, dass er diese Ohrfeige verdient hatte, das sah Kotetsu genauso, dennoch verwirrte es den blonden in diesem Moment mehr als alles andere. Allerdings war dies für ihn noch lang kein Grund um zu gehen. Nicht wegen einer solchen Kleinigkeit, über dieses Alter waren sie beide hinweg.
„Warum hast du mir die Wahrheit nicht gleich gesagt?“
Augenblicklich weiteten sich die Augen des Blonden. Hatte er da gerade ein leichtes Schniefen und das Zittern der Stimme des Brünetten vernommen?
„Weinst du?“, versuchte er vorsichtig nachzufragen.
Die Antwort, die Barnaby jedoch von seinem Partner erwartete, kam einfach nicht. Gedanken machte er sich jedoch darüber noch nicht. Tiger wollte in diesem Moment einfach nur nicht zugeben, dass er weinte. Leicht strich er seinem Freund durch das Haar und lächelte ihn an, auch wenn dieser das in dem Moment eigentlich gar nicht sehen konnte. Das jedoch störte ihn in diesem Moment nicht. Vorsichtig nahm Kotetsus Hände von dessen Gesicht. Die Augen hielt er geschlossen, doch man sah dem älteren deutlich an, dass er geweint hatte. Barnaby war sich sicher, dass er erst seine Antwort verlangte und diese wollte er ihm auch nicht länger unterschlagen

Leicht seufzte er. Ein leichtes Lächeln konnte er sich nicht verkneifen.
„Sieh mich bitte an, Kotetsu-san.“, lächelte der blonde, hielt dabei aber die Handgelenke des Brünetten weiterhin umklammert.
Nur langsam sah Tiger zu seinem Partner auf.
„Ich konnte es dir nicht sagen, weil ich es noch nicht wusste.“, begann Bunny nun endlich, „Viel zu spät bin ich mir über diese ganze Situation erst klar geworden und dann konnte ich es dir nicht mehr sagen. Auch aus diesem Grund habe ich deine Anrufe nicht beantwortet. Verstehst du mich jetzt endlich? Du warst die einzige Person, die mein wahres Gesicht je gesehen hat. Mein wahres ich ist nämlich viel zu kaputt um das ich es jemandem zeigen würde, dem ich nicht vertraue. Dieses Vertrauen hast du bisher noch nicht wieder gebrochen.“
Unweigerlich lächelte der Blonde. Kurz rückte er sich die Brille zurecht. Tiger wusste in diesem Moment nicht einmal wirklich, was er eigentlich sagen sollte. Aber wenigstens wusste er jetzt endlich die Wahrheit. Er hatte das, was er die ganze Zeit wollte und jetzt konnte er auch mehr Verständnis für seinen Partner aufbringen, als in den letzten drei Jahren.

Erwartend sah Bunny seinen Freund an, welcher schließlich die Worte benickte, die er gesprochen hatte.
„Danke, Bunny. Ich wusste ja noch nicht einmal, wohin ich eigentlich hätte ziehen sollen.“, meinte Tiger schließlich einlenkend und ziemlich leise.
Augenblicklich begann der Blonde zu lachen.
„Also wirklich, du bist unverantwortlich und unverbesserlich.“
Mit diesen Worten versiegelte der Blonde ein weiteres Mal die Lippen des Brünetten. Diesen Kuss erwiderte der andere sogar. Leicht legte er seine Arme um Bunnys Nacken und zog ihn noch ein wenig näher an sich heran. Dieser hatte ein wenig Probleme, sich im Gleichgewicht zu halten, dennoch schaffte er es schließlich und vertiefte den Kuss noch ein wenig. Vorsichtig stupste er mit seiner Zunge gegen die Lippen seines Partners. Sofort gewährte Tiger ihm Einlass und versuchte um Dominanz zu kämpfen. Dennoch überließ er sie schließlich seinem Partner, nur für dieses eine Mal. Bunny jedoch, sah ganz und gar nicht ein, diese wieder abzugeben. Einmal konnte er sich das erlauben. Nach unendlich lang erscheinenden Minuten, lösten die beiden den innigen Kuss und der blonde lächelte seinen Freund an. Endlich fühlte sich die Spannung zwischen beiden Männern nicht mehr so distanziert an. Leicht erhob sich der Brillenträger und legte seine Hände auf Tigers Schultern. Vorsichtig drückte er ihn zurück in das Bett und setzte schließlich seine Brille ab.

Langsam beugte er sich wieder über den Brünetten und fuhr mit seiner Hand leicht über Kotetsus Brust. Dieser jedoch drückte ihn beinahe reflexartig ein wenig von sich weg. Ein wenig verwirrt blickte Bunny zu seinem Freund herab und fuhr sich durch das Haar.
„Was ist los?“, fragte er leise, beinahe flüsternd.
Leicht hob er eine Augenbraue und hockte sich schließlich auf den Schoß seines Partners. Kotetsu seufzte leicht und schüttelte schließlich leicht lächelnd den Kopf.
„Du sagst zu mir, dass ich unverantwortlich bin, willst aber mit mir schlafen während meine Tochter noch unten ist. Ewig können wir auch nicht hier oben bleiben.“, erwiderte der dunkelhaarige einfach nur.
Prompt in diesem Moment klopfte es an der Tür.
„Papa? Das Essen, was Oma und ich gemacht haben, ist fertig. Barnaby kann auch bleiben, wenn er will.“, hörte man das kleine Mädchen durch die Tür rufen.
Erwartend sah der blonde zu Kotetsu. Wortlos trafen sich die Blicke der beiden.
„Wir haben noch einiges zu besprechen.“, rief Tiger schließlich nach draußen.
Kaede verdrehte leicht die Augen. Wenn sie ehrlich zu sich selbst sein sollte, dann hatte sie sich das alles eigentlich bereits gedacht. Wie selten es doch vorkam, dass ihr Vater sich einmal an jegliche Abmachungen hielt. Sie wollte beim besten Willen nicht behaupten, dass er sich nie an die Abmachungen halten würde, doch das kam der eigentlichen Situation doch schon ziemlich nahe.

Leicht zuckte das junge Mädchen mit den Schultern.
„Wir werden später nach unten kommen. Mit euch muss ich sowieso auch noch einmal reden.“, fügte der Brünette schließlich noch hinzu.
Kaede nickte leicht und bestätigte schließlich einfach nur, das sie Bescheid geben würde. Danach begab sie sich wieder nach unten und versuchte Anju all das zu erklären. Diese jedoch benickte die Worte einfach nur und bot ihr schließlich an, sich zu setzen. Dann würden die beiden Frauen eben allein essen, immerhin war dies nun da erste Mal seit langem. Lächelnd beugte sich Bunny wieder über seinen Partner, um diesen noch einmal zu küssen.
„Meinst du, du schaffst es, leise zu sein?“, hauchte er nach dem Kuss gegen die Lippen des Brünetten.
Dieser lächelte seinen Partner einfach nur an und nickte schließlich leicht. Barnaby war sich nicht ganz sicher, ob er diese Worte für voll nehmen sollte, doch das kam erst einmal auf einen Versuch an. Schnell befreite der blonde sich aus seiner Lederjacke und stieg schließlich von Kotetsu herunter, damit dieser sich wenigstens ein bisschen bequemer hinlegen konnte. Auch der Ältere ließ kaum Zeit, um sich aus seinem Oberteil, welches zurzeit nur aus einem einfachen Hemd bestand, zu befreien. Langsam kletterte Bunny wieder auf das Bett. Vorsichtig kniete er sich zwischen die Beine seines Partners und drückte diese somit noch ein Stück weiter auseinander, bevor er sich auch schon an dem Gürtel seines Freundes zu schaffen machte.

In diesem Moment wollte er einfach keine Zeit mehr verlieren. Zu lang und zu oft hatte er schon darüber nachgedacht. Doch nachdenken allein reichte irgendwann einfach nicht mehr aus. Das alles war schon lang keine Kopfsache mehr.
„Warum so stürmisch, Bunny?“, grinste der Brünette und legte seine Arme um Barnabys Nacken.
Dieser jedoch grinste einfach nur kurz, streifte seinem Freund die Hose von den Hüften und dachte gar nicht daran, ihm zu antworten. Stattdessen beugte er sich einfach zu ihm vor und versiegelte die Lippen des Älteren. Kotetsus Hände streiften durch die blonden Strähnen, fuhren seinen Nacken entlang und begannen allmählich den Körper des Mannes zu erkunden, nach dem er sich nun seit knapp drei Jahren verzehrte. Leicht fuhren seine Fingerspitzen unter den Hosenbund seines Partners. Dieser begann sich leicht gegen ihn zu bewegen und biss sich auf die Unterlippe. Beide konnten kaum noch verbergen, dass sie erregt waren.
„Los komm... Zieh sie aus.“, hauchte Bunny gegen Kotetsus Lippen.
Flinke Finger ließen sich das natürlich nicht zwei Mal sagen und machten sich augenblicklich an dem weißen Gürtel zu schaffen. Schließlich befreite Barnaby sich auch noch aus seinem schwarzen Shirt. Ausnahmsweise ließ er dieses achtlos auf den Boden fallen, bevor er seine Hand schließlich um die Erregung seines Freundes legte. Überrascht keuchte Tiger auf und drückte sich den Berührungen entgegen.

Noch immer konnte er nicht wirklich glauben, dass all das wirklich real war. Doch es fühlte sich zu gut an, um das es ein Traum hätte sein können. Leicht krallten sich seine Hände beinahe automatisch in den Rücken des Blonden. Schließlich ließ er seine Hand zu Kotetsus Eingang wandern. Sanft strich er darüber bevor er sich schließlich leicht in ihn drückte. Er war wirklich bedacht darauf, seinem Partner nicht weh zu tun, doch allmählich begann er sich selbst zu drängen. Dennoch ließ er dem Brünetten Zeit um sich an das neue Gefühl zu gewöhnen. Nach einigen Sekunden und auf Tigers Bitten hin, begann er schließlich seinen Finger in dem älteren zu bewegen und ihn langsam zu dehnen. Erst als er es für richtig hielt, nahm er einen zweiten Finger hinzu und begann sein Tempo etwas zu verschnellern. Die Hand seines Partners hatte derweilen einen Weg an das Glied des Blonden gefunden und begann diesen zu massieren.
„Fühlst du dich bereit?“, fragte Bunny leise und ein wenig keuchend, als er spürte, wie sein Höhepunkt langsam näher rückte.
Er wollte nicht, dass diese Versöhnung so schnell vorbei sein würde. Dafür fühlte es sich gerade einfach viel zu gut an. Von dem Brünetten kam nicht mehr als Antwort, als ein leichtes Nicken. Kurz musste Bunny schlucken. Leicht stützte er sich auf Kotetsu ab und umfasste sich schließlich selbst, nachdem er seine Finger aus dem älteren gezogen hatte. Vorsichtig stieß er sich in ihn und verweilte erst einmal für ein paar Sekunden in der gleichen Position.

Kotetsu musste sich auf die Lippe beißen um ein etwas lauteres Stöhnen zu unterdrücken. Immerhin wollten sie beide nicht, dass gleich irgendjemand ins Zimmer gestürmt kam. Vorsichtshalber lehnte Bunny sich gleich zu seinem Partner vor und küsste ihn leidenschaftlich. Die Küsse unterdrückten das Keuchen zwar nur ein wenig, doch es half schon einmal. Auch für den jüngeren war es in diesem Moment eine große Übung, still zu bleiben. Als Kotetsu sich endlich an die Größe gewöhnt hatte, begann Barnaby endlich, sich zu bewegen. Beiden wurde gleichzeitig heiß und kalt. Die Gefühle waren unglaublich intensiv. Erneut biss sich der blonde auf die Lippe, nur hatte er nicht damit gerechnet, dass Tiger dies nur noch mehr erregte.
„Jetzt komm schon! Ich weiß, dass du es auch nicht mehr aushältst.“, herrschte der dunkelhaarige mit unterdrückter Stimme.
Zu mehr als einem Nicken war nun auch der Grünäugige nicht mehr fähig. Er merkte deutlich, dass er bereits pulsierte und eigentlich wollte er den Spaß noch ein wenig herauszögern. Dennoch begann er sich schließlich in dem Älteren zu bewegen. Diese Enge machte ihn Wahnsinnig und er war kurz davor den Verstand vollkommen einzubüßen. Leicht wischte Bunny sich den Pony aus dem Gesicht. Immer weiter verschnellerte er das Tempo mit dem er in seinen Partner einstieß.

Das Denken beider hatte sich bereits vollkommen ausgeschaltet. Dennoch schafften sie es ihre Stimmen zu zügeln. Gegenseitig trieben sie sich zu ihrem Höhepunkt, doch als Kotetsu schließlich seine Erregung umfasste und diese begann im gleichen Rhythmus zu pumpen, konnten sich beide nicht mehr halten. Ein letztes Mal beugte sich Bunny zu seinem Partner herunter, welcher mittlerweile seinen Handrücken auf seinen Mund gepresst hielt.
„Ich liebe dich.“, hauchte Tiger beinahe atemlos gegen seinen eigenen Handrücken.
Die Augen hielt er geschlossen um die Gefühle intensiver zu genießen, während seine Worte Barnaby zum Höhepunkt trieben.
„Kotetsu-san...!“, keuchte der blonde erstickt, doch in diesem Moment war es auch schon für beide zu spät.
Schwer atmend kamen beide beinahe gleichzeitig zu ihrem Höhepunkt. Bunny konnte sich kaum noch auf den Armen halten, während Kotetsus Hände wieder den Weg in seine Haare fanden. Schließlich ließ er sich einfach auf den Älteren sinken und versuchte erst einmal wieder zu Atem zu kommen. Das alles war nur leichter gesagt, als getan. Beide Männer waren beinahe vollkommen außer Atem.
„Ich liebe dich auch und das ist nicht gelogen.“, flüsterte der blonde, bevor er sich aus seinem Partner zog und sich aufsetzen wollte.

Kotetsu jedoch war in diesem Moment schneller und zog ihn noch einmal in einen intensiven Kuss. Erst danach gestattete er ihm, sich von ihm zu lösen. Mit leicht wackeligen Beinen stand der blonde auf und sammelte erst einmal seine Sachen zusammen.
„Du solltest dich sauber machen und dich anziehen. Sonst macht sich deine Familie Sorgen.“, meinte er schließlich und begann sich schon einmal wieder anzuziehen.
Tiger nickte einfach nur kurz und stand schließlich ebenfalls auf. Er holte sich ein Handtuch aus seinem Schrank und begann sich anschließend auch wieder anzuziehen. Bunny nahm noch seine Brille von Kotetsus Nachtschrank und setzte diese auch gleich wieder auf. Nun mussten sie sich nur noch ein wenig die Haare richten, oder zumindest Kotetsu musste das tun, wenn er nicht allzu sehr nach der Leidenschaft von eben aussehen wollte.
„Bist du fertig?“, fragte der Brünette schließlich, nachdem er nicht mehr ganz so durchstrubbelt aussah.
Barnaby nickte einfach nur kurz und richtete sich seine Brille.
„Dann bin ich mal gespannt, wie du die Sache mit dem Umzug nun erklären willst.“, grinste der blonde.
Der dunkelhaarige wusste jedoch schon ganz genau, wie er die Sache erklären würde.
„Lass das einfach meine Sorge sein.“

Bunny zuckte kurz mit den Schultern und folgte dem Älteren nach unten. Die beiden Frauen waren jedoch bereits mit dem Essen fertig. Dennoch saßen sie noch immer am Esstisch und unterhielten sich über die Schulischen Leistungen, der kleinen Kaede. Kotetsu konnte wirklich stolz auf die Leistungen des Mädchens sein.
„Ach, da ist ja der verschollene Sohn.“, lachte Anju schließlich und wank die beiden Männer an den Tisch.
Tiger kratzte sich leicht verlegen am Hinterkopf und setzte sich anschließend neben Bunny, der sich in der Zwischenzeit bereits gesetzt hatte, an den Tisch.
„Ich habe mich doch nur mit ihm ausgesprochen.“, erwiderte der Brünette.
Leicht zog die ältere Frau eine Augenbraue hoch.
„Das möchte ich hoffen. Konnte sich die Sache klären?“
Schnell räusperte sich Bunny. Er wollte noch nicht, dass er sich vielleicht versprach und dann die ganze viel zu früh ans Licht kam. Immerhin musste er auch einmal an Kaede denken. Es war nicht klar, wie sie auf eine so plötzliche Nachricht reagieren würde. Sicher wäre das in diesem Moment einfach zu viel gewesen.
„Ja, es handelte sich nur um ein Missverständnis. Dennoch ist da noch ein wenig Redebedarf. Wir können aber sicher wieder ohne Probleme zusammenarbeiten.“, wich er der Frage für die beiden auf.
Dabei sah er zu seinem Partner herüber.

Dieser Grinste ihn einfach nur an. Er wusste genau auf was Bunny mit diesen Worten hinaus wollte. Das Spiel konnte er aber genauso gut spielen. Leicht legte er einen Arm um die Schultern seines blonden Partners und drückte ihn ein wenig an sich.
„Genau und das klären wir, wenn wir uns das nächste Mal treffen.“, erwiderte er.
„Ich denke, das lässt sich einrichten. Dann treffen wir uns bei mir.“
Mit dieser Antwort des Blonden hätte Tiger in diesem Moment wirklich nicht gerechnet, doch es sollte ihm eigentlich mehr als Recht sein, wenn er einmal genau darüber nachdachte.
„Aber was wird dann jetzt aus dem Umzug?“, meldete Kaede sich nun zu Wort.
Für einen Moment schien Kotetsu sprachlos, doch er fand seine Besinnung recht schnell wieder. Erneut kratzte er sich am Hinterkopf und lachte leicht verwirrt.
„Also... Ich denke, dass es an der Zeit ist, die Kisten wieder auszupacken?“, meinte er leicht fragend.
Das braunhaarige Mädchen schlug ihre Hände auf den Tisch.
„Das kann doch nicht wahr sein! Ich habe mich in der Schule schon von allen meinen Freunden verabschiedet!“, meinte sie leicht gereizt und stand vom Tisch auf.
Der Braunhaarige wollte ihr nachgehen, als sie sich auf den Weg in ihr Zimmer machte, doch Anju hielt ihn auf.
„Gib dem Mädchen Zeit. Ich weiß, dass du die Wohnung noch nicht einmal gekündigt hast.“, lächelte die ältere Frau schließlich.

Tiger seufzte einfach nur und ließ die Schultern hängen. In diesem Moment begann er schon wieder zu zweifeln, ob er überhaupt ein guter Vater war. Seine Mutter jedoch, erhob sich schließlich ebenfalls aus ihrem Stuhl und ging ein paar Schritte auf ihren Sohn zu. Leicht umarmte sie den Brünetten.
„Ich bin froh, dass wir nicht umziehen müssen, weißt du das?“
Nur zögernd erwiderte der Mann braunäugige die Umarmung.
„Du riechst nach deinem Partner, also versuche mir nichts vorzumachen.“, meinte die ältere Dame gerade so laut, dass Tiger sie verstehen konnte und klopfte ihrem Sohn nach der Umarmung leicht auf die Schulter.
Quittiert wurden diese Worte nur durch einen ziemlich verwirrten Blick seitens Kotetsus. In diesem Moment wusste er wirklich nicht, wie er darauf antworten sollte, deshalb ließ er es lieber einfach sein.
„Und ihr esst jetzt erst einmal etwas. Barnaby kann ja über Nacht bleiben.“, fügte sie schließlich noch hinzu.
Auch wenn keiner der beiden etwas darauf entgegnete, waren sie mit dieser Lösung doch mehr als zufrieden.

___________________________________________

Wie ich zugeben muss, ist diese Geschichte nun auch schon ein wenig älter, aber ich hoffe einfach einmal, das sie einigen von euch gefallen hat. :D
Hiermit wollte ich mich auch gleich noch einmal für nun 5.014 Gesamtaufrufe bedanken, das bedeutet mir wirklich viel und ich freue mich das ihr bis hierher gelesen habt.
Dazu muss ich mich auch noch einmal entschuldigen, es war das erste Mal, das ich aus der dritten Perspektive geschrieben habe. Trotzdem hoffe ich, das es nicht allzu übel geworden ist.
Vielen Dank euch allen,
eure Shiv! :3
Review schreiben