The Art of Writing. (Sherlock X Reader)

GeschichteKrimi, Romanze / P16
Dr. John Watson James "Jim" Moriarty Sherlock Holmes
14.08.2015
14.08.2015
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Notiz der Autorin:
Dies ist eine Sherlock x Reader Geschichte. Für die, denen dieser Ausdruck nicht geläufig ist: Du bist eine der Hauptpersonen! Meistens bedeutet dieses ... x-Reader, dass du in eine kleine Romanze verwickelt wirst. Auch hier ist dies der Fall. Also, wenn du dir schon immer mal vorgestellt hast, wie ein Abenteuer mit dem berüchtigten Mythos ,,Holmes'' aussieht, bist du hier goldrichtig!
Natürlich freue ich mich immer über anspornende Reviews und konstruktive Kritik. Viel Spaß beim Lesen!

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Die Straßen Londons waren durchnässt vom säuerlichen Regen, der seit gut zwei Stunden seinen Weg auf den nassen Beton im Bezirk Mayfair fand. Trotz des klischeehaften Sommerwetters in dieser Stadt tummelten sich viele Menschen auf den Straßen, allesamt eilten sie mit Regenschirmen in den Händen umher. Kein Schirm glich dem anderen, und so schufen die Bewohner Londons ein farbenfrohes Kunstwerk inmitten der grauen, von Dunkelheit durchtränkten Stadt. Die, die keinen Schutz vor dem Regen finden konnten, klammerten sich an ihre überteuerten Pelzmäntel oder benutzten ihre Sakkos als kleines Dach über dem Kopf.
Und inmitten dieses ganzen Schlamassels - oder Kunst, man konnte es sehen wie man wollte - rennst du, ebenfalls durchnässt vom Regen, den kalten Betonboden entlang. Der Regen hatte dich überrascht, und nun eilst du, schneller als es deine hochhackigen Schuhe eigentlich erlaubten, eine kleine Gasse namens ,,Baker Street'' entlang.
Vor einem großen Haus (im berühmten ,,Ziegelstils'' Londons gebaut) bleibst du stehen und streichst dir deine klitschnassen Haare aus dem Gesicht, ehe du einen kleinen Zettel aus deiner Jackentasche hervorfischst. Du kneifst deine Augen zusammen, um die krakelige Schrift, die dein Bruder hatte, zu entziffern:
221C Baker Street, Mayfair, London.
Ja, das war das Haus, in dem du von nun an Leben würdest. Du betrachtest es: Legst den Kopf in den Nacken und ignorierst die vielen Tropfen, die dir ins Gesicht fallen.
Mit einem flauen Gefühl im Magen (du bist bis jetzt noch nie Umgezogen) betrittst du das Haus.
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Drinnen ist es warm, oder jedenfalls wärmer als draußen. Der Sommer in London konnte so wechselhaft sein wie deine Laune, wenn es mal wieder die ,,Zeit in jedem Monat einer Frau'' war. Du wischt dir die Tropfen aus dem Gesicht und gehst die Stockwerke zu deiner Wohnung hoch. Vor der Haustüre angekommen, fällt dir etwas ein.
Genervt stöhnst du und schlägst den Kopf gegen das Holz der Türe.
Wer hatte den Hausschlüssel?
An wen musstest du dich dafür wenden? Du warst hilflos wie ein Kind im Supermarkt, das seine Mutter verloren hatte.

,,Na, so kommst du sicher nicht hinein. Auch wenn du immer schon mit dem Kopf durch die Wand wolltest.''

Schnell drehst du dich um, und noch bevor du registrierst wer hinter dir steht, erkennst du ihn an seiner Stimme.

Dr. John Watson steht vor dir, ein liebevolles Seitenlächeln und ein ausgestrecktes paar Arme, bereit für eine Umarmung, erwarten dich. Ohne zu zögern fällst du ihm in die Arme, vergisst deinen Ärger und lässt dich von ihm wärmen.

,,Hab dich vermisst, Bruderherz.''

Ja, John Watson war dein älterer Bruder, den du über alles liebtest. Ihr zwei wart immer gut miteinander ausgekommen, und als er sich vor fünf Jahren dazu entschieden hatte, auszuziehen und nach Afghanistan zu gehen, hatte es dir das Herz gebrochen. Ein kleiner Teil von dir war mit ihm gegangen.

Er löste sich aus der Umarmung und hielt dich eine Armlänge weg, fasste dir auf die Schultern und betrachtete dich.

,,Es ist viel zu lange her, Keks.''

Keks. Gott, und du dachtest er hätte diesen Spitznamen längst vergessen. Gedanklich reißt du dir die Ohren ab.

,,Nenn mich nicht so, John, du weißt ich hasse es.''

Mit einem drohenden Blick, der so echt war wie die Taschen, die sie im Ausland auf den Straßen verkauften, siehst du ihm in die Augen, während die tropfen weiterhin dein Gesicht hinunterrennen. John wechselt gekonnt das Thema:

,,Brauchst du einen Schlüssel? Mrs. Hudson sollte einen haben. Komm zu mir, ich frage sie.''

Ohne zu wissen, wer diese Mrs. Hudson eigentlich war, folgst du deinem Bruder die Treppe hinunter. Dir wird langsam kalt, bemerkst du, doch du reißt dich zusammen und zwingst dich, nicht zu zittern anzufangen.

Watson öffnet die Türe 221B und bittet dich hinein.
,,Mach es dir bequem!'', brüllt er, als er auf die Suche nach der alten Dame geht.
Dann herrscht totenstille, außer dir scheint niemand anderer hier zu sein. Hatte John nicht erwähnt, er lebe jetzt mit einem anderen zusammen?
In Gedanken verloren setzt du dich auf das sehr bequem aussehende Sofa und holst ein Manuskript aus deiner Tasche hervor.
In Gedanken fällst du auf die Knie und dankst der Erfinderin der Taschen; wäre das Manuskript nass geworden, wärst du verloren.

Du überfliegst es schnell, dann legst du es auf den Tisch. da liegt es also, unvollendet wie ein Kunstwerk da Vincis: Deine neueste Geschichte, ein Kriminalroman, der zwar noch in den Kinderschuhen steckte, aber doch großes Potential hatte, wenn du es nicht versauen würdest. Nach einer Weile des stillen Überlegen stehst du auf, und machst dich auf die Suche nach einem Klo, weil, guter Gott, es schien als hätte der Regen auch deine Blase aufgefüllt.
Nachdem du dich erleichtert hast, gehst du wieder ins Wohnzimmer. Du willst dich aufs Sofa kuscheln, denn jetzt ist dir wirklich kalt. Doch jemand besetzt deinen Platz. Und noch schlimmer: Dieser jemand liest dein Manuskript.
Dein Herz beginnt sich bemerkbar zu machen, schneller als du das möchtest, und stackst zum Mann, der gut 1,90 groß ist. Er hat dich noch nicht bemerkt (das glaubst du), dann stellst du dich vor ihn und schluckst.
,,Äh...e-entschuldigung, aber das...das ist nicht für fremde Augen bestimmt...''
Du wartest auf eine Reaktion, jedoch kommt nichts. Der Mann, der, zugegeben, ziemlich gut aussah, liest einfach ungestört weiter. Etwas verärgert streckst du die Hand nach deinem Werk aus.
Der Fremde hebt die Hand, sodass du nicht drankommst und liest weiter.
,,Das ist gut.'', sagt er schließlich, und seine tiefe Stimme klingt beruhigend und doch herausfordernd zugleich.
,,G-Gib es bitte her!'', protestierst du und schnappst danach, jedoch ohne Erfolg. Wieder bewegt der Mann seinen Arm mit flinker Geschwindigkeit und blättert Seite für Seite weiter. Er steht auf und stellt sich auf das Kissen des Sofas, als du dich auf ihn stürzt. Verärgert wirst du lauter, doch der Mann liest ruhig weiter.
,,Ich hab gesagt...gibs zurück!''
Endlich erhaschst du den Stapel Papier, doch der Leser zieht es genau in dem Moment wieder weg; ein tiefer Schmerz erfüllt deine rechte Hand.
Du lässt von ihm ab und betrachtest sie: Blut rinnt langsam den tiefen Papierschnitt hinunter.
Der schwarzhaarige Mann betrachtet die frische Wunde ebenfalls, jedoch ohne jegliche Emotion. Verstört siehst du ihn an, als er dir Wortlos das Manuskript entgegenstreckt und meint:
,,Das ist gut.''

,,Keks, ich habe den Schlüssel von Mrs. Hud --''

John Watson bleibt abrupt stehen, als er sieht was gerade vor sich geht. Dann seufzt er und fasst sich an die Stirn.
,,Ich sehe du hast schon Bekanntschaft mit Sherlock gemacht.''
Als er die tiefe Schnittwunde sieht betrachtet er seinen Freund mit einem zynischen Blick.
Endlich beginnt der Mann zu reden:
,,Ich wollte es nur lesen. Sie ist selbst schuld. Außerdem heißt es immer noch Consulting Detective Mr. Sherlock Holmes.''
John seufzte erneut und sah zur Decke.
,,Komm Keks, ich zeig dir deine Wohnung.''
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