Anomalien, Saurier und eine Hochzeit

GeschichteAllgemein / P12
13.08.2015
13.08.2015
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Hi, das ist meine erste FF, die ich veröffentliche. Ich hoffe, man sie lesen. Über Kommentare, Kritik und Verbesserungsvorschläge freue ich mich.

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Das Tier, dass sich im Wald versteckte, schleckte sich die Lippen. Es beobachtete seine Beute genau. Es hatte Hunger, großen Hunger. Es stürtzte sich auf seine Opfer. Simon schrie, als seine Freundin Dina von einem riesigen Raubtier angegriffen wurde. Das seltsame Tier riss sie mit seinen Krallen und Zähnen geradezu in Stücke. Eigentlich wollte er hier im Wald ein estspanntes Campingwochenende verbringen. Sie warfen gerade fröhlich ein Frisbee hin und her, als ein Knurren ertönte und die Vögel aufhörten zu pfeifen. Er rannte drauf los, Richtung Waldsee und sprang in das kleine, alte und schon fast zugewucherte Fischerboot, dass am Ufer lag. Das Tier blieb am Ufer stehen. Anscheinend konnte es nicht schwimmen. Simon war total blass geworden und atmete schnell aus und ein. Er versuchte, sich zu beruhigen, als das Boot von einer Welle in die Höhe gehoben wurde. Ein Maul, so lang wie Simon selbst und besetzt mit rasiermesserscharfen Zähnen tauchte neben dem Boot auf. Noch ehe er richtig begreifen konnte, was geschah war er schon ins Wasser gestürtzt. Die riesigen, paddelähnlichen Flossen waren unter ihm in der Tiefe des Sees verschwunden. Für einen Moment glaubte er, der Horror sei vorbei, als zwei Kiefer vor und hinter ihm aus dem Wasser erschienen und sich um ihn schlossen. Er wurde in die Tiefe gezogen.

"Weiß!", "Nein, hellblau!", "Nein, weiß!", "Boah, du gehst mir gerade tierisch auf die Nerven." "Und du mir noch schlimmer mit diesem echt kindisch aussehenden Blauton!" "Ruhe jetzt, verdammt noch mal. Ich kann mich nicht mehr konzentrieren, wenn ihr zwei hier so rumschreit. Macht das doch zu Hause aus!", Jess stand kurz vorm Durchdrehen. Seit bei Abby und Connor die Planung für die Hochzeit in vollem Gange war, gab es im ARC keine friedliche Minute mehr. Die Farbe für die Deko und der Kleider für die Brautjungfern löste beinahe einen Kleinkrieg aus. "Jess, ich weiß, dass wir dir auf die Nerven gehen, aber ich habe nach Feierabend nicht auch noch Lust, mich mit diesem Sturkopf zu streiten!" sagte Abby, mit einem vernichtenden Seitenblick auf Connor. Der schaute sie kurz an, drehte sich um und verschwand in seinem Labor. Mit einem leisen "Gott sei Dank!" drehte sich Jess wieder zu ihren Computern.

Es wurde ein langer und ziemlich langweiliger Tag im ARC. Überhaupt war es in letzter Zeit ruhig um die Anomalien gewesen. Gegen Nachmittag entschied Lester, dass seine Angestellten nach Hause gehen können, wenn sie erreichbar blieben. Abby fuhr mit Connor nach Hause. In der Wohnung der beiden ging der Zoff von heute früh von vorne los, bis sie sich nach über einer Stunde endlich auf einen Kompromiss einigen konnten. Die Deko sollte demnach in weiß gehalten werden, während die Kleider ein zartes Blau haben sollten. "Wann suchen wir eigentlich die Ringe aus?" fragte Connor verdutzt,"Wenn wir noch eine Gravur haben wollen, sollten wir uns langsam darum kümmern." Doch Abby war wie immer auf Zack und hatte schon eine Adresse gefunden. "Ich fand den Namen ganz schön.", sagte sie und zeigte Connor einen Zettel. Der Laden trug den Namen "Juwelier Hope". Connor erklärte sich einverstanden und die beiden fuhren da hin. Sie betraten das Geschäft und sofort kam ein junger, nett aussehender Verkäufer auf die beiden zu. "Wir suchen Ringe für unsere Trauung nächste Woche und möchten sie gerne noch graviert haben." "Kein Problem", sprach der Mann und zeigte ihnen einige seiner Modelle. Einer hatte es Abby sofort angetan."Der sieht wunderschön aus",sagte sie verzaubert zu Connor, der sofort wusste, welchen sie meinte. Schlank, silber und mit einem kleinen Kristall besetzt war er echt schön."Wenn du den willst, nehme ich den etwas breiteren in Mattsilber." Abby lächelte Connor an und gab ihm einen Kuss. Er velor sich in ihren Augen."Ich nehme an, sie haben sich schon entschieden?" Die Frage des Händlers riss ihn aus seinen Gedanken."Ja, ja, haben wir.", stotterte Connor. "Was möchten sie denn eingraviert haben?" "Forever in Love. C+A", sagten die beiden wie aus einem Munde."Gut, ich rufe sie an, sobald die Ringe fertig sind. Und, ihr seid immer noch ein tolles Paar." Connor sah zu Abby, zum Juwelier, dann wieder zu Abby, der inzwischen der Groschen gefallen war, woher sie den Mann kannte. "Lucien?", fragte sie. "Ja, genau der Lucien, den ihr vor ein paar Jahren vor diesen Monstern gerettet habt." Abby erinnerte sich:


Es war nass und kalt um sie herum gewesen. Sie wurde unter Wasser wach und tauchte auf. Sie rief um Hilfe und auf einmal tauchte neben ihr, im selben nassen Gefängnis der Junge neben ihr auf. Er war verschwunden und Cutter wusste, dass es eine Anomalie unter Wasser geben muss. Sie suchten den Jungen und dabei wurde Abby von den Monstern gekidnappt. Nach einigen Stunden kamen Connor und Cutter, um sie zu retten. Sie wurde von einem dieser Wesen durch eine Anomaly verschleppt und auf der anderen Seite wurde sie von Connor gerettet. Er gestand ihr zum ersten Mal seine Liebe zu ihr.


Connor konnte sich nur schwach erinnern, vor allem mit Lucien hatte er bei dieser Geschichte nicht viel zu tun gehabt. "Ich habe die Schule zu Ende gemacht, den Laden meines Vaters übernommen und immer gehofft, euch nochmal zu begegnen, um mich zu bedanken. Danke, dass ihr mich gerettet habt." "Dass ist unser Job, aber trotzdem danke", gab Abby zurück. "Damals habt ihr gesagt, ihr wärt gar kein Paar und jetzt heiratet ihr doch?" "Ja, es hat sich anders ergeben, als es gedacht war, aber dass ist gut so." Lucien nickte und verabschiedete die Zwei. Es war Abend geworden und sie fuhren nach Hause.

Der Mann starte geradezu auf die Leiche und konnte seinen Blick nicht abwenden. Er war hier spazieren gewesen und hatte die Leiche gesehen. Hier war so ein Gebiet, an dem schon seit Jahren keiner mehr gewesen war. Alles war zugewuchert. Bei seinem Spaziergang hatte er einen Wohnwagen entdeckt und sich gefragt, wo die Besitzter waren. Einen hatte er offenbar gefunden. Er kramte in seiner Tasche und suchte sein Handy. Als das Ding endlich gefunden hatte, rief er die Polizei. Ein Streifenwagen traf kurze Zeit später ein und sperrte den Tatort ab. Sie untersuchte die Leiche und fand Bissspuren, konnte sich aber nicht erklären, woher diese kamen. Die Polizei informierte die Regierung und so kam die Nachricht da an, wo man auf sowas spezialisiert war: im ARC.

Lester bestellte die Truppe in sein Büro."Es tut mir Leid, sie stören zu müssen, aber es treiben Dinosaurier ihr Unwesen. In einem Wald außerhalb von London und das wahrscheinlich schon seit Jahren. Dort scheinen nicht viele Menschen hinzugehen. Es wurde eine Leiche gefunden. Zerbissen, zerstückelt und nahezu nicht mehr zu erkennen. Ich möchte, dass sie ihre Zeltausrüstung zusammenklauben und da raus fahren. Und zwar noch heute. Irgendwelche Fragen?", sagte Lester bestimmt. "Ja, hier!", meldete sich Connor,"Wie lange soll das denn dauern, wir haben am Sonntag  Hochzeit." Er sah zu Abby. "Dann sollten sie sich lieber beeilen, Temple.", antwortete Lester ernst. Er schickte die Truppe ohne jedes weitere Wort weg."Na, super. Tagelang mit euch im Wald.", Becker seufzte. Er hatte sichtlich keine Lust. "Ach, komm, das könnte doch ganz lustig werden." Matt war anscheinend besser drauf. Emily zog ein Gesicht, wie drei Tage Regenwetter:"Ich komme in die moderne, komfortable Welt und muss in den Wald ziehen. Super." Jess war zur Gruppe gestoßen. "Manchmal bin ich echt froh, dass ich hier vor meinen Computern bleiben darf.", stellte sie erleichtert fest. Matt war in Aufbruchsstimmung:" Also, Leute, holt eure Sachen, die ihr braucht und kommt mit. Zelte und andere Campingausrüstung haben wir im ARC. Wir treffen uns in einer Stunde in der Tiefgarage."

Eine Stunde später waren alle da. Das Auto war bis zum Rand mit Gepäck und Waffen vollgestopft, die Becker für unentbehrlich hielt. Er hatte die Waffenkammer geradezu leergeräumt. Matt sah sich das Auto an und war nicht so begeistert, was Becker alles eingepackt hatte:"Becker, das ist echt zuviel. Eine Waffe für jeden, zwei als Ersatz und einen Koffer mit Akkus, das reicht." Becker machte sich widerwillig ans ausräumen. "Was haben wir sonst noch so im Auto?", fragte Emily in die Runde. Matt, der alles beaufsichtigte, antwortete sofort:"Zwei große Zelte für uns und das Gepäck, Campingkocher und Geschirr, jeder seine privaten Dinge, fünf Rucksäcke mit einigen Flaschen Wasser, Erste-Hilfe-Kasten und einer Karte, Schlafsäcke und für alle Fälle ein paar Decken. Und nätürlich die Waffen und die Detektoren. Und Dosenfutter." "Na, dann, fahren wir, damit wir am Sonntag wieder hier sind." Connor war voll motiviert und bereit, sich mal zu beeilen. Der Wagen verließ das ARC-Gelände und das Team machte sich auf den Weg in die Wildnis.

Nach einer mehrstündigen Fahrt, die alle, bis auf Becker, verschlafen hatten, kamen sie im Wald an und stellten den Wagen ab. Das Gepäck wurde in die Rucksäcke verteilt und die Gruppe machte sich auf die Suche nach dem Tatort und den Tieren. "Wann sind wir endlich da? Ich habe keine Lust mehr." Wie immer war es Connor, der langsam genervt war. Er schlich nur noch hinterher und stolperte über Äste, Steine und seine eigenen Füße. "Bald. Und jetzt halt die Klappe, sonst binde ich dich an einem Baum fest." Becker war sichtlich genervt und sah so aus, als meine er es ernst. Einige Meilen weiter kamen langsam der Wohnwagen und der See in Sicht. "Ist doch eigentlich ganz schön hier." Die Wanderer schlugen die Zelte auf und richteten eine Feuerstelle zum Kochen ein. Dann sahen sie sich um. Es war ruhig, bis auf die Vögel, die in den Bäumen vor sich hin pfiffen. Es war schon später Nachmittag und so beschloss das Team, die erste Dose Ravioli aufzumachen. Nach dem Essen, bei dem einige Geschichten und Witze erzählt wurden, legte sich das Team schlafen. Emily, Matt und Becker in einem Zelt und Abby und Connor und jede Menge Gepäck im Anderen. Es war ziemlich kalt geworden und deswegen kuschelten sich die beiden eng zusammen. Es war nichts zu hören bis auf das Zirpen der Grillen und das Quaken der Frösche im See.

Der nächste Morgen begann mit Rücken- und Nackenschmerzen, zumindest bei Emily und Connor. Emily war es einfach nicht gewöhnt, woanders zu schlafen, als in einem Bett und Connor hatte sich im Laufe der Nacht zuviel bewegt und war auf ein paar Steinbrocken gelandet. Sein Nacken fühlte sich an, als würde er gleich abbrechen. Abby hingegen war fröhlich aufgewacht und wünschte allen einen guten Morgen. Becker und Matt waren ebenfalls guter Dinge und waren überzeugt, heute bei der Suche nach Tieren erfolgreich zu sein. Nach einem sehr mageren Frühstück aus Müsli- und Schokoriegeln und ein paar Spritzern Wassern ins Gesicht konnte die Suche losgehen. Theoretisch. Keine Anzeichen, keine Tiere. Das Team hatte sich am See niedergelassen und wartete. "Wieso schwimmt da ein Boot?", fragte Abby auf einmal und unterbrach damit die Stille. "Gute Frage.", Matt beobachtete jetzt aufmerksam den See und meinte, eine Bewegung wahrzunehmen. "Leute, ich glaube, das draußen ist was." Becker sah ebenfalls die Bewegung und sah sich um. Er ging zu einer Stelle etwas weiter weg, zog ein zweites Boot und dem Gebüsch hervor und machte einen Vorschlag:" Wir fahren raus auf den See und sehen nach, was es ist. Auf jeden Fall ist es größer als eine Forelle." Becker holte die Waffen und sie stiegen ins Boot.

Einige Meter auf dem See hörten Matt und Becker auf zu rudern. Das Boot lag ruhig im Wasser. Um das Tier auf die Truppe aufmerksam zu machen, sagte Matt:"Abby, Connor und Emily, planscht mit den Armen etwas im Wasser." "Was!? Damit mir das Vieh den Arm abknabbert, oder was?", fragte Connor entsetzt. " "Du sollst das nur so lange tun, bis das Tier herschwimmt. Stell dich nicht so an." Widerwillig streckte Connor seinen Arm ins kühle Nass. Einige Minuten später näherte sich etwas dem Boot. Becker machte gerade seine Waffe scharf, als das Boot auch schon von einer Welle erfasst wurde und zu kentern drohte. Becker und Matt zielten aufs Wasser, doch nichts war zu sehen. Wenige Sekunden später tauchte ein riesiger Kopf aus dem Wasser auf. Becker zielte und traf genau ins Schwarze. Der Saurier wurde durch die EMD ohnmächtig und ging unter. Becker, Matt und die anderen legten ihre Waffen weg. "Das war ein Mosasaurus, oder.", fragte Emily, die so einen Saurier mal in der Datenbank gesehen hatte. Die Anderen nickten. "Das Problem ist damit wohl erstmal gelöst.", stellte Connor zufrieden fest. Der See war wieder ruhig.

Alle schrien durcheinander. Die Paddel waren über Bord gegangen, die Waffen lagen ausgeschaltet im hinteren Teil des Bootes. Eine Welle nach der anderen traf das kleine, wacklige Boot. Emily klammerte sich an der Reling fest, genau wie Abby. Matt lag auf dem Boden und versuchte wieder aufzustehen. Becker versuchte vergeblich, eine der herumrutschenden Gewehre zu erwischen. Sein Arm war ein paar Zentimeter zu kurz. Er Schob sich langsam nach vorne. Fast hätte er eines der EMD`s erwischt, als das Boot sich in die andere Richtung neigte und er Richtung Bug zurückschlitterte. Dabei stieß er nur leider gegen Connor, der an der Reling hing und dem seine Seekrankheit sehr zu schaffen machte. Genauer gesagt war er seit geraumer Zeit dabei, sich zu übergeben. Er konnte sich nicht mehr festhalten und fiel kopfüber ins Wasser. Becker hatte keine Zeit, darüber nachzudenken. Er musste das Gewehr kriegen. Durch das Boot war der Saurier wenigstens von ihm abgelenkt. Der Saurier hielt jedoch kurz inne, als er ein Platschen vernahm. Matt nutzte die Gelegenheit, sprang auf und schnappte sich eine Waffe. Er wollte sie gerade einschalten, als der Saurier sich neben dem Boot blicken ließ und es wieder unbehaglich auf den Wellen schaukelte. Matt zielte auf das Tier, doch der Saurier war schneller und riss ihm das Gewehr aus der Hand. Es öffnete sein Maul und stürtzte sich auf Matt. Er hatte die Augen geschlossen.

Matt öffnete die Augen. Das Tier lag bewusstlos im Wasser. Becker hatte die zweite Waffe in die Finger bekommen und direkt ins Maul des Ungeheuers geschossen. Außerdem war das Boot auf den Wellen ans Ufer gespült worden. Schwer atment stolperte die Besatzung aus dem Boot und ließ sich auf den Boden fallen, um sich zu beruhigen. Nach wenigen Sekunden schrie Abby auf einmal nach Connor. Matt sah sich verdutzt um. Er war nirgends zu sehen. Becker stand die Schuld ins Gesicht geschrieben."Ich habe ihn ins Wasser gestoßen." Abby geriet in Panik, Emily versuchte, ihre Fruendin zu beruhigen. Becker hatte währenddessen Weste und Schuhe ausgezogen und schwamm auf den See hinaus, wo der Saurier aufgehört hatte, zu atmen. Er war erstickt, weil er Wasser eingeatmet hatte. Becker war ein guter Taucher. Er fand sich unter Wasser zurecht und wusste, wo er ungefähr suchen musste. Auf dem Grund des Waldsees waren überall alte Baumstämme verteilt und es wuchsen viele Pflanzen. Hinter einem großen Felsbrocken sah er Luftblasen aufsteigen. Er paddelte so schnell er konnte. Er entdeckte Connor bewusstlos hinter dem Felsen, verschlungen in langen Gewächsen. Becker holte sein Messer aus der Hosentasche und schnitt die Pflanzen durch, dann griff er um Connors Brust und zog ihn zurück zur Oberfläche.

"Hallo, hörst du mich? Wach auf, Connor!" Er schlug die Augen auf und blinzelte in die warme Sonne. Abby fiel ihm um den Hals. "Alles okay. Mir gehts gut. Mir ist bloß ziemlich kalt.", sagte Connor zitternd. Abby wickelte ihn in eine Decke ein und drückte ihn fest an sich. Langsam wurde er ruhiger. Matt kam zu den beiden rüber:"Hey, alles klar bei dir? Bist du verletzt?" Connor verneinte. "Dann ist ja gut. Becker bekommt gerade die Krise, weil er Schuld ist. Was war das für ein Tier?" "Ein Elasmosaurus. Angeblich soll Nessie einer sein." Auf Connors Dinosaurierlexikon hatte des Wasser keinen Einfluss gehabt. Nach dem Abendessen, wo sich Becker ausführlich bei Connor entschuldigte, was dem irgendwie Angst machte( Seit wann gibt Becker etwas zu? Jess hatte einen Einfluss auf ihn!), legte sich das Team schlafen. Morgen wollten sie nach Hause fahren. Das war auch nötig, denn Connor ging es nicht so gut, er zitterte die ganze Nacht und begann zu husten. Abby wärmte ihn, aber ihm wurde immer kälter. Er schien Fieber zu bekommen. Für beide war die Nacht alles andere als erholsam.

Mitten in der Nacht hörte man Schritte im Wald. Der Boden erzitterte in regelmäßigen Abständen. Matt erwachte und geriet langsam, aber sicher in Panik. Er stand auf und weckte Emily und Becker, der sofort die Hände um die Waffe legte. Er verließ das Zelt und sah sich um. Es war nichts zu erkennen. Doch er wusste, irgendwo dort im Gebüsch war etwas. Es ließ sich nicht sehen.

Ein Wesen sprang aus den Büschen auf Becker zu, der gerade am Feuer saß und auf seine Freunde aufpasste. Ihm wurde klar, es gab zwei Anomalien. Er war nicht schnell genug. Es rannte ihn um und riss das Zelt mit sich. Von dem Lärm wurde Abby wach. Sie schob Connor von sich und verließ das Zelt. Sie schrie, als das Vieh auf sie zuhechtete. Es setzte zum Sprung an. Sie sah ihr Ende auf sich zukommen.

Es lag japsend am Boden. Abby atmete stoßweise. Matt hatte geschossen. Und getroffen. Matt sagte zu ihr:"Abby, weck Connor auf. Wir müssen zusammenpacken und abhauen." Abby schlich ins Zelt und rüttelte Connor an der Schulter. Er öffnete die Augen und blinzelte sie an. Abby erschrak. Er sah schlimm aus. "Connor, du musst aufstehen. Da sind Raubsaurier im Wald." Er stand mit zittrigen Beinen auf und kroch aus dem Zelt. Abby packte schnell ihren Rucksack ein und steckte auch Connors Sachen mit rein. Mit einer Decke unterm Arm kam sie auf Connor zu und legte sie um seinen bibbernden Körper. Sie fühlte seinen Kopf. Er glühte regelrecht. Abby machte sich große Sorgen, aber dafür war keine Zeit. "Was ist das für ein Tier?", fragte Becker Connor. Der sah sich das Wesen an. "Wenn ich richtig liege, ist das ein Balaur." "Ein was?!" "Ein Balaur. Ein mit dem T-Rex verwandter Dinosaurier." "Na toll!" Emily stellte sich zu Matt und fragte:"Was machen wir jetzt?" "Wir versuchen, zum Auto zu kommen und dort Schutz in der Nacht zu finden. Morgen suchen wir den Wald nach weiteren Tieren ab. Da die Anomalien anscheinend schon lange geschlossen sind, müssen wir die Tiere leider umbringen." Matt tat sogleich, was er sagte. Der Balaur blieb leblos hinter der Gruppe zurück.

Becker ging voran, mit der EMD im Arm, als letztes ebenfalls Matt mit Gewehr. Emily hielt sich an Matt und dazwischen Abby, die Connor im Arm hielt. Er hustete sich fast die Lunge aus dem Körper. Im Auto musste sie sich dringend um ihn kümmern. Vorsichtig und langsam gingen sie Richtung Auto. Der Weg verlief problemlos und ruhig. Am Wagen angekommen hielten Becker und Matt Wache, während Emily sich etwas ausruhte. Abby kümmerte sich um Connor. Im Erste-Hilfe- Kasten fand sie ein Mittel gegen Fieber und eine Plastikspritze. Sie wusste, dass Connor Spritzen hasste, aber anders ging es nicht. Dann half sie ihm, sich auf die Rückbank zu legen und deckte ihn zu. Sein Husten wurde langsam leiser und er schlief ein. Abby strich über seine schweißnasse Stirn, dann setzte sie sich auf den Vordersitz und beobachtete ihn beim Schlafen. Sie döste ein.

Sie setzte sich erschrocken auf. Ein Schrei hatte die Nacht zerissen. Sie drehte sich um und sah Connor aufrecht sitzen. Er atmete ziemlich aufgeregt. Abby kam zu ihm und streichelte ihm den Rücken. Er war total durchnässt. Abby kramte in ihrer Tasche und zog eines von Connors Shirts hervor. Er zog sich um und legte sich zitternd wieder hin. Abby dachte nur noch daran, dass sie dringend nach Hause mussten. Am Wagen kehrte wieder Ruhe ein.

Am nächsten Tag weckte Becker den Rest auf. Die Gruppe, bis auf Connor, machte sich auf den Weg, um den Wald zu durchsuchen.  Connor schlief weiter auf der Rückbank. "Wie sollen wir denn in dem großen Wald einen Dinosaurier finden?", Emily war ratlos. "Wir werden ihn anlocken, in dem wir ein paar Dosenravioli als Köder auslegen", antwortete Matt. Auf einer kleinen Lichtung im Wald legte das Team den Köder aus und verbarg sich in den Bäumen. Lange mussten sie nicht warten. Ein Saurier näherte sich langsam der Lichtung und ging auf seine Beute zu. Becker feuerte seine EMD ab und traf den Saurier. Er kletterte vom Baum und tötete den Balaur. Er legte das Gewehr weg und betrachtete den Saurier interessiert. Matt rief in Beckers Richtung: "Pass auf. Da ist noch so einer!" Becker reagierte nicht schnell genug. Das Tier erwischte ihn mit seinen Klauen und riss seinen Arm von oben nach unten auf. Becker schrie. Matt klettete hinter dem Saurier vom Baum und schlich sich zum Gewehr. Der Dino war mit Becker beschäftigt, er bemerkte Matt nicht. Der holte das Gewehr und erschoss das Vieh. Dann war es wieder ruhig. Abby und Emily halfen sich gegenseitig beim Runterklettern und liefen auf Becker zu. Abby nahm seinen Arm und sah sich die Wunde an. Becker verzog das Gesicht vor Schmerzen. Die Vier gingen zum Auto zurück, um endlich nach Hause zu fahren.

Zurück beim Wagen legte Abby vorsichtig einen Verband um Beckers Arm. Dann weckte sie Connor, damit er sich aufsetzte, damit die anderen ins Auto passten. Er lehnte sich gegen die Scheibe. Sein Kopf platzte, er hatte wahnsinnige Kopfschmerzen. Dann quetschten sich Abby und Emily auf die Rückbank und Matt lenkte den Wagen Richtung London. Er setzte Becker, Abby und Connor am Krankenhaus ab und fuhr ins ARC und dann nach Hause. Im Krankenhaus wartete Becker mit ziemlichen Schmerzen auf einen Arzt, aber ein paar Stunden später war er zu Hause. Er hatte eine ziemlich hässliche Narbe am Arm. Auch Connor wurde untersucht. Der Arzt sprach mit Abby:" Er hat eine Lungenentzündung, aber es ist nicht sehr schlimm. In ein- zwei Wochen kann er wieder nach Hause." Abby fuhr in die Wohnung und holte ein paar Sachen. Sie setzte sich auf die Couch, aber nickte ein. Sie wachte erst am nächsten Morgen auf, als sie das Telefon hörte. Sie nahm den Hörer in die Hand und hörte verschlafen zu. Es war der Juwelier, dass die Ringe fertig sind. Abby riss die Augen auf. Die Ringe, die Hochzeit, sie hatte nur noch an den Einsatz gedacht die letzten Tage. Morgen war der große Tag und Connor lag im Krankenhaus. Sie wurde traurig bei dem Gedanken, dass die Hochzeit verschoben werden musste. Er hatte sich so gefreut. Abby fuhr los und holte die Ringe ab. Dann machte sie sich auf den Weg ins Krankenhaus. Bevor sie rein ging, holte sie ihr Handy aus der Tasche. Sie hatte eine Idee.

Sie betrat das Krankenhaus und fragte die Frau am Eingang nach Connors Zimmer. Sie ging in den 2.Stock, klopfte an die Tür und trat ein. Abby setzte sich ans Bett und betrachtete ihren schlafenden Verlobten. Wenig später wachte Connor auf und sah sich um. Er bemerkte Abby, die ihn gleich umarmte. "Wie gehts dir?", fragte sie gleich." "Na ja, ich krieg nicht so gut Luft, mein Hals tut weh und mir ist immer noch etwas kalt. Es tut mir leid, Abby." Abby sah ihn verdutzt an: "Was denn?" "Das mit der Hochzeit. Wir müssen sie verschieben. Und bloß, weil ich zu blöd war, mich richtig festzuhalten." " Ach was. Wichtig ist, dass du gesund bist und nicht die Hochzeit. Du bist weder schuld noch blöd." Connor lächelte Abby müde an. Die Tür flog auf und eine Schwester betrat das Zimmer. Sie maß Connors Fieber, es war schon etwas runtergegangen. "Brauchen sie etwas?", fragte sie. "Mir ist kalt. Wenn sie vielleicht...", er gähnte. "Alles klar." Wenig später kam sie mit einer Wärmflasche wieder ins Zimmer. Connor war wieder eingeschlafen. Abby legte die Wärmflasche in sein Bett und ging erst mal nach Hause.

Am Sonntagmorgen wachte Abby auf. Heute hätte sie eigentlich Hochzeitstag. Stattdessen fuhr sie ins Krankenhaus. Aber mit einer Überraschung für ihren Verlobten. Connor ging es schon besser. Er wirkte fröhlich und aufgeweckt, aber die verschobene Hochzeit bedrückte ihn. Gegen Mittag sagte Abby, dass sie mal kurz nach Hause muss. Sie ließ Connor allein. Sie zog sich um und wartete die Anderen. Die Truppe kam herausgeputzt am Krankenhaus an. Matt, Becker und Lester in geschniegelten Anzügen. Emily und Jess in hübschen Kleidern. Am Ende sah sie auch den Standesbeamten. Matt klopfte an die Zimmertür im 2. Stock und öffnete die Tür. "Hi." "Hi, Matt. Was ist los? Du siehst so schick aus." "Du fragst mich, was los ist. Du willst doch heiraten." Die Tür ging ein Stück weiter auf und die Anderen kamen rein. Am Schluss der Standesbeamte und Abby, am Arm von Becker. Er übergab sie an Connor, der über sein ganzes Gesicht zu stahlen begann. Sie war so wunderschön. Ein langes, weißes Kleid und ein langer Schleier kleideten sie hervorragend. Der Standesbeamte fragte zuerst Connor, dann Abby. Sie steckten sich die Ringe an und der Beamte kam zum Ende: "Dann erkläre ich sie hiermit zu Mann und Frau. Sie dürfen ihre Braut jetzt küssen." Das ließ sich Connor nicht zweimal sagen. Er küsste sie leidenschaftlich und lange. "Danke, Abby.", sagte Connor später, als sie allein waren. "Gern geschehen, Liebling." Er küsste sie nochmal.

Eine Woche später durfte Connor nach Hause. Jetzt konnten sie Feier und die Hochzeitsnacht endlich nachholen.