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9 Crimes of a Timebomb

von Graceland
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Magneto / Eric "Magnus" Lehnsherr Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier
12.08.2015
12.08.2015
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Gestern in einer stillen Minute auf dem Handy getippt (also bitte lest über die Tippfehler mal drüber)
Das ist meine erste Story bei X-Men. Ich hoffe, sie gefällt euch :)

***

9 Crimes of a timebomb

https://www.youtube.com/watch?v=VMGh3Ts5-WQ


First Crime

Ich muss gehen.
Weg von hier, weil es besser ist. Besser, wenn ich allein unterwegs bin. Aber du weißt was ich vorhabe. Natürlich.
Du wartest schon auf mich und du sagst mir, dass es ein Wunder sei, dass ich so lange geblieben bin. Das stimmt. Es ist schon viel zu lange. Ich habe schon zu viel Zeit vergeudet.
Aber du stehst jetzt hier. Und willst mich zum Bleiben überreden. Weil du mir zeigen willst, dass ich nicht allein bin, wie du es mir bei unserer ersten Begegnung gesagt hast. Du hast mein Leben gerettet, auch wenn ich das vor dir niemals offen zugeben würde. Und du willst es wieder tun. Dabei verstehst du nicht, dass ich euch retten will, dich retten will.
Denn ich bin eine Zeitbombe. Eine Bombe, die irgendwann hochgehen wird. Und dann werde ich alles in meinem Umfeld zerstören. Auch dich.
Aber du siehst mich weiter aus diesen leuchtenden, blauen Augen an. Mit diesem Blick, diesem Lächeln. Du sagst mir, dass du alles über mich weißt. Also wieso verstehst du nicht, dass ich gehen muss?
Ich will es dir erklären. Aber vor allem will ich, dass du draußen bleibst. Aus meinen Gedanken. Aus meinen Erinnerungen. Damit du nicht siehst, was für ein Monster ich bin. Du hast es gesehen. Du hast alles gesehen. Und trotzdem willst du, dass ich bleibe. Und du willst, dass ich freiwillig bleibe. Nicht, weil du es mir befiehlst, mich dazu bringst, auch wenn du es könntest. Und ich lasse zu, dass du mich dennoch überzeugst. Weil du mir die Wahl lässt, wo es vorher noch nie jemand getan hat. Du lässt mich entscheiden. Deswegen bleibe ich. Weil du mir etwas Hoffnung gibst.

Das war mein erster Fehler.


Second Crime

Ich bin geblieben.
So lange war ich noch nie an einem Ort. Aber du hältst mich hier. Deine Fähigkeiten faszinieren mich. Du kannst sie finden. Sie alle finden. Jeden Einzelnen von ihnen kannst du spüren, ihre Gedanken lesen. Mit diesem Ding werden deine Fähigkeiten verstärkt. Und jetzt sind wir auf der Suche nach ihnen. Nach den Mutanten. Nach unserem Volk.
Ich will dir helfen, weil ich endlich das Gefühl habe dazu zu gehören. Doch es ist schlimmer, als ich gedacht habe: Es gefällt mir.
Die anderen Mutanten interessieren mich nicht. Sie sind nur Kinder, die das alles für ein Spiel halten. Aber für mich ist das kein Spiel und das verstehst du, nur du. Es ist mein Lebenssinn, egal wie sehr du versuchst mich von dieser Bahn abzubringen. Wir sind ein gutes Team. Aber ich glaube, es gefällt mir viel zu sehr. Mit dir durch die Welt zu reisen. Mit dir allein zu sein. Dich besser kennen zu lernen. Und dich lächeln zu sehen, wenn ich mal wieder nicht verstehe, was du mir sagen willst. Du bist wohl zu schlau für mich. Aber das wusste ich schon und es macht mir auch nichts aus. Ich werde nie so schlau sein, wie du. Aber du bist nicht arrogant. Jedenfalls nicht andauernd.
Ich sollte das nicht tun. Ich sollte es nicht mögen Zeit mit dir zu verbringen. Aber ich kann nichts dagegen tun. Rein gar nichts. Die Gefühle werden eher noch schlimmer. Und ich habe es zugelassen.

Das war mein zweiter Fehler.


Third Crime

Du hast mir Schach beigebracht.
Seitdem spielen wir, so oft wir konnten. Und immer öfter gewinne ich auch. Das nervt dich. Ich sehe es dir an.
Es ist schon spät in der Nacht. Wir warten darauf morgen unseren letzten Mutanten zu finden. Und du hast um ein weiteres Spiel gebeten, weil ich dich das letzte Mal geschlagen habe. Du willst eine Chance diesmal zu gewinnen. Aber ich mache es dir nicht leicht. Von mir aus können wir noch die ganze Nacht hier sitzen.
Ich sehe, wie du nachdenklich die Stirn runzelst und überlegst, wie du dich aus dieser Situation retten kannst. Das Spiel ist fast zu Ende. Du hast nicht mehr viele Möglichkeiten. Und es gefällt mir, wie du verzweifelt versuchst einen Ausweg zu finden. Aber es gibt keinen. Eigentlich habe ich schon gewonnen. Schon wieder. Das nervt dich sehr. Aber mir gefällt es.
„Du bist am Zug", nerve ich dich noch ein bisschen weiter.
"Jaja, lass mich überlegen", du beißt dir auf die Lippe und faltest die Hände vor dem Gesicht.
Dann machst du deinen Zug und ich grinse, setze deinen König Schachmatt und sehe dich abwartend und triumphierend an.
"Willst du es nochmal versuchen?", frage ich, aber anstatt zu antworten und um eine Revanche zu bitten, stützt du dich auf dem Tisch an und beugst dich nach vorne.
Ich spüre deine Lippen auf meinen. Und ich weiß, dass ich dich von mir schieben sollte. Aber es fühlt sich zu gut an. Ich lege eine Hand in deinen Nacken und ziehe dich noch etwas zu mir. Und dann ist es wieder vorbei.
Du setzt dich wieder hin und lächelst mich an, während du dir über die Lippen streichst. Sie sind noch röter als sonst und ich würde sie am liebsten noch einmal küssen. Aber ich hätte es schon beim ersten Mal nicht zulassen sollen.
Was willst du von mir? Ich bin ein Monster! Also wieso siehst du mich mit diesem Blick an? Wieso siehst du mich aus diesen schönen, vertrauensvollen, blauen Augen an? Als hätte ich jemanden wie dich verdient. So gutgläubig und stark.
Jetzt räusperst du dich und beginnst das Schachspiel aufzuräumen.
"Wir sollten vielleicht Morgen weitermachen."
Ich habe ja gesagt. Als wäre nichts gewesen. Dabei ist so viel gewesen. Und das alles hätte nicht sein sollen.

Das war mein dritter Fehler.


Fourth Crime

Wieder ist Shaw entwischt.
Wieder ist er mir einen Schritt voraus gewesen. Vielleicht war es nur Pech, sagst du. Aber das glaube ich nicht. Dann hatte ich zu viel Pech in meinem Leben. Nein, es steht immer jemand hinter der großen Macht, die wir Glück und Pech nennen.
Ich bin so wütend und das lasse ich alles an dir aus. Und trotzdem siehst du mich noch mit deinem weichen, verständnisvollen Blick an. Du bist immer noch hier, auch wenn ich dir alles Mögliche an den Kopf werfe, was du gar nicht verdient hast.
Ich sollte dir danken, anstatt dich anzuschreien. Du bist mein einziger Freund.
"Beruhig dich, Erik", sagst du und legst eine Hand auf meine Schulter.
Du willst nur helfen, das weiß ich. Aber Beruhigung ist nicht, was ich jetzt brauche. Ruhe ist nicht, was ich jetzt will. Also drehe ich mich zu dir um, drücke dich an die nächste Wand und nehme mir, was ich will, was ich brauche. Dein süßes, erschrecktes Keuchen ist Musik in meinen Ohren, als ich dich gierig und hart küsse. Härter, als du es verdienst. Man muss sanft mit dir umgehen. Aber das kann ich gerade nicht. Ich weiß nicht ob ich es jemals können werde. Ob ich jemals so mit dir umgehen kann, wie du es verdienst. Dafür bin ich nicht gemacht. Und deswegen bin ich auch nicht der, den du willst. Du weißt es nur nicht. Und deshalb lässt du dich darauf ein. Lässt dich so von mir benutzen.
Du spürst, dass ich es brauche. Dass du das Einzige bist, das ich jetzt brauche. Du bist meine Beruhigung. Ich habe mir schon öfter vorgestellt, wie es ist dich unter mir zu haben. Öfter, als ich sollte. Selbst ein Mal wäre zu oft gewesen. Aber was soll ich schon dagegen tun? Wie soll ich mich wehren, wenn du alles so untertänig mit dir machen lässt? Wenn du mich um mehr bittest. Und mir so deutlich zeigst, wie sehr dir gefällt, was ich mit dir anstelle. Wie soll ich dann aufhören?
Ich habe nicht aufgehört. Ich habe dich benutzt. Aus Wut. Und Frustration. Du hast es genossen. Ich habe es genossen. Mehr als ich dürfte. Ich habe nicht aufgehört.

Das war mein vierter Fehler.


Fifth Crime

Ich habe Raven wohl falsche Zeichen gegeben, habe Andeutungen gemacht, wo keine waren. Trotz der vielen Zeit, die ich mit dir verbrachte, trotz des Trainings, hatten wir nie darüber gesprochen, was in dieser einen Nacht geschehen war.
Du trainierst die anderen. Du machst das auch wirklich gut. Du hast auch mir geholfen und es hat sich schön angefühlt, dich wieder in meinem Kopf zu haben. Das hatte ich seit dieser Nacht nicht mehr. In dieser Nacht, in der du deine Fähigkeiten nicht kontrollieren konntest, weil ich dich vollkommen eingenommen hatte.
Und jetzt komme ich in mein Zimmer und dort liegt Raven. Nackt. Und ich weiß nicht, was ich tun soll. Wie soll ich sie wegschicken? Wie soll ich ihr sagen, dass ich ihren Bruder liebe, wenn ich es dir nicht selbst sagen kann?
Also mache ich ihr weiter Hoffnungen. Weil ich selbst hoffe, dass ich dich dadurch vergessen kann. Dass es so einfach ist. Doch das ist es nicht. Ich fühle mich schlecht danach. Weil ich ihr falsche Zeichen gebe. Weil ich dich belüge und betrüge.
Du wirst es nie erfahren. Sie wird es nicht sagen. Und ich auch nicht. Du hältst dich aus meinen Gedanken raus. Weil ich es so will. Und auch aus ihren. Du wirst es nie erfahren. Du wärst nicht nur verletzt. Es würde dich zerstören. Deswegen darfst du es nie erfahren. Deswegen darf ich dich nie wieder in meinen Kopf lassen. Damit du es nicht erfährst. Nichts von dieser Sache. Nichts von meinen Gefühlen. Nicht einmal, dass ich dauernd an dich denke und von dir träume.
Raven ist etwas Besonderes. Ich bin neidisch. Weil sie dir so nah steht und dich schon so viel länger hat, als ich. Du würdest alles für sie tun. Und für mich auch. Aber das will ich nicht. Dass du dich in Gefahr bringst. Meinetwegen.
Deswegen muss ich es beenden, bevor noch mehr passiert, was ich nicht bereuen kann.
Raven ist gut dafür. Sie ist stark. Sie ist schön. Sie ist außergewöhnlich. Und sie kann ich an meiner Seite sehen. Weil ich nicht an deiner sein kann. Ich benutze sie. Weil ich dich nicht haben kann. Es ist falsch. Und ich weiß es.

Das war mein fünfter Fehler.


Sixth Crime

Wir stehen an diesem Strand.
Und zum ersten Mal wird mir klar, wie unterschiedlich wir wirklich sind. Wie gut und naiv du bist. Sie werden uns nie akzeptieren. Aber du willst es nicht sehen. Du wirst es nie sehen.
Deswegen hast du auch nicht gesehen, dass ich dir das Herz brechen werde. Ich muss. Wie soll es sonst weiter gehen?
Jedoch wollte ich dich nie verletzen. Anstatt dir nur das Herz zu brechen, habe ich dir den Rücken gebrochen. Und trotzdem kann ich nicht bei dir bleiben.
Eine Zeit lang hat das funktioniert, was auch immer wir hatten. Aber jetzt nicht mehr. Wir sind zu verschieden. Zwischen uns liegen Welten. Das wird mir klar.
Du willst nicht mit mir gehen. Weil du nicht einsiehst, was ich längst erkannt habe. Die Menschen werden uns hassen, also wieso hasst du sie nicht auch? So wie ich. Nein, du bist zu solcher Wut und solchem Hass nicht fähig. Das ist vielleicht gut. Aber dann müssen sich unsere Wege hier trennen.
Und ich muss dir nehmen, was du liebst. Ich nehme dir Raven, weil du einsiehst, dass sie zu mir gehört, dass sie meine Meinung teilt. Es schmerzt, zuzusehen, wie du dich von ihr verabschiedest. Ich will sie dir nicht wegnehmen. Sie tut es freiwillig. Und du lässt sie gehen. Weil du sie liebst. Und du lässt mich gehen. Weil du mich liebst. Und ich gehe, weil ich dich liebe.

Das war mein sechster Fehler.


Seventh Crime

Die Aufzugtüren öffnen sich.
Ich weiß nicht, was das alles soll, aber jetzt bin ich verwirrt.
"Charles?"
Dich habe ich hier am wenigsten erwartet. Nach allem, was ich dir angetan habe. Nach all den Jahren.
Das Erste, was du tust, ist mir ins Gesicht zu schlagen. Das habe ich verdient. Auch wenn ich nicht erwartet habe, dass du zu so etwas fähig bist.
Du siehst schlimm aus. Die Haare lang und zerzaust. Der Bart lässt dich aussehen wie ein Penner. Und die dunklen Ringe unter deinen matten, blauen Augen, die früher so schön geleuchtet hatten, tun ihren Rest. Du siehst krank aus. Blass. Und verletzt. Zerstört.
Das war ich. Und es tut mir weh dich so zu sehen. Mein Gesicht tut von deinem Schlag weh, aber mein Herz schmerzt viel mehr. Jedenfalls das Loch, wo einmal mein Herz gewesen war. Doch ich bringe kein Wort der Entschuldigung über meine Lippen. Nichts dergleichen.
Ich bitte nicht um Verzeihung. Denn du wirst sie mir nicht geben. Und das ist richtig. Denn ich habe sie nicht verdient. Nicht deine Güte, nicht deine Freundschaft, nicht deine Liebe.
Endlich hast du eingesehen, was für ein Monster ich bin. Ich will dir alles erklären. Ich will dir sagen, wieso das alles geschehen ist. Ich will dir sagen, dass ich dich vermisst habe. So sehr vermisst. Ich habe oft an dich gedacht, während ich hier eingesperrt war.
Aber ich hätte niemals geglaubt, dass du es sein würdest, der mich aus dieser weißen Hölle befreist. Alle. Nur nicht du. Doch du bist es. Mein Verstand spielt mir keinen Streich. Du stehst vor mir. Du hast dich verändert. Wir beide. Aber du mehr. Das ist nicht gut. Und ich weiß, dass es meinetwegen ist. Weil ich dir alles genommen habe, das du liebst.
Und jetzt werde ich in dein Leben zurückkommen. Und du lässt mich. Aber es wird dir nur wieder wehtun. Ich sehe dir an, dass du auf eine Entschuldigung wartest. Du würdest es nicht zugeben. Dir nicht einmal selbst eingestehen. Aber du wartest darauf. Und ich gebe sie dir nicht. Wieder gebe ich dir nicht, was du brauchst, was du verlangst und was du verdienst.

Das war mein siebter Fehler.


Eighth Crime

Du bist gefangen in diesem Flugzeug.
Mit mir. In einer Kiste aus Metall. Mit mir. Das gefällt dir ganz und gar nicht.
Und was tue ich? Ich mache es noch schlimmer. Weil ich bei dir sein will. Bei dir sein muss. Ich brauche dich. Jetzt noch so viel mehr als vor zehn Jahren. Ich habe es eingesehen. Jetzt, wo du mich nicht mehr willst. Wo du mich hasst.
Die Menschen, die uns jagen, uns abschlachten. Sie hasst du nicht, sie verteidigst du, ihnen vergibst du immer wieder. Also wieso nicht mir?!
Ich habe es geschafft. Ich habe mich entschuldigt. Und dir ist es egal. Weil du jetzt siehst, wer ich wirklich bin. Und das ist mir jetzt egal. Weil ich mit dir hier festsitze, so nah und doch nicht nah genug.
Weder Logan noch Hank sollen es merken. Das werden sie nicht, weil du leise sein wirst. Weil du es über dich ergehen lassen wirst. Weil du es still genießen wirst, ohne mir das jemals zu sagen. Denn du hast es auch vermisst. Du hast auch vermisst, was wir hatten. Und durch diese Nähe bekommen wir beide etwas von unserem alten Leben zurück.
Vor unserer Trennung. Vor dem Einschlagen dieses dunkles Pfades. Ich wurde dorthin geleitet, als ich klein war. Mir hat man damals keine Wahl gelassen. Mich hatte man zu einem Monster gemacht. Aber du solltest nie in die Dunkelheit kommen, nie auf diese Bahn geraten.
Ich rieche den Alkohol und diese seltsame Droge, die dein Gehirn abschaltet, wenn ich dich küsse. Überall küsse. Nur an deine wunderschönen, roten Lippen traue ich mich nicht. Das würdest du mir auch nicht erlauben.
Wieso hast du das getan? Ich habe dich bewundert. Ich habe deinen brillanten Verstand bewundert. Deine Kraft. Die Stärke deines Geistes. Du hast mich damals geführt. Du hast mir Kraft gegeben. Hast mir gezeigt, wie ich ohne Wut meine Gabe nutzen kann. Und dann schmeißt du deine eigene einfach weg. Ertränkst sie in Drogen und Alkohol. Dein ganzes Leben.
Ist es dir deswegen egal, was ich mit dir anstelle? Wehrst du dich deswegen nicht? Ich wünschte du hättest es getan. Ich wünschte du hättest mich wieder geschlagen. Aber du hast es zugelassen. Dass ich dich wieder benutze. Wieder aus Wut. Wut auf mich selbst. Du warst immer die Ruhe, die ich brauchte. Aber jetzt bist du genauso zerrissen und kaputt wie ich. Und das habe ich ausgenutzt. Eiskalt ausgenutzt.
Weil ich nicht anders konnte. Weil ich mich nicht von dir fernhalten konnte.

Das war mein achter Fehler.


Ninth Crime

Ich habe dich zerstört.
Ich habe dich benutzt, seit wir uns kennen. Ich habe dich beschimpft, habe dir wehgetan und doch warst du immer da, du bist immer geblieben.
Ich wollte dich an meiner Seite. Ich wollte dich immer. Aber ich habe dich belogen und betrogen.
Ich habe dich verlassen, dich verletzt und dir alles genommen. Raven. Deine Beine. Und ich habe dir nie gesagt, wie sehr ich dich liebte. Wie sehr ich dich immer noch liebe.
Ich habe nie um Verzeihung gebeten. Ich habe dich nie behandelt, wie du es verdienst. Man sollte liebevoll sein, sanft. Doch du hast mich gewählt. Und ich bin dazu nicht fähig.
Du hast mir Kraft gegeben. Deine Hoffnung hat mich hoffen lassen. Du hast mir eine Familie gegeben, Liebe gegeben. Und ich danke dir dafür. Doch statt dich zu lieben, statt dir ewig zu danken, habe ich dich zerstört.
Ich wusste von Anfang an, dass ich dir das Herz brechen würde. Irgendwann. Ich habe mich nicht von dir fern gehalten. Ich habe nicht aufgehört. Ich habe zugelassen, dass du dich in mich verliebst. Dass ich mich in dich verliebe.
Aber, Charles, ich bin eine Zeitbombe. Und ich wusste, dass ich alles zerstöre, das in meiner Nähe ist. Ich verliere alles, was ich liebe. Meine Mutter. Und nun dich. Das ist mein Schicksal.
Ich habe dich verloren.
Und ich habe es nicht verdient, dass du mir immer weitere Chancen gibst.
Du hast es nicht verdient, dass du immer wieder sehen musst, wie ich dich verlasse. Du hast nicht verdient immer wieder Abschied nehmen zu müssen.
Aber trotzdem sind wir jetzt wieder hier. Und ich weiß, dass du meine Gedanken liest. Deswegen denke ich an all das zurück. Weil du wissen sollst, was ich dir angetan habe.
Denn, Charles, ich bin eine Zeitbombe. Und ich bin neben dir hochgegangen. Ich habe dich zerstört.

Das war mein neunter Fehler. Ein Verbrechen, für das ich niemals bestraft werde. Doch ich werde mich ewig selbst dafür strafen. Jeden Tag. Weil ich dich verloren habe. Weil ich dich zerstört habe.

"Goodbye, old friend."
Du siehst mich an und es ist so viel Enttäuschung in deinem Blick, an Hank geklammert, damit du stehen kannst.
Sieh es ein, ich war nie der Richtige für dich. Ich werde es auch nie sein.
"Goodbye, Erik."
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