Spuren

von Earthling
GeschichteMystery, Thriller / P12
Engel & Dämonen Fabeltiere & mythologische Geschöpfe
11.08.2015
02.11.2015
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Der Alex schreibt mal wieder.

Die im  Lauf der nächsten Monate hier erscheinende Geschichte ist mein erstes längeres Projekt, welches mit Fug und Recht als Originalwerk betrachtet werden darf. Bisher wird  hier nur der  Prolog zu lesen sein. In etwa zweiwöchigen Updates auch die weiteren Kapitel.

Ich wünsche vor allem anderen viel Vergnügen!



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Regen peitschte ihr ins Gesicht, als Monty Ellis über die Brücke rannte. Es war kurz nach ein Uhr morgens und trotz des schlechten Wetters waren allerhand Nachtschwärmer und Feierwütige unterwegs, die nach Beginn der Sperrstunde den Heimweg antraten, um dort weiterzutrinken. Mit dem Taxi wäre sie zwar trocken geblieben, aber so ging es um diese Uhrzeit schneller. Bis sie eines der Fahrzeuge herangewunken und sich ins Zentrum durchgequält hätte, wäre es sowieso zu spät gewesen.
Sie stieß betrunken torkelnde Männer und leicht bekleidete Frauen zur Seite und murmelte jedesmal eine Entschuldigung, die für die Passanten eher wie ein Knurren klang. Regennass klebte ihr Haar an ihrer Stirn. Wasser lief ihr über die vor Anstrengung zusammengezogenen Brauen und in die Augen. Mit einer hastigen Bewegung wischte sie ihr Gesicht ab. Sie konnte es sich nicht leisten, zu viel Zeit zu vergeuden. Sie konnte es sich nicht leisten, zu stürzen und sich zu verletzen. Sie konnte es sich nicht leisten, zu spät zu sein.
Als Monty scharf um eine Häuserecke bog und in eine Pfütze trat, spritzte Wasser aus dem Rinnstein auf. Sie strauchelte, konnte ihr Gleichgewicht aber halten. Der Gedanke an Erics Stimme am Handy lies neues Adrenalin durch ihren Körper strömen und sie beschleunigte noch einmal, obwohl ihre Lungen bereits vor Anstrengung brannten. Was hatte er gesagt? Sie sind hier.
Dieser eine Satz... er hatte eine Wirkung auf sie gehabt, wie sie nicht einmal eine geladene, auf ihre Stirn gerichtete Pistole erzielen könnte.
Sie war gerade in der Küche gewesen, als der Anruf kam. Wollte sich Nudeln mit Krabben kochen. Den Feierabend und das lange Wochenende genießen. Das war nun vorbei; wirkte ewig weit weg. Jetzt zählte jede Sekunde. Keuchend eilte sie die lange, schmale Straße entlang. Es war nicht mehr weit. Vielleicht konnte sie das Schlimmste noch verhindern. Im Laufen schoss ihre Hand an den Gürtel. Sie hatte die Waffe nicht verloren. Gut. Trotz allem hoffte Monty, nicht von ihr Gebrauch machen zu müssen.

Am Ende der Straße war eine niedrige Mauer, hinter der Mülltonnen standen. Mit einem kräftigen Sprung wollte sie an den oberen Rand gelangen und hinüber klettern, da hörte sie das Krachen einer zerberstenden Fensterscheibe. Sie hing mit beiden Händen an der Mauer, die Füße einen halben Meter über dem Boden, und spürte, wie ein paar Glasscherben über sie hinweg fegten. Gleichzeitig hörte sie ein Geräusch irgendwo zwischen Jaulen und Knurren und wie etwas schweres erst auf den Mülltonnen und dann auf den Pflastersteinen landete. Mit brennenden Armen zog sie sich soweit über die Mauer, dass sie sehen konnte, was geschah. In der Dunkelheit konnte sie schwach die Schemen zweier sehr großer Hunde ausmachen, die sich ineinander verbissen hatten. Einer von ihnen hatte silbriges Fell.
Ich bin zu spät. Dieser Gedanke zuckte durch ihren Kopf wie ein Stromschlag. Ein verzweifeltes Schluchzen drängte sich in ihrer Kehle. Sie unterdrückte es und versuchte ihre Atmung zu beruhigen, damit die kämpfenden Tiere sie nicht bemerkten. Vorsichtig zog sie sich an der Mauer hoch, bis sie auf ihr lag. Sie griff nach ihrer Waffe, spannte den Hahn und zielte.
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