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Gersubs Staffel 6

von Gersub
KurzgeschichteÜbernatürlich / P12 / Gen
Beastboy Raven Robin Starfire
11.08.2015
22.01.2019
4
50.829
 
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11.08.2015 13.832
 
Tapp, tapp, tapp. Die Titans waren in ihrem Trainingsraum und machten ihre Übungen. Naja, alle abgesehen von Starfire. Sie war gerade auf dem Weg dorthin. Tapp, tapp, tapp. Beast Boy hob ein paar Gewichte. Sie waren ein Witz verglichen mit dem, was Cyborg üblicherweise stemmte. Vielleicht sollte er öfters in seiner menschlichen Form trainieren. Robin hielt den Boxsack fest, während Cyborg in diesen reinboxte und Raven meditierte. Sie schwebte im Schneidersitz und nutzte ihre Kräfte, um einige Eimer mit Wasser um sich herum fliegen zu lassen. Diese Eimer wurden verwendet, um den Boden zu säubern, jetzt waren sie jedoch ein Mittel für Raven ihre Konzentration zu stärken. Tapp, tapp, tapp. Starfire war etwas spät dran. Sie nahm sich Zeit ihr kurioses Frühstück aus Zutaten ihres Heimatplaneten zu sich zu nehmen, nachdem sie aufgrund eines Alptraums verschlafen hatte, den sie hatte weil sie auf den heutigen Tag so aufgeregt war, der ein besonderer Tag für sie war. Tapp, tapp, tapp.
„Hallo, meine Freunde, ich grüße euch an diesem wunderbaren Tag!“, sagte Starfire frohlockend mit einem Lächeln, als sie endlich im Trainingsraum angekommen war. Auf einmal schraken die anderen Titans auf, als sie sie sahen. Beast Boy ließ seine Gewischte auf seinen Fuß fallen, Cyborg schlug versehentlich an den Boxsack vorbei und traf Robins Gesicht und Raven ließ alle Wassereimer auf einmal vorbei, wobei einer von ihnen direkt auf ihren Kopf fiel und sie dabei komplett durchnässte. All das weil sie Starfire sahen. Natürlich was sie damit komplett vor dem Kopf gestoßen.
„Ähm… Freunde? Was ist los? Ist etwas in meinem Gesicht?“, fragte sie.
Aber nein, es war nicht in ihrem Gesicht. Es war etwas viel verstörenderes. Ihre Haare… waren kurz geschnitten.


Starfires Flennen aus dem Wohnzimmer der Titans konnte man Kilometer voraus hören. Die anderen Titans, vor allem Robin, versuchten sie zu beruhigen. Da hatten sie sich mehr vorgenommen, als sie bewältigen können. Starfire Äußeres war ihr sehr wichtig und sie heulte wie kaum jemals zuvor. Robin lag seinen Arm auf ihre Schulter und sie weinte in seine Brust hinein.
„Und du weißt echt nicht, was passiert sein könnte?“, verhörte sie Cyborg.
Starfire schüttelte ihren Kopf und stotterte: „Nein. Gestern Abend noch… waren sie noch lang“
Raven nahm eine Haarsträhne von Starfire und untersuchte sie genauer. Sie Spitzen ergaben diagonal eine perfekte Linie.
„Sie wurden auf jeden Fall von jemandem abgeschnitten. Wahrscheinlich mit einem Messer. Jemand ist in Starfires Zimmer eingebrochen, während sie geschlafen hat“, schlussfolgerte Raven.
„Was für ein gruseliger Gedanke“, Beast Boy fuhr mit einer Gänsehaut fort „Irgendein einsamer Psychopath verliebte sich in die wunderschöne Außerirdische, also verfolgt er sie jeden Tag in seiner Freizeit und durchwühlt ihren Müll in der Hoffnung irgendwelche persönlichen Gegenstände von ihr zu finden und nun hat er sogar einen Teil ihrer Haare genommen, um sich ihr näher zu fühlen. Leider ist der übliche Verdächtige für so etwas derzeitig in einer Beziehung mit dem Opfer, also wird es dieses Mal etwas schwerer…“
Erst nach einer Weile verstand Robin von wem er geredet hat und starrte ihn dann böse an. Beast Boy grinste jedoch nur frech.
„Ja und? Dann hast du halb kurze Haare. Sie wachsen nach. Wenigstens bist du nicht so glatzköpfig wie ich“, schrie Cyborg und begann nun selbst aus emotionalem Leid loszuheulen.
Beast Boy hob eine Augenbraue und erinnerte ihn: „Alter, rasierst du dich nicht freiwillig den Kopf?“
„Ach ja, stimmt. Alles wieder cool“, sagte Cyborg und hörte sofort wieder mit wimmern auf.
Starfire beruhigte sich ein wenig und wischte sich ihre Tränen aus den Augen. Dann begann sie zu erklären: „Aber heute ist Blobgarnar. Das zehnjährige Wiedersehenstreffen meines Heimatplaneten. Jeder Tamaraner, der noch lebt, wird dort sein, um unsere Zivilisation zu feiern und ihre Familien zu treffen“
„Und inwiefern sind da kürzere Haare ein Problem? Wenn wir dir deine Haare etwas schöner schneiden, wirst du wieder bestens aussehen“, schlug Raven vor.
Starfire lehnte jedoch ab: „Ihr versteht nicht. Auf meinem Planeten bedeutet eine weibliche Person mit schönen, voluminösen Haaren…“
Sie stoppte und die anderen kamen näher und erwarteten die Enthüllung einer weiteren tamaranischen Sonderbarkeit.
„Es bedeutet…“
Sie stoppte schon wieder und zögerte damit dieses Geheimnis noch länger heraus, bis es dann doch aufgab: „Naja, ich schätze es bedeutet nichts anderes als in eurer Welt. Dennoch will ich nicht die kurzen Haare! Ich will nicht, ich will nicht, ICH WILL NICHT!“
Sie stampfte auf den Boden und schrie weiter aus Wut und Verzweiflung dieselben drei Worte wie ein Kleinkind, abgesehen davon, dass sie die ganze Insel dabei erschütterte. Für Raven was das weniger ein Problem, da sie einfach in der Luft schwebte, aber alle anderen hatten Schwierigkeiten ihre Balance zu halten und all die verschiedenen Objekte auf Tischen und Regalen fielen zu Boden und zerbrachen. Jemand musste sie aufhalten und es würde Robin sein. Er schaffte es trotz Widrigkeiten ganz nah an sie ranzukommen und er nahm ihre Hand. Starfire hörte zu toben auf und sah Robin in die Augen. Er lächelte sanft und sprach so romantisch wie man es nur aus Telenovelas kennt: „Du bist wunderschön, Starfire, egal was mit deinen Haaren passiert. Das ist so klar wie die Sterne am Himmel am späten Abend“
Mehrere Sekunden der Stille. Nur diese Worte hallten noch im Raum. Es war wie in einer Liebesgeschichte, doch gerade da ging das Geschreie wieder los: „Ich will meine alten Haare zurück! Will zurück, WILL ZURÜCK!“
Und sie tobte weiter. Robin fasste sich an den Kopf. Er war sich wirklich sicher, dass das klappen würde, doch er unterschätzte die Beziehung eines Mädchens mit ihrem Aussehen. Raven hingegen konnte dem nicht nachempfinden.
„Kurze Haase sind doch nicht sooo schlimm, oder?“, murmelte die ein wenig verunsichert über ihr eigenes Aussehen. Währenddessen hat sich Robin etwas Neues überlegt.
„Hör mal. Du gehst zu deinem Wiedersehen und wir suchen die Person, die dir das angetan hat, einverstanden?“
Starfire beruhigte sich wieder und fragte: „Wird er zur Rechenschaft gezogen werden?“
Robin nickte.
„Und können wir seine eigenen Haare verbrenn als gerechte Strafe?“
„Ähm…“
„Und dann schießen wir ihn ins All, wo er elendig zugrunde gehen wird, währen ihm die Luft ausgeht und ein Bild von mir und meinen Haaren sollen ihn daran erinnern wie verabscheuungswürdig deine Gräueltat war, dass er dies verdient hat.“
„Wir werden sehen, was wir dann machen. Also, wie entscheidest du dich?“
Schweren Herzens was sie damit einverstanden. Ein Glück für die Titans.

Es verging eine halbe Stunde seit dem und Raven war schon fast fertig damit Starfires Haare nachzuschneiden. Starfire saß stumm auf ihrem Hocker vor ihrem Spiegel. Sie gab ihr bestes nicht mehr zu weinen, damit ihre Haarpracht nicht noch weiter ruiniert wird. Leider war Raven nicht allzu begabt Frisuren zu schneiden abgesehen von ihrer eigenen, sie sie schon als Kind hatte. Letztendlich bekam Starfire also fast denselben Haarschnitt wie Raven selbst. Zumindest waren ihre Haare nun alle gleich lang. Sie sah wieder ‚normal‘ aus, es sei denn man war an das Original gewohnt… so wie Starfire selbst. Sie war ihren Haaren sehr verbunden… buchstäblich.

Als Raven fertig war, ging sie. Starfire blieb wo sie war. Auf ihrem Hocker. Starrte den Spiegel vor sich an. Dies sollte ein schöner Tag werden, doch es änderte dich schlagartig. Plötzlich klopfte jemand an der Tür und trat dann auch ein, nachdem Starfire die Erlaubnis dazu gab. Es war Beast Boy.
„Hey, Starfire! Wie geht es… Was machst du da?“
Starfire eine Haarbürste in ihrer Hand und bewegte sie neben ihrem Hals auf und ab als würde sie noch immer Haare haben, die bis dahin reichen würden. Sie hatte ihren Verlust offensichtlich nicht verarbeiten können. Als Beast Boy sie jedoch darauf angesprochen hat, warf sie die Bürste weg und antwortete: „Gar nichts!“
Beast Boy beachtete dies gar nicht weiter und fuhr mit seinem Antrag fort.
„Ich habe etwas für dich. Etwas, was dich aufmuntern wird.“
Er zeigte vor, was er hinter seinem Rücken versteckt gehalten hatte: rote Haare in einer Plastiktüte.
„Meine Haare!“, rief Starfire voller Freude und sie sprang vor Erleichterung auf. Sie drückte Beast Boy so fest, dass er weder sprechen noch atmen konnte. Dann schnappte sie sich die Tüte und sah hinein. Endlich konnte Beast Boy wieder tief einatmen und eine kleine Erklärung dazu abgeben: „Fast. Das sind nicht deine echten Haare. Das sind Haarextensions. Ich habe sie im Internet bestellt und sie wurden mit Düsenversand verschickt. Hat schon ´ne Weile gedauert welche zu finden, die wie deine Haare aussehen, aber ich glaube ich hab’s gut getroffen. ´Überaus weich‘ und die Farbe lautet ´Negekor-Eierschale‘.“
Starfires Hochfreude kam ein wenig zum Erliegen. Sie nahm die Extensions heraus und sah sie sich genauer an. Sie schienen an einem weißen Hand beklebt zu sein. In der Hand fühlten sie sich besonders angenehm an. Sie schienen auch weicher als ihre echten Haare. Damit konnte Starfire womöglich sogar etwas anfange.
„Und wie lautet die Handhabung hierzu?“, fragte sie.
Dabei lag sie es auf ihr Haupt wie man es mit einer Perücke machen würde. Sie sah recht lächerlich. Da machte sie wohl etwas falsch. Zum Glück hatte jemand eine Gebrauchsanweisung parat. Beast Boy blätterte durch das kleine Geheft und drehte es nach links und nach rechts wie ein Lenkrad bis er es schließlich aufgab.
„Diese Anleitung ist Schwachsinn!“, beschloss er „Warum müssen die Leute aus allen einfachen Dingen im Leben immer eine Wissenschaft machen?“
Es war Zeit für ihn kreativ zu werden. Er besorgte sich eine Hand voll Büroklammern aus Starfires Schublade und fing an zu arbeiten. Nach einer Minute war er fertig… fast. Die Haarverlängerung verdeckte Starfires Gesicht und ließ gleichzeitig ihren Hinterkopf lückenhaft. Nächster Versuch. Dieses Mal ist es etwas besser gelaufen, abgesehen davon, dass ungefähr 30 Büroklammern sichtbar den weißen Streifen der Extensions an ihre echten Haare hefteten. So sah sie sogar noch lachhafter aus. Glücklicher Weise hatte Beast Boy noch einen allersetzten Feinschliff parat. Das fehlende Accessoire konnte in Starfires eigener Kommode gefunden werden: Ein Stirnband, das die Klammern verdecken würde und ein Diadem, damit das Stirnband nicht so auffällig sein würde. Alles in einem sah sie fabelhaft aus und sie war so fröhlich, dass sie ihren Retter erneut kräftig umarmte. Nun war sie endlich soweit sich für das Fest vorzubereiten.

„Beast Boy an Team! Beast Boy an Team! Wir suchen einen gefährlichen Verbrecher. Die Beschreibung lautet wie folgt: Haare. Wenn jemand eine Person ausfindig macht, auf die all diese Charakteristika zutreffen, so soll er sie sofort melden!“
Beast Boy amüsierte sich prächtig, während er seine Späße machte und die andere Titan sich zum Abmarsch bereit machten.
„Ich weiß, dass diese Mission ein wenig überflüssig wirkt“, gab Robin zu „ Seht es einfach als eine normale Straßenpatrouille. Wir waren in letzter Zeit ohnehin selten auf Patrouille.“
Cyborg schien ebenso unmotiviert wie Beast Boy zu sein und stöhnte: „Ja, weil wir auch überhaupt nicht die ganze Stadt von zu Hause aus überwachen können dank den ganzen Kameras, wie wir installiert haben. Ich würde ja lieber zu Hause bleiben und unser Sicherheitssystem verbessern, um weitere Einbrüche zu verhindern.“
„Das kannst du morgen machen. Jetzt müssen wir erstmal Starfire unsere Unterstützung zeigen, indem wir die Stadt durchsuchen. Teilt euch einfach auf und schlagt etwas Zeit tot. Titans… was auch immer“
Und so wählte jeder Titan einen anderen Weg zu gehen.

Langsam war die Sonne untergangen und Starfire hat sich fertig gemacht. Ein umwerfendes Kleid, ein wenig Schminke vor allem um die Augen, um von ihren Haaren abzulenken und eine neue Frisur, um ihr kleines Geheimnis zu verbergen. Dank Beast Boy hatte sie die Zuversicht an dem wichtigsten Ereignis eines jeden Tamaraners zu erscheinen. Danach beobachtete sie sich selbst im Spiegel für die nächsten fünf Minuten. Jetzt wo sie zur Abreise bereit war, fühlte sie sich immer nervöser. Als Prinzessin würde sie einen Großteil der Aufmerksamkeit ihres Volkes erhalten. Jeder kleine Fehler könnte sie für den Rest ihres Lebens verfolgen. Und heute von allen Tagen musste sie jemand sabotieren. All ihre Ängste und Unsicherheiten rieten ihr zu Hause zu bleiben. Noch mehr als das, sie versuchten sie geradezu an ihr Zimmer anzuketten. Aber ihre Freunde ermutigten sie zu gehen und das wollte sie auch. Ihr letztes Blobgarnar war zehn Jahre her und sie war damals nur ein kleines Kind. Sie konnte sich nicht viel an damals erinnern außer dass sie Spaß hatte. Es war beschlossen. Sie flog nun wirklich los.

Laute Musik wurde gespielt, indem man komische Tiere als Blasinstrumente verwendete in deren pelzige Rüssel blies. Und das Essen… so viel Essen! Ein Großteil des tamaranischen Schlosses war gefüllt mit allerlei sonderbaren Beeren, Gemüsen und Fleisch, die man auf der Erde nirgendwo finden könnte. Es gab nicht einmal genug Platz um all das Essen samt den Gästen ins Schloss zu kriegen, also war das halbe Buffet draußen in Raumschiffen gelagert. Die außerirdischen Kellner, ein paar blau-grüne Kreaturen mit vier Armen, waren damit beschäftigt das Essen nach drinnen zu tragen, wo es auf riesigen Tischen gestapelt wurden bis sie von den Besuchern innerhalb von Minuten aufgefressen wurden. Doch sie hörten auf, als ein besonderer Gast ankam. An der obersten Stufe wartete die Prinzessin auf die völlige Aufmerksamkeit des Volks. Das dauerte nicht lange. Starfire war womöglich die attraktivste Person auf diesem Fest, aber als all diese Leute zu ihr heraufsahen, fühlte sie sich wieder unwohl. Sie sollte jetzt die Treppe hinabsteigen, jedoch zögerte sie. Ihr Herz schien sich zu überschlagen und fast zu kollabieren. Dann legte jemand seine große Hand von hinten auf ihre Schulter. Es war eine bekannte Hand. Es war die des Königs, die von Starfires Galfore. Er lächelte ihr zu und sie konnte endlich auch lächeln. Zusammen gingen sie die Treppe hinunter und begrüßten die Tamaraner. Erst ab diesem Moment hat die Feier für Starfire wirklich angefangen.

Zurück auf der Erde in einer Seitengasse am späten Abend. Robin vertrieb etwas die Zeit. Kein Grund zur Eile. Er flanierte umher und übte ein paar einfache Kampfübungen mit dem Stab. Das war so ziemlich aller, was er tat. Er suchte gar nicht nach irgendwelchen Haare abschneidenden Verdächtigen. Was Starfire angetan wurde war zwar unverschämt, aber nichts, was man unbedingt vor Gericht zerren müsste. Was würde überhaupt die Strafe für so etwas sein? Robin stellte sich vor wie irgendein kleiner Bengel, zu jung um vom Gesetz bestraft zu werden, sich bei Starfire entschuldigen muss und dann für ´ne Woche Hausarrest kriegt. Zwecklos. So oder so war, wie Robin bereits erwähnt hatte, eine Patrouille eine gute Möglichkeit auf interessante Dinge zu stoßen… so wie jetzt scheinbar. Am Ende der Gasse genau in der Mitte zwischen den Häuserwänden stand jemand. Robin konnte in der Dunkelheit nicht viel erkennen. Er stoppte sein kleines Training und konzentrierte sich eher auf diese Person. Etwas erschien ihm daran faul zu sein, also blieb er wachsam und rückte näher an sie heran. Dieser Weg war kaum beleuchtet. Robin erkannte lediglich die Silhouette der Person, die da stand. Sie bewegte sich auch nicht, als wäre sie eine Statue. Was Robin dann aber entdeckte war sogar noch merkwürdiger. Die Person hatte einen Sack über dich selbst gestülpt bis über die Knie. Nach den Beinen zu urteilen, war die Person, die sich hier ‚versteckte‘, Starfire.

Oh Mann. Jetzt ist sie komplett durchgedreht, dachte Robin und sprach dann laut zu ihr: „Starfire. Wolltest du nicht feiern gehen oder so? Und was soll das mit dem Sack? Selbst du musst zugeben, dass das übertrieben ist. Die siehst bestens au, glaube mir!“
Robin wollte dann selbst ihren Sack entfernen, um mit ihr zu reden und ihr dabei auch in die Augen sehen zu können. Auf einmal wurde Starfire selbst aktiv und sie zog den Sack selbst in unglaublicher Geschwindigkeit aus und stülpte es sogleich über Robin ehe er überhaupt reagieren konnte. In dieser Situation gab er aber noch lange nicht aus. Er nahm das schärfste Gerät, das er bei sich hatte, den birdarang, und begann sich den Weg nach draußen freizuschneiden. Während er das tat, merkte er, dass es sich hier nicht um einen einfachen Sack aus Fleece und Leinen handelte. Unter der ersten Schicht aus Stoff befanden sich Mikrokabel, die durch jeden Zentimeter Fläche gingen. Robin hatte keine Ahnung, wofür sie sich dort befanden… bis ihn ein plötzlicher Elektroschock in bewusstlos schlug.

Auf Tamaran war es Zeit für Starfire ihre besten Tischmanieren zu präsentieren. Kurz gesagt: Sie schluckte so viel Essen in möglichst kurzer Zeit wie möglich herunter. Sehr elegant ohne Zweifel. Aber irgendwie hatte sie das Gefühl, dass sie jemand schon seit geraumer Zeit beobachtet. Sie blickte vorsichtig quer durch den ganzen Saal. Zwischen den ganzen Gästen, die sich miteinander unterhielten, entdeckte sie tatsächlich einen tamaranischen Burschen, der in ihre Richtung starrte. Starfire drehte sich schnell wieder um. Es war ihr peinlich, denn der Junge sah sehr attraktiv aus und ihr Gesicht war von dem Essen verdreckt, das sie bis eben noch aß. Sie guckte nochmal kurz rüber. Er blickte immernoch zu ihr. Und jetzt setzte er sich sogar noch in Bewegung und kam auf sie zu! Starfire erschrak und drehte sich wieder zurück. Was sollte sie nur tun? Sollte sie so tun als hätte sie ihn nicht bemerkt und weiteressen? Hat er sie überhaupt angestarrt oder hat ihre Fantasie ihr einen Streich gespielt? Ihr Herz pochte wie verrückt. Sie wünschte sie Gewissheit über diese Situation, aber sie wollte sich nicht nochmal umdrehen, also wartete sie und wischte mit einem Tuch ihr Gesicht sauber. Schließlich sagte jemand hinter ihr mit einer hellen Männerstimme ihren Namen. Sie erschrak wieder und sah nach, wer mit ihr sprach. Wie erwartet war es der junge Bursche. Er war kleiner als die Prinzessin und wahrscheinlich auch etwas jünger. Er hatte volles, rotes Haar und sah auf jeden Fall gut aus. Er sah Starfire direkt in die Augen und sie wich seinem Blick aus, indem sie in die Ferne blickte. Allerdings konnte sie sich noch genug zusammenreißen und ihm bestätigen, dass ihr Name durchaus Starfire lautete. Plötzlich kam der Junge ihr unangenehm nah während sie ihm nicht entkommen konnte, da hinter ihr der Buffettisch stand. Dann ging der Junge auf seine Zehenspitzen und drückte den Kopf der Prinzessin zu seinen eigenen, bis sie so nah dran war, dass er sie ganz leicht küssen könnte… und das tat er auch… auf die Lippen. Starfire geriet sofort in Panik und befreite sich von seinem Griff und stotterte: „Nein, ich… was ist… aber Robin…“
Sie wurde rot und hopste umher, denn sie wusste nicht, wie sie darauf reagieren sollte. Der junge Bursche hingegen war über ihre Reaktion sehr vergnügt und lachte laut.
„Beruhige dich! Ich bin es. Dein jüngerer Bruder!“, sagte er.
Starfire beruhigte sich und erkannte, von wem sie geküsst wurde.
„Wildfire? Bist du es?“, fragte sie erstaunt.
„Wildfire? Oh, das ist meine Name in einer der Erdensprachen, richtig? Klingt ziemlich cool“
Freudig umarmte Starfire ihren lang nicht mehr gesehenen Bruder und brach dabei fast in Tränen aus.
„Oh, ich habe dich erst nicht erkannt. Ich habe dich schon seit… zehn Jahren, seit dem letzten Blobgarnar, nicht mehr gesehen. Du bist so viel gewachsen!“
„Das sollte eher ich sagen“
Sie lachten zusammen. Als Kinder hatte sie so viel Spaß gehabt und endlich konnten sie damit weitermachen. Doch zunächst mussten sie die Zeit nachholen, die sie aus Gründen verloren hatten, die Starfire nicht kannte.
„Es tut  mir Leid, dass ich mich erschroken habe als du mich geküsst hast. Ich habe so lange auf der Erde gelebt, dass ich die wahre Bedeutung des Küssens vergessen habe, nämlich um Sprachen zu lernen“, erklärte sich Starfire.
„Blackfire meinte, du hättest ein paar Sprachen auf Lager, die sie nicht kannte, also habe ich die Lücken gefüllt.“
„Unsere Schwester? Ist sie etwa hier?“
Von Blackfire zu hören war immer ein Anzeichen dafür, dass etwas Böses passieren wird, deshalb hatte Starfire extra nochmal nachgefragt.
„Ich habe sie hier heute noch nicht gesehen, aber ich treffe sie von Zeit zu Zeit.“
„Wie kommt es, dass ich die Einzige bin, die deinen üblichen Aufenthaltsort nicht kennt? Ich hätte dich auch gerne von Zeit zu Zeit gesehen.“
„Das stimmt so nicht. Tatsächlich weiß neben Blackfire nur der Galfore, wo ich bin“
„Aber ich bin deine Schwester, Teil deiner Familie. Ich wünsche, dass du von deinem Lebenslauf erzählst!“
Wildfire rieb mit seiner Hand seinen Nacken und sah auf den Boden. Was auch immer sein Lebenslauf war, er verursachte in ihm ein unwohles Gefühl basierend auf Schmerz und Leid. Man musste kein Psychologe sein, um das zu erkennen.
„Können wir einfach einen friedlichen, schönen Tag haben?“, bat er.
„Das werden wir mit Sicherheit, versprochen! Wir besprechen alles nach den Festlichkeiten. Vorerst sehen wir uns aber an, wie die Quaddeltrun auf den Niadlbarge reiten!“
Starfire packte Wildfires Hand und zog ihm mit zu dem kuriosen Ereignis, das sie beschrieben hatte.

Zurück auf der Erde missachtete jemand seine Befehle. Cyborg war schon zum tower zurückgekehrt nachdem er gerademal zehn Minuten um denselben Block ging. Jetzt war er wieder bei seinem Computer in der Garage und wild darauf das Sicherheitssystem des towers zu verbessern. Sein stolz war verletzt. Sein technisches Wissen war schon immer sein größte Stärke. Das war der Hauptgrund, weshalb er ständig an seinen Apparaturen arbeitete; nicht nur um sein Leben zu erleichtern, sondern auch um ein Erbe seines Wissens zu hinterlassen. Es könnte anderen Menschen auf dieselbe Art und Weise helfen wie ihm.
Jemand anderes betrat unerwartet Cyborgs Schlupfloch. Es war Starfire. Aus irgendeinem Grund hatte sie ihre üblichen Klamotten an anstelle ihres Festkleids und ihre Haare waren auch so wie vor dem Vorfall von heute Morgen. Anders als sie sich sonst verhielt war Starfire völlig stumm und emotionslos. Sie rückte Cyborg von hinten näher ran. Er bemerkte sie nicht, bis sie einige Meter hinter ihm war. Er sprang auf und stotterte eine Erklärung vor sich hin für das was er tat.
„Hey, Star, ähm… Ich war draußen… und habe nach dem Typen gesucht bis eben… Ich bin erst jetzt zurück, um unser Schutzsystem auszubessern. Wolltest du nicht jetzt auf einer Feier sein?“
Starfire ging ungehindert weiter und zwang Cyborg rückwärts gegen die Wand zu gehen, die hinter ihm stand. Doch dann erkannte Cyborg, dass etwas an ihr sonderbar war. Als er ihr dann in ihre leeren Augen sah, war ihm das Bestätigung genug. Er wechselte seinen rechten Arm in die Schallkanonenfunktion schlug während des Schießens gleich zu, um seinen Angriff mehr Wucht zu verleihen. Obwohl sie so extrem nah an ihm dran war, wich sie dennoch mit einer Pirouette aus und konterte gleichzeitig mit einem starken Kick in seine Rippen. Er hielt dem aber mit all seiner Kraft stand und boxte dem scheinbaren Doppelgänger so stark in die Magengrube, dass sie bis in die Mauer der anderen Seite der Garage flog.
„Meinst du ich würde meine eigene Familie nicht erkennen?“, rief Cyborg ihr nach.
Er machte sich zum nächsten Schlag bereit. Doch er wollte nicht blindlings schießen, also wartete er, bis die unechte Starfire aus der Staubwolke kam. Doch anstelle von ihr kamen grüne Sternenblitze auf ihn geschossen. Sie schienen genauso wie die der echten Starfire zu sein. Cyborg musste zugeben: Das war ein ziemlich überzeugender Klon. Selbst als Cyborg sie fliegen sah, blieb er bei seiner Annahme, dass sie nicht die echte war. Es war die Art wie sie schaute… so verstörend. Ihre Präsenz versprühte Bosheit auch wenn sie nichts sagte. Cyborg versuchte sie abzuschießen, aber sie war so schnell und agil, dass sie ihn dennoch unbeschadet erreichen konnte und als sie es tat, schlug sie ihm direkt in seine Maschinengrube. Cyborg konnte gar nicht wieder aufstehen ehe sie ihm nicht noch einen zweiten Schlag zusetzen konnte, der ihn noch weiter in den Prozessor seines Computers vergrub. Dann machte sie sich zum letzten Schlag bereit. Sie schwebte hinauf und sammelte ihre Kräfte um einen letzten Sternenblitz aufzuladen. Im Anflug schoss sie es  direkt auf die kaputten Computerteile, die auf Cyborg lagen, und es explodierte direkt auf ihm. Das war das letzte, das er mitbekam bevor auch er ohnmächtig wurde.

Die echte Starfire war mit ihrem Mahl fertig und hatte nur noch ein unbekanntes Getränk in einem gewaltigen Kelch in ihrer Hand. Sie hatte eine tolle Zeit mit ihrem jüngeren Bruder. Obwohl Wildfire kaum über sich erzählte, so konnte Starfire immernoch die Konversation am Laufen halten, indem sie jedes Detail aus ihrem Leben preisgab, denen er gespannt zuhörte. Jetzt hatte aber Starfire ihn in der Menge aus den Augen verloren. Sie ging davon aus, dass er im Badezimmer war oder etwas in der Art, doch das war nicht der Fall. Starfire konnte ihn schließlich wieder finden wie er mit jemandem geredet hat. Sie konnte zwar nicht sehen mit wem, aber sie fühlte sich wieder unwohl. Wahrscheinlich ein schlechtes Zeichen. Eine Wächter aus dem kleinen Planeten Bliarka aus dem Nachbarsolarsystem, im Grunde genommen humanoide Reptilien in Rüstung, standen da, ebenso wie ein Käfig. Und in diesem Käfig… befand sich eine alte Bekannte von Starfire: Blackfire. Die Familie war damit komplett… sehr zu Starfires Missfallen. Das konnte nicht gut gehen. So oder so hat Starfire einen friedlichen Tag versprochen und solange Blackfire nicht vorhatte das zu verhindern, dann brauchte Starfire auch nicht so unhöflich zu sein und ihr aus dem Weg zu gehen. Sie machte ihren Kelch leer und nahm an dem Gespräch ihrer beiden Geschwister teil.
„Hallo, Blackfire.“, grüßte sie.
Als Blackfire sie sah, antwortete freudig: „Ich grüße dich, Starfire-Schätzchen!“
Sie klang fröhlich und munter, so wie man es von einer Schwester auch erwarten würde. Es gab kein Zeichen von Rivalität oder Hass oder dergleichen.
Sie fuhr fort: „Ich würde dir ja eine Umarmung geben, aber dieses Gitter ist irgendwie im Weg.“
„Kannst du das glauben?“, warf Wildfire ein „Sie sitzt derzeitig ab, weil sie gegen ein Gesetz der dortigen Zivilisation gestoßen hat, um ein paar unglücklichen Leuten zu helfen. Sie ist eine Heldin und Märtyrerin. Sie hilft unschuldigen Leuten genauso wie du und die Titans auf der Erde.“
Starfire nahm an, dass ihre Schwester ein paar Gerüchte verbreitet hat, um ihr Image ein wenig aufzubessern. Starfire könnte sie als das Ungeheuer, das sie ist, entlarven, aber das würde die friedliche Stimmung stören, also ließ sie es bleiben.
„Die Wächter zeigten Verständnis für die Kultur unserer Nation“, erklärte Blackfire „also ließen sie mich unter strenger Bewachung und in dieser mobilen Gefängniszelle teilnehmen. Übrigens, wie gefällt dir mein Kleid? Es ist traumhaft, nicht wahr?“
Das war es in der Tat. Es hatte Ähnlichkeit mit Starfires Kleid außer dass es dunkler war und viel mehr Accessoires hatte. Plötzlich brach Blackfire in Gelächter aus. Sie lachte so laut, dass alle Gäste im Saal gleich zu ihr herübersahen.
„Was ist das denn, meine liebe Starfire?“, sagte sie „Wen versuchst du denn damit zu täuschen? Meinst du ich würde meine eigene Familie nicht erkennen?“
Schnell schoss sie einen lila Strahl aus  je einer ihrer Fäuste direkt auf Starfires Haarverlängerungen und brannte sie damit schnell nieder ohne dabei Starfire zu verletzen. Nur ihre echten Haare, das Diadem und die Büroklammern blieben übrig, wobei letztere beiden laut hallend auf den Boden fielen. Innerhalb eines Augenblicks war das Geheimnis öffentlich gemacht. Der emotionale Stress, der ihr wiederfuhr, war zu viel für sie. Sie versuchte es zu lassen, aber je mehr sie in die Menge sah - eine ganze Nation, die auf sie blickte - desto schwieriger wurde es für sie es zu lassen. Sie lief davon… weinend.

Wildfire folgte de Schluchzen seiner Schwester in ihr altes Zimmer. Die Tür war ein Spalt offen, also blickte er hinein. Starfire lag auf ihrem hübschen, pinken Bett, welches nicht verändert wurde seit sie das Schloss verlassen hatte, und sie weinte in ihr Kissen hinein. Wildfire klopfte an die Tür und kam vorsichtig rein.
„Starfire? Dürfte ich vielleicht herein kommen?“, fragte er.
Starfire setzte sich aufrecht hin während sie ihr feuchtes Kissen fest in ihre Arme nahm und nickte.
„Es tut mir Leid, dass du das mit ansehen musstest“, schluchzte sie und füllte dann ihre Stimme mit Wut „Ich wollte es dir erst nicht sagen, aber unsere Schwester ist ein sadistisches Monster, die es liebt jene zu quälen, die schwächer sind als sie!“
Wildfire saß sich neben sie hin sagte ruhig:„ Blackfire war zwar etwas unsanft aber ich bin mir sicher, dass sie es gut meinte. Du solltest dich nicht verstecken müssen. Ich bin froh dich so kennenlernen zu dürfen wie du wirklich aussiehst. Ich möchte, dass sich dieses Bild in meinen Gedanken festsetzt für die Zeit, die wir uns wieder nicht sehen werden.“
„Aber so sehe ich normalerweise nicht aus! Das ist nur zeitweilig so.“, warf sie verzweifelt ein, während jemand anderes auch in das Zimmer eintrat. Es war der König, der Galfore der Geschwister. Er sagte etwas auf tamaranisch und der junge Prinz nickte und ging dann. Scheinbar bat er um etwas Zeit mit der Prinzessin allein. Nun nahm er den Platz neben ihr ein. Vielleicht hätte er von allen Personen, die es bislang versucht haben, die besten Chancen ihr gut zuzureden.
„Mein Liebes, Blackfire sagte du seist wegen deiner neuen Haare weggelaufen.“, sagte er.
Starfire vergrub vor Schmach ihr Gesicht in der Decke.
„Das war schrecklich!“, murmelte sie kaum verständlich. Dann hob sie ihren Kopf, damit ihre Stimme nicht mehr so gedämpft sein würde „Das ist nicht mal das Problem. Ich bin so entsetzt, weil ich so unreif bin und wegen so einer Kleinigkeit meine Gefühle nicht unter Kontrolle habe. Und das vor all den Leuten! Was für eine Heldin bin ich denn? Ich bin eine Heulsuse…“
„Ach Starfire. Fühl dich nicht wegen deiner Emotionen beschämt! In den meisten Teilen aller Galaxien kann man solche nicht finden. Ich war sehr stolz auf dich als du das erste Mal von der Erde zurückkamst. Du hattest gelernt die Liebe in jedem Aspekt deines Lebens einzubinden. Ein nützliches Werkzeug, um Frieden und Sympathie zu verbreiten. Aber Liebe ist wirkungslos ohne Emotionen.“
Zum ersten Mal seit dem Vorfall hat tatsächlich jemandes Worte sie erreichen können und machte sie zufriedener mit sich selbst.
Der Galfore sprach weiter: „Wusstest du, dass wenn man das Haar eines Tamaraners abschneidet, dann wächst es noch für die nächsten Monate und wird noch widerstandsfähiger. Das erinnert mich an dich. Du wurdest von zu Hause genommen und wurdest dadurch auch stärker.“
Starfire lächelte und gab ihrem Galfore eine Umarmung. Sie wollte auch gerade etwas sagen, aber da bekam sie einen Anruf auf den T-Kommunikator. Cyborg hat ihn mal so umgebaut, dass das Signal millionen Kilometer weit reichen konnte durch den Weltraum. Nur Cyborg könnte erklären, wie dies möglich sein kann. Seine Erfindungen waren den technologischen Entwicklungen moderner Universitäten stets zwei Schritte voraus. Als Starfire auf ihren Kommunikator sah, war der Anruf schon vorbei, aber es wurde eine Videonachricht geschickt. Sie öffnete ihn und die Nachricht spielte sich automatisch ab. Es war Raven wie sie nachts über der Stadt flog. Sie schien erschöpft und in Eile zu sein.
„An alle Titans. Ich brauche Unterstützung!“, sagte sie schnell.
Sie wollte gerade mehr Informationen geben doch dann fiel ihr das Gerät aus der Hand und Starfire konnte nicht mehr sehen, was geschah. Doch wenn sie richtig schätzte, dann war Raven in einem heftigen Kampf mit jemandem. Selbst wenn die Titans auch ohne Starfire eine starke, koordinierte Truppe war, so fürchtete sie das schlimmste. In ihren Augen war es das Beste den Rest der Party abzubrechen und zurückzufliegen, um sicherzustellen, dass alles ok ist.
„Bitte, entschuldigst du mich, Galfore? Ich muss nach Hause“
„Selbstverständlich darfst du gehen, hübsche Prinzessin. Aber komm ruhig öfters zu Besuch!“
Starfire willigte ein. Sie hätte sich keinen besseren Galfore wünschen können als den, den sie hatte. Sie rannte aus dem Zimmer und an Wildfire vorbei, der draußen auf sie gewartet hatte. Sie hätte ihn fast übersehen, aber als sie ihn bemerkte, kam sie zurück zu ihm und umarmte ihn fest zum Abschied.
„Es tut mir Leid, mein Bruder, aber ich muss nach Hause. Ich will dich in wirklich bald wiedersehen können“, sagte sie.
„Aber Starfire. Du bist die eine einzige Person, mit der ich hoffte heute mehr verbringen zu können. Die anderen treffe ich hin und wieder aber nicht dich. Kann ich dich vielleicht begleiten?“
Starfire zögerte. Zum einen könnte es gefährlich für ihn werden. Zum anderen wollte sie ihn wirklich besser kennenlernen. Selbst wenn es womöglich unverantwortlich von ihr ist, so nahm sie ihn doch sehr gerne mit. Zusammen sprangen sie aus dem Fenster und flogen in Überschallgeschwindigkeit in den All. Von unten sahen sie aus wie eine doppelte Sternschnuppe, die noch nie jemand gesehen hat. Es war wunderschön.

Beast Boy stand in der Spielhalle Schlange. Ein brandneues Spiel wurde eingeführt und die Nachfrage war riesig. Obwohl es schon nach acht Uhr abends war, waren hier gewaltige Massen an Kinder, die spielen wollten. Beast Boy wartete schon über eine halbe Stunde und vor ihm in der Warteschlange befanden sich noch fünf Gruppen kleiner Jungs. Abgesehen von ein paar Eltern war Beast Boy der größte aller Besucher und das bedeutete durchaus eine Menge, vor allem wenn man bedenkt, dass er gar nicht mal so groß ist. Die neue Arcade-Maschine andererseits war riesengroß. Drei mal so groß wie jede andere. Auf ihr waren artistische Bilder futuristischer Rennwägen gemalt. Sehr reizvoll für alle Kinder. Beast Boy fühlte sich wie im Himmel, oder eher fünf Gruppen an Kinder vom Himmel entfernt.
Da klingelte sein T-Kommunikator. Mit einem quietschenden Aufschrei schrak er auf und stürzte dabei auf seinen Hintern. Alle Kinder lachten ihn dabei aus und nannten ihn ein feiges Hühnchen. Beast Boy war sichtlich genervt und überprüfte seinen Kommunikator. Er bereut es offensichtlich seinen Klingelton geändert zu haben. Erst wollte er den Anruf entgegen nehmen, doch da merkte er, dass man ihm eine Nachricht hinterlassen hatte.
„Was für ein schlechtes Timing, Leute! Gebt mir mal ´ne Pause!“, meckerte er.
Da blickte er vorsichtig nach links und rechts und drückte dann eine der beiden Tasten an der Seite zwei Mal. Die Nachricht wurde gelöscht ohne dass es sie sich überhaupt angesehen hat. Dann noch ein bisschen unschuldig pfeifen und alles sollte wieder im Lot sein. Beast Boy war entschlossen heute das neue Spiel zu spielen. Was für einen Unterschied würde es schon machen, wenn er da ist oder nicht? Vielleicht werden ein paar weitere Leben gerettet? Jedenfalls wäre es nichts, was es wert wäre den Fortschritt in der Schlange zu verlieren. Zumindest nach Beast Boys einfacher Meinung nach. Auf einmal zog jemand an seinem Arm. Beast Boy sah nach unten und hatte einen sechs Jahre alten Jungen vor sich stehen. Der Kleine nahm seinen Lutscher aus seinen Mund und nuschelte dann: „Hey, sind das da nicht deine Freunde, die draußen gegeneinander kämpfen?“
Beast Boy war sich nicht sicher, ob er ihn richtig verstanden hatte. Kannte der Wicht überhaupt seine Freunde? Beast Boy war zumindest nicht gewillt die Schlange zu verlassen, also sah er von seinem jetzigen Platz aus nach draußen durch das Fenster. Da waren ein paar Gebäude, ein paar Bäume, einige Autos… nichts Ungewöhnliches. Beast Boy entschied sich der Aussage des Jungen keine Beachtung zu schenken. Immerhin würde er bald dran sein und das nachdem er so lange gewartet hatte. Auf einmal krachte etwas von außen gegen die Wand der Spielhalle. Glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt… naja, bis auf die Person, die dort reinkrachte. Und es war nicht irgendjemand, es war Starfire. Dieselbe Starfire, die Cyborg vor einer halben Stunde entführt hatte. Ravens dunkle Magie packte sie und warf sie gleich gegen die Müllcontainer in einer Gasse. Scheinbar war zwischen diesen beiden Heldinnen ein heftiger Kampf ausgebrochen und die Fußgänger der Stadt gerieten in Panik. Nichtsdestotrotz blieb die Schlange vor der neuen Arcade-Maschine bestehen. Niemand wollte seine Gelegenheit aufgeben dieses Spiel zu spielen; Nicht einmal Beast Boy. Er hoffte er könne den Kampf hinter seinem Rücken ignorieren, aber es war zwecklos. Nicht einmal er konnte so verantwortungslos sein. Er musste gehen. Das Spiel… würde warten müssen. Er rief dem Kind hinter sich zu er solle seinen Platz halten und lief raus, von wo aus er die Situation beobachtete. Starfire war schnell und ihre Sternenblitze ebenfalls. Raven übernahm die defensive Rolle und nutzte ihre Magie und eine schützende Kugel um sich zu erschaffen. Diese war stark genug, um die Sternenblitze abzuwehren aber die, die sie warf ließ sich davon nicht beeindrucken. Starfire stieß nach vorne und brach durch das Schild. Obwohl sie dadurch massiv gedrosselt wurde, konnte sie immer noch Ravens Schulter fassen und sie bis auf den Boden herunterdrücken. Ravens Muskeln waren den super außerirdischen Kräften von Starfire haushoch unterlegen, also versuchte sie sich erfolglos von ihrem Griff zu befreien. Es schien als wäre der Kampf gleich vorbei. Während Raven sich nicht bewegen konnte, brauchte Starfire gar nicht ihre Hände, um den letzten Schlag zu machen. In dieser Sekunde, gerade als ihre Augen anfingen zu leuchten, rammte sie eine grüne Ziege mit einer Kopfnuss von der Seite in ein leerstehendes Auto hinein. Beast Boy hat Raven gerettet. Er verwandelte sich zurück und half der Maid wieder auf die Beine. Sie war erschöpft und hechelte. Zudem war sie sehr von Beast Boys erscheinen und Rettungsaktion überrascht.
„Wie kommt es, dass du dich mit mir verbündet hast und nicht mit Starfire?“, fragte sie verwundert.
Beast Boy grinste und enthüllte seinen Gedankengang: „Wusstest du es denn nicht? Ich mochte dich schon immer mehr als alle anderen.“
Die meisten Mädchen würden hier erröten, aber Raven war skeptisch und hob bloß eine Augenbraue. Natürlich konnte Beast Boy nicht länger ernst bleiben und lachte.
„Ich konnte das nicht sagen ohne zu lachen! Mir war in Wirklichkeit bloß aufgefallen, dass Starfires Haare wieder normal und ohne Verlängerungen war. Das war schon ziemlich verdächtig.“
Raven sah ihn wütend an und sagte: „Was überrascht mich mehr? Dass plötzliche Auffassungsgabe oder die Tatsache, dass du der erste bist, der auf meinen Notruf regiert hat?“
Ein Kompliment von Raven. Das war sogar noch seltener als eine doppelte Sternschnuppe. Beast Boy platzte beinahe vor stolz.
„He, he, jeder unterschätzt den Beast Man. Aber der Beast Man ist der zuverlässigste Freund. Eure Hoffnungen sind bei ihm gut aufgehoben!“
Raven war wieder genervt und sie rollte mit ihren Augen, während Beast Boy einen Siegestanz aufführte. Starfire hatte hingegen nichts zu tanzen. Sie war… eher beschädigt als verletzt. Ein Teil ihres Gesichts fehlte; ihr Kinn und ihre rechte Wange um genau zu sein. Sie bestand nicht aus Fleisch und Blut und war auch kein Roboter. Es war nicht 100%ig sicher woraus sie bestand, aber sie hinterließ einige Splitter auf der Straße. Sie kroch aus dem Auto und brach fast zusammen.
„Wenn das nicht Starfire ist, sollten wir sie lieber umbenennen“, sagte Beast Boy, der schon an eine bestimmte Vorstellung hatte „Wie wäre es mit Starfaker? Nein, warte! Fakefire! Das klingt wie ein richtiger Name.“
Scheinbar gestand die sogenannte ‘Fakefire‘ ihre Niederlage ein. Sie attackierte Raven nicht mehr sondern flog davon. Beast Boy war bereit die Verfolgung aufzunehmen aber nur wenn Raven auch mitkommen würde. Sie solle entscheiden, ob sie ihr wirklich verfolgen sollten. Raven bewegte sich nicht und somit hatte sie sich entschieden. Sie wollte sich lieber so bald wie möglich mit Robin und Cyborg zusammentun. Hätten sie sie doch nur zurückgerufen, aber das haben sie nicht. Sie konnten nicht.

Cyborg kam wieder zu Bewusstsein. Er wachte in einem merkwürdigen Ort auf; hinter Gittern aber nicht in einem Gefängnis. Es war ein Käfig auf Rädern. Eines von dem, den der Zirkus verwendet um darin ihre Tiere zu transportieren. Um ihn herum war er sehr dunkel, abgesehen vom Käfig selbst. Er stand in einem Lichtkegel aber direkt hinter diesem Lichtkegel endete die Sichtweite. Glücklicher Weise konnte Cyborgs rotes Auge weitersehen und er erkannte was sich dort befand. Eine Tribüne… eine schräge Wand… Nein, es war ein Zelt; ein großer Zelt. Cyborg schlussfolgerte daraus, dass er sich in einem verlassenen Zirkus befand.
„Cyborg, bist du wach?“, fragte Robin.
Robin befand sich ebenfalls in einem Käfig, aber in einem separaten neben dem von Cyborg im selben Lichtkegel.
„Sie hat dich auch erwischt? Verdammt, wir sind nicht mehr in Form, Mann“, jammerte Cyborg und stand dabei auf.
Robin sah ihre Gefangennahme etwas drastischer als Cyborg.
„Wir wurden im Hinterhalt angegriffen. Mein Waffenarsenal wurde mir abgenommen. Kannst du diese Metallgitter biegen?“
Cyborg sah sie sich genauer an. Sie sahen wie übliche Metallstäbe aus, lediglich ein wenig rostig. Sie waren wahrscheinlich nicht einmal unter Strom gesetzt. Wie konnte jemand erwarten ihn bei so niedrigen Sicherheitsvorkehrungen gefangen zu halten? Cyborg packte zwei benachbarte Stangen und gerade als er seine Muskeln spannen wollte stoppte ihn Robin.
„Halt, warte! Er kommt!“
„Er? Wer ist er?“
Cyborg trat zurück, um die Tatsache zu verbergen, dass er eben ausbrechen wollte.
„Ein alter ‘Freund‘ von uns“, antwortete Robin „Ich habe ihn schon seit der Auflösung der Bruderschaft des Bösen nicht mehr gesehen“
Aus dem Schatten trat er ins Licht. Eine kleine Figur, die auf den Namen „der Puppenkönig“ hörte. Eine kleine Krone auf seinen Kopf, eine doppelkreuzige Fernbedienung sechs verschiedenfarbigen Lichtern an jedes der sechs Enden in seiner Hand und ein unveränderliches Grinsen auf seinem hölzernen Gesicht.
„Wie nett, dass du es uns überlässt unsere Körper zu bewegen.“, sprach Cyborg auf ihn herab. „Was hast du dir denn für heute vorgenommen? Was könntest du schon im petto haben, dass dich glauben lässt, dass du mit deinen bösen Taten Erfolg haben wirst?“
Der Puppenkönig antwortete nicht. Stattdessen ging er an ihm vorbei und auf einen Tisch zu.
„Hey! Sieh mir wenigstens in die Augen, wenn ich mit dir rede! Wie hast du dich wiederbeleben können?“, rief Cyborg wütend.
Der kleine Bösewicht ignorierte seine Gefangenen völlig. Er schien nicht einmal ihre Gegenwart wahr zu nehmen.
„Es nützt nichts, Cyborg“, sagte Robin „Der verhält sich schon die ganze Zeit so. Er hat sich in seiner Art ziemlich geändert. Vielleicht will er etwas vor uns geheim halten:“
Es lagen viele Werkzeuge auf dem zuvor erwähnten Tisch. Unter anderem einen Hobel. Dafür war der Puppenkönig gekommen. Er nahm es und ging denselben Weg zurück, den er gekommen war. Plötzlich, gerade als er nahe Robins Käfig war, nutzte Robin die Gelegenheit und warf sich flink auf seine Knie und streckte seinen Arm durch das Gitter bis er den Nacken der Marionette packen konnte. Dann zog er ihn zu sich an das Gitter und wickelte seinen anderen Arm um seinen Hals. Cyborg, der selbst von Robins Aktion überrascht war, freute sich wahnsinnig und riet Robin ihm so schnell wie möglich die Fernbedienung abzunehmen bevor er damit irgendwelche Schwierigkeiten anstellen konnte. Das tat er auch. Er packte das Gerät und zog es in seinen Käfig. Der Puppenkönig ließ allerdings nicht los. Somit zog Robin noch fester daran, sogar mit beiden Händen. Er würde es sogar riskieren ihm den Arm abzureißen. Doch dann hörte er auf; ihm war etwas Dubioses aufgefallen.
„Sag mal, Cyborg“, sprach Robin „War die Fernbedienung schon immer aus Teil desselben Stück Holz wie seine Hand?“
Cyborg war verwirrt. Was war das denn für eine Frage? Nichtsdestotrotz dachte er darüber nach. Soweit er sich erinnern konnte war die Fernbedienung ein separates Holzwerk, das der Puppenkönig im Feuer verloren hatte. Bevor Cyborg auf Robins Frage antworten konnte, kam er auch schon mit der nächsten Frage.
„Und waren die kleinen Lichter an der Fernbedienung schon immer normale LED-Lampen?“
Das wäre im Widerspruch der Sinns eines solchen Geräts. Die Lichter sollen gefangene Seelen sein und keine putzige Dekoration.
„Ähm… ich schätze mal nein“, antwortete Cyborg.
Auf einmal glitt der Puppenkönig aus Robins Fingern als er gerade nicht allzu sehr aufpasste und flog unkontrolliert in die Dunkelheit hinein. Dann wurde es für kurze Zeit still. Die gefangenen Helden hatten keine Ahnung was hier vor sich ging. Dann kam jemand Neues. Jemand großes in einem braunen Trenchcoat und passendem Hut, wodurch diese Person aussah als köme er direkt aus einem Western-Film. So konnte man weder seinen Körper noch sein Gesicht sehen. Somit gab es auch nicht mehr, was man über sein Aussehen preisgeben könnte. Der Puppenkönig hing scheinbar leblos an Fäden neben dem Mann. Offensichtlich war er es, der den Puppenkönig kontrollierte. Das könnte die leblosere Haltung der Marionette erklären.
„Und? Wer bist du jetzt?“, fragte Cyborg, der sich vor diesem gruseligen Mann nicht einschüchtern lassen wollte.
Der Mann antwortete in tiefer, ruhiger Stimmlage: „Ich wisst bereits, wer ich bin.“
Cyborg und Robin sahen sich gegenseitig an um zu überprüfen, ob der jeweils andere wusste wen sie vor sich hatten. Scheinbar tat es keiner. Dann kam noch jemand. Es war Starfire, oder eher Fakefire. Robin war sich an dieser Stelle auch schon sehr bewusst, dass sie nicht die echte Starfire war. Der Mann im Trenchcoat sah sich Fakefires Gesicht und ihr Gerippe an. Dies waren die beiden Stellen, die von Beast Boy am meisten beschädigt wurden.
„Was ist sie genau?“, flüsterte Robin zu Cyborg „eine Art hölzernes Abbild von Starfire? Sie hat uns doch gefangen genommen, nicht wahr?“
Cyborg nickte: „Es ist schon ein ziemlich gutes Abbild. Mit denselben Fähigkeiten und derselben Stärke wie das Original. Einzige Ausnahmen sind ihre Beschaffenheit und diesen Fäden.“
Robin war das gar nicht aufgefallen bis Cyborg es erwähnte, aber mehrere sehr dünne Fäden waren an den Körperteilen von Fakefire verbunden und führten unter den Trenchcoat des Mannes. Selbiges galt für den Puppenkönig.
Als der Mann Fakefire fertig inspiziert hat, sagte er: „Nun ist es auch egal. Jetzt sind wir dem Rest ohnehin zahlenmäßig überlegen, also ist es Zeit für unseren Frontalangriff.“
Robin gefiel das gar nicht. Er entschied, dass es Zeit war einzugreifen.
„Cyborg! Brich aus! Jetzt!“, schrie er und Cyborg gehorchte.
Seine Roboterarme packten zwei benachbarte Stangen und er versuchte sie zu biegen… nur leider stellte sich dies als schwerer heraus als erwartet. Er zog und zog, doch es war zwecklos. Das Gitter bewegte sich kein Stück.
„Komm schon, Cyborg! Ich weiß, dass du es schaffst! Biege fester!“, motivierte ihn Robin. Immerhin gab es sonst nichts, das er tun könnte.
„Es geht nicht“, schrie Cyborg erschöpft „Es ist als würden mir meine Muskeln nicht gehorchen!“
Was meinte er nur damit. Es war für Robin zunächst ein Rätsel, bis er dann…
„Cyborg, deine Arme!“
Cyborg sah sie sich schnell an. Auf dem ersten Blick schien alles in Ordnung zu sein. Als er dann mit seinen Fingern über seine Ellenbogen streifte, stieß er an etwas Elastisches aber Scharfes an. Cyborg verdrehte seinen Kopf soweit er konnte, war aber nicht in der Lage zu erkennen, was es war. Robin hingegen konnte es.
„Es sind Fäden! Dieselbigen wie die am Puppenkönig. Er versucht dich als Marionette zu verwenden. Schnell, zerreiße sie!“
Gerade als Robin dies gesagt hat wurde er selbst von solchen Fäden attackiert. Robin musste schnell handeln. Er dachte sich, dass die beste Möglichkeit sich vor ihnen zu schützen es wäre sie festzuhalten. Das war eine schlechte Idee. Sie waren so dünn und glatt, dass Robin sie nicht im Griff halten konnte. Sie rutschten durch und schnitten dabei auch in seine Hand. Robin hatte keine andere Wahl als sie loszulassen. Ihm gingen die Möglichkeiten aus; es schien keinen Ausweg für ihn zu geben. Als erstes verbanden sich die Schnüre mir den Rückseiten seiner Hände. Es tat nicht weh, fühlte sich aber ziemlich unangenehm als sie durch die Haut gingen und die Nerven erreichten. Danach waren die restlichen Körperteile dran sein. Von nun an wehrte sich Robin auch nicht mehr. Ein letzter Faden drang durch seinen Hinterkopf ein. Das zappeln endete für Robin und ebenso für Cyborg, der auf dieselbe Art und Weise gefangen wurde.
„Du… DU bist der Puppenkönig… nicht wahr?“, stellte Robin fest.
Dann weiteten sich seine Augen. Sein Körper gehorchte ihm nicht mehr. Fakefire schoss die Schlösser der beiden Käfige auf und die Türen öffneten sich. Cyborg und Robin kamen heraus, aber sie gingen nicht; sie wurden von den Fäden getragen. Nun war es Zeit für den Frontalangriff des Puppenkönigs. Dieses Mal würde er persönlich dabei sein, aber erwartet nicht, dass er noch etwas anderes tut außer seine Marionetten zu befehligen.

Starfire und Wildfire sind in der Erdatmosphäre eingetreten und haben sogar Jump City erreicht. Es war nun schon nach Mitternacht und die Straßen und Gebäude waren beleuchtet. Wildfire war von dieser Aussicht fasziniert.
„Wow, es sieht so schön aus. Die meisten Zivilisationen bauen auf Bergen und Hügeln. Aber diese Häuser stehen auf ebenen Flächen. Und sie sind so quadratisch gebaut, das ist witzig!“
Er sprach dabei von den Wolkenkratzern, die von oben wie einfache Vierecke aussahen. Starfire teilte nicht dieselbe Nostalgie. Sie sorgte sich zu sehr um ihre Freunde. Auf dem Display ihres Kommunikators waren zwei blinkende Punkte in einem Koordinatennetz. Das waren die Aufenthaltsorte von Raven und Beast Boy; weitere Punkte gab es nicht. Starfire konnte in etwa einschätzen, wo sie waren, also packte sie ihr Gerät ein und überblickte die Ortschaft mit ihren eigenen Augen. Wildfire folgte ihr dabei wie ein guterzogenes Kind. Er war ein wenig traurig darüber, weil seine Schwester ihn so hinterhertraben ließ. Auf der Party hatte sie jede freie Sekunde mit ihm verbracht, doch jetzt wurde sie von ihren Kameraden kontaktiert und ihre gute Laune was passé. Diese Kameraden mussten ihr sehr wichtig gewesen sein. So wichtig wie ihre eigene Familie.
Auf einmal raste ein leuchtendes Etwas von oben herab und schlug Starfire gnadenlos gegen ihre Wange, die dann wie ein abgeschossener Vogel in Richtung Erde abstürzte. Wildfire war noch gar nicht in der Lage nachzuvollziehen, was eben passiert war. Vor allem wusste er gar nicht, was er sagen sollte als er merkte, dass der Angreifer so aussah wie seine Schwester mit äußerst finsterem Blick. Fakefire starrte ihn mit funkend grünen Augen und böser Miene. Sie floss ihm Angst ein sodass er vor Horror wie gelähmt war. Zu seinem Glück war er aber nicht ihr Ziel. Sie flog Starfire nach, die sich von dem Schlag noch immer nicht erholen konnte und noch immer abstürzte. Erst nach einer Sekunde erkannte Wildfire, dass er seinen vorübergehenden Trauma überwinden und seine Schwester unterstützen musste. Er flog Fakefire nach und war kaum schneller als sie, aber es genügte. Er schaffte es sie am Bein zu packen und sie abzubremsen. Natürlich konnte sie nicht zulassen, dass jemand ihrem Auftrag im Weg sein würde. Sie warf einen ihrer Sternenblitze auf ihn und er musste sie loslassen, damit er seine Arme schützend vor sich halten konnte. Zwar tat es dennoch weh, jedoch konnte er so zumindest größeren Schaden an seinem Körper verhindern. Nun schien er Fakfires neues Hauptziel zu sein, denn sie blieb stehen und wandte sich ihm zu. Wildfire war im Kampf nicht halbwegs so gut trainiert wie Starfire, die jede Woche sich in neue Gefechte stürzte. Wenn Fakefire tatsächlich so stark wie ihr Original sein würde, dann würde die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg zugunsten Wildfires eher gering ausfallen.
Fakefire machte den ersten Zug und schlug und trat ihn im Nahkampf. Wildfire blockte und wich aus so gut er konnte, jedoch sah er für sich keine Möglichkeit einen Gegenangriff zu starten. Somit würde er auf jeden Fall den Kampf verlieren, immerhin konnte er nicht ewig so weitermachen. Schließlich fand Fakefire eine Lücke in seiner Verteidigung und schlug mit einem Strahl aus ihrer Hand zu, der den Jungen in seiner rechten Brust traf. Wildfire konnte sich nicht mehr in der Luft halten stürzte ab so wie es seine Schwester tat. Fakefire machte sich zum letzten Streich bereit. Sie streckte ihren rechten Arm aus und lud ihre Energie in der geballten Faust, während sie unnachgiebig auf ihn zielte. Als sie fertig lud, schoss sie, doch um ein Hundertstel einer Sekunde zuvor war Starfire zurück an der Bildfläche und packte auf energische und brutale Art und Weise ihren Arm, wodurch sie nur um ein paar Grad ihr Ziel verfehlte. Nun war es Starfire, die mit leuchtenden, funkenden Augen und einem einschüchternden Blick den Doppelgänger anstarrte. Mit nur einer Hand hatte sie immer noch ihren Arm durch brutale Kraft aus Wut im Griff und brach ihn ihr beinahe ab. Wäre es der Arm eines Menschen gewesen, wären mehrere Knochenbrüche mit Sicherheit das Resultat gewesen.
„Du wirst dich nicht an meinen Bruder vergreifen!“, drohte sie der hölzernen Angreiferin.
Sie umhüllte die Hand, mit der sie Fakefires Arm hielt, in ihre grüne Energie, wodurch sie sich erhitzte und langsam eine Brandmarke im Holz hinterließ. Dann schoss sie einen Energiestrahl aus ihren Augen gegen die Schulter des Armes, wodurch er sofort abbrach. Es war keine Überraschung, dass Starfire wieder das neue Hauptziel war. Fakefire, die offensichtlich keine Schmerzen empfindet, war ihr Körperteil egal und kämpfte nun sogar noch aggressiver. Trotz ihres unausweichlichen Nachteils kämpfte sie dennoch mit sehr viel Ehrgeiz. Als Starfire versuchte sie zu schlagen, wich sie knapp aus, indem sie ihren Kopf leicht zur Seite neigte. Die einarmige Marionette nutzte dann die Gelegenheit und Griff nach Starfires Hand und wirbelte sie um sich als sie sich um ihre eigene Achse drehte. Dann ließ sie los und schoss ihr gleich einen weiteren Sternenblitz hinterher. Starfire konnte dem Geschoss entkommen und bewegte sich schnell zu ihrer Feindin zurück. In Hochgeschwindigkeit raste sie auf sie zu, packte sie und schob sie ungebremst weiter durch die Luft. Der Luftwiderstand war dabei so groß, dass sich Fakefire kein Stück bewegen konnte und sich damit auch nicht befreien konnte. Wildfire hatte seine Orientierung schon längst wiedererlangt und beobachtete den Kampf. Als es dann aber zu dieser Situation kam, in der Fakefire bewegungsunfähig war und durch die Luft geschoben wurde, kam er auf die Idee jetzt zuzuschlagen. Er sammelte seinen Mut und machte sich auf den Weg zu einem Ort in der Luft, die auf der Flugbahn der beiden Kampferinnen lag. Dann vereinte er seine außerirdischen Kräfte und flog den beiden entgegen. Er wollte die unvorteilhafte Situation von Fakefire ausnutzen. Starfire in Höchstgeschwindigkeit und Wildfire in Höchstgeschwindigkeit rasten aufeinander zu und zerdrückten die Marionette zwischen ihnen in einer gewaltigen Explosion, in der von ihr nichts übrig blieb außer ein paar harmlose, kleine Splitter. Selbst die beiden Geschwister erwarteten kein derartiges Ergebnis. Ihre kombinierten Kräfte waren weitaus stärker als jede Kraft, die ein einzelner Tamaraner zusammenbringen konnte. Die beiden umarmten sich. Sie haben ihre Gedanken sammeln können, nachdem sie von dem Ausmaß ihrer Zusammenarbeit erstaunt waren. Endlich war Starfire in der Lage etwas von sich geben zu können.
Sie nahm etwas Abstand von ihrem Bruder und sagte: „Du bist stärker, als ich es mir vorgestellt habe. Ich kann dir gar nicht sagen wie stolz ich auf dich bin.“
Wildfire lächelte und antwortete: „Das ist wieder etwas, was ich eher sagen sollte. Verglichen mit dir und Blackfire bin ich lediglich eine Novize.“
Dieser emotionale Moment wurde von einer anderen lauten Explosion in der Ferne unterbrochen. Das Geschwisterpaar ging dem nach.

Raven und Beast Boy sind inzwischen dem Puppenkönig begegnet zusammen mit seinen beiden neuen ‘Handlangern‘, Cyborg und Robin. Nachdem sie versucht haben den manipulierten Titans wieder zu Verstand zu rufen, merkte Raven, dass sie gegen ihren Willen kontrolliert werden und dass die Fäden an ihnen der Schlüssel dazu war. Zusammen mit Beast Boy gaben sie ihr bestes ihren Angriffen auszuweichen und sie beim Versuch die Schnüre zu durchschneiden nicht zu verletzen. Raven nutzte ihre Magie und formte sie zu scharfen Keilen, die sie wiederholt gegen Robins Fäden schoss. Es war jedoch zwecklos. Während sie damit beschäftigt war, kam Robin von hinten, packte Ravens Umhang, wirbelte sie kurz umher und sprang dann hoch und trat sie gegen ihre Hüfte. Zwar konnte sie den Rückstoß abbremsen, aber der Schmerz, den sie erhielt, hielt sie davon ab sie weiter fortbewegen zu können. Mit einer Hand hielt sie sich ihre Verletzung und mit der anderen zauberte sie einen Strom aus Magie, der Robin wie ein fließender Bach zurückhielt auch wenn er versuchte dagegenzuhalten. Er hielt sich an einer Straßenlaterne in seiner Nähe fest, um zu verhindern, dass er völlig weggespült wird. Währenddessen wich Beast Boy in Form einer Fliege Cyborgs Schlägen in der Luft aus. Wie im Alltag bewies sich die Methode eine Fliege in der Luft zu schlagen als sehr zwecklos. Nun bereitete er auch seine Schallkanone vor. In Folge darauf kam ihm Beast Boy ganz nah und flog ihm vors Gesicht. So konnte er nicht ins Visier von ihm genommen werden. Letztendlich schoss Cyborg bloß auf die naheliegenden Gebäude, während sein grüner Kumpel unbeschadet blieb. Im sanften Licht des Mondes und der Sterne waren die hauchdünnen Fäden sichtbar, denn sie reflektierten das Licht. Somit wusste Beast Boy genau wie er seinen nächsten Zug planen sollte. Er verwandelte sich in eine Krabbe und mit eines seiner harten Scheren fasste er im freien Fall einen der Schnüre und hoffte, dass die Gravitation den Rest machen würde. Doch das tat es nicht. Beast Boy hing bloß da und verursachte keinen Riss. Das war es dann für ihn. Cyborg ergriff seinen ganzen Körper mit seiner übergroßen Hand und hielt ihn vor sich in der Luft. Er holte aus, um ihm einen mächtigen Schlag zu versetzen, dem er nicht ausweichen könnte. Als seine letzte Bastion verwandelte er sich zurück in seine normale Form und sprach verzweifelt mit seinem ehemaligen Verbündeten.
„Ich bitte dich, Cyborg! Noch ist es nicht zu spät wieder zu Verstand zu kommen! Weise den bösen Einfluss von dir zurück!“
Cyborg zögerte seinen Schlag heraus. Womöglich hatten Beast Boys letzte Worte tatsächlich eine Wirkung. Nun nahm er auch seine Faust runter. Ein großes Gefühl der Erleichterung überkam Beast Boy als er sah, dass sein alter Kumpel ihn verschonen würde. Doch plötzlich fühlte er, wie sich von hinten einige Fäden seine Handschuhe durchdringen und dann auch seine Haut. Er kreischte auf und versuchte sie in Panik wieder herauszuziehen. Solange aber weder Cyborg noch die Schnüre ihn loslassen würden, war er gefangen, also rief er nach Hilfe. Natürlich war die einzige Person, die seinen Hilferuf mitbekommen konnte Raven, die inzwischen oben in der Luft war und Robin im Nahkampf bekämpfte. Die Faden an Robins Körper erlaubten es ihm sich auch in der Luft bewegen zu können. Das machte aus ihm einen noch gefährlicheren Gegner, auch wenn Raven sich eben noch so gegen ihn behaupten konnte. Aber als sie hörte, wie auch der letzte männliche Teen Titan zu einer willenlose Puppe wurde, musste sie auf Risiko gehen. Um die große Distanz zwischen ihnen zu überwinden, zauberte sie eine große, schwarze Hand aus ihrer Magie und schickte sie dem Grünling entgegen in der Hoffnung, dass sie ihn so erreichen und den Bösen rechtzeitig entreißen kann. Doch da kam ein Schuss und löste ihre Hand im Flug in einer großen Explosion auf. Es war die Explosion, die Starfire und ihr Bruder in der Distanz erblickten. Das Geschoss, das Ravens Magie stoppte kam von Cyborgs Schallkanone, der ihre Absicht vorhersah und präventiv zerschlug. Raven hatte keine andere Wahl als selbst hinzufliegen auch wenn es länger dauern würde dies zu tun. Soweit kam es aber nicht, denn Robin hatte etwas dagegen. Er nahm seinen Stab und drückte ihn von hinten gegen Ravens Hals und zog ihn fest zu sich wobei er ihr aber auch dabei Schmerzen zufügte. Nun war es für Beast Boy endgültig vorbei. Eine weitere Schnur drang in sein linkes Bein ein, dann noch eine in sein anderes bis schließlich eine sich letzte in seinen Hinterkopf einschleuste. Ab da wehrte er sich auch nicht mehr. Seine Augen weiteten sich und Raven rief so laut sie in ihrer Situation konnte seinen Namen, doch er konnte ihr nicht mehr antworten. Raven machte sich durch ihre magischen Fähigkeiten Transparent und entkam so Robins Würgegriff. Nun war sie gänzlich in der Unterzahl. Robin, Cyborg, Beast Boy und die Fäden kreisten sie ein. Es schien Hoffnungslos für sie zu sein den morgigen Tag noch zu sehen. Der Puppenkönig, der die ganze Zeit nichts mehr tat als seine Marionetten zu navigieren, bemerkte eben, dass er mehr Fäden übrig hatte, als er in Erinnerung hatte. Ihm fiel auf, dass sie von seiner Kreation, Fakefire, stammen, die zerstört wurde.
„Wie schade“, flüsterte er „da hat es meine zweitbeste Arbeit es wohl hinter sich gebracht. Aber gut, dass ich zumindest das Original meiner Sammlung hinzufügen werden kann.“
Starfire und ihr Bruder kamen soeben an. Doch zu spät. Sie konnten nur noch bezeugen, wie das letzte andere Teammitglied von dem bösen Mann übernommen wurde. Beide konnte gar nicht fassen, was hier vor sich ging. Starfire brauchte einige Zeit, um zu verstehen von was sie hier Zeugin wurde.
„Also, sind das die Feinde?“, fragte Wildfire und war drauf und dran sich zum Kampf bereit zu machen.
Starfire bremste aber seinen Enthusiasmus ab.
„Nein, dass die Freunde.“
‘Die Freunde‘ haben noch nicht gemerkt gehabt, dass sie sich hier befanden, also nutzte Starfire die Gelegenheit die Umgebung zu überprüfen. Das Erste, das ihr auffiel waren die merkwürdigen roten Bänder, die von den Körpern ihrer Freunde kamen. Sie führten direkt zu dem angsteinflößenden Mann im braunen Mantel. Starfire zählte zwei und zwei zusammen und nahm an, dass er derjenige war, der für den Angriff durch Fakefire verantwortlich war und auch für den Notruf, den sie von Raven bekommen hat.
„DAS ist der Feind!“, fügte sie hinzu und schoss einen Sternenblitz auf ihn. Der Puppenkönig sah es, doch er schien sich gar nicht die Mühe zu machen dem aus dem Weg zu gehen. Stattdessen kam Robin ihm zum Schutz und mit weit gestreckten Armen erwartete er den Schuss. Starfire hielt vor Schock sich ihre Hände vor ihren Mund, denn sie konnte ihren Angriff nicht mehr rückgängig machen und erahnte, welches schlimme Ende dies nehmen würde. Ihre Energiekugel traf Robin und explodierte, wobei es Robins Kostüm und seine Haut stark ansengte. Starfire konnte nicht anders als sich extrem schuldig zu fühlen auch wenn sie dies unmöglich hätte vorhersehen können.
„Robin! Was ist nur los? Bitte sag es mir!“, schrie sie.
Robin antwortete nicht. Er krümmte sich nicht einmal vor Schmerz. Er war wie ein Untoter. Inzwischen gingen die anderen Titans zum Angriff über. Cyborg sprang weit hoch und schlug Wildfire nieder. Er stürzte zu Boden, doch ehe er den Boden erreichte fing ihn Beast Boy in Gestalt eines Gorillas auf und warf ihn dann mit Wucht in die nächste Mauer hinein. Starfire war geschockt zu sehen, wie ihre besten Freunde mit ihrer vertrauten Familie umsprangen. Sie wollte ihm so schnell es ging unter die Arme greifen. Leider kam sie nicht  sehr weit. Ravens Magie packte sie fest am Bein, was ihr gar nicht auffiel, bis sie merkte, dass sie nicht vorankam. Als sie es dann aber bemerkte, versuchte sie sich mit bloßen Händen davonzureißen. Doch bevor sie das tun konnte, wurde sie umhergewirbelt und dann auf den festen Aspahltboden geknallt. Sie hinterließ dort große Risse. Danach wurde sie erneut hochgehoben und wieder in dieselbe Stelle geknallt. Nun war die Straße für Autos völlig unbefahrbar und Starfire brauchte etwas Zeit um sich davon zu erholen. Die bekam sie aber nicht umsonst. Raven hob durch Telekinese einen nahestehenden LKW und ließ ihn über Starfire fallen. Starfire konnte sich nicht in Sicherheit bringen, denn Ravens Magie hat sie immernoch am Bein gepackt. Die einzige Möglichkeit für sie nicht unter dem Gewicht des Fahrzeugs zerdrückt zu werden war es, indem sie auf Raven zufliegt anstatt von ihr davon. Und das tat sie auch und zwar gerade noch rechtzeitig, bevor das Schwergewicht auf den Boden einschlug und eine große Staubwolke verursachte. Starfire nutzte ihren Schwung und rammte Raven, die unvorbereitet auf diesen Angriff war.
Für einen kurzen Moment hatte Starfire Zeit die Situation zu überblicken. Ihr Bruder war in Gefahr, aber das waren ihre Freunde auch. Ihr war klar, dass die einzige Möglichkeit einen Sieg aus diesem Kampf zu machen, es war die Wurzel des Bösen herauszureißen, also den Mann, der alle Fäden zog… buchstäblich. Sie sah ihn an. Er stand nur da und bewegte sich nicht. Er nahm an, dass er hinter seiner Leibgarde, Robin, der noch immer seine Arme ausgestreckt hatte um jegliche Geschosse abzuwehren, sicher wäre. Starfire entschied, dass sie ihm im Nahkampf begegnen musste, also flog sie auf sie zu. Sie hatte einen Plan. Während Robin voll und ganz darauf bedacht war ein Schild für seinen Herrn zu sein, ging Starfire davon aus, dass sie keine Schläge von ihm zu erwarten hatte, wenn sie ihm nahe kommen würde. Sie wollte Robin fest aber vorsichtig beiseite stoßen und dann den Mann mit ihrer übermenschlichen Stärke k.o. hauen. Klang in Theorie ganz gut. Als sie dem Puppenspieler näher kam, holte sie für ihren Schlag aus, doch dann geschah etwas Unerwartetes. Robin bewegte seine Hand zu seinem Gürtel und zog ein kleines explosives Gerät hervor. Starfire konnte nicht so schnell reagieren wie er sich bewegte und so warf er dieses Gerät direkt auf sie zu und in einem hellen Blitz gefror ihr Kopf mit einer dicken Eisschicht. Starfire schrak zurück und das Eis verschlechterte zunehmend ihre Sicht. Robin war aber noch nicht fertig. Sprang auf Starfires Höhe und brach mit seiner Faust durch das Glas bis er ihr Gesicht erreichte. Wieder fiel Starfire zu Boden. Dieses Mal womöglich zum letzten Mal. Selbst für sie war das zu viel und sie kämpfte damit wieder auf die Beine zu kommen. Sie kroch auf allen Vieren aus dem Loch heraus, dass ihr Sturz verursachte und sie sammelte ihre letzten Reserveenergien, die sie noch in sich hatte. Doch da fesselte etwas ihre Arme und Beine. Es war Ravens Magie. Sie hielt Starfire vor den Puppenkönig und streckte dabei ihre Arme und Beine soweit es ging, damit sie sich nicht wehren konnte. Nun war sie der Gnade des Puppenspielers völlig ausgeliefert. Zwischendurch hat auch Wildfire wie erwartet den Kampf verloren gehabt. Beast Boy hatte ihn fest im Griff und Cyborg hielt die ganze Zeit seine Waffe auf ihn gerichtet. Das sollte noch zusätzlich verhindern, dass Wildfire keine unvorhergesehenen Aktionen durchführt. Der Puppenkönig war nun sicher genug, um an Robin vorbei zu gehen sich vor Starfire zu stellen. Es gab nichts mehr, was ihm in seinen Augen noch seinen Plan vereiteln konnte und Starfire fiel auch nichts mehr ein.
„Erneute Grüße an dich, Starfire. Eher als erwartet kann ich die letzten Bedingungen für meinen Meisterplan erfüllen. Fünf Helden weniger, die ich loswerden müsste und fünf weitere Kämpfer an meiner Seite. Das lief besser als erwartet.“, sagte er.
Starfire strengte sich an, um ihm eine Frage stellen zu können: „Erneut? Wer bist du?“
„Ach ja, du weißt es noch gar nicht, oder?“, bemerkte der Puppenkönig „Aber ist es denn noch wichtig? Jetzt wo ich euch alle fünf da habe, kann ich euch ebenso eine kurze Zusammenfassung geben wie die letzten Wochen für mich, den Puppenkönig, gelaufen waren.“

Eine Rückblende zeigte was er erzählte.
„Nach der Bruderschaft des Bösen war mir klar, dass ich einen neuen Körper brauchen würde. Einen, der meine Magie nicht hemmen würde. Ich würde niemals die Ausmaße meiner Kraft erkennen können, wenn ich in meiner alten Form geblieben wäre. Oft habe ich die Seelen anderer bewegt aber nie tat ich es mit meiner eigenen. Es war gefährlich, doch für mich gab es keine andere Wahl.“
In der Rückblende sieht man den Puppenkönig in seinem alten Köper im Zirkuszelt, wo er scheinbar hauste. Mit einem Hobel arbeitete er an dem Holzstück, das sein neuer Körper werden sollte. Er war schon fast fertig. Die Beine waren noch etwas rau und noch nichts war bemalt, aber es war ihm egal. Er nutzte das meiste seiner Zeit und Mühen an dem Kopf. Er hatte sogar einen Werbeflyer einer Fernsehserie an ein Brett neben sich gesteckt, das er als Vorlage verwendete. Die Fernsehserie hieß „Western Side Stories“ und hatte einen gutaussehenden Cowboy mit braunem Hut und Mantel auf dem Cover. Obwohl der Puppenkönig nie sein neues Gesicht zeigte, hatte er doch mit ziemlicher Sicherheit das des Schauspielers, der den Cowboy spielte. Als der Puppenkönig fertig war, steckte er den Flyer auf die andere Seite desselben Bretts. Er hat viele Kerzen auf der Zirkusbühne aufgestellt und angezündet, die den immer dunklen Ort erhellten. Dann meditierte er und nutzte seine Magie und die Zeremonie um seine Seele in den neuen Wirt zu bewegen. Das war die gefährliche Stelle, die er vorher angesprochen hat, doch es war kein Geheimnis, dass es ohne Komplikationen klappte. Er war sehr zufrieden damit und zog sich dann so an, wie er nun vor Starfire stand. Das war die Geschichte, wie er zu seinem neuen Ich gelangte, aber es gab noch mehr zu erzählen.
Später habe ich nach einem Weg gesucht euch zu besiegen. Die Kraft meiner Magie war an ihrem Höchstpunkt angelangt, aber das alleine würde nicht ausreichen um die Titans von der Bildfläche zu schaffen. Ich hatte vor euch zu Marionetten zu machen, so wie ich es jetzt auch geschafft habe. Allerdings zeigten meine Untersuchungen, dass der Plan nicht klappen würde. Und dann gab mir jemand einen Hinweis…“
In der Rückblende sah man den Puppenkönig wie er an einer neuen Puppe arbeitete. Es war eine Kopie seines alten, kleinen Körpers außer, dass er die Fernbedienung in seiner Hand dazu schnitzte. Danach nahm er Fäden aus Seide und versuchte die Marionette mit seiner Magie zu bewegen. Als seine Kräfte jedoch durch die Schnur ging, erhitzte sie sich bis die Schnur schließlich durchbrannte. Später versuchte er Fäden aus dünnem biegbarem Metall. Diese beweisen sich als widerstandsfähig, jedoch waren sie zu steif, um praktisch einen guten Nutzen zu haben; vor allem im Gefecht. Also probierte er es weiter und weiter mit verschiedenen Materialien, doch keines erwies sich als Lösung, denn sie würden alle unter zu großer Belastung abreißen. Enttäuscht von diesem Ergebnis, besuchte der Puppenkönig eine Kneipe, wo er sich ein Getränk bestellte so wie es die Hauptfigur aus „Western Side Stories“ immer tat, auch wenn er gar nicht trinken konnte. An dieser Bar traf er eine Person, mit der er ins Gespräch kam. Es war diese unbekannte Frau, die sagte: „Wussten Sie, dass das abgeschnittene Haar eines Tamaraners das stärkste Material im Handwerk ist? Und ich hörte, dass diese Starfire eine Tamaranerin ist.“
Der Puppenkönig fuhr fort: „Wie jemand an dieses Wissen gelangen soll war mir schleierhaft. Es klang wie ein gemeiner Scherz. Es war zu gut, um wahr zu sein, doch ich war verzweifelt genug um es dennoch zu probieren.“
In der Rückblende arbeitete der Puppenkönig nun an eine neue Figur. Es war die, die Starfire so ähnlich sah und man musste zugeben: er machte dabei einen ziemlich guten Job. Als er fertig war, infiltrierte er sie in den tower der Titans. Das Sicherheitssystem funktionierte, indem es Formen scannte. Als es dann Fakefire scannte, ging der Alarm nicht los. Die Türen öffneten sich sogar automatisch für sie. Sie musste nur noch Starfires Zimmer finden und das tat sie auch. Starfire war im Tiefschlaf und bemerkte nichts, als der Eindringling mit einem Messer in ihr Zimmer kam. Fakefire hätte sie einfach abstechen können, doch das war nicht, was der Puppenkönig wollte. Sie und die anderen Titans als Schoßhunde zu haben war ihm viel lieber. Also nahm Fakefire vorsichtig ihre Komplette Haarpracht und über ihrem machte sie den Schnitt. Mit den frisch geernteten Haaren ging sie von dannen. Zurück im Zirkuszelt untersuchte der Puppenkönig den Fund. Sie sahen aus wie normale, rote Haare. Er nahm ein einzelnes in die Hand und teilte es mühelos mit seinen Fingern.
„Was für eine Zeitverschwendung“, murmelte er und ging.
Doch während seiner Abwesenheit verpasste er eine wichtige Entwicklung. Das Haar begann zu wachsen. Nach vielen Stunden war der böse Puppenspieler zurück und sah, dass etwas passiert ist. Er nahm das deutlich länger gewordene Haar und zog es wieder auseinander. Aber es riss nicht. Er machte einen extremeren Test. Neben seiner Arbeitsbank hatte er eine Handsäge in Bereitschaft. Er klemmte das Haar und klemmte es in zwei Schraubstöcke. Nun nahm er seine Säge und bewegte langsam näher und näher daran, bis er festen Kontakt damit hatte. Sofort kam seine Vorwärtsbewegung zum Stoppen und der Schwung, den er einsetzte erschütterte ihn und die komplette Werkbank. Er überprüfte das Haar ein weiteres Mal und er sah, dass es unbeschädigt war. Dann war es doch kein Märchen. Sein Plan konnte doch gelingen. Natürlich wollte er die Metallsträhnen an Fakefire mit diesen Haaren austauschen und was von da an passiert ist, ist allen bekannt.

Zurück in der Gegenwart bewegte der Puppenkönig seine Fäden bedrohlich um Starfire herum, bereit die Kontrolle über sie zu übernehmen. Jetzt wusste sie weshalb sie rot waren.
„Du meinst, das sind meine Haare?“, fragte sie nach.
Der Puppenkönig nickte.
„In der Tat. Und wenn ich dich in meinem Repertoire habe, werden sie mir niemals ausgehen. Ich bin mir sicher, dass es noch viele beachtliche Kämpfer gibt, die ich rekrutieren könnte.“
Wildfire war nicht stark genug, um sich von Beast Boys Umklammerung zu befreien. Er konnte seiner lieben Schwester nicht helfen. Nicht aufgrund seiner Entschlossenheit, sondern aufgrund seiner physischen Kräfte. Er war zu schwach und dies brach ihm das Herz. Er war gleich hier, bloß ein paar Schritte von ihr entfernt und er musste zusehen, wie seine Schwester und die Teen Titans im Ganzen zu Ende gehen würden. So viel Gutes hat er über sie gehört doch das Einzige, das er von ihnen sehen konnte war ihr Untergang. Auch wenn eine Waffe auf ihn gerichtet war, schrie er Starfires Namen laut aus; vergebens. Das Selbe geschah nun mit ihr wie mit Cyborg, Robin, Beast Boy und Raven in dieser Reihenfolge vor ihr. Erst Arme und Beine - es gab keinen Grund mehr für Raven sie festzuhalten - dann der Kopf, die Übernahme ihres Verstandes. Es war vollendet. Eine vollständige Sammlung der Teen Titans, die in der Lage wäre die komplette Stadt zu übernehmen, wenn der Puppenkönig es denn so wollte. Er musste nur noch entscheiden, was er mit dem weniger beeindruckenden Tamaraner machen sollte. Er hatte nicht vor auch nur ein Haar an ihm zu verschwenden. Er trat vor ihn und inspizierte ihn ein wenig.
„Ich denke mal, dass ich dich loswerden sollte.“, entschied er.
Er zückte ein Messer. Es war dasselbe Messer, dass Fakefire nutzte, um Starfires Haare zu rauben. Es war auch eine häufig genutzte Waffe des Cowboy-Helden. Scheinbar wollte der Puppenkönig es selbst erledigen. Er machte zum Stich bereit und Wildfire schloss vor Angst seine Augen. Für ihn waren seine Tage gezählt.
Zumindest konnte ich meine letzten Momente mit meiner geliebten Schwester verbringen, dachte er als er die Luft anhielt und auf sein Ende wartete. Nach einigen Sekunden… war er noch immer am Leben. Das war merkwürdig. Wildfire öffnete seine Augen und überprüfte, was los war. Er entdeckte, dass die Spitze der Waffe direkt unter seinem Kinn war; gerade mal ein Zentimeter von seinem Hals. Natürlich wollte Wildfire wissen, was los war. Der Arm der Puppenkönigs war ganz gestreckt, doch er erreichte sein Ziel nicht, denn etwas schien ihn zurückzuhalten. Sein Mantel war geöffnet und Wildfire sah, wie die Fäden mehrmals um seinen Körper gewickelt waren. Sie war geordnet und führten durch mehrere bewegliche Schlaufen, um zu verhindern, dass sie sich verknoten würden. Es sah durchaus so aus, als sei er in Kontrolle der Fäden, doch ein paar wenige waren gestrafft und hinderten ihn daran sich fortzubewegen. Sie steckten irgendwo fest. Sie steckten an Starfire, um genau zu sein. Obwohl sie von der Magie des Puppenkönigs übernommen wurde, gehorchte sie ihm nicht. Scheinbar hat seine Magie sie noch nicht vollständig unterwerfen können. Mit all ihrem aktiven Verstand setzte sie sich dem Einfluss zur Wehr. Sogar einige Worte konnte sie selbstständig sagen.
„Du… hast meinen… Freunden UND meiner Familie genug Ärger bereitet. Ich werde nicht durch meine eigenen Haare besiegt werden!“, sagte sie mit entschlossener Stimme.
Sie begann ihre Arme nach eigenem Ermessen zu bewegen und sie bewegte sie trotz aller Widrigkeiten zu dem Faden an ihrem Hinterkopf. Dann zog sie mit aller Kraft daran. Ihre Muskeln spannten sich an, ihre Augen leuchteten grün und ihre Hände auch. Zum ersten Mal sah der Puppenkönig  wie sich jemand in dieser Situation zur Wehr setzen konnte. Er musste handeln. Wie Elektrizität durch ein Kabel ließ er einen Strom seiner Magie durch die Fäden ziehen bis sie auf Widerstand trafen. Kurz bevor die Magie Starfire erreichte, stoppte sie und mühte sich ab weiterzukommen. Da wurde sie strahlend grün und gingen zurück zum Absender. Er konnte nicht einmal schnell genug darauf reagieren und als es ihn erreichte wurde er von einer gewaltigen Energiequelle getroffen. Er fiel auf seine Knie und schrie vor Schmerz, der nicht nachgab. Starfire konnte gar nicht sehen, was sie da unbewusste erreicht hatte, denn sie war komplett darauf konzentriert diesen Faden herauszuziehen. Sie zog stärker und ließ dabei noch mehr Energie durch ihre Hände frei. Es verstärkte den Schmerz, den der Puppenkönig erfuhr und er war letztendlich nicht mehr in der Lage seinen Zauber aufrechtzuerhalten. Auch wenn sie noch immer an den Fäden hingen, so waren Raven, Beast Boy, Robin und Cyborg nicht mehr unter der Kontrolle des Puppenkönigs und wurden von ihm auch nicht mehr hochgehalten, weshalb sie nun alle bewusstlos auf den Boden fielen und Wildfire wieder frei war, obwohl er nicht wusste, was er nun mit seiner plötzlichen Freiheit anstellen sollte. Starfire hatte nun schon ohne ihn das Ruder rumgerissen und sie war noch nicht fertig. Mit all ihrer Macht zog sie weiter bis schließlich das Haar durchbrannte und abriss. Der Energiestrom hörte auf und der Puppenkönig konnte sich ausruhen. Aber nicht sehr lange. Starfire zielte auf die nächsten Fäden ab. Sie kreuzte ihre Arme und mit jeder Hand packte sie die Fäden der jeweils anderen Hand. Dann ließ sie erneut ihre Energie frei, den der Puppenkönig wieder abkriegte und er schrie wieder vor Schmerz. Er wusste, dass er das nicht länger aushalten konnte. Er konnte nicht anders. Wenn er entkommen wollte, musste er sie loslassen. Er war schwierig für ihn sich jetzt zu konzentrieren, doch er musste es. Er löste alle Stränge, die an den Titans hingen, von ihnen, sodass es keine Verbindung mehr zwischen ihnen gab. Er hat damit offiziell seinen Plan aufgegeben und versuchte nur noch zu entkommen, um ein einem anderen Tag sein Ziel zu verfolgen. Als Starfire vor Erschöpfung zu Boden sackte, war nur noch Wildfire derjenige, der den Fluchtweg des Puppenkönigs abzuschneiden. Als er sah, wie der Möchtegerncowboy davonlief, während die anderen Titans bewusstlos dalagen, war seine Zeit gekommen seine Nützlichkeit unter Beweis zu stellen. Die Fäden waren nun ohne Magie und schleiften lediglich auf dem Boden. Damit konnte Wildfire etwas anfangen. Mit jeder Hand griff er nach so vielen von ihnen wie er konnte und flog dann mehrere Meter in die Höhe. Dann drehte er sich in unglaublicher Geschwindigkeit um sich selbst, sodass die Fäden sich aufwickelten. Er wusste dass die Enden fest an dem Puppenkönig befestigt waren, demnach konnte er dem nicht entkommen. Er wurde im Lauf zurückgezogen und nach einer Sekunde befand er sich eingewickelt in seinem Kontrollgerät. Welch Ironie…

Am nächsten Tag, oder eher am selben Tag, denn der letzte Kampf war lang nach Mitternacht, am frühen Abend. Nachdem sie den restlichen Tag zusammen verbracht und viel geredet haben, befanden sich Wildfire, Starfire und Robin auf dem Dach ihres towers. Der Rest der Titans war am Fuße dessen. Cyborg hatte endlich etwas Zeit in das Sicherheitssystem investieren können. Er fand massive Lücken, die er nun - er war sich ziemlich sicher - alle bereinigen können.
„Ich weiß ja nicht, wie mir so offensichtliche Produktionsmakel einschleichen konnten, aber ich bin 100%ig sicher, dass nun alles sauber ist. Keine Fehler mehr anwesend.“, präsentierte er stolz.
Die Klappe an seinem rechten Arm war offen. Dort waren mehrere kleine Knöpfe reihum angeordnet. Trotz seiner dicken Finger drückte er genau auf den einen, den er drücken wollte. Gleich danach kamen mehrere Geräte aus dem Gras hervor. Sie sahen aus wie Waffen, doch eigentlich waren es Photometer. Sie sollten jeden auf dem Grundstück der Titans identifizieren können. Cyborg drückte noch einen Knopf. Im Falle eines Eindringlings, würden schwere Metallabschirmungen Fenster und Türen verbarrikadieren.
„Herausforderung angenommen! Mal sehen, was deine kümmerlichen Vorkehrungen gegen den Meister der Verstohlenheit ausrichten können!“, prahlte Beast Boy über seine Fähigkeiten.
Natürlich musste Raven ihn für diese Aussage lustig machen: „Und du willst dieser Meister der Verstohlenheit sein? Du bist der einzige Tausendfüßler, den ich kenne, der 2000 linke Füße hat.“
Beast Boy tat einfach so als hätte er es nicht gehört und verwandelte sich in eine Maus. Cyborg machte noch ein paar Einstellungen auf seinem Bildschirm am Arm. Als er bereit war, gingen die Barrikaden des towers wieder hoch und er gab Beast Boy ein Signal loszulegen, nämlich ein Daumen hoch. Drei Sekunden später hörte man ein Geräusch als würde etwas zuschnappen und Cyborg hob den grünen Nager auf, der in eine Mausefalle geraten ist.
„Wirklich? Das war nicht einmal Teil meiner Ausbesserungen.“, drückte Cyborg sein Unglaube über Beast Boys Unfähigkeit aus.
Beast Boy verwandelte sich zurück und er wurde rot und lachte aus Scham. Raven hatte keine Worte dafür, als legte sie ihre Handfläche auf ihre Stirn.
Währenddessen war es auf dem Dach Zeit für einen Abschied. Die Stimmung war bedrückt. Nur Robin war in der Lage ein Lächeln herauszudrücken.
Er reichte Wildfire seine Hand und sagte: „Es tut mir nochmal Leid, dass du die Titans nicht gerade an der Spitze ihrer Performance sehen konntest und danke nochmal für deine Unterstützung.“
„Er war nichts, wirklich!“, spielte Wildfire eine Tat herunter und setzte sich jetzt auch ein Lächeln auf. „Und macht euch keine Sorgen um euer Image. Starfire hat mir viele von euren wunderbaren Heldengeschichten erzählt. Tatsächlich bin ich sogar geehrt euch geholfen haben zu können.“
Sie schüttelten ihre Hände wie wahre Männer und Robin fügte noch an: „Vergiss nur nicht die Erde. Hier hast du deine Familie und ab sofort auch deine Freunde.“
Wildfire sagte dazu nichts mehr. Gerade als Robin seinen Satz zu Ende sprach, schien er wieder betrübt zu werden. Es war jetzt Starfire dran sich zu verabschieden. Während der ganzen Zeit auf dem Dach hat sie etwas in ihren Händen auf ihrer Brust gehalten. Es war Zeit ihrem Bruder zu zeigen, was es war: ein t-Kommunikator.
„Mit diesem Gerät bleiben wir auch dann in Kontakt, wenn sich mehrere Galaxien zwischen uns befinden.“, erklärte sie.
Wildfire zögerte jedoch. Etwas hinderte ihn daran es anzunehmen. Es wäre die offensichtliche Wahl für jeden gewesen es anzunehmen, wenn man Teil einer liebenden Familie ist, aber bei Wildfire spielte noch etwas eine Rolle. Etwas, was Starfire nicht wissen durfte, dies war ihr auch klar. Sie musste es aber zumindest versuchen auch wenn es sein Herz brach es abzulehnen. Was auch immer seine Gründe waren, sie mussten sehr überzeugend sein.
„Starfire, es ist ja nicht so als könne ich nicht mit dir Kontakt aufnehmen. Es liegt eher daran, dass wir nicht in Kontakt bleiben dürfen. Und es tut mir Leid, dass ich dir keine zureichende Begründung geben kann. Aber glaube mir folgende zwei Dinge: 1. Ich liebe dich und du bist mir wichtig. 2. Es gibt gute Gründe, weshalb ich so mysteriös bleiben muss. Mit gefällt es auch nicht. Eigentlich gibt es sogar noch eine dritte Sache, die du mir glauben kannst. Es wird keine zehn Jahre dauern, bis wir uns wiedersehen werden, versprochen!“
Wildfire schob den Kommunikator beiseite und umarmte seine Schwester. Sie war durch diese Antwort voller Trauer. Sie umarmte ihn zurück. Natürlich tat sie es, denn sie würde nicht wissen, ob sie ihn wiedersehen würde. Was, wenn er etwas Gefährliches tat? Etwas, was ihm das Leben nehmen könnte. Sie könnte es nicht wissen. Doch wenn Wildfire versprach sie innerhalb von zehn Jahren wiederzusehen, dann würde sie ihm glauben müssen. Sie konnte nur noch ihm hinterhersehen während er zurück in den Weltraum flog und hoffen, dass sich sein Aussehen dauerhaft in ihr Gedächtnis einbrennen würde. Als Wildfire dann außer Sichtweite war, tröstete sie sich in Robins Schulter, wo sie ihre Tränen trocknete.
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