Ein "Fehler", der alles verändert

von MelG99
GeschichteRomanze / P12
Gabriella Montez Troy Bolton
10.08.2015
10.08.2015
7
5.243
2
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
10.08.2015 816
 
Troy zupfte noch einmal an seinem weißen Hemd. Er hatte es in seine Hose gestopft, wollte einen guten Auftritt hinlegen. Er warf einen Blick in den Spiegel. „Ich weiß nicht, ob das so passend ist.“
Victoria betrachtete ihren Verlobten. „Du siehst wundervoll aus, Schatz, glaub mir.“
Troy nickte knapp. Er war nervöser, als er gedacht hatte. Es ging doch nur um ein Klassentreffen mit seinen alten Freunden. Da war es schon ziemlich extrem sich so aufzuführen, oder? Auf der anderen Seite hatte er seine Freunde schon so lange nicht mehr gesehen. Er hatte echt Angst, sie würden sich darüber lustig machen, was aus ihm geworden war. Troy Bolton, 24 Jahre alt, arbeitslos. Es war ja nicht so, dass er sich nicht um einen Job bemühte. Er war nur einfach selbst kurz vorm Durchdrehen, weil seine Karrierepläne nicht so aufgelaufen waren, wie er sich das vorgestellt hatte.
Victoria gab dem blonden Mann einen Schubs in Richtung Tür. „Jetzt ab mit dir. Du kommst sonst noch zu spät.“
Wieder nickte Troy nur. Er gab seiner Verlobten einen Kuss auf die Stirn. „Bis später, Schatz.“
„Bis dann.“ Die blonde Frau ihm gegenüber lächelte. „Mach keinen Blödsinn.“
„Ich gebe mein bestes.“ Und mit diesen Worten war der sportliche Musiker aus der Tür. Ein frischer Wind blies ihm entgegen. Es würde bald regnen. Der Geruch von nassem Asphalt lag schon in der Luft. Troy mochte diesen Geruch. Er hatte damals immer viel Quatsch im Regen gemacht, wenn er mit seinen ehemaligen Freunden unterwegs gewesen war. Das passte ja.
Troy trat auf sein Auto zu. Er schloss es auf und floh in das warme Innere. Er atmete ein letztes Mal durch, ehe er den Motor startete.
Die Fahrt ging knappe zwei Stunden. Der Regen hatte eingesetzt und es war dunkel. Der Weg führte durch einen dichten Wald, welcher die Finsternis von sich strahlte. Troy drosselte das Tempo ein wenig und achtete besonders auf mögliche Tiere, die wie aus dem Nichts auf sein Auto zuspringen hätten können.
Eine Schrecksekunde. Der Sportler trat mit aller Wucht auf die Bremse. Das Auto schlenderte kurz, dann kam es zum Stehen und der Schreckmoment war vorbei. Er hatte das Auto mit den Warnblinkern fast nicht gesehen, weil es direkt hinter der Kurve gelegen hatte. Eine kleine, zierliche Gestalt mit Regenschirm stand im prasselten Regen und betrachtete ihr Auto.
Troy stieg aus. Er zog sich seine Jacke an und schließlich die Kapuze auf. Zögerlich trat er auf die Gestalt zu. „Hallo? Kann ich irgendwie helfen?“
Die Person drehte sich langsam um. Es war eine junge Frau. Ihre Haare fielen ihr leicht über die Schultern. Sie waren fast vollständig durchnässt. Und das trotz des Regenschirms.
Troy zog Luft ein. Er kannte diese Frau. „Gabriella?“ Sein Atem stockte. Sein Herz machte aus lauter Gewohnheit einen Luftsprung.
„Troy, bist du das?“
Die Stimme war ihm so vertraut, dass er lachen musste. „Ja. Ich nehme an, du bist auch auf dem Weg zum Klassentreffen?“
Gabriella lächelte zaghaft. „Ja, das bin ich. Ich weiß nur nicht, wie ich da jetzt noch hinkommen soll.“
„Ich nehme dich mit.“ Troy wunderte sich über seine eigenen Worte. Er hatte nicht nachgedacht und einfach zum Reden angesetzt. Er hoffte inständig, dass eine Verlobte nie davon Wind bekommen würde. Sie war schon die ganze Zeit eifersüchtig auf Gabriella, obwohl sie sie nicht kannte, weil er viel über sie redete. Sie war nunmal seine erste große Liebe gewesen und sie hatten eine tolle Zeit gemeinsam auf der High School gehabt. „Komm, steig ein.“
„Und mein Auto?“
„Hast du den Abschleppdienst gerufen?“
„Ja.“
Troy wank sie zu sich. „Dann warten wir im Auto, bis er da ist.“
Gabriella zögerte. Sie blickte noch einmal zu ihrem kleinen, roten Auto. „Also gut.“ Sie stieg zu ihrem Exfreund ins Auto.
Troy machte es sich auf dem Fahrersitz bequem. Er räusperte sich. „Hier drinnen ist es doch gleich viel wärmer, stimmt's?“
Gabriella kicherte. „Auf jeden Fall.“
Schweigen lag in der Luft. Gabriella hatte sich wirklich verändert. Ihr Kichern war zwar das gleiche gewesen wie damals, aber ihre Locken waren kürzer geworden und reichten ihr nur knapp bis über die Schultern und das auch nur, weil sie so nass waren. Auf ihrer Stirn waren mehr Sorgenfalten als damals. Damit sah sie viel erwachsener aus.
Nun blickte sie auch ihn an. „Was hast du so schönes getrieben in den letzten Jahren?“
Troy wusste nicht so recht, ob er ehrlich sein sollte. Er wollte seiner Exfreundin ungern erzählen, wie er sich seine Zukunft verbaut hatte, weil er seinem Coach nach einem Junggesellenabschied eine unschöne Nachricht auf seiner Mailbox hinterlassen hatte. Auf der anderen Seite war das Gabriella, die gerade vor ihm saß. Er konnte sie nicht anlügen.
Und so warteten die beiden in Troy's Auto auf den Abschleppdienst und unterhielten sich über Fehlentscheidungen in ihrem Leben und über die Zukunft, die vor ihnen lag.
Nach einer halben Stunde traf ein Abschleppfahrzeug ein.
Review schreiben