Der ganz normale Wahnsinn

GeschichteHumor, Romanze / P16
Elisabeth "Lisi" Schnabelstedt Zeki Müller
07.08.2015
10.11.2015
3
18530
5
Alle Kapitel
27 Reviews
Dieses Kapitel
11 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Disclaimer: Mir gehören weder die im Film vorkommenden Figuren, noch verdiene ich mit dieser Geschichte Geld. Alle Figuren sind geistiges Eigentum von Bora Dagtekin.

_____________________________________________________________________________

Hallo liebe Leser (sollte es denn welche geben),

ich möchte nur kurz vorab klären, dass ich mir noch nicht sicher bin, ob ich diese Geschichte weiterschreiben werde.
Da ich mich aber von kürzlich erschienen ,,Behind-the-Scenes'' - Fotos vom ,,Fack ju tu''-Set inspiriert gefühlt habe, wollte ich diesen kleinen Gedankenfetzen mit euch teilen.
Ein genauer Plot ist darin noch nicht zu erkennen, ich wollte lediglich sehen, ob an solch einer Geschichte überhaupt Interesse besteht und ob die Figuren einigermaßen von ihren Persönlichkeiten stimmen.

Ideen zum weiteren Handlungsverlauf und konstruktive Kritik sind sowohl als Review, wie auch als Privatmessage gerne gesehen!

Viel Spaß!

Euer HP007

_____________________________________________________________________________

Mit einem zufriedenen Seufzer ließ sich Zeki auf die Matratze fallen und verschränkte seine Hand mit der Lisi's, die neben ihm im Bett lag und atemlos an die Decke starrte. Der Aushilfslehrer grinste selbstzufrieden.
Eine Weile herrschte eine angenehme Stille zwischen dem Paar, als sie sich beide von ihrer nächtlichen Bettaktivität erholten und ihre eigenen Gedanken nachhingen.
-,, Ich weiß nicht, ob es eine gute Idee war, Laura mit Daniel ausgehen zu lassen...'', meinte Lisi schließlich in ihrem üblichen kritischen Ton.
Manchmal plagten die junge Lehrerin einfach zu viele Selbstzweifel.
Durch ihre unnötigen Sorgen über alles und jeden, ließ sie sich eine Menge Spaß im Leben entgehen – auch wenn Zeki zugeben musste, dass seine Bettnachbarin durchaus wusste, wie man Spaß haben konnte.
Zeki lachte leise und drehte sich mit dem Kopf zu Lisi, die sich über sein Verhalten zu ärgern schien, denn sie starrte weiterhin an die Decke und grübelte.
-,, Werd ma bisschen lockerer. Danger passt schon auf sie auf, sonst gibt’s paar von mir auf die Fresse. Und Laura ist alt genug...um Spaß zu haben...'',
meinte er gelassen und musterte Lisi's Profil.
Die rothaarige Frau mit den süßen Sommersprossen hatte zweifelsohne nicht in sein übliches Beuteschema gepasst und doch war er unsterblich in seine Lehrerkollegin verliebt.
Wie das passieren konnte, war ihm bis heute noch nicht so wirklich klar.
-,, Entschuldige mal! Ich glaube, dass Daniel nicht umsonst den Spitznamen Danger trägt. Das wird schon seine Gründe haben...und meine kleine Schwester wird womöglich dazu verleitet das Gesetz zu brechen'', Lisi's  besorgter Gesichtsausdruck sprach Bände über ihre innere Gefühlswelt.
Zeki lachte über ihre Ausdrucksweise, was seine Freundin noch mehr aufzuregen schien, denn manchmal ging sie wohl davon aus, dass er sie nicht ernst nahm, aber das stimmte nicht.
Er konnte nur nicht anders als über ihre Art zu lachen, denn das machte sie zu dem kleinen Tollpatsch, den er so sehr liebte. Sie war eben komisch.
-,, Ich weiß nicht, was du daran lustig findest, Zeki!'', meinte Lisi beleidigt und drehte sich von ihm weg, um ihr Handy vom Nachttisch zu holen.
Sie kniff hilflos die Augen zusammen, als das Display aufleuchtete und sie blendete. Zeki schmunzelte noch mehr und drückte ihr einen Kuss auf die Backe, dem sie sich natürlich gleich entzog und ihn mit der freien Hand von sich schob:,, Ich ruf sie jetzt an. Sie soll heimkommen.''
-,, Spieeeßßeeer!'', murmelte der Aushilfslehrer nur in ihr Ohr und küsste abermals ihren Hals. Allerdings war die besorgte Schwester viel zu sehr damit beschäftigt die Nummer von Laura zu suchen, als dass sie diese Geste bemerkt hätte.
-,, Oder soll ich ihr doch eine Nachricht schreiben? Wäre das cooler?'', überlegte sie leise und schien dabei vergessen zu haben, dass es immer noch jemanden gab, der sie hören konnte.
Der Ex-Bankräuber rückte näher an seine grübelnde Freundin heran und plante dabei, wie er sie schnellst möglich von dem Handy wegbringen konnte.
Schließlich hatte er wieder alle Kräfte für eine zweite Runde beisammen.
Unter der Woche blieb den beiden ohnehin nicht viel Zeit für etwas Zweisamkeit, geschweige denn besaß einer von beiden nach einem langen Arbeitstag die Energie dazu.
Deshalb schätzte er die Wochenenden im Schnabelstedt-Haushalt so sehr.
Caro verbrachte diese, seit sie ihren neuen Freud hatte sowieso nur noch auswärts und vögelte sich wahrscheinlich die Birne weg, währenddessen Laura seit ein paar Wochen das Nachtleben für sich entdeckt hatte.
Besser spät als nie, konnte Zeki dazu nur sagen.
Aber er musste zugeben, dass er Lisi auch verstehen konnte.
Danger gehörte nicht gerade zu der Sorte ,,Lieblingsschwiegersohn'' – verdammte Kacke der Typ war weit davon entfernt – aber Zeki kannte eben Mittel und Wege um den Spasti unter Kontrolle zu halten.
Was sein kleiner Tollpatsch jedoch noch nicht wusste, war, dass er seinen Schüler damit beauftragt hatte ihm stündlich eine SMS zu schicken, in der er ihn über ihren Aufenthaltsort und ihre Beschäftigung informierte.
Nicht, dass etwas wie ,, Wir sind in meinem Bett und machen rum...'' drin stand – davon konnte er die beiden Teenager durch seine Maßnahme auch nicht abhalten – aber Danger wäre wenigstens in den Sekunden, die er fürs Schreiben der Nachricht benötigte, mit den Händen bei sich.
Außerdem hatte er so seinen Lehrer, der ihm stets eine verpassen könnte, im Hinterkopf und das förderte nicht gerade die romantische Stimmung.
Und gerade deshalb hatte er ganz andere Dinge mit Lisi im Sinn, als sich mit ihr Sorgen über ihre Laura zu machen, die gerade wohl den Spaß ihres Lebens hatte – mit oder ohne Sex...
-,, Ja, schreib ihr ne`Nachricht...'', murmelte Zeki und vergrub seine Nase in ihrem wohlduftenden Haar:,, Schreib: Hallo Laura, ich mach mir Sorgen um dich. Meld dich, dann kann ich entspannt eine weitere Runde des weltbesten Sex mit dem allergeilsten Lehrer auf dieser Welt genießen. Grüße deine spießrige Schwester. ''
-,, Ich glaube nicht, dass >>spießrig<< ein geltendes Adjektiv ist.'', meinte Lisi unbeirrt. Er stöhnte nur.
Der kleine überkorrekte Spießer mit dem Stock im Arsch.
Allerdings fing sie tatsächlich an etwas zu tippen, auch wenn Zeki bezweifelte, dass es sich hierbei um seinen Vorschlag handelte.
Das helle Licht des Displays blendete ihn ohnehin viel zu sehr, als dass er etwas hätte erkennen können.
-,, Doch ich glaub, dass es das ist.'', entgegnete der Aushilfslehrer trotzig, wenn auch nur aus Protest. Der Streber kannte sich schließlich viel besser mit Schule und dem ganzen Scheiß aus, als er es tat.
Mit Handys dagegen kannte er sich viel besser aus, allerdings war das bei Frau Schnabelstedts Technikbegabung – oder viel mehr fehlende Begabung – auch nicht schwer. Allein wie sie die Augen zusammen kniff und konzentriert mit einem Zeigefinger auf das Display tippte, brachte ihn zum Lachen.
Er legte seinen Arm auf Lisi's Hüfte und meinte schläfrig:,, Mach ma schneller, sonst schlaf ich ein...dann entgeht dir eine weitere Runde des weltbesten Lehrersexs!''
-,, Manchmal bist du ein unsensibler Arsch, Zeki Müller!'', erwiderte der süße Rotschopf verärgert, starrte jedoch weiterhin aufs Handy und stieß deshalb auch nicht seine Hand von ihrer Hüfte.
Nur wenige Sekunden später murmelte sie hilflos:,, Wie kann ich nochmal ein Hashtag-Zeichen machen?''
Jetzt konnte er sich nicht mehr zurück halten und fing lauthals an zu lachen.
Typisch, Lisi! Ähnlich wie in ihrem kleinen Buch, das sie nutzte, um sich scheinbar coole Begriffe aufzuschreiben, versuchte sie auch im Nachrichten schreiben cool zu werden und machte dazu häufig von Hashtags, Abkürzungen oder Smileys Gebrauch. Es war vollkommen unnötig zu erwähnen, dass sie damit die genau gegenteilige Wirkung beim Leser erzeugte.
-,, Wieso? Was willst denn schreiben?''
Lisi zitierte ihre SMS:,, … wir würden uns freuen, wenn du heute Abend noch nachhause kommst. Sollten wir nach mehrmaligem Klingeln die Türe nicht aufmachen, liegt ein Schlüssel für dich unter der Fußmatt bereit. Hashtag: StaySafe; Hashtag: WeMissYou ! ''
-,, Wieso wir?! DU würdest dich freuen. Ich bin froh, wenn sie weg ist, bleibt mehr Zeit für dich und mich...'', Zeki wusste, dass er gerade Lisi's Nerven sehr strapazierte, aber manchmal brauchte die Brillenschlange das eben.
Wieder ihr Ausruf >>Zeki, du bist ein Arsch!<< (wenigstens geizte sie in seiner Gegenwart nicht mehr mit Schimpfwörtern), dann ein schwacher Tritt gegen das Schienbein und schließlich gab er nach und zeigte ihr, wie man einen ,,Hashtag'' setzte.
–,, Hashtag: Lernsjetztendlichma!'', drohte er ihr noch an, dann drehte er sich um und gab sich geschlagen. ER hatte keinen Bock mehr!
Die zweite Runde würde bis zum Morgen warten müssen, er spürte ohnehin, wie die Müdigkeit an ihm zerrte und ihn die Erschöpfung langsam zu übermannen drohte.
Er lauschte noch einige Minuten lang dem >>Bing<< ihres Handys, als sie Nachrichten empfing und eine Antwort hinterher schickte.
Wahrscheinlich führte sie gerade eine sehr hitzige Debatte mit Laura – Arme.
Gerade als er am einschlafen war, hörte er, wie Lisi das Licht auf dem Nachttisch ausknipste und ihre Haare zu einem Zopf zusammen band.
Als ob das ihre Lockenpracht stoppen könnte.
Dann spürte er, wie sie unschuldig an ihn heran rückte und ihn von hinten umarmte, allerdings wusste Zeki mittlerweile, dass das nur eine ihrer Maschen war, um unter seine Decke zu kommen, die meistens viel wärmer war als ihre.
Er war eben der heißeste Typ dieser Stadt...
Der angehende Lehrer drehte sich zwar nicht um, aber er hob die Decke für sie ein Stück an, sodass sie noch näher an ihn heran rutschten konnte.
Obwohl er es nicht wollte, jagte ihm ihre Nähe eine Gänsehaut über den Rücken – scheiß Hormone.
-,, Zeki?'', fragte Lisi leise in die Dunkelheit. Dabei konnte er ihren warmen Atem deutlich auf seinem nackten Rücken spüren. Noch mehr Haare stellten sich auf, diese elendigen Verräter.
So unbeeindruckt, wie möglich, entgegnete er ein schwaches >>Hmm?<<
-,, Hashtag: DankeSexgott .'' Er musste lachen:,, Kein Problem, Strebi...''
Er spürte ihre Lippen an seinem Rücken, als sie schmunzelte und sich noch näher an ihn heran kuschelte – falls das überhaupt noch möglich sein konnte.
Ihm war davor nie klar gewesen, was für ein kleiner Klammeraffe die Schnabelstedt doch war. Da er bereits annahm, dass sie keine Ruhe gab, bevor er sich zu ihr umdrehte, schob er sich stöhnend von der einen Seite auf die andere, sodass sich ihre Köpfe berührten und er legte beschützend einen Arm um ihre Seite:,, Gute Nacht, Brillenschlange.''
Er küsste sie flüchtig auf den Mund und schloss dann abermals die Augen.
Einige Momente lang herrschte vollkommene Stille im Schlafzimmer, dann aus dem Nichts:            

                ,, Was ist, wenn die beiden Drogen nehmen?!''

Alles in ihm schrie: AAAAAALTAAAA!
Manchmal ging sie ihm mit ihren scheiß Sorgen schon auf den Sack:,, Dann hat Laura gerade den geilsten Trip ihres Lebens, bumst mit Danger und pennt anschließend nackt auf ner Parkbank.''
Mit einem Schmunzeln dachte er an seine Jugend zurück, als er noch dieses Zeugs zu sich genommen hatte und dadurch ein Abenteuer nach dem anderen erlebt hatte – ne geile Zeit, die ihm seine eigene Dummheit beendet hatte.
Die Zeit im Gefängnis war zwar total behindert gewesen, aber sie hatte ihm gut getan.
So viel war klar: Jemand wie er hatte jemanden wie Lisi nicht verdient.
Bevor die etwas erwidern konnte oder an einem Herzinfarkt starb nachdem sie seine Worte gehört hatte, fügte er grinsend hinzu:,, Aber ich bin mir sicher, dass der Daniel an Verhütung denkt.''
-,, Nicht, wenn er seinem Lehrer nacheifert und-'', Schnabelstedt wollte wohl gerade eine ihrer berühmten Schimpftriaden halten, als man von unten eine sich öffnende Türe hören konnte und kurz darauf das Knarzen der Dielen.
Dann Schritte auf der Treppe. Lisi hob wie ein scharfer Wachhund den Kopf und lauschte nach weiteren Geräuschen während sich Zeki nur auf den Rücken legte und erleichtert aufatmete. Das Gejammer hatte ein Ende.
Nachdem im Bad die Klospülung und der Wasserhahn betätigt worden waren, (er hoffte nur, dass sie nicht gekotzt hatte) klopfte es an ihrer Schlafzimmertür.
Als seine Bettnachbarin ein erleichtertes >>JA!<< auspackte, konnte er nur müde den Kopfschütteln und hob sich dann die Hände vor sichs Gesicht, als Laura das Licht anmachte und den Kopf durch die Türe streckte.
Mitgefühl gab es in diesem Haus nicht.
-,, Hi. Ich bin wieder da.'' - sag bloß!
Bevor einer von ihnen beiden etwas erwidern konnte, änderte sich Lauras Gesichtsausdruck mit einem Mal und ihre Augen wanderten entsetzt zwischen Lisi und Zeki hin und her.
Erst jetzt fiel ihm wieder ein, dass sie ja beide nackt waren...es sei denn die Schnabelstedt hatte sich noch schnell was übergezogen. Naja, er war nackt.
Er lugte vorsichtig zu Lisi rüber, doch die schien ganz konzentriert auf ihre Schwester zu sein und bemerkte seinen abschätzenden Blick daher nicht.
-,, Oh Gott!!!'', schrie es dann auch schon im nächsten Moment von der Tür.  
Mit einem letzten entsetzen, aber auch peinlich berührten Blick, stob Laura aus dem Zimmer und schlug die Türe hinter sich zu.

Anders als unter der Woche war es nicht der scheiß schrille Wecker, der ihn am nächsten Morgen aus dem Schlaf riss, sondern – wie könnte es anders sein – der behinderte Hund, der meinte ihm seit seinem Einzug höllisch auf die Nerven gehen zu müssen.
Der Köter schlabberte mit seiner Zunge an seinen Füßen herum, die unter der Decke hervor gelugt hatten und jetzt gefühlte 50 Grad kühler waren.
-,, Verpiss dich, Mann!!!'', zischte er Herrn Dostojewski entgegen und zog eilig seine Füße unter die Decke, doch der Hund gab so schnell nicht auf und sprang kurzerhand einfach aufs Bett, um sich auf ihm breit zu machen.
40 Kilo Kampfgewicht verteilten sich gerade auf seinem Brustkorb und Zeki beschloss den Köter auf Diät zu setzen, was wohl nicht ganz einfach werden würde, weil Lisi und Laura dieses Tier abgöttisch liebten.
Etwas, was er überhaupt nicht nachvollziehen konnte.
Und überhaupt, was wollte dieser Hund immer von ihm?
Zeki schaffte es schließlich Herrn Dostojewski mit einiger Anstrengung von sich runter zu schieben und dann schnell aufzuspringen, damit er sich ja nicht mehr auf ihn legte. Was für eine scheiß Anstrengung für so nen behinderten Hund!
Ein Blick auf die linke Bettseite verriet ihm, was er schon längst vermutet hatte: Der Kleine Streber war natürlich schon lange wach.
Die Vorzüge des langen Ausschlafens genossen in diesem Haushalt ohnehin nur Laura und er. Diese scheiß Lehrer waren alle immer überpünktlich.
Sein Blick zum Wecker ließ ihn aufstöhnen und die Augen verdrehen: 9.47 Uhr.
Er hätte locker noch zwei Stunden weiterpennen und sich von Lisi aus dem Bett schmeißen lassen können, die irgendwas mit ihm unternehmen wollte.
Und das alles wegen einer offenen Zimmertür!
-,,Wichser!'', warf er dem tierischen Liebling der Schwestern noch entgegen, obwohl er wusste, dass es den Hund kein bisschen interessierte, was er ihm für Wörter entgegen warf, solange es nicht >>Fressen<< oder >>Gassi<< beinhaltete, dann zog er sich eine Sweatpants und ein Tshirt über und ging nach unten.
Den kleinen Vorfall von vergangener Nacht hatte er bereits wieder vergessen  - im Puff war das schließlich an der Tagesordnung gewesen - , doch die Realität holte ihn schnell wieder ein: als er nämlich müde in die Küche stampfte, um sich einen Kaba zu holen, saßen sich die beiden Schwestern still beim Frühstück gegenüber. Peinliche Scheiße!
Von seinem Standpunkt, hinter der Küchentheke, sah das ganze ziemlich lustig aus, weshalb er heimlich grinste, als er einen Schluck aus seiner Tasse nahm.
Diese Pisser hatten doch alle nen Stock im Arsch.
Sie sahen sich weder in die Augen, noch redeten sie ein Wort miteinander oder taten sonst was, das so aussah, als würden sie sich unterhalten.
(Frauen hatten ja oftmals ne' Geheimsprache)
Als Zeki sah, dass sich die Situation der beiden nicht schnell ändern würde, wollte er schon eingreifen, doch er wurde von einer gut gelaunten Caro unterbrochen, die nur wenige Sekunden nachdem sie das Haus betreten hatte im Esszimmer erschien:,,Guten Moorgen!''
Jep, die hatte gestern Nacht eindeutig die zweite Runde an wildem und ausgelassenen Sex gehabt, die ihm verwehrt worden war.
Sowohl Laura als auch Lisi schraken beide aus ihrer peinlich berührten Stille hoch und sahen ihre Mitbewohnerin entsetzt an.
Der Blick der Brillenschlange glitt wenige Momente später schon zu ihm hinüber und sie schien erst jetzt zu realisieren, dass er schon eine Weile in der Küche war und sie beobachtet hatte. Er zwinkerte ihr nur zu, was Lisi abermals tiefrot werden ließ, sodass sie schnell den Blick senkte.
-,, Wasn hier für ne' Bombe eingeschlagen?'', fragte Caro belustigt und sah fragend zwischen den beiden Frauen hin und her.
Laura gab gar keine Antwort und Lisi versuchte angestrengt ein lässiges >>Nichts<< über die Lippen zu bringen.
Natürlich scheiterte sie kläglich.
Fragend drehte sich die blonde Lehrerin zu ihm um.
Da ihn die ganze Situation gerade ungemein belustigte, zuckte er nur mit den Schultern, wobei sein breites Grinsen jedoch verriet, dass er mehr wusste.
-,, Also eure komischen Familiendynamiken hab ich ja noch nie verstanden. Wasn jetzt los hier?''
An Lisi gewandt meinte sie:,, Hast du alte Spießerin Laura etwa verboten mit diesem Daniel da wegzugehen?''
Die Brillenschlange antwortete möglichst cool:,, Ü-überhaupt nicht!''
Caro verdrehte nur die Augen.
Die blonde Biolehrerin behauptete ja stets, dass sie nicht gerne die lesbische Stiefmutter spielte, aber die war sie schon lange, wenn auch der weitaus coolere und direktere Part der Eltern.
Mit schnalzender Zunge sah sie sich die Situation im Esszimmer nochmal an.
Als sie abschätzend zu Zeki rübersah, wohl um zu klären, inwieweit er in dieses Fiasko verwickelt war, schien es >>Klick<< zu machen, denn im nächsten Moment fing sie an zu lachen:,, Jetzt isses endlich geschehen! Laura haste die beiden beim Sex erwischt, oder was?'', ohne auf die Antwort der betroffenen und zusammenzuckenden Schwester zu warten, meinte sie gelassen zu Lisi:
- ,, Kommt eben davon, wenn man nie die Tür abschließen will!''
-,, Das ist äußerst gefährlich im Falle eines Brands!'', erwiderte diese in ihrem typischen rechtfertigenden Ton.
Zeki nahm einen letzten Schluck von seinem Kakao und erlöste die beiden aus ihrer unangenehmen Lage:,, Nene, keine Sorge. Waren schon fertig. Was stellst du dich denn überhaupt so an, Laura? Bei dir und Danger läuft das doch sicherlich nich anders...''
-,, Och Zeki! Nur weil du einen leicht exhibitionistischen Charakter hast, brauchst du das nicht von uns anderen erwarten!'' fuhr ihn Lisi zurechtweisend an und verschränkte die Arme. Was hieß denn das jetzt schon wieder?!
Laura stand ruckartig vom Tisch auf und verschwand mit einem ,,Ihr seid doch alle beschissen!'' aus dem Zimmer.
-,, Na da kommt man doch gerne nachhause.'', meinte Caro lächelnd und setzte sich an den Frühstückstisch, um sich ein Brot zu schmieren.
Lisi dagegen sah verwirrt ihrer Schwester hinterher und warf Zeki im Nachhinein einen bösen Blick zu, sodass ihm nichts anderes übrig blieb als
entschuldigend die Hände in die Höhe zu heben:,, Jaja ich klär das!''
-,, Jetzt erzählt ma!'', fügte Caro kauend hinzu und blickte erwartungsvoll zwischen ihnen beiden hin und her.
-,, Sicherlich nicht!''
-,, Stell dich jetzt bitte nicht so an.''
-,, Willste mit deinem Sexleben vergleichen, was?'', meinte Zeki schelmisch und warf ihr ein Zwinkern zu. Er wusste, wie das lief. Das dachte er zumindest.
Kopfschüttelnd stand auch Lisi vom Tisch auf und ging aus der Küche nachdem sie ihren Teller abgeräumt hatte: ,, Ihr habt sie ja tatsächlich nicht mehr alle.''
Beide verbliebenen Erwachsenen fingen an zu lachen.
Review schreiben