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Freckles

KurzgeschichteRomanze / P16
Kate Sawyer
02.08.2015
02.08.2015
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Sanft plätscherte das Wasser gegen das Holz des kleinen Floßes und das Rauschen der Wellen erfühlte die salzige Luft. Sah man sich um, erblickte man nur eines: Wasser. Bis zum Horizont erstreckten sich die türkisblauen Wogen und wirkten wie ein undurchdringlicher Teppich.
Manch einen hätte es vielleicht beunruhigt nirgendwo hin zu können aber den Mann mit den schulterlangen aschblonden Haaren störte es nicht im geringsten. Er genoss die Stille um sich herum, die Einsamkeit. Niemand kreischte oder schrie, niemand hielt im langweilige Vorträge über Zusammenhalt und niemand störte ihn, wenn er las. Naja, fast niemand.
„Sawyer?“, fragte Michael, „Gibst du mir mal das Wasser?“
Wortlos griff der Mann nach der Flasche neben sich und warf sie dem anderen zu. Michael fing die Flasche auf, kurz bevor sie über den Floßrand hinaus segelte und in den Tiefen des Ozeans verschwand.
„Spinnst du, Mann?!“, rief der Afroamerikaner aufgebracht, „So viel Wasser haben wir nicht. Stell dir vor die wäre ins  Meer gefallen!“
Doch Sawyer ließ sich von den Worten nicht beeindrucken.
„Reg dich nicht so auf, Daddy. Ist doch nichts passiert also spar' dir deinen Atem. Berechne lieber irgendwelche Koordinaten mit Mr Miyagi und nerv' mich nicht, okay?“
Zufrieden beobachtete er, wie Michael nach den richtigen Worten für eine Erwiderung suchte, sie nicht fand und sich schließlich umwandte, um sich tatsächlich zu ihrem asiatischen Mitfahrer zu gesellen. Wie war noch gleich sein Name? Fong? Jon? Auch egal.
Locker lehnte sich der Mann wieder gegen den Bambusmast und schob sich die Brille aus den Haaren auf die Nase. Achtlos schlug er eine Seite seines Buches auf und versuchte sich auf die Buchstaben zu konzentrieren. Doch schon bald wanderten seine Gedanken zu etwas anderem. Etwas, das sich nicht in seinem Buch befand.
Etwas das er auf der Insel zurück gelassen hatte. Jemanden. Sie.
„Kate“
Wie ein Echo hallte der Name in seinem Kopf nach und vor seinem inneren Auge begann sich das Bild einer Frau herauszubilden. Sawyer starrte auf die türkisfarbene Wasserdecke aber was er sah, war etwas anderes.
Eine Frau. Schlank und muskulös. In einem grünen T-Shirt und Männerjeans. Zufrieden beobachtete er wie sie den Kopf drehte und ihn über die Schulter hinweg anblickte. Er zog einen Mundwinkel hoch und sie lächelte ihm zu. Dabei begannen die kleinen Punkte auf ihrer Nase zu tanzen.
„Sommersprosse“, schoss es ihm durch den Kopf. Sie verdrehte die Augen, als hätte sie den Spitznamen gehört. Grinsend schüttelte sie den Kopf, dass ihre braunen Locken in Bewegung gerieten.
„Halt den Mund, James ...“, erklang ihre Stimme in seinem Kopf. Ihr Klang trieb seine Gedanken zu einer Lichtung im Urwald, bis er die Situation wieder vor sich sah. Er selbst kniete gefesselt an einem Baum, die aschblonden Haare hingen im strähnig ins Gesicht und Schweiß lief über seine Brust. Aus einer Platzwunde an seiner Schläfe rann Blut und sein Gesicht war von den Schlägen verunstaltet und mit Blut besudelt.
Hinter im stand sein guter alter Freund Capt`n Arab und hielt zwei gespitzte Stücke Bambus in der Hand. Der Arsch hatte sie ihm gerade unter die Fingernägel getrieben, bis er geschrien hatte, wie am Spieß. Neben dem Araber stand sein Lieblingsmensch, der Doc.
Einige Meter von diesem Pseudo-Mr-Perfect entfernt stand Kate mit verschränkten Armen und sah dem Ganzen zu. Ihr Blick zeigte, wie sehr sie die ganze Situation verabscheute. Sawyer machte ihr keine Vorwürfe, er wusste sie tat nur, was sie für notwendig hielt.
Langsam ließ er die Erinnerung weiterlaufen, wie einen Film.
„Wo ist es, Sawyer?“, fragte Kate jetzt. Ihre Stimme klang hart und unnachgiebig.
Trotz der Schmerzen schaffte es sein Erinnerungs- Selbst lustvoll zu grinsen.
„Du weißt was du zu tun hast, Sommersprosse. “
Kate sah ihn wütend an, in ihren braunen Augen erkannte er, wie sie mit sich kämpfte. Sie blickte zu den anderen beiden Männern und dann wieder zu Sawyer. Ihr Widerstand brach.
„Sayid, Jack, lasst ihr uns kurz allein?“, sagte sie verkrampft.
„Natürlich“, kam die Antwort und Captain Falafel verschwand im Unterholz. Chacko brauchte etwas länger: „Kate...“
„Es ist okay, Jack. Geh.“ Jack warf Sawyer einen letzten warnenden Blick zu, dann verschwand auch er im zwischen den Büschen.
Zufrieden grinste der Sawyer auf den Floß, voller Vorfreude auf das, was nun folgen würde.
Langsam kam Kate auf sein jüngeres Ich zu.
Ein dreckiges Grinsen, dann die genuschelten Worte: „Ich sag dir alles...sobald ich den Kuss bekommen hab.“
Angewidert sah Kate ihn an: „Was?! Ist das dein Ernst?“
„Baby, ich bin an einen Baum im Dschungel der Mysterien gefesselt und wurde gerade von einem verfluchten Chirurgen und einen verrückten Iraker gefoltert. Was denkst du?“
Zögernd kam Kate näher und blieb schließlich direkt vor dem Knienden stehen. In ihrem Gesicht sah man, wie sie eine Entscheidung fällte.
„Okay.“
Ernst sah er sie an: „Okay.“
Langsam kniete sie sich vor ihm hin. Einen Moment lang starrten sie sich in die Augen, dann beugte  Kate sich vor, schloss langsam die Augen und …
Der Gedanke an des Gefühl ihrer Lippen auf seine, jagte Sawyer einen Schauer über den Rücken, auch wenn er es sich ungern eingestand.
Um ehrlich zu sein, war Kate die Einzige auf dieser gottverdammten Insel, die er mochte. Und sie war die Einzige, die wusste, wer er war, die Einzige die seine Geschichte kannte.
Erneut dachte er an ihren Kuss und seine Lippen prickelten. Seine Gedanken schweiften weiter zu dem See im Dschungel in dem sie schwimmen gegangen waren … Sawyers inneres Auge wanderte über ihr Gesicht, den Oberkörper in einem roten Top und die nackten, schlanken Beine. Er stellte sich vor wie sie ins Wasser ging, langsam und...
„Sawyer?“, riss ihn eine kindliche Stimme aus seinen Gedanken. Er schnaubte genervt und richtete seinen Blick auf den kleinen dunkelhäutigen Jungen der jetzt vor im stand und ihn mit schief gelegtem Kopf beobachtete.
„Was willst du, ?“
„Mein Dad sagt du sollst das Segel hissen.“, antwortete der Junge.
„Ach und das kann dein Superdaddy mir nicht selbst sagen?“, knurrte er, hievte sich dann aber doch hoch und begann an der entsprechenden Liane zu ziehen. Dabei beobachtet er Walt, wie er mit einer grünen Glasflasche spielte.
„Junge,“, sprach er ihn an, „was ist das?“
„Eine Flasche mit Briefen nach Hause. Wir geben sie ab, wenn wir das Festland erreichen.“
„Zeig mal her.“ Sawyer stieg von der Leiter und nahm Walt die Flasche aus der Hand. Er ignorierte dessen Proteste und entkorkte die Flasche. Auch die Versuche der anderen Passagiere ihn aufzuhalten, beachtete er nicht. Geschickt fingerte er einen der Zettel aus dem Flaschenhals und überflog die Zeilen. Er blickte auf.
„Wer zur Hölle ist Hugo und warum hat er drei Millionen Dollar für seine Mama?“
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