Star Trek: Baikonur - Führungspoker (Episode 2)

GeschichteDrama, Sci-Fi / P16
02.08.2015
29.08.2015
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Das Pathfinder-Project bringt ein neues Schiff an den Start. Die Endeavour  begibt sich auf die Suche nach einem bisher unbekannten Aussenposten der legendären Iconianer. Wer weiss, welche Entdeckungen sie dort machen wird? Aktuell entsteht der Teaser, der hier bald zu lesen sein wird.  Wer Interesse hat, sich zu beteiligen, kann sich vorab per PN bei uns melden.

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Vor dieser Mission sollte der Prolog von Ekaterina Rubliowa gelesen werden

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Wer nicht bis zum nächsten Update warten will kann hier: http://www.uss-baikonur.de/index.php?title=Log_34 vorab weiterlesen.

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Sternzeit: 67.281,1

Katya legte ihren Koffer auf ihrem Bett ab. Soeben hatten Commander McNamara und Lieutenant Commander Fox sie vor ihrem Quartier verabschiedet. Die rothaarige Halbtrill hatte gemeint: "Richten Sie sich erstmal gemütlich ein.", während die dunkelhaarige Sicherheitschefin mit stoisch ruhigem Gesicht lediglich genickt hatte. Ob mitunter auch ihre betazoiden Gene an die Oberfläche traten? Es versprach in jedem Fall eine interessante Dienstzeit zu werden, mit all diesen ungewöhnlichen Wesen an Bord.

Sie öffnete den Koffer und sah sich kurz im Zimmer um. Dann hob sie mit schnellen Handgriffen ihre Zivilkleidung aus dem Koffer. Größtenteils in dem dunklen Grünton, den sie bevorzugte. Schnell schob sie die Dinge in die entsprechenden Schubladen. Dann ging sie mit ihrem Necessaire hinüber ins Bad, öffnete es und legte den Inhalt an seinen Platz.

Wieder zurück im Schlafzimmer klappte sie den Koffer geräuschvoll zu und legte ihn unter ihr Bett. Sie ging zurück in den vorderen Bereich des Quartiers, wo mitten im Raum das einzige Möbelstück stand, das sie von der Pegasus mitgebracht hatte. Sie drehte sich zweimal um ihre eigene Achse, dann begann sie die Topfpflanzen, die jemand in eine Ecke gestellt hatte, wegzurutschen. Schließlich hatte sie erreicht, was sie wollte. In einer Ecke, rechts von der Tür mit einem Ausblick auf die großen Panoramafenster, hatte sie genügend Platz geschaffen, um ihr Möbelstück in eben jene zu schieben.

Sie trat in die Mitte des Raumes zurück und betrachtete ihr Werk. Zufrieden lächelte sie. Jetzt war dies hier ihr Quartier. Sie trat wieder zur Ecke hin, dann ließ sie sich mit einem kleinen Aufseufzer in ihren riesigen Schaukelstuhl sinken. Gedankenverloren starrte sie einen Moment in die Sterne, die träge dalagen. Schon bald würde sie ihren neuen Stab kennenlernen. Aber jetzt gönnte sie sich noch ein paar Minuten des ungestörten Friedens, bevor sie sich daran machen würde, den von Commander McNamara verfaßten Bericht über die jüngsten Ereignisse auf der Baikonur zu studieren. Die Halbtrill hatte sie auf dem Weg hierher bereits darauf hingewiesen, daß er interessant sein würde. Ihr schwanten komische Dinge.

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Eine halbe Stunde später betrat Katya zum ersten Mal die Brücke der Baikonur, über der Schulter trug sie eine Standard-Sternenflottentasche. Nika, die bis dahin gemütlich im Captains Chair gesessen hatte, machte den Sitz frei. Katya winkte stattdessen hinüber zu ihrem neuen Bereitschaftsraum. "Commander Fox, Sie haben in der Zwischenzeit die Brücke.", orderte sie, während sie bereits mit energischen Schritten auf ihren Bereitschaftsraum zumarschierte. Wenige Augenblicke später schloß sich die Tür des Raumes hinter den beiden Frauen.

Katya trat um den Tisch herum und ließ sich in ihren Sessel sinken, Nika ließ sich ihr gegenüber nieder. Der neue Captain der Baikonur setzte die Tasche, die sie über die Schulter getragen hatte, auf dem Boden neben ihrem Stuhl ab.

"Ich habe von Admiral Shniklukreis die neuen Marschbefehle für die Baikonur erhalten.", begann sie das folgende Gespräch. Sie war nie eine Anhängerin von Small-Talk gewesen, auch wenn er mitunter praktisch sein konnte. Und so ging sie auch hier gleich auf ihr Ziel zu. Nika schlug ihr linkes Bein über ihr rechtes und schenkte Katya ihre volle Aufmerksamkeit. Das war alle Aufforderung, die die ältere brauchte, um in ihren Ausführungen fortzufahren.

"Wir werden in drei Tagen im Ceti-Parana-System erwartet. Es liegt zwar Abseits der viel genutzten Flugrouten, aber es gibt dort eines der größten Tritanium-Werke der Föderation. In den vergangenen Wochen wurde von dort mehrmals ein Frachterkonvoi nach Bajor gestartet. Das Tritanium wird dort dringend für den Wiederaufbau des Jallanda-Forums benötigt. Es wurde während der cardassianischen Besatzung zerstört und bisher konnte mit dem Wiederaufbau nicht begonnen werden. Aber jetzt ist es endlich soweit, daß das bajoranische Volk auch seine nicht lebensnotwendigen Stätten wiederherstellen kann." fuhr sie fort.

Nika nickte verstehend. Die bajoranische Kultur war eine besonders reichhaltige. Es war eine Schande, daß die alte bajoranische Konzerthalle noch nicht wieder errichtet worden war. "Also eine Routine-Begleitmission?", fragte sie nach. Katya schüttelte wider Erwarten den Kopf. "Nicht ganz.", erläuterte sie. "Die bisherigen Konvois sind jedes Mal überfallen worden. Das Ceti-Parana-System liegt in der Nähe eines bisher nicht kartographierten Teils des Alpha-Quadranten. Möglicherweise sind sie dorthin verschwunden. Oder die Ferengi haben ihre Finger im Spiel gehabt. Die Route der Frachter führte nahe am Raum der Ferengi Allianz vorbei. Ich glaube zwar nicht, daß der große Nagus Rom seine Einwilligung zu Beutezügen geben würde, aber er hat auf Ferenginar viele Gegner und daher ist es nicht völlig auszuschließen.", beendete sie ihre Ausführungen.

Nika stand auf. "Ich werde Kurs setzen lassen.", gab sie an. Katya nickte zustimmend und sah der Halbhaliianerin einen Moment nach, bis sich die Türen wieder hinter ihr geschlossen hatten. Dann hob sie die Tasche vom Boden auf und öffnete sie. Sie nahm einen Bilderrahmen heraus und einen langen Moment lag ihr Blick liebevoll auf den fünf Personen, die darauf abgebildet waren. Dann stellte sie den Rahmen auf ihren Schreibtisch und stellte die Tasche auf den Boden. Nach einem kecken Winken zum Bild verließ sie ihren Bereitschaftsraum wieder.

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Am selben Abend saß die Führungscrew um einen Tisch im Salyut herum. Dr. Bata sah Nika fragend an. "Und sie hat wirklich gesagt, sie würde kommen?" Nika nickte, dann wanderte ihr Blick zur Uhr herüber. "Es ist noch nicht ganz sechs.", beantwortete sie die Frage der Ärztin. Pünklich als der große Zeiger auf die 12 krabbelte, betrat "sie" endlich das Salyut.

Katya war nicht erbaut über Commander McNamaras Einladung gewesen, die Führungscrew ungezwungen bei einem gemeinsamen Abendessen im Salyut kennenzulernen. Sie hatte jedoch keine Miene verzogen und zugesagt. Sie würde ihre Offiziere kennenlernen müssen, auch wenn ihr größere Geselligkeiten insgeheim zuwider waren. Aber dafür würde sie die Vorstellprozedur schnell hinter sich gebracht haben, hatte sie sich mit einem ironischen Lächeln im Spiegel versichert. Sie hatte leise in sich hineingekichert. Wenn der Counselor gewußt hätte, daß sie dazu neigte, sich mit ihrem Spiegelbild zu unterhalten, hätte er sie sicher gleich für unzurechnungsfähig erklärt. Aber da sie nicht vorhatte, ihn darüber aufzuklären, würde es wohl weiter ihr Geheimnis bleiben.

Sie trat zum Stuhl, der offensichtlich für sie freigehalten worden war. "Guten Abend.", sagte sie mit fester Stimme in die Runde und blickte kurz in die Gesichter der Anwesenden. Commander McNamara, die genau wie alle anderen von ihrem Stuhl aufgestanden war, als Katya zum Tisch getreten war, begann nun, nacheinander auf die anwesenden Crewmitglieder zu zeigen und dabei ihre Namen zu nennen. Zunächst zeigte sie auf Jeliah Fox, die Sicherheitschefin, die sie bereits kennengelernt hatte und den zaldanischen Chefingenieur. Sie bedachte beide mit einem kurzen Nicken, da sie davon ausging, daß sie beide von ausschweifenden Begrüßungen nichts hielten. Dann wurden ihr Commander Ranoo und Lieutenant Andasa vorgestellt, deren Crewakten sie ein wenig überrascht hatten. Sie schüttelte beiden die Hand und brachte ein "Erfreut!" dabei zustande. Zuletzt deutete Nika auf die Bajoranerin am Tisch und stellte sie als Doktor Bata vor. Auch ihr schüttelte Katya die Hand, dann ließ sie sich erleichtert auf ihren Stuhl sinken. Einige Augenblicke später bemerkte sie erleichtert, daß der Barkeeper erschien, um die Bestellungen aufzunehmen. Damit wandte die allgemeine Aufmerksamkeit sich Jon Byrd zu.

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Zwei ereignislose Tage später näherte sich die Baikonur schließlich dem Ceti-Parana-System. Die Ruhe hatte allen nach den turbulenten Anfangstagen gut getan. Elegant schwebte das Schiff an den äußeren Planeten vorbei und näherte sich schließlich der Tritanium-Produktionsstätte auf Ceti-Parana II. Katya stand aus ihrem Stuhl auf und begann, sich auf den Turbolift zuzubewegen. "Commander, Sie kommen bitte mit mir. Wir werden zunächst ein Gespräch mit Mr. T'Nok, dem Direktor der Einrichtung führen. Commander Fox, Sie haben die Brücke." Wenige Augenblicke später waren beide Frauen im Turbolift verschwunden.

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Kaum zwei Minuten später saßen beide in einem Shuttle. Nika hatte versucht, sich an die Kontrollen zu setzen, so wie es üblicherweise erwartet wurde, aber Katya hatte lediglich den Kopf geschüttelt und sich selber dort niedergelassen. "Hätte ich kein Kapitänspatent, würde ich immer noch mit Herz und Seele fliegen.", meinte sie erläuternd. Nika versuchte, ein neutrales Gesicht zu machen, was ihr aber nicht so ganz gelingen wollte. Schließlich sah Katya sich veranlaßt, ihr eins der Details aus ihrem Leben anzuvertrauen.

"Ich habe meine Karriere bei der Sternenflotte als Pilotin begonnen.", erzählte sie schließlich. "Mein Vater war bereits Pilot gewesen und meine Schwester hat einen eigenen kleinen Frachter. Eigentlich sollte auch ich in die Fußstapfen meines Vaters treten und auf der Erde-Vulkan-Route für einen alten Freund meines Vaters fliegen, aber ich wollte höher hinaus.", schmunzelte sie. Nika lächelte. "Das ist Ihnen ja wohl auch gelungen. Ihre Familie ist sicher stolz auf Sie." Für einen kurzen Moment huschte ein trauriger Ausdruck über ihr Gesicht, dann schloß sie schnell die Tür des Shuttles und wartete darauf, daß das Tor der Shuttlerampe abgeschaltet wurde.

Schon wenige Augenblicke später war dem Shuttle Starterlaubnis von der Brücke erteilt worden. Das Tor der Shuttlebay wurde geöffnet und Katya begann, das Shuttle aus der Baikonur herauszusteuern. Wenige Augenblicke später ließen sie das schimmernde Schiff hinter sich zurück. Der Abstieg auf den Planeten begann.

"Meine Familie ist in der Tat stolz auf mich.", setzte sie das angefangene Gespräch fort. "Mein Neffe Dimitri hat fest vor, in meine Fußstapfen zu treten." Auf ihr Gesicht trat ein unglaublich liebevoller Blick, der Nika einigermaßen verwunderte. In den vergangenen zwei Tagen hatte ihre neue Vorgesetzte stets den Eindruck gemacht, als verfüge sie über keinerlei Gefühl. "Wie ist es bei Ihnen, Commander?", wollte sie dann wissen. "Ihre Eltern sind Botschafter, wenn ich recht informiert bin?" Nika nickte. Zu einer Antwort kam sie jedoch nicht mehr, weil das Shuttle den kleinen Raumhafen von Ceti-Parana II erreicht hatte. Schnell schloß sich hinter den beiden das Tor des Raumhafens. Das Shuttle setzte auf, und nach weiteren zwei Minuten, in denen die giftige Atmosphäre des heißen Planeten durch ein atembares Sauerstoff-Stickstoff-Gemisch ersetzt worden war, konnten die beiden Frauen das Shuttle verlassen. Einige Minuten später saßen sie schweigend nebeneinander im Vorzimmer des Direktors, der in wenigen Minuten Zeit für sie haben würde, wie ihnen von seiner Sekretärin versichert worden war. An einer Wiederaufnahme des Gesprächs aus dem Shuttle war hier nicht zu denken und so ging jeder seinen eigenen Gedanken nach.

Commander McNamara war erst vor wenigen Wochen geschieden worden. Katya hatte den Eindruck, daß die junge Frau diese Erfahrung offensichtlich viel zu gut verkraftete. Oder schien das nur so? Immerhin hatte ein wichtiger Abschnitt ihres Lebens ein jähes und schmerzhaftes Ende erlebt. War es da nicht zu erwarten, daß sie darunter litt? Aber davon war zumindest nach außen nichts zu sehen gewesen. Sie hatte ihren Dienst reibungslos versehen, was aus den Berichten, die sie im Schiffscomputer abgelegt hatte, einwandfrei hervorging. Sie war unter dem vermehrten Streß förmlich über sich hinausgewachsen, was eindeutig für ihre Kommandobefähigung sprach. Sie würde unter dem Druck eines Kommandos nicht zusammenbrechen, sondern im Gegenteil daran wachsen. Eine wichtige Voraussetzung für jemanden, der einmal ein Sternenflottenraumschiff befehligen wollte.

Nika hatte den Eindruck, daß ihre neue Vorgesetzte vorhin einen wichtigen Teil in der Unterhaltung ausgespart hatte. Wenn sie nur gewußt hätte, was es gewesen war? Aber solange es den Captain nicht behinderte, ging es sie wohl nichts an. Viele Captains, die sie kannte, schätzten ihr Privatleben über alles und gaben nicht viel daraus Preis. Wahrscheinlich war es hier genauso. Innerlich seufzte sie erleichtert auf. So sehr ihr das Kommando über die Baikonur auch gefallen hatte in den vergangenen Wochen, so war sie sich doch darüber im Klaren, daß ihre Zeit noch nicht gekommen war. In einigen Jahren würde sie über die nötige Erfahrung verfügen, um dauerhaft den Streß, den das Kommando eines Schiffes mit sich brachte, vertragen zu können.

In diesem Moment wurden die Gedanken der beiden Frauen durch die Sekretärin unterbrochen, die sie in das Büro des Direktors führte. Schon wenige Augenblicke später saß man sich an einem großen Schreibtisch gegenüber, nachdem man sich die Hände geschüttelt hatte.

Direktor Sabar T'Nok reichte den beiden Frauen ein Padd an, das Katya entgegen nahm. Es enthielt den Flugplan des Konvois, der in weniger als zwei Stunden starten sollte, was der Baikonur nur einen knappen Zeitrahmen für ihr Rendevouz mit der USS Takata ließ, die Law und Shepard von hier aus zur Erde befördern würde, wo bereits ein Prozeß auf sie wartete. Einige Minuten später waren die Details mit T'Nok abgeklärt und Katya und Nika konnten den Rückweg zur Baikonur antreten.

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Einige Minuten später hatten die beiden Frauen es sicher durch die giftige, das Beamen unmöglich machende Atmosphäre hindurch zurück an Bord der Baikonur geschafft. Als die beiden die Brücke betraten, sahen Sie erstaunt, daß Counselor Ranoo den Chefsessel frei machte. Nika sah sich nach der Sicherheitschefin um, der das Kommando übertragen worden war, die sie jedoch ebensowenig wie Katya entdecken konnte. "Commander Fox übergibt gerade Law und Shepard. Die Takata ist kurz nachdem Sie die Aldrin wieder an Bord gesteuert hatten eingetroffen. Sie sollte eigentlich schon beinahe wieder da sein.", meinte Lemexx, dann nahm er die paar Stufen zum oberen Niveau mit einem einzigen Sprung und ließ sich kurz darauf in seinen eigenen Sitz fallen. Nika umrundete die Brücke um zu ihrem eigenen Platz zu gelangen. Wenige Minuten später befand sich auch Jeliah wieder an ihrem Platz und damit war die Baikonur bereit, die Frachter zu begleiten, die bald den Orbit von Ceti-Parana II mit Ziel auf Bajor verlassen würden.

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Am nächsten Morgen glitt die Baikonur planmäßig um 0700 neben dem Führungsschiff des Frachterkonvois in den Warptransfer, kaum daß das System hinter dem Konvoi lag. Ensign Kvam lehnte sich einen Moment gemütlich zurück. Bei Warp Fünf brauchte die Conn nicht seine gesamte Aufmerksamkeit, bis er den leicht pikierten Blick seiner neuen Vorgesetzten bemerkte, die jedoch keinerlei Anstalten machte, ihre leichte Mißbilligung in Worte zu fassen. Er wandte seine volle Aufmerksamkeit wieder seiner Konsole zu, was dazu führte, daß er im Umdrehen gerade noch Lt. Cmdr. Fox hochgezogene Augenbraue bemerkte. Sie war offensichtlich auch der Auffassung, daß die Konsole seine ungeteilte Aufmerksamkeit brauchte. Ehrlich gesagt rechnete er nicht damit, daß sich schon so bald ein Problem ergeben würde, die Reise nach Bajor würde mehrere Wochen dauern und zudem würde die Baikonur eventuelle Angreifer sicher abschrecken - so glaubte er zumindest.

Zwei Tage lang war alles ruhig geblieben, während derer sich die Flugroute des Konvois mehr und mehr den Grenzen des bekannten Raums genähert hatte. Die Nerven der Crewmitglieder waren inzwischen bis zum Zerreißen gespannt. Wenn es zu einem Zwischenfall kommen sollte, dann wahrscheinlich hier.

Sowohl Andasa als auch Jeliah hatten es sich in den vergangenen Stunden zur Gewohnheit gemacht, alles doppelt und dreifach zu prüfen - nur für alle Fälle. Genauso nur für alle Fälle überwachten Ferkon und Jebediah ebenso akribisch jede einzelne Anzeige im Maschinenraum. Fast wünschte man sich schon, daß etwas passieren möge, damit diese unglaubliche Spannung endlich nachließe - aber eben nur fast.

Ensign Parsons, deren Aufgabe es gewesen war, von der Ops aus die Frachter im Auge zu behalten, stutzte unvermittelt, als die Route des Konvois sich wieder dem bekannten Raum annäherte. Sie beugte sich näher über ihre Anzeigen, so, als würden sie dadurch wieder einen Sinn ergeben. Dann drehte sie sich zu Katya um. "Captain, wir haben die Frachter verloren!", meldete sie ihre Beobachtung. Mit zwei Sätzen war die kleine Frau, die sie angesprochen hatte, neben Sarita und bevor sie recht wußte, wie ihr geschah sah sie ihr schon über die Schulter. Sie runzelte die Stirn, dann drehte sie sich schnell zu Ling Kvam herum. "Voller Halt.", sagte sie zu dem Asiaten. Schon wenige Augenblicke später kamen die Sterne, die vorher als Streifen auf dem Sichtschirm zu sehen gewesen waren, zum Stillstand. "Einen vollen Scan bitte, Ensign Parsons.", verlangte sie.

Die junge, blonde Frau tat wie ihr aufgetragen. Einige Sekunden später wandte sie ihr Gesicht verwundert Captain Rubliowa zu. "Es tut mir leid, die Frachter sind weg. Im Umkreis von 6 Lichtjahren kann ich kein einziges Raumschiff orten."
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