Drowning Caves

KurzgeschichteFantasy / P12
02.08.2015
02.08.2015
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Das ist mein erster Beitrag zu dem LotS Wettbewerb, http://forum.fanfiktion.de/t/33307/1
Viel Spaß,
Black


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Das kalte Eisen scheuerte gegen Rachels Handgelenke. Die anderen Mädchen links und rechts von ihr drängten sich an sie und versuchten Schutz in der Gruppe zu finden.
Vor zwei Stunden hatten sie ähnlich zusammen gesessen, doch das war völlig anders gewesen. Sie hatten dich zusammen gekauert, dennoch sie waren nicht alleine gewesen. Hier standen die Mord-Sith in ihrer Nähe und hatten ein wachsames Auge auf sie. Dort waren es die Mutter Konfessor und ihre Familien gewesen und sie hatten auf die Mädchen aufgepasst.
Auch der Sucher und der Zauberer hätten dort sein sollen, doch beide waren fort geritten. Zedd auf der Suche nach Antworten und Richard war gegangen, um mit D'Haranern nach diesem Monster zu suchen. Sie wusste nicht, was es gewesen war. Doch das widerliche Monster, welches die Erwachsenen als Screeling bezeichnet hatten, hatte die Feierlichkeiten, die zu Ehren des Suchers und seines Sieges über Darken Rahl, abgehalten wurden, unterbrochen. Der Screeling hatte die Anwesenden mit einem Mord begrüßt. Als der Kopf gerollt war, hatte Rachel schnell ihr Gesicht abgewandt. Der Sucher hatte das Monster erst einmal weggelockt. Vor seiner Rückkehr waren die D’Haranern aufgetaucht und hatten verlangt, mit ihm zu sprechen. Rachel hatte nicht mitbekommen, worum es dort gegangen war und es hatte sie nicht interessiert. Sie war nur bei den anderen Kindern gewesen, schockiert von dem, was vorgefallen war.
Vor ihrem inneren Auge hatte sie immer wieder den Screeling gesehen. Sie hatte sich bei dessen Anblick an einige Geschichten erinnert, an Geschichten von Blutmücken, die die Gars zu ihrer Beute führten, an Geschichten von Ungeheuern, die in einzelnen Teilen D’Haras oder den Midlands ihr Unwesen trieben und an Geschichten von den Monstern, die immer wieder versuchten, der Unterwelt zu entkommen, um die Welt der Lebenden heimzusuchen.
Dann waren der Sucher und die Soldaten der Kreatur hinterher geeilt, um weiteren Schaden zu verhindern und auch Zedd ritt fort. Kahlan verbarrikadierte mit den Männern das Haus, in dem sich alle befanden und Rachel hatte sich etwas sicherer gefühlt. Doch die Mord-Sith waren gekommen und hatten sie und sechs andere Mädchen verschleppt.

Von den Mord-Sith wusste Rachel nicht viel. Sie hatte gehört, dass sie die Lebwächterinnen des Lord Rahl waren und seine Feinde folterten, für Informationen oder nur um sie zu brechen. Die Mord-Sith bezeichneten das angeblich als „ausbilden“. Auch hatte man ihr erzählt, dass der Strafer, den jede Mord-Sith bei sich trug, unvorstellbare Schmerzen hervorrufen sollte. Und natürlich kannte sie die Geschichten von den vielen entführten Mädchen, im Alter von zwölf Jahren, die entweder umkamen oder selbst zu Mord-Sith „ausgebildet“ wurden. Dieses Schicksal war es wohl, was auf sie zukam.

Mit den anderen Mädchen saß sie jetzt in einer Höhle. Sie kannte diese Höhle nicht und bis jetzt hatte auch noch niemand ihren Namen genannt. Sie war schummrig und ihre Entführer hatten kaum Licht mitgebracht. Um sie herum konnte sie das leise Schluchzen der anderen hören. Auf dem Weg hier her waren auch ihr die Tränen die Wangen heruntergelaufen. Tränen aus Angst vor dem was kommen mag und Furch vor den Mord-Sith. Bei dem Anblick der Frauen in ihrem blutroten Leder fing sie immer leicht an zu zittern. Doch sie wollte ihre Angst nicht offen zeigen. So waren ihre Tränen nach kurzer Zeit versiegt und ihr Schluchzen verstummt. Sie musste für die anderen stark sein.
Zu ihrer Rechten hockte Liz gefesselt im Sand des Höhlenbodens. Sie schluchzte etwas lauter als die anderen. Rachel lehnte sich leicht zu ihr und flüsterte so leise und überzeugt wie möglich: „Hab keine Angst. Der Sucher und die Konfessor werden uns retten.“ Das half, sodass Liz sich etwas beruhigte. Einer der Mord-Sith, eine Dunkelhaarige, schien das nicht zu gefallen. Sie kam auf sie zumarschiert und wies sie mit schneidender Stimme zurecht: „Ihr sollt nicht reden!“ Sie kam vor ihnen zu stehen, mit dem Strafer bereits in der Hand. Grob pachte sie Liz am Arm und zerrte sie näher zu sich. Rachel versuchte sich so gut wie möglich vor sie zuschieben. „Nein“, rief sie leicht verzweifelt, „das war meine Schuld. Bestraft mich.“ Ihre Worte klangen vielleicht tapfer, doch innerlich schrie jeder Teil von ihr, sie solle schweigen und rennen. Doch rennen konnte sie nicht und Liz sollte nicht für etwas leiden, was sie nicht getan hatte.
Die Mord-Sith wand ihren eisigen Blick Rachel zu. „Ein eifriges Gör“, sagte sie mit dieser herzlosen Stimme, „wie wäre es, wenn wir mit deiner Ausbildung jetzt gleich anfangen.“ Mit diesen Worten ließ sie den Strafer immer näher zu Rachel kommen. Bei dem verzweifelten Versuch, dem Folterinstrument zu entkommen, lehnte Rachel sich immer weiter nach hinten. Doch irgendwann ging das nicht weiter und der Strafer kam immer näher. Jetzt trennten ihn nur noch wenige Fingerbreit von ihr.
„Triana!“ Der Ausruf rettete Rachel. Die Genannte richtete sich auf und drehte sich zu dem, der gesprochen hatte um. Ein Neuankömmling, ein Soldat, war es gewesen. Gerade hatte er mit weiteren Soldaten D’Haras diesen Teil der Höhle betreten.
„Ich erhielt Eure Nachricht. Was ist so wichtig?“, fuhr er fort.
„Ich habe von einem abtrünnigen Drachencorps gehört“, antwortete sie, „das keinen geringeren als den Sucher zum Palast des Volkes eskortiert. Um ihn zum neuen Lord Rahl zu ernennen. Ich dachte, das könnte Euch interessieren.“ Damit zogen die beiden sich, mit je einer weiteren Person, etwas zurück. Die anderen Soldaten standen, ähnlich wie die Mord-Sith, in der Höhle rum und schenkten den Mädchen keine Aufmerksamkeit. Rachels Bestrafung schien vergessen.


Es war knapp eine Stunde vergangen, seit die Soldaten die Höhle betreten hatten und es war noch nicht allzu viel Zeit vergangen, seit sie diese auch wieder verlassen hatten. Ein Großteil der Mord-Sith hatte sie begleitet. Darunter auch Triana. Zurück blieben nur zwei der Frauen.

Am anderen Ende der Höhle erhob sich eine weitere Gestalt. Es musste dort ebenfalls einen Eingang geben, denn diese Frau war ihr unbekannt. Sie trug ebenfalls das Rot der Mord-Sith, doch war ihr Lederkluft vorne ausgeschnitten und nicht mit einem hohen Kragen versehen, wie die gewöhnlicher Mord-Sith. Auch war ihr Haar blond, kurz und offen und auf ihrem Gesicht zeigten sich Spuren von Verletzungen, die noch nicht sehr alt waren.
Und hinter ihr, Rachels Herz setzte vor Freude einen Schlag aus, kam die Mutter Konfessor in ihrem strahlenden Weiß. Ihre Bewacherinnen bemerkten sie nicht. Erst als die Blonde anfing zu sprechen, drehten sie sich um. „Hallo Schwestern“, ihr Stimme erinnerte an Stahl, welcher von Seide verdeckt wurde, samtig, kalt und schneidend. Die Andeutung eines Lächelns war auf ihren Lippen, wodurch sie gefährlicher wirkte, als alle ihrer „Schwestern“. „Ich habe ein Geschenk für euch, die Mutter Konfessor.“ Wieder setzte Rachels Herz einen Schlag aus, jedoch vor Angst, die ihr die Luft abschnürte.
Mit diesem katzenhaften Lächeln drehte sie sich halb zu Kahlan. Die Konfessor zeigte keine Regung. Die beiden Mord-Sith wechselten einen Blick und die eine nickte der anderen zu. Diese kam auf die Blonde zu. Als sie diese fast erreicht hatte, schlug die Kurzhaarige zu und die erste Bewacherin ging zu Boden. Die zweite wurde von einem Messer der Konfessor tödlich getroffen und starb ohne einen Laut. Der lautlose Fall ließ Rachels Angst verschwinden und mit dem Kacken, welches das Brechen des Genicks der Gegnerin der Blonden verursachte, war die Hoffnung auf ein gutes Ende wieder da.




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Für alle, die die Szene nicht erkannt haben, es Spiel am Anfang der zweiten Staffel ;)
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