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Verfluchte Welt

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
31.07.2015
08.09.2015
42
32.287
5
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01.08.2015 868
 
„Wie läuft es eigentlich gerade bei dir in der Schule“, fragte Anne unvermittelt.
„Wenn es so weiter läuft wie bisher wird das eines einer besten Zeugnisse werden!“, strahlte ich meiner Mutter zuliebe. Wenn es nach mir gehen würde würde ich nicht nur einsen und zweien schreiben, sondern auch mal eine drei oder vier. Mein Stiefvater sah mich mit einem leicht schiefen Blick an. Ja, ich weiß. Ich will doch auch nur ein etwas entspannteres Leben haben. Und das geht am besten, wenn ich das mache, was meine Mutter mir sagt!
„Das klingt doch super. Vielleicht kannst du Ash ja helfen. Seine Noten könnten so viel besser sein wenn er mehr dafür tun würde!“, bemerkte Anne.
„Na klar. Das mache ich doch gerne!“, lächelte ich ihn freundlich an. Er quittierte es mit einem kurzen, gefaktem Lächeln. Keine Sorge, Blondie, ich mag dich auch nicht. Ich mache das hier nur, damit meine Mutter nachher keinen Grund hat, auf mir rum zu hacken.
„Das klingt doch gut. Was sagst du denn dazu, Ash“, wandte sich seine Mutter an ihn.
„Das klingt super!“, sagte er mit einer solchen falschen Freundlichkeit, dass ich mich fragte, wie seine Mutter diese nicht bemerkte.
„Dann ist es ja abgemacht. Wann hast du morgen Zeit?“
„Wie wärs mit halb zehn? Ich muss morgen Nachmittag noch arbeiten, deshalb kann ich nur am Vormittag“, erklärte ich die frühe Uhrzeit. Je früher ich von dem wieder weg bin desto besser!
„Ja, geht in Ordnung!“, antwortete Ash schnell ehe seine Mutter Zeit hatte, auch nur irgendetwas anderes als den Mund zu öffnen.
„Das klingt doch mal gut!“, meinte Sybille freudig.
„Ich glaube, dass die Lasagne fertig ist“, meinte ich um dieser Situation so schnell wie möglich zu entkommen. Denn so langsam ging sie mir auf die Nerven.
„Ash, hilf ihr doch!“, beeilte meine Mutter zu sagen bevor ich den Raum verlassen hatte. Ich ging einfach weiter, hoffend, dass Ash dies als Ablehnung bemerkte. Doch zu meinem Leidwesen folgte er mir in die Küche.
„Bild dir bloß nichts darauf ein, dass du mir hilfst. Wenn es nach mir gehen würde bräuchte ich deine Hilfe nicht!“, zischte er mir giftig zu.
„Keine Sorge, ich mache das auch nur, damit meine Mutter mich in Ruhe lässt und ich sie nicht soviel sehen muss!“, zischte ich genauso giftig zurück. Genau in diesem Moment kam meine Mutter in die Küche.
„Und? Wie sieht es mit der Lasagne aus?“
„Ganz gut. Du kannst die anderen ja schon einmal vorwarnen!“, bat ich sie. Sie verließ den Raum, sagte den anderen Bescheid. Wortlos drückte ich ihm den Stapel mit Tellern und Besteck in die Hand. Genauso wortlos verließ er den Raum. Puh, jetzt bin ich ihn wenigstens für ein paar Sekunden los. Ich holte die Lasagne aus dem Ofen und brachte sie ins Esszimmer. Sven wollte sich schon wie immer das erste Stück sichern, doch meine Mutter wies ihn freundlich darauf hin, dass die Gäste zuerst bekamen und dann die anderen. Leicht angepisst lehnte er sich zurück, verschränkte trotzig seine Arme. Als ich mit unseren Gäste durch war bekam Sven als Entschädigung ein etwas größeres Stück. Sofort war alles wieder vergessen und seine gute Laune wiederhergestellt. Nachdem auch der Letzte sein Stück hatte begannen wir zu essen.
„Wie immer sehr lecker!“, lobte mein Stiefvater. Zwar sah er dabei meine Mutter an, zwinkerte mir jedoch zu. Er wusste, dass ich diejenige war, die den ganzen Haushalt schmiss und auch das Essen kochte. Jedoch spielte er das Spielchen meiner Mutter mit, wofür ich ihm dankbar war. Nach dem Essen gingen wir nach draußen in den Garten, genossen dort die frische Abendluft. Die Gesprächsthemen wandten sich angenehmeren Themen zu. Ich unterhielt mich die meiste Zeit mit Lauren. Gegen halb zehn wurden Harry und Sven langsam müde sodass die Irwins gegen zehn Uhr dann endgültig nach Hause gingen. Wie üblich blieb es an mir hängen, Sven ins Bett zu bringen und ihm die Sachen für den nächsten Tag raus zu legen. Gerade als ich ich fürs Bett fertig machen wollte kam meine Mutter zu mir ins Zimmer.
„Würdest du noch abwaschen? Ich bin zu müde, um es zu machen!“, befahl sie mir. Seufzend legte ich meine Schlafsachen auf Seite und schleppte meine müden Beine hinunter in die Küche. Während ich das Wasser einließ klingelte es an der Haustüre. Da ich eh schon einmal unten war ging ich sie auch öffnen. Zu meiner Verwuderung stand Ashton davor.
„Ich habe mein Handy hier vergessen! Kann ich es mir kurz holen?“, bat er. Ich ließ ihn rein, huschte schnell in die Küche zurück, um das Wasser abzustellen. Wieso hast du ihm nicht einfach die Tür vor der Nase zu geknallt? Verdient hätte er es auf jeden Fall!, warf mir meine innere Stimme vor. Dir ist schon klar, dass meine Mutter das rausgefunden hätte und mir dann die Hölle heiß gemacht hätte?, erwiderte ich. Ich hörte, wie Ashton irgendetwas murmelte und dann verschwand. Kurz darauf kam mein Stiefvater herunter.
„Wer war das denn?“, fragte er mich verwundert.
„Es war Ashton. Er hat sein Handy hier vergessen!“, sagte ich.
„Achso, na dann!“ Phillip nahm sich das Geschirrhandtuch und trocknete ab. Dankbar lächelte ich ihn an. Dadurch waren wir schneller fertig und ich konnte endlich schlafen gehen.
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