Something new, something different.

GeschichteDrama, Humor / P18 Slash
31.07.2015
07.06.2016
23
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Hallo, das ist meine allererste selbstgeschriebene Geschichte. Ich hoffe, dass sie euch gefällt und würde mich über Lob und Kritik freuen.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!
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1. Ich mein, ich war nicht der Experte in Sachen Beziehungen.



„Dann geh doch!“, rief ich dir verzweifelt mit Tränen in den Augen hinterher, als ich hörte, wie du die Tür ins Schloss fallen ließt. Es hieß einmal „für immer“ und „große Liebe“. Waren das bloß Worte? Ich weiß es nicht.
Jedenfalls waren es deine Worte. Deine Worte, die eine tiefe Spur in meinem Herzen hinterlassen hatten.
Nachdenklich blies ich den Qualm meiner Zigarette in die Luft, als ich den magentafarbenen Sonnenuntergang beobachtete. Mit der linken Hand fuhr ich mir durch mein hellbraunes Haar, um vereinzelte Strähnchen aus dem Gesicht zu streichen.
Nichts war mehr wie vorher.
Du gingst.
Ließt die Tür wütend ins Schloss fallen.
Ich wünschte, ich hätte alles umkehren können. Ich hätte alles besser gemacht.
Für dich. Für uns. Wirklich!

Man sah mir die Spuren des Krieges regelrecht an. Unseres Krieges.
Warum war all das so schwierig? Was lief verkehrt? Meine Augen waren geschwollen und rot unterlaufen. Auch jetzt liefen mir noch Tränen über meine Wangen und mein Kopf platzte bald vor Schmerz. Ich hatte noch immer dieses Beben in meiner Stimme, schüttelte leicht den Kopf. Überprüfend betätigte ich die Tasten meines Smartphones, um zu schauen ob ich Nachrichten hatte. Vielleicht hattest du mir ja geschrieben.
Nein.
Nichts.
Wie würde es weitergehen? Ich vernahm eine leichte Brise, welche ich tief in mir spürte, als ich einen großen Luftzug in mir einsog. Jetzt war ich allein. Ich saß hier auf unserem Balkon, schwelgend in unseren Erinnerungen. Ich nahm einen weiteren Zug der Zigarette direkt in mir auf und hustete stark. Ein ekelhaftes Kratzen durchfuhr meinen Hals. Ich drückte die Zigarette aus. Eigentlich hatte ich nie geraucht. Es waren deine Zigaretten. Vielleicht wollte ich mir irgendwas beweisen, den Stress runterspülen.
Nein.
Es brachte nichts.
22:37 Uhr. Es war schon relativ spät. Eigentlich sollte ich schlafen, doch ich würde sicher kein Auge zu bekommen. Alles würde unentwegt in meinem Kopf Revue passieren. Alles. Also beschloss ich, mein Weinglas noch einmal zu füllen und noch ein bisschen hier zu sitzen. Nur noch ein bisschen in die Ferne starren.
Klarkommen. Nachdenken. Vergessen.

Mittlerweile war der Himmel über mir dunkelblau und die Luft war noch angenehm warm, wie es für hiesige Sommernächte so üblich war. Ich versuchte mich mit etwas Facebook abzulenken. Wieder nur dasselbe.
"Kleinkind im Auto vergessen", "Giftköder hier entdeckt" und sämtliche Fotos. Auf Instagram waren ebenfalls eine Menge bearbeiteter Bilder zu sehen. Ich schmiss mein Handy auf den kleinen Hocker zu meiner Linken.
Und da waren wieder meine Gedanken. Du warst wieder da.
Verknotet.
Verworren.
Vergiftet.
Und im Großen und Ganzen einfach fürn Arsch. Wieder bahnten sich die Tränen einen Weg über mein Gesicht und ich schluchzte. So stark ich auch war oder sein wollte, ich konnte es einfach nicht unterdrücken, konnte nichts zurückhalten. So saß ich hier zusammengekauert wie ein Häufchen Elend. Ein Häufchen Elend, dem gerade der Freund davongelaufen war. Wahrscheinlich hab ich dich mit meiner Art vergrault, vielleicht war nach 6 1/2 Jahren Beziehung einfach die Luft raus.
Vielleicht lag es auch gar nicht an mir.
Nein, es muss an mir gelegen haben, anders konnte ich mir das nicht erklären. Von meiner Seite aus war doch noch alles wunderbar, meine Liebe war noch da, nie weg. Ganz im Gegenteil, sie wuchs noch. Mit jedem Tag ein bisschen mehr. So wie es in der Liebe eigentlich üblich war. Oder war es bloß die Norm? Hatte ich mir nur eingebildet, dass alles noch so frisch und toll war? Ich weiß es nicht.
Ich mein, ich war nicht der Experte in Sachen Beziehungen. Es war ja auch erst meine zweite längere Beziehung. Wobei ich die Sache mit Lars noch immer nicht als Beziehung sehen konnte oder besser: sehen wollte.
Aber die Beziehung jetzt mit dir hatte einfach alles. Wir waren doch glücklich, waren wir nicht? Diese Selbstzweifel ließen mir keine Ruhe; ich konnte es nicht mehr. Hier saß ich nun und meine Gedanken führten kniffelige Monologe, die mich wahrscheinlich noch Stunden wachhalten würden, das konnte nicht Sinn der Sache sein. Das war mit aller Voraussicht der beste Start in den Montag seit langem. Konnte es kaum erwarten. So begab ich mich langsam auf die Couch. Ins Bett wollte ich nicht, da es sicher noch nach dir roch. Ich liebte deinen Geruch, deine Art, deinen Charakter, einfach alles.
Dein Grinsen war so umwerfend, es verzauberte mich schon bei unserem ersten Date. Naja, eigentlich mochte ich dich schon länger und wir kannten uns ja auch schon seit der Grundschule. Wir gingen immer durch dick und dünn und aus der jahrelangen Freundschaft entwickelte sich letztlich, obwohl du ein Frauenheld warst und etliche Beziehungen hattest, eine Beziehung mit mir.
Doch war es das wert? Ich weiß nicht. Dein Grinsen war für mich immer das Schönste aller Jungs, die ich kannte. Erneut flossen die Tränen. Ich hasste mich dafür.

Bevor ich mich auf die dunkelgraue Eckcouch legte, machte ich mich eben im Bad frisch, putzte mir die Zähne und wusch mir mein verheultes Gesicht mit kühlem und erfrischendem Wasser ab. Das tat gut. Ich begab mich zurück ins Wohnzimmer.
"Schon viertel nach 2, kacke" merkte ich an, als ich es mir mit einer plüschigen Wolldecke in der kleinen Ecke des Sofas gemütlich machte. Wo waren die letzten Stunden? Ich hatte doch nur rumgesessen.
„Ah“, stieß ich auf, als ich mich auf die Couch legte, „die Fernbedienung“. Du hattest sie immer hier liegen gelassen. Ich legte sie wieder auf die linke Seite des Couchtisches, wo ich sie immer liegen hatte. Ich lag hier. Beobachtete das dunkle Zimmer. Irgendwas beunruhigte mich.
„Hmm“, überlegte ich. Da war es. Ich stand auf und hängte das Bild von uns, welches unmittelbar gegenüber des Sofas hing, ab. Ich legte es vorsichtig mit der Vorderseite auf den Schreibtisch. Erneut versuchte ich so gut es ging mir die Ecke der Couch mit sämtlichen Couchkissen bequem herzurichten, sodass ich darauf wenigstens etwas Schlaf bekommen konnte.

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