When words fall from the sky

von Arzani92
KurzgeschichteAllgemein / P16 Slash
Ben Beckman der Rote Shanks
29.07.2015
29.07.2015
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Titel: Bei den heißen Quellen
Pairing: Ben/Shanks
Rating: P16 Slash
gewünscht von: cuteseaturtle (tumblr)

***


Es hatte lange gedauert, bis Shanks‘ Arm richtig geheilt war. Zu lange, wenn Ben ehrlich war. Er hatte teilweise sogar das Gefühl gehabt, dass es für ihn schwerer war, als für Shanks selbst, denn er war die ganze Zeit so fröhlich gewesen wie immer. Er hatte gelacht, getrunken und gefeiert, wie er es eben immer machte und hatte so der Crew das Gefühl gegeben, dass alles in Ordnung war und sie sich keine Sorgen zu machen brauchten. Auch wenn alle geschockt gewesen waren, was es Shanks gekostet hatte um Luffy zu retten, war das schnell verfolgen.

Als Shanks nach der Operation aus dem Operationsraum gekommen war, hatte er gelächelt und sofort jedem klar gemacht, dass alles okay war. Ben konnte seine Worte immer noch in seinen Ohren klingeln hören: „Mir geht’s gut. Keine Sorge, ein Arm ist nichts. Dafür hat man wohl zwei. Wenn man einen verliert kann man immer noch den anderen benutzen.“
Er hatte die Worte mit einem Grinsen auf den Lippen gesagt, aber Ben konnte immer noch den Schmerz in seinen Augen tanzen sehen. Er hatte gesehen, wie hart es für ihn war, überhaupt zu stehen, geschweige denn so locker daher zu reden. Der Mann, den er so liebte, hatte das letzte bisschen seiner Energie dafür aufgebracht, seiner Crew zu versichern, dass er immer noch im Stande war als Kapitän zu fungieren. In dem Moment konnte Ben nicht anders als zwei zerreißende Gefühle auf einmal zu spüren, alle beide dazu im Stande seinen Verstand in den Abgrund zu reißen.

Das Erste war unbeschreiblicher Stolz. Ben fühlte sich geehrt, der Vize so eines großartigen Mannes zu sein, dass seine Augen sich mit Tränen füllten und sein Herz schneller zu schlagen anfing. Dass sein Käpt’n selbst im Angesicht solcher Schmerzen immer noch lächelte, um die Crew zu beruhigen, zeigte ihm, dass wahre Größe nicht durch Gewalt oder Grausamkeiten zu erreichen war. Wahre Stärke kam aus tiefer Weisheit und Liebe, nicht aus dem Verletzen anderer Menschen. Es war wirklich komisch, dass er solche Worte benutzte, um grade Shanks zu beschreiben, den Mann, der so irrational und unstetig war, wie der Wind. Aber es passte. In diesem Moment passte es zu hundert Prozent auf den Mann, der freier war als sonst irgendjemanden, den Ben kannte. Wieder merkte er, wie sehr er ihn liebte und er wusste auch, dass sich das nie ändern würde.

Auf der anderen Seite fühle Ben aber auch unglaubliche Angst und eine Schuld, die ihn fast wahnsinnig machte. Er war Shanks‘ Vize und es war seine Pflicht ihn zu beschützen. Er hatte sich geschworen, immer für seinen Kapitän da zu sein, komme was wolle, auch wenn es sein Leben kosten sollte.  Denn es war Shanks, der ihm überhaupt gezeigt hatte, wie man lebte.

Shanks hatte ihm einen Grund gegeben weiter zu leben. Er hatte die ständige Einsamkeit von ihm genommen, wurde zu seinem ersten richtigem Freund, verstand ihn, ohne, dass Worte nötig waren und schaffte es, dass er sich lebendig fühlte. Auch wenn sie beide so unterschiedlich waren, wenn es um das essentielle und wirklich wichtige ging, dann waren sie wie eins.
In seinem Leben hatte Ben noch nie einen Menschen gefunden, der ihm in einer so irrationalen Weise gleich kam. Shanks war wie ein Puzzle, dass Ben jeden Tag aufs Neue zu lösen versuchte, es aber nie schaffte. Doch wenn sie alleine waren, dann war das alles auf einmal nicht mehr wichtig.

Als Ben Shanks also so sah, mit einem Grinsen auf den Lippen, aber wackeligem Stand und deutlichen Schmerzen, die man in seinen Augen ablesen konnte, hasste er sich dafür, dass er ihn nicht vor all dem hatte bewahren können. Er hätte da sein sollen. Er hätte ihn beschützen sollen, aber er hatte es nicht getan und eine kalte Angst packte ihn. Eine Angst, die unweigerlich sagte, dass Shanks jeden Moment sterben konnte und er dann wieder alleine war. Alleine und mit dem Gewissen, dass es niemanden auf der Welt gab, der auch nur im Entferntesten an seinen Kapitän herankommen konnte. Es verursachte ihm mehr als eine schlaflose Nacht, in der er schreiend aus einem Alptraum aufwachte, in dem Shanks starb und er zu spät kam, um ihn zu retten.

Eigentlich sollte man annehmen, dass das alles nach einem halben Jahr vorbei war, aber als Ben den Armstumpf wieder sah, wusste er, dass dem nicht so war.

Es war eine Tradition der Rothaarpiraten einmal im Jahr eine kleine Insel im Paradis der Grandline zu besuchen, die voller heißen Quellen war. Die Insel war dafür bekannt, dass sie die Privatsphäre ihrer Besucher achtete und Piraten waren genauso willkommen wie Marinesoldaten. Eigentlich konnte der Besitzer der heißen Quellen sogar dafür sorgen, dass eine gesammelte Mannschaft kommen und gehen konnte, ohne gesehen zu werden, einen ganzen Bereich nur für sich allein. Man musste nur willig sein, genug dafür zu zahlen und Shanks war immer gewillt genügend für seine Männer zu zahlen. Er hatte es nicht nötig aufs Geld zu achten.

Sie hatten drei große Quellen für die Crew gebucht, dazu so viel Sake, dass die ganze Mannschaft für die nächsten zwei Tage betrunken sein konnte und – wie Shanks Ben erzählt hatte – eine kleinere nur für sie zwei. Er wusste nicht warum, aber sein Gesicht färbte sich in einem tiefen Rot, als Shanks ihm erzählte, dass er ihn für den Abend allein beanspruchen wollte.

Normalerweise war Ben unerwartete Handlungen, mit denen Shanks ihm zeigte oder sagte, dass sie mehr als nur Kapitän und Vize waren, gewöhnt. Am Anfang war es nicht einfach für ihn gewesen mit den plötzlichen Liebesbekundungen umzugehen. Shanks war die Art von Mensch, die einem sagte, dass er gut im Bett war, wenn sie in mitten einer ernsten Diskussion waren oder ihn küsste, wenn der Feinde kurz vor dem Angriff stand. Es hatte nicht nur dazu geführt, dass Benn sich unwohl fühlte, sondern auch dazu, dass er sich Sorgen machte, weil er seine Gefühle nicht so offen darlegen konnte wie Shanks. Aber es wurde über die Zeit und durch ein paar ernste Gespräche besser, in denen Shanks ihm versicherte, dass Benn ihm seine Zuneigung nicht in der Öffentlichkeit zeigen musste, wenn er nicht wollte.

Jetzt war Ben also im heißen Wasser und wartete darauf, dass sein Kapitän ihm Gesellschaft leistete. Shanks hatte ihnen Sake organisiert, der in einem großen Kübel voller Eis kühl lag und Ben wusste, wie der Abend enden würde, was dazu führte das sein Körper vor Erwartung glühte. Die ganze Crew hatte sich schon vor Eintreffen ein paar Drinks genehmigt und er konnte den Alkohol im Blut fühlen, wie er seinen Kopf leicht und neblig machte.
Es war dieser Mix aus Alkohol, brennendem Verlangen und dem warmen Wasser, der dazu führte, dass ein plötzlicher Adrenalinschub durch seinen Körper fuhr, als er seinen Käpt'n sah, wie er den Weg entlang auf ihn zukam, nackt, so wie er war.

Sein Herz fing an unkontrolliert zu schlagen, sein Gedanken schwindelig, während er jeden Muskeln von Shanks' perfekten Körper betrachten konnte. Sein rotes Haar schwang in seinem Gang mit und seine Augen schimmerten wie die Wellen in der Sonne. Dann fand Bens Blick Shanks' Armstumpf und ein Kloß bildete sich in seiner Kehle. Die Angst ihn verlieren zu können kam mit einem Schlag zurück. Er war machtlos dagegen anzukämpfen und es schien als könne Shanks die Angst in seinen Augen ablesen, denn da war kein einziger Spruch, geschweige denn irgendwelche Wörter auf seinen Lippen. Als er ins Wasser stieg, fixierten stumme Irden die seinen und verstanden ihn.

Es war Ben, der Shanks an diesem Abend halten musste, um sicher zu gehen, dass er ihn beschützen konnte und seinen Kapitän nicht verlieren würde. Es war Ben, der die Führung übernahm und Shanks ließ ihn, als er ihn an sich zog, um den Körper voller Narben zu liebkosen und jede einzelne zu ehren. Jede Narbe war ein Beispiel dafür, wie sehr Shanks seine Mannschaft liebte und sich um sie kümmerte und wenn Ben konnte, würde er dafür sorgen, dass keine weitere dazu kam.

Aber schnell genug, als Ben durch die roten Haare strich, über die Schultern und Shanks' Brust, waren all diese Gedanken in der Hitze des Moments vergessen, während ihre Lippen sich für einen geborgenen Kuss trafen und ihre Körper eins wurden, mit dem schweigendem Bewusstsein, wie sehr sie sich gegenseitig zum leben brauchten.

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Englische (original)Version gibt es hier
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