Träume zwischen den Welten - Tsubasa Reservoir Chronicle meets Xenoblade Chronicles

GeschichteRomanze, Fantasy / P12
27.07.2015
27.07.2015
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Mit einem letzten Blick überprüfe ich mein Gepäck. Alles ist gepackt und bereit zum Aufbruch. Doch noch will ich nicht gehen, noch will ich diese Welt nicht verlassen. Bionis, eine interessante Welt, auf der ich viel in den letzten drei Monaten erlebt habe. Heute ist mein letzter Tag hier. Der letzte Tag, den ich mit einer ganz bestimmten Person verbringen will: Reyn, dem besten Freund von Shulk. Warum ausgerechnet mit ihm? Weil er mir sehr viel bedeutet. Also dann, auf geht’s.

Zehn Minuten später stehe ich vor Dunbans Haus. Hier habe ich mich mit ihm verabredet. Lange brauche ich nicht zu warten, schon wenige Minuten nach mir kommt er um die Ecke, gemeinsam mit Shulk. Der Blonde nickt mir leicht zu, wendet sich dann noch kurz an seinen besten Freund: „Denk an das, was ich dir gesagt habe.“ Schon verschwindet Shulk wieder, wahrscheinlich zu seiner Freundin Fiora. „Hallo Sayuri“, begrüßt mich nun Reyn. „Hi Reyn, wollen wir los?“ grüße ich zurück. „Gerne“, gemeinsam verlassen wir über die Brücke Kolonie 9. Unser Ziel ist der Aussichtsturm vor Kolonie 9. Von dort oben hat man einen herrlichen Ausblick.

Gut eine Stunde später stehen wir auf der Aussichtsplattform. Begeistert lasse ich meinen Blick über die Kolonie gleiten. Von hier oben sieht sie viel kleiner aus. Ein fantastischer Anblick. „Du wirst bald gehen, nicht wahr?“, fragt mich Reyn. „Ja, meine Reise ist noch lange nicht zu Ende. Im Gegenteil sie hat gerade erst angefangen“, bald ist schon heute, allerdings verrate ich es ihm nicht. Würde ich es tun, würde er sich mir gegenüber anders verhalten. Das will ich nicht. Ich möchte an meinem letzten Tag hier den gleichen Reyn vor mir stehen haben wie noch vor einem Monat. „Wann?“, erklingt seine Stimme neben mir. „Bald“, erwidere ich. Es ist eine Lüge, ich weiß nur nicht, ob er sie mir ansieht.

Das Lachen von spielenden Kindern nähert sich uns. Schade, eigentlich hatte ich gehofft, dass wir unsere Ruhe haben könnten. Aber wirklich darüber ärgern tue ich mich nicht. Reyn und ich stehen direkt an der niedrigen Absperrung, nahe am Rand der Plattform. Das ist nun nichts, worüber ich mir Sorgen machen würde, nur habe ich die Kinder unterschätzt. Laut lachend toben die Kleinen über die Plattform und es kommt, wie es kommen muss: Einer der Kleinen rennt mir mit Schwung in den Rücken, unbeabsichtigt versteht sich, da er nicht hingesehen hat, wo er hinlief. Ich verliere mein Gleichgewicht, kippe nach vorne. Reyn greift sofort nach meiner Hand, damit ich nicht falle, doch im selben Moment stürmt auch gegen ihn ein Kind. Genau wie ich kippt er nach vorne und im nächsten Moment stürzen wir in die Tiefe. Er zieht mich mit einem Ruck an seine Brust. Zu unserem Glück befindet sich direkt unterhalb der Aussichtsplattform ein großer und tiefer See. Nur Sekunden später landen wir mit einem lauten Platsch in eben jenem.

Kalt – schießt es mir durch den Kopf. Vor Schock und Kälte kann ich mich nicht bewegen. Ein Glück, dass Reyn diese beiden Umstände nichts auszumachen scheinen. Er zieht mich mit an die Wasseroberfläche, hält mich mit einem Arm fest, während er uns beide mit dem anderen über Wasser hält. „Sayuri? Ist alles in Ordnung? Sayuri?“, seine Stimme ist panisch und besorgt zugleich. „Ja, alles ok“, murmle ich immer noch leicht unter Schock. Ich weiß nicht wie, aber irgendwie lande ich mit Reyn am Strand. Vorsichtig hebt er mich aus dem Wasser und setzt sich mit mir ins Gras, etwas vom Sand entfernt. „Bist du dir sicher, dass es dir gut geht?“, hakt er besorgt nach. „Ja, ich habe nur nicht damit gerechnet, von der Aussichtsplattform in den See zu fallen“, versuche ihn zu beruhigen. Obwohl, eigentlich ist es ganz süß, dass er sich solche Sorgen um mich macht. Mit einem kleinen Lächeln kuschle ich mich an ihn. Ich spüre seinen fragenden Blick auf mir. „Mir ist kalt“, sage ich ruhig zu ihm. Einen Moment lang scheint er noch zu zögern, doch dann legt er seinen rechten Arm um mich.

Als wir so dasitzen, erinnere ich mich an einige unserer gemeinsamen Erlebnisse. „Das war jetzt schon das dritte Mal, dass du mir das Leben gerettet hast“, ich blinzle zu ihm hoch. „Wie kommst du denn jetzt darauf?“, will er wissen. „Das erste Mal war bei unserer ersten Begegnung: Einer dieser Mechon hatte mich hoch in die Luft geschleudert. Shulk versuchte mit seinem Monado irgendetwas zu bewirken und du hast einfach deine Waffe weggeworfen und bist losgestürmt, in die Luft gesprungen und hast mich noch im Sprung gut vier Meter über dem Boden aus der Luft aufgefangen. Beim zweiten Mal waren wir in der Tephra-Höhle als es unerwartet zu einem Erdbeben kam. Einige große Gesteinsbrocken lösten sich aus der Decke und stürzten gen Boden. Einer hätte mich damals fast erwischt, wenn du mich nicht rechtzeitig weggezogen hättest. Zwar waren wir danach von den anderen getrennt, aber dank deines hervorragenden Orientierungssinnes konnten wir die anderen ja schnell wiederfinden. Eben war also schon das dritte Mal, dass ich in dieser Welt fast gestorben wäre und du es erfolgreich verhindert hast. Du bist wirklich ein Held, Reyn“, erkläre ich ihm. „Ein Held? Nicht wirklich“, erwidert er leise. Ich löse mich ein Stück weit aus seiner Umarmung und richte mich etwas auf. „Du bist aber mein Held“, widerspreche ich ihm, nähere mich dabei seinem Gesicht. „Und ein Held verdient eine Belohnung“, mit diesen Worten küsse ich ihn auf die Wange. Als ich mich wieder ein zurückziehe, sehe ich seine geröteten Wangen. Ich scheine ihm wirklich nicht so egal zu sein, wie ich ganz am Anfang mal dachte. Mit einem glücklichen Lächeln kuschle ich mich wieder an ihn.

Bis zum Sonnenuntergang bleiben wir dort sitzen. Nun jedoch umgibt uns eine angenehme Stille. Leider wird dieser schöne Moment gleich enden. Als die Dämmerung einsetzt erhebt sich Reyn, reicht mir seine Hand. Ich lasse mir von ihm aufhelfen. Zu meiner Überraschung lässt er meine Hand nicht los, während wir zurückgehen.

Am Marktplatz trennen sich unser Wege. Ich lächle ihn zum Abschied an und will gehen, doch er hält mich zurück: „Sayuri.“ „Ja?“ drehe ich mich noch einmal zu ihm um. „Schlaf gut. Bis morgen“, ein leichtes Lächeln umspielt seine Lippen. „Du auch. Bis morgen, Reyn“, verabschiede ich mich. Dann wende ich mich von ihm ab. Er soll die Tränen in meinen Augen nicht sehen. Die Tränen, da ich weiß, dass wir uns am nächsten Tag nicht wiedersehen werden. Lügnerin – straft mich meine innere Stimme. Ja, ich bin eine Lügnerin. Die Fähigkeit zu lügen, dabei zu lächeln und es sich nicht anmerken zu lassen, dass das Gesagte gar nicht stimmt, habe ich mir wohl wirklich von meinem Bruder abgesehen. Er ist genauso. Nur mit dem Unterschied, dass er sich hinter einer Maske versteckt. Er gesteht sich nicht ein, dass er gelogen hat, anders als ich. Ich trage diese Scharade nur kurzzeitig für wenige Augenblicke, er den gesamten Tag.

Sichtwechsel zu Reyn:
Einige Augenblicke sehe ich ihr noch nach, solange bis sie aus meinem Sichtfeld verschwindet. Lächelnd wende ich mich nun ebenfalls zum gehen. Während ich zum Truppenlager zurücklaufe, kommen mir ihre Worte wieder in den Sinn: Du bist aber mein Held. Das sieht sie also in mir, einen Helden. Und dass nur, weil ich ihr schon dreimal das Leben gerettet habe. Aber das sie mir deswegen einen Kuss schenkt ist doch seltsam. Gut, es war zwar nur auf die Wange, aber ein Kuss bleibt ein Kuss. Sayuri… alleine der Gedanke an sie lässt mein Herz höher schlagen. Ihre langen, schwarzen Haare, welche sie stets zu zwei Zöpfen gebunden trägt, ihre großen, lächelnden kristallblauen Augen, ihre sanfte Stimme. Oh man, ich sollte wirklich aufhören, so über sie zu schwärmen. Andererseits, was kann ich schon dafür, dass ich mich in diesen kleinen Engel verliebt habe.

Bevor ich ihr begegnet bin waren Mädchen für mich allerhöchstens Kumpel. Bis dahin konnte ich es mir einfach nicht vorstellen, mit einem Mädchen zusammen zu sein. Und dann, ganz einfach und ungefragt, platzte sie in mein Leben:

3 Monate zuvor:
Shulk und ich befinden uns auf dem Rückweg von Kolonie 6. Jetzt da diese von den Mechon befreit wurde und diese Feinde von uns mehr oder weniger erfolgreich zurückgeschlagen wurde, herrscht wieder einigermaßen Frieden auf Bionis. Nur einigermaßen, da es leider immer noch zu Angriffen der Mechon kam. Allerdings in einem weit aus kleinerem Ausmaß als zuvor. Wir gehen gerade an der Schlucht vorbei, in welcher Juju vor wenigen Wochen in Lebensgefahr schwebte, als plötzlich ein Schrei die Stille zerreißt. Genauer gesagt: Der Schrei einer jungen Frau. Alarmiert folgen wir der Stimme.

Ein großer Mechon attackiert eine junge Frau mit rabenschwarzem Haar. Immer wieder versucht sie ihm auszuweichen, doch an einem größerem Blutfleck auf ihrer Hose können wir sehen, dass diese nicht immer von Erfolg gekrönt waren. Mit einem kurzem Nicken verständigen wir uns darauf, der Frau zur Hilfe zu kommen. Unser Vorhaben können wir jedoch nicht sofort in die Tat umsetzen, da einige kleinere Mechon erscheinen um uns aufzuhalten. So schnell wie möglich versuchen wir diese zu vernichten, da wir nicht wissen, wie lange die Frau, bei näherem Hinsehen entpuppte sich diese als Mädchen, noch ausweichen können würde.

Gerade als der letzte Mechon zu Schrott verarbeitet war und wir uns dem Größerem nun endlich widmen wollen, geschieht es: Der Mechon bekommt die Schwarzhaarige am Bein zu fassen, sie schreit schmerzvoll auf. Schwungvoll schleudert der Metallhaufen sie hoch in die Luft. Shulk hebt sein Monado, um eine spezielle Technik anzuwenden, mit der ich schneller werden kann. Ich werfe unterdessen meine Waffe zur Seite. Schon spüre ich die Unterstützung des Monados und renne so schnell ich kann los. Als ich nicht mehr weit von ihr entfernt bin, springe ich schwungvoll ab, fliege fast durch die Luft. Gut vier Meter über dem Boden bekomme ich sie zu fassen, ziehe sie fest in meine Arme und vollführe eine 180° Drehung. Nur Sekunden später schlage ich hart mit dem Rücken auf dem Boden auf, rolle mich geschickt ab. Shulk hat währenddessen dem Mechon mit einer speziellen Attacke eine Ende bereitet.

„Reyn“, mein bester Freund kommt auf mich zugelaufen. Ich setze mich auf, betrachte das verletzte Mädchen in meinen Armen: „Wie heißt du?“ Mit einem leicht verängstigten Ausdruck sieht sie mich an: „Sayuri. Sayuri de Flourite.“ „Ein schöner Name. Ich bin Reyn und dies ist Shulk“, stelle ich uns vor. Shulk kniet sich hin, um ihre Wunde zu begutachten. Sayuri zuckt zusammen. „Keine Sorge, wir tuen dir nichts. Vor uns brauchst du keine Angst zu haben. Aber deine Wunde muss versorgt werden, sonst entzündet sie sich noch“, beruhigt er sie geschickt. Mit einem Nicken stimmt sie dem zu. „Hier in der Nähe gibt es eine Höhle, wo wir rasten wollten. Komm mit uns, dann kümmere ich mich dort sofort um deine Verletzung“, biete er ihr an. „Das wäre sehr freundlich“, antwortet sie. Ich erhebe mich, ziehe sie dabei vorsichtig auf die Füße: „Kannst du laufen?“ Zaghaft versucht sie, ihr verletztes Bein zu belasten. Doch dieses knickt sofort unter ihr ein. Gerade noch rechtzeitig kann ich sie auffangen. „Kein Problem. Dann trage ich dich eben“, damit platziere ich einen Arm an ihrem Rücken und den anderen unter ihren Knien. Überrascht mustern mich ihre blauen Augen.

Dies war unser erstes Treffen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Sayuri Shulk damals in der Höhle gefragt hatte, ob ich immer so drauf wäre. Recht unbeabsichtigt hatte ich sie damals wohl mit meinem Verhalten verschreckt. Genauso gut kann ich mich aber auch noch an Shulks Antwort erinnern: „Mach dir darüber keine Gedanken, Sayuri. In Wahrheit macht er sich nur Sorgen, weil du verletzt bist und gibt sich ganz nebenbei auch noch die Schuld daran, weil er jetzt denkt, zu langsam gewesen zu sein.“ Noch am selbem Abend, mein bester Freund schlief bereits, kam sie zu mir rüber gekrabbelt, das mit dem Laufen war damals keine gut Idee. Eine Zeitlang saß sie einfach nur still neben mir, bis sie mich schlussendlich ansprach: „Ehm… Reyn? Vielen Dank dafür, dass du mir das Leben gerettet hast. Aber, gib dir nicht die Schuld an meiner Verletzung, ja? Dafür bin ich selbstverantwortlich, schließlich hatte ich zu spät reagiert.“ Ich war damals sehr überrascht, dass sie mir offensichtlich schon nach kurzer Zeit etwas Vertrauen schenkte. Heute weiß ich, dass sie mir vertraut.

Gedankenverloren laufe ich über die Brücke, als ich nur am Rande wahrnehme, wie mich jemand ruft. Fiora winkt mir zu. Irritiert laufe ich zu ihr und Shulk herüber. „Und? Hast du es ihr gesagt?“ fragte diese sofort. Die Beiden haben in den letzten Tagen auf mich eingeredet, dass ich Sayuri heute meine Liebe zu ihr gestehen solle. Da ich aber Angst habe, von ihr zurückgewiesen zu werden, habe ich es nicht getan. Anscheinend sehen die Zwei mir das auch an. „Mensch Reyn! Dabei war doch heute die letzte Gelegenheit dazu“, fluchte Fiora. Verwundert starre ich sie an. Die letzte Gelegenheit? Was meint sie damit? Doch nicht etwa… ? Aber Sayuri sagte doch, dass sie erst bald gehen würde.

Shulk legt mir die Hand auf die rechte Schulter: „Sayuri hatte sich in letzter Zeit seltsam verhalten. Als wir sie darauf ansprachen, sagte sie zu uns, dass sie nach dem heutigen Tag Bionis verlassen würde. Ich denke, sie hat es dir nicht gesagt, weil sie wollte, dass du an ihrem letzten Tag hier ganz natürlich bist, so wie sonst halt auch.“ „Aber, warum wollte sie denn ausgerechnet mit mir ihren letzten Tag verbringen?“, frage ich meine Freunde fassungslos. „Weil sie dich sehr gerne hat. Ich glaube, dass sie dich liebt, es dir aber mit Absicht nicht sagt, da sie ja früher oder später gehen muss“, mitfühlend sieht mich Fiora an. Nur, wenn Sayuri wirklich heute noch Bionis verlassen wird, dann wird sie es jetzt tun, wo sie glaubt, dass ich mich im Truppenlager befinde. Sie wird genau so aus meinem Leben wieder verschwinden, wie sie aufgetaucht ist: Plötzlich und ungefragt. Nein, das kann ich nicht zulassen. Sie kann doch jetzt nicht einfach gehen ohne sich zu verabschieden. Shulk drückt mir meinen gepackten Rucksack in die Hand: „Wenn ich mich nicht irre, wird sie diese Welt vom Aussichtsturm aus verlassen. Sieh zu, dass du sie noch erwischt. Und Reyn, viel Glück!“ Fragend sehe ich den Blonden an. „Nun lauf schon, sonst ist sie weg und du siehst sie nie wieder. Wir wissen, dass du sie am liebsten begleiten möchtest, deshalb haben wir deine Tasche gepackt. Wenn du hier jetzt aber noch länger stehen bleibst, kannst du das vergessen“ Fiora schiebt mich bestimmt in Richtung Brücke. Endlich begreife ich, was die Beiden mir sagen wollen. Fest umschließe ich den Rucksack, dann laufe ich los. Über die Schulter rufe ich den ihnen noch ein: „Vielen Dank für alles!“ zum Abschied zu.

Sichtwechsel zu Sayuri:
Nachdem ich meine Sachen geholt hatte, bin ich umgehend zurück zur Aussichtsplattform gegangen. Nun stehe ich wieder hier oben, lasse meinen Blick über Kolonie 9 schweifen. Kurz verweilt mein Blick auf dem Truppenlager weit in der Ferne. Irgendwo dort in einem Zimmer schläft jetzt Reyn. Eine Träne rinnt mir über die Wange. Er wird mich dafür hassen, dass ich jetzt ohne ein Wort zu sagen gehe. Aber ich kann mich nicht von ihm verabschieden. Würde ich es tuen, könnte ich vielleicht nicht mehr gehen. Ich war ohnehin schon viel zu lange hier. Noch immer hängt mein Blick am Truppenlager: „Eines fernen Tages komme ich bestimmt hierher zurück. Wenn es soweit ist, dann würde ich dich gerne wiedersehen, Reyn!“ Ein leises Versprechen, dessen Zeuge nur der Baum hinter mir ist. Ein Versprechen, von dem ich nicht weiß, ob ich es einhalten werden kann.

Langsam reiße ich mich von der schönen Ambiente ab. Es ist jetzt an der Zeit für mich, diese Welt zu verlassen. Entschlossen hebe ich meinen Stab. Doch keine Zauberformel kommt über meine Lippen, denn dieser spezielle Zauber, der es mir ermöglicht die Grenzen des Raums zu überwinden und somit zwischen den Welten zu reisen, wird nicht gesprochen. Ein sanftes Licht strömt aus dem Juwel an meinem Stab. Kurz vor Abschluss der Zauberformel höre ich seine Stimme: „SAYURI!!!“ Reyn rennt in einem wahnsinnigem Tempo auf mich zu. Überrascht reiße ich meine Augen auf: Warum nur ist er hier? Ich beende die Zauberformel nur eine Sekunde bevor er mich erreicht. Ohne zu zögern greift er nach meinem Arm, schon beginnt der Zauber zu wirken. Ungewollt wird er mitgerissen, reist mit mir gemeinsam in eine für uns beide fremde Welt.

Kurz darauf landen wir in einer anderen Welt. Sauer sehe ich ihn an: „Ist dir eigentlich klar, was du gerade gemacht hast?“ Reyn rappelt sich auf, klopft sich den Staub von seiner Kleidung: „Ja, das weiß ich. Ich bin mir durchaus dem Umstand bewusst, dass ich vielleicht nie wieder in meine Welt zurückkehren kann.“ „Und warum zur Hölle hast du das dann gemacht?“, ok, sauer ist der falsche Ausdruck. Wütend trifft es besser. „Weil ich mich mit dem Gedanken, nie wieder nach Kolonie 9 zurückzukehren, besser abfinden kann als mit dem, dich nie wiederzusehen“, erklärt er mir. Leicht fassungslos stehe ich vor ihm. Seufzend drehe ich meinen Kopf zur Seite: „Dann hoffe ich, dass du deine Entscheidung nicht bereuen wirst. Komm, suchen wir uns einen Platz, wo wir übernachten können.“ Ja, ich gebe mich geschlagen. Was soll ich auch schon groß machen? Auch wenn ich es schön finde, dass er mich auf meiner Reise begleiten möchte, so hätte er mich doch nur fragen zu brauchen. Gut, ob ich dem zugestimmt hätte, wäre eine andere Sache gewesen, aber einfach so ein so gefährliches Unterfangen einzugehen. Hätte ich ihm Teleportkanal nicht noch zusätzlich nach seiner Hand gegriffen, hätte er sonst wo rauskommen können.
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