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Princess of miracles

von xSenpaiix
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16
Kuroko Tetsuya OC (Own Character)
26.07.2015
11.06.2019
44
125.345
39
Alle Kapitel
115 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
03.02.2019 4.760
 
Heyho meine Lieben!

Nach einem halben Jahr melde ich mich wieder zurück.
Ich habe neue Inspiration bekommen und habe neulich aus Langeweile meine FF komplett gelesen und
gemerkt, dass es doch einige Kapitel gibt, die unrealitisch sind bzw mir nicht gefallen wie z. B. Kapitel 25 & 26
und das aktuellste. Ich bin gerade dabei, das zu ändern und überarbeite alles, aber habe auch bereits schon
ein paar neue Kapitel auf Lager, da ich die FF doch nicht so einfach links liegen lassen will und sie endlich
beenden will.

Danke an alle Reviewer, etc. für eure Unterstützung, das hat mich nochmal zusätzlich motiviert ♥

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Chapter 40
To have something in common

"Du hast Akashi Seijuro blockiert? Echt jetzt? So richtig?", fragte Hoshi ihre Freundin erstaunt am nächsten Tag. Beide befanden sich mitten in den Aufwärmübungen, während sie sich unterhielten. Kuroko brachte Hoshi gerade auf den neuesten Stand der Dinge und hatte von letzter Nacht berichtet, in der sie den rothaarigen gesperrt hatte. "Aber gut, ich verstehe dich auch. So oft wie der angerufen hat, grenzt das ja schon an Stalking! Trotzdem ist das echt krass." Empört verschränkte Hoshi die Arme vor der Brust und schüttelte fassungslos den Kopf.

Sie war noch nie ein großer Akashi-Fan gewesen und hatte auch nie verstanden, was Kuroko an ihm gefunden hatte, geschweigedenn warum sie mit ihm zusammen gekommen war, vor allem, nach alldem, was er ihr angetan hatte, wie sie dann doch noch solange an ihm festgehalten hatte. Aber das ist eine andere Geschichte für ein anderes Mal.

"Hai. Es hat mich wirklich sehr gestört."
"Du hast absolut das richtige getan. Aber so wie ich ihn einschätze, wird er das nicht auf sich sitzen lassen."
"Seijuro-kun sorgt dafür, dass die Leute zu ihm kommen, wenn er etwas von ihnen will. Nicht anders herum."
"Dann wird es dieses Mal aber so sein, dass er zu dir kommen wird, wenn er etwas von dir will."
Hoshi warf einen kurzen Blick auf Yachi, die am Barren stand und Nachhilfe in Sachen "perfektes Spagat" bekam, da es Yamamoto nicht gut genug war. Sie war bedacht darauf, dass ihre neue Freundin das Gespräch zwischen Kuroko und ihr nicht mitbekam, denn nicht alle Dinge gehen jeden etwas an und so gut kannte sie die schwarzhaarige jetzt auch noch nicht.
"Er wird einen Weg finden, sich bei mir zu melden. Sei es über die anderen oder sonst wen", trug Kuroko bei und dehnte ihre Arme.
"Sag mal, Tetsu-chan, was hälst du eigentlich von Ohrringen und Piercings?", wechselte das Mädchen auf der Stelle das Thema und kassierte einen fragenden Blick der eher ruhigen Turnerin, die sich nun in einem Schneidersitz befand.

Die blauhaarige dachte nach. Sie kannte kaum jemanden mit Piercings oder Ohrringen. Außer Ryouta-san fiel ihr spontan niemand ein und dieser hatte an seinem linken Ohr einen Ohrring, seitdem sie denken konnte. In New York hatte Kuroko relativ viele Leute gesehen, die mit Piercings geschmückt waren und einigen stand es echt gut, aber es war wahrscheinlich ein deutlicher kultureller Unterschied zwischen Westen und Osten. Mit ihrer Schwester, die seit kurzem einen Helix in ihrem rechten Ohr hatte, hatte sie sich ausgiebig darüber unterhalten und diese hatte sie aufgefordert, von der japansichen Masse sich abzuheben und ein bisschen Körperschmuck sich zu zulegen (zumindest Ohrlöcher).

"Ich finde, dass sie schön sind. Aber außer Ryouta-san kenne ich niemanden mit Ohrringen und Onee-san hat einen Helix", erklärte Kuroko. Bei der Nennung von Kises Vornamen verdrehte Hoshi die Augen und seufzte genervt.
"Ich will schon seit langem Ohrlöcher haben, aber meine Eltern sind dagegen und ich kann sie auch nicht überzeugen. Aber wenn wir uns das gemeinsam machen lassen würden, wären sie vielleicht offener!"
"Ich weiß nicht...", antwortete Kuroko zögerlich. "Eigentlich finde ich das sehr unpraktisch."
"Unpraktisch? Ich glaube echt, dass dir ein paar Ohrlöcher stehen würden! Und dann könnten wir als Partner durchgehen! Du weißt schon, gleicher Ohrring und so."

Während Hoshi versuchte, ihre beste Freundin von den Piercings zu überzeugen, stand diese auf und lief zur Bank, auf der ihre Tasche stand. Sie zog ihr Smartphone – ein gebrauchtes iPhone von ihrer Schwester – hervor und begann, eine SMS zu verfassen, während sich Hoshi neben sie setzte und etwas trank, ehe sie aus den Augenwinkeln in die Nachricht spähte und wegen dem Empfänger nur den Kopf gedanklich schüttelte.

#

Tetsucchi:
Ryouta-san, wie war es damals, als du dir deinen Ohrring hast stechen lassen? Ich denke über ein Ohrring nach, aber ich bin mir unsicher. Und wie verlief der Heilungsprozess? Stört es dich beim Basketball spielen?

"EEEEEEEEEEEHHHHHH?? Nani?", rief Kise laut, als er sich die empfangene SMS von seiner geliebten Tetsucchi durchlas. An diesem Sonntagvormittag hatte der blonde ein Fotoshooting, aber gerade hatte der Fotograf eine Pause anberaumt, um sich einen Überblick über die bereits geschossenen Fotos zu verschaffen. Er starrte weiterhin wie gebannt auf den Bildschirm seines Smartphones und fragte, was genau passiert war, dass Kuroko ihm solche SMS schickte. Normalerweise hielt sie sich kurz und knapp in ihrer Schreibweise und verhielt sich in ihren Nachrichten mehr ihrem Charakater dementsprechend.

'Tetsucchi hat ja relativ viele Fragen, die ich kaum in einer SMS beantworten kann! Ich weiß schon, was ich mache!', dachte Kise verschmitzt grinsend und wählte die Nummer Kurokos, welche nach kurzem Klingeln abnahm.

"Ryouta-san, domo", erklang es am anderen Ende der Leitung und er strahlte, als er die vertraute Stimme der blauhaarigen hörte.
"Tetsucchi, da du ja sooo viele Fragen hast bezüglich meines Ohrrings sssu, habe ich mir überlegt, dass ich einfach zu dir komme und dir all deine Fragen beantworte?", schlug er grinsend vor.
"Sag nein, gottverdammt, ich weiß bereits alles! Da musst du diesen Volltrottel nicht fragen!", vernahm er im Hintergrund eine weitere Stimme, die zu niemand anderem als Hoshi Hikari, mit der Kise nur mäßig bis gar nicht auskam, gehörte.
"Hikari-chan, ich finde, du--" "HOSHI HIKARI! Schon wieder auf der Bank hocken anstatt zu trainieren!"
Während Kise die neue Stimme als Kurokos unbeliebte, Basketball hassende Turntrainerin identifizierte, tippte er ungeduldig mit seinen Fingern auf einer Tischplatte herum, an die er sich lässig angelehnt hatte. Kurze Zeit später hatte er nur noch Kuroko am Telefon dran.
"Sumimasen, Ryouta-san, aber Hikari-chan wurde gerade zum Training gezerrt. Ich habe nicht sehr lange Zeit."
"Trainierst du wieder so viel wie früher? Pass bitte auf dich auf, Tetsucchi", erwiderte Kise besorgt, während er an ein Ereignis im zweiten Jahr der Mittelschule denken musste und strich sich durch seinen Haare mit der Hand, die zuvor die Tischplatte bearbeitet hatte.
"Danke für dein Mitgefühl, aber ich kann gut auf mich selbst aufpassen. Zurück zu vorhin, wir können uns gerne nächste Woche sehen", schlug Kuroko vor und der blonde musste unwillkürlich nur noch breiter grinsen. Er würde Zeit mit ihr alleine verbringen; er, nicht die anderen.
"Ich gehe auch gerne mit dir dein Ohrloch machen lassen~", versuchte Kise mit dem Mädchen zu flirten, aber sie ging gar nicht darauf ein. Kuroko war immerhin sehr begriffsstutzig und begreifte nicht, wenn jemand mit ihr flirtete. Hätte Aomine damals nicht gefragt, ob sie mit ihm zusammen sein will, wäre aus den beiden nie etwas geworden, hatte Kise damals feststellen müssen, als er sich im zweiten Jahr mit dem ehemaligen Licht über die Beziehung der beiden unterhalten hatte.
"Danke nein, das muss ich mir noch überlegen. Ich muss jetzt wieder auflegen. Wir sehen uns, Ryouta-san."

Mit den Worten war das Gespräch, das durch und durch in einem monotonen und desinteressiertem Tonfall von Kuroko geführt worden war, beendet. Kise ließ sein Handy auf den Tisch gleiten und gähnte herzhaft, bevor er sich mit beiden Armen auf der Tischplatte abstützte, ehe er zurück zur Kamera für weitere Fotos gerufen wurde.

#

Für Aomine Daiki war es ein langweiliger Sonntagvormittag, beziehungsweise früher Nachmittag, welchen er wie so oft – sehr zum Leidwesen seiner Eltern – im Bett verbrachte. Er machte nicht viel außer schlafen und essen, wenn er überhaupt das Bett verließ. Nicht mal seine langjährige Kindheitsfreundin Momoi Satsuki hatte es je geschafft, ihn sonntags außer Haus zu bekommen. Dies war niemandem mit Ausnahme von seiner Exfreundin Kuroko Tetsuya gelungen, die ihn immer wieder motiviert hatte, mit ihm etwas zu unternehmen.

Über diese dachte er auch gerade nach.

'Tetsu, was machst du wohl gerade?', fragte er sich, während er das Foto betrachtete, dass Imayoshi Shoichi eingesackt hatte. Übrigens war Aomine seit gestern wieder stolzer Besitzer des Bildes, dass damals in der Mittelschule von dem Paar entstanden war, während eines Trainingscamps im zweiten Jahr. Er hatte es sich von seinem Captain wieder geholt, aber war leider auch auf eine Person gestoßen, die er nicht so wirklich leiden konnte.

Gestern...

Es war ein Freitagnachmittag angebrochen, Ende der Woche – Hoch die Hände, Wochenende!  Aber nicht für die Spieler der Tououmannschaft, die trotz der Tatsache, dass sie den zweiten Platz in der Inter High belegt hatten, immer noch fleißig trainierten, abgesehen von Aomine Daiki, dem ignoranten und faulen Ass der Mannschaft, der sich wie immer sonst wo rumtrieb. Vermutlich befand er sich auf dem Schuldach der Touou Gakuen, auf dem eigentlich Zutritt verboten herrschte, doch der blauhaarige hielt sich ungern an diese Regel beziehungsweise an Regeln oder Anwesenheitsquoten im Allgemeinen und schwänzte wie so oft das Training, nur um auf dem besagten Schuldach zu schlafen.

Dies regte den blonden Center der Tououmannschaft wie so oft auf. Wakamatsu Kosuke hasste Aomine Daiki leidenschaftlich. Er verstand nicht, wie der Coach den faulen Basketballspieler in der Mannschaft dulden konnte, der nichts von Pünktlichkeit oder geschweigedenn Marnieren oder Anstand hielt. Besaß er überhaupt Anstand?

"Dieser verdammte Aomine! Wo steckt er schon wieder? Nur weil er sich ein bisschen den Fuß verletzt hat oder sonst was, kann er trotzdem zum Training kommen!", beschwerte sich der blonde lautstark über ihn bei seinem Captain, Imayoshi, welcher seine Hände in die Hüfte gestemmt hatte.
"Lass ihn und reg' dich nicht über ihn auf. Er wird früher oder später auftauchen... Ach, wenn man vom Teufel spricht", grinste der schwarzhaarige, während sich Wakamatsu umdrehte und im Türrahmen einen gelangweilten Aomine erblickte, der zielstrebig auf die beiden zulief. Von Momoi Satsuki hatte er heute noch weit und breit nichts gesehen und hatte sich insgeheim gewundert, wo die Managerin der Tououmannschaft steckte, da sie normalerweise einen Großteil ihrer Zeit damit verbrachte, Aomine zum Trainieren zu bewegen, aber es schlug zu hundert Prozent fehl.

Inzwsichen war der blauhaarige bei den beiden angekommen und verharrte auf einer Stelle, ehe er gähnte und mit dem kleinen Finger in seinem Ohr bohrte. Wakamatsu war aufgefallen, dass er dies sehr oft aus Langweile machte.
"Doch beschlossen, aufzukreuzen?", keifte der blonde gleich schon los, doch wurde eiskalt ignoriert.
"Oi, Imayoshi, ich will mein Bild haben. Du hast es lange genug gehabt", sprach Aomine den Captain direkt an und streckte verlangend seine rechte Hand aus. Er erwartete, sein Eigentum ausgehändigt zu bekommen, doch der schwarzhaarige rückte sich seine Brille zurecht, ehe er verschmitzt grinste und sich umdrehte, nur um sich dann von der Gruppe weg zu bewegen, Aomine ignrorierend, dem das ganze nicht gefiel.

"OI! Ich rede mit dir!", beschwerte er sich wütend, ehe er von ihm folgte, aber von Wakamatsu durch ein Packen an der Schulter gestoppt wurde. "Zeige gefälligst mal mehr Respekt vor deinen Teamkameraden!", giftete er zurück. Aomine drehte sich um und musterte den blonden aus zwei zu Schlitzen verengten Augen. "Eh? Du hast mir gar nichts zu sagen!" Der blauhaarige hatte schon seine Faust zusammengeballt und wollte gerade zu einem Schlag in Wakamatsus Magengegend ansetzen, als Imayoshi sich einmischte.
"Hier ist dein Foto", sagte er und zog damit die Aufmerksamkeit auf sich, sodass Aomine von seinem Teamkameraden abließ und zu dem schwarzhaarigen eilte, ehe er ihm wortlos das Foto aus der Hand riss, bevor er die Turnhalle verließ, gefolgt von den vielsagenden Blicken seines Teams.

Zurück im Hier und Jetzt

Aomine schloss seine Augen und legte das Foto bei Seite, ehe er seinen Körper in eine bequeme Position manövrierte. Er wusste, dass Akashi das Szenario zwischen ihm und Kise mitbekommen hatte und auch gesehen hatte, dass er die blauhaarige verletzt hatte.
'Wie geht es deiner Stirn wohl? Es war nie meine Absicht, dich schon wieder zu verletzen, glaub mir...'

Schon wieder, fragt ihr euch natürlich nun, aber dies ist etwas, das wir uns für ein anderes Kapitel aufheben werden.

Jedenfalls war Aomine klar, dass Akashi ihn nicht ungeschoren davon kommen lassen würde, aber wen interessierte denn der winzige Zwerg von Ex-Captain...

#

Gerade jedenfalls las sich der 'winzige Zwerg von Ex-Captain' namens Akashi Seijuro eine SMS durch, die auf seinem Smartphone angekommen war. Er befand sich an diesem Sonntag mit seinem Teamkameraden Mibuchi Reo in der hauseigenen Fitnesshalle der Rakuzan Gakuen, eine renomierte Oberschule in Kyoto. Seit gestern Nacht hatte der rothaarige dermaßen schlechte Laune, dass sein Teamkamerad ihn nur schief gemustert hatte, aber lieber schwieg als etwas zu sagen oder geschweigedenn nachzufragen, was los war. Denn keiner wollte eine Strafe wie das dreifache Trainingsregimen bekommen und freiwillig absolvieren, weswegen die meisten Teammitglieder ihrem Captain aus dem Weg gingen, um seine Laune zu vermeiden.

"Sei-chan, hier ist ein Handtuch für dich", erwiderte der schwarzhaarige Mibuchi Reo, der gerade von einem Fitnessgerät abstieg und dem Basketballspieler ein Handtuch zuwarf, welcher dieser – ohne es nur eines Blickes zu würdigen – fing, sich kurz bedankte, um den Hals schlung und dann wieder seinem Blick seinem Handy widmete.

Atsushi:
Tsuya-chin scheint sich blendend mit Kise-chin zu verstehen. Sie hat mir eine SMS geschrieben, in der sie ihn mit Vornamen genannt hat.

Diese Tatsache irritierte und nervte Akashi gewaltig. Tetsuya gehörte zu ihm und zu niemand anderem. Nicht zu Ryouta, zu Shintaro, zu Atsushi – vor allem nicht zu Daiki – und zu sonst niemandem. Aber Tetsuya davon zu überzeugen, war alles andere als einfach. Sie hatte immerhin ihn, ihn, Akashi Seijuro, geblockt. Niemand widersetzte sich ihm. Er ist immerhin absolut.

'Ich erlaube niemanden, der sich mir widersetzt, auf mich herabzusehen. Auch nicht dir, Tetsuya...'

Dies hatte in der Vergangenheit zu einem folgenschweren Konflikt geführt, aber Akashi schob diesen Gedanken schnell wieder zur Seite. Er hatte mitbekommen, dass Ryouta versucht hatte, Tetsuya seine Liebe zu gestehen, doch Daiki hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht, wofür er dem blauhaarigen sogar dankbar war, aber es niemals zugeben würde. Natürlich würde Daiki noch seine gerechte Strafe dafür erhalten, so viel stand fest. Aber er widmete sich nun wieder dem Rest der Nachricht.

Ich bin nächstes Wochenende eh in Tokyo. Da kann ich Tsuya-chin ja mal einen Besuch abstatten und ihr deine Nachricht übermitteln.

Ja, es nervte ihn, dass er Atsushi als Boten nehmen musste, aber Tetsuya würde sicher nicht mit ihm reden wollen. Und das musste er wohl oder übel sich selbst eingestehen. Ihr letztes Wiedersehen war ja auch nicht gerade rosig verlaufen.

#

Währenddessen war auch die Mannschaft der Shutoku Gakuen fleißig am Trainieren, trotz der Tatsache, dass heute Sonntag war. Jeder ging seinem Werk nach und warf Körbe oder hielt ein kurzes Kaffeekränzchen in Form von einer Pause. Zu diesem „Kaffeekränzchen“ zählten Takao Kazunari, Midorima Shintaro sowie einige andere Erstklässler, die meistens nur auf der Bank bei offiziellen Spielen saßen.

„Na, was treibt ihr heute noch so am tristen Sonntag?“, fragte einer in die Runde, der aus einer Wasserflasche einen großen Schluck trank.
„Nichts. Chillen und zocken, wenn ich heim komme. Scheiß auf Sommerprojekte“, kam eine eiskalte Antwort zurück.
Innerlich musste Takao vor sich hin grinsen. Bald würde er sich mit Shin-chans heißer Flamme treffen, ohne dass dieser auch nur die geringste Ahnung davon hatte. Aber das sollte so auch vorerst bleiben. Immerhin wollte der schwarzhaarige sein Leben noch ein bisschen genießen. Trotzdem beschloss er, ein wenig vor seinen Teamkameraden zu prahlen.
„Also ich habe heute ein Date“, haute er heraus und hatte damit die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Als er das sagte, verschluckte sich Midorima an seinem Getränk und hustete. Takao war sich sicher, dass Kuroko es nicht als Date sehen würde, aber er fand die Reaktionen seiner Teamkameraden äußerst ämusant, die sofort wild zu spekulieren begannen. Er warf einen unauffälligen Blick auf den grünhaarigen, dem Mijayi auf den Rücken haute und schluckte. Er durfte auf keinen Fall herausfinden, mit wem er sich nachher traf. Sonst war er tot. 'Wie gut, dass ich mich nachher abholen lasse von meiner Cousine. Dann kann mir keiner folgen', dachte er erleichtert.

„WAS? Wer? Hast du eine Freundin?“
„Wieso sagst du das erst jetzt?“
„Geht sie auf unsere Schule?“
„Du stehst nicht auf Midorima?“

Mit der letzten Aussage herrschte für einen Moment Stille. „Was? Ich und Shin-chan sind gute Freunde, aber schwul bin ich nicht!“, meinte Takao fassungslos zu demjenigen, der das behauptet hatte, welcher lachte, aber sofort verstummte, als er Midorimas tödlichen Blick bemerkte. „War doch nur ein Witz. Aber jetzt erzähl' mal. Wer ist die glückliche, mit der du dich nachher triffst?“

#

„Ihr sucht ein weibliches Model für das nächste Fotoshooting mit mir?“, fragte Kise unglaubwürdig seinen Fotografen und seinen Manager, als er sich mit ihnen unterhielt.
„Ja, Kise-kun, aber nicht irgendein Model. Sie sollte deinem Alter entsprechen und sich für Sport begeistern. Schließlich sollt ihr beide auf dem Cover von der Special Edition von Zunon Boy landen.“, erklärte sein Manager. Kise fiel bei der Beschreibung nur ein Mädchen ein, mit der er das Fotoshooting machen würde.
„Wir haben bereits ein paar Mädchen gecastet und in die nähere Auswahl genommen“, fuhr der Manager fort, ein Mann Anfang der Dreißiger. „Genau genommen natürlich nicht wir, sondern die von Zunon Boy. Es soll sobald wie möglich stattfinden – Kise-kun, hörst du mir zu?“

Kises Unachtsamkeit war natürlich aufgefallen. „Nur Tetsucchi kann das Shooting mit mir machen! Sie ist perfekt dafür! Sie hat mein Alter und sie turnt und sie spielt Basketball so wie ich! Und sie--“ Dem Manager passte es sichtlich nicht, dass komplett abgeschaltet hatte und in seiner Traumwelt war, denn er war rot angelaufen. Er hasste es, wenn man ihm nicht zuhörte. Im Hintergrund tuschelten einige Make-Up-Artistinnen und kicherten dabei leise. „Kise-kun, Zunon Boy entscheidet, wer das Covershooting mit dir macht! Du kannst nicht einfach irgendein daher gelaufenes Mädchen nennen, nur weil du sie gut findest oder was weiß ich! Sie kann nicht mal modeln, richtig?“, beschwerte sich der Manager lautstark, sodass es jeder mitbekam und prompt das Geflüster startete.

„Manager-san, ich mache das Shooting nur, wenn Tetsucchi das mit mir macht! Sie ist kein daher gelaufenes Mädchen! Das können Sie gerne Zunon Boy ausrichten. Außerdem verstehe ich mich gut mit der Leiterin der Covershootings. Sie hat sicher vollstes Verständnis dafür!“, erklärte Kise selbstbewusst, während sein Manager nur seufzte. Kise war eben in seinen Augen ein wahrer Sturkopf.

#

Noch am selben Abend lag Kuroko auf ihrem Bett und telefornierte mit Hoshi, die am anderen Ende der Leitung komplett auszurasten drohte. Die blauhaarige hielt sich ihr iPhone extra ein gutes Stück entfernt von ihrem Ohr, das ihr von dem Geschreie drohte abzufallen. "Okay, Tetsu-chan, du fängst jetzt nochmal ganz von vorne an, wie das Treffen war und wehe du lässt ein Detail aus!"

Heute vor ein paar Stunden...

Kuroko wartete an dem vereinbarten Treffpunkt mit Takao. Sie war zehn Minuten zu früh gekommen und wartete geduldig auf den schwarzhaarigen. Bei der Gelegenheit war sie noch einmal nach Hause gegangen, hatte ihre Sportsachen abgelegt und sich umgezogen, aber auch Nigou mitgenommen, damit er heute noch einmal Gassi gehen konnte. Die blauhaarige trug ihre Haare in einem hohen Zopf, aber hatte ihren Pony mithilfe eines Lockenwicklers und Haarspray ordentlich in Form gebracht. Passend dazu hatte sie sich eine schlichte Jeans, kombiniert mit einem schwarzen Langarmoberteil, das in ihre Hose gesteckt war und Sneakern, ausgesucht. Ihre Lippen waren von einem leicht schimmernden Lipgloss geziert, den ihr Hoshi aufgedrängt hatte. Kuroko sah die Notwendigkeit dahinter nicht und griff aus ihrer Hosentasche nach einem Taschentuch, ehe sie den Lipgloss entfernte und das Taschentuch in dem sich neben ihr befindenden Mülleiner verschwinden ließ. Sie fühlte sich gleich schon viel wohler.

Im selben Moment erkannte sie Takao, der winkend auf sie zu lief. "Tet-chan, schön, dich zu sehen!", begrüßte er sie und musterte Kuroko kurz von Kopf bis Fuß. Die blauhaarige verneigte sich und erwiderte den Gruß. "Na wen haben wir denn da?", sagte Takao und bückte sich, um den Schwanz wedelnden Nigou zu streicheln, der sich durch Bellen bemerkbar gemacht hatte. "Ist schon eine Weile her, Inu-chan."
"Nigou. So heißt er." Takao sah auf. "Passt auch zu ihm. Die Augen sind unverwechselbar von euch." Kuroko ließ diese Aussage unverändert und sie schlug vor, eine Runde im Park zu laufen, der an dem Treffpunkt angrenzte. In diesem befand sich irgendwo auch ein See, was der schwarzhaarige vorher im Internet recherchiert hatte.

#

Gute zwanzig Minuten später befanden sich die beiden auf einer Parkbank direkt an dem genannten See. Es war genau genommen ein kleiner Teich, der sehr idyllisch lag umringt von dem vielen Grün. Fast wie eine Oase in einer grauen tristen Stadt – okay, genug der Landschaftsbeschreibung.

Nigou tollte auf der Grasfläche herum und versuchte vergeblich, einen Schmetterling zu fangen mit seinen kleinen Pfoten. Kuroko behielt ihn dabei genau in ihrem Blickfeld.

"Sag mal, Tet-chan, wer war eigentlich dieser Seijuro-kun, für den du mich gestern am Handy gehalten hast?", fragte Takao neugierig und lenkte dabei die Aufmerksamkeit auf sich. Kuroko blinzelte für einen Moment und antwortete monoton: "Niemand von Bedeutung." Sie hatte nicht vor, sich mit ihm über ihren Exfreund zu unterhalten.
Jedoch brachte sie das Thema Exfreund gedanklich an Aomine, als Kuroko ihren Blick von Takao abwandte und auf den See blickte. "Du warst gestern ganz schön aufgebracht." Die blauhaarige erinnerte sich, wie sie am Anfang ihrer Beziehung an einem zugefrorenen See gegangen waren, nur um die Stabilität des Eises auszuprobieren. Rasch schob sie den Gedanken bei Seite und widmete sich wieder ganz ihrem Gesprächspartner, indem sie den See und die Erinnerungen versuchte, links liegen zu lassen, doch sie blieben im Hinterkopf. "Ich weiß", gestand die blauhaarige nach einigen Sekunden. "Aber ich möchte nicht weiter darüber reden."

Takao merkte, dass er dabei auf eine Barrikade stieß bei dem Mädchen und wechselte das Thema. "Rate mal, was Shin-chans Glücksbringer neulich war. Er hat einfach einen riesigen Teddybären mit einer rosanen Schleife mitgebracht", fing er an zu lachen und wollte die Situation auflockern, was ihm geling, denn die blauhaarige zog unscheinbar ihre Mundwinkel nach oben. "Shintaro-san hat sich in der Hinsicht wohl nicht verändert, oder?" Der Point Guard realisierte bereits, dass sie nicht gerne über die Vergangenheit redete. Irgendetwas musste vorgefallen sein, weswegen sie so empfindlich und abweisend reagierte.

Kuroko drehte sich nach hinten um und ließ ihre Augen suchend über das Gras fliegen. Jedoch fand sie Nigou nicht und drehte ein paar Mal den Kopf hin und her, bevor sie hektisch aufstand. Takao, der ihre Panik bemerkt hatte, folgte ihrem Beispiel und versuchte den Grund zu ermitteln. "Takao-san, Nigou ist verschwunden! Ich muss ihn finden!" Die Stimme der sonst so ruhigen und gelassenen Kuroko klang aufgelöst und verzweifelt.

In dem Inneren des Mädchens herrschte das pure Chaos. Sie musste sich zusammenreißen, dass sie nicht jede Sekunde in Tränen ausbrach. Sie wollte einfach nur Nigou finden. "Takao-san, bitte schau in der Richtung nach! Ich gehe dort lang!", forderte sie ihn auf ohne auf eine Antwort zu warten, denn sie war bereits losgeeilt.

#

"Nigou! Nigou! Wo bist du?", rief sie bei ihrer bisher erfolglosen Suche durch den Park. "Sumimasen, haben Sie einen schwarzweißen Husky gesehen, etwa so groß?", fragte sie einen auf dem Fahrrad vorbei fahrenden Passanten, der sich so über Kurokos Anwesenheit erschreckte, dass er fast gegen einen Baum gefahren wäre. Er schüttelte schnell den Kopf und machte sich, so schnell er konnte, auf und davon. Kurokos Stimme klang immer verzweifelterund stumme Tränen kullerten ihre blassen Wangen herab, während sie auf eine Buschgruppe zu lief. "Nigou, wo bist du?"

"Wau, wau!", hörte sie ein vertrautes Bellen aus der Buschgruppe und schnell und freudestrahlend rannte sie zur Quelle des Bellens. Kurz vor einem Rhododendronstrauch stoppte sie und ging in die Hocke, als sie einen fröhlich bellenden, auf dem Boden sitzenden Nigou antraf. Kuroko konnte ihre Erleichterung gar nicht in Worte fassen und nahm den Hund kurzerhand in ihre Arme, ehe sie wisperte: "Ich bin so froh, dass ich dich wiederhabe. Mach' das ja nie wieder, Nigou? Ich will dich nicht verlieren." Während Kuroko ins Kuscheln vertieft war, bemerkte sie gar nicht die Person, die sich aus der Sträuchergruppe befreite und direkt neben ihr stehen blieb. Erst als Nigou bellte und sich aus ihrer Umarmung löste, sah sie auf und blickte in das Gesicht von niemand geringerem als Aomine Daiki.

Dieser musterte seine auf dem Boden knieende Exfreundin, deren Augen total verquollen waren und auf deren Gesicht noch eine feuchte Tränenspur prangte, die sie sich rasch wegwischte mit ihrem Handrücken.

"Das ich dich hier antreffe, Tetsu."
Blitzschnell hatte Kuroko reagiert und rappelte sich auf, ehe sie Nigou das Gehen signalisierte. Doch bevor sie wortlos verschwinden konnte, wurde die blauhaarige an ihrem rechten Handgelenk gepackt und festgehalten. Aomine hatte seine Hände aus seinen Hosentaschen genommen. "Tetsu, wo willst du denn hin?" "Lass mich gefälligst los, Daiki-kun!", erwiderte Kuroko, bemüht dabei, ruhig zu bleiben, doch der blauhaarige erkannte, dass sie Panik empfand. Im Handumdrehen packte seine freie Hand ihre Taille, sodass sie unfreiwillig an den blauhaarigen gepresst wurde.
"Ich wusste gar nicht, dass du einen Hund hast. Seit wann das denn?"
Kurokos rechte Wange ruhte auf Aomines muskulöser Brust, während ihre Hände sich dort ebenfalls befanden. Sie schwieg und beantworte seine Frage nicht. Aomines Hand wanderte an die Spitze ihres Kinns und richtete dies sich so hin, dass sie ihren Kopf anheben musste und unwillkürlich in den dunkelblauen Augen, die wie die Weite eines Ozeans war, versinken musste. Mit seinen Fingerspitzen fuhr er vorsichtig die von ihm verursachte Wunde nach, ließ die Finger über ihre Wange gleiten, bis sie an Kurokos Mundwinkel ankamen und von dort aus ihren Hals bis zu ihrem Schulterblatt abtasteten.

Nigou saß fröhlich bellend auf dem Rasen und wartete auf sein Frauchen. Er wunderte sich, warum sie ihm nicht folgte....

Erst als sich Aomines Kopf ihrem näherte, erkannte Kuroko schlagartig, was los war und erwachte aus ihrer Trance. Sie reagierte wie von selbst, als sie sich losriss, den blauhaarigen mit ihren flachen Händen in den Rhododendron beförderte und der mit einem "Au! Tetsu, matte!" in diesem landete. Die blauhaarige machte auf dem Absatz kehrt und begann zu rennen. Währenddessen griff sie nach Nigou und rannte so schnell sie konnte, in Richtung Zuhause, Takao im Park zurücklassend.

Wieder im Hier und Jetzt

"Tetsu-chan, das kann ja wohl nicht wahr sein! Wenn mir Ahomine das nächste Mal begegnet, kann der was erleben!" Hoshi kochte vor Wut. Das konnte Kuroko sogar durch das Telefon spüren. "Hast du dich wenigstens bei dem Typen für deinen plötzlichen entschuldigt? Nicht dass der Arme noch immer im Park auf der Suche nach dir herumirrt."
"Keine Sorge, ich habe ihm eine Nachricht hinterlassen", antwortete die blauhaarige ruhig, die innerlich immer noch aufgewühlt und durch den Wind war.

#

Hoshi war aufgebrachter denn je, als sie das beschriebene hörte. Sie war kein großer Fan von Aomine gewesen. Als sie ihn damals kennengelernt hatte, hatte sie ihn gemocht. Er war fröhlich, aufgeschlossen und hatte Kuroko aus ihrem Schneckenhaus gelockt. Sie war offener geworden und ging mehr aus sich heraus, aber das hatte sich schlagartig nach der Veränderung seines Charakaters gewandelt. Mit seiner Veränderung hatte auch sie sich verändert.

Aber das ist eine Geschichte für ein anderes Kapitel...
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Ja, am Ende war Kuroko etwas OOC, aber wieso sie so reagiert hat, wird im Laufe der Geschichte noch erklärt werden. Ich hoffe, das neue Kapitel hat euch gefallen und sitze schon fleißig an den nächsten Kapiteln.
Und ja, Kuroko wird vielleicht modeln. Dazu habe ich mir schon etwas überlegt und ob sie wirklich einen Ohrring sich stechen lässt, erfahrt ihr im nächsten Kapitel. Bis dahin :D
xSenpaiix
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