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Princess of miracles

von xSenpaiix
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16
Kuroko Tetsuya OC (Own Character)
26.07.2015
11.06.2019
44
125.345
39
Alle Kapitel
115 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
28.09.2016 8.045
 
Konnichiwa meine süße Fangemeindecchi :3
(so etwas würde Kise sagen, vielleicht... auf jeden Fall mit cchi )
... Ihr plättet mich mit euren Favos *sich dankend verbeug*

Ich lade dieses Mal kein Kappi hoch, sondern die Sidestory, also wie es zu Teikotagen war und alles und was für Moments unsere Kuroko-chan alles hatte :D
Viel Spaß mit dem ersten, sehr sehr langen Teil (Ich glaub 18 oder 19 Office seiten?)

xSenpaiix *_* ♥♥♥♥♥
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Side story: Teiko Days #1

How I became one of them

Im zarten Alter von drei Jahren, begann Kuroko Tetsuya mit dem Training als Turnerin. Über ihren Verein lernte sie Hoshi Hikari, ihre Kindheitsfreundin, kennen, mit der sie darauf denselben Kindergarten sowie Grundschule besuchte. Die beiden waren unzertrennlich und wie ein Herz und eine Seele.

Für Kuroko Shimizu, die Mutter Tetsuyas, stand es fest, dass ihre Tochter eines Tages eine Leistungsturnerin werden sollte, genauso wie ihre ältere Tochter Tomoe. Tetsuroo hingegen hatte nie besonders viel mit Turnen anfangen können und hatte während seiner Schuljahre Basketball in einer Mannschaft gespielt.

Eines Tages hatte Kuroko ein Basketballspiel im Fernsehen gesehen und hatte Begeisterung für diesen Sport empfunden. Seit diesem Tag an spielte sie heimlich mit dem alten Ball ihres Vaters in ihrem Zimmer, bis es eines Tages ihre Mutter herausgefunden hatte und sie den Ball weggenommen bekam. Darüber war sie sehr traurig gewesen, doch Kuroko fokussierte sich dann wieder ausschließlich auf das Turnen.

Doch als sie älter wurde und gerade in die fünfte Klasse gekommen war, hatte sie auf einem nahegelegenen Basketballplatz Jungen spielen sehen. Fasziniert hatte sie ihnen zugesehen, bis der Ball vor ihre Füße gerollt war und sie diesen gemustert hatte. Ein orangehaariger Junge fragte sie, ob sie mitspielen wollte.

Und seit diesem Tag an, hatten sich die beiden heimlich zwischen Schule und Turntraining getroffen, um gemeinsam Basketball zu spielen. Als es schließlich um die Wahl der Mittelschulen ging, machten sie ein Versprechen, dass sie sich eines Tages in einem wahren Spiel während der Mittelschulzeit gegenüber stehen würden. Doch Kuroko stand ein größeres Problem bevor: Ihre Eltern zu überzeugen, auf die Teikomittelschule gehen zu dürfen.


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“Okaa-san! Ich will wirklich Basketball spielen!” “Nein, Tetsuya! Ich habe dafür kein Verständnis!”, erwiderte Shimizu. Bei der Nennung ihres Vornamens zuckte die blauhaarige unwillkürlich zusammen. Sie wusste, dass es ihre Mutter todernst meinte, wenn sie ihren Vornamen benutzte. “Aber warum nicht?”, fragte sie kleinlaut. “Du bist ein Mädchen, Hime. Und Basketball ist definitiv nichst für dich. Du bis bereits Leistungsturnerin und hast gar keine Zeit für einen Club.”

“Aber ich überanstrenge mich ja nicht! Und ich würde beides aushalten! Und noch dazu: Basketball ist ein Sport für Jungen und Mädchen”, antwortete Kuroko verbittert. Sie konnte ihre Mutter nicht verstehen – nicht im geringsten. “Das ist mir egal! Mein letztes und endgültiges Wort lautet NEIN!”, sprach Shimizu ihr Machtwort. “Was ist denn hier los?”, fragte der neugierige Tetsuroo, der durch das Geschrei angelockt worden war. “Erkläre deiner Tochter doch bitte, warum sie nicht auf die Teikomittelschule gehen kann, um dort Basketball zu spielen!”

Shimizu verschränkte demonstrativ ihre Arme vor der Brust und erwartete Unterstützung von ihrem Mann, der ganze sehr gelassen sah. “Wenn Tetsuya Basketball spielen will, kann sie das ruhig. Ich habe selbst in meiner Schulzeit gespielt”, antwortete der schwarzhaarige monoton, während seine Frau vor Wut zu kochen schien und Kuroko mittlerweile denselben Gesichtsausdruck ihres Vater übernahm. “Ich habe Angst um sie! Verstehst du das nicht? Doppelbelastung durch zwei anstregende Sportarten ist nicht gut!”

“Ich verstehe dich schon” - Tetsuroo hatte eine Infobroschüre über Teiko entdeckt und überflog diese gerade - “aber Teiko sieht nach einer sehr akzeptablen und guten Mittelschule aus. Sie hat einen sehr guten Ruf und ist zudem eine Eliteschule, sowohl für schulische Leistungen als auch Sportarten, wenn ich das hier richtig entnehme”, sagte der schwarzhaarige.

“Hai”, pflichtete Kuroko ihrem Vater bei. Seufzend gab Shimizu nach. “Na gut. Du darfst auf die Teikomittelschule gehen, unter der Bedingung, dass du dem Basketballclub nicht beitreten wirst!” Innerlich jubelte Kuroko, aber äußerlich nickte sie nur. Ihre Mutter musste ja nicht erfahren, dass sie dem Club so oder so beitreten würde.

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“NANI??? Unglaublich! Meine allerbeste Freundin wird auf eine andere Schule gehen als ich!”, sagte Hoshi entsetzt, als sie die Nachrichten erst einmal verdauen musste. Die beiden Mädchen befanden sich auf dem Schulhof der Torinogrundschule, eine Grundschule, die nur für Mädchen war. “Und dann ausgerechnet noch eine gemischte Schule. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre...”

Beleidigt zog Hoshi eine Schnute und seufzte. “Es tut mir leid, Hikari-chan, aber ich habe ihm nun mal dieses Versprechen gegeben.” “Es ist schon in Ordnung, Tetsu-chan. Ich bin nur etwas traurig, weil wir uns dann nicht mehr jeden Tag sehen werden. Und versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen!”, lachte Hoshi und strahlte übers ganze Gesicht.

Plötzlich fiel jemand auf Kuroko drauf und riss die blauhaarige von der Bank, auf der sie saß, mit zu Boden. Es war niemand anderes als Hana Leiko, ein arrogantes Mädchen, das Kuroko nicht leiden konnte. “Oh, entschuldigung”, sagte sie spöttisch und richtete sich auf, ohne der blauhaarigen oder ihrer Freundin einen weiteren Blick zu schenken. “Geht es?”, fragte Hoshi und half ihrer Freundin hoch. Dabei langte sie versehentlich in das Haar Kurokos und blieb an etwas hängen.

“Igitt! Du hast Kaugummi in deinen Haaren!”, stellte sie fest. “Diese dumme Kuh hat das absichtlich getan!” Hoshi war sofort auf hundertachtzig. “Es ist in Ordnung, Hikari-chan. Ich schneide mir meine Haare eben ab.” Schulterzuckend betrachtete Kuroko die schwarzhaarige. “Das ist nicht dein Ernst, oder?” “Doch.” Mit den Worten liefen die beiden in das Schulgebäude und holten sich eine Schere aus dem Mäppchen Kurokos, das sich in dem nicht abgeschlossenem Klassenzimmer befand.

“Tetsu-chan, bist du dir wirklich sicher? Ich mache das so ungern....” “Ja, bin ich mir.” Seufzend fing Hoshi an, die Haare Kurokos radikal abzuschneiden und wimmerte dabei. “Schneide sie am besten ganz kurz”, sagte die blauhaarige monoton und widerwillig folgte Hoshi der Aufforderung, als sie den geraden Pony des Mädchens in ein wildes Chaos umwandelte, genauso wie die restlichen Haare, die nun der Frisur eines Jungen glichen. Die schwarzhaarige legte die Schere zur Seite.

“Deine armen Haare...”, jammerte sie und hielt das Bündel mit den himmelblauen Haaren in den Händen, das Kuroko einst bis zur Brust gereicht hatte. Stattdessen die blauhaarige fuhr sich durch ihr Haar und musste unwillkürlich lächeln. Kurze Haare mochte sie irgendwie.

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Als Kuroko mit kurzen Haaren nach Hause gekommen war, war ihre Mutter sichtlich geschockt und wütend gewesen. Doch als sie ihr die Umstände erklärte, milderte sie sich und empfand Mitleid.

Wenige Tage später, erfuhr Kuroko, dass sie für die Teikomittelschule angenommen worden war, aber auch, dass sie die Schuluniform für Jungen trug. Ihre Mutter schob deswegen einen großen Aufstand und wollte sich bei der Schulleitung beschweren, doch Kurokos Vater beruhigte sie. Und durch das Internet hörte sie davon, dass es nur einen Jungenbasketballclub von Teiko gab. Und in diesem Moment war sie Hana Leiko sogar dankbar, dass sie nun kurze Haare besaß und die Jungenuniform bekommen hatte.

Nun konnte ihrem Traum und ihrem Versprechen nichts mehr im Weg stehen.


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Es war ein sonniger Frühlingstag am Beginn des Monats Aprils, wo ein neues Schuljahr fpr Kuroko begann. Auf dem Schulhof der Teikomittelschule erblühten die rosafarbenen Kirschblüten, die sanft auf den Boden hinab glitten und die Schule in ein zartes Rosa tauchten. Zu diesem Zeitpunkt betrat Kuroko Tetsuya das Schulgelände, der man fälscherlicherweise aufgrund ihres Namens die Uniform für Jungen ausgeteilt hatte. Dank ihrer nun kurzen Haare wirkte sie wirklich wie ein Junge und es würde für sie recht problemlos werden, dem Basketballclub beizutreten. Gerade lief sie über den Schulhof und las währenddessen ein Buch.

“Ne, ne, Dai-chan? Weißt du schon, welchem Club du beitreten wirst?”, fragte ein pinkhaariges Mädchen einen blauhaarigen Jungen.
“Frag' nicht, wenn du die Antwort bereits weißt. Natürlich dem Basketballclub, welchem sonst! Es wird behauptet, hier wären sie sehr gut. Bin gespannt darauf, es zu sehen”, antwortete er.
“Hm? Dann könnte ich ja als Managerin anfangen! Möchtest du, dass ich dir dein Frühstück vorbereite?”
“Nö. Wenn du für mich kochst, kann ich später in den Spielen nicht auftreten.”
“Hör mal! Was willst du damit sagen?”, fragte die pinkhaarige aufgebracht.
In dem Moment rempelte Kuroko den blauhaarigen versehentlich an und lief, sich entschuldigend, weiter.
“Verzeihung!”, sagte der blauhaarige Junge und blickte sich verwirrt um, als er niemanden entdecken konnte.
“Was ist los?”, fragte das Mädchen überrascht.
“Nein, es ist nichts”, gab er verwirrt wieder und lief weiter.

Kuroko lief weiter auf dem Schulhof entlang, auf dem sich viele Stände befanden. Die verschiedenen Clubs warben für sich, um Neulinge zu gewinnen. “Hör mal, magst du Bücher?”, fragte ein braunhaariger Junge einen grünhaarigen, der hinter Kuroko lief. Geschickt duckte sie sich und entging seinen Fängen. “Möchtest du unserem Literaturclub beitreten?” “Nein, das ist ein Telefonbuch, nanodayo”, lehnte der grünhaarige ab. “Telefonbücher sind auch beliebt. Moment mal, warum sparzierst du mit einem Telefonbuch herum?” “Es ist mein heutiger Glücksbringer. Von Oha Asa.”

“Wow, du bist ja ein Turm!” Kuroko wandte sich kurz zur Seite und entdeckte einen lilahaarigen, abnormal großen Jungen, der von Mitgliedern des Volleyballclubs belagert war. “Stark! Komm' zum Volleyballclub!” “Weiß nicht... Mich übermannt da so eine Faulheit...”, antwortete er gelangweilt, während er sich Kirschblüten, die auf seinem Kopf gelandet waren, entfernte.

“Sieh mal, der Junge dort! Er ist hübsch, oder?!”, flüsterte ein braunhaariges Mädchen ihrer Freundin zu, als die beiden einen Jungen anstarrten. Kuroko warf einen Blick aus ihrem Augenwinkel auf einen blonden Jungen, der vergeblich versuchte, die Horde von Mädchen, die ihn belagerte, abzuwimmeln. “Ja, bitte!”, sagten sie im Chor. “Äh, nein...”, antwortete er verlegen.

“Es gefällt Ihnen hier, nicht wahr?”, sprach ein Butler, der einen rothaarigen Jungen aus einer Limousine herausließ. “Ja. Und ab morgen brauchst du mich nicht zu bringen.” “Aber Ihr Vater...” “Mein Vater hat damit nichts zu tun. Auf diese Weise werden die Leute über mich lachen. Lasst mir zumindest in der Schule ein bisschen Freiheit.”, sagte der rothaarige.

Lächelnd betrachtete Kuroko einen Brief, den sie erhalten hatte und sich gerade durchlas.  'Bist du bereits einem Club beigetreten? Ich bin natürlich im Basketballclub! Lass uns kämpfen, damit wir schnell in Spielen teilnehmen können!' “Ich werde auch dem Basketballclub beitreten!” Die blauhaarige blickte in den himmelblauen Himmel.

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Der erste Schultag verflog schnell und direkt nach dem Unterricht versammelten sich diejenigen, die dem Basketballclub beitreten wollten, in der Turnhalle. Unbemerkt hatte sich Kuroko auf der Jungentoilette umgezogen und ihre Sachen in der Umkleide verstaut. “Erst einmal werden wir euch in Klassen einteilen und dann eine Probe machen. Die aus dem ersten String sind die, die regelmäßig an den offiziellen Spielen teilnehmen”, sprach ein Mann mit Brille zu den gesamten Jungen.

Unter diesen fand nun ein Raunen statt. “Bislang hat es noch niemand geschafft, sofort in den ersten String zu kommen”, sagte ein Junge. “Also wenn du gut bist, schaffst du es höchstens in den zweiten, oder? Dann lautet unser jetziges Ziel, in die zweite Gruppe zu kommen. Lass uns gehen!”, sagte sein Freund zu ihm. Kuroko, die den beiden unauffällig zugehört hatte, merkte sich dies. Unter den gesamten Jungen war sie mit ihren einhundertdreiundvierzig Zentimetern die kleinste.

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“Dort scheint Stimmung zu herrschen? Was ist das wohl für ein Club? Welchem könnte ich wohl beitreten? Nun gut, ich kann alles... Mir ist alles recht...”, sagte der blonde Junge, der vor der Basketballhalle stand.

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“Lasst uns die Ergebnisse der Probe bekannt geben! Zuerst die aus dem dritten String”, sprach der Mann von vorhin, als sich die Jungen wieder aufgereiht hatten, nachdem die Testphase um war. “Sobald eure Namen aufgerufen werden, geht ihr zu dem zuständigen Trainer. Nummer Zwei: Saito Nobuo. Nummer Vier: Nakazawa Kazuhito. Nummer Zehn: Fujita Hiromichi. Nummer Zwölf: Takamichi Yuuji.”

Name für Name wurde verkündet und Kuroko schloss ihre Augen, während sie lauschte. “Nummer Dreißig: Tanaka Jun. Nummer Einunddreißgig: Kuroko Tetsuya. Das ist alles.” Überrascht riss Kuroko ihre Augen auf. Sie hatte es geschafft... “Der Rest ist in der zweiten Gruppe. Sämtliche Übriggebliebenen freuten sich und jubelten. “Und nun gebe ich die aus der ersten Gruppe bekannt. Die anderen starrten ihn fassungslos an.

“Nummer Acht: Aomine Daiki.” Der blauhaarige Junge grinste.
“Nummer Elf: Midorima Shintaro.” Der grünhaarige Junge rückte sich seine Brille zurecht.
“Nummer Dreiundzwanzig: Murasakibara Atsushi.” Der lilahaarige Junge stand da.
“ Nummer Neunundzwanzig: Akashi Seijuro.” Der rothaarige Junge lächelte wissend.

'Sie sehen aus wie ein Regenbogen... Fehlt nur noch pink, gelb und orange. Für pink fällt mir dieses Mädchen ein, für blond dieser Junge und für orange er...' , dachte Kuroko und fasste sich unwillkürlich an ihre Haare. “Das war alles.”, beendete der Mann seine Rede.

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“Die, die es nicht in den zweiten String geschafft haben, strengt euch weiterhin an!”, sprach der Trainer des dritten Strings zu den Jungen. “Hai!”, antworteten alle im Chor.

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Einige Abende später lief die blauhaarige von der Schule zur U-Bahn-Station. Sie spürte deutlich den Druck von Turnen und Basketball. Gerade las sie sich einen Brief durch, den sie erhalten hatte.  'Man hat mir eine Uniform gegeben! Zwar sitze ich weiterhin auf der Bank und spiele nicht sehr oft, aber nun zu dir! Bist du immer noch im Turnen? Oder hast du aufgehört? Und ich finde es super, dass du dem Basketballclub beigetreten bist, Hime!'

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Einige Wochen vergingen und Kuroko konnte deutlich die Überforderung von Schule bis in den Nachmittag, von Basketballtraining über den Nachmittag hinweg und abends von Turntraining spüren. Doch auch die Wochenenden blieben ihr nicht zur freien Verfügung, sondern sie musste hartes Turntraining für die anstehende Sommermeisterschaft machen. Dies führte dazu, dass sie im Basketballtraining Schwächeanfälle bekam.

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Heute war mal wieder ein Tag, an dem das Basketballtraining stattfand und zwar mit einem strengeren und härterem Trainingsregime. “Nun habt ihr eine kurze Pause!”, rief der Coach des dritten Strings und die blauhaarige atmete erschöpft ein und aus, als sie plötzliche eine Welle von Übelkeit überkam. Schnell hielt sie sich ihre Hand vor der Mund und eilte aus der Sporthalle, auf dem Weg zu den Toiletten. Plötzlich rempelte Kuroko jemand an und sie fiel auf den Boden, nur, um vor die Füße der unbekannten Person zu brechen.

Als sie nach oben blickte, entdeckte sie den grünhaarigen Jungen mit Brille, der sie angewidert musterte. Blitzschnell rappelte sie sich auf und stolperte davon, zu den Toiletten. “Midorima!”, rief ein rothaariger Junge und der Angesprochene drehte sich zur Seite. “Akashi...” Midorima rückte sich seine Brille zurecht. “Was ist hier passiert?”, fragte Akashi und deutete auf dem Boden. “Jemand aus dem dritten String hat sich hier übergeben... Widerlich...” “Jemand?” “Das einzig merkwürdige waren diese blauen Haare.. Nicht wie die von Aomine, marineblau, sondern himmelblau....”

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“Länger trainieren bleiben? Mir macht es nichts aus, aber du musst die Schließzeiten der Schule respektieren”, sagte der Coach des dritten Strings, als Kuroko ihn im Lehrerzimmer aufgesucht hatte. “Hai”, sagte sie und verneigte sich dankend.

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Seit diesem Tag an, begann Kuroko, nach dem Basketballtraining länger zu bleiben und zu trainieren, wodurch sie später zum Turnen kam. Yamamoto, der das ganze nicht passte, informierte die Eltern des Mädchens, die daraufhin herausfanden, dass sie dem Jungenbasketballclub der Teikomittelschule beigetreten war. Monate vergingen und bald brach der Herbst an. Kurokos Turnverein gewann die Sommermeisterschaften Tokyos und qualifizierte sich damit, im Winter bei der nationalen Wintermeisterschaft mitzumachen.

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“Wie schön, wenn man die Kindheitsfreundin von Aomine-kun ist!”, schwärmte ein schwarzhaariges Mädchen. Sie stand mit einem braunhaarigen Mädchen und Momoi Satsuki, die die Managerin geworden war, zwischen zwei Turnhallen mit Handtüchern in den Händen. “Weißt du, ob er eine Freundin hat?” Neugierde machte sich in ihnen breit. “Hä?”, fragte Momoi verwirrt.

“Bei den Nationalen war er auch fantastisch!”, schwärmte die braunhaarige. “Er ist sooo toll!”, sagten beide Mädchen im Chor. Die eine bemerkte zu spät, dass ihr die Handtücher entglitten, als eine Hand sie plötzlich auffing. Die braunhaarige erblickte Akashi und wurde prompt rot. “Vorsicht! Und danke für alles. Ich bedanke mich, dass ihr so am Team hängt. Los Midorima!” Mit den Worten gingen er und der grünhaarige Junge weiter.

“Akashi-sama sieht auch nicht schlecht aus...”, schwärmte sie weiter, als die drei den Jungen nachblickten. “Sama?” “Obwohl er im ersten Jahr ist, ist er bereits Vize-Captain!” “Jaa! Und hast du diesen süßen, blauhaarigen Jungen aus dem dritten String gesehen? Er ist so klein und niedlich!” Sofort schwärmten die beiden Mädchen weiter und Momoi wunderte sie, wen sie nur meinten.

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Zur selben Zeit durchquerten Midorima und Akashi die Gänge des Schulgebäudes. “Du lässt dir in letzter Zeit viele Dinge durch den Kopf gehen, Akashi”, stellte der grünhaarige fest.
“Ja, so etwas ähnliches...”
“Ist es wegen den Nationalen vor kurzem?”
“Wir haben gewonnen, aber es gab viele Risikomomente. Im nächsten und darauffolgenden Jahr möchte ich, dass wir uns besser absichern.”
“Können wir nicht unser wirkliches Potenzial benutzen?”
“In der Offensivkraft klappt es bereits gut. Aber wir haben eine zu offene Strategie. Wir brauchen einen Wechsel.. So etwas wie einen sechsten Mann, der uns erlaubt, den Spielverlauf zu ändern, wenn es notwendig ist. So ein Spieler...”

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Es war bereits dunkel, als das Training sich fast dem Ende neigte. “Dai-chan! Ich sage dir, dass es stimmt! Nach dem Training kannst du das Aufprallen von einem Basketball in der dritten Halle hören, wenn niemand da ist!”, erzählte Momoi dem blauhaarigen entsetzt, der sie mit einem 'What-the-fuck-Blick' musterte. “Das ist dumm!”, sagte er und drehte sich um, ehe er, mit dem Basketball auf seinem Zeigefinger drehend, loslief. “Hmpf, da ist kein Basketball spielender Geist. Und selbst wenn, ich würdes fragen, ob es mit mir ein One-on-One spielt.”

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“Yo!”, rief Aomine, als er die Tür zur dritten Sporthalle aufriss. Plötzlich fing er an, zu zittern, als er niemanden erblickte.  'Was? Ehrlich? Da ist wirklich ein Geist, der Basketball spielt! Nein, hier muss jemand gewesen sein, der hier noch trainiert hat und nur früher aufgehört hat! Aber ich habe das Geräusch gehört, bevor ich die Tür geöffnet habe!' “Entschuldigung”, erklang plötzlich eine weibliche Stimme.

Abrupt zuckte Aomine zusammen. “AAAAAAH! Ich entschuldige mich für alles, was ich getan habe, o erhabene Gottheiten! Verbannt das Böse!”, murmelte er so schnell es ging. “Wer bist du?”, erklang die Stimme wieder und der blauhaarige drehte sich um, nur um dort ein Mädchen in viel zu großen Klamotten zu entdecken. Ihr kinnlangen, himmelblauen Haare trug sie in zwei Zöpfchen. “Aomine-san?”, fragte sie ihn nun und legte ihren Kopf unschuldig zur Seite.

Unser erstes Treffen war, nachdem wir auf die Teikomittelschule gekommen waren, der erste Tag des Herbsts.

“Die Tage geht ein Gerücht umher, dass ein Gespenst in der Sporthalle herumschleicht. Ich hatte Angst, dass es jeder Zeit herauskommen könnte”, sagte Aomine schließlich, als er dem Mädchen gegenüber stand. “Ich bin bloß etwas länger zum Trainieren geblieben”, antwortete sie. “Cool! Es gibt nicht viele, die das machen, nicht einmal aus dem ersten String. Gut, entschieden!”

“Hä?” Die blauhaarige war verwirrt. “Wir werden jeden Tag zusammen trainieren! Eines Tages werden wir zusammen auf das Spielfeld laufen!” “Es ist dir recht?” “Baka!” Aomine grinste. “Was soll diese Frage? Wenn du Basketball so sehr liebst, kannst du kein schlechter Kerl sein!” Grinsend hielt er der blauhaarigen seine Faust hin und die beiden schlugen ein.

“Sag mal, wie heißt du eigentlich?”, fragte Aomine. “Ich bin Kuroko Tetsuya. Freut mich, dich kennenzulernen”, sagte die blauhaarige und verneigte sich höflich. “Tetsu... eh? Wie hast du es als Mädchen in den Club geschafft?” Ertappt zuckte Kuroko zusammen. Sie hätte vielleicht doch ihr Haar wieder schneiden sollen... “Ano... Sie hielten mich fälscherlicherweise für einen Jungen.”

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“Ich werde es dir ohne Umschweife sagen. Du hast in diesem Club nichts verloren. Ich weiß, du hast dich sehr angestrengt, aber die Resultate sind gesunken”, sprach der Coach des dritten Strings einige Tage später zu Kuroko. “Und außerdem haben Mädchen in einem Club voller Jungen nichts verloren”, fügte er hinzu. “Aber...”, wollte Kuroko widersprechen, ehe sie ihren Kopf senkte und verstehend nickte, bevor sie ging.

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Draußen sank sie auf einem Basketballplatz, im Dunkeln, an einem Pfosten weinend zusammen. “Was kann ich tun?”, murmelte sie verzweifelt und ihre linke Hand umklammerte den Brief nur noch fester.

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In den nächsten zwei Wochen hielt sich Kuroko weitgehend von Coach aus dem dritten String fern, aber nahm trotzdem noch am Training teil. Danach traf sie sich immer noch mit Aomine zum gemeinsamen Trainieren, doch nun hatte sie einen Entschluss gefasst und wollte diesen ihm mitteilen.

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“Was? Warum?”, fragte er ungläubig. “Mir gefällt Basketball wirklich sehr, aber ich glaube nicht, dass ich der Mannschaft von Nutzen sein kann. Und außerdem will man mich aus dem Team werfen, weil ich ein Mädchen ein bin”, antwortete Kuroko und wurde dabei gegen Ende immer leiser, ehe sie ihren Kopf sank. “In einer Mannschaft gibt es keine überflüssigen Spieler, egal, ob er ein Mädchen oder ein Junge ist. Auch wenn du nicht in den Spielen aufläufst, geht mir nicht in den Kopf, dass ein Mädchen, das solange bleibt, nichts beitragen kann”, sagte er ihr.

Überrascht hob Kuroko ihren Kopf an. “Vielleicht schaffst du es nicht, auch wenn du in der Mannschaft bleibst, aber wenn du jetzt gehst, wird dir nichts übrig bleiben.” Aomine sprach seine Worte ernst aus und genauso ernst musterte er sie. “Arigatou...”, murmelte Kuroko und umarmte den Jungen wie aus dem Nichts. Ihr kleiner Kopf schmiegte sich an seinen Oberkörper und zögerlich legte Aomine seine Arme um ihre Taille.

“Aomine”, erklang plötzlich eine Stimme und blitzschnell waren die beiden auseinander gefahren. “Akashi.” Damit meinte Aomine einen rothaarigen Jungen, der in Begleitung eines lilahaarigen und grünhaarigen erschien. “Ich wunderte mich schon, dich dieser Tage nicht gesehen zu haben. Also hier warst du.” Mit den Worten verharrten die drei in unmittelbarer Nähe Aomines.

“Die Sporthalle gegenüber ist ständig voll. Dann trainieren wir beide halt hier”, antwortete er. “Beide?” Neugierig wandte sich Akashi zu Kuroko. Das Mädchen trug die Jungenuniform und hatte ihre himmelblauen Haare in einen sehr kurzen Zopf zusammengefasst, aus dem die meisten Haare wieder herausfielen. Jedoch waren diese durch viele Haarspangen zurückgehalten.

“Oh, wie seltsam... Ist sie das Mädchen, von der die geredet haben?”, fragte der lilahaarige Junge gelangweilt, der nebenbei eine Packung Pocky verspeiste. Rechts von ihm stand der grünhaarige Junge, dem Kuroko vor die Füße gebrochen hatte und als sich ihre Blicke trafen, schaute die blauhaarige den Boden an. Aus dem Augenwinkel konnte sie erkennen, dass er eine Blumenspritze bei sich trug. Warum nur? Und man hatte über sie geredet...? “Mich interessiert... Entschuldigung, aber macht es dir etwas aus, wenn wir ein Weilchen reden?”, fragte Akashi nun.

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Nachdem Kuroko erneut einen Wurf verfehlt hatte, blieb sie vor dem rothaarigen stehen. “Es ist das erste Mal, dass ich einer Person begegne, die sich mit soviel Enthusiamus und Engagement dem Basketball widmet und keine Ergebnisse erzielt.” Über Kuroko schien ein Blitz einzuschlagen, denn sie erstarrte förmlich zu einer Salzsäure. “Entschuldigung, ich bin gerade nicht in der Stimmung, diese Worte zu verdauen.”

“Entschuldigung! Ich habe es nicht böse gemeint.” Beschwichtigend hob er seine Hand hoch. “Du bist bemerkenswert. Du hast Begabung für den Sport. Außerdem, der Erfahrung und dem Training nach bist du kein Neuling. Trotz alledem, wenn ich dich anschaue, fühle ich nichts dabei. Möglich, dass du eine außergewöhnliche Seltenheit bist. Jede beliebige Person, die Sport treibt, strahlt eine eigene Aura aus, welche sie durch die Erfahrung erhält. Es ist etwas, das auf natürliche Weise herauskommt. Und ich bemerke keine Präsenz in dir. Aber das ist kein Nachteil: Eher ist es deine Tugend. Wenn du lernst, damit umzugehen, könntest du dich in eine mächtige Waffe für die Mannschaft umwandeln.”

Fragend musterte Kuroko Akashi. “Meine mangelnde Präsenz ausnutzen? Kann man das überhaupt?”, fragte sie ihn schließlich hoffnungsvoll. “Es tut mir leid, aber das ist alles, was ich dazu sagen. Komm wieder, wenn du die Antwort weißt”, sagte der rothaarige und hob seine Tasche auf, ehe er die Sporthalle verließ. Dabei blickte die blauhaarige ihm nach.

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“Wird sie dein sechster Mann sein?”, fragte Midorima, der vor der Sporthalle an die Wand sich angelehnt hatte, Akashi, der aus dieser gerade gekommen war. “Hast du gelauscht?”, hakte er nach.

Die beiden machten sich auf den Weg. “Glaubst du wirklich, dass so jemand wie sie sich umwandeln kann? Du hast die Coachs miteinander reden gehört – sie soll aus dem Team fliegen. Und sie ist gnadenlos überfordert mit allem: Sie ist diejenige, die mir vor die Füße gebrochen hat, falls du dich noch entsinnen kannst. Und außerdem hat ein Mädchen in einer Jungenmannschaft nichts verloren!”, vertrat Midorima seine Meinung.

“Wer weiß... Ich glaube, sie hat Möglichkeiten, aber schließlich ist sie nur eine Fremde, die ich gerade eben erst kennengelernt habe. Ich habe keinerlei Verpflichtung gegenüber ihr. Lediglich habe ich ihr nur ein Seil zugeworfen. Ob sie danach greift oder nicht – das ist ihre Sache. Und es mag sein, dass ein Mädchen in einer Jungenmannschaft nichts verloren hat, aber sie besitzt Potenzial. Und deswegen werde ich mit dem Coach sprechen”, antwortete Akashi.

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“Was kannst du in die Mannschaft einbringen? Hast du mit Akashi über dieses Thema gesprochen?”, fragte Aomine Kuroko, als er mit ihr durch die Innenstadt Tokyos nach Hause lief. “Ja. Aber die Würfe sind nicht mein Ding. Also bleiben mir die Pässe, die Vorlagen...”, sagte sie nachdenklich. “Gut... Akashi ist auch nicht ein Ass in allem. Sicherlich gibt es da etwas, dass nur du machen kannst”, gab der blauhaarige wieder.

“Zum Beispiel?” “Ein Megapass mit Kurve! So! Fuaaa! Fuaaa!” Dabei stellte Aomine den Pass mit übertriebener Gestik dar. “Ich habe es verstanden”, sagte sie. Die beiden liefen ein Stück weiter, ehe Kuroko vor einer Bücherei stehen blieb. “Ich bleibe hier noch ein wenig”, sagte sie schließlich. “Hm? Soll ich nicht mehr mitkommen?”, fragte Aomine. Kuroko schüttelte den Kopf. “Danke, das passt schon.” “Na gut... Dann bis morgen!”

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In der Bücherei durchforstete die blauhaarige die verschiedenen Regale, bis ihr ein Titel eines Buches ins Auge sprang.  'Magie für Anfänger: Techniken zum Ablenken der Aufmerksamkeit.' Sie nahm das Buch in die Hand und starrte den Titel für mehrere Minuten an, ehe sie es kaufte.

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Eine halbe Stunde später hatte Kuroko die Turnhalle erreicht, in der ihr Turntraining stattfand. Umgezogen und mit ihrer Tasche unterm Arm, lief sie zur Bank, während sie fasziniert das Buch las. Dort angekommen, ließ sie sich auf der Bank nieder und mit einem Plumps landete ihre Tasche auf dem Boden, wodurch Hoshi zusammenzuckte und einen leisen, spitzen Schrei ausfuhr.

“Tetsu-chan! Kannst du bitte wie ein normaler Mensch auftauchen? Ich bekomme jedes Mal einen halben Herzinfarkt!”, beschwerte sie sich. “Gomenasai, Hikari-chan. Aber ich lese gerade”, antwortete Kuroko monoton. “Das sehe ich. Dein Ernst? Willst du jetzt Magierin werden?”, lachte Hoshi, als sie den Buchtitel begutachtete. “Ich bin auf der Suche nach einem eigenen Basketballstil”, gab Kuroko desintessiert wieder.

“Ehrlich? Willst du etwa verschwinden oder wieder auftauchen an einer anderen Stelle? Dann kannst du ja gleich Misdirection anwenden. So wie die Jäger aus World of Warcraft!”, lachte Hoshi und Kuroko betrachtete sie dankend. “Das ist eine geniale Idee, Hikari-chan. Vielen Dank.” Mit den Worten klappte die blauhaarige das Buch zu und verneigte sich. “Misdirection benutzen auch Magier! Es ist eine Form der Täuschung, die Aufmerksamkeit des Publikums auf eine Sache zu fokussieren, um es von etwas anderem abzulenken”, fügte Hoshi hinzu, der die Kinnlade aufgeklappt war.

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So vergingen drei Monate, in denen Kuroko nach dem Turntraining, gemeinsam mit Hoshi, an ihrem eigenen Basketballstil – der Misdirection – arbeitete und diese versuchte zu perfektionieren. Aus einer einfachen Schnapsidee war eine brilliante Technik geworden.

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“Oi, Akashi! Da ist ein Mädchen für dich!”, rief ein braunhaariger Junge quer durch die Sporthalle des ersten Strings. Der rothaarige drehte sich zu dem Mädchen und musterte sie genau. Sie trug eine schwarze Sportleggins, Basketballschuhe und einen weißen Hoodie, unter dem man leicht ihre Brüste erahnen konnte. Kurz verharrte der Blick von ihm auf diesen, doch er blickte nun in ihr Gesicht. Die blauen, vorher unordentlich gewesenen Haare, reichten ihr nun bis zur Mitte des Halses und waren in einen mittelhohen Pferdeschwanz gefasst. Der Pony von ihr war gerade und sauber geschnitten, sowie ihre Haare, die alle nun eine einheitliche Länge besaßen.

“Es sind drei Monate vergangen, Kuroko-chan”, sagte Akashi schließlich und lief vor sie. “Hast du die Antwort gefunden?” “Ja.” “Ich werde dich jetzt testen...” Und schon drehte er sich wieder um, um loszulaufen. “Ano... Wäre es möglich, wenn ich es dir in einem Spiel zeige?”, fragte sie.

“Nijimura-san!” Akashi eilte zu einem schwarzhaarigen Jungen, der aufhörte, mit dem Basketball zu dribbeln. “Sie ist es.” “Ah! Das ist der Bursche, von dem du gesprochen hast! Dieses Mädchen!” Misstrauisch begutachtete er sie. “Sie ist so klein...” Skeptik machte sich ihn Nijimura breit.

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Wenig später fand ein Übungsspiel zwischen dem dritten String statt, in dem Kuroko die Ball auf mysteriöse Weise ihren Teamkameraden zupasste. Einer fing den Ball völlig überrascht, als sie rief: “Wirf!” Verwirrt folgte er ihrer Aufforderung und die Jungen betrachteten das Mädchen verwirrt. “Woher kommt sie?” “Was macht ein Mädchen auf dem Feld?”

“Oi, oi, was ist das? Der Pass an sich war schon stark, aber wie kann es sein, dass sie obendrein aus dem Blickfeld von allen verschwindet?”, fragte Nijimura sich laut, der direkt neben Akashi stand. “Misdirection... Eine Technik, um die Augen zu verwirren, so wie ein Magiertrick. Zum Beispiel vor dem Abwehren eines Balls, ist sie in der Lage, mit Blicke und Gesten, den Blick des Abwehrspielers zum Ball oder anderen Mitspielern nach Belieben zu lenken. In Konsequenz darauf verwischt sich ihre Präsenz, falls es überhaupt möglich ist, noch mehr. Sie kann vom Spielfeld verschwinden, als sei sie ein Gespenst.”

Mittlerweile war das Übungsspiel beendet. “Hast du bereits gewusst, dass sie sich so entwickeln wird?” Akashi grinste. “Nein. Sie übertrifft meine Erwartungen.” Dabei musterten beide das heftig ein und aus atmende Mädchen.

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“Von heute an wirst du ein Teil des ersten Strings sein. Das ist eine große Chance für dich, vor allem als Mädchen”, sagte der Coach des dritten Strings am darauffolgenden Tag zu Kuroko, die freudig nickte. “Hai.” “Sumimasen. Ist Kuroko-kun hier?”, fragte auf einmal ein pinkhaariges Mädchen. “Ja, ich bin es”, antwortete die Turnerin. Das Mädchen zuckte abrupt zusammen. “Wie wenig Präsenz.”

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“Ich habe Kuroko Tetsuya-kun gebracht!”, rief Momoi, als sie mit Kuroko in der Sporthalle ankam. “Oh, danke!”, antwortete Nijimura. “Du bist gekommen, Tetsu!”, freute sich Aomine. “Ich habe auf dich gewartet... Willkommen im ersten String von Teiko”, bergüßte sie Akashi. “Merke es dir. Genau von diesem Moment an, hast du eine einzige Mission. Gewinnen.” Dabei erblickte Kuroko den roten Banner der Teikomittelschule, auf dem das Motto  'Hyakusenhyakushō ' (immer gewinnen) in schwarzen Kanji aufgedruckt war.

„Ich Nijimura Shuzo, der Captain der Chaoten hier“, sagte der einzige schwarzhaarige Junge und deutete auf sich selbst. „Midorima Shintaro“, erwiderte der grünhaarige Junge, der sich seine Brille zurecht rückte und einen Stoffbären in der Hand hielt. „Was ist dein Sternzeichen?“ Kuroko war verwirrt. Wozu wollte er das wissen? Nichtsdestotrotz antwortete sie ihm. „Ich bin ein Wassermann.“ „Wassermann... Dann werden wir wohl nicht klarkommen.“ Nun war die blauhaarige noch mehr verwirrt.

„Ignorier' den Kerl hier einfach, Tetsu!“, grinste Aomine und legte seinen Arm um Midorimas Schulter. Dieser schnaubte verächtlich. „Lass den Quatsch, Aomine.“ Mit den Worten entfernte er den Arm des blauhaarigen von seiner Schulter, welcher nur lachte. „Midorima ist und bleibt eben ein Tsundere.“ „Oi!“

Nun sah der lilahaarige Junge von seinen Süßigkeiten auf und lief langsam zu Kuroko, als er seine große Hand auf ihren Kopf zu bewegte. Innerlich machte sich Panik in dem Mädchen breit. Plötzlich ruhte seine Hand auf ihrem Kopf und er wuschelte ihr durch die Haare. „Du bist so klein und ernst, dass ich dich zerquetschen will“, sagte er gelangweilt zu ihr, als der lilahaarige auf einmal von ihren Haaren abließ und sie unter den Achseln hochhob. Dabei schwebte sie nun gute sechszig Zentimeter über dem Boden und wurde von dem lilahaarigen eindringlich gemustert.

„Murasakibara Atsushi“, stellte er sich schließlich vor. „Oi, Murasakibara! Lass' sie gefälligst wieder herunter!“, beschwerte sich Nijimura im Hintergrund. „Eh~~ Ich will aber nicht...“, sagte er wie ein kleines Kind. „Murasakibaka“, gab Midorima tonlos wieder und an der Stirn des lilahaarigen konnte man förmlich das typische 'Angepisst-Zeichen' erkennen. Finster musterte er den grünhaarigen, der in unmittelbarer Nähe von ihm stand.

Plötzlich spürte Kuroko zwei warme Hände an ihrer Taille, die sie sanft und fest umklammerten und langsam auf den Boden setzten. Als sie ihren Kopf nach hinten drehte, entdeckte sie den rothaarigen, der sie sanft anlächelte. Eigentlich wäre jedes normale Mädchen rot geworden, doch Kuroko behielt ihre übliche, emotionslose Fassung und verneigte sich anschließend, ehe sie sich bedankte.

„Ich bin Akashi Seijuro, Kuroko-chan“, sagte er zu ihr. „Und ich bin Momoi Satsuki! Ich bin die Managerin des Teams!“, meldete sich das pinkhaarige Mädchen zu Wort. „Ich hoffe, wir werden uns gut verstehen!“ „Hai, Momoi-san. Ich bin Kuroko Tetsuya. Es freut mich, euch kennenzulernen“, erwiderte die blauhaarige und verbeugte sich, sehr zu Verwunderung Aomines.

„Verdammt, Tetsu, du bist so höflich...“, stellte er fest, während er sich grinsend am Hinterkopf kratzte. „Yo!“, meldete sich eine neue, männliche Stimme zu Wort. Im Türrahmen war ein grauhaariger Junge mit grauen Augen erschienen. „Haizaki! Du bist schon wieder zu spät!“, beschwerte sich ein genervter Nijimura sofort. „Jaja...“, meinte er und lief einige Schritte, ehe er neben Kuroko verharrte.

„Also bist du die Koneko-chan (Kätzchen), von der die Rede, dass sie uns beitritt, eh?“ Haizakis Augen glitten über Kurokos Körper auf und ab und irgendwie wusste sie jetzt schon, dass sie mit diesem Jungen nicht gut klarkommen würde. Plötzlich legte er seinen Arm um ihre Schulter und zog sie näher an sich heran. „Weißt du, diese Jungen hier sind wirkliche Langweiler. Wenn du Abenteuer suchst, bin ich genau der richtige für dich“, säuselte er ihr ins Ohr und Kuroko lief ein eiskalter Schauer über den Rücken.

„Nein danke“, lehnte sie monoton, aber bestimmt ab. „Äh? Wie heißt du, Koneko-chan?“, fragte er sie. Gekonnt ignorierte sie den Spitznamen für sich und nannte ihm desintessiert ihren Namen. Sie hatte gelernt, wenn man Leute eine gewisse Zeit ignorierte und sich einfach nicht auf sie einließ, würden sie das Interesse verlieren. Und sie hoffte, dass es bei Haizaki der Fall war.

„Tetsuya-chan, eh? Ich bin Haizaki Shogo, aber du kannst mich gerne Shogo-kun nennen“, stichelte er und klang dabei besonders dunkel und vielsprechend. Dabei lehnte er sich mehr zu ihrem Ohr vor, als die blauhaarige plötzlich von ihm weggerissen wurde und prompt in Aomines Armen landete. „Lass' Tetsu in Ruhe, Haizaki!“, zischte er. „Ach, ist der Daiki etwa an ihr interessiert?“, neckte der grauhaarige den blauhaarigen.

„Mir reicht es jetzt! Ihr benehmt euch wie Kindergartenkinder und nicht wie Mittelschüler!“, giftete ein angepisster Nijimura die Gruppe an. Kuroko musste leicht lächeln. Das würde sicherlich eine gute Zeit werden.

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Einige Tage später hatte der erste String der Teikomittelschule ein Übungsspiel. Gerade befanden sie sich in der Sporthalle und saßen bei den Bänken, als Akashi Handy klingelte. Dieses fischte er aus seiner Tasche heraus und entdeckte, dass der Anruf von Haizaki stammte. „Es ist Haizaki“, sagte er schließlich zu Nijimura, der ihm das Handy aus der Hand schnappte. „Haizaki! Verdammt, wo steckst du?“

„Tut mir leid. Ich bin erkältet.“ Am anderen Ende der Leitung erklang ein Röcheln und dann ein Husten. Nijimura kochte förmlich vor Wut. „Haizaki hat wegen einer Erkältung gefehlt“, meldete der schwarzhaarige den Fehlenden bei Coach Sanada, der sich daraufhin zu der ihre Schuhe bindenden Kuroko wandte. „Kuroko. Du wirst als Stammspieler anstelle von Haizaki spielen.“

Überrascht sah die blauhaarige auf. Neben ihr saß Aomine, der dem Mädchen genau zuhörte. Plötzlich schien Kuroko wie von Aufgeregung und Angst gepackt und ein merkwürdiger Schauer lief ihr herunter.

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„Viel Glück!“, wünschten sich die gegenüberstehenden nun und verbeugten sich. Keiner der Gegngermannschaft bemerkte das kleine Mädchen, das neben dem blauhaarigen stand. „Entspanne dich, Tetsu!“, versuchte Aomine der Basketballspielerin Mut zu zusprechen, doch er sah, wie sie gespannt taumelte. „Uh, wie hart. Wie ein neugeborenes Rehlein...“

Nun flog der Ball für den Tip-Off in die Luft, den Murasakibara dank seiner Größe mit Leichtigkeit bekam und Akashi passte, der nun dribbelte. „Beruhige dich, Kuroko-chan. Langsam!“, forderte er die blauhaarige auf, als er plötzlich ein Geräusch hörte. Als er sich zur Seite drehte, entdeckte er das Mädchen, das gestolpert war und nun auf dem Boden lag.

Jetzt lag die Aufmerksamkeit bei ihr und nun realisierten sie erst ihre Gegner und der Rest der Zuschauer, die nun tuschelten.  
„Was macht ein Mädchen auf dem Spielfeld?“
„Ist das überhaupt erlaubt?“
„Also ich hätte Teiko mehr zugetraut als ein Mädchen...“

„Entschuldigung. Meine Füße haben sich verhakt und ich bin gestolpert“, sagte Kuroko monoton, als sie sich aufrappelte. Dabei wurde sie von Murasakibara, Midorima und Aomine genau beäugt. „Es geht mir gut“, versicherte Kuroko die Jungen. „Nein, es geht dir nicht gut“, sagte Akashi, als er sah, wie Blut aus ihrer Nase lief.

Kurz darauf hatte man das Mädchen an den Rand verfrachtet und ihr ein Taschentuch zum Stillen der Blutung gegeben. „Ich kann es nicht glauben...“, sagte Murasakibara genervt. „Tetsu...“, murmelte Aomine. „Eine Sekunde und sie wechseln sie aus. Ich habe es von Anfang an gesagt...“, erwiderte Midorima. „Da sage ich nicht Nein“, stimmte ihm Akashi zu. Alle vier beobachteten das Mädchen.

„Was sollen wir da machen... Nijimura..“, sagte der Coach und sofort wurde ein Spielerwechsel angekündigt.
„Es ist der Captain von Teiko, Nijimura Shuzo!“
„Er ist ein sehr guter Power Forward. Man sagt, er sei der beste in der Mittelschule!“

„Ich hebe mir die kleine Moralpredigt für später auf. Nun müssen wir gewinnen!“, sagte Nijimura zu den übrigen vier Jungen, zu denen er sich gerade gesellt hatte. Als das Spieler weiter ging, erhielt er den Ball und dribbelte geschickt an allen Gegnern vorbei, ehe er ihn zu Midorima passte, der einen Dreier warf. „Gut!“, jubelte er, als der Coach ihn ermahnte. „Dieses Spiel dient dazu, die von der ersten Klasse zu testen. Spar' die deine Energie!“

Sanada ließ sich auf einem Stuhl direkt neben Kuroko nieder. „Blutet deine Nase noch?“, fragte er sie. „Nein.“ „Dann wechsele ich dich für Nijimura ein.“

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Kurz darauf war die blauhaarige wieder im Spiel und fing einen Pass von Akashi ab. Sie wollte ihn an Murasakibara weitergeben, doch dieser fing ihn nicht und prompt ging der Ball ins Aus. „Aus! Ball für die schwarze Mannschaft!“, rief der Referee.

Wütend legte Murasakibara seine Hand auf Kurokos Kopf. „He, was war das? Willst du mich veräppeln?“, fragte er sie. „Nein, ich veräppele dich nicht“, antwortete sie ruhig. „Soll ich dich zerquetschen?“ „Nein. Bitte zerquetsche mich nicht.“ Irgendwo war ihr der lilahaarige unheimlich, wenn er wütend wurde. Oder zumindest, wenn er sich beim Basketball spielen ernst verhielt.

Midorima seufzte. 'Ich sehe. So ungefähr habe ich ihren Stil begriffen. Er ist nicht übel, aber...' 'Sie macht zu viele Fehler. Vielleicht sind es die Nerven. Oder vielleicht hat sie sich ihren eigenen Spielstil noch nicht zu eigen gemacht. Oder beides...', dachte Akashi, als er die Bewegungen der beiden verfolgte.

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„Mine-chin, was ist das?“, fragte Murasakibara Aomine neugierig, als er das unidentifizierbare Essen von ihm musterte, während er selbst Stäbchen mit Essen in der Hand hielt und den Mund voll hatte. Gerade hatte das Team eine Pause. „Bento. Von Satsuki. Möchtest du?“, fragte Aomine niedergeschlagen. „Wie scheußlich. Nein.“, lehnte der lilahaarige ab. „Ich werde mir etwas im Laden kaufen gehen.“ Mit den Worten stand der blauhaarige auf und ging.

Hingegen Kuroko musterte skeptisch den Cupcake, den sie gestern selbst gebacken hatte. Vorsichtig nahm sie einen Biss und probierte ihn. 'Er schmeckt nicht missraten und man erkennt den Vanillegeschmack. Das ist doch schon einmal etwas', stellte sie zufrieden fest. „Äh? Ist das nicht der Geldbeutel von Mine-chin?“, hörte sie Murasakibaras Stimme und blickte zu dem Riesen, der ein braunes Portemonnaie in der Hand hielt. „Wohin geht er ohne Geldbeutel?“, fragte Midorima kopfschüttelnd.

„In den Vierundzwanzig-Stunden-Laden“, sagte der lilahaarige. „Ich bringe es ihm!“, erwiderte Kuroko, als sie den Cupcake abstellte und aufstand. Das Mädchen trug die Überziehuniform der Teikomittelschule in der kleinsten Größe, aber trotzdem war es ihr immer noch zu groß. Gelangweilt warf Murasakibara ihr den Geldbeutel zu, der ihr aus den Händen fiel. Aus Gewohnheit streckte sie sich komplett durch und bückte sich, ehe sie den Geldbeutel aufhob.

„Werfe bitte nicht, ohne es vorher zu sagen.“, sagte sie. „Eh? Du bist einfach zu lahm, Kuro-chin“, erwiderte der lilahaarige und wuschelte ihr durch die Haare. Genervt schlug sie seine Hand weg und eilte Aomine hinterher. In dem Moment traf Akashi eine Erkenntnis und Murasakibara entdeckte den herrenlosen Cupcake, den er mit Freunden in die Hände nahm.

„Er sieht lecker aus~~“, sagte er begeistert und biss hinein. „Der Cupcake hat Kuroko gehört“, antwortete Midorima, während er sich seine Brille zurecht rückte. „Und man isst nicht die Sachen von anderen auf, Murasakibara.“ „Eh~ Aber er sah so einsam aus und wollte einfach gegessen werden.. Kuro-chin soll mir mehr Cupcakes geben“, schwärmte Murasakibara genießerisch, während er den Cupcake genüsslich verspeiste.

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Kuroko verharrte bei ein paar Automaten, als sie um eine Ecke die Stimme Aomines erkannte. „Ihr wollt Tetsu runterstufen?“, hörte sie ihn aufgebracht rufen. Neugierig presste sie sich an die Wand und lugte um die Ecke, nur, um dort Aomine, Nijimura und den Coach zu entdecken. „Es fehlt noch die zweite Halbzeit! Lasst sie noch einmal spielen!“, beharrte er eindringlich.

„Nein. Es macht keinen Sinn, noch etwas zu sehen. Ich werde sie einen String herunterstufen oder notfalls ganz aus dem Club entfernen“, sagte der Coach. Wütend knirschte der blauhaarige mit den Zähnen. „Falls sie es noch einmal schlecht macht, werde ich mit ihr einen String niedriger gehen oder halt den Club verlassen! Also wechselt sie bitte noch einmal ein! Es wird der Tag kommen, an dem sie uns von großem Nutzen sein wird! Ich weiß nicht, warum, aber ich weiß es!“, rief der blauhaarige.

Kuroko stand dicht an die Wand gepresst und lauschte.  'Er würde mit mir gehen? Aber wieso...?' Fragen sammelten sich in ihrem Kopf an, auf die sie keine Antwort wusste.  'Heute Abend werde ich Hikari-chan fragen...'

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„Los, Grüße!“, sagte Nijimura, als die Pause zwischen der ersten und der zweiten Hälfte beendet war. Mittlerweile befanden sich die Mannschaften wieder in der Sporthalle auf ihrer jeweiligen Seite. Der schwarzhaarige hielt Haizaki an den Haaren gepackt, der fürchterlich, wie verprügelt, aussah. „He..ya..“, brachte der grauhaarige hervor, was wohl „Hallo“ heißen sollte.

„Haizaki, welch eine Frechheit!“, antworteten Midorima, Murasakibara und Akashi im Chor. „Einer aus dem zweiten String sagte mir, er habe ihn auf den Spielplatz gesehen. Er scheint mir nicht erkältet zu sein, also habe ich ihn hergebracht“, sagte Nijimura triumphierend und hatte seinen Arm um den grauhaarigen gelegt. „Aber er stirbt doch bald...“, sagten die Jungen.

„Koneko-chan!“, rief Haizaki plötzlich, als er Kuroko erblickte, die auf ihr Handy sah. Blitzschnell hatte er sich aus Nijimuras Griff befreit und seinen Arm und die Schulter der blauhaarigen geschlungen hatte. Die anderen sendeten ihm Todesblicke, doch diese ignorierte er gekonnt. „Was machst du da? Lass uns lieber woanders hingehen und diese Idioten hier Idioten sein“, raunte er ihr ins Ohr, doch Kuroko schienen seine Worte kalt zu lassen.

Stattdessen waren ihre blauen Seelenspiegel auf den kleinen Bildschirm vor ihr fixiert, auf dem gerade einen SMS angekommen war. Neugierig nahm Haizaki ihr das Handy aus der Hand und las die Nachricht laut vor. „Herzlichen Glückwunsch, Tetsu-chan! Er mag dich! Eh, wer ist diese 'Hikari-chan', Tetsuya-chan?“, fragte der grauhaarige sie. Im nächsten Moment wurde Haizaki das Handy aus der Hand gerissen und man entfernte ihn von Kuroko. Aomine riss die blauhaarige an sich, während Nijimura warnend den grauhaarigen betrachtete, der es mit der Angst zu tun bekam.

„Wo ist eigentlich mein Cupcake hin...?“, wunderte sich Kuroko später, als sie ihr Handy wieder in der Hand hielt und dies fragend musterte.

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„Die Anfangsformation bilden Akashi, Midorima, Murasakibara, Aomine und Haizaki. Kuroko, ich wechsele dich in der zweiten Hälfte ein. Gut, nicht wahr?“, fragte der Coach sie und sah sie dabei auffordernd an, so, als ob es ihre letzte Chance wäre, sich zu beweisen.

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Schließlich war es so weit und die blauhaarige wurde eingewechselt. Gemeinsam mit Akashi lief sie auf das Spielfeld, ehe die beiden stehen blieben. „Du musst die Schnelligkeit deiner Pässe korrigieren. Der erste String ist schnell. Du musst schneller sein, als die aus dem zweiten oder dritten String, damit du unserem Rhythmus folgen kannst. Es ist ein Problem, dass du dich nicht im passenden Moment zu bewegen weißt. Du wirst dein Potenzial zeigen können, wenn du unbemerkt bleibst und die Gegner ablenkst. Dazu musst du Emotionen in ihnen hervorrufen.“

Als Akashi das sagte, legte er seinen Zeigefinger zwischen Kurokos Brüste. „Es fehlt Kampfgeist. Das wird ein Geheimnis sein.“ Dabei fuhr Akashi mit seinem Finger die Umrisse ihres BHs nach, ehe er ihn entfernte und weiter auf das Feld lief.

'Gefühle zeigen? Meint er damit, dass ich die ganze Zeit lächeln soll? So wie bei Wettbewerben, wenn ich turne? Mir mangelt es an Kampfgeist! Ich stelle mir einfach vo, ich wäre auf einem Turnier! Und ich muss den passenden Rhythmus finden... Aber sie bewegen sich so schnell, dass ich kaum mithalten kann. Am besten..!'

Auf einmal schien sich um Kuroko eine imaginäre Aura von Blumen und Sternen zu bilden, weswegen sie sofort die Aufmerksamkeit auf sich zog. „Was hast du ihr gesagt?“, fragte Midorima geplättet den rothaarigen. „Das ist nicht so wichtig...“, antwortete dieser verwirrt.

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Während des folgenden Spiels gab sich Kuroko größte Mühe, gute Pässe zu machen. In dem Moment fing der überraschte Midorima den Ball, der über Kuroko von Akashi zu ihm gelangt war.  'Der Ball...' '...ist abgebogen?', dachte Haizaki geschockt. Kurokos Pässe wurden von Zeit zu Zeit besser und Teiko bekam mit Leichtigkeit Punkte.

'Seitdem sie mit Aka-chin gesprochen hat, hat sie angefangen, die Pässe im rechten Augenblick zu spielen. Kinderspiel!', dachte Murasakibara unbeeindruckt. „Du hast dich ganu schön verändert, Kuroko!“, murmelte Midorima anerkennend.

In dem Moment sollte Kuroko einen Ball weiter passen und erkannte, dass sie ihn nicht mehr bekommen würde, da er ins Auge gehen würde. Doch anstatt aufzugeben, performte sie eine Radwende und landete in einem Spagat, ehe sie den Ball so vor dem Aus bewahrte und ihn weiter passte, sehr zur Überraschung Teikos.

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„Kuroko Tetsuya. Ich möchte, dass du in allen kommenden Spielen präsent bist. Du wirst die Nummer Fünfzehn tragen. Ich erwarte, dass du eine gute Rolle als sechster Mann von Teiko und einzige weibliche Spielerin liefern wirst“, sagte der Coach. „Arigatou gosaimasu“, sagte die blauhaarige und verneigte sich. Sie hatte es geschafft!

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„Sag mal, Tetsu. Was zur Hölle hast du da vorhin für einen... Move gemacht?“, fragte Aomine, auf der Suche nach dem passenden Wort. „Das waren Pässe, Aomine-san“, erwiderte die blauhaarige direkt und monoton. Die beiden liefen, gemeinsam mit Murasakibara, Momoi, Akashi und Midorima, aus dem Schulgelände heraus. „Das meinte ich nicht...“

„Oh. Du meintest wohl die Radwende mit gefolgten Spagat, oder?“, hakte sie nach. „Ja...“  'Was ist das für ein komplizierter Name!' , beschwerte sich der blauhaarige gedanklich. „Woher kannst du das?“ „Ich bin in einem Turnverein seitdem ich klein bin“, gab das Mädchen direkt wieder und jeder hatte seine eigenen Reaktionen: Momoi bewundernd, mit Sternen in den Augen, Midorima rückte sich seine Brille zurecht, Murasakibara aß wie gewohnt seine Süßigkeiten, Aomine grinste beeindruckt und Akashi lächelte wissend.

Plötzlich vibrierte Kurokos Handy und sie zog es aus ihrer Tasche hervor.  'Wo zur Hölle steckst du? Wir sind seit zehn Minuten vor diesem merkwürdigen Restaurant in der Nähe deiner Schule verabredet! Mir ist kalt und da steht ein komischer Mann, der mich beobachtet! Beeil' dich gefälligst! -.-', las sich Kuroko die Nachricht von Hoshi durch und musste unwillkürlich grinsen.

„Ich muss in die andere Richtung“, sagte sie und deutete in diese, als sie sich von dem Team verabschiedete.

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Glückwünsche! Ich wusste, du würdest es schaffen, Hime! Wir sehen uns diesen Sommer in der Nationalmeisterschaft!

Zufrieden las sie erhaltene SMS durch, ehe sie in den Sternenhimmel schaute. „OI! HIER STECKST DU ALSO!!“ In der Ferne entdeckte Kuroko die aufgebrachte Hoshi und musste nur noch mehr lächeln.

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An diesem Tag war Kuroko Tetsuya eine reguläre Spielerin in einem Club voller Jungen geworden und hatte sich den ersten Schritt als legendärer, sechster Spieler der Generation der Wunder erkämpft.
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