Hinter der Maske

von lizziebee
GeschichteDrama, Romanze / P12 Slash
Prosper Scipio
26.07.2015
07.07.2018
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26.07.2015 1.648
 
Die Anderen waren ausgeflogen. Riccio und Mosca kundschafteten einen der Palazzi aus  und Bo war mit Wespe einkaufen.
Der Einzige, den der Herr der Diebe im Sternenversteck vorfand, war Posper. Er saß auf seiner Matratze und blätterte in einem von Riccios Comics. Als er Scipio bemerkte lies er es ertappt fallen.
„Ganz allein?“- fragte der Herr der Diebe und  grinste schief.
Prop sah zu ihm hoch und nickte.
„Wie du siehst“- sagte er und hob das Comic wieder auf.
„Oh...“- Scipio hatte wohl mit einem großen Empfang gerechnet. Es war das erste Mal, dass er sich seit Tagen blicken lies.
„Was verschafft mir die Ehre?“- fragte Prosper und zog eine Augenbraue hoch.
Scipio zuckte die Schultern.  „Ich wollte eigentlich Mosca Werkzeug für sein Radio vorbeibringen.“- Er legte einen kleinen Beutel auf einen der Sitze.

Kurz stand er einfach nur da, nicht sicher was er tun sollte, dann nahm er die Maske ab und setzte sich neben Prop auf die Matratze. Gespannt sah er sich das Comicheft an.
Prop rückte ein Stückchen, um Scipio Platz zu machen.
Es war eines der wenigen Male, dass Prop ihm so nahe war, und er studierte jede Einzelheit an ihm. Vielleicht würde er so eines Tages das Rätsel des Herrn der Diebe lösen können.
Scipio war größer als er, er war mager, seine Haut war so hell, man konnte an einigen Stellen seine Adern blau durchscheinen sehen, als seien sie auf seine Haut gemalt. Sein Pulli war übersät mit Katzenhaaren.
Für einen Moment war da etwas, was ihn an seine Tante erinnerte, der Geruch der an Scipio haftete. Lavendel, wie die feine Seife die Tante Esther stapelweise hatte.
Aber an Scipio roch sie gut.
Seine Haare waren heute offen und fielen fast bis auf seine Schultern, und Prop fragte sich unwillkürlich wie sie sich wohl anfühlen mögen.
Etwas war heute anders an Scipio, aber Prosper konnte es nicht genau beschreiben.
Der Herr der Diebe sah ihn verwirrt an.
Starrte er etwa?! Prop hör auf!
Was ist?“ -fragte Scipio und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
„Nichts“, antwortete Prop schnell und hoffte, dass er nicht rot wurde, „ehm, ich muss was zu essen machen, bis die Anderen wieder da sind...“- sagte er und legte den Comic weg.
„Na gut, ich sollte gehen, ich komm heute Nacht vielleicht noch mal wieder...“- sagte Scipio und stand auf.
„Nein Warte“- brachte Prop heraus. Wow Prop das war ja super cool!, ging es ihm durch den Kopf.
„Du könntest mir doch helfen", sagte er schnell, "ich weiß der Herr der Diebe speist nicht mit dem Gesindel, aber deshalb müssen sich die Anderen nicht den Magen an meinen schrecklichen Kochkünsten verderben“- er lächelte verlegen.
Scipio sah ihn überrascht an.

„Na gut“ sagte er lächelnd und setzte sich wieder hin.

Wieder saßen sie einfach nur da, Scipio war in Gedanken versunken.
Es war still und Prosper hatte das Gefühl als müsse er etwas sagen.
„Wir haben die Beute an Barbarossa verkauft, dieses Mal hat er uns nicht übers Ohr gehauen, dafür hab ich gesorgt.
Scip lächelte abwesend und Prop war nicht sicher ob er ihn gehört hatte.
„Weist du Prop, manchmal denke ich du wärst ein besserer Herr der Diebe als ich“-sagte Scipio.
Irgendwas schien mit seiner Stimme nicht zu stimmen.
Ach red' keinen Quatsch“ gab Prop kopfschüttelnd zurück.
Daraufhin schwieg Scipio eine ganze Weile und Prop dachte schon er würde nichts mehr sagen. Da seufzte Scipio, stand auf und sagte: „Dann sehen wir mal was wir machen können.“

Die Anderen kamen später als abgemacht, und die beiden beschlossen derweil ohne sie zu essen, obwohl Prop vor Sorge kaum einen Bissen runterbrachte.
Scipio legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter und versicherte ihm es sei alles gut.
Gleich wurde Prop ruhiger, das passierte immer wenn der Herr der Diebe in seiner nähe war, als würde seine Furchtlosigkeit auf ihn übergehen. Er fragte sich wie Scipio es machte, sich vor nichts zu fürchten. Oder war das auch nur eine Maske?
„Machst du dir denn keine Sorgen?“
„Warum denn?“- gab Scip mit dem Mund voller Spagetti zurück.
„Sie hätten alle längst zurück sein müssen.“- Prop war der Appetit vergangen, frustriert lies er seine Gabel in den Teller fallen.
„Denen geht’s gut“- Scipio lächelte ihn an, aber etwas an dem Lächeln war nicht richtig, es erreichte seine Augen nicht ganz.
„Alles in Ordnung?“-fragte Prop, jetzt noch besorgter.
„Natürlich“- Scipio wurde verräterisch pink an den Ohren.
„Irgendwie glaub ich dir das nicht“
„Es ist alles ok, ganz ehrlich!“ quiekte Scip jetzt, weil seine Stimme oft unkontrolliert ein paar Oktaven übersprang, jetzt wurde er erst richtig rot und Prop musste lachen.
Skip lies sich anstecken und die beiden lachten bis sie keine Luft mehr bekamen.
Es war das erste Mal, dass er den Herrn der Diebe hatte lachen sehen und es war das erste Mal in einer langen Zeit, dass er selbst so gelacht hatte.

Die Andern kamen schlussendlich doch heil zurück, und aßen alle zusammen. Zum ersten Mal wurde seine Pasta gepriesen. Sogar Riccio gab zu, dass sie lecker  war. Sofern, „Der Deutsche Besserwisser hat's ja doch drauf“, als Kompliment gewertet werden kann.
Sie verbrachten einer ihrer üblichen Abende, aber irgend etwas war faul.  Der Herr der Diebe wurde mit jeder Sekunde unruhiger. Scipio war sonst nie unruhig.
Als sie alle gegessen und ihre Informationen mitgeteilt hatten stand er auf. Mittlerweile hatten sich die Regenwolken, die Tagsüber über Venedig gehangen hatten, in strömenden Regen verwandelt.


Als der Herr der Diebe am Hinterausgang des Sternenverstecks, die Tür aufschloss, hielt ihn Prop auf.
„Wo gehst du eigentlich immer hin Scip?“-
Scipio zuckte zusammen, und dieses Mal brauchte er fast fünf Sekunden für sein übliches:
„Ich habe meinen eigenen Schlafplatz“
„Oh, der geheimnisvolle Herr der Diebe“ gab Prop grinsend zurück, „aber bist du dir sicher, dass es bei diesem Wetter eine gute Idee ist, dich in deine Bat-Höhle zu begeben, maskierter Rächer?“- fragte Prop grinsend.
Scip verdrehte die Augen, dann schien er nachzudenken und ein Schatten kroch ihm übers Gesicht, es war ein Ausdruck von, Prop konnte es nicht anders beschreiben als,  Angst.  Doch das war doch bestimmt nicht richtig, der Herr der Diebe zeigte niemals Angst.
„Du hast Recht“ sagte Scipio in Gedanken versunken und ging mit Prop zurück ins Haus.


Es war dunkel im Sternenversteck und mit den Taschenlampen bahnten sie sich ihren  Weg zu den Matratzen. Plötzlich blieb Prop stehen. Er konnte nicht anders, etwas nagte an ihm und er musste es loswerden, bevor sie wieder keine Chance hatten zu reden.
„was ist mit dir los Scipio?“
„Mir geht’s gut!“ antwortete der Herr der Diebe bestimmt.
„Das glaub ich dir nicht, irgendwas stimmt nicht, sag mir was los ist!“- zischte Prop
„es ist mir egal ob du mir das glaubst, vielleicht stimmt ja mit dir was nicht!“- zischte Scipio zurück
Prop lies nicht locker: „Du hast Angst, das seh' ich doch!“
Scipio sah aus als hätte ihm Prop ins Gesicht geschlagen.
„Das reicht!“ keifte der Herr der Diebe und wandte sich zum gehen
„Nein, warte“- sagte Prop schnell und griff wie aus Reflex nach Scips Handgelenk. Der stöhnte auf als hätte er sich weh getan.
„Lass los“- sagte er schwach.
Prop erschrak und lies sofort los.
Besorgt leuchtete er auf die Stelle an Scips Arm, der Pulli war etwas nach oben gerutscht und er sah das Scips Handgelenk ganz verfärbt und geschwollen war.
Scip sah ihn wütend an, zog seinen Pulli zurecht und rannte zur Tür zurück.

Prop rannte ihm hinterher, das Licht seiner Taschenlampe tanzte wie wild auf dem Boden vor seinen Füßen. Er war zwar nicht so schnell wie Scipio, aber er würde sich nicht abschütteln lassen.
Nicht dieses Mal.
Scipio rannte einfach immer weiter, bis die beiden Jungen im strömenden Regen durch Venedig rannten. Prop verlor bald die Orientierung und sah Scipios Taschenlampe nur noch als kleinen Lichtpunkt, vor sich, als Scipio plötzlich stehenblieb.

Prop's Licht fiel auf etwas vor ihm auf dem Boden.
„Herr der Diebe, deine Maske!“- rief er und hob sie auf.
Langsam kam Scipios Licht zu ihm zurück. Wütend riss er ihm die Maske aus der Hand.
„Warum musst du das immer machen?“- fragte der Herr der Diebe wütend.
„Ich?“ schnaubte Prop außer Atem. Er war es nicht der hier Geheimnisse vor allen hatte!
„Ja du!“ antwortete der Herr der Diebe, „warum musst du dich immer um alle Sorgen, ich brauche keinen Babysitter!“
„Tut mir leid, wenn ich dir den Herrn der Diebe nicht so einfach abkaufe wie alle Anderen“
„Das ist mir egal“ zischte Scipio und sah sich nervös um.
„Ja klar, das seh ich Scip“- sagte Prop
„Nenn mich nicht Scip“- keifte Scipio,  wieder darauf achtend seine Stimme nicht zu heben.
Regen tropfte von seinem schwarzen Haar.
Plötzlich schaltete jemand in einem der Nachbarhäuser das Licht an. Scipio duckte sich erschrocken.
„Ich muss los!“- flüsterte er.
„Was?“ sagte Prop laut, der genug von dem zischen und nuscheln hatte.
„Prop!“- zischte Scipio, und hielt den Zeigefinger an die Lippen.
„Scip!“ antwortete Prosper, ohne auf seine Lautstärke zu achten,
„Du glaubst doch nicht wirklich, dass....“
Er wusste nicht wie Scipio es geschafft hatte ihn so zu überrumpeln, er wusste nur, dass es die beste Idee war die der Herr der Diebe je gehabt hatte. Er hatte einfach seine Lippen auf Props gedrückt.
Das war ein Trick, damit er die Klappe hielt,  er wusste es und er wünschte er hätte die Willenskraft ihn wegzustoßen, die hatte er aber nicht. Er vergrub eine Hand in Scips Haaren, und die Maske fiel wieder zu Boden als Scip mit der Hand über Props Wange strich.
Da wurden sie von der Stimme eines Mannes aufgeschreckt und als Prop die Augen öffnete, sah er in Scips Augen den Ausdruck panischer Angst aufblitzen. Blitzschnell nahm der Herr der Diebe seine Maske und verschwand in der Nacht. Prop war zu überrascht um ihm zu folgen, der Trick hatte funktioniert.
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