Hidden In The Shadows

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Corvo Attano Daud Der Outsider Emily Kaldwin
23.07.2015
21.06.2016
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Prolog: Last Screams

Langsam öffneten sich die blau-grauen Augen des Mannes. Müde Lider machten es schwer ein klares Sichtfeld zu erhaschen. Wie lange hatte er nun nicht mehr geschlafen? Offen gestanden wusste er das nicht mehr.

Einen kurzen Moment kniff er die Augen zusammen als die hellen Lampen im Gang vor seiner Zelle erleuchtet wurden. Er hatte sich wohl einfach zu sehr an die Dunkelheit gewöhnt um zu verstehen, dass da auch noch Licht war. Was für eine andere Möglichkeit hatte er schon seit 3 Monaten in diesem Drecksloch? .. ohne jegliche Aussicht auf eine Erlösung. Von Verbesserungen ganz zu schweigen.

Kurze Zeit später wurde die schwere Metalltür seiner Zelle mit einem lauten Geräusch aufgeschoben und zwei Männer in Uniform traten hinein. Ehe er es sich versah, packten sie ihn und zwangen ihn dazu aufzustehen. Seine müden Gelenke taten ihm weh.. er wollte nicht mehr.
Er wusste natürlich genau wo sie ihn nun hinbringen würden.. in die Folterkammer um erneut ein Geständnis aus ihm heraus zu holen. Wäre diese Situation nicht schon schlimm genug, würde er sich vielleicht noch ein verächtliches schmunzeln oder ein kurzes Lachen abringen. Die Selbstironie wirkte zugleich surreal, wie eine Geschichte die man Kindern erzählte um sie das Fürchten zu lehren, und auch wirkte es trotz des unwirklichen Scheins wie eine zerschmetternde Last, die der Mann nun auf seinen müden Schultern tragen musste.

Seine nackten Füße gingen langsam den kalten Gang entlang, während die beiden Männer neben ihm ihn sowohl festhielten, als auch vorantrieben, wenn er es auch nur eine Sekunde lang wagte etwas langsamer zu gehen weil seine Beine durch den Schlafmangel träge geworden waren.
Sein müder Blick glitt herüber zu den anderen Zellen um dort die üble Sorte der Verbrecher zu sehen, die in Dunwall und auch in den einzelnen Bezirken einhergingen. Neben einfachen Schlägern und Rebellen befanden sich hier auch Vergewaltiger, Mörder und Attentäter und wieder einmal fragte er sich, wie es kam dass er, ein ehemaliger Nobelmann, nun zu ihresgleichen zählte.

Corvo Attano.. ein einfaches Kind von der Straße, stieg hinauf um der Schutzherr der Kaiserin höchstpersönlich zu werden. Eine enge Freundschaft, eine kurzfristige Affäre.. und eine Verbundenheit zwischen ihnen die durch das Lachen ihrer gemeinsamen Tochter wiedergespiegelt wurde. Dann.. ein Schrei, Blut.. und nur ein einziges Wort in seinem Kopf: Verräter.

Schnell wandte Corvo seinen Blick wieder ab, als einer der Gefangenen, einer von denen die ihn nicht ignorierten, ihm die schlimmsten und zugleich häufigsten Worte zuwarf, die er in den letzten 3 Monaten gehört hatte. „Da haben wir ja den Mörder unserer Kaiserin. Kann es kaum erwarten dich auf dem Schafott zu sehen du Drecksratte!“

Die Füße des vermeintlichen Mörders trugen ihn noch weiter bis zu der Folterkammer wo er sich, ohne jegliche Gegenwehr festketten ließ. Er wusste was nun kommen würde.. der Folterknecht hatte scheinbar schon alle seine Tricks an ihm verwendet. Er konnte ihn nicht mehr überraschen.. dennoch hielt sich die Vorfreude auf das Kommende etwas in Grenzen.
Die beiden Wachen die ihn zuvor hereingeführt und auch festgeschnallt hatten, verließen den Raum zügigen Schrittes. Anscheinend wollten sie dem Folterknecht nicht im Weg stehen. Oder sie wollten sich das Schauspiel nicht mitansehen. Wer konnte es ihnen schon verübeln?

Wie geriet nur alles so sehr aus den Fugen? Vor nicht einmal ein paar Monaten war er noch glücklich. Er war im Palast.. bei Emily und bei Jessamine.. er hatte einen Geliebten, wenn auch keinen der gewöhnlichen Sorte und er war fähig gewesen zu lächeln. Zuerst verschwand Garrett.. keine Spur mehr von ihm.. nicht einmal ansatzweise.. Ein leichtes Schmunzeln legte sich auf Corvos Lippen als er daran zurückdachte wie sie zusammen kamen.. der Start war holprig gewesen, doch letzten Endes hatte sich das Warten ausgezahlt.. war er bei einem Diebstahl ums Leben gekommen? Oder hatte man ihn auch gefangen genommen? Und was war mit Emily? .. War sie sicher? Hatte sie Angst?
Mit einem leichten Kopfschütteln versuchte Corvo diese Fragen aus seinem Kopf zu vertreiben. Wie immer kam er zu keiner Antwort und er merkte schon wieder wie sich sein Magen bei den Gedanken umdrehte.
Er hoffte einfach nur, dass es ihnen gut ging.. wo immer sie auch waren.. Und er hoffte dass das alles hier bald ein Ende nehmen würde.. Corvo war bereits 3 Monate in Gefangenschaft.. und noch immer kein Lichtblick auf eine Exekution und auf eine Befreiung schon gar nicht. Wer würde gerade ihm helfen wollen? Er war ein Schwerverbrecher.

Nun hob Corvo leicht seinen Blick als zwei nur allzu bekannte Männer den Raum betraten und direkt verfinsterte sich sein Blick. Wenn er nur los kommen würde, wenn er nur die Gelegenheit hätte sie zu fassen zu bekommen.. er würde ihnen alles zurück zahlen.. restlos alles.
„Na? Wie geht’s uns denn heute, Corvo?“, fragte ihn Hiram Burrows, mittlerweile auch als ‚Lord Regent‘ betitelt, mit einem gewissen gehässigen Ton in seiner Stimme.
Doch anstatt einer Antwort verfinsterte sich Corvos Blick nur noch mehr und seine Hände ballten sich langsam zu Fäusten, während er gegen den Drang ankämpfte sich gegen die Fesseln zu wehren. Er hatte es bei weitem schon zu oft versucht.
„Wie immer ziemlich schweigsam. Das ist gut. So können Sie zumindest nicht widersprechen.“
„Fahrt.. zur Hölle..“, brachte Corvo mit einer erschöpften, aber zugleich auch drohenden Stimme hervor, bevor er schon den ersten Schlag des Folterknechtes in die Magengrube kassierte. Ein schmerzerfülltes Keuchen entkam seiner Kehle, während er sich ein wenig zusammen krümmte, sofern es ihm denn möglich war. Kurz musste der Mann schwer husten.. diesen Ablauf war er auch schon gewohnt.
„Schluss mit den Spielereien. Dafür haben wir keine Zeit.“, mit verschränkten Armen und seinem typischen befehlshaberischen Ton, wies er Burrows darauf an still  zu sein, ehe er sich dem Folterknecht zuwandte. „Tun Sie es einfach. In seinem jetzigen Zustand kann es nur zu Problemen kommen.“, ohne ein weiteres Wort zu verlieren verschwand Campbell bereits aus dem Raum und mit einem Mal steigerte sich die Verwirrtheit und auch die Angst in Corvo. Was ging hier vor?

„Süße Träume… kaiserlicher Schutzherr.“, mit diesem Worten und einem selbstgefälligen Grinsen auf den Lippen, folgte Burrrows dem Oberaufseher.
Ehe sich Corvo versah, schnappte sich der Folterknecht ein scharfes Messer, und ging nun zu dem Stuhl nur um Corvos Kopf gewaltsam nach hinten in den Nacken zu drücken. Eine große Hand legte sich auf den Mund des Braunhaarigen und in der nächsten Sekunde spürte er schon eine kalte Klinge an seinem Hals. Mit einem Mal brach Panik in ihm aus. Todesangst. Etwas was er dachte nicht mehr spüren zu können. Er begann sich zu wehren, doch war sein Körper zu geschwächt um irgendwas gegen die Situation zu tun.
Seine Augen weiteten sich vor Schmerz und Schock als er spürte wie die Klinge langsam seine Kehle entlang geführt wurde, nur um dort einen langen Schnitt zu hinterlassen, aus der das Blut hervorquoll.

Das letzte was Corvo spürte, war Hitze.. dann Kälte.. Übelkeit, Schwindel und schließlich versank er in der Dunkelheit.


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So das wäre zunächst mal der Prolog zu meiner Geschichte.
Es ist meine erste Geschichte zu Dishonored (und Thief), einfach weil diese Spiele es mir angetan haben. :3
Ich hoffe er hat euch gefallen und ich würde mich über ein wenig Rückmeldung freuen! ouo
Hoffentlich bis bald!
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