My children will be safe

OneshotTragödie / P16
Adrianna Muriel
21.07.2015
21.07.2015
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Ich hoffe euch gefällt der os :)
Änderungen im text zu späteren zeitpunkten möglich)
Viel spaß beim lesen. Ich freue mich über jedes Feedback :)
LG madita1908
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My children will be safe

"Mach ihnen doch keine Angst, Jacob," rief ich auch dem kleinen Küchenverschlag zu meinem Mann hinüber, der mit unseren zwei wunderschönen Kindern am Kamin saß und ihnen eine Geschichte erzählte. "Sie bekommen noch Albträume, wenn sie gleich im Bett liegen."
"Ach Mama bitte,"  antwortete mein Sohn, "die Geschichte ist doch gar nicht so unheimlich!"
"Hänschen, muss ich dich daran erinnern was beim letzten Mal passiert ist?" Erwiderte ich tadelnd, kam zu den dreien hinüber, setzte mich auf meinen Stuhl und blickte ins Feuer.  "Gretchen, komm mal zu mir," holte ich meine Tochter aus ihren Gedanken. Sie zuckte etwas zusammen, erhob sich und drehte sich zu mir.  Woran sie wohl gerade gedacht hatte?
"Da war ich doch noch klein," murrte Mein Sohn schmollend. "Jetzt bin ich doch schon groß."
"Die Geschichte wird nicht zu ende erzählt, Schluss damit, Hänsel." stellte ich ein für alle male fest und hob meine Tochter auf meinen Schoß. Vorsichtig strich ihr die dunklen Haare aus dem Gesicht, welche sich aus ihrem Zopf gelöst hatten. Dann zog ich meine Kette aus und legte sie ihr um den kleinen Hals.
"Aber Mama," sagte Gretchen ehrfürchtig als sie die Kette an sich betrachtete, "dass ist dein Talisman."
"Ja, meine Kleine, aber ich will, dass er jetzt dich beschützt," erklärte ich und schloss ihre Hand um den Anhänger. Schließlich kuschelte sie sich an mich und genoss das Gefühl der Geborgenheit.   Hänsel hatte sich zu Jacob auf den Schoß gesetzt, und sich das Ende der Geschichte ins Ohr flüstern lassen. Der Kleine sah ganz zufrieden aus. Wir saßen noch eine Weile zusammen am Feuer, ehe Jacob meinte, es sei Zeit, für die Kinder ins Bett zu gehen.  Gretchen rutschte von meinem Schoß und lief ihrem Bruder hinterher. Wir konnten beobachten, wie Hänsel seiner Schwester aus dem Kleidchen half und ins Nachthemd ehe er sich selbst umzog, während Gretel die Betten machte. Mein Mann und ich konnten die beiden dann kurz darauf streiten hören.

"Nein, Hänsel, dass ist meine Puppe!"
"Nein, dass ist jetzt meine! Außerdem hast du meine versteckt!"
"Hab ich gar nicht! Du hast sie im Wald verloren!"
"Dass ist jetzt meine, Gretel!"
"Das ist unfair! Was kann ich dafür wenn du deine Puppe im Wald verlierst?!"
"Du hättest mit aufpassen können! Jetzt gib mir deine Puppe!"

Wütend stapfte Gretel aus dem Zimmer hinaus, riss die Haustür auf und begab sich auf die Suche nach der Puppe ihres Bruders. In ihrem dünnen Nachthemdchen. Dafür, dass sie Zwillinge waren, waren sie doch Grund verschieden.  Während Hänsel frech und manchmal sogar aufdringlich war, war Gretel etwas ruhiger vom Wesen her. Aber sie war genauso wild beim Spielen wie ihr Bruder. Aber so waren acht jährige Kinder eben.
Ich sah ihr nach und dann zu meinen Mann, der ihr hinter her eilte. Minuten lang saß ich da und wartete. Ich kuschelte kurz mit Hänsel, ehe ich ins Kinderzimmer schickte. Aber dann hörte ich Gretels schreie und hastige schritte, sofort lief ich zur Tür, riss sie auf und erblickte meinen Mann mit unserer schreienden Tochter auf den Arm. Gretel hatte ihre Augen fest geschlossen, doch liefen trotzdem Tränen daraus. Die vermisste Puppe hatte sie fest in der Hand.

"Was ist passiert?" Wollte ich von meinem Mann wissen, nach dem er Gretel auf ihrem Bett abgesetzt hatte. Sofort war Hänsel bei seiner Schwester, legte einen Arm um sie und tröstete sie, so dass ich und Jacob kurz raus gehen konnten.
"Gretel ist Muriel begegnetet." Erklärte Jacob.
"Wo?"
"Muriel hat auf der Lichtung gestanden. Sie hat mit unserer kleinen geredet. Sie sah normal aus wie du und ich. Und dann...dann..."
"Hat sie ihr Gesicht verändert?"
"Ja."
"Kümmere dich um die Kinder. Ich gehe hinunter und braue einen Trank, damit sie es vergisst."
"Hältst du es für eine gute Idee?"
"Sie soll unbeschwert aufwachsen, Jacob. Da kann sie so einen Albtraum nicht gebrauchen, glaubst du nicht auch? Sie soll doch nicht so viel Angst leiden, oder?"

Jacob nickte nur und verschwand hinter dem Vorhang des Kinderzimmers. Ich hörte, wie er begann eine Geschichte zu erzählen:
"Vor langer, langer Zeit, lebe einst ein Ritter mit seiner schönen Gemahlin...."
Ich stieg die geheime Treppe zu meinem Hexenversteck hinab. Wenn Muriel schon auf der Lichtung lauerte, war es nicht mehr lange bis zum Blutmond. Gewissenhaft mischte ich den Trank des Vergessens zusammen. Als er fertig war, stieg ich die Treppe hinauf und hörte das Ende der Geschichte:
"...Und sie lebten glücklich und zufrieden bis zum heutigen Tag."  
Ich betrat den Raum und sah, dass unsere Kinder  schon brav in ihren Betten lagen. Gretchen hatte ihre Hand fest um die ihres Vaters gedrückt und sah mich mit Tränennassen Augen an. Mein Herz brach selbst bei diesem Anblick.
"Trink das, Kleines, dann geht es dir besser." Flüsterte ich und reichte ihr den Becher. Artig trank das Mädchen den Becher leer und lehnte sich zurück. Ich wiederum legte meine Hand auf ihre kleine Brust, murmelte einen Zauber und blieb im Zimmer, bis beide Kinder eingeschlafen waren.

Am nächsten Tag sah die Welt wieder so aus, als ob der gestrige Abend nie stattgefunden hätte. Gerade kam ich aus dem Schuppen, als ich Muriel erblickte. Stumm stand sie da und beobachtete meinen Mann. Hänsel und Gretel erledigten drinnen ihre Arbeit. Zügig ging ich auf die schwarze Hexe zu.
"Muriel," sagte ich, "Was willst du hier?"
"Du weißt, doch genau was ich will, oder nicht, Adrianna?" Höhnte sie und dass zog die Aufmerksamkeit von Jacob auf sie.
"Du kriegst sie nicht!" Fuhr ich sie an, "Du wirst nie an ihr Herz kommen."
"Bist du dir da sicher?" Muriel lächelte lieblich und ich konnte es nicht deutet. "Aber gut. Wir werden es ja bald sehen."
Die Haustüre ging auf und die Kinder kamen rausgestürmt. Ich öffnete den Mund um sie zurück zu schicken, doch Muriel war weg. Wieder begann ich mich zu fragen, ob wir nicht fliehen konnten. Weg von Augsburg und ihren feindlich gesinnten Bürgern.
"Jacob. Ich habe das schlimme Gefühl, dass irgendwas bald passieren wird," sagte ich zu meinem Mann und dieser nickte.
"Was willst du tun?" Wollte er wissen und stütze sich auf seine Schaufel.
"Ich...Würde sie in den Wald bringen."
"In den Wald? Adrianna das können wir nicht machen!"
"Was willst du denn sonst tun? Zu sehen wie sie sie verbrennen?"
"Aber in den Wald?!"
"Es ist ja nicht für immer, nur bis die Sache vorüber ist. Sie müssen auch nicht tief in den Wald." Unser Gespräch verstummte als die Kinder an uns vorbei liefen und lachend spielten. Wann das sein sollte, wusste ich nicht, aber ein Gefühl in meinem Bauch sagte mir, es würde bald sein. Sehr bald sogar.

Wie bald es aber wirklich passieren würde, war ich mir nicht bewusst. Nach dem Abendessen brachte ich die Kinder rasch ins Bett, während Jacob eine geeignete stelle im Wald suchte.
"Du wirst sicher sein," flüsterte ich meiner Tochter zu, nach dem ich ihr die Hand aufgelegt hatte. "Ihr werdet sicher sein." Sagte ich noch einmal zu beiden ehe ich das Zimmer verließ. Genau zu den Zeitpunkt kam mein Mann wieder. Ich konnte an seinem Blick erkennen, dass er die Bewohner von Augsburg gehört hatte. Sein blick war beunruhigt.
"Bring die beiden in den Wald," meinte ich dann mit fester Stimme.  >Es ist ja nicht für immer.< schoss mir durch den Kopf als Jacob den Kopf senkte und dann im Zimmer der Kinder verschwand um sie wieder aus dem Bett zu holen.  Wie gern wäre ich mit ihnen gegangen, aber ich musste hier bleiben. Ich hatte gerade unser Ehebett hergerichtet, als, ich das Fackellicht durch das trübe Fenster sah. In mir stieg Unbehagen auf. Wenn Menschen schon in so einer Menge kamen konnte dass nie gut ausgehen.

Die Tür wurde aufgerissen. Erschrocken drehte ich mich zu den Männern um. Sie hielten ihre Fackeln abwehrend hoch. Einige hatten auch Waffen dabei.
"Sie!" Rief der vorderste Mann, wahrscheinlich handelte es sich um  Amtsrichter Weinert, "Sie sind der Hexerei angeklagt worden!"'
Ich hatte keine Ahnung, was sie mit mir vorhatten, weshalb ich erst mal versuchte ruhig über die Angelegenheit zu regeln. "Wollen Sie vielleicht einen Tee, Herr Weinert? Wir könnten alles bereden..."
"Ich will Ihren vergifteten Tee nicht," fauchte Weinert, "packt sie, bevor sie abhaut!"  Zwei große Männer traten vor und packten mich grob an den Armen.
"Aber was soll dass?" Fragte ich und  sah mich um. Ich konnte einen Blick auf meinen Hof werfen. Die Menschen errichteten doch nicht etwa..."Was wird mir denn vorgeworfen?"
"Entführung der Augsburgerkinder, Satans Anbetung, Verseuchung unseres Ackerlandes und unserer Ernte...Ermordung mehrerer Personen durch Eure Kräuter, Kindstötung... " Zählte er auf. Ehe ich etwas dazu sagen konnte wurde ich aus meinem eigenen Haus gezerrt.  "Seht her, Bürger von Augsburg!" Rief er, "Hier ist die Hexe, die euch Leid zugefügt hat!" Theatralisch deutete auf mich. Die versammelten Menschen buhten und johlten. Einige Frauen sahen zu Boden. Ich hatte hin und wieder als Heilerin und Hebamme  gearbeitet, bevor meine wundervollen Kinder auf die Welt kamen, und so auch von einigen Frauen die Kinder auf die Welt geholt oder ihnen Kräutersalben angerührt, wenn das Kind oder sonst wer Schmerzende Knochen hatten. So dankten sie mir dass jetzt?
"Verbrennt die Hexe!" Schrie ein Mann.
"Ja genau verbrennt sie!" Stimmte ein anderer zu.
"Ich habe Anspruch auf..." Setzte ich an und wurde von dem Anführer unterbrochen.
"Du hast keinen Anspruch, Hexe! Auf gar nichts!" Weinert deutete seinen Männern, mich nun an den Scheiterhaufen zu ketten. Haarstäubend währte ich mich dagegen, war aber machtlos. Ich hätten zwar meine Magie benutzen können, aber ich tat es  nicht. Ich würde nie auch nur einen Funken Magie gegen Menschen einsetzen.  Tränen liefen über mein Gesicht.  Das Seil, womit sie mich an den Mast ketteten, drückte mir fast die Luft ab. Ich konnte mich nicht rühren und starrte die Menschen in der Menge an. Niemand wollte mir helfen, die Frauen sahen immer noch auf den Boden und die Männer schrieen . Bis auf eine, ganz in Schwarz gekleidete Frau: Muriel. Weinend musste ich mein Todesurteil akzeptieren. Es gab keine Rettung. Und selbst wenn Muriel mir helfen würde, würde sie mir dann das Herz rausschneiden. Vielleicht war das besser als zu verbrennen. Sicherlich hatte sie die Kinder entführt. Wegen dem Blutmond. Weinerts Männer kamen mit den Fackeln auf mich zu. Jetzt war es aus mit mir. Ich würde meine kleinen Kinder nie wieder sehen. Oder meinen Mann..

Die Flammen züngelten knisternd zwischen den Holzscheiten auf. Ich spürte die Hitze an meinen Füßen. Leckend schlugen die Flammen an mir hinauf und zündeten mein Haar an. Großer Gott! Zum Glück mussten meine Kinder es nicht an sehen. Hoffentlich hörten sie meine schreie nicht. Was wird nun aus meinem Hänschen? Aus meinem Gretchen? Werden sie ohne mich gut zurecht finden? Sie hatten ja noch ihren Vater! Wie falsch ich damit lag, wusste ich nicht. Qualm vernebelte mir die Sicht, Rauch nahm Einzug in meine Lunge und ich hustete verzweifelt, so dass ich nicht sah, wie sie meinen geliebten Mann an unserem Haus erhängten.  Ganz langsam glitt ich in endlose Dunkelheit. Vor meinen Augen versuchte ich noch einmal an meine kleine Familie zu denken, die nun durch meinen Tod zerrissen wurde...
Jacob war der einzige mann, der mich so geliebt hat wie ich eben war. Eine weiße Hexe. Ihn hatte es kein bisschen gestört. Er meinte sogar es wäre ein Privileg mich lieben zu dürfen. Nicht alle in seiner Familie waren der Meinung gewesen. Aber wir hatten diese Zeit überstanden. Zusammen. Und keine 2 Jahre nach unserer Hochzeit, wurden wir mit zwei wunderschönen Kinderlein gesegnet. Oh meine armen Kinder!
Wie hatte ich doch geweint, wo ich sie das erste mal gesehen hatte! Sie waren so hinreißend! Die beiden waren vomTag ihrer Geburt an wundervoll. Wenn sie mich nur ansahen, wurde mein Herz so mit Liebe erfüllt dass ich nicht anders konnte, als ihnen jeden Wunsch zu erfüllen. Aber was sollte nun aus ihnen werden, ohne eine Mutter? >>Jacob würde sicher weiterhin gut für sie sorgen... << dachte ich erleichtert. Um mich herum wurde es immer Dunkler. Ich spürte das Feuer nicht mehr. "Meine Kinder werden Sicher sein," flüsterte ich zum letzten mal, "Gretel wird Sicher sein. Hänsel wird Sicher sein...sie werden beide Sicher sein.." Dann schloss ich meine Augen ganz und dachte zum letzten mal an meine wunderbare Familie, ehe ich von meinen Qualen erlöst wurde.
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