Jeder will die Welt beherrschen

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
Haytham Kenway Hope Jensen Liam O'Brien OC (Own Character) Shay Patrick Cormac
20.07.2015
13.10.2019
72
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Disclaimer: Die Charaktere aus Assassins Creed Rouge gehören Ubisoft und ich verdiene  kein Geld damit, sondern leihe mir sie nur mal kurz aus. Das gleiche gilt für andere Teile von Assassins Creed.






Mein Weg führte mich erst mal quer durch die Stadt. Ich musste unbedingt meine Gedanken frei bekommen. Mir liefen die Tränen über die Wangen und der kühle Wind trocknete sie sogleich. Nach einer viertel Stunde fing es auch noch an zu regnen, doch ich merkte die kühlen Tropfen erst, als ich schon komplett durchgeweicht waren. Meine Gefährtin führte mich sicher durch das Menschengetümmel und hielt mit einem Schnauben vor dem Tor des Apple Pie's an. Langsam stieg ich aus dem Sattel und führte mein Pferd in den Stall der Grants. Wie gut, dass ich mich hier vor Lady Melanie verstecken konnte. Mit ein bisschen Stroh rubbelte ich das Fell von Banfhlath trocken, steckte ihr noch eine große Portion Heu auf, dann begab ich mich ins Haus. Drinnen umfing mich eine wohlige Wärme und ich fand Alex am Küchentisch vor. Er strahlte mich freudig an. „Faith, du bist wieder im Lande. Das freut mich und vor allem Caroline. Sie fragt ständig nach dir“, begrüßte er mich. „Ich freue mich auch, Alex. Wo ist sie?“, fragte ich. „Im Hospital, dachte sie würde dich da finden. Es schien sehr dringend zu sein“, meinte er und biss herzhaft in sein Brot. „Na dann werde ich sie mal suchen“ sagte ich und verließ wieder die Küche. Der kalte Wind und Regen peitschte mir die ganze Zeit ins Gesicht und es war schon dunkel, als ich das Hospital erreichte.


Drinnen wurde ich höflich begrüßt und eine Schwester sagte mir, dass Caroline in meinem Arbeitszimmer sei. Ich ging ins zweite Stockwerk und auf der linken Seite die letzte Tür, das war mein kleines Reich hier. Wie hatte ich es vermisst den Menschen dieser Stadt zu helfen. Langsam öffnete ich die Tür und blieb wie angewurzelt stehen. Was machten diese beiden hier in meinen Arbeitszimmer! Meine Hand wanderte automatisch zu meinem Säbel, doch ich hatte ihn im Fort vergessen. Ich war so in Eile gewesen, dass ich keine einzige Waffe bei mir trug. „Faith, endlich“, begrüßte mich Caroline und umarmte mich herzlich. „Was ist los?“, fragte sie mich weiter, als ich nicht reagierte. Meine Aufmerksamkeit lag im Moment auch nicht bei ihr, sondern bei den zwei Assassinen. „Liam, Hope“, sagte ich kühl. „Das ist also die Heilerin?“, schnaubte Hope verächtlich. „Ja und Faith ist die Beste die ich kenne. Liam du wolltest doch, dass es niemand erfährt, oder? Faith wird keinem etwas sagen“, antwortete Caroline und ich trat langsam in mein Arbeitszimmer. „Was wollt ihr hier? Mein Tag war schon schlimm genug, also?“, fragte ich die beiden leicht genervt und ging an ihnen vorbei zu meinem Schreibtisch. „Liam ist verletzt und die Wunde ist schlimm entzündet. Der Herr wollte eigentlich nicht, aber ich habe ihn gezwungen“, grinste mich Caroline an. „Ja, liegt an dem irischen Blut“, meinte ich trocken und deutete Liam sich auf den Stuhl vor meinem Schreibtisch zu setzten. „Da gebe ich dir recht“, hörte ich Hope murmeln und Caroline fing an zu lachen.


Ich ging zu meinem Schrank und holte alles nötige heraus. „Ist bestimmt die Schulter,oder?“, fragte ich den Assassinen. Dieser nickte und zog mit Caros Hilfe sein Hemd aus. Ich schaute auf die Wunde, welche sich schlimm entzündet hatte. Nun, da hatte mein kleiner Helfer wirklich gut Arbeit geleistet. „Hope geh zur Eingangshalle und sag der Schwester, dass ich zwei Männer brauche“, befahl ich ihr. Sie nickte und verschwand aus dem Raum. „Ich werde die Wunde aufschneiden...“, begann ich. „Mach einfach“, knurrte der Ire vor mir. Hope kam mit besagter Unterstützung zurück und die beiden Männer hielten Liam fest, bis ich meine Behandlung abgeschlossen hatte.


„Danke Faith, aber woher wusstest du, wo die Wunde war?“, fragte Caroline mich. „Nenne es weibliche Intuition“, antwortete ich. Liam und ich sahen uns kurz an. Wir würden Caroline nicht sagen, dass ich diese Wunde verursacht hatte. „Nun, danke Faith“, sagte Liam zu mir. „Bitte und kommt in zwei Tagen nochmal her, damit ich sehen kann, wie die Verletzung heilt“, meinte ich und die beiden verabschiedeten sich bei mir. Ich ließ mich auf meinen Stuhl fallen und zog mein Patientenbuch hervor. Sollte ich diese Behandlung aufschreiben? Nein dachte ich. Wenn die Templer das heraus bekamen, dann würde es riesigen Ärger geben. Besser sie wussten nichts über diese Sache. Ich legte meinen Kopf auf meine Arme und fing an nachzudenken. Liam hatte wirklich Glück, dass er Caroline hatte, nur wegen ihr hatte ich den Assassinen behandelt, auch wenn sich alles in mir dagegen gesträubt hatte. Doch war ich nicht eine Heilerin und verpflichtet den Menschen in Not zu helfen, egal auf welcher Seite sie standen? Doch Liam...er hatte den Colonel getötet, einen Mann der mir gezeigt hatte, dass die Templer gar nicht so waren, wie ich dachte. Aber der Colonel war nur eine Ausnahme. Wenn ich daran dachte, dass Evans ebenfalls dazu gehörte, dann wollte ich am liebsten...Ja was wollte ich?


Ich stand auf und strich mir genervt eine Strähne meines nassen Haares aus dem Gesicht. Da waren sie also wieder, diese elendlichen Zweifel, ob ich das Richtige tat oder nicht. Leider brachte mich all mein Denken nicht wirklich weiter und wenn ich schon mal hier war, so konnte ich auch gleich den Nachtdienst übernehmen. Ich verließ mein Arbeitszimmer und ging zu der Schwester, welche ich vorhin getroffen hatte. „Mary, irgendwelche Vorkommnisse?“, fragte ich sie. „Eine Frau mit Wehen kam vorhin rein, aber Jennifer hat schon zwei andere, um die sie sich kümmern muss. Dann zwei Kerle von einer Kneipenschlägerei, die können ruhig noch ein wenig warten. Sind voll bis oben hin. Dann eine Mutter mit ihrem Kind. Es kotzt die ganze Zeit und sie sieht aus, als würde sie in den nächsten Minuten mitmachen“, erklärte Mary mir. „Danke, ich übernehme dann mal“, meinte ich und ging als erstes zu der Frau in den Wehen. Mal schauen, wie weit sie war, wenn ich Glück hatte, würde sie noch eine weile brauchen, bis das Kind kam.


*****




Erschöpft schloss ich die Tür meines Arbeitszimmers und lief den Gang entlang. Diese Nacht war anstrengend, aber ich fühlte mich gut. Endlich konnte ich wieder etwas Nützliches tun. Die Frau hatte zwei gesunde Mädchen zur Welt gebracht. Das Kind und seine Mutter schliefen im Krankenflügel und die Kerle hatten sich nach ihrer Behandlung zur nächsten Taverne begeben, um auf mich anzustoßen. Die Sonne ging auf und ich verabschiedete mich von Mary. „Bis später“, meinte ich und trat hinaus auf die Straße. „Eine anstrengende Nacht, Prinzessin?“, hörte ich Shays Stimme neben mir. Ich drehte mich zu ihm. „Ja, aber nichts was ich nicht hin bekommen hätte“, antwortete ich und lächelt ihn an. „Wie wäre es dann mit einem Bett im Apple Pie. Ich denke, du wirst das Fort in nächster Zeit meiden“, sagte Shay als er meine Hand nahm. „Gute Idee, außer sie weiß was von den Grants?“ Shay lächelte mich an. „Nein. Du hättest sie erleben sollen. Lady Melanie fand deinen Abgang alles andere als toll. Meinte, du hättest keinen Kampfgeist oder so was“, erklärte Shay. „Sie wird sich beruhigen“, gähnte ich und kuschelte mich ein wenig an ihn.


Wir erreichten eine halbe Stunde später die Taverne. Ich ging hinein, während Shay den Weg übers Dach wählte. Ich lies meinen Templer in mein Zimmer, zog die Vorhänge zu und zusammen kuschelten wir uns in das kleine Bett. „Faith“, begann Shay nach einer Weile. „Mhm“, antwortete ich schläfrig. „Wieso hasst du deine Großmutter so sehr?“, fragte er mich. „Es ist kompliziert“, nuschelte ich nur und versuchte damit dieses Thema zu beenden. Doch mein Templer dachte darüber anders. „Vielleicht hilft es darüber zu sprechen.“ „Gut, wenn du es unbedingt wissen willst.“, ergab ich mich meinen Schicksal.

„Es war zu meiner Zeit bei ihr. Lady Melanie bildete junge Frauen aus, um sich in der feinen Gesellschaft einzufügen. Meist sind sie aus der Oberschicht und wenn sie fünfzehn sind, werden sie in den oberen Kreis aufgenommen. Ich war dreizehn, als ich ihr das erste Mal begegnete. Ich war bei ihr Schülerin. Mein Meister hatte mich einfach ohne eine Erklärung dort gelassen. Schon am ersten Tag hatte ich ihre Missgunst. Sie stellte mich für mein falsches Verhalten in eine Ecke und die anderen Schülerinnen lachten mich aus. So ging das jeden Tag. Immer machte ich etwas in ihren Augen falsch und ich fing an sie für dieses Verhalten zu hassen. Doch genug hatte ich von ihr, als ich in die feine Gesellschaft aufgenommen werden sollte. Die anderen Mädchen hatten die ganzen Narben auf meinen Körper gesehen und fingen an Gerüchte über mich zu verbreiten. Das ich doch keinem Mann gefallen könnte und so weiter. Ich meine, so etwas war mir egal, aber eine der vier sagte beim Tee mit ein paar anderen Frauen, dass ich sowieso keine Kinder bekommen könnte und damit unbrauchbar wäre. Und genau diese Behauptung hielt sich am längsten. Kaum hatte ich den Raum betreten, schon ging das Getuschel los. Und was hat sie gemacht? Nichts. Ich meine, ich bin ihre Enkelin und sie unternimmt nichts gegen solch eine falsche Aussage. Aber der Knoten platze bei mir endgültig zum Debütantinnen Ball. Ich betrat den Saal und einer der anwesenden Herren meinte, das solch unbrauchbares Material hier nichts zu suchen hätte. Das war dann für mich zu viel. Ich schrie wie wild und sagte das jeder der armen Leute mehr wert war, als sie und noch andere Sachen. An diesem Abend verließ ich sie. Ich schnappte mir meinen Ornat und ging zurück zu den Assassinen“


„Zwei Jahre später sah ich sie nochmal. John hatte mir gesagt, dass er mein Onkel war und Lady Melanie meine Großmutter. Kaum dass ich das wusste, ging ich zu ihr. Ich wollte von meiner Großmutter wissen, warum sie mich so behandelt hatte. Und weißt du, was sie gesagt hat? Sie wolle mich nur stärker machen. Kein schön, dass du da bist, meine Enkelin, kein Hallo. Nur ich solle stärker sein“, beendete ich meine Erzählung und kuschelte mich in Shays Arme. „Nun verstehe ich deine Reaktion. Aber bist du ihr nicht schon mal früher begegnet, als du noch bei deinem Vater warst?, fragte mich Shay. „Keine Ahnung, ich weiß nicht mehr viel von damals. Ich glaube ich verdränge alles was mit meinen Vater zu tun hat. Wer weiß, ist vielleicht auch besser so“, murmelte ich leicht schläfrig. „Wie war denn deine Tante so. Du hast mir gesagt du bist bei ihr aufgewachsen, doch du erzählst nichts über sie. War sie etwa so schlimm?“, fragte ich Shay und wollte damit das Thema meine Großmutter beenden. Shay sah mich kurz an, dann atmete er tief durch.


„Meine Tante war streng Katholisch. Ich musste jeden Sonntag in die Kirche und danach zur Sonntagsschule. Ich habe es gehasst. Vor jeden Essen wurde Gott gedankt, vor dem Schlafen gehen und so weiter. Ich meine, es ist normal, doch immer wenn ich sie gefragt habe wieso, meinte sie, es ist halt so und ich solle keine Fragen stellen. Und  wenn ich was angestellt habe, hat sie mich bestraft, meist mit dem Gürtel. Ich war froh,mit zehn als Schiffsjunge mit meinen Vater zu segeln.  Als Sohn des Captains hatte ich es nicht leicht, doch mein Vater hatte nie von mir verlangt, in allem besser zu sein, als die anderen. Er lehrte mich alles, was ich über die Seefahrt weiß, brachte mir das Kämpfen bei. Und ich weiß, dass er mich geliebt hat. Als er starb...ich konnte es nicht richtig glauben. Und meine Tante sagte nur, es war Gottes Wille und das ihr Bruder an einem bessern Ort wäre. Ich habe sie für diese Aussagen gehasst. Ich war immer öfters in den Tavernen unterwegs und nur noch selten bei ihr. Ich versuchte meinen Kummer zu ersaufen und wenn mir einer komisch kam, fing ich gleich eine Schlägerei an. Und einmal, als ich wieder betrunken heim kam, stand sie da mit meinen Seesack voll Sachen und warf ihn mir an der Türschwelle zu. Sie sagte, dass ich eine Schande für meine Familie wäre und schmiss mich hochkant raus. In dieser Nacht fand Liam mich und kurze Zeit später stellte er mich Achilles vor. Ich war so froh, wieder mit meinem besten Freund zusammen zu sein. Er war mein großer Bruder und jetzt...  “, beendete Shay seine kleine Erzählung. „Es tut mir leid, wenn ich alte Wunden bei dir aufgerissen habe“, sagte ich leise zu ihm. „Schon gut, mein Engel. Wir haben halt beide keine tolle Kindheit gehabt. Schlaf jetzt“, flüsterte Shay mir zu und zog mich näher zu sich. „Shay lebt deine Tante noch hier in der Stadt?“ „Vermutlich, habe sie seit fast zehn Jahren nicht mehr gesehen“ „Dann besuche sie doch. Zeige ihr, dass du keine Schande für deine Familie bist“, schlug ich ihm vor. „Das ist nicht so leicht, Prinzessin. Außerdem bist du jetzt meine Familie und jetzt lass uns endlich schlafen“, meinte Shay und damit war für ihn das Gespräch beendet. Ich schloss meine Augen und spürte das Shay nach ein paar Minuten eingeschlafen war. Wie konnte ich ihn dazu überreden, nach seiner Tante zu sehen. Es reichte doch, wenn einer von uns beiden nicht mit seiner Familie zurechtkam und so bildete sich langsam ein Plan in meinen Kopf, wie ich Shay zu seiner Tante bringen konnte.




Anmerkungen: So danke fürs Lesen und hier ist noch eine Geschichte die super schön ist und wenn ihr Shay und Haytham mögt sollte ihr mal reinlesen, ist von der lieben Chaoshexe.

Text



-eine riesige Schale weiße Duplos hinstell-
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