Jeder will die Welt beherrschen

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
Haytham Kenway Hope Jensen Liam O'Brien OC (Own Character) Shay Patrick Cormac
20.07.2015
10.12.2019
86
201539
14
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Disclaimer: Die Charaktere aus Assassins Creed Rouge gehören Ubisoft und ich verdiene  kein Geld damit, sondern leihe mir sie nur mal kurz aus. Das gleiche gilt für andere Teile von Assassins Creed.







Ich setzte mich auf meine Behandlungstisch und deutete Aminata, mit dem Reden anzufangen.


Äthiopien 1733



Ein kleines Mädchen lief durch die trockene und staubige Bergwelt des Kontinent Afrikas. Ihre Füße taten weh und ihre Kehle war rau und kratzig vor Durst. Sie blieb stehen, drehte sich in die Richtung, aus der sie gekommen war. Am Himmel stieg immer noch Rauch auf. Dort hinter den Hügeln hatte sie bis vor ein paar Stunden noch glücklich mit ihrer Familie gelebt. Das kleine Mädchen schniefte kurz, umklammerte den Speer ihres Vaters und mit der anderen Hand die Kette ihrer Oma. Sie spürte die Tränen an ihren Wangen, wischte diese aber heftig fort. Ihre Familie war tot, diese Fremden hatten ihr kleines Dorf überfallen und jeden den sie erwischten getötet. Nur dank ihrer Mutter, konnte sie fliehen.


Sie wischte sich ein letztes Mal die Tränen ab, dann lief sie weiter in Richtung des großen Waldes. Das erste was sie brauchte war Wasser, sonst würde sie hier nicht lange überleben. Nach weiteren kräftezehrenden Stunden, stolperte das kleine Mädchen über einen kleinen Stein und fiel unsanft auf den Boden. Mühsam versuchte sie sich aufzurichten, doch sie hatte keine Kraft mehr. Die Sonne brannte auf ihrer dunklen Haut und sie hatte das Gefühl gekocht zu werden. Sie versuchte sich wieder aufzurichten, als ein Schatten auf sie fiel. Nein, das waren diese bösen Männer, sie hatten sie gefunden und würden sie jetzt zu ihrer Familie schicken. Ein letztes Mal öffnete sie die Augen, doch es waren nicht die Fremden, sondern eine alte Frau mit Tätowierungen im Gesicht. Sie kniete sich neben das Mädchen und half ihr sich aufzusetzen. „Hier trink“, sagte sie, aber das Kind starrte sie nur an. „Du scheinst einem anderen Volk anzugehören und verstehst mich nicht“, murmelte die Alte zu sich selbst. Sie nahm ihre Trinkflasche und hielt sie dem Kind an den Mund. Gierig trank das kleine Mädchen das kühlende Nass.
Die Ältere half dem Kind auf die Beine und deutete ihr zu folgen. Mit einem letzten Blick zurück, lief das kleine Mädchen hinterher in der Hoffnung das ein besseres Leben auf sie wartete.


*****



6 Jahre später



„Aminata, wo bleibst du lahmer Vogel denn?“, rief ein Junge zu dem mittlerweile 12 jährigen Kind. „Ich komme schon, Aadi, darf ich Weise Frau?“, fragte das Mädchen die  alte Dame mit den Tätowierungen im Gesicht. „Ja aber sei pünktlich zum Essen zurück, du weisst doch, heute ist dein besonderer Tag“, erlaubte ihr die Frau mit dem Jungen zu gehen. „Danke“, grinste sie und folgte dem Jungen in Richtung Wald.


Eine halbe Stunde später erreichten sie die kleine Klippe im Wald. Beide schnappten sich eine Liane und kletterten flink daran hoch. Aminata war vor Aadi oben und schaute grinsend zu, wie ihr Freund sich den Felsen hoch quälte. „Wer ist nun der lahme Vogel, Aadi? Weist du warum du so langsam bist? Du isst zu viel“, meinte sie und setzte sich auf das weiche Moos. „Na, meine Oma kocht so gut, das weisst du doch. Du bist schließlich auch nicht mehr so dünn, wie vor sechs Jahren“, antwortete Aadi Aminata. Auf das Gesicht des Mädchen legte sich ein dunkler Schatten. „Ja“, knurrte sie nur und ging zum Rand der Klippe. „Ami, was hast du vor?“, fragte Aadi erschreckt. „Weiß nicht, ob das Wasser da unten im See tief ist?“ „Ami, das darfst du nicht tun, du weisst, Oma hat es verboten und außerdem ist doch heute dein großer Tag“, versuchte der Junge Aminata vom Springen abzuhalten. „Ja du hast recht Aadi. Komm die Sonne senkt sich langsam, wir sollten schnell wieder zurück gehen“, meinte Aminata und kletterte flink an den großen Felsen hinunter.


Die beiden rannten und als sie kurz vor dem Ziel waren, bemerkten sie den Rauch am Himmel. Aminata blieb stehen. „Ami was ist los, komm das ist das große Feuer“, sagte Aadi, schnappte sich ihre Hand und zog das Mädchen mit sich. Doch je näher sie dem Dorf kamen, desto höher schlugen die Flammen, welche von den Hütten der Bewohner kamen. Überall schrien Leute und rannten in Panik aus dem Dorf. Aminata blieb stehen und starrte auf die Flammen. Nein, nicht dieses Zuhause auch noch, dachte sie und rannte plötzlich in Richtung des Feuers. Zwischen dem Rauch entdeckte sie die ersten Leichen und je näher sie dem Zentrum kam, desto mehr wurden es. In der Mitte des Dorfes waren die Überlebenden zusammengetrieben, Fremde hielten sie mit diesen seltsamen Waffen aus denen Feuer kam in Schach. Aminata stand da, als sie plötzlich in eine Hütte gezogen wurde. „Kind sei still, Versteck dich!“, hörte das Mädchen die Stimme der weisen Frau. Sie wurde in einen großen Korb gesteckt und die Alte Frau legte einige Felle über sie. „Was auch immer du jetzt hörst, bleib wo du bist, denn du bist die Hoffnung unseres Volkes“, meinte die Alte und verließ die Hütte.

Gebannt lauschte Aminata den Geräuschen von Draußen. Zu ihrem Pech dämpfte das Fell über ihr die Stimmen, doch als der Schrei der Alten ertönte, missachtete sie ihren Befehl und stürmte nach draußen auf den Platz. Sie sah ihre Mentorin dort mit einer riesigen Wunde im Kopf liegen, sowie die anderen Alten des Stammes. Sie alle wurden von diesen Männern getötet. Nur die Jungen hatten sie am Leben gelassen. Als einer der Männer sie sah, rief er etwas in einer fremden Sprache zu seinem Kumpanen. Aminata reagierte sofort, drehte sich um und rannte los. Sie lief so schnell wie sie konnte, nach ein paar Minuten erreichte sie den Wald, wo sie noch vor einer Stunde mit ihren Freund war. Oh nein, was war mit Aadi passiert?, fragte Aminata sich.


Sie erreichte den Felsen und blieb stehen. Hinter sich hörte sie die Stimmen der Männer, welche immer näher kamen. Flink kletterte sie auf den Felsen und schaute hinunter in den Abgrund. Der See unterhalb der Klippe sah aus wie ein tiefes schwarzes Loch. Ein Schuss in ihre Richtung brachte Aminata aus dem Gleichgewicht und sie verlor den Halt. Mit letzter Kraft konnte sie sich an einer Wurzel festhalten, aber die Männer hatten sie eingeholt. Sie zogen sie hoch, stoßen sie auf ihre Knie und lachten über sie. Einer griff in ihre Haare und drehte ihren Kopf grob zur Seite, sodass sie den Mann anschauen musste. „Na kleiner Vogel, konntest wohl nicht fliegen“, grinste er dreckig und gab seinen Leuten ein Zeichen. Zwei Männer hoben sie hoch und dann wurde sie zurück zum Dorf geschleift. Dort legten sie ihr ein grobes, raues Seil um den Hals und ihre Hände kamen in Eisenketten. Sie zwangen die Überlebenden in eine Reihe, saßen auf ihren Pferden auf und trieben sie hinaus in die Nacht.



New Orleans 1747



Müde schaute die junge Frau auf das Bündel in ihren Armen. Das Kind schrie nach seiner Mutter, doch diese war soeben von ihnen gegangen. Der Aufseher sah von der Toten zu den zwei Frauen. „Warum habt ihr nicht das Kind sterben lassen!“, schrie er aufgebracht. Er hob seine Peitsche, doch eine Person hinter dem Mann hielt ihn auf. „Nicht die Junge, die Lady wünscht sie zu sehen. Bestraft die andere“, sagte ein weiterer Mann, welcher Aminata grob auf ihre Füße zog und sie vor sich her schubste. „Lauf schneller!“, knurrte er. Aminata tat was der Mann ihr sagte und beeilte sich, zum Herrenhaus zu kommen. Als sie in die Küche kam, wurde sie mitleidig von den anderen Sklaven angesehen. Über einen Flur ging es weiter und sie blieben vor dem Salon stehen. Das wunderte Aminata, sonst musste sie immer, wenn sie hier war, mit der Hausherrin das Bett teilen. Alles zum Vergnügen ihres Manns, welcher sie dabei gerne beobachtete. Die Tür vor ihr wurde geöffnet und Aminata grob in den Raum gestoßen. Drinnen saßen die Herrin und ihr Mann, dazu drei weitere Gäste. „Das ist sie?“, fragte einer der Männer. „Ja, ich hoffe eurer Lordschaft sagt diese Dame für die Nacht zu?“, wollte ihr Herr von dem Mann wissen.


Aminata schaute stur nach unten, sie wusste, was die beiden Herren verhandelten. Es war nicht das erste Mal, das ihr Besitzer sie an seine Gäste auslieh. Das erste Mal war vor fünf Jahren gewesen. Ihr Herr hatte dafür sogar Geld bekommen, das der Gast ihre Jungfräulichkeit nahm. Sie dachte nur ungern an diese Erfahrung zurück, genau wie die anderen Male als sie mit einem dieser Männer schlafen musste. Da war ihr das Liebesspiel mit der Herrin viel lieber.
„Sie ist in Ordnung. Mir gefallen ihre Tätowierungen im Gesicht. Wie heißt du, meine Schöne?“, fragte sie der Gast auf spanisch. „Aminata“, flüsterte sie leise. „Ein interessanter Name. Nun komm, ich will mich für die Nacht in mein Zimmer begeben“, sagte der Mann, stand auf und nahm sie an ihrer Hand, um sie in sein Gemach zu führen.


Die nächsten Monate kam der Mann immer wieder und verlangte nach ihr. Ihr Besitzer gewährte es ihm und im Sommer wurde Aminata an den Mann verkauft. Sie blickte traurig auf das Anwesen, welches immer kleiner wurde. „Nun Ami, du wirst mir im Haus helfen. Ich habe eine stolze Summe für dich bezahlt und ich denke du bist dein Geld wert“, sagte ihr neuer Besitzer. Sie schwieg nur und starrte auf die vorbeiziehende Landschaft. Die Fahrt dauerte einige Tage, erst nach New Orleans, dann ging es mit dem Schiff weiter nach Havanna. Aminata stand neben ihrem neuen Herrn an Deck und bewunderte den Sonnenuntergang über dem Meer. So was Schönes hatte sie lange nicht gesehen. Ihr neuer Meister stellte sich als Mateo Galan vor. Er unterhielt sich mit ihr, als würde er sie als ebenbürtig betrachten und das erste Mal in ihren Leben als Sklavin, fühlte sie sich wohl. Ihr neuer Meister nahm ihr die Sorgen und Probleme ab. Er hörte ihr zu und hatte auch schon einen Plan, wie er sie befreien könnte. Diese Zeit mit ihm war die schönste in ihrem Leben, doch das Schicksal meinte es nicht gut mit ihren Meister. Ein halbes Jahr nachdem sie in Havanna angekommen waren, wurde ihr neuer Herr von einem Mann mit Kapuze getötet. Er forderte von ihr, sich seiner Sache anzuschließen, doch Aminata blieb bei der Leiche ihres Herren, denn in der Zeit in dem sie ihn kannte, hatte sie Mateo lieben gelernt.


So fanden sie die Wachen und die junge Frau wurde des Mordes angeklagt. Aminata blickte durch das vergitterte Fenster, Mateos Ring mit einem Kreuz fest in ihrer Hand. Sie würde den Mörder ihres Liebsten finden, sobald sie aus dieser Zelle entkam. Einen Tag vor ihrer Hinrichtung stand auf einmal eine Frau vor ihr. „Hallo Aminata, ich bin Madame de L´Isle. Ich glaube, du weißt ganz genau wer den guten Mateo getötet hat“, sagte sie zu ihr. „Ein Mann mit Kapuze, glaubt ihr mir Lady?“, antwortete Aminata. „Ja. Dein Herr hat mir von dir erzählt. Wir waren enge Freunde und ich denke du wirst für unsere Sache ein Gewinn sein. Wachen, ich habe diese Frau gerade gekauft, los, lasst sie frei!“, befahl sie mit strenger Stimme.


Von da an arbeite Aminata für die Templerin Madame de L´Isle. Als Sklavin getarnt, beschaffte sie Informationen und nach einigen Jahren wurde sie selbst zu einem wichtigen Mitglied der Templer. Immer getrieben von Rache, auf der Suche nach dem Assassinen, welcher ihre große Liebe getötet hatte. Aminata lernte, mit der Hilfe des Ordens, immer neue Dinge. Sie sprach mehrere Sprachen, verfeinerte ihre Kunst des Heilens und der Gifte und nach zehn langen Jahren hatte sie endlich den Mörder ihrer großen Liebe gefunden. Adéwalé!


*****



Ich schaute die Frau vor mir an. Sie wurde also von einer Person zur nächsten verkauft. „Sieh mich nicht so an Faith. Du liebst Shay über alles, mit Mateo ging es mir genauso. Du hättest ihn gemocht, er war ein ehrenwerter Mann und Templer. Vorgestern als Agaté mich angeschossen hat, ich lief zu der Lady und erstattete ihr Bericht. Kaum das ich ihr Haus verlassen hatte, fingen mich die Männer des Sklavenhändlers ein. Sie zerrten mich zu ihrem Lagerhaus und am nächsten Tag habt ihr mich gefunden“, meinte sie und lächelte mich freundlich an. „Und das in einem schlechten Zustand, Aminata“ „Nennt mich Ami“ „Gut, du sagtest du wärst eine Heilerin. Warum hast du nicht deine Wunde versorgt?“ „Wollte ich, aber der Lady zu helfen, war wichtiger Faith. Für mich gibt es nur noch den Orden, er ist alles was ich habe“,flüsterte sie leise zu mir. „Ich verstehe. Wenn du willst bringe ich dich nachher zu den Grandprès“, redetet ich und stand auf. „Nein das geht nicht. Die Lady … sie meinte ich solle verschwinden, weil der Plan schiefgelaufen war und die Assassinen nun wissen das ich zu den Templern gehöre. Ich kann nirgends hin“, flüsterte Ami traurig. „Dann bleib bei uns“, grinste ich und umarmte sie. „Aber...“ „Nichts aber, außerdem hat dich Shay doch gekauft und sobald wir in New York sind, lassen wir dich frei“, meinte ich. „Danke Faith“




*****




Wir ankerten noch drei Tage in der Stadt, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten. Ich hätte nie gedacht, das ich New York vermissen würde. Mit Madeleine vereinbarte ich, das die Macha die erste Ladung in einem Monat von New Orleans abholen würde.
Das Geld um die gute Madeleine zu bezahlen, hatte ich mir von meinem Templer geliehen. Des weiteren hatte ich mit dem Schneider, welcher diese tollen Kleider herstellte einen kleinen Handel geschlossen. Der Gute würde mir diese tollen Stoffe liefern, welche ich hoffentlich gut in New York verkaufen konnte.  Avéline verabschiedete mich unter Tränen und ich musste ihr hoch und heilig versprechen ihr zu schreiben. Ich stand an der Reling und schaute auf die immer kleiner werdende Stadt. „Komm Prinzessin, es ist Zeit fürs essen“, holte mich Shay aus meinen Beobachtungen und zusammen gingen wir unter Deck.




Anmerkung: Und wieder ein neues Kapitel von mir für euch zum Lesen. Hoffe es hat euch gefallen, auch wenn es etwas anders war als die übrigen. Danke an Chaoshexe fürs Korrektur lesen und danke für die lieben Reviews und das neue Sternchen.


Und tut mir einen kleinen Gefallen, umarmt die die ihr Liebt, ihr wisst nicht wie lange sie bei euch bleiben, denn wenn ihr es nicht tut könnte es zu spät sein.


Euer kleiner Todesengel



- ganz große Schale mit weißen Mäusen für euch hinstell-
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