Jeder will die Welt beherrschen

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
Haytham Kenway Hope Jensen Liam O'Brien OC (Own Character) Shay Patrick Cormac
20.07.2015
08.04.2020
137
320.238
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Dieses Kapitel
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30.08.2019 2.163
 
Disclaimer: Die Charaktere aus Assassins Creed Rouge gehören Ubisoft und ich verdiene  kein Geld damit, sondern leihe mir sie nur mal kurz aus. Das gleiche gilt für andere Teile von Assassins Creed.







Nach einer Stunde des Dauerlächelns, stellte ich mich ein wenig abseits der Leute und hoffte, dass dieses Fest bald vorbei sein würde. Ich wäre jetzt lieber auf dem Schiff, um mich um Aminata zu kümmern. Ein rascheln aus den Busch hinter mir, erregte meine Aufmerksamkeit. Ich schaute ob mich niemand beobachtete, doch die Menschen hier waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als das sie Notiz von mir genommen hätten. Ich trat ein paar Schritte zurück und entdeckte einen grünen Rockzipfel, welcher zu einer Person gehörte, die mir bekannt vorkam. Ich schlich mich lautlos an mein Opfer an, beugte mich ein Stück über sie und pikste Avéline in ihre Seite. Das kleine Mädchen quiekte erschrocken auf. „Was?..Wer..?“, fragte sie in ihrer Muttersprache. Sie schaute zu mir und ein Lächeln breitete sich auf ihren Gesicht aus. „Tante Faith. Ich habe gehofft, dass du heute kommst. Jetzt wird es bestimmt nicht mehr so langweilig hier“, grinste sie über ihr ganzes Gesicht. „Na das freut mich und was willst du mit mir gegen die Langeweile tun?“, fragte ich. „Komm, ich zeig es dir“, antwortete sie und nahm meine Hand in die Ihre.


Avéline führte mich als erstes auf die Tanzfläche und wir drehten ein paar Runden. Danach blieb sie bei einem Sklaven stehen, welcher verschiedene Früchte servierte. „Die musst du probieren, Tante“, strahlte Avéline mich an. Ich tat ihr den Gefallen und probierte die verschiedenen exotischen Früchte. Avéline stand daneben und erklärte mir die Namen der Früchte. Neben Bananen gab es Orangen,Papayas, Ananas, Kokosnüsse und Maracujas. Am besten schmeckte mir die Ananas, die war so schön fruchtig süß und saftig. „Die sind alle lecker, da wo ich herkomme kennt man diese Früchte gar nicht“, grinste ich Avéline an. Wir tanzten noch eine Runde zusammen und durch Avéline fand ich dieses Fest nicht so öde, wie die anderen.


„Avéline, du solltest schon lange im Bett sein“, hörten wir eine Stimme hinter uns. „Ja, Madame“, antwortete Avéline ein wenig ängstlich. Ich schaute die Person an und sie bedachte mich mit einem arroganten Blick. „Lass die Dame jetzt endlich in Ruhe. Sie will bestimmt nicht den ganzen Abend mit dir verbringen“, meinte sie streng. „Mich stört Avéline nicht, mit ihr ist es nicht ganz so trist hier“, antwortete ich der Dame höflich. „Wirklich? Wer sind sie, dass sie das entscheiden können? Sie haben wohl noch nicht an so vielen Feiern teilgenommen“, zickte sie mich an. Bevor ich etwas erwidern konnte, trat unser Gastgeber zwischen uns. „Meine Liebe, darf ich dir vorstellen, Miss Cormac. Miss Cormac meine werte Ehefrau Madeleine de L'Isle“, stellte Avélines Vater uns gegenseitig vor. „Sehr erfreut“, erwiderte ich gespielt höflich. „Papa, darf Tante Faith mich ins Bett bringen, bitte“, fragte Aveline ihren Vater. „Natürlich, wenn es Miss Cormac nichts ausmacht“, erlaubte er ihr. „Gerne“, lächelte ich und Avéline nahm meine Hand, damit ich sie ins Bett bringen konnte.


Avélines Zimmer war in der oberen Etage, mit Blick auf den Garten darunter. Wir hörten die Stimmen der Gäste und ich fragte mich, wie Avéline es schaffen sollte, bei diesem Lärm einzuschlafen. „Stört dich der Lärm?“, wollte ich wissen. „Nein, ich bin es schon gewohnt. Meine Stiefmutter gibt einmal im Monat so ein Fest“, erklärte sie und zog sich aus, um in ihr Nachthemd zu schlüpfen. „Kannst du mir eine Geschichte erzählen?“, fragte sie mich und schlüpfte unter die Decke ihres Bettes. „Na klar, ich kenne aber nur schottische Märchen“ „Oh ja, bitte“, antwortete sie darauf. Ich setzte mich auf die Bettkante und Avéline rutschte zu mir, so dass ich meinen Arm um sie legen konnte. Ich überlegte einen Moment bis ich mich für ein kleines Märchen entschied. Caitriona hatte es mir immer erzählt. „Das Märchen heißt „Der Fuchs und die Wildgans“.“


*Wildgänse, so muss man wissen, sind in den schottischen Highlands besonders scheu und behutsam. Trotzdem gelang es eines Tages einem Fuchs, eine schöne fette Wildgans am Ufer eines Sees zu überraschen. Sie tat gerade ein kleines Schläfchen, als der Fuchs sie schnappte und am Flügel festhielt. Und als er sich einen Spaß an ihrem Geschnatter, Zischen und Gezeter machte, sprach er: „Nun sag mal, wenn du mich jetzt so in deinem Schnabel hättest wie ich dich, was würdest du dann tun?“
„Das ist ja wirklich eine ganz einfach Frage“, gab sie zur Antwort. „Ich würde die Hände falten, ein Dankgebet sprechen, meine Augen schließen und dich dann verspeisen.“
„Genau das hatte ich auch vor“, entgegnete der Fuchs, faltete seine Hände, machte ein ganz unschuldiges Gesicht und sprach mit geschlossen Augen ein frommes Dankgebet. Inzwischen aber hatte die Gans ihre Flügel gebreitet und flog schon auf halben Weg über den See dahin. So konnte der Fuchs sie nicht mehr erreichen. Ihm blieb das Nachsehen, und er konnte sich nur noch die Lippen lecken.
„Das soll mir eine Lehre sein“, sprach er dann missmutig. „Nie wieder in meinem Leben werde ich ein Dankgebet sprechen, bevor ich nicht den Braten warm in meinem Magen habe.“




Als ich das Märchen beendet hatte, war Avéline schon eingeschlafen. Der gestrige Tag musste sehr anstrengend für sie gewesen sein. Ihr Mutter war mitten auf den Straßen der Stadt spurlos verschwunden. Avélines Vater suchte sie noch immer, doch bis jetzt blieb der Erfolg aus. Ich löste mich leise von dem schlafenden Kind, legte sie in ihr Bett und deckte sie mit der großen Decke zu. „Schlaf gut, a leannan“, flüsterte ich und gab Avéline noch einen Kuss auf die Stirn. „Ihr könnt gut mit Kindern umgehen, Miss Cormac“, sagte eine leise Stimme hinter mir. Ich drehte mich zu der Person um und erblickte Madeleine. „Scheint so“, murmelte ich. „Habt ihr Kinder?“, fragte sie mich weiter. „Nein“, antwortete ich knapp und schaute noch mal zu Avéline. „Die Kleine ist wie mein eigenes Kind für mich, doch ihre Mutter hat sie immer von mir ferngehalten. Ich werde mich um sie kümmern“, sagte sie mehr zu sich selbst, als zu mir. „Wollen wir im Salon ein Glas Wein trinken? Ich würde die Frau an Master Cormacs Seite gerne besser kennenlernen“ „Geht vor raus“, meinte ich und verließ mit ihr das Zimmer von Avéline.


Ich betrat den Salon und Madeleine bot mir einen Platz auf dem Sofa an. „Ich hoffe, ihr entschuldigt mein Verhalten von vorhin, meine Liebe“, fing sie unser Gespräch an. „Das ist schon in Ordnung, ihr hattet euch nur um Avéline gesorgt“, nahm ich ihre Entschuldigung an. „Na dann, auf uns Frauen“, hob sie ihr Glas und stieß mit mir an. Ich trank einen Schluck des Weines und er war köstlich. Fruchtig süß, nicht so sauer wie sonst. „Schmeckt euch der Wein?“ „Sehr. Wo habt ihr ihn her?“, wollte ich von ihr wissen. „Aus Württemberg, dieser Wein wird dort Schillerwein genannt, auf Grund seiner schönen Farbe. Wisst ihr was, ich schenke euch zwei Fässer davon. Wir Frauen müssen doch zusammen stehen. Was mich zu meinem eigentlichen Grund für unsere private Unterredung bringt. Was haltet ihr von einer Zusammenarbeit mit mir. Ich liefere euch Produkte aus Frankreich, welche ihr hervorragend in den englischen Kolonien verkaufen könnt. Seit Krieg herrscht, kommen kaum noch französische Schiffe nach New York. Es ist sozusagen eine Marktlücke“, erklärte sie mir. „Was habt ihr von der ganzen Sache?“, fragte ich sie misstrauisch.


„Gewinn. Ich kaufe es billig ein, verkaufe es zwanzig Prozent teurer an Euch und ihr schlagt nochmals zwanzig Prozent drauf. So haben wir beide etwas davon. Der zweite Grund ist, wir sind so nicht auf unsere Männer angewiesen. Ein bisschen Geld nebenbei.“ „Das ist ein interessanter Vorschlag, aber ich bin eine Heilerin und keine Geschäftsfrau“, erklärte ich Madeleine.


„Und? Das ist doch egal. Wir sind Frauen, wer sagt wir können nur eine Sache gut. Überlegt es euch, doch lasst mich nicht zu lange warten“, meinte sie und trank ihr Glas aus. Nun diese Idee war wirklich nicht zu verachten und ein Schiff hätte ich ebenfalls, die Macha. Doch irgendwie zweifelte ich daran, ob ich so ein  Geschäft leiten konnte. „Ich muss darüber nachdenken, die Kosten abwägen“, sprach ich zu Madeline. „Das ist doch schon mal ein Anfang, meine Liebe. Schreibt mir einfach einen Brief und es kann losgehen.“


*****



„Madame will nicht gestört werden Monsieur“, hörten wir eine Stimme vor den geschlossen Salontüren, dann ein lautes Poltern. Schnell standen wir auf, als auch schon ein Mann eintrat. Sofort erkannte ich den Verkäufer von Aminata wieder, „Was soll das Jean-Luc?“, fragte sie den Mann. „Was das soll, fragt sie? Ich bin hier, um euch endlich dem Vater des Verstehens zu opfern. Eigentlich dachte ich ja ihr seid allein, aber dem ist nicht so. Aber was soll dieses Weib schon ausrichten?“, schrie der Mann und zielte mit einer Pistole auf Avélines Stiefmutter. Madame d´Ilse lachte eisig auf. „Also seid ihr der Verräter. Aminata hatte Recht. Evans hat euch wohl gekauft. Aber egal, denkt ihr wirklich ihr schafft es mich zu töten und all die anderen im Orden? Aminata ist eurem kleinen Plan auf die Schliche gekommen und hat nicht nur mich gewarnt“, redete sie vollkommen ruhig.


Auf einmal tauchte hinter dem Sklavenhändler Shay auf. „Jean-Luc, darf ich dir Master Cormac vorstellen“ Der Händler drehte sich zu Shay und dann wieder zu ihr um. „Ihr habt mir eine Falle gestellt. Doch denkst du, ich bin so dumm Weib?“, knurrte er und gab ein Zeichen mit seiner Hand. Ich schaute zum Flur und sah einen Sklaven, welcher Avéline eine Pistole an den Kopf drückte. „Das wagt ihr nicht!“, fauchte ich in seine Richtung. „Halt die Fresse Weib, wenn ich mit der da fertig bin, bist du dran. Wirst einen schönen Preis erzielen!“, schrie er.


Kaum hatte er diese Worte gesprochen, ging alles ganz schnell. Shay entwaffnete den Sklaven und zog Avéline in seine Arme. Ich war auf Jean-Luc zugesprungen und hatte ihm mein Signa duh ins Herz gestochen. „Du Schlampe! Ich sehe dich in der Hölle“, flüsterte er leise, dann war er tot. Avéline befreite sich aus Shays Armen und rannte zu ihrer Stiefmutter, welche sie eng an sich zog. „Alles wir gut“, flüsterte sie ihr zu. Ich stand mit dem blutigen Messer über der Leiche. Das Blut tropfte auf mein Kleid und ich starrte ins Leere. „Hey, mo aingeal ist alles gut?“, fragte mich Shay und nahm das Messer aus meiner Hand. Er verstaute es in einer seiner Taschen, als auch schon die ersten Leute zu uns in den Salon kamen. „Geh zu Miss Cormac“, hörte ich Madeleine zu Avéline sagen. Ich kniete mich hin und zog das Mädchen an meine Brust. Avéline klammerte sich an mich und ich merkte wie sie zitterte. Hoffentlich würde sie diese Nacht schnell vergessen.


Shay legte seine Hand auf meine Schulter und ich versuchte der kurzen Erklärung von Madeleine zu folgen, aber schon bei den ersten zwei Sätzen gab ich es auf. Ein paar Minuten später kam Avélines Vater, welcher das Fest sofort für beendet erklärte. Ein paar Sklaven deckten die Leiche zu. Zu unseren Pech mussten wir noch auf die Soldaten warte, um unser Aussagen zu machen, doch kurz vor Sonnenaufgang waren wir endlich wieder zurück auf der Morrigan.



Erschöpft legte ich mich neben Shay und kuschelte mich an ihn. Diese Nacht war einfach nur anstrengend gewesen. „Shay, wann habt ihr diesen Plan ausgeheckt?“, fragte ich ihn müde. „Kurz nachdem wir ankamen, Ami hatte mich zu ihrer Lady geführt und da haben wir alles besprochen. Wir wussten das einer der hiesigen Templer zu Evans gehört, aber nicht welcher. Zwei Tage später waren wir im Lagerhaus, Madeleine hatte uns gesagt das es am wahrscheinlichsten der Sklavenhändler wäre. Also waren wir dort um dem auf den Grund zu gehen. Leider haben der Assassine und du den Plan zerstört und so mussten wir heute Nacht improvisieren. Faith entschuldige, dass ich es dir nicht gesagt habe“, erklärte Shay und zog mich noch ein Stück näher zu sich. „Schon gut, ich weiß, du kannst mir nicht alles sagen, vor allem wenn es um den Orden geht. Lass uns schlafen mo chride.“, antwortete ich schläfrig.




Nach ein paar Stunden Schlaf, stand ich müde auf und sah nach Aminata. Ich musste unbedingt mit ihr reden. Ich ging in die Krankenstadion und sah sie mit einem Buch im Bett sitzen. „Wie geht es euch?“, fragte ich sie. „Besser, jetzt wo ich wieder bei Master Cormac bin“, antwortete die ehemalige Sklavin. Ich setzte mich zu ihr und sie schaute mich fragend an. „Was ist los, Miss Faith?“, fragte sie mich höflich. „Warum bist du nicht zur Morrigan zurückgekehrt? Wie konnte der Sklavenhändler dich fangen?“ „Um das zu verstehen...hört euch meine Geschichte an, dann wisst ihr warum.“




*Märchen aus dem Buch Schottische Märchen von Erich Ackermann



Anmerkung: So und diese Woche noch ein zweites Kapitel für euch, dank meiner lieben Chaoshexe.  Hoffe es hat euch gefallen und danke fürs lesen.


ein Schönes Wochenende euer kleiner Todesengel


- riesige Schale mit Hanuta für euch hinstell-
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